Schafft diese Aktie erneut mehr als 500% in 4 Jahren?

Inhalt dieser Ausgabe:

In eigener Sache
Marktanalyse
Termine der Woche
Marktüberblick
Einzelwert-Analyse

In eigener Sache

Verehrte Leserinnen und Leser,

wir arbeiten weiterhin an diversen Verbesserungen für Sie.

Geldanlage-Brief-Archiv

Das neue bzw. erweiterte Newsletter-Archiv ist heute auf unserer Homepage (www.geldanlage-brief.de) an den Start gegangen. Damit können Sie neben den bisherigen PDF-Ausgaben ab sofort auch die neuen Ausgaben des Geldanlage-Briefes im HTML-Format jederzeit noch einmal online abrufen.

Geldanlage-Brief auf Facebook

Wir freuen uns auch, dass es bereits diverse Anmeldungen auf unserer neuen Facebook-Seite gab. Hier sehen wir aber noch Luft nach oben.

Facebook ist ein idealer Ort, um Kommunikation zu betreiben. Hier kann man sich austauschen und sich in bereits bestehende Diskussionen einbringen. Verbinden Sie sich mit uns und treten Sie in den direkten Kontakt mit dem Team vom Geldanlage-Brief. Oder diskutieren Sie mit "Gleichgesinnten" auf unserer Facebook-Seite. Wir erhoffen uns also auch den Austausch zwischen den Lesern.

Zumal wir dort auch zwischen den wöchentlichen Ausgaben kurze Informationen über das tägliche Handelsgeschehen einstellen. Sie werden also bei Facebook über besondere Ereignisse oder Marktsituationen noch schneller und aktueller informiert.

Wir möchten Sie bei Ihren Investmententscheidungen begleiten

Wir suchen bewusst den direkten Kontakt mit Ihnen, weil wir Sie gerne bei Ihren Investmententscheidungen unterstützen und, wenn Sie es wünschen, sogar begleiten möchten. Nutzen Sie diesen für Sie völlig kostenlosen Zusatzservice, den Sie so nirgendwo sonst finden.


Nun wünschen wir Ihnen viel Vergnügen mit der aktuellen Ausgabe
Ihr
Geldanlage-Brief-Team



Marktanalyse

Verehrte Leserinnen und Leser,

am Montag begann mit der Vorlage der Zahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa "offiziell" die Berichtssaison zum zweiten Quartal. Der Kursanstieg im DAX war an diesem Tag jedoch noch nicht davon beeinflusst, sondern es handelte sich um eine Aufholjagd. Während der DAX nämlich auf die starken US-Arbeitsmarktdaten am Freitag sehr schwach reagierte, konnten die US-Börsen bis zum Handelsschluss nach oben tendieren (wir berichteten – siehe S&P500-Analyse der Vorwoche). Diese Diskrepanz räumte der DAX am Montag mit einem ordentlichen Kursanstieg aus dem Weg.

Volatilität hat wie erwartet deutlich abgenommen

Ab da folgte der DAX unserer Erwartung, wonach es "zu einer Marktberuhigung und damit zu einer abnehmenden Volatilität" kommen sollte. Zwar kam es auch im weiteren Verlauf der Woche immer wieder zu ordentlichen Kurssprüngen, doch die Range, in der sich der DAX die meiste Zeit bewegte, war deutlich enger als in den Vorwochen. Zu erkennen ist dies an den kurzen Kerzen im folgenden Chart, der den Kursverlauf der vergangenen Woche und mit den einzelnen Kerzen jeweils die Handelsspanne einer Stunde darstellen.

DAX - Verlauf der Woche

Vergleichen Sie dies einfach einmal mit den langen Kerzenkörpern im Chart der Vorwoche, den wir Ihnen hiermit noch einmal zum besseren Vergleich präsentieren.

