Entscheidung im DAX rückt näher

Inhalt dieser Ausgabe:

  1. Marktanalyse - Entscheidung im DAX rückt näher
  2. Konjunktur-Radar - Wohin steuern die wichtigsten Volkswirtschaften?
  3. Termine der Woche
  4. Marktüberblick - Chartanalyse wichtiger Märkte
  5. Fonds-Report - Die Zinsfalle: Risiken im Niedrigzinsumfeld


Marktanalyse
- Entscheidung im DAX rückt näher

von Sven Weisenhaus


Verehrte Leserinnen und Leser,

das wichtigste Ereignis der vergangenen Woche war zweifelsohne die Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokolls am Mittwochabend. Hierauf waren die Augen der Börsianer gerichtet und wir hatten die Leser auf unserer Facebook-Seite wenige Stunden vor dem Termin sogar extra noch einmal explizit darauf eingestimmt. Schließlich waren heftige Kursreaktionen zu erwarten.

Wann reduziert die Fed die Anleihekäufe?

Entscheidend für die Märkte war, wie viele FOMC-Mitglieder auf der letzten Sitzung eher für ein Ende der Anleihekäufe plädierten. Je höher die Anzahl, desto näher dürfte der Termin für dieses "Tapering" rücken, so die Überlegung der meisten Anleger. Und je näher der Termin rückt, desto höher wäre die Gefahr von negativen Marktreaktion.

US-Konjunkturdaten rechtfertigen moderatere Geldpolitik

Die Konjunkturdaten jedenfalls rechtfertigen aus unserer Sicht eine moderatere Geldpolitik schon seit einiger Zeit (wir berichteten bereits hier im Geldanlage-Brief - siehe Archiv). Wir schrieben daher auf Facebook, auch bei fallenden Kursen optimistisch zu bleiben und hierin eine Möglichkeit zum günstigeren Einstieg in die Märkte zu sehen, nachdem wir zeitgleich über die US-Konjunkturdaten dieser Woche berichteten:

Fed-Strategie scheint ihr Ziel zu erreichen

Der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) konnte im Juli leicht von -0,23 auf -0,15 zulegen. Und am Mittwoch um 16:00 Uhr (MEZ) wurden noch die US-Verkäufe bestehender Häuser im Monat Juli bekanntgegeben. Hierzu hieß es von offizieller Seite: "Existing-home sales rose strongly in July, with the median price maintaining double-digit year-over-year increases." Frei übersetzt bedeutet dies, dass die Zahl im Juli erneut stark gestiegen ist (um 6,5 Prozent von 5,06 Mio. im Vormonat auf nun 5,39 Mio.) und dabei die Preise im Jahresvergleich im zweistelligen Prozentbereich (+17,2 Prozent) zugelegt haben.

Ein sich erholender Immobilienmarkt und steigende Häuserpreise - genau das ist das Ziel der Fed-Strategie. Je besser solche Zahlen ausfallen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Anleihekäufe frühzeitig reduziert werden.

FOMC-Sitzungsprotokoll schüttelte Märkte kräftig durch

Das FOMC-Sitzungsprotokoll hat tatsächlich die Märkte kräftig durchgerüttelt. Auf eine klare Richtung konnten sich die Anleger dabei allerdings nicht einigen, wie der folgende Intraday-Kursverlauf des S&P500 vom Mittwoch zeigt.

S&P500 - Reaktion auf das FOMC-Sitzungsprotokoll

Und dies lag wohl insbesondere daran, dass sich auch die FOMC-Mitglieder nicht ganz einig waren, was die weitere Geldpolitik angeht. Die Mehrzahl sprach sich dafür aus, die Geldschleusen noch eine Weile offen zu halten. Wie lange diese "Weile" allerdings sein soll, wurde nicht weiter konkretisiert.
Fed-Chef Ben Bernanke hatte Mitte Juni erklärt, abhängig von der Entwicklung der Konjunktur die Anleihekäufe der Fed ab dem Herbst auslaufen zu lassen und diese bis Mitte 2014 vollständig einzustellen.

