A.S. Création - trotz Gewinnwarnung ein Kauf?

Inhalt dieser Ausgabe

  1. In eigener Sache - Interesse am neuen Börsendienst überwältigend
  2. Marktanalyse - Achten Sie in dieser Woche auf die US-Arbeitsmarktdaten!
  3. Konjunktur-Radar - Dahin steuern die wichtigsten Volkswirtschaften
  4. Termine der Woche
  5. Marktüberblick - Chartanalyse wichtiger Märkte
  6. Einzelwert-Analyse - A.S. Création trotz Gewinnwarnung ein Kauf?

 



›› In eigener Sache
- Interesse am neuen Börsendienst überwältigend

von Geldanlage-Brief-Team

Das Interesse an dem vor einer Woche angekündigten neuen Börsendienst ist überwältigend. Wir können Ihnen bestätigen, dass wir Ihre E-Mails und auch die Mitteilungen über das Kontaktformular erhalten haben. (Der Fehler in dem Formular, über den wir in der vorangegangenen Ausgabe berichteten, ist also behoben.)

Planung und Realisierung bereits fast abgeschlossen

Die Planungen und Realisierungen des neuen Abo-Börsendienstes laufen auf Hochtouren und kommen sehr gut voran. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir die gewinnbringenden Analysen aus dem Geldanlage-Brief (durchschnittlich über 30 Prozent Gewinn) in diesem neuen Börsendienst fortschreiben können. Anhand des darin geführten Musterdepots müssen Sie unsere Empfehlungen zukünftig nur noch 1:1 nachhandeln, um Ihr Vermögen auf- bzw. deutlich auszubauen.

Sie erhalten in Kürze das Börsenbrief-Konzept per E-Mail

In Kürze werden wir Ihnen das vollständige Konzept mit allen Details zum neuen Börsendienst zukommen lassen.
Interessenten, die sich haben vormerken lassen, erhalten diese Informationen, wie angekündigt, einen Tag früher als alle anderen Leser des Geldanlage-Briefs. Sie erhalten dadurch bevorzugt die Möglichkeit, Ihre bislang unverbindliche Anmeldung in ein verbindliches Abonnement umzuwandeln.

Wenn Sie auch zum Kreis der bevorzugten Empfänger gehören möchten, dann schreiben Sie uns noch schnell eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Das bisherige Interesse ist überwältigend!

Der bisherige Andrang war so groß, dass bereits jetzt schon nur noch wenige freie Plätze für den neuen Abo-Dienst verfügbar wären, sollten sich alle vorgemerkten Leser auch für eine verbindliche Anmeldung entscheiden.

Wir möchten uns daher an dieser Stelle bereits für das überaus positive Feedback bei Ihnen bedanken.


Ihr
Team vom Geldanlage-Brief

 




›› Marktanalyse
- Achten Sie in dieser Woche auf die US-Arbeitsmarktdaten!

von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

in der abgelaufenen Handelswoche ging ein sehr wichtiger Termin über die Bühne: die richtungsweisende Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC - Offenmarktausschuss der Fed).

Geldpolitik bleibt vorerst unverändert

Doch so wirklich richtungsweisend war das Ergebnis der Sitzung leider nicht. Zunächst einmal wurde beschlossen, den Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent und die Anleihekäufe bei 85 Mrd. US-Dollar pro Monat zu belassen. Dies wurde so erwartet und stellt daher keine Überraschung dar.

FOMC-Statement sollte Hinweise auf die zukünftige Marschrichtung geben

Viel wichtiger als der aktuelle Beschluss war allerdings das FOMC-Statement zu dieser Sitzung, denn hieraus hatten sich die Marktteilnehmer Hinweise auf die zukünftige Marschrichtung der Fed erhofft. Doch auch hier änderte sich relativ wenig. Das Wording und die Einschätzung der Lage blieben nahezu identisch zu den Angaben nach der vorangegangenen Sitzung.