DAX - Verlauf der Vorwoche

Bernankes Aussagen wurden dieses Mal positiv interpretiert

Die riesige Aufwärtslücke, die am Donnerstag im DAX gerissen wurde und die im Chart oben zu sehen ist, wurde verursacht durch Aussagen Ben Bernankes, die er am Abend zuvor getätigt hatte. Allerdings ging es dabei nicht um das Sitzungsprotokoll der vergangenen Fed-Sitzung oder seine Rede auf einer Konferenz, wie es von anderen Medien vielfach berichtet wurde, sondern um Aussagen, die er anschließend in einer Frage- und Antwort-Runde gemacht hat.

Auf Facebook wurden Sie zeitnah informiert

Bereits am Donnerstag konnten Sie dazu auf unserer Facebook-Seite lesen:

"Kommando zurück! - Mit diesen Worten kann man am besten beschreiben, was in der Nacht von gestern auf heute passiert ist.

Kürzlich noch sahen die Märkte einen frühzeitigen Ausstieg der Fed aus der expansiven Geldpolitik. Sie schickten den DAX in den Keller. Nun deuten die Märkte die gestrigen Aussagen Ben Bernankes als ein Festhalten an den bisherigen Maßnahmen - der DAX zog heute früh auf rund 8.200 Punkte an.

Und das Verrückte an der Sache: An den eigentlichen Aussagen Bernankes hat sich nichts geändert. Geändert hat sich nur, was die Medien und die Märkte aus diesen Worten herauslesen - und die Anleger rennen wie die Lemminge hinterher.

Gestern hatten wir Ihnen bereits geschrieben (Anmerkung der GAB-Redaktion: ebenfalls auf Facebook), dass Sie sich von solchen Bewegungen nicht aus der Ruhe bringen lassen sollen. Dasselbe gilt heute unverändert. Wir sehen die gesamtwirtschaftliche Situation und den Zeitplan der Fed unverändert. Hinter den Kurs-Kapriolen steckt daher aus unserer Sicht auch lediglich das übliche Verwirrspiel der Sommermonate. Wir lassen uns daher nicht beirren und halten an unserem Szenario (siehe Geldanlage-Brief) unverändert fest."

Am Plan der Fed hat sich so gut wie nichts geändert

Die Aussagen Ben Bernankes spiegelten also eigentlich nur genau das wider, was die Fed schon die ganze Zeit veröffentlicht. Der Fed-Chef hat es am Mittwoch lediglich noch einmal deutlicher und vielleicht vereinfacht ausgedrückt: Auch wenn die Fed demnächst die Anleihekäufe reduzieren könnte, werden die Zinsen noch für längere Zeit auf ihrem extrem niedrigen Niveau bleiben. Die Wirtschaft braucht auf absehbare Zeit eine sehr expansive Geldpolitik.
Wenn die Aussagen aber inhaltlich gleich waren, warum stieg dann der Markt so stark?

Darum sind die Kurse so stark gestiegen

Anleger neigen dazu, hysterisch und zuweilen planlos auf alles zu reagieren, was als Nachrichten über die Ticker kommt. Und wenn man sich die Medienberichte rund um die Aussagen Bernankes anschaut, dann erhält man dort die Information, dass der Notenbank-Chef von den Plänen einer restriktiveren Geldpolitik zurückgerudert sei (was aber eigentlich, wie gerade erläutert, nicht der Fall ist).

Aber so funktioniert die Börse, so funktionieren die Medien – Gerüchte, schnelle Begründungen, das wollen die Medien und das macht offensichtlich die Kurse. Wenn Sie Erfolg haben wollen, müssen Sie hingegen selber recherchieren und sich eigene Gedanken machen. Nur so können Sie die Masse schlagen – logischerweise.

Ausblick

Der Markt reagierte mit deutlich fallenden Kursen auf die Ankündigung der Fed, dass die Anleihekäufe auslaufen könnten. Nun haben die Märkte die Aussagen Bernankes genau umgekehrt interpretiert, obwohl sich am eigentlichen Plan der Fed nichts geändert hat. Wenn sich die Erkenntnis bei den Anlegern durchsetzt, dass sie nun nach oben hin übertrieben haben, dann könnte es auch wieder zu fallenden Kursen kommen – vielleicht schon, wenn Bernanke seinen halbjährlichen Auftritt vor dem US-Kongress am kommenden Mittwoch und Donnerstag hat.

