DAX, K+S, Apple, Nokia, GDF Suez und Gold im Chart-Check

Inhalt dieser Ausgabe:

  1. Marktanalyse - Wieder fallende Kurse (erst) im Oktober?
  2. Konjunktur-Radar - Dahin steuern die wichtigsten Volkswirtschaften
  3. Termine der Woche
  4. Marktüberblick - Chartanalyse wichtiger Märkte
  5. Einzelwert-Analyse

 



Marktanalyse
- Wieder fallende Kurse (erst) im Oktober?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

zwei Themen beherrschten in der abgelaufenen Handelswoche das Börsenparkett: Die Entscheidung der US-Notenbank Fed zur zukünftigen Geldpolitik am Mittwoch und der dreifache Verfallstag an den Terminbörsen (Hexensabbat) am Freitag.

Fed setzt Anleihekäufe unverändert fort

Die Fed hat entschieden, die Anleihekäufe in Höhe von monatlich 85 Mrd. USD vorerst in unveränderter Höhe fortzusetzen. Begründet wurde dies damit, dass die konjunkturelle Erholung in den USA aus der Sicht des Federal Open Market Committee (FOMC) noch nicht auf ausreichend sicheren Beinen steht.

Obwohl dies für die Verfassung der US-Konjunktur nicht gerade ein positives Urteil darstellt, waren die Aktienmärkte am Mittwoch bzw. zur Eröffnung am Donnerstag (siehe folgender DAX-Chart) beflügelt. Daran erkennt man, wie stark die Aktienmärkte nach wie vor am (Liquiditäts-)Tropf der Notenbanken hängen.

 DAX - Reaktion auf US-Notenbank Fed

Heftig fiel auch die Reaktion an den Devisenmärkten aus. Der US-Dollar wertete gegenüber allen wichtigen Währungen deutlich ab.

Bislang 3 Billionen USD gegen Krisen und Wirtschaftsschwäche

Bislang hat die US-Notenbank für die Bekämpfung der Krisen (Immobilienkrise, Finanzkrise) und zur Stimulierung der Wirtschaft beinahe drei Billionen US-Dollar investiert. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatte die Fed im Jahre 2009 die Zinsen massiv gesenkt und Geld so billig wie nie gemacht. Weil das jedoch noch nicht ausreichte, begann sie zusätzlich Staatsanleihen und Immobilienpapiere aufzukaufen.

In der Folge gelang es den USA, die Rezession, im Vergleich zum Euro-Raum, schon lange hinter sich zu lassen. Die offizielle Arbeitslosenquote sank im aktuell laufenden Jahr 2013 von 8,1 auf 7,3 Prozent. Am Hochpunkt lag sie zuvor sogar bei rund 10 Prozent.

Frustration bei einigen Marktteilnehmern

Viele Experten gingen aufgrund dieser Entwicklung davon aus, dass die Fed das Volumen der Anleihekäufe nach der September-Sitzung um ca. 15 Mrd. USD pro Monat reduzieren würde.

Da die Fed jedoch dieser Erwartung nicht folgte, wurden wohl einige dieser Experten von der jüngsten Entscheidung der Fed und von den anschließend stark gestiegenen Kursen auf dem falschen Fuß erwischt. Entsprechend groß war deren Empörung über das "unerwartete" Verhalten der Fed. Von einem Zick-Zack-Kurs der Fed war die Rede. Teilweise wurde sogar verkündet, Ben Bernanke und seine Fed hätten ihr letztes Stück an Glaubwürdigkeit verspielt. Anderen Aussagen zufolge hätte die Fed sogar bewusst das Geld der Anleger "verbrannt".

Die Fed hatte sich nie auf den September festgelegt

Ja, es war in den Tagen nach der Fed-Entscheidung wieder einmal extrem viel Unsinn zu hören und in den Medien und auch vielen Börsennewslettern zu lesen. Wir hingegen hatten Sie in den vorangegangenen Ausgaben, basierend auf einer simplen, ganzheitlichen Marktanalyse, auf die Möglichkeit vorbereitet, dass die Notenbank erst im Dezember reagieren wird. Insofern halten wir auch derartige Aussagen für völlig falsch.

Bernanke hat nie behauptet, mit dem sogenannten Tapering im September zu beginnen. Stattdessen hatte er immer betont, dass die Geldpolitik von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig sei. Diese ist der Notenbank aber, stand heute, noch nicht stabil genug. Die Arbeitslosenquote sei mit 7,3 Prozent noch immer zu hoch, die Inflation dagegen zu niedrig.

Einzelne Marktteilnehmer und Schreiberlinge, die sich anders positioniert hatten und dadurch herbe Verluste erlitten oder falsche Analysen erstellten, schienen sich wohl mit der teils deutlich überzogenen Kritik nur ihren Frust von der Seele reden oder schreiben zu wollen.

Reaktion auf gestiegene Zinsen

Wir sehen sogar viel Positives in der Aktion der Fed. Schließlich schaffte sie es mit ihrer für viele Experten überraschenden Haltung, die zuletzt stark gestiegenen Zinsen deutlich zu senken. Diese waren jüngst zu einer Belastung für die Erholung am US-Immobilienmarkt und damit der gesamten US-Wirtschaft geworden.

