So erzielen Sie 35% Rendite als Value-Investor

Inhalt dieser Ausgabe:

  1. Marktanalyse - Wie wird die Fed am Mittwoch reagieren?
  2. Konjunktur-Radar - Dahin steuern die wichtigsten Volkswirtschaften
  3. Termine der Woche
  4. Marktüberblick - Chartanalyse wichtiger Märkte
  5. Einzelwert-Analyse

Marktanalyse
- Wie wird die Fed am Mittwoch reagieren?

von Sven Weisenhaus


Verehrte Leserinnen und Leser,

bislang hat der September seinem Namen als gefährlich geltender Monat keine Ehre gemacht. Im Gegenteil: Die Aktienmärkte konnten in der abgelaufenen Handelswoche ordentlich zulegen. Und dafür gibt es verschiedene Gründe.

Lage in Syrien beruhigt sich

Der wichtigste Auslöser für die Kursgewinne war die Beruhigung der Lage in Syrien. Der Machthaber Assad hat dem russischen Vorschlag zugestimmt, die Chemiewaffen unter internationaler Kontrolle zu vernichten. Auch US-Präsident Obama bezeichnete diesen Vorschlag als eventuellen Durchbruch. Ein Militärschlag, der zuvor von der Börse mit Kursabschlägen eingepreist wurde, ist damit in weite Ferne gerückt. Entsprechend wurden die Kursverluste wieder aufgeholt.

Anleger hoffen bei schwachen Wirtschaftsdaten auf mehr Liquidität

Ein weiterer Auslöser für die gestiegenen Kurse dürften einige schwache Konjunkturdaten aus den USA gewesen sein. Zu nennen wäre hier zum Beispiel der schwache US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag der Vorwoche (wir berichteten bereits darüber vor einer Woche). Er heizte die Diskussion darüber an, ob die Fed ihren geplanten Ausstieg aus den Anleihekaufprogrammen bereits im September beginnt. Schwache Arbeitsmarktdaten sind eher ein Hinweis darauf, dass der Ausstieg erst im Dezember erfolgt. Dies wird von den Märkten begrüßt, weil damit länger neue Liquidität in die Märkte fließen könnte.

Nach deutlicher Erholung schwächelt der US-Immobilienmarkt

Unterstützt wird diese Annahme durch Daten zum US-Immobilienmarkt. Dieser erfuhr, wie wir Ihnen in den vorangegangenen Ausgaben des Geldanlage-Briefs ausführlich im neu eingeführten "Konjunktur-Radar" berichteten, seit der Immobilienkrise einen deutlichen Aufschwung und wurde dabei sogar zu einer durchaus beachtlichen Stütze für die US-Konjunktur. Doch in jüngster Zeit erlebt er eine erneute Schwäche.

So fielen die Baubeginne im Juni um fast 10 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten. Die Baugenehmigungen rutschten im gleichen Monat ebenfalls deutlich ab (-7,5 Prozent). Am kommenden Mittwoch gibt es hierzu neue Daten für den Monat August (siehe "Termine der Woche"). Die Verkäufe neuer Häuser brachen im Juli sogar um 13,4 Prozent ein, und der Wert vom Juni wurde von ursprünglich +8,3 Prozent auf nur noch +3,6 Prozent abwärts revidiert. Die anstehenden Hausverkäufe fielen im Juni um 0,4 Prozent und im Juli um weitere 1,3 Prozent.

Steigende Zinsen belasten den Immobilienmarkt deutlich

Hintergrund dieser schlechten Zahlen könnte der Zinsanstieg in den USA sein. Zwar hat die Fed ihren Ausstieg aus den Anleihekäufen noch gar nicht begonnen, geschweige denn Zinsschritte unternommen, doch die Märkte preisten dies bereits durch einen Renditeanstieg bei Anleihen ein.

Die Fed zielte mit ihrem letzten Lockerungsprogramm (QE3), bei dem auch wieder verstärkt Hypothekenpapiere aufgekauft wurden, insbesondere auf eine Stärkung des Immobilienmarkts. Diese ist nun zumindest zeitweise ins Stocken geraten. Es könnte daher sein, dass die Notenbank auf die jüngsten Entwicklungen reagieren muss. Sie könnte genötigt sein, mit weiterer Liquidität die Zinsen niedrig zu halten, was für den Dezember als Starttermin spricht. Genau dies scheinen die Märkte derzeit ebenfalls einzupreisen.

