Die Ruhe vor dem Sturm!

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse - Die Ruhe vor dem Sturm!
  2. Chart-Check - Chartanalysen zu DAX, S&P500, EUR/USD und Gold
  3. Konjunktur-Radar - Dahin steuert die US-Wirtschaft
  4. Termine der Woche
  5. Einzelwert-Analyse - Volatilität: Auf einen steigenden Index setzen, der kaum noch fallen kann

›› Marktanalyse
- Die Ruhe vor dem Sturm!

von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefin der abgelaufenen Handelswoche fand in den USA ein verkürzter Handel statt. Wegen des Feiertags Thanksgiving hatten die US-Börsen am Donnerstag geschlossen und am Freitag endete der dortige Handel bereits um 19 Uhr (MEZ).

Eingeschlafener Handel

Dies hatte auch auf unseren heimischen DAX einen enormen Einfluss. Der Handel schlief zeitweise fast vollständig ein. Am Freitag betrug die Handelsspanne im DAX zwischen 13 und 15:30 Uhr nur mickrige 5 Punkte (siehe rotes Rechteck im folgenden Chart.

DAX - Kursverlauf am Freitag, 29.11.2013

Und auch in der übrigen Zeit am Freitag (von kurz nach Handelsbeginn bis zum Nachmittag) betrug die Range nur etwa 10 Punkte (siehe blaues Rechteck).
Und genau so sahen die Handelsaktivitäten im DAX in weiten Teilen die gesamte vergangene Woche aus (siehe blaue Rechtecke im folgenden Chart).

DAX - Kursverlauf in extrem engen Bahnen

Lediglich am frühen Montag und von Mittwoch auf Donnerstag gab es zwei kurze, aber starke Kursbewegungen, die letztlich zum 8. Wochengewinn in Folge (!!!) im DAX führten. Die gesamte übrige Zeit tendierte der DAX lediglich in einer Range von kaum mehr 25 Punkten seitwärts.

Viele Börsianer nehmen sich kurze Auszeit

Da auch keine wichtigen Konjunkturdaten aus den USA im Terminkalender standen, nutzten viele Börsianer den Feiertag, um sich mithilfe eines Brückentages eine mehrtägige Auszeit zu gönnen. Dies verstärkte den schleppenden Handel natürlich zusätzlich.

Aktienmärkte tendieren überwiegend seitwärts

Übrigens ist das Kursverhalten, bei dem es immer wieder zu kurzen Auf- bzw. Abwärtsbewegungen und längeren Seitwärts- bzw. Konsolidierungsphasen kommt, völlig normal. Nur in rund 30 Prozent der Zeit bewegen sich die Kurse stark auf- bzw. abwärts. In der überwiegenden Zeit haben wir es mit Seitwärtsbewegungen zu tun.

Volatilität wird wieder deutlich zulegen

Derart enge Handelsspannen, wie wir sie in der vergangenen Woche gesehen haben, sind aber extrem selten. Und dies wird sich auch in dieser Woche mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit nicht wiederholen. Denn der Terminkalender ist vollgepackt mit wichtigen Ereignissen (siehe auch „Termine der Woche“) und die Volatilität dürfte wieder anziehen und sehr viel stärker ausfallen.

Wie man von einer anziehenden Volatilität profitieren kann

Wie man von einem Anstieg der Volatilität profitieren kann, haben wir unseren Lesern im „Geldanlage Premium Depot“ übrigens erst kürzlich erklärt. Ein entsprechendes Wertpapier haben wir am Donnerstag in unser Musterdepot aufgenommen.
Wenn Sie sich jetzt für ein Abonnement des Börsendienstes entscheiden und sich hier anmelden, dann können Sie diesen Trade noch mit uns gemeinsam verfolgen und umsetzen.

US-Arbeitsmarktdaten werden Schwung in den Markt bringen

Wenn am kommenden Mittwoch und Freitag die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht werden, wird es ganz sicher wieder sehr hektisch an den Märkten zugehen. Denn insbesondere von diesen Daten hängt ab, ob die Notenbank Fed auf der nahenden Sitzung am 17./18. Dezember die Reduzierung der Anleihekäufe beschließen wird.