Wenn dies der Fall ist, dann wird sich die Seitwärtsbewegung fortsetzen, so wie wir sie in den vorangegangenen Ausgaben bereits erwartet haben und wie sie sich inzwischen immer mehr abzeichnet.

Die geringere Volatilität, die wir nun in der abgelaufenen Handelswoche gesehen haben, dürfte sich auch in dieser Woche fortsetzen. Allerdings ist der Wirtschaftskalender wieder etwas voller. Besonders wenn die anstehenden US-Daten weiterhin positiv ausfallen, dürfte dies mit fallenden Kursen quittiert werden, weil die Anleger dann wieder ein schnelleres Ende der Fed-Anleihekäufe fürchten dürften.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus



Termine der Woche

(KW 29)


Montag, 15.07.2013

  • 08:00 - DE: Beschäftigte verarb. Gewerbe Mai
  • 08:00 - DE: Baupreisindex für Wohngebäude Mai
  • 09:15 - CH: Erzeuger- u. Importpreise Juni
  • 14:30 - US: Einzelhandelsumsatz Juni
  • 14:30 - US: NY Empire State Index Juli
  • 16:00 - US: Lagerbestände Mai


Dienstag, 16.07.2013

  • 11:00 - DE: ZEW Konjunkturerwartung Juli
  • 11:00 - EU: Außenhandel Mai
  • 11:00 - EU: Inflation Juni
  • 14:30 - US: Verbraucherpreise Juni
  • 15:15 - US: Industrieproduktion Juni
  • 15:15 - US: Kapazitätsauslastung Juni
  • 16:00 - US: NAHB/WF Hausmarktindex Juli


Mittwoch, 17.07.2013

  • 01:50 - JP: BoJ Sitzungsprotokoll
  • 11:00 - EU: Produktion Baugewerbe Mai
  • 14:30 - US: Wohnbaubeginne Juni
  • 14:30 - US: Wohnbaugenehmigungen Juni
  • 20:00 - US: Beige Book


Donnerstag, 18.07.2013

  • 10:00 - EU: EZB Leistungsbilanz Eurozone Mai
  • 14:30 - US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US: Philadelphia Fed Index Juli
  • 16:00 - US: Frühindikatoren Juni


Freitag, 19.07.2013

  • 08:00 - DE: Erzeugerpreise Juni


Marktüberblick


DAX

Dass der DAX am Montag der vergangenen Handelswoche zulegen konnte, hätte man erwarten können. Weil die US-Indizes am Freitag zuvor nach Veröffentlichung der monatlichen US-Arbeitsmarktdaten zulegen konnten (siehe S&P500-Analyse der Vorwoche), während der DAX deutlich abrutschte, staute sich beim deutschen Leitindex über das Wochenende Nachholbedarf auf, der am Montag dann gedeckt wurde.

Dass es aber bis zum Schluss der Woche noch um weitere rund 3 Prozent nach oben ging und es in Summe zu einem Wochengewinn von 5,21 Prozent kam, dem größten Wochenplus seit 1,5 Jahren, war so nicht vorherzusehen. Zumal das große Plus quasi ausschließlich durch die Reaktion der Märkte auf die Aussagen Ben Bernankes und somit aufgrund eines externen Ereignisses zustande kam.

Der Fed-Chef äußerte sich am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz und im Anschluss daran später noch in einer Frage-Antwort-Runde erneut zur zukünftigen Geldpolitik. Und obwohl er eigentlich nichts an seinen bisherigen Einschätzungen änderte, wurde er dieses Mal dahingehend verstanden, dass die Geldschleusen nun doch länger geöffnet bleiben, als zuletzt vom Markt erwartet. Folge war eine riesige Aufwärtslücke zum Handelsbeginn am Donnerstag (siehe mittlere Ellipse im Chart).

