Kreditwürdigkeit der USA in Gefahr = Aktienmärkte in Gefahr!

Inhalt dieser Ausgabe:

  1. In eigener Sache - Neue Homepage für den Geldanlage-Brief
  2. Marktanalyse - Kreditwürdigkeit der USA in Gefahr = Aktienmärkte in Gefahr!
  3. Konjunktur-Radar - Dahin steuern die wichtigsten Volkswirtschaften
  4. Termine der Woche
  5. Marktüberblick - Chartanalyse wichtiger Märkte
  6. Einzelwert-Analyse - Eckert & Ziegler

 



In eigener Sache
- Neue Homepage für den Geldanlage-Brief

von Geldanlage-Brief-Team

Verehrte Leserinnen und Leser,

wie Sie wissen, und es als treue Leser auch bereits mehrfach erlebt haben, arbeiten wir kontinuierlich an Verbesserungen für Sie. Unsere jüngste Änderung war die Einführung des "Konjunktur-Radar", was aus unserer Sicht noch einmal zu einem deutlichen Mehr an Information geführt hat.

Neue Homepage für den Geldanlage-Brief

Besonders stolz sind wir aber auf unsere aktuelle Entwicklung:

Der Geldanlage-Brief hat eine neue Homepage.

Wir freuen uns Ihnen nach wochenlanger Arbeit ab heute unsere neuen Internetseiten präsentieren zu können. Das Erscheinungsbild von www.geldanlage-brief.de hat sich grundlegend geändert.

Geldanlage-Brief - Homepage
Abbildung: Alte (links) und neue (rechts) Homepage des Geldanlage-Briefs

Links sehen Sie die alte Homepage, rechts die neue. Im Vergleich zum bisherigen Web-Auftritt sind diese neuen Seiten ein Quantensprung.

Moderneres Design und deutlich mehr Inhalt

Ein moderneres Design und deutlich mehr Inhalt zeichnen den neuen Internetauftritt aus. Viele Informationen, die wir Ihnen im Geldanlage-Brief vermitteln, sammeln wir nun Stück für Stück in einer eigenen Kategorie (Börsen-Wissen) auf der Homepage. So können neue und alte Leserinnen und Leser immer wieder zu bestimmten Themen zusätzliche Informationen einholen.

Das nötige Hintergrundwissen immer parat

Der Vorteil ist, dass wir im Geldanlage-Brief bereits besprochene Themen nicht jedes Mal neu erläutern müssen, sondern einfach per Verlinkung zu dem entsprechenden Hintergrundwissen auf der Webseite verweisen können.

Sie wollen zum Beispiel wissen, was "fundamentale Aktienanalyse" eigentlich ist? Kein Problem! Auf der Homepage werden Sie solche Informationen zukünftig wiederfinden.
Oder wollen Sie wissen, was der "ifo-Index" ist und wie er ermittelt wird? Auch kein Problem! Solche Informationen werden Sie zukünftig ebenfalls auf der Homepage finden. Die Kategorie "Börsen-Wissen" soll kontinuierlich wachsen.

Ihre Wege zu uns

Um uns zukünftig zu erreichen, müssen Sie nicht mehr zwingend eine E-Mail schreiben. Wir bieten Ihnen nun auch bald ein Kontaktformular an. Dieses soll noch in dieser Woche in die neue Homepage integriert werden.

Ihr Feedback ist unsere Motivation

Gern wollen wir Sie ermutigen, uns Ihre Meinung zum neuen Internetauftritt mitzuteilen. Nutzen Sie doch dazu zum Beispiel das neue Kontaktformular (voraussichtlich ab morgen verfügbar). Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir freuen uns auf Ihre Meinung und versprechen, dass wir weiter am Geldanlage-Brief arbeiten, um immer noch besser zu werden. Gerne setzen wir auch Ihre Anregungen gegebenenfalls sofort um.


Ihr
Team vom Geldanlage-Brief


Marktanalyse
- Kreditwürdigkeit der USA in Gefahr = Aktienmärkte in Gefahr!

von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

jetzt haben die Wähler/innen und Nichtwähler/innen in Deutschland den Salat. Die Regierungsbildung gestaltet sich sehr schwierig. Inzwischen räumen Teile der CDU ein, Steuererhöhungen nicht mehr auszuschließen, wenn dies einer Regierungsbildung hilft. Ausgerechnet die Partei, die eine solche Entwicklung hätte verhindern können, ist aufgrund des Wahlergebnisses nicht mehr im Bundestag vertreten. Die Rede ist natürlich von der FDP.

