In welchen Märkten kann man nun auf eine Gegenbewegung setzen?

Inhalt dieser Ausgabe:

Marktanalyse
Termine der Woche
Marktüberblick
Einzelwert-Analyse

Marktanalyse
von Sven Weisenhaus


Verehrte Leserinnen und Leser,

erst die Fed, dann der Hexensabbat – und am Ende stand der DAX deutlich tiefer. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf fast 4,2 Prozent. Alleine zum Hexensabbat am Freitag verlor der DAX satte 1,8 Prozent und er schloss auf seinem tiefsten Kurs der Woche bei 7.789 Punkten.

Der Kursverlauf an den beiden Tagen zuvor zeigt, dass sich die Anleger immer noch nur sehr schwer mit der Vorstellung anfreunden können, dass die US-Notenbank Fed irgendwann ihr Anleihekaufprogramm reduzieren und die Zinsen anheben könnte. Am Mittwoch und Donnerstag ließen die Ankündigungen des Fed-Chef Ben Bernanke zu einer möglichen Straffung der Geldpolitik bereits in diesem Jahr weltweit die Kurse in den Keller purzeln.

Befürchtungen der Anleger sind übertrieben

Die Befürchtungen der Anleger erscheinen allerdings überzogen. Die Fed wird bei der Reduzierung ihrer Anleihenkäufe ein sehr behutsames Tempo an den Tag legen und eine Zinsanhebung steht, Stand heute, nicht vor 2015 auf der Agenda.

Zumal ein Ende der Anleihekäufe nicht gleichbedeutend ist mit einem Ende der expansiven Geldpolitik. Nach Auffassung der Fed ist nicht das Ausmaß der Anleihekäufe für die geldpolitische Lockerung entscheidend, sondern der Bestand der Anleihen in der Fed-Bilanz. Und ein Verkauf des Bestandes ist nicht geplant. Er wird sich erst im Zeitablauf durch den Ablauf der Fälligkeiten reduzieren.

Zudem will Bernanke nur dann das Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn sich die Wirtschaft in den USA nachhaltig erholt. Den negativen Effekten einer weniger expansiven Geldpolitik stehen also positive Effekte einer wirtschaftlichen Erholung gegenüber – was sich in etwa ausgleichen dürfte.
Wirtschaftliches Wachstum ist in jedem Fall kein Grund, Aktien zu verkaufen. Denn Gewinne von Unternehmen steigen, wenn die Wirtschaft wächst.

Gefahren für die chinesische Wirtschaft

Die Märkte mussten allerdings noch andere bittere Pillen schlucken. Der vorläufig veröffentlichte HSBC-Einkaufsmanagerindex für China rutschte auf einen Wert von 48,3 Punkten und deutet damit auf eine schwächelnde chinesische Konjunktur. Erst ein Wert ab 50 signalisiert Wachstum.

Daneben leihen sich die Banken in China untereinander immer seltener Geld. Der Liquiditätsmarkt droht auszutrocknen, was auch dramatische Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben könnte. Die Zinsen am sogenannten Interbankenmarkt sind dramatisch in die Höhe geschnellt und erreichten den zweistelligen Bereich, was es sehr lange in China nicht gegeben hat. Einige Experten gaben dazu an, der Handel sei ähnlich stark "eingefroren" wie nach der Lehmann-Pleite in den USA.

Regierungskoalition in Griechenland könnte auseinanderbrechen

Nicht zu vergessen das drohende Auseinanderbrechen der Regierungskoalition in Griechenland. Nach nur einem Jahr Amtszeit scheint sich ein Austritt der Demokratischen Linken aus der Regierungskoalition abzuzeichnen, weil es Unstimmigkeiten bezüglich der Schließung des staatlichen Rundfunksenders ERT gibt. Anleger zogen sich verschreckt zurück und schickten auch die Börse in Athen auf Talfahrt.