Kurzfristige und längerfristige Wirkungen

Daran ist zu erkennen, wie stark die Märkte derzeit von der Liquidität abhängig sind und wie sehr fundamentale Entwicklungen von den Anlegern zum Teil missachtet werden. Denn sie ignorieren mit Ihrem Verhalten, dass positive Wirtschaftsdaten langfristig eigentlich viel besser und nachhaltiger sind als die derzeit noch nötigen Hilfsmaßnahmen der Notenbanken.

Und genau hier sehen wir derzeit ein Problem. Denn längerfristig könnten steigende Zinsen und dadurch wieder schlechtere US-Daten zu einem echten Problem für die Märkte werden. Steigende Zinsen bewirken, dass weniger Immobilien gekauft und gebaut werden. Dieser Effekt lässt sich aktuell bereits in den oben genannten Daten ablesen. Der Immobilienmarkt ist allerdings ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bricht er weg, hat das zumeist fatale Folgen für die Gesamtwirtschaft.

Steigende Zinsen verdrängen Investitionen

Hinzu kommt, dass es Unternehmen bei steigenden Zinsen schwerer haben, kreditfinanzierte Investitionen zu tätigen. Weniger rentable Projekte werden dann einfach nicht umgesetzt, wenn der Kreditzins den Ertrag übersteigt. Steigende Zinsen führen also dazu, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen sinkt.
Und steigende Zinsen führen auch dazu, dass Geld aus den Aktienmärkten in die Anleihemärkte fließt. Und das kann einen weiteren Anstieg am Aktienmarkt ausbremsen.

Anleger im Dilemma

Die Anleger befinden sich damit derzeit in einem Dilemma. Die Entwicklung in Syrien führte zu steigenden Kursen. Politische Börsen haben aber bekanntlich kurze Beine, und nichts ist so alt wie die Nachricht von gestern. Entsprechend müssen die Anleger nun nach vorn schauen.

Und hier könnte sich einerseits ein erneuter Einbruch am US-Immobilienmarkt abzeichnen, der sehr negativ für die gesamte Wirtschaft und damit den Aktienmarkt wäre. Andererseits könnte dies allerdings dazu führen, dass die US-Notenbank die Geldschleusen länger offen lässt, was wiederum positiv wäre für die Börsen. Was wiegt also nun schwerer? Soll man nun auf das Risiko einer schwächelnden US-Wirtschaft mit Verkäufen oder auf die Chance auf mehr Liquidität mit Käufen reagieren?

Der wichtigste Termin wird daher im Hinblick auf diese Frage die Fed-Sitzung in dieser Woche am 17./18. September sein. Hier wird sich zeigen, wie die Fed die aktuelle wirtschaftliche Situation einschätzt. Und es wird sich herausstellen, ob die Fed bereits ab September ihre Anleihekäufe reduziert oder erst ab Dezember. Dies wird richtungsweisend für die Märkte.

Die Mehrheit der Anleger liegt oft falsch

Nur eines scheint damit derzeit sicher: Es bleibt extrem spannend! Beginnt die Fed ab Mittwoch den Ausstieg aus QE3, wird es mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit zu stark fallenden Kursen kommen. Damit kann es immer noch zu einem heißen Herbst kommen. Zumal schon im Oktober das nächste Problem auf die Anleger wartet: Das Erreichen der Schuldenobergrenze der USA.

Sicherlich war der Hinweis aus der vorangegangenen Ausgabe, dass es an den Börsen auch oft ganz anders kommt als die Mehrheit der Anleger denkt, nicht verkehrt. Fallende Kurse wurden erwartet, steigende Kurse haben wir gesehen. Das am heutigen Montag markierte neue Allzeithoch im DAX könnte die Anleger nun verleiten, auf weiter steigende Kurse zu setzen. Abhängig von der US-Notenbank könnten diese Erwartungen allerdings wieder enttäuscht werden.