Das sogenannte Tapering ist insbesondere dann zu erwarten, wenn die Zahl der neu geschaffenen Stellen hoch ist und die Arbeitslosenquote auf 7,0 Prozent fällt. Seien Sie also besonders am Mittwoch und Freitag wachsam, denn dann dürfte die Volatilität wieder deutlich anziehen.

Dabei dürfte es zu der Situation kommen, dass schlechtere Daten positiv für die Aktienmärkte sind. Denn wenn der US-Arbeitsmarkt auf der Stelle tritt oder sich eintrübt, dann wächst die Chance, dass die US-Notenbank die angedachte Reduzierung der Anleihekäufe weiter auf die lange Bank schiebt. Und das würde an der Börse positiv aufgenommen werden. Andererseits, also bei guten Zahlen, ist ein heftiger Dämpfer möglich. Unserem Musterdepot würde dies wegen dem Trade auf die anziehende Volatilität gefallen.
Experten erwarten übrigens 183.000 neue Stellen nach 200.000 im Vormonat.

EZB könnte am Donnerstag negativen Einlagenzins beschließen

Und noch ein weiterer extrem wichtiger Termin steht in dieser Woche an: In dieser Woche kommt die EZB wieder zu einer Sitzung zusammen.

Im November ist EZB-Chef Mario Draghi eine große Überraschung gelungen. Er entschied sich, auch wegen aufkommender Deflationssorgen, die Zinsen auf nur noch 0,25 Prozent zu senken. Kaum ein Beobachter hatte diese Zinssenkung erwartet.
Auch dieses Mal rechnet die Masse der Beobachter nicht mit einer weiteren Senkung der Zinsen, obwohl sie bereits die Möglichkeit eines sogar negativen Einlagenzinses in den Raum geworfen hat. Vielleicht ist die EZB erneut für eine Überraschung gut.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Chart-Check
- Chartanalysen zu DAX, S&P500, EUR/USD und Gold

von Sven Weisenhaus

Nachfolgend erhalten Sie charttechnische Analysen zum DAX, zum S&P500, zum Wechselkurs EUR/USD und zum Goldpreis.

DAX

Der DAX konnte den seit Herbst 2011 gültigen Aufwärtstrend (blau im Chart) überwinden (roter Kreis) und damit in eine Trendbeschleunigung übergehen.

DAX bricht aus Aufwärtstrend aus

Bereits im April 2013 wurde dieser Trendkanal kurzzeitig überboten. Anschließend kam es aber zu einem heftigen Rücksetzer.

Die Situation von damals ist mit der heutigen natürlich nicht 1:1 vergleichbar, doch angesichts des extremen Kursanstiegs, den der DAX sowohl seit Herbst 2011 als auch seit dem Ausbruch über das ehemalige Allzeithoch bei 8.151,57 Punkten hinter sich gebracht hat, ist kaum davon auszugehen, dass sich diese Bewegung ohne eine baldige Korrektur unverändert fortsetzen wird. Der Trend ist einfach zu steil und wir haben, wie in der „Marktanalyse“ bereits erwähnt, inzwischen 8 Gewinnwochen in Folge hinter uns (siehe folgender Chart).

DAX steigt 8. Woche in Folge

Ich rechne daher weiterhin damit, dass zumindest die (im oberen Chart) rote, steile Aufwärtstrendlinie gebrochen wird und wir einen kleinen Rücksetzer in Richtung 9.000 Punkte bekommen.

Vor zwei Wochen schrieben wir: „Das Risiko, jetzt noch auf steigende Kurse zu setzen und die Gefahr einzugehen, kurz darauf einer heftigeren Gegenbewegung ausgesetzt zu sein, ist einfach aktuell zu hoch. Aber solange sich der Anstieg im DAX fortsetzt, verbrennt man sich halt auch mit Short-Spekulationen derzeit die Finger.

Und weiter: „Nur sehr kleine Short-Einstiegs-Positionen sollten eingegangen werden, da man , selbst wenn der DAX noch steigt, zwar zwischenzeitig in den Verlust gerät, im Rahmen einer Korrektur dann aber sicherlich unter das Einstiegsniveau kommt und die Short-Positionen dann in den Gewinn kommen. Je stärker der DAX nun weiter steigt, umso mehr Short-Positionen könnte man eingehen.“ Diese Tipps gelten auch heute noch unverändert weiter.