DAX - Chartanalyse des Wochenverlaufs

Zuvor tendierten die Kurse nach dem Anstieg am Montag bis zum Schlusskurs am Mittwoch lediglich in einer engen Range von etwa 100 Punkten seitwärts (siehe linkes blaues Rechteck im Chart). Und auch nach dem riesen Aufwärts-Gap kam es im DAX bei sehr niedriger Volatilität nur zu Seitwärtsbewegungen (blaue Rechtecke), was dafür spricht, dass tatsächlich ausschließlich die Interpretation des Bernanke-Wordings für den starken Kursanstieg verantwortlich war.

Man erkennt im Chart auch sehr schön, dass fast ausschließlich Aufwärtslücken zum jeweiligen Handelsstart (grüne Ellipsen im Chart) den DAX nach oben getrieben haben. Die Handelstage selbst hingegen verliefen in Summe jeweils nur seitwärts. Darin sehen wir nun ein großes Problem für bullische Anleger, denn häufig werden Kurslücken wieder geschlossen, was fallende Kurse im DAX bedeuten würde.

Zwar konnte der DAX seinen Keil, den wir vor einer Woche ins Spiel gebracht haben (siehe folgender Chart), nach oben hin verlassen, weshalb durch den Bruch der Abwärtstrendlinie weiter steigende Kurse nicht unerwartet kamen und von uns in diesem Fall auch prognostiziert wurden (Zitat: "Dennoch dürfte der Bruch einer dieser Linien weiteres Potential in die entsprechende Richtung mit sich bringen."), doch gehen wir weiterhin übergeordnet nur von seitwärts tendierenden Kursen in den Sommermonaten aus.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Der DAX könnte dafür sogar noch bis zu seinem neuen Allzeithoch bei 8.557,86 Punkten steigen und dies sogar leicht überwinden. Höhere Hochs im Juli sind nach einem Kursrutsch im Juni saisonal betrachtet gar nicht ungewöhnlich. Spätestens dann sehen wir jedoch wieder fallende Kurse, womit wir wieder innerhalb der erwarteten Seitwärtsbewegung wären. Die Range der bisherigen Seitwärtstendenz (blaues Quadrat) hätte sich dann, wie in der vorangegangenen Ausgabe angesprochen, lediglich ausgeweitet.


S&P500

Auch im S&P500 kam es zu einem Bruch einer Abwärtstrendlinie. Und auch hier löste dies weiteres Kurspotential aus. Ebenso kam es dabei, ähnlich wie im DAX, zu einer Aufwärtslücke (siehe grüner Kreis).

S&P500 - Kursziel Allzeithoch?

Die erwartete Seitwärtsrange fällt also auch in den US-Indizes deutlich breiter aus. Eine mögliche Begrenzung stellt nun natürlich das neue Allzeithoch bei 1.687,18 Punkten dar (siehe Chart). Auch hier kann der Kurs noch leicht überschießen, da aber kurzfristig betrachtet bereits ein starker Anstieg im S&P500 hinter uns liegt, dürfte es spätestens danach zu einer Konsolidierung kommen.

Eine weitergehende Aufwärtsbewegung in den Sommermonaten erwarten wir unverändert nicht. Die Sommermonate sind aber traditionell schwer zu händeln, weshalb auch Prognosen zum Kursverlauf in dieser Zeit extrem schwierig sind. Auf die Fehlsignale in dieser Zeit hatten wir Sie in den vergangenen Ausgaben und auch zwischenzeitig auf unserer neuen Facebook-Seite hingewiesen.


EUR/USD

Es ist schon verblüffend, wie stark die Marke von 1,30 US-Dollar im Zentrum des Geschehens beim Euro steht. Obwohl auch der Euro sehr stark auf die Aussagen Bernankes reagierte und innerhalb nur einer Nacht um 3 Cent von 1,29 bis auf 1,32 US-Dollar zulegen konnte (siehe grüne Ellipse im Chart), rutschte er kurz darauf wieder an "unsere Mittellinie" zurück.