Auch die Zinsen deutscher und britischer Staatsanleihen, die sich gewöhnlich im Gleichklang mit amerikanischen Staatspapieren bewegen, fielen am Donnerstag kräftig. Die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen zum Beispiel gaben so stark nach wie zuletzt im November 2011. Die Kurse für spanische Papiere stiegen auf ein 6-Wochen-Hoch, wodurch der Risikoaufschlag so niedrig stand, wie seit zwei Jahren nicht mehr. Auch italienische Staatspapiere konnten gewinnen.

Sinkende Zinsen helfen auch der EZB

Sinkende Zinsen am langfristigen Ende kommen auch der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Eurokrise entgegen. Daher agiert sie die der Bekämpfung der Eurokrise auch ganz ähnlich wie die Fed. Anders als die Fed kauft die EZB allerdings bislang keine Anleihen am Markt, um die langfristigen Zinsen niedrig zu halten. Mario Draghi hat zwar mit dem OMT-Programm ebenfalls diese Möglichkeit, bisher hat er davon aber keinen Gebrauch gemacht.

In zwei Wochen kommt der EZB-Rat zu seiner nächsten geldpolitischen Sitzung zusammen. Doch auch dann wird es wohl nur zu neuen verbalen Interventionen kommen.

Geld- und Rettungspolitik zeigen Wirkung

Dass die Geldpolitik nicht nur in den USA, sondern auch die Rettungsmaßnahmen in Europa durchaus zu Erfolgen führen, zeigt das Beispiel Griechenland. Obwohl oft behauptet wird, das Land würde nur immer tiefer in den Abgrund stürzen, so hat Griechenland nach den Worten des Finanzministers Yannis Stournaras die konjunkturelle Talsohle durchschritten.

"Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten Quartal und damit zum ersten Mal seit Beginn der Krise", sagte Stournaras am Donnerstag auf einer Konferenz in Athen. Die Arbeitslosenquote sank im zweiten Quartal auf 27,1 Prozent und damit erstmals seit fast vier Jahren. Der Primärhaushalt, bei dem die Zinskosten für die Schulden nicht berücksichtigt werden, wies in den ersten sieben Monaten völlig unerwartet einen Überschuss von 2,6 Milliarden Euro aus.

Und auch in Japan zeigt die Wirtschafts- bzw. Geldpolitik Wirkung. Die "Abenomics" genannte Politik von Ministerpräsident Shinzo Abe, die aus einer Mischung von aggressiver Lockerung der Geldpolitik und massiven schuldenfinanzierten Konjunkturspritzen besteht, hat den Yen geschwächt und ließ die japanischen Exporte so kräftig steigen wie seit drei Jahren nicht mehr. Sie legten im August um 14,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie die Regierung am Donnerstag in Tokio mitteilte.

Nach der Fed folgte der Hexensabbat

Ob diese geldpolitischen Maßnahmen langfristig wirklich erfolgreich sein werden oder ob sie nicht nur in noch größere Krisen führen, lässt sich aus heutiger Sicht nicht sagen. Und es gab in der vergangenen Woche auch noch andere Themen außer der Geldpolitik: zum Beispiel den großen Verfallstag am Freitag.

Dieser kam allerdings, nach den Aufregungen rund um die Fed-Entscheidung, vergleichsweise beschaulich daher. Der deutsche Aktienindex bewegte sich im Dunstkreis der 8.700er-Marke lediglich seitwärts. Dieses Kursniveau bildete dann auch den Abrechnungspreis am Terminmarkt. Damit blieben größere Verwerfungen, die es sonst an solchen Verfallstagen gibt, aus.

Spannender Wahl-Sonntag

Deutlich spannender war dann noch am Sonntag die Bundestagswahl. Lange war der Ausgang offen. Bislang hatte Schwarz-Gelb in fast allen Umfragen einen hauchdünnen Vorsprung. Nun muss die CDU allerdings ohne die FDP auskommen.

Sollte es dabei bleiben, dürfte dies die Anleger nicht unbedingt freuen. Denn der DAX konnte in der Vergangenheit bei einer Regierungskoalition aus CDU und FDP häufig besser abschneiden als bei einer rot geführten Regierung. Doch zumindest wird die CDU wohl in der neuen Regierung die Mehrheit stellen. Die Auswirkungen auf den Aktienmarkt werden also eher gering bleiben.

Europapolitik wird sich kaum ändern

Auch International wurde der Wahlausgang genauestens verfolgt. Zwar dürfte sich an der bisherigen Europapolitik unabhängig vom Wahlergebnis wenig ändern, doch wurden in den vergangenen Monaten Entscheidungen mit Blick auf die Bundestagswahl auf die lange Bank geschoben. Hier könnte nun spannend werden, ob es leichte Planabweichungen geben wird.

Gemeint sind damit zum Beispiel die weiteren Hilfen für Griechenland und Portugal sowie die noch ausstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungsmäßigkeit des OMT-Programms der EZB. Also durchaus auch für die Finanzmärkte ist dies ein wichtiges Thema.

US-Schuldengrenze rückt deutlich in den Vordergrund

Ab jetzt sind aber all diese Ereignisse der vergangenen Woche erst einmal sekundär. In Washington bahnen sich nämlich nun mit dem Streit über die Erhöhung der Schuldengrenze neue wirtschaftspolitische Dramen an, die jetzt noch stärker in den Fokus der Anleger rücken werden.