Im „Geldanlage Premium Depot“ haben wir genau dies beherzigt. Auf direkte Short-Spekulationen haben wir konsequent verzichtet. Stattdessen haben wir uns Reverse-Bonus-Zertifikate ins Musterdepot geholt, die selbst dann einen Gewinn abwerfen, wenn es im DAX zu einer Korrektur kommt und wenn bestimmte Schwellen im DAX bis zum Laufzeitende der Zertifikate nicht überschritten werden. So profitieren wir im Falle einer Korrektur, sind aber auch bei noch leicht steigenden Kursen auf der sicheren Seite.
Von dieser Strategie sind wir aktuell absolut überzeugt!

S&P500

Auch beim S&P500 stehen die Börsenampeln weiterhin voll auf Grün. Seit dem Ausbruch über blaue Widerstandslinien (siehe Chart) und dem von uns als „glasklar“ bezeichneten Kaufsignal konnte der Index stark zulegen.

S&P500 - Chartanalyse

Auch hier hatten wir Ihnen genau den richtigen Tipp dazu geliefert, indem wir mehrfach schrieben, dass „man .. diesen bullischen Signalen durchaus folgen“ kann.

Inzwischen zeichnet sich allerdings ab, dass der kurzfristige Trend zu steil ist und sich ein Trendbruch anbahnt (siehe roter Kreis im Chart). Dieser muss nicht zwingend sofort stark fallende Kurse bedeuten, allerdings sind auch keine steigenden Kurse mehr zu erwarten. Entsprechend sollte man eingegangene Long-Positionen jetzt noch enger absichern und den Stopp von unterhalb der blauen Trendlinien deutlich nach oben ziehen.

EUR/USD

Der Euro befindet sich weiterhin in Reichweite der Marke von 1,35 US-Dollar.

EUR/USD - Chartanalyse

Gegenüber den Angaben aus den bisherigen Analysen hat sich damit eigentlich nichts geändert. Zwar ist der Kurs bislang nicht wieder unter 1,35 US-Dollar gerutscht, doch erwarte ich dies weiterhin für die nächsten Wochen und Monate.

Abhängen wird dies natürlich von der Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag, die gegebenenfalls nochmal die Zinsen senken könnte, angesichts der gesunkenen Inflationsraten, und von den US-Arbeitsmarktdaten, die einen Hinweis darauf geben könnten, ob die US-Notenbank ihre ebenfalls extrem expansive Geldpolitik etwas moderater gestalten kann.
Die zukünftig unterschiedliche Richtung der jeweils betriebenen Geldpolitik in den USA und Europa wird tendenziell den US-Dollar stützen und auf der anderen Seite gleichzeitig den Euro belasten.

Gold

Ähnliches gilt auch für den Goldpreis – auch dieser wird von dem geplanten Kurswechsel in der US-amerikanischen Geldpolitik weiterhin belastet bleiben.

Aufgrund einer Betrachtung der Fibonacci-Marken im Goldchart kam ich vor zwei Wochen zu dem Schluss, dass sich die Abwärtsbewegung im Goldpreis auch aus charttechnischer Sicht fortsetzen wird. Tatsächlich fiel der Preis weiter von damals über 1.280 US-Dollar auf aktuell nur noch 1.227,50 US-Dollar.

Gold - Chartanalyse

Und weil sich der Kurs gerade daran macht, auch noch das jüngste Zwischentief bei 1.226,20 US-Dollar zu unterbieten, werde ich in einer Woche wohl erneut von tieferen Goldkursen berichten müssen.

 



›› Konjunktur-Radar
- Dahin steuert die US-Wirtschaft

von Sven Weisenhaus

Vor einer Woche war ich deutlich pessimistisch im Hinblick auf einen Start des Taperings bereits in diesem Jahr. „Diese kleineren Lichtblicke werden im Vergleich zu den vielen schwächeren US-Daten kaum ausreichen, damit die Fed am 17./18. Dezember den Beginn des Endes der Anleihekäufe einleitet. Für den Aktienmarkt ist dies eher positiv zu werten.“, schrieb ich.

Was den Hinweis auf die Entwicklung am Aktienmarkt angeht („eher positiv zu werten“), so lag ich damit sicherlich absolut richtig. Doch prüfen wir heute einmal, ob man die Aussage zu den Anleihekäufen angesichts der in der vergangenen Handelswoche veröffentlichten Konjunkturdaten noch aufrechterhalten kann. Wenn das Tapering im Dezember durch diese Daten doch wieder wahrscheinlicher geworden ist, dann könnte dies das vorübergehende Ende der Rallye Aktienmarkt bedeuten.