Macht vs. Wahlversprechen

Ein Gezerre um die Macht ist die Folge. Natürlich werden die Spitzenpolitiker nicht auf eine Menge Abgeordnetenbezüge verzichten, nur um ihre Glaubwürdigkeit zu bewahren, indem sie an Wahlversprechen festhalten.

US-Haushaltsstreit ist in den Fokus der Anleger gerückt

Aber wie wir in der vorangegangenen Ausgabe bereits schrieben, wird dies die Börsen nicht großartig beeinflussen. Ganz im Gegensatz zu den Nachrichten aus den USA, die sich um den dortigen Haushaltsstreit bzw. die Schuldenobergrenze drehen. Diese sind, wie von uns ebenfalls bereits beschrieben und erwartet, deutlich in den Fokus gerückt.

Zur Erinnerung: Mitte Oktober dürfte die Schuldengrenze der USA von rund 16,7 Billionen Dollar erreicht sein. Mehr Schulden machen geht nicht, weil dies gesetzlich verboten ist. Alle Staatsgeschäfte müssten dann ruhen. Regierungsbeamte würden in den Zwangsurlaub geschickt und es würde auch keine Sozialhilfe mehr gezahlt werden können.

Kreditwürdigkeit der USA in Gefahr!

Besonders unerfreulich für die Finanzmärkte wäre sicherlich auch die zwangsläufige Reaktion der Ratingagenturen. Diese müssten die Bonität der USA massiv herabstufen, was zu steigenden Zinsen für Kredite führen und die Haushaltsprobleme zusätzlich verschärfen würde. Ein solches Szenario könnte die Finanzmärkte erschüttern.

Im Sommer 2011 hatte der Streit um die Erhöhung der Schuldengrenze dazu geführt, dass die Ratingagentur Standard & Poor's den Vereinigten Staaten die Bestnote "AAA" entzog. In der vergangenen Woche gab die Ratingagentur Moody's bereits einen Warnschuss ab und verwarnte die USA im Zusammenhang mit den Querelen um die Schuldenobergrenze.

Gründe für das vorsichtige Vorgehen der US-Notenbank Fed

Auch dies mag die US-Notenbank Fed jüngst dazu bewogen haben, an ihrer extrem expansiven Geldpolitik länger festzuhalten. Was sie noch dazu bewogen haben könnte, lesen Sie nachfolgend im "Konjunktur-Radar".

Sichern Sie nun Aktienpositionen enger ab!

Dies alles trägt zurzeit nicht gerade zum Optimismus der Anleger bei. In den Geldanlage-Brief-Ausgaben seit 18. März 2013 haben wir Ihnen viele Aktien vorgestellt. Sollten Sie diesen Analysen gefolgt sein, dürften Sie mittlerweile auf zum Teil sehr üppigen Gewinnen sitzen. In Anbetracht der derzeitigen Marktrisiken empfehlen wir Ihnen nun, diese Gewinne mit engen Stopps abzusichern.

Saisonal schwache Phase

Wir hatten auch oft auf die saisonal schwache Phase im Herbst hingewiesen und daher das Potential an den Aktienmärkten für kurzfristig begrenzt angesehen. Nun könnte man angesichts eines DAX auf Höchststand argumentieren, dass wir mit dieser Prognose bislang ziemlich danebengelegen haben. Doch Fakt ist, dass besonders die US-Märkte seit Mitte Mai lediglich seitwärts tendieren (siehe folgender Chart).

Vergleich Kursverlauf DAX, Dow Jones und S&P500
(erstellt mit: Ariva.de) Aktienmärkte (DAX, S&P500 und Dow Jones) seit Jahresbeginn

Und die US-Indizes zeigen seit Mitte September auch bereits fallende Kurse. In der Folge notiert der Dow Jones sogar unter dem Hoch, welches er im Mai markiert hat (siehe grüne Linie im folgenden Chart).

Vergleich Kursverlauf DAX, Dow Jones und S&P500
(erstellt mit: Ariva.de) Aktienmärkte (DAX, S&P500 und Dow Jones) seit April

Ganz falsch war die Warnung vor einer schwachen Phase an den Aktienmärkten also sicher nicht.