Wir halten unseren Tipp aus der Vorwoche daher aufrecht: Prüfen Sie gerade jetzt permanent, ob die Kursentwicklung die negativen historischen Vorgaben (Saisonalität) und die gegenwärtigen Belastungen widerspiegeln!


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus


Konjunktur-Radar
- Dahin steuern die wichtigsten Volkswirtschaften

von Sven Weisenhaus


An den oben angestellten Überlegungen zur weiteren Geldpolitik der US-Notenbank und zu den Reaktionen der Anleger auf US-Wirtschaftsdaten können Sie erkennen, weshalb wir uns dazu entschieden haben, den "Konjunktur-Radar" im Geldanlage-Brief einzuführen und dabei zurzeit einen besonderen Fokus auf die Konjunkturdaten der USA zu richten. Es gibt nichts, was derzeit von den Märkten stärker beobachtet wird, als die US-amerikanischen Wirtschaftsdaten und die Sitzungen der Federal Reserve (Fed).

In der vergangenen Woche wurden nur wenige neue US-Daten veröffentlicht. So gab es zum Beispiel lediglich Zahlen zu US-Verbraucherkrediten, zum US-Großhandel und den vorläufigen Wert zum Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan.

Stimmung der US-Verbraucher trübt sich ein

Über die Verbraucherstimmung und deren Bedeutung hatten wir vor zwei Wochen berichtet. "US-Verbraucher haben hohes Vertrauen in die Wirtschaft", schrieben wir. Der Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan, der auf einer Umfrage bei 500 Verbrauchern basiert, notierte im August bei 82,1 und damit auf einem Niveau, welches zuletzt im Jahr 2007 erreicht wurde. Im September notiert dieser Index nun nur noch bei 76,8, was einen herben Rückschlag bedeutet.

Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan
(Quelle: Markt-Daten.de) Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan

Wenn nicht nur die Zinsen zu stark gestiegen sind und dadurch der US-Immobilienmarkt Probleme bekommt (siehe "Marktanalyse"), sondern nun auch noch die Konsumneigung der Verbraucher abnimmt, dann muss die US-Notenbank am kommenden Mittwoch extrem behutsam vorgehen.

Die US-Notenbank Fed hat auch die Preisentwicklung im Blick

Interessant ist in dieser Hinsicht auch, wie sich die Preise derzeit entwickeln. Denn die US-Notenbank Fed hat, neben geringer Arbeitslosigkeit, auch den Auftrag einer stabilen Währung bzw. stabiler Preise bei leichter Inflation. Die Zielrate der Fed für die Inflation liegt bei 2 Prozent.
Die Fed kann nur dann Liquidität zur Stimulation der Wirtschaft in den Markt geben, wenn sie damit keine zu hohe Inflation schürt. Umgekehrt kann sie die Liquiditätszufuhr nur bremsen oder zurücknehmen, wenn sie damit nicht die Wirtschaft abwürgt und/oder Deflation riskiert.

Führt die hohe Liquidität zu steigender Inflation?

Gewöhnlich ist es so, dass eine steigende Geldmenge zu steigenden Preisen führt. In wirtschaftlich schlechten Phasen ist der Preisdruck nicht hoch, weil die Güter-Nachfrage bei schwacher Wirtschaft und hoher Arbeitslosigkeit eher gering ist (gemäß der Quantitätsgleichung bestimmen die Geldmenge, das Angebot und die Nachfrage den Preis). Entsprechend können die Notenbanken in solchen Phasen die Liquiditätsschleusen öffnen, ohne Inflation zu riskieren.
Doch in den USA gab es eine deutliche Wirtschaftsbelebung. Entsprechend müsste doch eigentlich der Preisdruck hoch sein, glaubt man den vielen Experten. Die Realität sieht jedoch anders aus, wie die Daten zur Preisentwicklung zeigen. In der vergangenen Woche wurden hierzu neue Zahlen veröffentlicht.

