Nach der Ruhe kam der Sturm! - Wie Sie sich jetzt verhalten sollten

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse - Nach der Ruhe kam der Sturm!
  2. Chart-Check - Chartanalysen zu Gold, Silber und Öl (DAF-Interview)
  3. Konjunktur-Radar - Dahin steuert die US-Wirtschaft
  4. Termine der Woche
  5. Gastbeitrag - Lebensversicherung: So vermeiden Sie hohe Kosten bei vorzeitiger Kündigung

 

›› Marktanalyse
- Nach der Ruhe kam der Sturm!

von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

erinnern Sie sich noch an den Titel des „Geldanlage-Brief“ vor genau einer Woche? Unter der Überschrift „Die Ruhe vor dem Sturm“ prognostizierten wir Ihnen, dass die Volatilität wieder deutlich zulegen wird (und wie man von diesem Anstieg profitieren kann).

Handel begann zunächst, wie er in der Woche zuvor endete

Die Handelswoche, und damit auch der Beginn des Dezemberhandels, begann zunächst, wie die Vorwoche endete. Die Handelsspanne im DAX war am Montag mit nur rund 35 Punkten im DAX erneut sehr gering (siehe blaues Rechteck im folgenden Chart).

DAX am Montag in enger Range

Selbst wichtige US-Konjunkturdaten wie der ISM-Index und die Bauausgaben, welche an diesem Tag zeitgleich um 16:00 Uhr (MEZ) veröffentlicht wurden, vermochten keinen Schwung in den Handel zu bringen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Doch dies war eben nur „Die Ruhe vor dem Sturm“. Denn bereits am Dienstag, ab ziemlich genau 10:00 Uhr (siehe folgender Chart), kam Schwung in die Sache und der DAX begann plötzlich eine dynamische Abwärtsbewegung. Der Index verlor fast 200 Punkte bzw. knapp 2 Prozent.

DAX - Kursutsch

Am Mittwoch setzte sich die Abwärtsbewegung in ähnlicher Weise fort. Der zweite Abwärtsrutsch startete plötzlich um ca. 13:40 Uhr und schickte den DAX sehr dynamisch um weitere 150 Punkte in den Keller. Im Tief erschien nur noch ein Kurs rund 9.070 Punkten auf der Anzeigetafel.

Volatilität schnellte nach oben

Insgesamt entstand dadurch in nur zwei Handelstagen ein zwischenzeitiger Verlust von 3,71 Prozent. Der Volatilitätsindex VDAX schnellte von 12,22 am Montag auf 13,79 am Donnerstag um knapp 13 Prozent nach oben.
Bei anderen Indizes wie dem TecDAX oder dem EuroStoxx50 fielen Verluste in vergleichbarer Höhe an.

Gewinnmitnahmen als sinnvollste Begründung für den Kursrutsch

Begründen kann man den Kursrutsch eigentlich nur mit simplen Gewinnmitnahmen. Denn wirklich wichtige und damit kursbeeinflussende Nachrichten gab es erst ab Mittwoch, 14:15 Uhr, mit den ADP-Daten zum US-Arbeitsmarkt.

Die ADP-Daten selbst schickten die Märkte noch einmal ein Stück in den Keller (siehe folgender Chart). Im November ist die Zahl der privat Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA um 215.000 gestiegen. Im Vormonat hatte das Plus noch bei 184.000 gelegen und wurde somit von den zuvor veröffentlichten 130.000 nach oben revidiert. Dies war besser als erwartet und nährte somit die Angst vor einer moderateren Geldpolitik.

DAX - Ereignisse der Woche

Zwar wurde kurz darauf im DAX das Tief bei 9.070 Punkten markiert, doch zu diesem Zeitpunkt lagen die dicken Kursverluste bereits hinter uns. Und kurz darauf erholten sich die Märkte auch bereits wieder. Sicherlich waren die ADP-Daten also nicht der ursprüngliche Grund für die starken Kursverluste.

Europäische Zentralbank (EZB) setzt Geldpolitik vorerst unverändert fort

Enttäuscht waren einige Marktteilnehmer sicherlich auch von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins unverändert bei 0,25 Prozent zu belassen. Das Sitzungsergebnis führte allerdings erst nach Veröffentlichung am Donnerstag um 13:45 Uhr zu weiteren Kursverlusten (siehe Chart oben) und war somit ebenfalls nicht Auslöser der zuvor heftigen Kursreaktion.

Europa 2014: Inflation wird niedrig bleiben und die Wirtschaft wieder wachsen

Gleichzeitig äußerte Notenbankpräsident Mario Draghi, dass seiner Überzeugung nach die Inflation mindestens bis zum Jahr 2015 weiter niedrig bleiben wird.
Nach den neuesten Prognosen erwarten die Währungshüter im laufenden Jahr eine Teuerung von 1,4 Prozent, 2014 wird der Preisauftrieb dann sogar nur noch bei 1,1 Prozent und 2015 bei 1,3 Prozent liegen. Die Notenbank strebt eigentlich eine Zielmarke von zwei Prozent an.
Die Zinssenkung von 0,5 auf 0,25 Prozent hatte Draghi unter anderem mit der Aussicht auf längerfristig niedrige Inflationsaussichten begründet.