Wie bereits in der „Marktanalyse“ erwähnt, standen nicht allzu viele Daten im Kalender. Am Donnerstag und Freitag wurden überhaupt keine Daten veröffentlicht.

Der Rückschlag am US-Immobilienmarkt fällt inzwischen recht heftig aus

Doch am Montag wurde bekanntgegeben, dass der US-amerikanische Index zu den anstehenden Hausverkäufen ("Pending Home Sales Index") im Oktober um 0,6 Prozent gefallen ist. Und dies war bereits der 5. Rückgang in Folge. In der folgenden Grafik sieht man, wie heftig der Dämpfer für den US-Immobilienmarkt inzwischen ausfällt.

US-amerikanischer Index zu den anstehenden Hausverkäufen
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanischer Index zu den anstehenden Hausverkäufen

Erwartet wurde hingegen ein Anstieg um 1,0 bis 1,3 Prozent, nachdem der Index bereits im Vormonat um sehr deutliche 4,6 Prozent abgenommen hatte.

Das sind natürlich nicht gerade Nachrichten, die für ein Tapering im Dezember sprechen.

Aufschwung am US-Immobilienmarkt dürfte sich bald fortsetzen

Aber wie wir am Mittwoch bereits auf unserer Facebook-Seite berichteten, gibt es auch positives zum US-Immobilienmarkt zu berichten. Am Dienstag wurden Zahlen zu den Wohnbaugenehmigungen veröffentlicht.

Die Baugenehmigungen sind im Oktober auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 1.034.000 gestiegen. Dies bedeutet einen Anstieg um 6,2 Prozent gegenüber dem September (974.000) und um 13,9 Prozent zum Vorjahresmonat Oktober 2012 (908.000).

Wie Sie in der folgenden Grafik sehen können, befand sich die Zahl der Baugenehmigungen (dunkelblaue Linie) seit April 2013 im Rückwärtsgang, ausgehend von etwas mehr als 1.000.000. Mit dem Wert von September wurde sogar das niedrige Niveau vom Vorjahr erreicht.

US-amerikanische Wohnbaugenehmigungen, 1 Jahr
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Wohnbaugenehmigungen, 1 Jahr

Der aktuelle Anstieg bedeutet allerdings, dass dieser Rückgang vollständig wieder aufgeholt und mit 1.034.000 sogar der höchste Wert seit 2008 (siehe folgende Grafik) erreicht wurde.

US-amerikanische Wohnbaugenehmigungen, seit 1995
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Wohnbaugenehmigungen, seit 1995

Zuletzt berichteten wir stets, dass die Erholung am US-Immobilienmarkt ins Stocken geraten ist. Die aktuelle Zahl der Baugenehmigungen deuten aber nun daraufhin, dass sich die Erholung am Immobilienmarkt wieder fortsetzt.

US-Immobilienpreise weiter gestiegen

Weitere Meldungen aus der vergangenen Woche, welche dies bestätigen:

  1. Die Immobilienpreise in den USA sind im Vergleich zum Vorjahr (drittes Quartal 2012 zum dritten Quartal 2013) um 8,4 Prozent gestiegen.
  2. Der saisonbereinigte monatliche Index der Federal Housing Finance Agency (FHFA) stieg im September um 0,3 Prozent.
  3. Der US-amerikanische Case Shiller Home Price Index notiert im August bei 13,3 %. Einen Monat zuvor hatte der Index noch bei 12,8 % gestanden.

(Der S&P/Case-Shiller Hauspreis Index (HPI) Composite-20 untersucht die Veränderungen der Verkaufspreise am Immobilienmarkt in 20 Regionen in den USA.)

Steigende Immobilienpreise sind wichtig, um die dramatischen Entwicklungen, die im Rahmen der US-Immobilienkrise 2008/2009 stattgefunden haben, wieder aufzuholen. Genau hierauf zielen derzeit die Aktionen der US-Notenbank.