Die wesentlichen Aussagen der Fed

Folgende Themen wurden in der Pressemitteilung zur vergangenen Notenbanksitzung angesprochen:

  1. Der Leitzins soll niedrig bleiben, solange die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent verbleibt.
  2. Es wird weiterhin mit einer Inflationsrate unterhalb von 2 Prozent gerechnet. Diese könnte sich sogar als Problem für die Wirtschaft herausstellen.
  3. Die Erholung am Immobilienmarkt hat sich etwas abgeschwächt.
  4. Es wird auf mehr Beweise gewartet, dass der Aufschwung nachhaltig ist, bevor die Anleihe-Käufe angepasst werden.
  5. Neu hinzugefügt wurde in das Statement der Satz: "Fiscal policy is restraining economic growth". Gemeint ist damit das Gerangel um die Haushalts- und Schuldenprobleme in den USA, welches also aus Sicht der Notenbank das Wirtschaftswachstum belastet.

Die gleichen und damit richtigen Themen im Geldanlage-Brief

Vergleichen Sie einmal diese Aussagen mit unseren bisherigen Angaben im Geldanlage-Brief. Genau über diese Themen und Fakten haben wir zuletzt sehr ausführlich berichtet:
Die US-Schuldenobergrenze wurde aus aktuellem Anlass von uns zuletzt besonders stark thematisiert. Und neben dem mehrfachen Hinweis auf die Zielrate der Fed von 6,5 Prozent bei der US-Arbeitslosenquote haben wir Sie auch durch die Einführung des „Konjunktur-Radar“ und die damit verbundene Analyse der Wirtschaftsdaten aus den USA über das Thema Inflation und die Schwäche am Immobilienmarkt informiert.

Der Dezember-Termin für das „Tapering“ bleibt wahrscheinlich

Wir deuten das nur in Nuancen geänderte Wording des FOMC-Statements daher dahingehend, dass der Dezember-Termin für die Reduzierung der Anleihekäufe nach wie vor realistisch und sogar wieder deutlich wahrscheinlicher geworden ist. Zumal dieser Termin von den Währungshütern nicht dementiert wurde.

Mit dem Geldanlage-Brief wurden Sie auf die aktuellen Kursentwicklungen vorbereitet

Auch andere Marktteilnehmer sahen dies genauso. Der Goldpreis hat sofort reagiert und ist kräftig eingebrochen. Genau dies hatten wir erwartet und mehrfach geäußert, als wir in den vorangegangenen Ausgaben schrieben, dass der Goldpreis unter Druck bleiben wird.
(Zitat: „Der Goldpreis wird aus unserer Sicht aufgrund der fundamentalen Entwicklungen, insbesondere im Hinblick auf die Notenbankpolitik der Fed und die derzeit sinkenden Inflationsraten, unter Druck bleiben.“)

Und auch der Euro ist kräftig gefallen bzw. der US-Dollar hat sich erholt, genau wie wir es im „Marktüberblick“ bei der Analyse der Märkte immer wieder formuliert hatten.
(Zitat: „Sollte sich auf der in dieser Woche stattfindenden Sitzung abzeichnen, dass die Fed ab Dezember die Käufe der Staatsanleihen reduziert, dürfte sich der US-Dollar ein wenig erholen.“)

Fazit: Mit dem Geldanlage-Brief waren Sie auf die Entwicklung perfekt vorbereitet.

Wie geht es nun weiter?

Wie geht es also nun weiter? Sie wissen aus unseren bisherigen Chartanalysen bereits, dass die aktuell noch intakten Aufwärtstrends an den Aktienmärkten bereits eine gewisse Reife erreicht haben. Und mit dem wahrscheinlicher gewordenen Dezember-Termin für das Tapering dürften diese Trends nun auch zeitlich gesehen ihrem Ende mit jedem Tag näher rücken, sollte dieser Termin mit den kommenden Wirtschaftsdaten aus den USA unterstrichen werden.