Kaum steigende Preise

Die US-amerikanischen Importpreise sind im August unverändert geblieben. Im Vormonat gab es nur einen leichten Anstieg um 0,1 Prozent. Ohne Öl sind die Einfuhrpreise in den Vereinigten Staaten sogar um 0,2 Prozent gefallen nach zuvor bereits -0,4 Prozent. Hier sieht man (in der folgenden Grafik) bereits seit März 2013 kaum steigende, sondern sogar überwiegend fallende Preise.

Entwicklung der US-Importpreise
(Quelle: Markt-Daten.de) US-Außenhandelspreisentwicklung

Die US-amerikanischen Erzeugerpreise sind im August um 0,3 Prozent gestiegen. Im Monat zuvor waren die Preise der Erzeuger unverändert geblieben. Die Kernrate ist unverändert geblieben nach zuletzt +0,1 Prozent.

Entwicklung der US-Erzeugerpreise
(Quelle: Markt-Daten.de) US-Erzeugerpreisentwicklung

Auch von dieser Seite also nur geringe Preissteigerungen. Import- und Erzeugerpreise wirken sich auf die Entwicklung der Verbraucherpreise aus. Entsprechend sind auch diese in den vergangenen Monaten kaum gestiegen.

Entwicklung der Verbraucherpreise in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) US-Erzeugerpreisentwicklung

Daten zur US-Verbraucherpreisentwicklung im August werden am Dienstag veröffentlicht (siehe "Termine der Woche").

Geringe Inflation ist auch ein Grund für den Goldpreisverfall

Übrigens ist die niedrige Inflation auch ein Grund, warum der Goldpreis seit vielen Monaten fällt. Hohe Inflation aufgrund stärkeren Geldmengenwachstums war eine der Ängste, die viele Anleger zuvor in Gold getrieben hat (bzw. die Anleger haben sich treiben lassen). Diese Angst stellte sich aber als unbegründet heraus. Sie können also die niedrige Inflation, die nicht nur in den USA sondern auch in vielen anderen Regionen gemessen wird, insbesondere auch in Europa, mit zu den fundamentalen Gründen zählen, welche den Goldpreis belastetn bzw. auch noch belasten (siehe Gold-Analyse aus der vorangegangenen Geldanlage-Brief-Ausgabe).
Das aber nur am Rande.

US-Notenbank ohne Druck von Seiten der Preise

Die viel wichtigere Erkenntnis aus diesen Preisdaten ist, dass die US-Notenbank keineswegs gezwungen ist, ihre expansive Geldpolitik zu beenden. Zumindest die Preisentwicklung lässt ihr Spielraum, weiterhin Liquidität durch Anleihekäufe in den Markt zu geben. Und da die jüngsten Konjunkturdaten schwächeln, könnte die Notenbank am Mittwoch geneigt sein, erst für Dezember Rückschritte bei QE3 anzukündigen.
Zumal teilweise sogar angenommen wird, dass die Notenbank gegen deflationäre Tendenzen zu kämpfen hat und daher die weitere Liquidität sogar benötigt wird.

Mit der Preisentwicklung haben wir heute einen weiteren Bereich einer jeden Volkswirtschaft (siehe Geldanlage-Brief vom 2. September), in diesem Fall der USA, kennengelernt.


Termine der Woche

(KW 38: Handelswoche vom 16.09. bis 20.09.2013)


Montag, 16.09.2013

  • 08:00 - DE: Beschäftigte verarbeitendes Gewerbe Juli
  • 11:00 - EU: Inflation August
  • 14:30 - US: NY Empire State Index September
  • 15:15 - US: Industrieproduktion August
  • 15:15 - US: Kapazitätsauslastung August


Dienstag, 17.09.2013

  • 11:00 - DE: ZEW Konjunkturerwartung September
  • 14:30 - US: Verbraucherpreise August
  • 16:00 - US: NAHB/WF Hausmarktindex September


Mittwoch, 18.09.2013

  • 10:30 - GB: BoE Sitzungsprotokoll
  • 11:00 - EU: Produktion Baugewerbe Juli
  • 14:30 - US: Wohnbaubeginne August
  • 14:30 - US: Wohnbaugenehmigungen August
  • 20:00 - US: Federal Reserve Bank Sitzungsergebnis
  • 20:15 - US: FOMC Projektionen