Ausblick

Wir halten die aktuellen Kursverluste für übertrieben, nicht nachhaltig und bleiben längerfristig absolut bullish für den Aktienmarkt. Kurzfristig ist eine Gegenbewegung zu erwarten. Auf Sicht der kommenden Wochen bleiben die Börsen aber in schwierigem Fahrwasser.

Die neuesten Tatsachen zur Geldpolitik der Fed liegen vor, weshalb von dieser Seite auf absehbare Zeit keine heftigen Kursreaktionen mehr zu erwarten sind. Daher dürfte die Volatilität nun, wie zuletzt von uns geschildert, abnehmen. Insbesondere, weil auch die Politik in die Sommerpause geht und von dieser Seite ebenfalls kurbewegende Einflüsse ausbleiben.

Die Sommermonate sind berüchtigt für ihren fast schon lethargischen Charakter. Zwar kann es in dieser Zeit vereinzelt zu plötzlichen, nicht erklärbaren Kurssprüngen kommen, meist egalisieren sich diese im Weiteren aber oder sie stellen sich als Fehlsignale heraus.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus


Termine der Woche

(KW 26)


Montag, 24.06.2013

  • 10:00 - DE: ifo Geschäftsklimaindex Juni
  • 14:30 - US: Chicago Fed National Activity Index Mai


Dienstag, 25.06.2013

  • 08:00 - DE: Bauhauptgewerbe April
  • 14:30 - US: Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter Mai
  • 15:00 - US: Case Shiller Composite-20 Hauspreisindex März
  • 16:00 - US: State Street Investor Confidence Index Juni
  • 16:00 - US: Verbrauchervertrauen Juni
  • 16:00 - US: FHFA Hauspreisindex April
  • 16:00 - US: Verkäufe neuer Häuser Mai
  • 16:00 - US: Richmond Fed Herstellerindex Juni


Mittwoch, 26.06.2013

  • 08:00 - DE Schulden öffentliche Haushalte 1. Quartal 2013
  • 08:10 - DE GfK Konsumklima Studie Juli
  • 08:45 - DE ifo Konjunkturprognose
  • 14:30 - US BIP 1. Quartal


Donnerstag, 27.06.2013

  • 08:00 - DE: Außenhandelspreise Mai
  • 09:55 - DE: Arbeitsmarktdaten Mai
  • 10:00 - EU: Geldvolumen Eurozone Mai
  • 11:00 - EU: Geschäfts- u. Verbraucherstimmung Juni
  • 11:00 - EU: Geschäftsklimaindex Eurozone Juni
  • 14:30 - US: Persönliche Auslagen Mai
  • 14:30 - US: Persönliche Einkommen Mai
  • 14:30 - US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US: Anstehende Hausverkäufe Mai


Freitag, 28.06.2013

  • 00:30 - JP: Verbraucherpreise Mai
  • 00:30 - JP: Verbraucherpreise Tokio Juni
  • 01:50 - JP: Industrieproduktion Mai
  • 08:00 - DE: Einzelhandelsumsatz Mai
  • 08:00 - DE: Kassenstatistik Öffentliche Haushalte 1. Quartal
  • 15:45 - US: Einkaufsmanagerindex Chicago Juni
  • 15:55 - US: Verbraucherstimmung Uni Michigan Juni


Marktüberblick
von Sven Weisenhaus

DAX

Im Vergleich zum Schlusskurs der Vorwoche (8.127,96) verlor der DAX in der abgelaufenen Handelswoche 4,17 Prozent. Dieser Wert ist schon recht ordentlich, doch es geht noch dramatischer: Vom Wochenhoch (8.285,90) am Mittwoch Mittag aus gesehen ging es sogar um rund 6 Prozent bergab. Und dabei schloss der DAX am Freitag auf dem tiefsten Kurs der Woche (7.789,24).

DAX Wochenverlauf

Es ist also nicht nur der Wochenverlust von 4,17 Prozent, der den Kursrutsch so dramatisch erscheinen lässt, sondern auch die Art und Weise, wie dieser abgelaufen ist.