Achten Sie besonders auf die US-Arbeitsmarktdaten

Die Daten, welche den wichtigsten Hinweis darauf geben werden, erscheinen bereits in dieser Woche. Am kommenden Freitag erscheint der offizielle Arbeitsmarktbericht für den Monat Oktober. Aufgrund von „Nachwehen“ des Shutdowns wird dieser statt wie üblich am ersten Freitag des Monats dieses Mal eine Woche verspätet veröffentlicht.

Auf unserer Facebook-Seite frühzeitiger über aktuelle Daten informiert

Auf unserer Facebook-Seite unterrichten wir unsere „Liker“ übrigens schon unter der Woche über diverse US-Daten. Werden Sie unser Fan und sind auch Sie damit noch aktueller über die Entwicklung der US-Daten informiert.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

 




›› Konjunktur-Radar
- Dahin steuern die wichtigsten Volkswirtschaften

von Sven Weisenhaus

Positive US-Konjunkturdaten werden die US-Notenbank Fed dazu veranlassen, die Anleihekäufe ab Dezember zu reduzieren.

US-Einkaufsmanager immer zuversichtlicher

Wie wir unseren „Followern“ auf Facebook bereits am Freitag berichteten, notiert der US-amerikanische ISM Index im Oktober bei 56,4. Er ist damit leicht gestiegen gegenüber dem Vormonatswert von 56,2 und konnte bereits den 5. Anstieg in Folge verzeichnen.

ISM-Index
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanischer ISM Index

Werte über 50 deuten bei diesem Indikator auf Wachstum. Die Erholung der US-Wirtschaft dürfte sich demnach fortsetzen.

Einkaufsmanagerindizes erreichen Mehrjahreshochs

Neben dem ISM-Index berichteten wir ebenfalls am Freitag auf unserer Geldanlage-Brief-Facebook-Seite auch über den Chicagoer Einkaufsmanagerindex, der ebenfalls gestiegen ist. Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex notiert im Oktober sogar bei 65,9. Im Vormonat hatte der Index noch bei „nur“ 55,7 gestanden.

Chicagoer Einkaufsmanagerindex
(Quelle: Markt-Daten.de) Chicagoer Einkaufsmanagerindex

Auch bei diesem Index bedeuten Werte über 50 Wachstum. Zudem stand der Chicagoer Index seit März 2011 nicht mehr auf einem derart hohen Niveau. Beim ISM-Index sieht es übrigens ganz ähnlich aus.

US-Industrie erhält mehr Aufträge

Dazu passt auch der Anstieg in der US-amerikanischen Industrieproduktion. Für September wurde am Montag vor einer Woche ein Plus von 0,6 Prozent gemeldet. Bereits im Vormonat war die Industrieproduktion um 0,4 Prozent geklettert. Die Kapazitätsauslastung stieg zeitgleich von 77,8 auf 78,3 Prozent.

Die Einkaufsmanager scheinen also ein gutes Gespür zu haben, was allerdings auch nicht verwundert, weil sie am Beginn des Produktionsprozesses stehen.

Dies sind schon deutliche Hinweise darauf, dass der Dezember-Termin für den Start des Tapering der US-Notenbank wahrscheinlich ist.

Probleme am US-Immobilienmarkt

Es ist aber nicht alles eitel Sonnenschein. Sonst hätte sich die Fed jüngst auch noch positiver geäußert. Über die Probleme am US-Häusermarkt hatten wir in den vorangegangenen Ausgaben und auch zu Beginn der heutigen Ausgabe berichtet. Auch die Notenbank hatte diese in ihrem Statement aufgegriffen. Der aktuelle Rückgang bei den anstehenden Hausverkäufen im September bestätigt dies. Es gab ein sattes Minus von 5,3 Prozent.

Anstehende Hausverkäufe in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) anstehende Hausverkäufe in den USA

Verunsicherung der US-Verbraucher steigt

Und auch die Verbraucher scheinen ihr Vertrauen zu verlieren. Erst vor einer Woche hatten wir über den Indikator der Uni Michigan berichtet. Nun bestätigen auch die Zahlen zum Verbrauchervertrauen ("Consumer Confidence") des Conference Boards für Oktober diesen Eindruck. Der Index ist kräftig eingebrochen von 80,2 auf 71,2.