Bei der näheren Analyse des Protokolls ergibt sich, dass es wahrscheinlich erst im Dezember zu Kursänderungen bei der Fed kommen wird. Diese Einschätzungen hatten wir bereits in der vorangegangenen Ausgabe formuliert. Bis dahin dürfte die Notenbank weiterhin jeden Monat für 85 Milliarden Dollar Staats- und Immobilienpapiere kaufen und damit die Wirtschaft weiter ankurbeln. Und auch viele andere Anleger interpretierten das Protokoll in diese Richtung, denn im weiteren Verlauf der Woche konnten die Aktienmärkte zulegen.

Weiterhin Kursverluste erwartet

Die Kursverluste, die wir erwartet hatten und die es zu Beginn der Woche neben den US-Indizes nun auch im DAX gab, wurden durch das FOMC-Protokoll egalisiert. Wir sehen in Kürze aber eine Fortsetzung der Abwärtstendenz in den US-Indizes und glauben, dass dann auch der DAX diesem Trend folgen wird.

Es bleibt also bei unserer Aussage "Je näher wir dem Herbst kommen, desto größer ist aus saisonaler Sicht das Risiko von heftigen Kursverlusten" und auch bei unserem zeitlich gestaffelten Ausblick "Kurzfristig befinden wir uns noch in der Sommerpause. Danach sollte es zu einer Herbstschwäche kommen und im Anschluss daran dürfte sich von ermäßigtem Niveau aus der Aufwärtstrend fortsetzen."


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus


Konjunktur-Radar

von Sven Weisenhaus


Verehrte Leserinnen und Leser,

unter "Konjunktur" versteht man laut Wikipedia Schwankungen im Auslastungsgrad des Produktionspotentials einer Volkswirtschaft. Was ist damit gemeint?

Veränderungen der wirtschaftlichen Aktivitäten

Innerhalb einer Volkswirtschaft, wie zum Beispiel der Bundesrepublik Deutschland, kommt es zu Veränderungen der wirtschaftlichen Aktivitäten. Mal nimmt die wirtschaftliche Aktivität zu, mal ab. Bedingt ist dies durch das Nachfrageverhalten der Konsumenten und das Produktionsverhalten der Industrie.

Herrscht zum Beispiel eine hohe Arbeitslosigkeit, nimmt die Nachfrage ab. Die Industrie wird darauf reagieren und die Produktion drosseln. Mitarbeiter werden nicht mehr benötigt und freigesetzt. Dadurch wird noch weniger konsumiert und die wirtschaftliche Aktivität nimmt weiter ab. Ein Beispiel hierfür ist die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in Europa.
Geht es einer Volkswirtschaft hingegen gut - Deutschland ist in Europa derzeit ein solcher Ausnahmekandidat, aber auch den USA geht es in der jüngsten Vergangenheit immer besser - wird mehr konsumiert, der Einzelhandel setzt mehr ab, die Industrieproduktion wird erhöht und mehr Arbeitnehmer erhalten einen Job - die Arbeitslosigkeit sinkt, es wird noch mehr konsumiert und die wirtschaftliche Aktivität nimmt weiter zu.

Der Konjunkturzyklus

Diese Veränderungen der Wirtschaftsaktivität treten wiederkehrend und wellenförmig auf - im sogenannten Konjunkturzyklus. Die einzelnen Phasen eines Konjunkturzyklus werden allgemein unterteilt in

  • Aufschwungphasen (Expansion, Prosperität),
  • Boomphasen (Hochkonjunktur),
  • Abschwungphasen (Rezession) und den
  • Tiefphasen (Depression).

Zweifelsohne erreichte zum Beispiel die europäische Wirtschaft zuletzt eine Tiefphase, nachdem es zuvor in sechs aufeinanderfolgenden Quartalen zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung kam (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) und sich Europa damit in einer Rezession befand.

Konjunktur und Börse

Aus der Beobachtung verschiedener (Wirtschafts-)Daten versucht man, das regelmäßige Ablaufmuster eines Konjunkturzyklus zu erkennen und insbesondere, dessen oberen und unteren Umkehrpunkt zu finden.
An der Börse haben diese Erkenntnisse eine besondere Bedeutung, denn man versucht anhand der Entwicklung der Wirtschaftsdaten herauszufinden, in welche Richtung sich die Kurse (von Aktien, Indizes, Währungen, Rohstoffen, etc.) zukünftig bewegen werden.