Positive Daten vom US-Immobilienmarkt sind also genauso wichtig wie vom US-Arbeitsmarkt. Sie könnten das Pendel im Hinblick auf das Tapering (Reduzierung der Anleihekäufe) doch noch zum Dezember hin ausschlagen lassen. (= kurzfristig negativ, aber langfristig positiv für den Aktienmarkt)

Gemischte Signale von Seiten der US-Verbraucher

Das Verbrauchervertrauen des Conference Boards (Conference Board Consumer Confidence Index), welches im Oktober bereits stark zurückgegangen war, sank im November erneut.
Der Index liegt nun bei nur noch 70,4 (1985 = 100), gegenüber 72,4 im Oktober.
Damit erreicht der Index ein 6-Monats-Tief.

Verbrauchervertrauen des Conference Boards
(Quelle: Markt-Daten.de) Verbrauchervertrauen des Conference Boards

Dieser Rückgang relativiert sich allerdings etwas, denn wie ebenfalls in der vergangenen Woche bekanntgegeben wurde, wurde der Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan in der endgültigen Fassung nach oben revidiert. Er notiert im November nun bei 75,1, nach 72,0 in der vorläufigen Fassung. Im Monat zuvor hatte der Index bei 73,2 notiert.

Einkaufsmanager liefern ebenfalls ein gemischtes Bild

Auch die Einkaufsmanager liefern, ähnlich wie bei dem differenzierten Bild in den Verbraucherstimmungsindizes, gemischte Signale. Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex ist im November zwar leicht gefallen, von 65,9 Punkten im Oktober auf nun 63,0, damit wurde aber lediglich der riesige Anstieg im Vormonat (+10,2) wieder leicht zurückgenommen, womit der Index immer noch aktuell einen beachtlichen Wert aufweist.

Chicagoer Einkaufsmanagerindex
(Quelle: Markt-Daten.de)Chicagoer Einkaufsmanagerindex

Schließlich deuten bereits Werte ab 50 auf eine expandierende Wirtschaftsleistung hin.

Auftragseingänge zeigten sich gewohnt sprunghaft

Die US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sind, nach einem Anstieg um 4,1 Prozent im September, im Oktober wieder um 2,0 Prozent gefallen. Sie zeigen sich damit weiterhin wechsel- und sprunghaft, pendeln monatlich zwischen Anstieg und Rückgang munter hin und her.

US-amerikanische Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter
(Quelle: Markt-Daten.de)US-amerikanische Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter

Frühindikatoren der Notenbanken lassen skeptisch in die Zukunft blicken

Der US-amerikanische Chicago Fed National Activity Index notiert für Oktober bei -0,18. Im Monat zuvor hatte er noch bei +0,18 gestanden.

Chicago Fed National Activity Index (CFNAI)
(Quelle: Markt-Daten.de)Chicago Fed National Activity Index (CFNAI)

Werte im negativen Bereich deuten auf eine Kontraktion der Wirtschaftsaktivität hin.
Und vielleicht erinnern Sie sich: Wir berichteten auch über einen Einbruch beim Philly Fed Index und auch der New York Empire State Index war in den negativen Bereich gefallen, wie wir am 18. November bereits im Geldanlage-Brief berichteten.

Conference Board sieht die Zukunft rosiger als die lokalen Notenbanken

Das Conference Board sieht die Zukunft der US-Wirtschaft allerdings deutlich rosiger als die lokalen Notenbanken. Die vom Conference Board ermittelten Frühindikatoren sind im Oktober um 0,2 Prozent gestiegen.

Frühindikatoren des Conference Boards
(Quelle: Markt-Daten.de)Frühindikatoren des Conference Board

In den vergangenen 12 Monaten (siehe Grafik) wurde nur ein einziges Mal ein negativer Wert angegeben. Demnach sollte sich die US-Wirtschaft auch in den kommenden bis zu 6 Monaten freundlich entwickeln.

Fazit zur Analyse der US-Konjunkturdaten

In Summe kann man sagen, dass die US-Daten weiterhin nur gemischt ausfallen. Doch inzwischen gibt es wieder mehr Lichtblicke als in den vergangenen 2-3 Wochen. Ob dies der US-Notenbank reichen wird? Ich habe da so meine Zweifel. Aber vielleicht stimmt mich der US-Arbeitsmarktbericht in dieser Woche um – Sie sehen, wie hoch ich seine Relevanz einschätze?!