Verbrauchervertrauen des Conference Boards
(Quelle: Markt-Daten.de) Verbrauchervertrauen des Conference Boards

Nur die US-Regierung kann dieses Vertrauen zurückbringen, indem sie es nicht erneut zu einem derartigen Desaster bei den Haushaltsverhandlungen kommen lässt.

Keine steigenden Inflationsraten in Sicht

Ein weiteres Thema, welches von der US-Notenbank in dem FOMC-Statement aufgegriffen wurde (wie eingangs berichtet), ist die Inflation. Zitat: „Es wird weiterhin mit einer Inflationsrate unterhalb von 2 Prozent gerechnet.“ Die US-amerikanischen Erzeugerpreise sind im September sogar um 0,1 Prozent zum Vormonat gesunken, wie am Dienstag vergangener Woche verkündet wurde. Einen Tag später wurde dann der Anstieg der Verbraucherpreise mit +0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat angegeben. Die Jahresrate ist von 1,8 auf 1,7 Prozent gefallen.

Von der Preisfront her hat die US-Notenbank also keinen Druck, die Geldpolitik zu ändern. Aber dies kann sich bis Dezember noch ändern. Aber eine Verbraucherpreisinflation von 1,7 Prozent dürfte sie auch nicht an einer Rückführung der Anleihekäufe hindern, weil dies, im Gegensatz zu der sehr geringen Inflation in Europa von nur 0,7 Prozent (siehe dazu auch die nachfolgende Chartanalyse zum Euro), auch nicht zu gering ist und damit keine Deflation droht.

 




›› Termine der Woche

(KW 45: Handelswoche vom 04.11. bis 08.11.2013)

Sie können die folgenden „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 04.11.2013

  • 09:55 - DE Einkaufsmanagerindex Oktober
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Eurozone Oktober
  • 16:00 - US Industrieaufträge August
  • 16:00 - US Industrieaufträge September


Dienstag, 05.11.2013

  • 11:00 - EU Erzeugerpreise Industrie September
  • 16:00 - US ISM Dienstleistungsindex Oktober


Mittwoch, 06.11.2013

  • 09:55 - DE Dienstleistungsindex Oktober
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Eurozone Oktober
  • 11:00 - EU Einzelhandel September
  • 12:00 - DE Auftragseingang Industrie September
  • 16:00 - US Frühindikatoren September


Donnerstag, 07.11.2013

  • 12:00 - DE Produktion prod. Gewerbe September
  • 13:00 - GB BoE Sitzungsergebnis
  • 13:45 - EU EZB Sitzungsergebnis
  • 14:30 - US BIP 3. Quartal
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 21:00 - US Verbraucherkredite September


Freitag, 08.11.2013

  • 08:00 - DE Außenhandel September
  • 08:00 - DE Umsatz verarb. Gewerbe September
  • 14:30 - US Persönliche Auslagen September
  • 14:30 - US Persönliche Einkommen September
  • 14:30 - US Beschäftigte ex Agrar Oktober
  • 14:30 - US Arbeitslosenquote Oktober
  • 15:55 - US Verbraucherstimmung Uni Michigan November

 




›› Marktüberblick
- Chartanalyse wichtiger Märkte

von Sven Weisenhaus


DAX

Vor einer Woche billigten wir dem DAX nur noch wenig Restpotential bis zur oberen Begrenzung des blau eingezeichneten Trendkanals (siehe folgender Chart) zu, der bei ca. 9.085 Punkten verlief. Der bisherige Höchstkurs, welcher am Mittwoch vergangener Woche erzielt wurde, lag bei 9.070 Punkten (roter Kreis im Chart).

DAX Chartanalyse

Der Schlusskurs der Woche lag dann jedoch nur noch bei 9.007 Punkten. Eine Entscheidung ist damit bislang noch nicht gefallen.