Donnerstag, 19.09.2013

  • 14:30 - US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US: Philadelphia Fed Index September
  • 16:00 - US: Frühindikatoren August
  • 16:00 - US: Verkäufe bestehender Häuser August


Freitag, 20.09.2013

  • Keine wichtigen Termine

Marktüberblick
- Chartanalyse wichtiger Märkte

von Sven Weisenhaus


DAX

Der DAX konnte in der abgelaufenen Handelswoche erneut ordentlich zulegen. Im Vergleich zum Schlussstand der Vorwoche (8.276,32) legte der DAX bis zum Handelsende am Freitag (8.509,42) 2,82 Prozent zu. Genau wie in der Vorwoche kam es dabei am Montag erneut zu einer Eröffnungslücke.

DAX - Verlauf der Vorwoche

Vor einer Woche schrieben wir, sollte sich der DAX oberhalb von 8.240 halten können, "haben die Bullen die Oberhand". Tatsächlich gelang es den Anlegern, sämtliche bärische Spuren zu verwischen.

DAX Chartanalyse

Vielleicht müssen wir nun annehmen, dass der DAX unser Kursziel von 8.066 (rote Linie im Chart) bereits abgearbeitet hatte, auch wenn er es um wenige Punkte verfehlte. Dennoch bleiben wir sehr vorsichtig. Von der Notenbankentscheidung am Mittwoch wird vieles abhängen. Die Karten werden dann völlig neu gemischt. Prognosen für den weiteren DAX-Verlauf sind daher im Vorfeld kaum möglich und zumindest für den kurzfristigen Bereich völlig sinnlos, da sie durch die Marktreaktion im Anschluss an das Notenbankstatement schon wieder komplett über den Haufen geworfen werden könnten.

Wie wir Ihnen vor einer Woche im Fazit zur Betrachtung der US-Daten im "Konjunktur-Radar" schrieben, sind wir für die weitere Aktienkursentwicklung "langfristig optimistisch, auch wenn es im Herbst noch stürmisch werden könnte an den Börsen". Nun könnten wir vor diesem Hintergrund natürlich schreiben, dass die jüngsten Kursanstiege genau unserer Erwartung entsprechen. Doch tatsächlich waren und bleiben wir eher skeptisch. Wir stecken noch mitten drin in der statistisch/saisonal schwachen Phase.


S&P500

Der S&P500 konnte seinen kurzfristigen Abwärtstrend nach oben hin brechen. Auch hier hatten wir, ähnlich wie beim DAX, eher das Gegenteil erwartet, also einen Trendbruch nach unten. Allerdings schrieben wir in der vorangegangenen S&P500-Analyse auch, dass ein Bruch einer der beiden Trendlinien (rote Abwärts- bzw. grüne Aufwärtstrendlinie im folgenden Chart) wohl den Impuls für die kommende Bewegung liefern wird. Bullischer sollte es werden, wenn der S&P500 sein letztes Hoch bei 1.670 Zählern überwinden kann. Dies ist dem US-Index gelungen und entsprechend musste man auch einen Kursanstieg einkalkulieren. Zumal wir ja auf den intakten übergeordneten Aufwärtstrend hinwiesen.

S&P500 Chartanalyse

Durch Ordertypen, die eine automatische Ausführung bei Überwinden oder Unterschreiten bestimmter Kursmarken auslösen, kann man derartige Marktbewegungen unabhängig von der eigenen Meinung sinnvoll und emotionslos traden. An der Börse darf man nie auf die eigene Meinung beharren, sondern man muss klare charttechnische Signale einfach traden.

Trotz des jüngsten bullischen Signals sieht man im Chart aber, dass dem S&P500 der große Sprung damit noch längst nicht gelungen ist. Er klebt bereits am nächsten Widerstand. Bleiben Sie also extrem vorsichtig in dieser Woche! Es gibt keinen Grund für verfrühte Euphorie.


EUR/USD

Der Euro konnte die Marke von 1,32 US-Dollar zurückerobern. "Immer wenn der Kurs also eine dieser Marken unter- oder überschreitet, muss man damit rechnen, dass auch die nächste Linie angesteuert wird", schrieben wir vor einer Woche. Tatsächlich konnte der Kurs nach dem Anstieg über 1,32 auch die nächst höhere Linie bei 1,34 US-Dollar fast erreichen.