 



›› Termine der Woche

(KW 49: Handelswoche vom 02.12. bis 06.12.2013)

Sie können die folgenden „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 02.12.2013

  • 09:55 - DE: Einkaufsmanagerindex November
  • 10:00 - EU: Einkaufsmanagerindex Eurozone November
  • 16:00 - US: ISM Index November
  • 16:00 - US: Bauausgaben September und Oktober


Dienstag, 03.13.2013

  • 11:00 - EU: Erzeugerpreise Industrie Oktober


Mittwoch, 04.12.2013

  • 09:55 - DE: Dienstleistungsindex November
  • 10:00 - EU: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen November
  • 11:00 - EU: Einzelhandel Oktober
  • 11:00 - EU: BIP 3. Quartal
  • 14:15 - US: ADP-Arbeitsmarktbericht November
  • 14:30 - US: Handelsbilanz Oktober
  • 16:00 - US: ISM Dienstleistungsindex November
  • 16:00 - US: Verkäufe neuer Häuser Oktober
  • 20:00 - US: Beige Book


Donnerstag, 05.12.2013

  • 13:00 - GB: BoE Sitzungsergebnis
  • 13:45 - EU: EZB Sitzungsergebnis
  • 14:30 - US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US: Industrieaufträge Oktober


Freitag, 06.12.2013

  • 12:00 - DE: Auftragseingang Industrie Oktober
  • 14:30 - US: Arbeitslosenquote November
  • 14:30 - US: Beschäftigte ex Agrar November
  • 15:55 - US: Verbraucherstimmung Uni Michigan Dezember

 



›› Einzelwert-Analyse
- Volatilität: Auf einen steigenden Index setzen, der kaum noch fallen kann

von Sven Weisenhaus

Die inzwischen schon permanenten Kursanstiege am Aktienmarkt haben zu einer gewissen Sorglosigkeit unter den Anlegern geführt. Dies spiegelt sich in einer sehr geringen Volatilität wider. Kaum jemand scheint sich derzeit vor heftigeren Kursrücksetzern zu fürchten. Doch wenn es in Kürze einmal einen stärkeren Kursrutsch geben wird, dann wird die Volatilität, die derzeit in der Nähe von Rekord-Tiefs liegt, sehr schnell anziehen. Hiervon kann man mit den richtigen Wertpapieren profitieren.

Neue Allzeithochs führten zu durchaus berechtigtem Optimismus

Natürlich haben die wichtigsten Aktienindizes ihre Allzeithochs überwunden, weshalb man den Optimismus durchaus teilen kann. Der Ausbruch an den Aktienmärkten ist schließlich nach einer jahrelangen Seitwärtsbewegung erfolgt, in der man aus langfristiger Sicht kaum etwas mit Aktien verdienen konnte.

In den verschiedensten Indizes bestätigten Rücksetzer den Ausbruch sogar. Der DAX zum Beispiel näherte seinem Allzeithoch im März an, holte mit einem kurzen Rücksetzer Schwung und überwand es dann dynamisch im Mai. Danach folgte allerdings ein Rücksetzer, welcher den DAX wieder unter das Allzeithoch bei 8.151,57 Punkten drückte. Doch im Juli erfolgte dann der nachhaltige Ausbruch. Ein kurzer Rücksetzer auf das Allzeithoch (grüner Kreis) bestätigte den Ausbruch und ab da ging es bis heute steil weiter nach oben. - Ein idealtypisches Kursverhalten.

DAX - Ausbruch über das Allzeithoch

Gleichzeitig wurden die Anleger immer sorgloser. Herrschte anfänglich noch Skepsis, ob der Ausbruch tatsächlich gelungen war, setzte sich bis heute langsam aber sicher die Erkenntnis durch, dass der DAX nach seiner zuvor etwa 13jährigen Seitwärtsphase endlich zu höherem bestimmt ist.

Dieses Erwartungshaltung und das damit verbundene Anlegerverhalten spiegeln sich in der Volatilität wieder, die im sogenannten VDAX, dem Volatilitätsindex des DAX, gemessen wird.

VDAX - Volatilitätsindex

Der Volatilitätsindex VDAX misst die Nervosität der Anleger. Er notiert derzeit bei rund 11,50 Punkten. Das letzte Mal, dass der Index derart niedrig stand, war vor 8 Jahren (!).