Konjunktur und Geldanlage(-Brief)

Natürlich ist dies daher auch für uns hier im Geldanlage-Brief wichtig, denn nichts anderes wollen wir für Sie erreichen: Wir wollen für Sie herausfinden, ob die Kurse zukünftig steigen oder fallen und mit welchen Investments Sie in den jeweiligen konjunkturellen Phasen, die wir zukünftig noch durchlaufen werden, die besten Gewinnchancen haben.

"Konjunktur-Radar"

Daher werden wir mit der heutigen Ausgabe die neue Rubrik "Konjunktur-Radar" einführen. Wir möchten Ihnen zeigen, welche Konjunkturdaten regelmäßig erhoben werden und welche es gilt (und lohnt) zu beobachten. Dabei legen wir den Fokus auf die Daten aus den USA, aus Europa und natürlich speziell aus Deutschland. Wir erklären Ihnen, was sich hinter den einzelnen Daten verbirgt, wie man diese interpretiert und wir zeigen Ihnen die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Daten auf.

Nicht ganz unüberlegt haben wir diese Themen-Kategorie vor die "Termine der Woche" gesetzt, denn zukünftig werden Sie aufgrund vergangener Angaben hier im Konjunktur-Radar genau wissen, welche Termine in der neuen Woche besonders wichtig sind.

Seien Sie gespannt, was Sie hier zukünftig erwartet und seien Sie gewiss, dass Sie dies langfristig zu einem besseren Anleger machen wird - einem Anleger, der die lokalen und globalen Verflechtungen der Weltwirtschaft versteht und zu nutzen weiß.

Aktuelles Beispiel:

Um Ihnen den Nutzen aufzuzeigen, erhalten Sie heute bereits ein aktuelles Beispiel. Wir berichteten Eingangs vom "Chicago National Activity Index (CFNAI)". Was sagt der Wert des Index im Monat Juli von -0,15 eigentlich aus?

Beim CFNAI handelt es sich um einen monatlichen Index, der die gesamtwirtschaftliche Aktivität der USA und den damit verbundenen inflationären Druck misst. Der CFNAI ist ein gewichteter Durchschnitt von 85 bestehenden monatlichen Indikatoren zur US-amerikanischen wirtschaftlichen Aktivität. Der Wert des Index pendelt um einen Mittelwert von Null zwischen 1 und -1. Ein positiver Indexwert zeigt dabei an, dass das aktuelle Wachstum über dem bisherigen Trend liegt und ein negativer Indexwert entspricht einem Wachstum unterhalb des bisherigen Trends.

Sie wissen nun also, wie Sie den Wert von -0,15 einzuordnen haben, auch gegenüber dem Vormonatswert von -0,23.

Was die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser in den USA angeht, über die wir ebenfalls eingangs bereits berichteten, so dürfte diese selbsterklärend sein. Interessant ist hier allerdings nicht nur der absolute Wert, sondern auch dessen Entwicklung.

Entsprechende Grafiken sollen Ihnen zu solchen einzelnen Daten in Zukunft hier an dieser Stelle einen besseren Eindruck verschaffen.

Schaut man sich die Entwicklung der Verkäufe bestehender Häuser in den USA in folgender Grafik zum Beispiel an, dann erkennt man erst den Aufwärtstrend der vergangenen 12 Monate.

Verkäufe bestehender Häuser in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) Verkäufe bestehender Häuser in den USA, 1 Jahr

Wo sich der US-Immobilienmarkt damit allerdings genau befindet, das erfährt man erst, wenn man eine noch längere Datenreihe heranzieht. Beim Blick auf die folgende Grafik dürfte man überrascht sein, wie weit sich die Erholung seit der US-Immobilienkrise bereits fortgesetzt hat.

Verkäufe bestehender Häuser in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) Verkäufe bestehender Häuser in den USA, seit 1999

Sie sehen also, nur wenn man Konjunkturdaten auf diese Weise analysiert, erhält man einen exakten Eindruck davon, wo man sich im Konjunkturzyklus derzeit befindet, wohin die Reise geht und wie sich die Börsen entsprechend zukünftig entwickeln könnten. Die halbgaren Berichterstattung in anderen Medien dagegen können Sie getrost vergessen.