EUR/USD Chartanalyse

Langfristig bleibt es dennoch bei unserer Prognose, wonach die Aussagen Mario Draghis und die starken US-Arbeitsmarktdaten gute Gründe für einen schwachen Euro sind. Während das Angebot der EZB-Währung laut Draghi noch sehr lange hoch bleiben wird, deutet der US-Arbeitsmarktbericht immer mehr darauf hin, dass die Fed die Versorgung mit US-Dollars zurücknehmen wird. Diese veränderte Marktsituation spiegelt sich auch jetzt wieder im Wechselkurs wider, denn er neigt bereits wieder zur Schwäche. Weiterhin ist daher kaum damit zu rechnen, dass der Euro einen Kursanstieg auf über 1,35 US-Dollar schafft. Wahrscheinlicher ist, dass er nun wieder nach unten hin durchgereicht wird.


Gold

Die Konsolidierung im Goldpreis nach den zuvor erfolgten starken Kursverlusten setzte sich wie erwartet fort. Wir sahen in den jüngsten Kursverlusten eine Übertreibung, weshalb Gold aus unserer Sicht noch etwas weiter zulegen und dann auf diesem Niveau eine Zeit lang seitwärts tendieren sollte. Beim Blick auf den aktuellen Chart zeigt sich, dass diese aus der vorangegangenen Ausgabe aufrechterhaltene Prognose nicht besser hätte ausfallen können.

Gold Chartanalyse

Auch unser Kursziel von Gold-Notierungen oberhalb der 1.300 USD-Marke wurde bereits fast erreicht. Mit 1.299 USD kratzte der Kurs in der vergangenen Woche an diese Marke. Wir erwarten eine Fortsetzung der Bodenbildung, wobei die obere Abwärtstrendkanalbegrenzung nun auch erreichbar scheint.



Einzelwert-Analyse

Biofrontera AG – 540 Prozent in 4 Jahren – Wiederholung möglich?

Mit dem heutigen Unternehmen, der Biofrontera AG, erstellen wir wieder eine Aktienanalyse, um die uns ein(e) Leser(in) mit folgender kurzer E-Mail gebeten hat:

"Hallo Herr Weisenhaus,
Ich verfolge mit großem Intersse seit kurzem Ihren Newsletter. Da ich mich im Börsengeschehen noch nicht sehr gut auskenne finde ich Ihre Einzelwert-Analysen besonders toll. Könnten Sie für mich bitte die Aktie vom Unternehmen Biofrontera WKN 604611 mal unter die Lupe nehmen?
Ich bin gespannt auf Ihre Ergebnisse.
Vielen Dank
Beste Grüße
"
(Die Namen der Leser werden nur bei ausdrücklicher Genehmigung veröffentlicht.)

Dieser sehr freundlichen Bitte kommen wir hiermit gerne nach und schauen uns die Aktie des recht kleinen Unternehmens einmal genauer an.

Gerne können auch Sie uns ein Unternehmen anbieten, welches wir an dieser Stelle dann für alle Leser unter die Lupe nehmen. Senden Sie uns dazu einfach eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .


Kurzportrait

Biofrontera AG ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von neuen Medikamenten zur Behandlung von Haut- und Entzündungskrankheiten spezialisiert hat. Dabei fungiert die Biofrontera AG als Holding von vier operativen Töchtern, an denen die Holding jeweils 100 Prozent der Anteile hält. Alle Gesellschaften haben ihren Stammsitz in Leverkusen.

Die Biofrontera Bioscience GmbH ist mit den Aufgaben der Produktentwicklung und der Forschung betraut. Es sollen neue Medikamente und medizinische Kosmetik zur Behandlung von Hauterkrankungen und zur regenerativen Pflege von geschädigter Haut entwickelt werden.
Die GmbH hält die Rechte an den Wirkstoffkandidaten und ist Zulassungsinhaberin für Biofronteras erstes verschreibungspflichtiges Medikament Ameluz®, welches der Behandlung von aktinischer Keratose (Vorstufe von Hautkrebs) dient. Das Medikament wurde 2012 auf dem deutschen Markt eingeführt.
Daneben werden die PDT-Lampe BF-RhodoLED® und das medizinische Kosmetikum Belixos® zur regenerativen Pflege von entzündeter und juckender Haut vermarktet.