Irgendwann im Oktober muss die gesetzliche Schuldengrenze der USA von derzeit 16,7 Billionen Dollar angehoben werden. Ansonsten drohen im Extremfall Schließungen von Ministerien und die Zahlungsunfähigkeit der Regierung. Die Finanzierung der Bundesregierung für das im Oktober beginnende Haushaltsjahr steht damit ebenfalls auf der Kippe.

Wieder fallende Kurse erst im Oktober?

Eine ähnliche Konstellation gab es bereits im Sommer 2011. Damals lösten die Parteien die Situation erst in letzter Minute. Das Ringen stellte sich damals als enorme Belastung für die Börsen dar. Ähnliches könnte sich auch in diesem Herbst wieder abspielen. Eine Einigung wird es wohl erneut geben, doch je länger der Streit andauert, desto stärker könnte er die Börsen erneut unter Druck setzen.

Auch vor diesem Hintergrund war es aus unserer Sicht richtig, dass die Fed noch abwartet und erst im Anschluss an eine Einigung im Schuldenstreit - abhängig von den Modalitäten des Finanzhaushalts - reagiert.

Im vergangenen Jahr gab es übrigens auch erst im Oktober eine deutlichere Korrektur am Aktienmarkt…


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus


Konjunktur-Radar
- Dahin steuern die wichtigsten Volkswirtschaften
von Sven Weisenhaus

Nun wissen wir also seit Mittwoch, wie die US-Notenbank die wirtschaftliche Lage einschätzt. Sie sieht die konjunkturelle Erholung in den USA noch nicht auf ausreichend sicheren Beinen stehen.

In den vorangegangenen Ausgaben des Geldanlage-Briefs haben wir uns bereits diverse Daten zur US-Wirtschaft angesehen. Dabei sind wir bislang zu der gleichen Erkenntnis gelangt. Unsere Analyse der Wirtschaftsdaten deckt sich also mit dem Bild, welches die Fed sieht. Doch werfen wir auch noch einen Blick auf die Daten, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden. Deuten diese in die gleiche Richtung?

US-Wirtschaft scheint sich weiter zu erholen

Die US-amerikanischen Frühindikatoren sind im August um 0,7 Prozent gestiegen.

US-amerikanische Frühindikatoren
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Frühindikatoren

Die Frühindikatoren spiegeln den Ausblick für die US-Wirtschaft in den kommenden drei bis sechs Monaten wider. Der Konjunktur-Sammelindex setzt sich aus zehn Frühindikatoren zusammen. Dazu zählen unter anderem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Neuaufträge in der Industrie, das Verbrauchervertrauen und die Baugenehmigungen.

Dieser "Sammelindikator" zeigt also durchaus eine weitergehende Belebung der US-Wirtschaft an. Bestätigt wird dies von der US-amerikanische Industrieproduktion, die im August um 0,4 Prozent gestiegen ist. Auch die Kapazitätsauslastung besserte sich dabei von 77,6 auf 77,8 Prozent.

US-amerikanische Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung

Es gibt jedoch regionale Unterschiede

Der New York Empire State-Index, der die Industrieaktivität im Großraum New York misst, ist hingegen im September gesunken, von 8,2 auf 6,3 Punkte. Dies war bereits der zweite Rückgang in Folge.

New York Empire State Index der New York Fed
(Quelle: Markt-Daten.de) New York Empire State-Index

Dagegen ist der Philly Fed Index im September überraschend stark von 9,3 auf 22,3 gestiegen. Damit kann der Rückgang im August quasi als Ausrutscher gesehen werden.

Philly Fed Index
(Quelle: Markt-Daten.de) Philly Fed Index

Der Philly Fed Index wird von der Federal Reserve Bank of Philadelphia erhoben. Er bezieht sich auf den entsprechenden District, also auf die Unternehmen bzw. die Fabriken im Osten Pennsylvanias, im Süden von New Jersey und in Delaware.
Es ist also offenbar regional unterschiedlich, wie stark die Erholung der Wirtschaft voranschreitet.

Erholung am US-Immobilienmarkt gerät auf hohem Niveau ins stocken

Der US-amerikanische Hausmarktindex der National Association of Home Builders/Wells Fargo (NAHB/WF Housing Market Index, HMI) notiert im September bei 58. Im Vormonat hatte er leicht höher bei 59 gestanden. Beim Blick auf die folgende Grafik stellt sich dieser Rückgang aber nicht als problematisch heraus. Es riecht eher danach, dass die starke Erholung aktuell ein wenig verdaut wird.

NAHB/WF Housing Market Index, HMI, seit 1985
(Quelle: Markt-Daten.de) NAHB/WF Housing Market Index, HMI

Die Zahl der Wohnbaubeginne liegt in den USA im August bei 891.000. Die Zahl der Wohnbaugenehmigungen liegt im August bei 918.000 zum Vormonat. Im Monat davor waren es 954.000. Auch hier sieht es nach einer Seitwärtstendenz auf dem erreichten Niveau aus.

Entwicklung des US-Wohnungsbau
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Wohnbaubeginne und Wohnbaugenehmigungen

Die Verkäufe bestehender Eigenheime sind mit 5,48 Mio. im August auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren angezogen.