Ihr Feedback ist unsere Motivation

Wir hoffen, mit dieser Erweiterung des Geldanlage-Briefs erneut eine Verbesserung für Sie herbeizuführen. Gerne können Sie uns Ihr Feedback zukommen lassen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Letztlich ist Ihre Meinung unsere Motivation.

 


Termine der Woche

(KW 35: Handelswoche vom 26.08. bis 30.08.2013)


Montag, 26.08.2013

  • 14:30 - US: Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter Juli


Dienstag, 27.08.2013

  • 10:00 - DE: ifo Geschäftsklimaindex August
  • 15:00 - US: Case Shiller Composite-20 Hauspreisindex Mai
  • 16:00 - US: State Street Investor Confidence Index August
  • 16:00 - US: Verbrauchervertrauen August


Mittwoch, 28.08.2013

  • 08:00 - DE: Außenhandelspreise Juli
  • 10:00 - EU: Geldvolumen Eurozone Juli
  • 16:00 - US: Anstehende Hausverkäufe Juli


Donnerstag, 29.08.2013

  • - DE: Verbraucherpreise August
  • 09:55 - DE: Arbeitsmarktdaten Juli
  • 14:30 - US: BIP 2. Quartal
  • 14:30 - US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)


Freitag, 30.08.2013

  • 00:30 - JP: Verbraucherpreise Juli
  • 00:30 - JP: Verbraucherpreise Tokio August
  • 01:50 - JP: Industrieproduktion Juli
  • 08:00 - DE: Einzelhandelsumsatz Juli
  • 08:00 - DE: Großhandelsumsatz 2. Quartal
  • 11:00 - EU: Arbeitslosigkeit Juli
  • 11:00 - EU: Geschäftsklimaindex Eurozone August
  • 11:00 - EU: Geschäfts- u. Verbraucherstimmung Juli
  • 11:00 - EU: Vorabschätzung Inflation Eurozone August
  • 14:30 - US: Persönliche Auslagen Juli
  • 14:30 - US: Persönliche Einkommen Juli
  • 15:45 - US: Einkaufsmanagerindex Chicago August
  • 15:55 - US: Verbraucherstimmung Uni Michigan August

 


Marktüberblick

von Sven Weisenhaus


DAX

Während die US-Indizes schon längst kräftig Federn lassen mussten, entfernte sich der DAX bislang kaum von seinen Höchstkursen. Auch in der abgelaufenen Handelswoche gelang es dem heimischen Index, sein hohes Niveau zu verteidigen. Eine Abwärtslücke vom Dienstag, die zunächst fallende Kurse andeutete, konnte bereits am Donnerstag wieder geschlossen werden. Und auf Wochensicht erreichte der DAX sogar ein kleines Plus von 0,3 Prozent.

DAX - Verlauf der Vorwoche

Damit der DAX aus seiner bereits seit fünf Wochen anhaltenden Seitwärtsbewegung ausbrechen kann, muss allerdings mehr geschehen.

DAX - Kursrange der Handelswochen

Solche Seitwärtsbewegung sind gefährlich. Sie bereiten oft eine dynamische Kursbewegung vor. Noch ist aber nicht eindeutig zu klären, ob es im Rahmen dieser Bewegung zu einem Ausbruch nach oben oder unten kommen wird.

Und so kann der DAX, trotz des leichten Wochengewinns, welcher den Bullen einen leichten Vorteil verschafft hat, durchaus auch unter die 8.200-Punkte-Marke rutschen und die von uns längst erwartete Herbstkorrektur einleiten. Dann müssen Sie damit rechnen, dass der DAX unser für dieses Szenario vorgestellte Kursziel von 8.065 Punkten ansteuert. Hier befindet sich die große Aufwärtslücke von Mitte Juli. Solche Gaps werden in den überwiegenden Fällen im weiteren Verlauf geschlossen. Sollten die Kurse nach dem Gap-Close weiter fallen, wären auch noch deutlich tiefere Kursniveaus möglich.