Ausblick

In dieser Woche kommt der EZB-Rat zu seiner nächsten geldpolitischen Sitzung zusammen. Dabei wird es wohl bei verbalen Interventionen bleiben. Eine Änderung der Geldpolitik erwarten wir nicht, weshalb es wohl auch nicht zu großen Bewegungen an den Börsen kommen wird.
Stärkere Kursausschläge könnten allerdings wieder die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten auslösen, welche ebenfalls in dieser Woche (Mittwoch und Freitag) auf der Agenda stehen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus


Konjunktur-Radar
- Dahin steuern die wichtigsten Volkswirtschaften

von Sven Weisenhaus


In der jüngsten Vergangenheit fielen die US-Wirtschaftsdaten eher gemischt aus. Dies schien aus unserer Sicht die US-Notenbank dazu veranlasst haben, an ihrer extrem expansiven Geldpolitik länger als von vielen erwartet festzuhalten. Und auch die US-Daten, die in der abgelaufenen Handelswoche veröffentlicht wurden (wir berichteten bereits jeweils zeitnah auf der Facebook-Seite des Geldanlage-Briefs), geben der Fed neue Argumente für ihre abwartende Haltung an die Hand.

Mit dem Vertrauen der US-Verbraucher geht es weiter abwärts

So geht es zum Beispiel mit dem Vertrauen der US-Verbraucher weiter abwärts (wir berichteten). Laut den Erhebungen des Conference Boards notiert es für September nur noch bei 79,7. Dies ist der tiefste Stand seit Mai.

Verbrauchervertrauen des Conference Boards
(Quelle: Markt-Daten.de) Verbrauchervertrauen des Conference Boards

Am Freitag wurde der endgültige Wert des Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan für September veröffentlicht. Er wurde gegenüber der vorläufigen Fassung leicht von 76,8 auf 77,5 nach oben revidiert.

Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan
(Quelle: Markt-Daten.de) Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan

Der leicht höhere wert ist zwar schön, doch bleibt es damit bei einem starken Rückgang im Vergleich zum Vormonat.

Schwacher US-Auftragseingang

In das Bild einer zu Recht zunächst abwartenden US-Notenbank Fed passt auch die Entwicklung der US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Diese sind im August nur um 0,1 Prozent gestiegen. Und der Vormonatswert wurde von zuvor veröffentlichten -7,4 auf -8,1 Prozent nach unten revidiert.

US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter

Negative US-Daten mischen sich vermehrt unter die positiven

Doch nicht alles, was in der vergangenen Woche aus den USA kam, war negativ zu werten. Viele positive Daten bestätigen stattdessen das Bild einer stockenden Erholung, in der sich negative und positive Daten mischen.

Am Montag wurde der Chicago National Activity Index (CFNAI) für August veröffentlicht. Er stieg von -0,43 im Juli auf nun +0,14. Er notiert damit erstmals seit Februar 2013 wieder im positiven Bereich.

Chicago Fed National Activity Index (CFNAI)
(Quelle: Markt-Daten.de) Chicago National Activity Index (CFNAI)

Erholung am US-Immobilienmarkt gerät auf hohem Niveau ins Stocken

Und nachdem wir vor einer Woche auch viele schwache Daten zum US-Immobilienmarkt präsentieren mussten, gibt es dieses Mal (fast) nur positive.

Der US-amerikanische FHFA Housing Preis Index steigt weiter an. Er notiert im Juli bei 1,0 Prozent. Und auch der US-amerikanische Case Shiller Home Price Index notiert im Juni bei +12,4 Prozent. Bereits einen Monat zuvor stieg der Index mit +12,1 Prozent stark an und auch der Anstieg der Monate davor kann sich sehen lassen.

Case Shiller Composite Hauspreisindex
(Quelle: Markt-Daten.de) Case Shiller Home Price Index

Die Zahl der Verkäufe neuer Häuser ist in den USA im August um 7,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 421.000 angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 12,6 Prozent.

Zahl der US-Verkäufe neuer Häuser
(Quelle: Markt-Daten.de) Verkäufe neuer Häuser in den USA

Einziger Wermutstropfen: Der US-amerikanische Index zu den anstehenden Hausverkäufen ist im August zum Vormonat um 1,6 Prozent auf 107,7 gefallen. Und dies ist bereits der dritte Rückgang in Folge.

Index zu den anstehenden US-Hausverkäufen (Pending Home Sales)
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanischer Index zu den anstehenden Hausverkäufen

Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt hier allerdings ein Anstieg um 5,8 Prozent vor. Und der Index ist seit 2010 von unter 80 auf nun 107,7 bereits ordentlich angestiegen.