Zahl der Verkäufe bestehender Häuser, seit 1999
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Verkäufe bestehender Eigenheime

Die Erholung am US-Immobilienmarkt ist weit fortgeschritten, sie gerät aber leicht ins Stocken. Zu dieser Erkenntnis gelangten wir bereits vor einer Woche. Die aktuellen Daten unterstützen dies.

Moderate Preisentwicklung ermöglicht weiterhin expansive Geldpolitik

Die US-amerikanischen Verbraucherpreise sind im August um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen. In der Vorwoche sind wir bereits auf die Preisentwicklung eingegangen. Da sich die Import- und Erzeugerpreise auf die Entwicklung der Verbraucherpreise auswirken, war mit einem stärkeren Anstieg kaum zu rechnen. Die Inflationsrate liegt weit unter der Zielrate der Fed von 2 Prozent.

Entwicklung der Verbraucherpreise in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Verbraucherpreise

Die wichtige Erkenntnis aus der Analyse der Preisdaten in der vorangegangenen Ausgabe war, "dass die US-Notenbank keineswegs gezwungen ist, ihre expansive Geldpolitik zu beenden". Es verwundert uns also nicht, dass die Höhe der Anleihekäufe beibehalten wird.

Wir haben inzwischen viele US-Konjunkturdaten präsentiert und analysiert. In der Ausgabe vom 2. September schrieben wir, dass wir für die Wirtschaft der USA insgesamt 32 verschiedene Daten beobachten. Gleichzeitig gaben wir an, dass man jede Volkswirtschaft in die folgenden verschiedenen Bereiche einteilen kann, in die man die einzelnen Daten einordnet:

  • Grundlegende Daten (z. B. BIP, Verschuldung)
  • Geldpolitik (z. B. Leitzins, Wirtschaftsindikatoren von Notenbanken)
  • Arbeitsmarkt (z. B. Arbeitslosenquote)
  • Verbraucher (Stimmung)
  • Industrie (Auftragseingang, Produktion, Kapazitätsauslastung, Einkaufsmanager)
  • Immobilienmarkt
  • Preisentwicklung (Verbraucherpreise, Erzeugerpreise, Außenhandelspreise)

Heute möchten wir Ihnen einen Überblick über die vielen Daten zur US-amerikanischen Wirtschaft präsentieren. Es handelt sich quasi um eine geordnete Liste der Daten, anhand derer man eine Analyse der US-Wirtschaft vornehmen kann.

Liste der Daten zur Analyse der US-Wirtschaft

Grundlegende Daten

- US-Staatshaushalt / US-Verschuldung
- Bruttoinlandsprodukt
- Frühindikatoren des Conference Boards

Geldpolitik

- Leitzinsen der Federal Reserve Bank (Fed)
- Philly Fed Index (der Philadelphia Fed)
- New York Empire State Index (der New York Fed)
- Chicago National Activity Index (CFNAI) (der Chicago Fed)

Arbeitsmarkt

- ADP-Arbeitsmarktbericht, neugeschaffene Stellen
- offizieller Arbeitsmarktbericht
- Arbeitslosenquote

Verbraucherstimmung

- Verbrauchervertrauen von Reuters und der Uni Michigan
- Verbrauchervertrauensindex des Conference Boards
- Einzelhandelsumsatz

Industrie

- Industrieproduktion
- Kapazitätsauslastung
- Auftragseingänge der Industrie
- Auftragseingang für langlebige Konsum- bzw. Wirtschaftsgüter

Stimmung der Einkaufsmanager

- ISM-Index verarbeitendes Gewerbe
- ISM Non-Manufacturing Index (Dienstleistungen)
- Chicagoer Einkaufsmanagerindex

Immobilienmarkt

- Verkäufe bestehender Häuser
- Verkäufe neuer Häuser
- Index zu den anstehenden Hausverkäufen (Pending Homes Sales)
- Wohnbaugenehmigungen
- Wohnbaubeginne
- Bauausgaben
- NAHB/WF Housing Market Index
- FHFA Housing Price Index
- S&P Case-Shiller-Index

Preisentwicklung

- Verbraucherpreise
- Erzeugerpreise
- Importpreise

Nahezu alle Daten in dieser Liste haben wir Ihnen seit Einführung des "Konjunktur-Radar" im Geldanlage-Brief präsentiert und jeweils einen Kommentar dazu abgegeben.
Wir hoffen, dass Sie mit dieser heutigen Auflistung einen Eindruck darüber erhalten, wie viele Daten jeden Monat alleine zur US-Wirtschaft veröffentlicht werden und welche Daten dies sind.

Um ein Gesamtbild über die Konjunktur einer jeden Volkswirtschaft zu erhalten ist es absolut wichtig:

  • Einerseits eine zeitraumbezogene Betrachtung vorzunehmen. Das bedeutet, dass Sie berücksichtigen müssen, wie sich die einzelnen Konjunkturdaten für sich genommen in der Vergangenheit entwickelt haben und auf welchem Stand sie sich aktuell befinden.
     
  • Andererseits müssen Sie die Konjunkturdaten in einen systematischen Zusammenhang bringen. Das bedeutet, Sie sollten zwischen Früh- und Spätindikatoren bzw. zwischen pro- und antizyklischen Daten unterscheiden und zudem die Wechselwirkung der Daten zueinander beachten.