Der DAX ist sogar bis in die Seitwärtsrange (blaues Rechteck im folgenden Chart) zurückgefallen, aus die er Ende April nach oben ausbrechen konnte und dabei die Widerstände wie Butter durchschnitt. Nun hat er sie auf die gleiche Weise von oben nach unten gekreuzt.

DAX fällt zurück in Seitwärtsrange

Zudem ist der Index damit nachhaltig unter das Allzeithoch zurückgefallen, genau so wie wir es in der vorangegangenen Ausgabe geschildert haben, was jetzt deutlich bärisch gewertet werden muss. Es roch für uns förmlich nach weiteren Kursverlusten, die es nun gegeben hat.

Insgesamt summieren sich die Verluste vom neuen Allzeithoch bei 8.557,86 Punkten aus gesehen sogar auf rund 9 Prozent. Wo wird dieser Kursrutsch wohl enden? Der folgende Chart könnte die Antwort liefern.

DAX Chartanalyse - Fibonacci-Kursziele

Wir hatten bereits aufgrund der Fibonacci-Marken weiteres Korrekturpotential ausgemacht. Bis zum Mindestkorrekturkursziel von 38,20-Pozent der vorangegangenen Aufwärtsbewegung hat der DAX noch Platz bis auf 7.548 Zähler.

Kommt es aber in dieser Woche sehr schnell zu Kursgewinnen, dann könnte auch die Marke von 7.871,79 Punkten Halt bieten, auch wenn der Kurs aktuell bereits darunter notiert. Eine Verschnaufpause nach den jüngsten Kursverlusten wäre hier zunächst denkbar.


S&P500

Bislang behielt der Aufwärtstrend im S&P500 seine unterstützende Funktion. In der vorherigen Ausgabe hatten wir jedoch bereits befürchtet, dass der Trend nicht mehr sehr vielen weiteren Anläufen wird Stand halten können. Erneut haben wir damit den Nagel auf den Kopf getroffen.

S&P500 Chartanalyse

Der Kurs ist bei dem Rutsch aus dem Trend heraus exakt auf dem ehemaligen Allzeithoch aufgesetzt. Hier hat der Kurs eine solide Unterstützung gefunden. Eine Gegenbewegung ist damit nicht nur im DAX, sondern auch im S&P500 wahrscheinlich.

Fraglich bleibt weiterhin der zweite Teil unserer bisherigen Aussage, ob der Kurs im weiteren Verlauf seitwärts tendieren wird. Hier muss man zunächst das Verhalten auf dem aktuellen Niveau abwarten. Erst danach lassen sich neue Aussagen dazu treffen.

Wir bleiben aber grundsätzlich für die kommenden Wochen vorsichtig und behalten unsere Aussage aus den vorangegangenen Ausgaben bei: "... Darüber hinaus bleibt es wahrscheinlich, dass es in den Monaten Juni/Juli in einer Art Sommerpause zu seitwärts bzw. leicht abwärts tendierenden Kursen kommt. Sie werden voraussichtlich noch einmal zu deutlich tieferen Kursen einkaufen können." Wir befinden uns auf bestem Wege zu diesen Kaufkursen.


EUR/USD

Die Aussagen von Ben Bernanke haben dem Euro einen ordentlichen Dämpfer verpasst. Das Kursziel von 1,35 EUR/USD konnte die Währung daher nicht ganz erreichen. Im Gegenteil: Der Kurs ist wieder in die Seitwärtsrange zwischen 1,28 und 1,32 zurückgefallen.

EUR/USD Chartanalyse

Leider können wir daher zum Euro auch nur unverändert mitteilen, dass zwischen 1,35 und 1,20 EUR/USD alles passieren kann und die Marke von 1,30 EUR/USD weiterhin ihre hohe Anziehungskraft ausübt. Es bleibt bei einer Seitwärtsbewegung im Euro. Zitat:"Erst ein Sprung über 1,35 oder ein Fall unter 1,20 EUR/USD ändert etwas an der Situation."