Index zu den anstehenden US-Hausverkäufen (Pending Home Sales)
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanischer Index zu den anstehenden Hausverkäufen

Auch bei diesem Indikator zeichnet sich also ab, dass die Erholung am US-Immobilienmarkt bereits weit fortgeschritten ist, diese nun jedoch ins Stocken geraten ist.

Alle heute hier präsentierten Daten bestätigen also unsere Analysen der vergangenen Wochen.


Termine der Woche

(KW 40: Handelswoche vom 30.09. bis 04.10.2013)


Montag, 30.09.2013

  • 08:00 - DE: Einzelhandelsumsatz August
  • 08:00 - DE: Kassenstatistik Öffentliche Haushalte 2. Quartal
  • 11:00 - EU: Vorabschätzung Inflation Eurozone September
  • 15:45 - US: Einkaufsmanagerindex Chicago September


Dienstag, 01.10.2013

  • 09:55 - DE: Arbeitsmarktdaten August
  • 09:55 - DE: Einkaufsmanagerindex September
  • 10:00 - EU: Einkaufsmanagerindex Eurozone September
  • 11:00 - EU: Arbeitslosigkeit August
  • 16:00 - US: ISM Index September
  • 16:00 - US: Bauausgaben August


Mittwoch, 02.10.2013

  • 11:00 - EU: Erzeugerpreise Industrie August
  • 13:45 - EU: EZB Sitzungsergebnis
  • 14:15 - US: ADP-Arbeitsmarktbericht September


Donnerstag, 03.10.2013

  • 09:55 - DE: Dienstleistungsindex September
  • 10:00 - EU: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen September
  • 11:00 - EU: Einzelhandel August
  • 14:30 - US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US: Industrieaufträge August
  • 16:00 - US: ISM Dienstleistungsindex September


Freitag, 04.10.2013

  • 08:00 - DE: Erzeugerpreise August
  • 14:30 - US: Arbeitslosenquote September
  • 14:30 - US: Beschäftigte ex Agrar September

Marktüberblick
- Chartanalyse wichtiger Märkte

von Sven Weisenhaus


DAX

Nachdem der DAX innerhalb von nur 12 Handelstagen einen Anstieg um 675 Punkte bzw. 8,3 Prozent auf das Börsenparkett legte, ging er nun in eine Konsolidierung über. Dabei bewegte er sich in einer sehr engen Handelsspanne von nur knapp 100 Punkten seitwärts.

DAX - Chartanalyse

Eine solche Pause im Aufwärtstrend spricht häufig dafür, dass der Trend im Anschluss daran wieder aufgenommen wird. Genau dies gelang dem Index auch im Rahmen der vorangegangenen Aufwärtsbewegung mehrfach (siehe Chart), was diese These bestätigt.
Doch genauso gut könnte sich hier nun auch eine Topbildung abzeichnen, welche die von uns erwartete Korrektur einleitet.

Ob die Bullen erneut einen weiteren Sieg davon tragen werden oder die Bären wieder die Oberhand gewinnen, hängt ganz entscheidend von den US-Indizes ab.


S&P500

Die US-Indizes sind bereits in eine Korrektur übergegangen. Der Keil, den wir in der vorangegangenen Ausgabe ins Spiel gebracht haben, führte also tatsächlich dazu, dass es durch die Ermüdung im Aufwärtstrend zunächst wieder zu fallenden Kursen innerhalb dieser Formation (blaue und grüne Trendlinie im Chart) kam.

S&P500 Chartanalyse

Dabei setzte der Kurs ganz exakt auf der Unterstützung bei 1.687,18 Punkten auf, welche das Hoch vom Mai markiert. Gelingt dem S&P500 dort bereits ein Wiederanstieg oder geht es noch weiter runter bis auf die grüne Aufwärtstrendlinie? Beides ist möglich und egal für welche Richtung sich der US-Index entscheidet, er dürfte den DAX mitziehen. (Daher verwiesen wir in der DAX-Analyse oben auf die US-Indizes.)

Wir gehen weiterhin davon aus, dass es bald zu einem Kippen des Kursverlaufs kommt und dann der bereits recht reife Aufwärtstrends (grüne Linie) bricht.
Eine heftige Korrektur wird einfach mit jedem Tag immer wahrscheinlicher. Nicht nur aufgrund der vorangegangenen, starken Kursgewinne, die einfach mal korrigiert werden müssen, damit sie sich dann fortsetzen können, sondern auch das Chartbild (also der Keil) spricht immer mehr für eine Korrektur.