Der aktuell niedrige Kurs deutet auf eine hohe Gelassenheit hin und man scheint kaum mehr die Gefahr fallender Kurse zu sehen.

Es geht kaum noch tiefer

In dem Chart oben sieht man, dass es kaum noch tiefer geht. Wir haben jetzt bereits ein 8-Jahres-Tief gesehen. Sinkt der Kurs des VDAX unter 11, erreichen wir ein Niveau von 1997 - also sogar ein 16-Jahres-Tief. Der tiefste Punkt des Jahrzehnts liegt im VDAX bei 10,98 Punkten. In den späten 90er Jahren wurden Werte von knapp 10 erreicht.
Die Anleger sind also offenbar derzeit völlig entspannt - und das in der anhaltenden Eurokrise!

Die letzte stärkere Korrektur liegt sehr lange zurück

Eine derart bullische Stimmung ist selten positiv für den weiteren Verlauf des Aktienmarktes und man sollte sie mit Argusaugen weiter verfolgen. Sie verhindert zwar nicht zwingend weiter steigende Kurse, man muss aber zumindest jederzeit mit einer deutlichen Korrektur rechnen. Zumal wir schon sehr lange keine nennenswerte Korrektur mehr bei den deutschen Aktien gesehen haben, sondern lediglich kleinere Konsolidierungen im Aufwärtstrend.

Warnsignal, aber kein Verkaufssignal

Das aktuelle Niveau des Volatilitätsbarometers VDAX ist daher durchaus als Warnsignal für den Aktienmarkt, nicht aber zwingend als Verkaufssignal zu interpretieren. Denn der Aktienmarkt konnte auch in den Jahren 2007 und 2008 weiter ansteigen, obwohl das Barometer in dieser Zeit ebenfalls sehr niedrige Stände erreicht hatte.

Bislang setzen wir daher in dem Börsenbrief „Geldanlage Premium Depot“ auch nicht auf fallende Kurse im DAX, zum Beispiel über gehebelte Short-Zertifikate. Wir wissen nicht, wann die Korrektur einsetzt und von welchem Niveau aus. Der DAX könnte zuvor noch deutlich weiter steigen, mit Short-Positionen würde man dann Verluste erleiden.

Es ist in jedem Fall ein Anstieg der Volatilität zu erwarten

Der Clou an der Sache mit der Volatilität ist: Sie kann kaum noch sinken, auch wenn der DAX weiter steigt. Dies zeigt sich im Chart oben. Dafür wird die Volatilität aber deutlich und schnell ansteigen, wenn es zu fallenden Aktienkursen kommt. Hierzu reichen bereits wenige Prozent im Minus.
Sobald die Aktienmärkte leicht fallen, wird dies sofort zu einem Anstieg in der Volatilität führen. Denn es gibt noch ein sehr schönes Detail an der Volatilität: Sie steigt zumeist sehr viel schneller als sie sinkt.

Eine Trendumkehr bei der Volatilität wird also von Tag zu Tag wahrscheinlicher, während ein weiteres Absinken kaum noch Spielraum hat. Was liegt da näher als anstatt auf fallende Aktienkurse einfach auf einen Anstieg der Volatilität zu setzen?!

Es gibt keinen sicheren Trade! – Es bleibt immer ein Risiko

Dieser Trade klingt damit fast perfekt. Doch an der Börse gibt es leider keinen sicheren Trade – es bleibt immer ein Risiko. Und so ist es auch beim Trading auf die Volatilität. Man muss nämlich die passenden Handelsinstrumente finden. Und man kann leider nicht direkt auf den VDAX setzen. Man muss also einen Umweg über bestimmte Wertpapiere gehen.

Und es kommt noch schlimmer: Auf den VDAX gibt es, soweit ich weiß, gar keine derartigen Wertpapiere. Man müsste also auch noch den Umweg über die USA nehmen.

Umweg über die USA

Das Äquivalent zum VDAX ist in den USA der VIX. Und auf diesen Index gibt es zum Glück Zertifikate, mit denen man von einem Anstieg der Volatilität profitieren kann. Einziges Problem. Der US-Volatilitätsindex VIX steigt natürlich nicht, wenn der DAX fällt, sondern er steigt, wenn die US-Aktienmärkte fallen. Werfen wir also zunächst einen Blick auf die dortigen Indizes, um einschätzen zu können, ob denn dort überhaupt mit fallenden Kursen zu rechnen ist:

Wie wir aus der Analyse im „Chart-Check“ oben bereits wissen, hat es auch beim S&P500 einen nachhaltigen Ausbruch über sein langjähriges Allzeithoch gegeben. Im April wurde dieser vorbereitet und ausgeführt. Im Juni dann gab es einen Rücksetzer (linker grüner Kreis im folgenden Chart), der Test wurde aber bestanden und es ging weiter nach oben.