Hierzu dienen Ihnen die ausführlichen Berichte im Geldanlage-Brief. Wir werden diese Daten natürlich kontinuierlich weiter beobachten und dadurch hoffentlich auch weiterhin die richtigen Rückschlüsse ziehen - im Hinblick z. B. auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank und möglichst auch im Hinblick auf die weitere Aktienkursentwicklung.


Termine der Woche

(KW 39: Handelswoche vom 23.09. bis 27.09.2013)


Montag, 23.09.2013

  • 09:30 - DE: Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe September
  • 09:30 - DE: Dienstleistungsindex September
  • 10:00 - EU: Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Eurozone September
  • 10:00 - EU: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Eurozone September
  • 14:30 - US: Chicago Fed National Activity Index August
  • 15:15 - EU: Rede EZB-Präsident Draghi

Dienstag, 24.09.2013

  • 10:00 - DE: ifo Geschäftsklimaindex September
  • 15:00 - US: Case Shiller Composite-20 Hauspreisindex Juni
  • 16:00 - US: State Street Investor Confidence Index September
  • 16:00 - US: Verbrauchervertrauen September
  • 16:00 - US: FHFA Hauspreisindex Juli

Mittwoch, 25.09.2013

  • 14:30 - US: Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter August
  • 16:00 - US: Verkäufe neuer Häuser August

Donnerstag, 26.09.2013

  • 10:00 - EU: Geldvolumen Eurozone August
  • 14:30 - US: BIP 2. Quartal
  • 14:30 - US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US: Anstehende Hausverkäufe August

Freitag, 27.09.2013

  •          - DE: Verbraucherpreise September
  • 00:30 - JP: Verbraucherpreise August
  • 00:30 - JP: Verbraucherpreise Tokio September
  • 11:00 - EU: Geschäfts- u. Verbraucherstimmung August
  • 11:00 - EU: Geschäftsklimaindex Eurozone September
  • 14:30 - US: Persönliche Auslagen August
  • 14:30 - US: Persönliche Einkommen August
  • 15:55 - US: Verbraucherstimmung Uni Michigan September

Marktüberblick
- Chartanalyse wichtiger Märkte
von Sven Weisenhaus

DAX

Um weitere 1,95 Prozent konnte der DAX in der vergangenen Woche zulegen. Dabei riss er schon wieder gleich zum Wochenbeginn eine große Kurslücke (Gap, siehe blaue Ellipse im Chart).

DAX - Verlauf der Vorwoche

Dies war auch schon in den beiden Vorwochen der Fall (siehe folgender Chart), in denen der Index jeweils noch stärkere Kursgewinne von 2,13 und 2,82 Prozent erzielte.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Nach der Eröffnungslücke am Montag setzte zunächst eine Konsolidierung der vorangegangenen Kursgewinne ein, bis es durch die US-Notenbank zu einem weiteren Kursschub kam.

Insgesamt schaffte der DAX innerhalb von nur 12 Handelstagen einen Anstieg um 675 Punkte bzw. 8,3 Prozent. Sollte es vor diesem Hintergrund nicht nun bald  zu einer Korrektur kommen? Auf diese Frage gehen wir in der Einzelwert-Analyse (weiter unten) genauer ein.


S&P500

Durch die Bestätigung seines intakten übergeordneten Aufwärtstrends konnte der S&P500 ordentlich Fahrt aufnehmen. Sämtliche Widerstände wurden überwunden und ein neues Hoch markiert.

S&P500 Chartanalyse

Der Keil, in den der Kurs nun hineinzulaufen scheint, deutet allerdings auf eine Ermüdung im Aufwärtstrend hin. Der Kursverlauf könnte bald kippen und es dann doch noch zu einem Bruch des Aufwärtstrends (grüne Linie) kommen. Eine heftige Korrektur wird einfach mit jedem Tag immer wahrscheinlicher.


EUR/USD

Unterstützt durch die Entscheidung der US-Notenbank startete der Euro einen Ausbruchsversuch über die so wichtige Marke von 1,35 US-Dollar. Zwar beendete er auch den Handel der Woche oberhalb dieses Widerstandes, dennoch ist der Ausbruch damit noch nicht nachhaltig. Im Februar dieses Jahres scheiterte schon einmal ein solcher Versuch (siehe Chart).

EUR/USD Chartanalyse

Um was für einen hartnäckigen Widerstand es sich bei dem aktuellen Niveau handelt, erkennt man erst bei einem Blick auf den längerfristigen Kursverlauf.

EUR/USD Chartanalyse

Man sollte hier einfach noch etwas abwarten. Derartige Ausbrüche müssten eigentlich durch weitergehende dynamische Kursanstiege bestätigt werden. Erfolgen diese nun nicht, muss man damit rechnen, dass der Kurs wieder in die Seitwärtsbewegung zurückfällt.
Gelingt ihm hingegen der Ausbruch, dann werden Sie noch genügend Zeit haben zum Einstieg. Denn dann könnte der Kurs auch noch deutlich weiter laufen.

Die Europäische Zentralbank EZB hat vor dem Hintergrund der Eurokrise definitiv kein Interesse an einer schnellen Aufwertung der heimischen Währung. Dies würde die Exporte und damit die wirtschaftliche Erholung Europas belasten. "Never fight the Fed" lautet ein Sprichwort. Dies gilt auch für die EZB. Wir glauben also trotz möglichem Ausbruch nicht daran, dass der Wechselkurs dynamisch steigen wird.