EUR/USD

Obwohl dem Euro der Ausbruch aus seiner Seitwärtsrange gelang, hatten wir Zweifel an einem Weiterkommen des Kurses. (Zitat: "Zwar beendete er auch den Handel der Woche oberhalb dieses Widerstandes, dennoch ist der Ausbruch damit noch nicht nachhaltig. Im Februar dieses Jahres scheiterte schon einmal ein solcher Versuch (siehe Chart).")

EUR/USD Chartanalyse

Im Chart ist zu sehen, dass der Kurs tatsächlich nur um die 1,35er Marke herumpendelte und nicht weiter vom Ausbruch profitieren konnte. Dies liegt daran, dass es sich bei diesem Niveau um einen extrem hartnäckigen Widerstand handelt, wie wir im (folgenden) langfristigen Chart schon in der vorangegangenen Ausgabe zeigten.

EUR/USD Chartanalyse

Wir rieten daher zum Abwarten: "Derartige Ausbrüche müssten eigentlich durch weitergehende dynamische Kursanstiege bestätigt werden. Erfolgen diese nun nicht, muss man damit rechnen, dass der Kurs wieder in die Seitwärtsbewegung zurückfällt." Und weiter schrieben wir: "Gelingt ihm hingegen der Ausbruch, dann werden Sie noch genügend Zeit haben zum Einstieg. Denn dann könnte der Kurs auch noch deutlich weiter laufen."

Allerdings hat die Europäische Zentralbank EZB vor dem Hintergrund der Eurokrise definitiv kein Interesse an einer schnellen Aufwertung der heimischen Währung. Dies würde die Exporte und damit die wirtschaftliche Erholung Europas belasten.
Weil sich der Kurs in der vergangenen Woche kaum bewegte und die Situation damit unverändert ist, zitieren wir weiter aus der vorangegangenen Ausgabe mit dem Spruch "Never fight the Fed", der auch für die EZB gilt. "Wir glauben also trotz möglichem Ausbruch nicht daran, dass der Wechselkurs dynamisch steigen wird."

"Schnell" und "dynamisch" sind dabei die Schlüsselworte. Natürlich kann sich der erfolgte Ausbruch noch fortsetzen, doch schnelle Kursbewegungen sind nicht zu erwarten. Und die EZB dürfte in dieser Woche im Rahmen ihrer Sitzung (siehe "Termine der Woche") betonen, dass sie die Geldschleusen offen halten wird. Dies könnte den Euro dann schon wieder belasten und sich der Ausbruch auch noch als "false break" herausstellen.


Gold

Richtig liegen wir auch weiterhin mit der Einschätzung zum Goldpreis. Der deutliche Anstieg nach der Sitzung der US-Notenbank entpuppt sich immer mehr als Strohfeuer. Der Goldpreis verblieb auf niedrigem Niveau und damit "unter Druck".

Gold Chartanalyse

Es wird damit immer deutlicher, dass es zu der von uns erwarteten Seitwärtsbewegung kommt, die zwischen 1.180 und 1.433 USD ablaufen könnte.


Einzelwert-Analyse
- Eckert & Ziegler

von Sven Weisenhaus


Am 12. August hatten wir angekündigt, noch einige Mails von Lesern im Posteingang zu haben, die uns um eine Aktienanalyse gebeten haben. Dabei ging es um

  • Catamaran (WKN: A1J08W / ISIN: CA1488871023),
  • GDF Suez (WKN: A0ER6Q / ISIN: FR0010208488) und
  • Eckert & Ziegler (WKN 565970 / ISIN: DE0005659700).

Catamaran haben wir inzwischen am 2. September und GDF Suez am 16. September analysiert.

Bei Catamaran stellten wir eine zu hohe Bewertung fest und rieten daher vom Kauf ab. Zum Zeitpunkt der Analyse stand der Kurs noch bei 54,91 USD. Heute, also knapp einen Monat später, steht der Kurs nur noch bei 47,50 USD. Damit sind Ihnen Kursverluste von 13,50 Prozent erspart geblieben.