Noch in der klinischen Entwicklung befinden sich die Präparate BF-derm1 (Phase II), für chronische und mit Antihistaminen nicht ausreichend behandelbare Nesselsucht, sowie BF-1 zur Migräne-Prophylaxe. Die Biofrontera Development GmbH hält die Rechte an dem Entwicklungsprodukt BF-derm1, die Biofrontera Neuroscience GmbH hält die Rechte an dem Entwicklungsprodukt BF-1.

Die Biofrontera Pharma GmbH übernimmt die Marketing- und Vertriebsaufgaben des Konzerns. Ein Kooperations- und Lizenzvertrag mit der Biofrontera Bioscience regelt den Umgang mit den Patent- und Markenrechten und deren Verwendung.


Geschäftsentwicklung

Alleine an der überschaubaren Produktpalette ist bereits erkennbar, dass es sich um ein kleines Unternehmen mit (noch) überschaubaren Umsatzzahlen handelt. Die Konzernstruktur verfälscht das eigentliche Bild etwas, denn die Anzahl der Mitarbeiter lag Ende 2012 bei lediglich 34.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2013 wurde ein Umsatz von 634.060 Euro erzielt, der ausschließlich aus Verkäufen in Deutschland und Österreich generiert wurde. Damit war der Umsatz in den ersten drei Monaten vergleichbar mit dem im 4. Quartal des vergangenen Jahres.
Im Gesamtjahr 2012 lagen die Umsätze bei "nur" 3,431 Mio. Euro, wobei sie im Vergleich zu den Vorjahresumsätzen, die jeweils unter 500.000 Euro lagen, durch die jüngsten Produktzulassungen vervielfacht werden konnten.

Durch eine Kapitalerhöhung im März 2013 wurde dem Unternehmen ein Nettoemissionserlös von rund 7,475 Mio. Euro zugeführt. Nach dieser Kapitalerhöhung beträgt das Grundkapital der Biofrontera 17.753.168 Euro, aufgeteilt in 17.753.168 Aktien.

Derartige Kapitalspritzen sind auch dringend nötig, denn das Unternehmen verbrennt eine Menge Cash. Die externen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen kosteten das Unternehmen im 1. Quartal 2013 rund 581.000 Euro.

Das Jahresergebnis liegt seit Jahren in etwas auf der Höhe des 2012er-Umsatzes, wobei ein dickes Minus davor gesetzt werden muss. Im Jahr 2012 erzielte der Konzern einen Verlust von -4,118 Mio. Euro (2011: -4,644 Mio. Euro, 2010: -7,657 Mio. Euro).

Der negative CashFlow aus der betrieblichen Tätigkeit war sogar noch negativer, mit -5,175 Mio. Euro in 2012.

Die Liquidität am 31. März 2013 betrug, aufgefüllt durch die Kapitalerhöhung, 8.867.299 Euro, nach 3.366.233 am 31. Dezember 2012.


Bewertung

Wenn wir nun vor dem Hintergrund der oben genannten Daten in die Analyse der Bewertung gehen, dann erscheint die folgende Zahl einfach nur utopisch hoch.

Bei einer Aktienanzahl von 17.753.168 Stück und einem aktuellen Aktienkurs von 3,95 Euro bringt das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von rund 70 Mio. Euro auf die Waage.
Und das bei Umsätzen von knapp 3,5 Mio. und einem negativen Jahres-CashFlow von mehr als 5 Mio. Euro.

An dieser Stelle können wir die Bewertungsanalyse auch bereits beenden, denn Buchwerte sind kaum vorhanden, Gewinne werden nicht erzielt, die Barreserven schmelzen aufgrund der F&E-Kosten dahin, eine Dividende wird logischerweise nicht ausgeschüttet und das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) liegt bei utopischen 20,5.
Ohne frisches Kapital ist der Konzern noch nicht überlebensfähig und der Break-Even-Point ist nicht in Sicht.