Weiterhin ist der DAX im Rahmen des aktuellen Aufwärtstrends seit Herbst 2011 in etwa so weit gelaufen, wie in der Aufwärtsbewegung von März 2009 bis Mai 2011. Auch zeitlich liefen die beiden Trends nahezu exakt gleich lang, der aktuelle Trend hat hier noch etwas Raum. Vielleicht bis Dezember, wenn die US-Notenbank das Tapering beginnt.

Long-Positionen würden wir aktuell nicht eingehen und die Stopps eng nachziehen. Für Short-Spekulationen ist es vielleicht noch zu früh, kleinere Einstiegs-Positionen könnte man aber bereits riskieren. Auch wenn der DAX noch weiter steigt, dürfte er im Rahmen einer Korrektur unter das aktuelle Niveau fallen. Ein Gewinn wird dann also früher oder später möglich, auch wenn man zwischenzeitig leicht in den Verlust gerät.


S&P500

Beim S&P500 stehen die Börsenampeln weiterhin voll auf Grün. Der jüngste, leichte Kursrückgang hat noch kein charttechnisches Porzellan zerschlagen, da der Ausbruch über die blauen Widerstandslinien noch als geglückt gilt.

S&P500 Chartanalyse

Zurecht hatten wir daher vor einer Woche geschrieben, dass „man .. diesen bullischen Signalen durchaus folgen“ kann. Absichern sollte man die Long-Positionen allerdings weiterhin eng unterhalb der blauen Trendlinien. Sollte der Kurs in den Keil zurückfallen, dann könnte sich hier ein „false break“ bilden, genau wie wir ihn beim Bruch der grünen Aufwärtstrendlinie Im Oktober erlebt haben (wir berichteten).


EUR/USD

Der Euro ist auf unter 1,35 US-Dollar eingebrochen. Aus unserer Sicht zeichnet sich mit dem starken Kursrutsch des Euro von 1,385 auf aktuell 1,3485 ab, dass die Anleger das Tapering der US-Notenbank im Dezember wieder für wahrscheinlicher halten.

EUR/USD Chartanalyse

In den vergangenen Wochen haben wir mehrfach hier an dieser Stelle im Geldanlage-Brief geschrieben, dass sich der US-Dollar erholen wird, wenn die Anleger realisieren, dass die Fed im Dezember die Anleihekäufe reduzieren könnte. Insbesondere hatten wir dabei auf die kürzlich stattgefundene Notenbanksitzung hingewiesen. Exakt seit diesem Termin sinkt der Euro.

Noch kann es sich bei dem aktuellen Rückgang um einen Test des Ausbruchsniveaus handeln. Doch glauben wir nicht daran. Die Inflation ist in Europa inzwischen auf nur noch 0,7 Prozent gefallen. Der gesunkene Ölpreis könnte die Rate sogar noch weiter drücken. Die EZB könnte genötigt sein, eine mögliche Deflation zu bekämpfen. Bereits in dieser Woche tagt der EZB-Rat wieder und vielleicht werden hier sogar neue geldpolitische Maßnahmen verkündet. In diesem Fall würde der Euro noch stärker unter Druck geraten.


Gold

Auch der Goldpreis ist heftig eingebrochen. Im Vergleich zur Vorwoche gelang nur noch ein leichter Anstieg auf knapp über 1.360 US-Dollar, bevor es dann wieder in Richtung der psychologischen Marke von 1.300 US-Dollar ging.

Gold Chartanalyse

Dass der Goldpreis jetzt schon wieder so stark eingebrochen ist, muss man natürlich der US-Notenbank und damit einem externen Ereignis zuordnen. Dennoch ist es bedenklich, dass der Goldpreis nicht sein volles Potential aus der Keilformation (1.433 US-Dollar) ausnutzen konnte.

So richtig bedauern müssen wir dies jedoch nicht, weil wir mehrfach und immer wieder betont haben, dass wir lediglich von einer längeren Seitwärtsphase zwischen 1.180 und 1.433 USD ausgehen und der Goldpreis „aus unserer Sicht aufgrund der fundamentalen Entwicklungen, insbesondere im Hinblick auf die Notenbankpolitik der Fed und die derzeit sinkenden Inflationsraten, unter Druck bleiben“ wird. Wir hatten also stets auf die US-Notenbank abgestellt und hingewiesen.