GDF Suez stand am 16. September bei 18,20 Euro und wir rieten aufgrund der charttechnischen und auch der fundamentalen Situation zum Kauf. Heute notiert der Kurs bei 18,57 Euro, wobei er im Hoch auch schon bei über 19 Euro (+4,4 Prozent in nur 2 Wochen) stand. Die Aktien kann man bei einem langfristigen Anlagehorizont weiter halten, auch wenn die Märkte noch in eine Korrektur gehen.

Kommen wir heute aber zu der Aktie von Eckert & Ziegler, denn diese haben wir hier im Geldanlage-Brief noch nicht besprochen.


Kurzportrait

Eckert & Ziegler wurde 1997 als Holdinggesellschaft gegründet. Die Eckert & Ziegler Gruppe gehört nach eigenen Unternehmensangaben zu den weltweit größten Herstellern für radioaktive Komponenten für medizinische, wissenschaftliche und messtechnische Zwecke.

Vorrangig konzentriert sich das Unternehmen, welches rund 630 Mitarbeiter beschäftigt, auf Anwendungen in der Krebstherapie, der industriellen Radiometrie, der nuklearmedizinischen Diagnostik und auf die Entsorgung von schwach bis mittelradioaktiven Abfällen. Das operative Geschäft teilt sich in vier Segmente:

  • Strahlentherapie,
  • Isotope Products,
  • Radiopharma und
  • Umweltdienste.

Hauptkunden sind entsprechend internationale Medizingerätehersteller und Kliniken.

Seit 1999 ist Eckert & Ziegler börsennotiert und im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet.


Geschäftsentwicklung

Der Umsatz konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Lag er im Jahr 2007 noch bei nur 54,4 Mio. Euro, so betrug er im vergangenen Jahr 2012 schon rund 120 Millionen.
Seit 2009 ist das Umsatzwachstum allerdings nur noch gering. Gegenüber dem Vorjahr 2011 konnten die Einnahmen schon nur noch um etwas mehr als 3 Prozent gesteigert werden.
Und für das erste Halbjahr 2013 ergibt sich sogar aufgrund eines schwachen Jahresstarts ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 55,3 Mio. EUR.

Der Jahresüberschuss ist ebenfalls leicht rückläufig. Im Jahr 2009 betrug dieser noch 13,3 Mio., in 2012 nur noch 10,3 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr (10,4 Mio. Euro) entspricht dies aber nur einem leichten Rückgang von weniger als einem Prozent.
Das Ergebnis je Aktie war zuletzt relativ stabil und betrug im Jahr 2012 1,95 Euro, nach 1,98 Euro in 2011.
Allerdings lag das EBIT des ersten Halbjahres 2013 mit 6,9 Mio. Euro um 31 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn nach Steuern und Minderheiten erreichte zum Halbjahresende 4,0 Mio. Euro oder 0,75 Euro pro Aktie. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 27 Prozent.
Positiv zu werten ist lediglich, dass es dem Unternehmen gelingt, jedes Jahr Gewinne zu erzielen.

Topaktuell ist die Meldung vom 17. September, dass die Eckert & Ziegler BEBIG s.a., die Medizingerätesparte der Eckert & Ziegler AG, zum Preis von 5 Mio. USD das Geschäft mit Prostatakrebsimplantaten der amerikanischen Biocompatibles Inc. Übernehmen wird. Das amerikanische Unternehmen ist laut der Pressemeldung von Eckert & Ziegler zu diesem Deal der viertgrößte Anbieter solcher Produkte in den Vereinigten Staaten und erzielte 2012 einen Umsatz von etwa 8 Mio. EUR.

Allerdings wurde durch Biocompatibles Inc. im Mai 2013 die Auslieferung von Produkten freiwillig eingestellt, weil die amerikanische Arzneimittelbehörde Mängel bei der Dokumentation des Herstellungsprozesses reklamiert hatte.
Eckert & Ziegler erwirbt die momentan defizitäre Sparte daher in der Hoffnung, die Mängel schnell beheben und die Auslieferung wieder aufnehmen zu können.


Geschäftsausblick

Für das Geschäftsjahr 2013 werden Umsätze von ca. 125 Mio. Euro erwartet. Für Anlaufverluste bis zur Wiederaufnahme des amerikanischen Implantatgeschäfts rechnet Eckert & Ziegler mit Kosten von bis zu 1,2 Mio. Euro. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2013 wurde daher von 2,15 auf 1,95 Euro Jahresüberschuss pro Aktie reduziert.