S&P500 - Chartanalyse

Dann gab es im Oktober einen Ausbruch über die blauen Widerstandslinien und erneut einen erfolgreichen Test (rechter grüner Kreis). Wieder tendieren die Kurse weiter nach oben.

Genau wie im DAX, stehen also auch in den USA alle Börsenampeln auf Grün. Und genau wie im DAX fehlt uns auch hier seit langem eine deutlichere Korrektur. Sie wird sicher kommen, fraglich ist nur wann und ab welchem Niveau. Im Chart-Check habe ich bereits erläutert, dass sich diese aktuell anbahnen könnte.

Passend dazu ist die Sorglosigkeit in den USA ähnlich groß wie hierzulande, wie man am VIX ablesen kann.

VIX - Volatilitätsindex der USA (S&P500)

Der CBOE Volatility Index (VIX) gilt als wichtiger Maßstab für die Markterwartungen zur kurzfristigen Volatilität von S&P500 Aktienindex-Optionspreisen. Seit seiner Einführung im Jahr 1993 gilt der VIX für viele als das weltweit führende Barometer für die Marktvolatilität und die Stimmung der Anleger.

Klingt alles nach einem perfekten Trade

Damit haben wir nun einen Weg gefunden, auf einen Anstieg in der Volatilität zu setzen. Man kann auf einen steigenden VIX setzen.

Dies ist eine hervorragende Alternative zum Short-Trading, vor dem wir ja bislang auch stets gewarnt haben. In beiden Fällen profitiert man zwar von sinkenden Aktienkursen, man setzt also mit einem Trade auf die Volatilität ebenfalls auf eine Korrektur, doch haben wir hier nicht das Problem, dass die Aktienmärkte bis dahin noch sehr weit steigen können und Short-Position damit weit in den Verlust laufen würden. Stattdessen setzen wir auf steigende Kurse bei einem Index, der kaum noch weiter fallen kann. Klingt alles wirklich nach einem perfekten Trade.

Das Risiko bei diesem Trade: Rollverluste

Dennoch gibt es auch bei diesem Trade ein Risiko. Denn bei dem VIX handelt es sich um einen Future. Und Futures zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie nur eine begrenzte Laufzeit haben. Das heißt, man muss von einem auslaufenden Future-Kontrakt in einen nächsten umsteigen, um weiterhin in diesem Markt investiert zu sein. Diesen Vorgang nennt man „rollen“.

Der VIX Future Markt befindet sich im sogenannten Contango-Modus. In einer solchen Situation entstehen beim Rollen Verluste (sogenannte „Rollverluste“). Kurz gesagt: Je länger dieser Trade läuft, desto mehr Verluste werden angehäuft, wenn der VIX nicht steigt. Man braucht also bei diesem Trade möglichst schnell steigende Kurse im VIX bzw. fallende Kurse im S&P500.

Wie man diesen Trade umsetzen kann?

Am vergangenen Donnerstag haben wir unseren Lesern im Börsenbrief „Geldanlage Premium Depot“ gezeigt, mit welchem Zertifikat man diesen Trade umsetzen kann. Das Zertifikat befindet sich nun auch in unserem Musterdepot.

Natürlich kann ich Ihnen hier an dieser Stelle nicht verraten, mit welchem Zertifikat wir diesen erfolgsversprechenden Trade umsetzen. Schließlich würden sich die Leser des „Geldanlage Premium Depot“ dann fragen, wozu Sie eigentlich ein Abonnement abgeschlossen haben, wenn es die Informationen auch hier im „Geldanlage-Brief“ gibt.

Mit der heutigen Einzelwert-Analyse habe ich Ihnen aber zumindest eine vielversprechende Handelsidee geliefert. Und natürlich können auch Sie noch unseren Börsendienst abonnieren, wenn Ihnen dieser Trade attraktiv erscheint, und sich ganz konkret leiten lassen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

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