 




›› Einzelwert-Analyse
- A.S. Création trotz Gewinnwarnung ein Kauf?

von Sven Weisenhaus

Heute möchten wir wieder eine Leser-Mail aufgreifen und eine Wunschanalyse erstellen. Zwar erreichte uns die E-Mail des Lesers bereits Ende August, wir greifen sein Wunsch-Unternehmen aber erst heute auf, weil wir einerseits zuvor früher eingegangene Leser-Mails berücksichtigt haben und weil andererseits das Unternehmen genau heute aktuelle Meldungen veröffentlicht hat. Daher können wir mit taufrischen Unternehmenszahlen hantieren.

Und dieses Abwarten hat sich ausbezahlt denn das Unternehmen hat heute Morgen eine Gewinnwarnung herausgegeben. Bei dem nachfolgend genau unter die Lupe genommenen Unternehmen A.S. Création handelt es sich um einen Tapetenhersteller.

Tapetenhersteller UND Gewinnwarnung? Klingt langweilig und zugleich gefährlich? Doch schauen wir vor einem Urteil einmal genauer hin.

Kurzportrait

A.S. Création (ISIN DE000A1TNNN5) ist nach eigenen Angaben einer der führenden europäischen Tapetenhersteller und stellt jährlich mehr als 6.000 verschiedene Tapeten und Bordüren in allen Materialqualitäten und Anwendungsbereichen her.
Mit über 80 aktuellen Kollektionen am Markt bietet das Unternehmen seinen Kunden von der herkömmlichen Tapete bis hin zur Fototapete alle möglichen Trends an.

Geschäftsentwicklung

Die wirtschaftliche Schwäche, vor allem in Europa, macht auch dem Tapetenhersteller A.S. Création zu schaffen. Hinzu kommen neue Aktivitäten in Russland (langfristig ist die Expansion und damit der Ausbau der Geschäftsaktivitäten positiv zu sehen), die das Konzernergebnis 2013 bislang deutlich stärker belastet haben als erwartet.

In den ersten drei Quartalen der laufenden Geschäftsjahres konnte der Konzernumsatz lediglich leicht von 151,9 Mio. Euro um 0,8 Prozent auf 153,1 Mio. Euro gesteigert werden. Die eigenen Planungen wurden damit verfehlt. Die ursprüngliche Planung für das Gesamtjahr 2013 ging von einem Umsatzwachstum zwischen 5,6 und 10,6 Prozent aus.

Das operative Ergebnis hat sich von 11,6 Mio. Euro in den ersten neun Monaten 2012 um 1,3 Prozent auf 11,7 Mio. Euro im Berichtszeitraum verbessert und markiert damit einen neuen Höchstwert.

Aufgrund eines verschlechterten Finanzergebnisses blieb der Jahresüberschuss in den ersten drei Quartalen 2013 allerdings mit 4,9 Mio. Euro um 28,8 Prozent hinter dem Vorjahresniveau von 6,8 Mio. Euro zurück. Auch hier wurden die unternehmenseigenen Erwartungen nicht erfüllt.

Auf Basis der unverändert gebliebenen durchschnittlichen Anzahl der ausstehenden Aktien von 2.756.351 Stück errechnet sich für den Berichtszeitraum (1. Bis 3. Quartal 2013) ein Ergebnis pro Aktie in Höhe von 1,76 Euro (Vorjahr: 2,47 Euro).

Der Cash-flow zeigte sich in den ersten neun Monaten 2013 mit 13,8 Mio. Euro zum Vorjahr (13,9 Mio. Euro) nahezu unverändert.

Die aktuelle Nettofinanzverschuldung liegt mit 19,9 Mio. Euro am 30. September 2013 um 1,4 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Sie wird offenbar kontinuierlich zurückgeführt, denn bereits im Vorjahreszeitraum wurden die Schulden um 8,1 Mio. Euro zu reduziert.
Die Eigenkapitalquote ist inzwischen auf 57,3 Prozent per 30. September 2013 gestiegen.