Gold

Der Goldpreis legte nach dem US-Notenbankentscheid deutlich zu. Da hätte man sich fragen können, ob die eher skeptischen Aussagen im DAF-Interview zum Goldpreis vor ca. zwei Wochen völlig falsch gewesen sind. Denn schließlich schoss das Edelmetall am Donnerstag um knapp 60 USD bzw. mehr als 4 Prozent nach oben.

Allerdings muss man in einer derart langfristig gemeinten Prognose zum Goldpreis natürlich solche kurzfristigen Sondereinflüsse außer Acht lassen. Und inzwischen entpuppte sich der deutliche Anstieg als Strohfeuer. Der Goldpreis gab bereits mehr als die Hälfte des Anstiegs wieder ab (siehe Chart).

Gold Chartanalyse

Es bleibt daher beim Goldpreis bei der bisherigen Einschätzungen: "Steigt der Kurs über 1.433 USD, ist der Abwärtstrend seit April beendet. Aktuell tendiert Gold aber wie erwartet wieder abwärts. Es scheint damit zu der von uns erwarteten Seitwärtsbewegung zu kommen, die nun zwischen 1.180 und 1.433 USD ablaufen könnte."


Einzelwert-Analyse
von Sven Weisenhaus

Anstelle einer Einzelwert-Analyse möchten wir heute erneut auf ein Interview eingehen, welches Ihr Chefredakteur Sven Weisenhaus in der vergangenen Woche am Mittwoch dem Deutschen Anleger Fernsehen DAF gegeben hat.

Er stellte sich in der Sendung "DAF Chart Check" den Fragen des Moderators. Dabei ging es um die charttechnische Einschätzung verschiedener Werte, unter anderem auch um Aktien, die wir hier im Geldanlage-Brief bereits für Sie genauer unter die Lupe genommen haben (K+S, Apple). Daher dürfte es sehr interessant sein, wie sich diese Werte in der Zwischenzeit entwickelt haben und inwiefern wir mit den Prognosen dazu richtig oder falsch gelegen haben.

Da vermutlich nicht alle Leser des Geldanlage-Briefs das Interview im Fernsehen bzw. Internet verfolgt haben, möchten wir diese Informationen natürlich nun auch Ihnen allen zukommen lassen. Wir wünschen Ihnen damit viel Erfolg an der Börse.


Ihr
Team vom Geldanlage-Brief


Interview im DAF

Frage 1:
Herr Weisenhaus, der DAX hat am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt nach dem Allzeithoch am Montag. Geht die Rekordjagd weiter?

Es ist natürlich eine sehr undankbare Aufgabe, so kurz vor einer extrem wichtigen Notenbanksitzung charttechnische Analysen zu erstellen. Denn je nach Stärke der Marktreaktion, wenn die US-Notenbank über ihre Geldpolitik entscheidet, kann jegliche Prognose schon wieder komplett hinfällig sein.

Das zweite Problem: Weil wir uns derzeit auch noch auf einem Allzeithoch befinden, haben wir nach oben hin kaum Anhaltspunkte, also z. B. ehemalige Kursniveaus, die nun als Widerstand gelten.

Es gibt natürlich dennoch charttechnisch relevante Marken, die es zu beachten gilt. Da gibt es eine Reihe ganz unterschiedlicher charttechnischer Methoden, die man auch jetzt noch anwenden kann.

Anhand von 4 Charts kann ich Ihnen daher heute dennoch ein hoffentlich sehr gutes Bild über die Lage im DAX aufzeigen.

Da wäre zuerst ein Aufwärtstrendkanal zu nennen, in dem sich der DAX bereits seit Herbst 2011 aufhält. Dessen untere Trendlinie läuft aktuell bei ca. 7.650 Punkten, die obere bei fast 9.000 Punkten.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Damit haben wir schon mal 2 Kursziele für den DAX. Ein wenig Restpotential nach oben bis rund 9.000 Punkte lässt sich also für den DAX ausmachen.

Daneben haben wir innerhalb dieses Trendkanals eine steilere Aufwärtslinie, grün eingezeichnet. Diese kreuzt sich derzeit mit dem ehemaligen Allzeithoch bei 8.151,57 Punkten, womit wir hier eine Kreuzunterstützung (markiert mit einem grünen Kreis) und damit eine dritte relevante Kursmarke für den DAX haben. Hier scheint der DAX nach unten hin abgesichert zu sein.

Im zweiten Chart nun habe ich das Prinzip der Wellengleichheit angewendet.
In der charttechnisch gibt es häufig sehr ähnliche Kursverläufe, so dass sich Muster wiederholen, wie zum Beispiel die Linke und die rechte Schulter einer SKS oder ähnliches - Fibonacci-Marken, Elliott-Wellen könnte man noch nennen.
Im DAX ähneln sich der Aufwärtstrend vom Tief im Jahr 2009 bis zum Zwischenhoch in 2011 und der aktuelle Trend sehr.