S&P500

Der S&P500 musste in der abgelaufenen Handelswoche zwar anfänglich noch leichte Kursverluste hinnehmen, konnte dann jedoch zu einer Gegenbewegung ansetzen.

S&P500 Chartanalyse

Mehr als eine kleine Reaktion auf den Kursrutsch zeigten die Anleger damit aber bislang nicht. Und daher muss man aus heutiger Sicht auch davon ausgehen, dass es sich bei dieser Bewegung lediglich um eine kleine Flagge in der Abwärtsbewegung handelt und sich die zuvor begonnene Korrektur noch fortsetzt. Entwarnung gibt es hier erst, wenn neue Hochs markiert werden können.


EUR/USD

Die Gemeinschaftswährung hat zwei Angriffe auf die Hochs vom 18. und 19. Juni (bei ca. 1,3416 US-Dollar) gestartet, welche aber aus Sicht der Euro-Bären erfolgreich abgewehrt wurden. Damit bleibt die charttechnische Situation im Vergleich zur Vorwoche nahezu unverändert.

EUR/USD Chartanalyse

Fraglich ist allerdings, wie lange die Bären dem Druck der Bullen noch standhalten können. Der Wechselkurs strebt weiter nach oben und es sieht stark danach aus, als ob er bald einen nächsten Anlauf zum Überwinden der Hürde von 1,34 US-Dollar starten wird, der dann sogar erfolgreich verlaufen könnte. Dass wir in der vorangegangenen Ausgabe von weiteren Short-Positionen abrieten, stellt sich demnach nun als richtig heraus.

Bei 1,35 steht der Kurs allerdings bereits vor dem nächsten Problem. Erst oberhalb dieser Marke sehen wir den Ausbruch als geglückt an.


Gold

Der Goldpreis konnte weiter von seinem Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrend profitieren und notiert inzwischen nur noch knapp unterhalb von 1.400 US-Dollar.

Gold Chartanalyse

Wenn es sich bei den Kursgewinnen nur, wie von uns erwartet, um eine Gegenbewegung auf die zuvor starken Verluste handelt, dann dürfte der Preis nur noch ein begrenztes Potential nach oben haben. Bei 1.433 US-Dollar liegt das 61,80-Prozent-Fibonacci-Retracement (aus der Abwärtsbewegung von Anfang April bis Ende Juni), welches in der Charttechnik als Maximalkorrekturkursziel gilt. Gegenbewegungen laufen selten weiter, als bis zu dieser Marke.

Allerdings gilt dieses Ziel nur für die Kursbewegung seit April 2013. Der eigentliche Abwärtstrend im Goldpreis begann schon früher, weshalb man in den Chart auch noch andere Fibonacci-Retracements einzeichnen kann. Die hier dargestellte 61,80-Prozent-Marke ist daher mit Vorsicht zu genießen und bietet lediglich einen ersten Anhaltspunkt für das mögliche Ende der vermeintlichen Gegenbewegung.

Es ist durchaus spannend zu beobachten, wie weit die Anleger den Goldpreis noch treiben werden. Wie hoch der Kurs geht, spielt für uns dabei aber eigentlich keine Rolle, denn wir erwarten nach wie vor, dass der Goldpreis erst einmal eine Weile seitwärts tendieren wird. Die Range, in der er das tun soll, wird dabei gerade erst abgesteckt. Das Kurstief haben wir bereits bei rund 1.180 US-Dollar gesehen. Die Frage ist also, wo das Kurshoch der Range liegen wird.

Zitat dazu: "Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Markt erst einmal das mögliche Tief und das Hoch einer Seitwärtsbewegung ausbildet."
Und weiter: "Kurse von über 1.522 Punkten sind aber aufgrund der Bedeutung dieser Marke (siehe nachfolgender langfristiger Chart) nicht zu erwarten."

 


Fonds-Report

von Eckhard Sauren

Die Zinsfalle – Risiken im Niedrigzinsumfeld

Eckhard Sauren, Unternehmensgründer und Vorstand der Sauren Fonds-Service AGvon Eckhard Sauren, Unternehmensgründer und Vorstand der Sauren Fonds-Service AG. Eckhard Sauren verwaltet in seiner Rolle als Dachfondsmanager aktuell 14 eigene Dachfonds nach der bewährten und langjährig erfolgreichen personenbezogenen Investmentphilo-sophie "Wir investieren nicht in Fonds – wir investieren in Fondsmanager".