EUR/USD Chartanalyse

Es bleibt also bei den ständigen und schnellen Richtungswechseln in diesem Währungspaar. Für Trader lässt sich dies sehr gut nutzen, längerfristig orientierte Investoren warten dagegen besser weiterhin auf einen Ausbruch aus der Range zwischen 1,28 und 1,34 US-Dollar (blaue Markierung).

Für Trader, welche die Seitwärtsbewegung handeln wollen, hatten wir Hilfslinien in den Chart eingezeichnet. Die Marke von 1,30 US-Dollar (dicke grüne Linie im Chart) hat schon mehrfach eine hohe Anziehungskraft ausgeübt. Bei 1,32 (dünne schwarze Linie) liegt die obere Begrenzung einer ehemaligen Seitwärtsrange, die ebenfalls noch eine hohe Relevanz hat. "Immer wenn der Kurs eine dieser Marken unter- oder überschreitet, muss man damit rechnen, dass auch die nächste Linie angesteuert wird", schrieben wir bereits. Und genau dies war jüngst wieder zu sehen.


Gold

Der Goldpreis verlor in der abgelaufenen Handelswoche weiter an Wert. Die Short-Position, zu der wir rieten, liegt also inzwischen ordentlich im Gewinn.

Gold Chartanalyse

Solche kurzfristigen Trades kann man übrigens mithilfe von gehebelten Zertifikaten sehr gut umsetzen. Hier bieten sich insbesondere Faktor-Zertifikate an, welche den Kursverlauf des Basiswertes nahezu 1:1 abbilden.
Erwirbt man Faktor-Zertifikate, die mit einem Hebel ausgestattet sind, dann kann man auch von kleineren Kursbewegungen, wie wir sie jüngst im Goldpreis gesehen haben, ordentlich profitieren.

Im Goldpreis hätte man beim 61,80-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 1.433 USD auf fallende Kurse setzen können. Der Goldpreis fiel bis heute auf im Tief 1.304 USD. Dies entspricht einem Kursverlust von rund 9 Prozent.
Natürlich schafft man nur selten, das genaue Hoch und Tief zu treffen. Wenn man aber statt von 9 nur von 5 Prozent Gewinn ausgeht und auf ein Faktor-Zertifikat mit Hebel 4 (zum Beispiel das Faktor-Zertifikat der Deutschen Bank mit der ISIN DE000DX4XAU9) zurückgegriffen hätte, dann wäre schon ein sehr ansehnlicher Gewinn von 20 Prozent entstanden - in nur knapp zweieinhalb Wochen!

Die Deutsche Bank bietet Zertifikate mit Hebel 2, 4, 6 und 8 auf den Goldpreis an, sowohl für fallende als für steigende Kurse. Zudem bietet Sie auch Zertifikate auf andere Märkte (z. B. DAX, Bund Future, Silber etc.) an.

Unabhängig von der gerade geschilderten Trading-Idee, die keinen Aufruf zum Kauf oder Verkauf dieser Zertifikate darstellt (aus rechtlichen Gründen der Haftung müssen wir dies explizit angeben), bleibt es beim Goldpreis bei unseren bisherigen Einschätzungen: "Steigt der Kurs über 1.433 USD, ist der Abwärtstrend seit April beendet. Aktuell tendiert Gold aber wie erwartet wieder abwärts. Es scheint damit zu der von uns erwarteten Seitwärtsbewegung zu kommen, die nun zwischen 1.180 und 1.433 USD ablaufen könnte."

Wir erwarten also nach wie vor, dass der Goldpreis erst einmal eine Weile seitwärts tendieren wird. Die Range, in der er das tun soll, wurde dabei aus unserer Sicht abgesteckt: Das Kurstief haben wir bislang bei rund 1.180 US-Dollar gesehen, das Hoch der Range scheint bei 1.433 USD zu liegen.