Bewertung

Die Aktienanzahl liegt bei 5.292.983 Stück und der aktuelle Aktienkurs liegt bei rund 27,90 Euro. Dadurch errechnet sich eine Marktkapitalisierung von fast 148 Mio. Euro.

Bei geplanten Umsätzen von rund 125 Mio. Euro in 2013 errechnet sich ein aktuelles Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 1,18. Das ist nicht gerade günstig, angesichts des geringen Umsatzwachstums.
Bis zu einem fairen KUV von 1 müsste die Aktie auf unter 23,6 Euro abwerten, was einem Kursrückgang von ca. 15 Prozent entspräche.

Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis ist aber alleine nicht sehr aussagekräftig, weil Aktionäre auf Gewinne abzielen. Der Umsatz sagt wenig über die Ertragskraft eines Unternehmens aus. Lediglich die Umsatzentwicklung ist einen Blick wert. Und hier steigen die Umsätze nur sehr langsam.

Das Ergebnis pro Aktie (EPS) lag im Geschäftsjahr 2012 bei 1,95 Euro, nach 1,98 Euro in 2011. Im aktuell laufenden Jahr soll der Gewinn pro Aktie konstant bleiben. Daraus würde sich beim aktuellen Kurs von 27,90 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,3 errechnen, was nicht gerade günstig ist, bei stagnierendem Gewinn.

Ein Kurs-Gewinnwachstums-Verhältnis (PEG) lässt sich aktuell nicht ermitteln. Eine Variable in der Berechnung des PEG ist das Gewinnwachstum. Doch der Gewinn wird in diesem Jahr nicht wachsen.

Die Dividende liegt seit drei Jahren stabil bei 0,60 Euro pro Aktie. Auf der Hauptversammlung am 17.05.2013 wurde ein Dividendenvorschlag von 0,60 Euro unterbreitet. Bleibt es dabei, dann beträgt die Dividendenrendite auf aktuellem Kursniveau 2,15 Prozent. Dies ist zu gering, um als Kaufargument herhalten zu können.

Beim Kauf einer Eckert & Ziegler-Aktie erhält man derzeit durchaus einiges an Substanz. Das Eigenkapital beträgt fast 87 Mio. Euro und damit liegt die Eigenkapitalquote bei sehr ordentlichen 53 Prozent. Der Buchwert betrug am 31.12.2012 allerdings nur 15,27 Mio. Euro. Das Unternehmen verfügte zu diesem Zeitpunkt über liquide Mittel in Höhe von rund 30 Mio. Euro. Der Netto-Finanzbestand, also die Liquidität abzüglich der Finanzverbindlichkeiten, betrug 15,4 Mio. Euro. (Alle Werte beziehen sich auf die Zeit vor der aktuellen Unternehmens-Akquisition.)
Die Bilanz ist damit durchaus solide aufgestellt.


Chartanalyse

Das fehlende Unternehmens-Wachstum spiegelt sich im Aktienkurs wider. Seit mehreren Jahren bewegt sich der Kurs nur seitwärts. Natürlich hätte man bei einer 10-Euro-Range, in der der Kurs zwischen 20 und 30 Euro hin und her pendelte, durchaus Trading-Gewinne erzielen können. Doch seit fast 2,5 Jahren hat der Kurs kein neues Hoch mehr gesehen.

Eckert & Ziegler - Chartanalyse

Auch aus einem langfristigen Chart lässt sich kein Kaufsignal ableiten.

Eckert & Ziegler - Chartanalyse

Es ist eher davon auszugehen, dass der Kurs das obere Ende seiner Range erreicht hat und daher das vorläufige Kurspotential ausgereizt ist.


Fazit

Es fehlt an Wachstum, an Wachstumsperspektiven und an charttechnischen Kaufsignalen. Die fundamentale Bewertung ist nicht hoch, aber auch nicht günstig. Insbesondere stellt die aktuelle Bewertung eher das obere Ende des Möglichen dar, weil kurzfristig kein Wachstum zu erwarten ist.

Die Gewinne, die auf konstantem Niveau erzielt werden, erhalten die Anleger zum Teil in Form einer Dividende. Das ist schön, doch angesichts einer daraus resultierenden Rendite von knapp 2 Prozent sicher kein Kaufgrund.


Alternative Investments

Leider gibt es zu dieser Aktie auch keine alternativen Investments. Außer natürlich andere Unternehmen, die eine bessere Perspektive für Anleger bieten.

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