Geschäftsausblick

Die neuen Aktivitäten in Russland haben das Konzernergebnis 2013 bislang deutlich stärker belastet als erwartet, so dass aus Unternehmenssicht davon ausgegangen wird, dass die für das Gesamtjahr 2013 veröffentlichte Konzernplanung, die einen Konzernumsatz zwischen 210 Mio. Euro und 220 Mio. Euro und einen Jahresüberschuss zwischen 9 Mio. und 11 Mio. Euro vorsah, nicht mehr erreicht werden wird.

Insgesamt geht der Vorstand nun im Geschäftsjahr 2013 von einem Konzernumsatz zwischen 200 Mio. und 210 Mio. Euro aus. Der Konzern-Jahresüberschuss soll nun zwischen 5,0 Mio. und 6,5 Mio. Euro liegen.

Bewertung

Die gesamte Aktienanzahl liegt bei 3 Mio. Stück und der aktuelle Aktienkurs bei rund 38 Euro. Dadurch errechnet sich eine Marktkapitalisierung von rund 114 Mio. Euro.

Bei geplanten Umsätzen von nach unten korrigierten mind. 200 Mio. bis zu 210 Mio. Euro in 2013 errechnet sich ein aktuelles Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) im Mittel von nur 0,56. Das ist durchaus günstig, spiegelt aber die Zurückhaltung der Anleger wider.
Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis ist aber alleine nicht sehr aussagekräftig, weil Aktionäre auf Gewinne abzielen. Der Umsatz sagt wenig über die Ertragskraft eines Unternehmens aus. Lediglich die Umsatzentwicklung ist einen Blick wert. Und hier ist es so, dass die Umsätze in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert werden konnten. Und auch wenn die Erwartungen für das laufende Jahr reduziert wurden, so bedeuten Sie dennoch erneut ein Umsatzwachstum.

Das Ergebnis pro Aktie (EPS) lag im Geschäftsjahr 2012 bei 2,67 Euro und konnte im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden, von 1,69 Euro um fast 60 Prozent. Allerdings muss man bei diesem kurzfristigen Vergleich beachten, dass das EPS damit eigentlich nur zurück auf das Niveau der Vorjahre zurückgefunden hat - 2010: 3,05 Euro, 2009: 2,72 Euro und 2008: 3,22 Euro.
Diese Jahreszahlen verdeutlichen, dass das Unternehmen seit Jahren solide Gewinne erwirtschaftet.

Nun hat der Konzern für das laufende Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von 5,0 bis 6,5 Mio. Euro angekündigt. Kalkuliert man vorsichtig, dann errechnet sich bei einem Gewinn von 5,0 Mio. Euro und ausstehenden Aktien von 2,756 Mio. Stück ein Ergebnis pro Aktie (EPS) von 1,814 Euro. Daraus würde sich beim aktuellen Kurs von 38 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das Jahr 2013 von 21 errechnen. Damit wäre die Aktie bereits sehr ambitioniert bewertet.
Nimmt man das obere Ende der Gewinnspanne (6,5 Mio. Euro), dann errechnet sich ein EPS von 2,358 und damit ein KGV von über 16. Ebenfalls nicht gerade günstig für ein Unternehmen, welches soeben über Probleme in der Geschäftsentwicklung berichtet hat.

Ein Kurs-Gewinnwachstums-Verhältnis (PEG) lässt sich aktuell nicht ermitteln. Eine Variable in der Berechnung des PEG ist das Gewinnwachstum. Doch der Gewinn wird in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr nicht wachsen. Prognostiziert wird ein EPS zwischen 1,814 und 2,358 Euro im Vergleich zu 2,67 Euro in 2012. Der Jahresüberschuss soll also im Jahresvergleich zwischen 12 und 32 Prozent sinken.

Die Dividende für das Jahr 2012 betrug 1,20 Euro pro Aktie. Damit würde bei unveränderter Ausschüttungspolitik die Dividendenrendite auf aktuellem Kursniveau bei 3,15 Prozent liegen. Dies ist durchaus ansehnlich, aber nicht ausreichend als alleiniges Argument für einen Kauf.