Einzelwert-Analyse
- GDF Suez - So erzielen Sie 35% Rendite als Value-Investor

von Sven Weisenhaus


Heute möchten wir wieder eine Leser-Mail aufgreifen und eine Wunschanalyse erstellen. Herr Edgar Becker aus Meißenheim bat uns, für ihn den französischen Energieversorger GDF Suez (WKN: A0ER6Q / ISIN: FR0010208488) genauer unter die Lupe zu nehmen.

Kurzportrait

GDF Suez ist eine im Bereich Energieversorgung mit Strom und Erdgas international tätige Unternehmensgruppe. Dazu kommen Umweltprojekte und -angebote wie Wasserversorgung und Abfallwirtschaft. Mit einer Beteiligung von über 35 Prozent ist der französische Staat Hauptaktionär. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 138.000 Mitarbeiter.

Geschäftsentwicklung

Im Jahr 2012 erzielte das Unternehmen eine Umsatzsteigerung um 7 Prozent auf 97,0 Milliarden Euro. Das organische Wachstum lag bei +5,8 Prozent.

Das Konzern-EBITDA belief sich auf knapp 17 Milliarden Euro, was einem Anstieg um 3 Prozent entspricht. Der Jahresüberschuss betrug 1,6 Milliarden Euro.

Dabei erzielte das Unternehmen einen hohen Cash-Flow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 12,1 Milliarden. Euro.

Die Nettoverschuldung konnte bis zum Jahresende 2012 um 2 Milliarden auf 43,9 Mrd. Euro reduziert werden.
Die Liquidität belief sich Ende 2012 auf EUR 20,8 Milliarden Euro, davon EUR 10,3 Milliarden in bar.

Das Unternehmen beschloss den Aktionären eine stabile Dividende von 1,50 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2012 auszuschütten.

Geschäftsausblick

Für 2013 geht das Unternehmen von einem EBITDA in Höhe von 13 bis 14 Milliarden Euro aus. Der Gewinn soll zwischen 3,1 und 3,5 Milliarden Euro liegen.

Bewertung

Das Unternehmen wiegt derzeit an der Börse fast 44 Milliarden Euro bei einem aktuellen Kurs von 18,20 Euro.

Bei Umsätzen von fast 100 Mrd. Euro errechnet sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 0,44, was nicht teuer, ja eigentlich eher günstig ist.
Ein KUV von 1 oder sogar etwas mehr wäre fair, solange das Unternehmen den Umsatz steigern kann, was bei GDF Suez der Fall ist. Aufgrund der Unternehmensgröße und der nur leichten Umsatzsteigerungen ist jedoch ein leichter Abschlag gerechtfertigt.
Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis ist aber nicht sehr aussagekräftig, weil Aktionäre auf Gewinne abzielen. Schauen wir uns also die die Bewertung im Verhältnis zum Ertrag genauer an.

Bei einem Gewinn in Höhe von 1,6 Milliarden und einer Marktkapitalisierung von 44 Milliarden Euro errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2012 von weit über 20. Dies ist sicherlich nicht günstig, insbesondere nicht für ein Unternehmen, welches keine großen Gewinnsprünge mehr erzielt. Der Gewinn von GDF Suez steigt nicht kontinuierlich, sondern schwankte in den vergangenen Jahren zwischen 1,5 und 5 Milliarden Euro.
Da der Gewinn aber im laufenden Jahr 2013 wieder etwas höher liegen soll, bei über 3 Milliarden Euro, reduziert sich das KGV für 2013 je nach tatsächlichem Gewinn auf 14,6 bis knapp 12. Für ein Unternehmen dieser Größe mit einem über viele Jahre nur schwankendem Gewinn ist dies ein angemessener Wert.

Zwar steigt der Gewinn in diesem Jahr im Vergleich zu 2012, womit man auch ein Kurs-Gewinnwachstums-Verhältnis (PEG) errechnen und zur Bewertung heranziehen könnte, doch wäre dies zu kurz gegriffen. Fakt ist, der Gewinn stieg über mehrere Jahre betrachtet nicht mehr an, sondern er pendelte in einer Bandbreite hin und her.