Gold

Ganz anders das Bild beim Goldpreis. Hier hat sich endlich das "Seitwärtsgeschiebe" aufgelöst. Dabei ist der Goldpreis unseren Erwartungen gefolgt, wonach wir längerfristig weiter fallende Kurse sahen und bei Kursen unter 1.321 USD unser Ziel von 1.283 USD als aktiviert galt.

Gold Chartanalyse

Im Chart sehen Sie nun, dass genau diese Marke dem Kurs Halt bot. Eine stärkere Gegenbewegung ist nun möglich, weil der Goldpreis mit dem Erreichen von 1.283 USD sein Mindestkorrekturkursziel von 38,20-Pozent nach der Fibonacci-Methode erreicht hat (siehe folgender Chart).

Gold - Häalt an der Fibonacci-Marke

Unsere Konsolidierungs-Range für den Goldpreis lautet weiterhin 1.300 bis 1.500 US-Dollar, wobei wir aber längerfristig noch tiefere Kurse erwarten.



Einzelwert-Analyse
von Sven Weisenhaus

GRENKELEASING AG – Diese Aktie kennt seit Jahren nur den Weg nach oben


Über diese Anfrage eines Lesers haben wir uns sehr gefreut - nicht nur wegen der lobenden Worte, sondern auch wegen dem Unternehmen, welches der Leser gerne von uns analysiert haben möchte. Seit vielen Jahren begeistert es seine Anleger mit kontinuierlichen Geschäftserfolgen.

Gerne können auch Sie uns ein Unternehmen anbieten, welches wir an dieser Stelle dann für alle Leser unter die Lupe nehmen. Senden Sie uns dazu einfach eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Genau dies tat ein Leser mit folgender kurzer E-Mail:
"Sehr geehrter Herr Weisenhaus,
gerne möchte ich heute die Möglichkeit nutzen Ihnen meinen Vorschlag für die Wunschanalyse zu unterbreiten.
Ich halte Grenkeleasing für ein spannendes deutsches Unternehmen und mich würde interessieren wie Sie die weiteren Aussichten für die Aktie und das Unternehmen sehen.
Ich freue mich jede Woche auf Ihren interessanten Börsenbrief und lese ihn mit großem Interesse. Unabhängige Analysen sind, meiner Meinung nach, eher selten im Netz zu finden...
Viele Grüße und vielen Dank
"
(Namen der Leser werden nur bei ausdrücklicher Genehmigung veröffentlicht.)


Kurzportrait

Die im SDAX notierte GRENKE Gruppe ist mit über 800 Mitarbeitern in 25 Ländern aktiv. Sie bietet Finanzdienstleistungen für kleinere und mittlere Unternehmen sowie für Privatkunden an. Die Service-Palette der GRENKE Gruppe deckt das Small-Ticket-IT-Leasing und Factoring ab, sowie über die GRENKE Bank Online-Bankdienstleistungen.

Im Bereich des Small-Ticket-IT-Leasing, für Produkte wie PCs, Notebooks, Kopierer, Drucker oder Software mit relativ kleinen Objektwerten (mittlerer Anschaffungswert 8.300 Euro), nimmt die banken- und herstellerunabhängige GRENKE Gruppe eine führende Marktposition in Europa ein. GRENKE verwaltet aktuell über 300.000 laufende Leasingverträge mit einer Duration von 20 Monaten. Über 95% der Leasingverträge liegen unter einem Anschaffungswert von 25.000 Euro. Die Bilanzsumme liegt bei rund 2 Mrd. Euro.