Chartanalyse

Nicht nur die Bewertung sondern auch der Kursverlauf der Aktie spricht für viel Fantasie bei den Anteilseignern. Seit einem Tief Anfang des Jahres 2009 hat sich der Kurs von 0,73 Euro auf aktuell 3,95 Euro um 540 Prozent erhöht. Dabei könnte man sogar so etwas wie einen Aufwärtstrend identifizieren, der aber eine enorme Schwankungsbreite umschließt.

Biofrontera - Aktie im Aufwärtstrend

Die hohe Volatilität in der Aktie spiegelt aus unserer Sicht die hohe Unsicherheit bei der zukünftigen Unternehmensentwicklung wider. Der Kursanstieg ist dabei ein Zeichen für die Zuversicht und Hoffnung der Anleger.

Im Rahmen des Trendkanals könnte sich die Aktie sogar noch bis auf über 5 Euro ohne Probleme weiter nach oben bewegen, doch beim aktuellen Kurs von fast 4 Euro erscheint schon viel Fantasie im Kurs enthalten zu sein. Bei rund 5 Euro wäre das Unternehmen noch einmal ein Viertel teurer als heute bereits. Mit der aktuellen Geschäftsentwicklung wäre ein solcher Kursanstieg aber in keinster Weise zu begründen.

Dass es aber auch sehr schnell in die andere Richtung gehen kann, zeigt sich bei einem Blick auf den historischen Chart.

Absturz der Biofrontera-Aktie

Ein solcher Chartverlauf könnte sich ohne weiteres und jederzeit wiederholen, wenn sich die Erwartungen der Anleger an die Ertragskraft der aktuellen oder zukünftigen, noch in der Entwicklung befindlichen Produkte nicht erfüllen - oder wenn ein Ankerinvestor seine Geduld verliert.


Fazit

Mit einem sicheren Investment hat die Aktie von Biofrontera nichts gemeinsam. Hier handelt es sich ganz klar um ein Spekulationsobjekt für mutige Anleger.

Das Unternehmen kämpft bei dem Vertrieb seiner Medikamente mit bürokratischen Hürden. Ihre weitere Verbreitung wird zum Beispiel durch die Regeln des deutschen Gesundheitsmarktes erschwert und auch im europäischen Ausland steigen die Umsätze bisher nur sehr schleppend, weil zunächst die Erstattungsfähigkeit in den verschiedenen Gesundheitssystemen erreicht werden muss.

Bis zu 10% der europäischen Bevölkerung sind von aktinischer Keratose betroffen. Derzeit ist Ameluz® das einzige PDT Produkt, das in Europa als erste Therapiewahl für milde und moderate aktinische Keratose zugelassen ist. Dies spricht natürlich für eine weitere erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Doch es gibt auch wirksame Konkurrenzprodukte.

Da das Unternehmen zudem nur ein einziges verschreibungspflichtiges Medikament auf dem Markt hat, gibt es aus unserer Sicht große Unsicherheiten, was die zukünftige Wertentwicklung des Unternehmens angeht. Zwar sind die Unternehmensperspektiven aufgrund der bereits am Markt befindlichen Produkte klarer und die finanziellen Risiken im Vergleich zu den Vorjahren gesunken, was sich auch im Aktienkurs widerspiegelt, dennoch sind Prognosen zur zukünftigen Ertragskraft nur schwer möglich.

Und letztlich schreibt der Konzern aktuell noch Verluste, so dass er auf die "Spendierhosen" seiner Investoren angewiesen ist. Durch die Kapitalerhöhung im März 2013 wurde ein wichtiger Schritt zur weiteren Geschäftsfinanzierung vollzogen und gleichzeitig ein strategischer Investor gewonnen. Doch es gab in der Vergangenheit genug Unternehmen, denen irgendwann der Geldhahn zugedreht wurde.

Für einige interessant dürfte vielleicht die Tatsache sein, dass Herr Carsten Maschmeyer (vielleicht besser bekannt als Gründer des Finanzkonzerns AWD) vor der Kapitalerhöhung im März seinen Anteil auf über 15 Prozent des gesamten Aktienkapitals erhöht hat. Aber ob dies Grund genug ist, beim aktuellen Kurs noch Aktien des Konzerns zu kaufen?!


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