DAX - Wellengleichheit

Geht man davon aus, dass beide Trends sowohl zeitlich gesehen als auch vom Ausmaß her gleich verlaufen, dann braucht man nur die Rechtecke zu betrachten. Hier sieht man dann, dass der Trend im DAX aktuell sowohl zeitlich gesehen nicht mehr viel Spielraum hat, der Trend ist also schon sehr "alt", aber auch vom Ausmaß her nur noch Potential bis ca. 9.000 Punkte hat.
Dieses Kursziel deckt sich mit der oberen Begrenzung des Aufwärtstrends aus dem ersten Chart.


[Zusatzinformation exklusiv für die Leser des Geldanlage-Briefs:
Im dritten Chart habe ich noch einen breiteren Trendkanal eingezeichnet, der die beiden Aufwärtstrends zusammen erfasst. Und auch hier zeigt sich, dass die obere Trendkanalbegrenzung derzeit im Bereich von 9.000 Punkten verläuft.

DAX - Chartanalyse

Mit dem roten Kreis habe ich die Stelle markiert, wo sich also 3 Widerstände kreuzen. Damit können wir also sagen, dass der DAX maximal bis dorthin Potential hat.

Nach unten hin liegen die Unterstützungen bei der grünen Aufwärtstrendlinie und dem ehemaligen Allzeithoch, die beide im Bereich von 8.150 Punkten liegen. Danach folgt die untere Trendlinie des Aufwärtstrendkanals und dann das Hoch vom Mai bei 7.600 Punkten.]

 

Frage 2:
Was heißt dies nun für unsere Zuschauer? Wie lautet ihr Kursziel für den DAX bis Ende des Jahres?

Hierzu habe ich einen vierten Chart mitgebracht. Die Pfeile zeigen einen möglichen Kursverlauf bis zum Jahresende.

DAX - möglicher Kursverlauf

Ich erwarte also in jedem Fall noch eine Herbstkorrektur. Allerdings sehe ich kurzfristig durchaus vorher noch Potential, welches sich mit der vorangegangenen Chartanalyse deckt. Wann die Herbstkorrektur einsetzt und ob wir kurzfristig noch steigende Kurse sehen, hängt ganz elementar von der Marktreaktion heute Abend nach der Notenbanksitzung ab.


Frage 3:
Schauen wir auf K+S: Die Aktie wird im Moment heiß diskutiert. Welches Kursziel sehen Sie hier?

Wir haben hier ein Kurstief bei ca. 15 Euro gesehen. Da wurden dann zum Teil sehr drastische Kursziele genannt - bis zu 3 Euro im Tief. Diese halte ich jedoch für absolut falsch.

Die K+S-Aktie hatte ich im Geldanlage-Brief am 12. August sehr ausführlich fundamental analysiert. Ich kam dabei selbst bei einem 50-prozentigen Gewinneinbruch zu dem Ergebnis, dass bei einem Kurs von 18 Euro das KGV in diesem extrem pessimistischen Fall nur bei unter 8 läge.

Und da die Bilanz extrem solide aufgestellt und die Aktie mit einem enormen Anteil von Sachanlage- und immateriellem Vermögen unterfüttert ist, kam ich zu dem Ergebnis, dass die Kursverluste massiv übertrieben waren.

K+S - Aktie im Chartcheck

Charttechnisch sehe ich derzeit den Kurs zwischen 20 und 26 oder knapp 27 Euro sehr gut aufgehoben. Ein Einpendeln auf diesem Niveau halte ich für sehr wahrscheinlich, bis sich abzeichnet, wie sich der Kali-Preis tatsächlich entwickelt. Wenn sich dies dann in der Unternehmensbilanz und in der Gewinnentwicklung von K+S widerspiegelt, dann sehe ich auch wieder deutlich höhere Kurse.


Frage 4:
Die Aktie von Apple hat nach der Präsentation der neuen iPhones wieder einen deutlichen Dämpfer hinnehmen müssen. Drohen jetzt vielleicht sogar neue Tiefs?

Hier kann man auch sehr schön mit der Charttechnik begründen. In dem Chart der Apple-Aktie in Euro sieht man sehr schön, dass die ehemalige Aufwärtsbewegung korrigiert wurde. Dabei fiel der Kurs exakt bis auf das 50%-Fibonacci-Retracement zurück. Danach ging es zunächst wieder nach oben.

Apple - Aktienkurs in Euro

Die Aktie von Apple hatten wir ebenfalls kürzlich erst für unsere Leser im Geldanlage-Brief analysiert - am 22. Juli. Wir hatten hier bei einem damaligen Kurs von 430 USD auf steigende Kurse gesetzt. Jetzt gab es aber wieder einen Rückschlag für den Kurs, weil die großen Innovationen fehlen.

Wenn man sich hierzu nun den Chart in USD anschaut, dann sind auch dort die Fibonacci-Marken eingezeichnet. Allerdings habe ich hier zusätzlich die Marken aus der Abwärtsbewegung von 2012 bis in dieses Jahr hinein hinzugefügt.

Apple - Aktienkurs in USD

Und der Kurs ist nun nur bis an das 38,20%-Fibonacci-Retracement hochgelaufen. Da er dort bereits gescheitert ist, gilt der vorangegangene Abwärtstrend als noch intakt.