Die Unternehmensgeschichte von GRENKELEASING begann bereits im Jahr 1978 im süddeutschen Baden-Baden. Wolfgang Grenke erkannte im Leasing für Bürokommunikation einen noch unerschlossenen Markt und gründete das Unternehmen als Einzelfirma. Hieraus ist mittlerweile eine Unternehmensgruppe gewachsen, deren Leistungsspektrum – Leasing, Bank und Factoring – auf dem gesamten europäischen Markt gefragt ist.

Das Leasing ist das Kerngeschäft des Unternehmens. Im Small-Ticket-IT-Leasing nimmt GRENKELEASING eine führende Marktposition in Europa ein. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen bietet GRENKELEASING individuell zugeschnittene Finanzierungs- und Servicekonzepte und wickelt sogar kleinste Verträge ab.

Über die GRENKE Bank werden Festgeldeinlagen der Bankkunden für die Refinanzierung von Verträgen der GRENKE Leasing eingesetzt. Existenzgründer haben mit der GRENKE Bank die Möglichkeit, Förderkredite der KfW Mittelstandsbank und der L-Bank Baden-Württemberg für ihr Unternehmen zu beantragen.

GRENKEFACTORING ist eine 100% Tochtergesellschaft der GRENKELEASING AG und als mittelständisches und bankenunabhängiges Haus auf den Ankauf und unmittelbaren Ausgleich Ihrer Kundenforderungen spezialisiert.


Geschäftsentwicklung

Im ersten Quartal 2013 stieg der Gewinn des GRENKE Konzerns um 22 Prozent auf 11,5 Mio. EUR an (Vorjahresquartal 9,833 Mio. EUR).
Das operative Ergebnis konnte im Auftaktquartal 2013 mit 16,2 Mio. EUR den Vorjahreswert von 13,1 Mio. EUR um 24 Prozent übertreffen.
Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,81 EUR, nach 0,69 EUR im Vorjahresquartal (+17,4 Prozent).

Der Cashflow lag bei satten 84,822 Mio. EUR, was fast dem 7-fachen des Vorjahresquartals (12,5 Mio. EUR) entspricht. Zu berücksichtigen ist hierbei jedoch die Einzahlung aus der Barkapitalerhöhung in Höhe von rund 53,7 Mio. EUR. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich aber immerhin im ersten Quartal auf 48,1 Mio. EUR.

Das Neugeschäft - das ist die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände, Factoringvolumina und Existenzgründungsfinanzierungen – der GRENKE Gruppe konnte um 15 Prozent auf 275,6 Mio. EUR ausgeweitet werden.

Im Geschäftsjahr 2012 wurde in der GRENKE Gruppe erstmals ein Neugeschäft von mehr als einer Milliarde Euro erreicht. Mit der aktuellen Entwicklung scheint dieser Schwellenwert für das Jahr 2013 so gut wie gesichert.

Im Februar dieses Jahres wurde eine Kapitalerhöhung zur Stärkung des Eigenkapitals durchgeführt. Bei Investoren stieß man dabei auf eine sehr positive Resonanz. Der Konzern konnte innerhalb weniger Stunden rund 1 Mio. Stück neue Aktien platzieren bzw. einen Nettomittelzufluss von knapp 54 Mio. EUR für die GRENKELEASING AG generieren. Das Buch war dabei mehrfach überzeichnet.


Geschäftsplan

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2013 lautet auf ein Wachstums des Neugeschäfts der GRENKE Gruppe zwischen 13 und 16 Prozent bzw. einen Gewinn des GRENKE Konzerns in der Spanne von 44 bis 48 Mio. EUR.


Bewertung

Bei einer Aktienanzahl von 14,7 Mio. (Stand: 23.06.2013) und einem aktuellen Aktienkurs von rund 65 Euro bringt das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von rund 955 Mio. Euro auf die Waage.