Aktueller Marktausblick - die Zinsfalle

Die Kapitalmarktzinsen markierten im laufenden Jahr weltweit in allen bedeutenden Märkten historische Tiefstände und damit ein Niveau, bei welchem nahezu allen Marktteilnehmern Erfahrungswerte fehlen. Von den rückläufigen Zinsen konnten in der Vergangenheit sämtliche Segmente des Rentenmarkts und damit alle Anleger stark profitieren. Dieser positive Effekt aufgrund sinkender Zinsen ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern hält bereits seit 30 Jahren an. Von den sinkenden Zinsen haben alle rentenorientierten Strategien und auch fast alle vermögensverwaltenden Fonds in den letzten Jahren deutlich profitiert. Die hohen Wertzuwächse in der Vergangenheit führen in der Praxis dazu, dass Ertragserwartungen, die sich häufig an den positiven Erfahrungen in der Vergangenheit orientieren, bedeutend zu hoch ausfallen und die Risiken des Rentenmarkts unterschätzt werden.

 

Umlaufrendite in Deutschland

Die unterschätzte Auswirkung eines Zinsanstiegs

Phasen ansteigender Kapitalmarktzinsen gab es auch in der Vergangenheit. Wie die nachfolgende Graphik zeigt, führten diese zu temporären deutlichen Kursverlusten bei festverzinslichen Anleihen. So stieg im Zeitraum von März 1978 bis August 1981 die Umlaufrendite von über fünf Prozent auf knapp über elf Prozent an, was zu deutlichen Kursverlusten bei Bundesanleihen und zu einem Rückgang des REX Kursindex um fast 22 Prozent führte.

Umlaufrendite in Deutschland und REX Kursindex

Für den privaten Anleger mag ein Tagesgeld bei einer Bank lukrativ erscheinen. Zwar sind auch hier die Erträge niedrig, doch sind andererseits Kursverluste aufgrund der Zinsentwicklung des Marktes ausgeschlossen und auch eine regelmäßige Verwaltung erübrigt sich. Allerdings ist den Anlegern dabei kaum bewusst, dass es sich bei einem Tagesgeld bei einer Bank im Endeffekt um die Kreditgewährung an eben dieses Unternehmen handelt. Wird die Bonität von Banken von Kapitalmarktexperten sehr genau analysiert, so sind private Investoren in diesem Kontext nahezu vollkommen unkritisch. Auch hier sollte stets im Bewusstsein verankert sein, dass die höhere Verzinsung bei Bank A im Vergleich zu Bank B im Regelfall in der schwächeren Bonität dieses Instituts begründet ist. Zwar genießen Spareinlagen in der EU einen besonderen Einlagensicherungsschutz, doch stellt sich nach
der Insolvenz der beiden größten Banken in Zypern für Bankeinlagen über 100.000 Euro zunehmend die Frage der Bonität des jeweiligen Instituts. Dies kann dabei sowohl bei Privatpersonen als insbesondere auch bei Unternehmen, die höhere Geldbeträge vorhalten müssen, zu bisher nicht kalkulierten Problemen führen.

Handlungsmöglichkeiten und Fazit

In diesem Kontext erscheinen professionell verwaltete Fonds interessant, zumal diese als Sondervermögen vor Bankinsolvenzen geschützt sind. Allerdings sollte – aus den oben ausgeführten Gründen – von klassischen indexnahen Rentenfonds Abstand genommen werden. Dagegen erscheinen Fonds attraktiv, die von erfahrenen Fondsmanagern mit umfangreichen Freiheiten bei der Portfoliostrukturierung flexibel bzw. mit Absolute-Return-orientierter Anlagestrategie verwaltet werden.

 

Weiterführende Informationen zu den Sauren Dachfonds und zum Thema "Die Zinsfalle" finden Sie auf:

http://www.sauren.de/index.html

http://www.sauren.de/telefonkonferenzen.html

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