Der Kurs steht also zwischen der kurzfristigen Fibonacci-Marke (38,20 Prozent) und der Fibonacci-Marke aus der langfristigen Sicht (50 Prozent). Ich gehe daher davon aus, dass der Kurs zwischen diesen Fibonacci-Marken hin und her pendeln wird. Die Bandbreite ist hier mit einem blauen Rechteck markiert

Es fehlen einfach die neuen großen Innovationen. Daher wird das Unternehmen wohl nun in die recht hohe Bewertung hinein wachsen (ähnlich wie es bei Microsoft der Fall war). Das Gewinnwachstum der Vergangenheit, welches durch Innovationen angeschoben wurde, wird wohl so zukünftig nicht mehr stattfinden.


Frage 5:
Die Nokia-Aktie hat nach dem Microsoft-Deal deutlich anziehen können. Wie viel Luft ist hier noch nach oben?

In dem Chart sieht man eine Keilformation. Der Kurs hat diese Formation seitwärts verlassen. Dies deutet auf eine Bodenbildung hin.

Nokia - Aktie im Chartcheck

Im zweiten Chart ist sogar ein kurzfristiger Aufwärtstrend erkennbar. Der Kurs hat aktuell das obere Ende (blaue Linie) dieses Trends erreicht.

Nokia - kurzfristiger Aufwärtstrend

Das Mobilfunkgeschäft war in der jüngeren Vergangenheit ein klarer Belastungsfaktor für das Unternehmen. Dieser ist nun mit dem Microsoft-Deal weg. Es ist eine Menge Liquidität geflossen, die nun zur Bereinigung der Bilanz genutzt werden kann, zum Beispiel durch den Abbau der Verschuldung. Daher gab es im Nokia-Kurs einen Freudensprung.

Der im Chart eingezeichnete Pfeil deutet an, dass es sich bei dem Kursanstieg nicht nur um ein Strohfeuer gehandelt hat, sondern dass dies zu der Bodenbildung gehört und diese sogar damit abgeschlossen wurde. Nokia ist aber noch recht hoch bewertet und daher wird es wohl nach einer Konsolidierung des aktuellen Kurssprungs nur zu leicht steigenden Kursen kommen innerhalb des Aufwärtstrends.


Frage 6:
Wo gibt es denn eine interessante Story? Sagen Sie doch mal als Charttechniker, wo sich gerade etwas Besonderes tut.

Die Frage kommt mir sehr gelegen, denn wir haben gerade erst am Montag im Geldanlage-Brief die Aktie von GDF Suez unter die Lupe genommen. Hier haben wir sowohl die fundamentale als auch die charttechnische Situation betrachtet. Dazu habe ich einen langfristigen Chart mitgebracht, in dem man, ähnlich wie bei Nokia, eine Keilformation sieht.

GDF Suez - langfristige Chartanalyse

Der Kurs ist gerade erst aus dieser Formation ausgebrochen. Im kurzfristigen Chart sieht man, dass der Kurs noch einmal an die obere Begrenzungslinie des Keils herangelaufen ist und sich dann dort wieder nach oben hin abstoßen konnte.

GDF Suez - kurzfristige Chartanalyse

Es ist also gerade erst der Ausbruch aus der Keilformation gelungen und es hat sich eine schöne Bodenbildung abgebildet.

Der Kursanstieg ist sogar fundamental gut unterfüttert, z. B. durch eine hohe Dividendenrendite von 8 Prozent oder durch kontinuierliche Unternehmensgewinne. Fundamentale und charttechnische Situation passen also sehr gut zusammen. Und weil wir es gerade erst mit einem frischen Kaufsignal zu tun haben, ist auch noch eine Menge Restpotential vorhanden. Für einen Einstieg ist es daher sicherlich noch nicht zu spät.


Frage 7:
Der Goldpreis war erst Richtung 1.300 USD gefallen. Diese für Charttechniker wichtige, runde Marke hat gehalten. Welches Kursziel haben Sie nun für Gold?

Hierzu habe ich zwei Charts mitgebracht. Der erste zeigt, wie ich den Goldpreis vor 14 Tagen noch beim Interview im Rohstoff-Monitor gesehen habe.

Gold Chartanalyse

Da war der Kurs gerade am 61,80-Prozent-Fibonacci-Retracement gescheitert, was auf fallende Kurse hindeutete. Diese hat es inzwischen auch gegeben.

Das grüne Rechteck im zweiten Chart mit nach oben deutenden Pfeilen stellt eine Investment-Empfehlung dar, die ich meinen Lesern im Geldanlage-Brief gegeben habe.

Gold - Bonus-Zertifikat

Mit einem Bonus-Zertifikat nämlich kann man auch dann Kursgewinne erzielen, wenn der Kurs leicht fällt oder nur seitwärts tendiert. Wenn man bei Bonus-Zertifikaten eine Barriere im Bereich des ehemaligen Tiefs knapp unter 1.180 USD wählt, dann kann man mit diesen Wertpapieren auch schöne Gewinne erzielen, wenn es im Goldpreis nicht so gut läuft.

Die Marke von 1.300 USD könnte nun zwar den Goldpreis unterstützen, doch stark steigende Kurse sehe ich nicht. Und von einer solchen Situation kann man hervorragend mit Bonus-Zertifikaten profitieren.


Interview als Video auf www.daf.fm

Sie können sich das komplette Interview auch als Video HIER in voller Länge ansehen.

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