Die Dividendenrendite kann uns in einem solchen Fall noch etwas über das Bewertungsniveau aussagen. Bei einer Dividende für 2012 in Höhe von 1,50 Euro pro Aktie errechnet sich eine sehr ordentliche Dividendenrendite von über 8 Prozent.

Beim Kauf einer GDF Suez-Aktie erhält man derzeit auch sehr viel Substanzwert, welcher auch einen hohen Bestand an liquiden Mitteln beinhaltet. Die Buchwerte liegen deutlich über dem aktuellen Kurs, weshalb sich ein Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von weit unter 1 errechnet, was als günstig gilt.

Die Bilanz des Unternehmens scheint solide aufgestellt und die Aktie ist mit einem enormen Anteil an Sachanlagevermögen unterfüttert.

Chartanalyse

Der Aktienkurs hat im Rahmen der jüngsten Aufwärtsbewegungen am Gesamtmarkt ebenfalls in diesem Jahr bereits stark zugelegt.

GDF Suez - kurzfristige Chartanalyse

Dieser Chartausschnitt verfälscht jedoch das Bild, welches man erhält, wenn man sich den langfristigen Kursverlauf (folgender Chart) anschaut. Der Aktienkurs ist, wie auch bei vielen anderen Energieunternehmen (z. B. E.ON oder RWE), von den Diskussionen um die Atomenergie belastet und er hat eine lange Abwärtsbewegung hinter sich.

GDF Suez - langfristige Chartanalyse

Inzwischen zeichnet sich jedoch durch den jüngsten Kursanstieg eine Trendwende ab. Der Kurs konnte aus einer langjährigen Keilformation nach oben hin ausbrechen. Der Kurs setzte dabei sogar bereits auf der gebrochenen Abwärtstrendlinie auf und drehte dann wieder nach oben weg. Der Ausbruch kann damit als bestätigt und die Trendwende als geglückt angesehen werden.

Fazit

Große Kurssprünge sind deswegen dennoch nicht zu erwarten. Die Aktie von GDF Suez ist eher etwas für Value-Investoren. Das Unternehmen ist solide aufgestellt und wächst kontinuierlich. Es werden regelmäßig ordentliche Gewinne erzielt und Dividenden ausgeschüttet. Wer hier langfristig investieren möchte, um von einerseits hohen Dividendenrenditen und andererseits zukünftig leicht steigenden Kursen zu profitieren, der kann sich einige Stücke von GDF Suez gerne ins Depot legen.

Schnelle Gewinne sind aber angesichts der Bewertung und der erreichten Unternehmensgröße kaum mehr zu erwarten.

Alternative Investments

Im oberen Chart ist zu sehen, dass die Aktie im August ein Hoch bei 17,43 Euro und im Mai eins bei 16,78 Euro markiert hat. Zudem lag im August ein Tief bei 16,20 Euro. Wenn der Kurs also wieder leicht zurückkommen sollte, was angesichts des bereits erfolgten, jüngst sogar sehr dynamischen Anstiegs nicht unwahrscheinlich ist, dann wäre die Aktie an den genannten drei Kursmarken unterstützt.

Ein Bonus-Zertifikat mit der ISIN DE000CZ2MS26 liefert genau für diese Situation die richtige Strategie. Wenn der Kurs bis zum Ende der Laufzeit am 18.12.2013 die Barriere von 16,00 Euro nicht berührt oder unterschreitet, erhält der Anleger eine Rückzahlung von 22,50 Euro.
Dies entspricht einer Rendite von 10 Prozent in 3 Monaten bzw. eine Rendite pro Jahr von über 35 Prozent.

Allerdings erhält der Anleger auch dann nicht mehr, wenn der Kurs der Aktie über 22,50 Euro steigt. Der Rückzahlungsbetrag ist auf 22,50 Euro begrenzt. Da die Aktie aber schon gut gelaufen ist und Rücksetzer nicht unwahrscheinlich sind (Stichwort "saisonale Schwäche"), könnte sich dieses alternative Investment bis zum Jahresende besser auszahlen als ein Direktinvestment.

Danach sollte man allerdings eher auf die Aktie direkt setzen, damit man im kommenden Jahr im April die Dividendenzahlung nicht verpasst, die man als Besitzer von Zertifikaten nicht erhält.

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