Das Ergebnis pro Aktie (EPS) lag im ersten Quartal 2013 bei 0,81 EUR. Damit scheint es durchaus möglich, dass der Jahreswert für das Geschäftsjahr 2012 von 3,10 EUR (2011: 2,87 EUR, 2010: 2,03 EUR) erneut übertroffen wird. Ein Wert von 3,41 EUR pro Aktie scheint durchaus erreichbar im Gesamtjahr 2013. Daraus errechnet sich ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19, was nicht mehr gerade günstig erscheint. Insbesondere beim Blick auf das Kurs-Gewinnwachstums-Verhältnis (PEG), welches inzwischen Werte von fast 2 erreicht.

Für das Jahr 2012 beträgt die Dividende 0,80 Euro. Angesichts einer daraus resultierenden Dividendenrendite in Höhe von 1,2 Prozent ist dies eher zu vernachlässigen und sicher kein Kaufgrund.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt bei über 2. Zwar erhält man Sachwerte in Höhe von knapp 26 Euro je Aktie, allerdings bei einem aktuellen Kurs von rund 65 Euro.

Das Eigenkapital beträgt 415,8 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote ist mit 16,7 Prozent recht gering, was aber auch durch den Geschäftszweck begründet sein dürfte. Die langfristige Zielmarke des Konzerns liegt bei mindestens 16 Prozent.

Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) lässt sich bei diesem Unternehmen aufgrund der Art des Geschäfts nicht ermitteln. Umsätze im klassischen Sinne werden nicht erzielt, sondern Zinserträge aus den Leasinggeschäften.
Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis ist aber sowieso wenig aussagekräftig, weil Aktionäre auf Gewinne abzielen. Der Umsatz sagt wenig über die Ertragskraft eines Unternehmens aus. Lediglich die Umsatzentwicklung wäre einen Blick wert, die aber hier auch nicht zutrifft.


Chartanalyse

Der Kursverlauf der Aktie ist berauschend, zumindest was die Zeit seit 2009 angeht. Die Aktie kannte hier nur den Weg nach oben.

GrenkeLeasing im Aufwärtstrend seit 2009

Leider zeigen sich hier erste Anzeichen einer Übertreibung. Ein solches Kursmuster hat man in der Aktie schon einmal gesehen. Von 2003 bis 2006 gab es einen ähnlichen Kursanstieg (linkes blaues Rechteck im folgenden Chart), der aber für einige Anleger in einem Desaster endete (rotes Rechteck).

GrenkeLeasing im Wechsel der Trends

Damals war das Unternehmen noch deutlich kleiner, so dass der Anstieg seinerzeit mit einem Kurshoch bei rund 60 Euro deutlich dramatischer ist als der aktuelle. Dennoch ist die Luft auf dem aktuellen Niveau bereits dünn und das weitere Potential erscheint begrenzt. 10 Prozent Restpotential sind sicherlich rein charttechnisch noch drin. Das Rückschlagrisiko, insbesondere im aktuellen Marktumfeld ist aber deutlich höher.


Fazit

Das Unternehmen tummelt sich in einem interessanten Markt, welcher über die nächsten Jahre weiterhin stetiges Wachstum verspricht. Aktuell sind die Wachstumsraten von der Rezession in Europa, dem Kernmarkt des Unternehmens, deutlich belastet. Wo könnten die Raten erst stehen in einem Umfeld konjunkturellen Aufschwungs?!

Langfristig ist die Aktie daher in jedem Fall interessant, kurzfristig allerdings ist eine Menge Unternehmensstory bereits im Kurs enthalten.

Wegen den derzeitigen Rückschlägen am gesamten Aktienmarkt (saisonale Schwäche?!) sollte man auch bei der Aktie von GRENKELEASING zunächst Kaufkurse abwarten. Kurse von 50 EUR dürften einem längerfristigen Investor sicherlich mehr Freude bereiten als ein Erwerb auf aktuellem Niveau.

In jedem Fall ist dieses Unternehmen aber langfristig ein Kauf wert. Es hat über Jahre hinweg solide gewirtschaftet und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass es auf absehbare Zeit diese Erfolgsgeschichte nicht fortschreiben kann.

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