Allerdings erhält man beim Kauf einer A.S. Création-Aktie sehr viel Substanz. Das Eigenkapital betrug zum Jahresende 2012 rund 94 Mio. Euro, womit fast der gesamte aktuelle Marktwert (114 Mio. Euro) abgedeckt wird.
Von den gesamten Vermögenswerten der A.S. Création Gruppe, die sich zum 30. September 2013 auf 168,8 Mio. Euro beliefen, entfiel mit 81,1 Prozent ein sehr großer Teil auf Sachanlagen, Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf Zahlungsmittel.

Die Bilanz ist damit sehr solide aufgestellt.

Chartanalyse

Die schwache Geschäftsentwicklung der vergangenen Monate und der reduzierte Ausblick spiegeln sich im Aktienkurs wider. Langfristig betrachtet korreliert der Kurs durchaus mit dem DAX und somit mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (siehe folgender Chart). Dies ist auch durchaus logisch, denn die Herstellung von Tapeten ist mit der Baubranche verknüpft und ein zyklisches Geschäft.

A.S. Creation langfristige Chartanalyse

Der Kurs entwickelt sich seit 2010 aber schwächer als der DAX, was mit der schwachen Geschäftsentwicklung des Unternehmens begründet werden kann. Zwar hat der Kurs seit 2012 einen ordentlichen Anstieg hinter sich gebracht, welcher den Kurs von 15 auf 45 Euro verdreifachte, doch seit dem zweiten Quartal 2013 sind die Probleme im Geschäft eindeutig auch im Kursverlauf sichtbar.

A.S. Creation kurzfristige Chartanalyse

Von ca. 45 hat sich der Kurs bis im Tief bei ca. 31 Euro knapp gedrittelt. Nun pendelt der Kurs zwischen ca. 34 und 40 Euro hin und her.

Fazit

Der Streubesitz bei den Aktien von A.S. Création liegt nur bei 32 Prozent. Mehr als 35 Prozent der Unternehmensanteile liegen in der Verantwortung von Franz Jürgen Schneider (Aufsichtsrat), weitere 10 Prozent bei Karin Schneider.
Man kann wohl bei einer solchen Verteilung der Aktien bzw. einer derart hohen Management-Beteiligung davon ausgehen, dass hier ein großes Interesse der Unternehmensführung an einer rosigen Zukunft liegt. Dies ist zunächst durchaus positiv zu werten.

Bis zu einem fairen KUV von 1 hätte die Aktie durchaus noch Potential nach oben, angesichts einer aktuellen KUV-Bewertung von 0,56.

Doch das Problem ist die aktuelle Geschäftsentwicklung, welche topaktuell zu einer Gewinnwarnung und einer Reduzierung der Umsatz- und Gewinnziele geführt hat. Eine KGV-Bewertung von 16 bis 21 ist bei einem Gewinnrückgang von 12 bis 32 Prozent einfach zu hoch.

Beim Blick auf den Chart muss man daher davon ausgehen, dass die Aktie in der Range (blaues Rechteck im Chart oben) zwischen 34 und 40 Euro aktuell gut aufgehoben ist und dort wohl verweilen wird.

Großes Aufwärtspotential ist daher im Moment nicht zu sehen. Das Unternehmen wirtschaftet aber solide, weshalb auch nach unten hin ein Kurseinbruch nicht befürchtet werden muss.
Entsprechend könnte man die Range ausnutzen und bei 35 Euro die Aktie kaufen, um diese dann bei steigenden Kursen wieder zu verkaufen. Eventuell kann man währenddessen ja auch die ca. 3 Prozent Dividendenrendite einsacken.

Alternative Investments

Leider gibt es zu dieser Aktie keine alternativen Investments, mit denen man diese Situation ausnutzen könnte. Außer natürlich andere Unternehmen, die kurzfristig eine bessere Perspektive für Anleger bieten.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

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