Zum Wirtschaftswachstum gab die EZB an, dass dieses im laufenden Jahr wohl um 0,4 Prozent schrumpfen wird, im kommenden Jahr dann aber mit einer Rate von 1,1 Prozent wieder wachsen soll.

US-Arbeitsmarktbericht fällt sehr gut aus

Das aber wohl wichtigste Ereignis der Woche, ja sogar der vergangenen 4 Wochen, war aber der offizielle Arbeitsmarktbericht vom U.S. Bureau of Labor Statistics. Und die Antwort auf die drängendste Frage der vergangenen vier Wochen an der Wall Street lautete: 203.000 – so viele neue Stellen wurden in den USA im November geschaffen. Diese Zahl lag über den erwarteten 185.000 bis 188.000 neuen Stellen.

Doch es kam noch besser: Die US-Arbeitslosenquote ist auf nur noch 7,0 Prozent gefallen. – Genau dies hatten wir unseren Lesern des „Geldanlage Premium Depot“ bereits kurz vor Veröffentlichung der Daten in einer Eilmeldung prognostiziert (Zitat: „Die US-amerikanische Arbeitslosenrate soll bei 7,2 % nach zuvor 7,3 % liegen. Ich könnte mir hier sogar einen noch niedrigeren Wert vorstellen.“).

Und hier im „Geldanlage-Brief“ schrieb ich vor einer Woche: „Das sogenannte Tapering ist insbesondere dann zu erwarten, wenn die Zahl der neu geschaffenen Stellen hoch ist und die Arbeitslosenquote auf 7,0 Prozent fällt.

Aktienmärkte reagierten überraschend gelassen auf die positiven US-Arbeitsmarktaten

Die Märkte reagierten überraschend gelassen auf den positiven Arbeitsmarktbericht. Eigentlich war zu erwarten, dass die Märkte angesichts einer durch die guten Arbeitsmarktdaten gestiegenen Wahrscheinlichkeit für das Tapering der US-Notenbank im Dezember die Kursverluste am Aktienmarkt fortsetzen.

US-Notenbank Fed hat die Märkte hervorragend vorbereitet

Da diese Verluste ausblieben, scheint es so zu sein, dass die US-Notenbank Fed einen erstklassigen Job gemacht hat. Sie hat die Märkte hervorragend auf das Tapering eingestellt. Mit verbalen Vorbereitungen ist es ihr gelungen, dass die Märkte eine Reduzierung der Anleihekäufe bereits ohne größere Verwerfungen eingepreist haben. Die Angst vor weniger zusätzlicher Liquidität scheint verflogen und so werden positive US-Konjunkturdaten inzwischen wieder als das gesehen was sie sind: positiv.

Ausblick

Zwar könnten die Märkte nun bis zur kommenden Notenbanksitzung am 17./.18 Dezember noch vorsichtig agieren, doch grundsätzlich sehe ich jetzt – nach dem aktuellen Kursrutsch – wieder weiteres Kurspotential für Aktien.

Selbst wenn noch mal ein kurzer Ruck durch die Märkte geht (in Form von kurzzeitigen Kursverlusten), sollte die Fed nun bereits im Dezember das Tapering starten, dürften sich die Märkte aber schnell wieder auf das Wesentliche besinnen – nämlich die Tatsache, dass die Notenbank die US-Wirtschaft auf einem guten Weg sieht (= steigende Unternehmensgewinne = steigende Aktienkurse).

Und wenn die Fed den Starttermin ins nächste Jahr verschiebt, dann wird eben die anhaltende zusätzliche Liquidität für Kursgewinne sorgen.

Fazit

Damit lässt sich folgendes Fazit ziehen: Wie gut, dass wir Sie hier im kostenlosen Börsen-Newsletter „Geldanlage-Brief“ auf die drohenden Kursverluste mehrfach hingewiesen hatten. Entsprechend hatten wir in unserem Börsendienst „Geldanlage Premium Depot“ Geduld gezeigt und passende Wertpapiere in das Musterdepot aufgenommen. So konnten wir den aktuellen Kursverlusten ganz ruhig zusehen und sogar daran partizipieren – unser Musterdepot hat sowohl durch die Kursverluste (per Reverse Bonus Zertifikate) als auch durch die gestiegene Volatilität (per Long-Zertifikat) stark zugelegt.

Jetzt werden wir auf leicht ermäßigtem Kursniveau neue Long-Investments aussuchen und in Kürze eingehen. Dabei werden wir ganz zaghaft vorgehen. Denn noch befinden wir uns in einer Korrektur. Und es könnte noch eine zweite Abwärtswelle kommen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

P.S.:
Wenn Sie sich JETZT für ein Abonnement des Börsendienstes „Geldanlage Premium Depot“ entscheiden und sich hier anmelden, können Sie die oben genannten Trades noch mit uns gemeinsam umsetzen und davon profitieren.

 



›› Chart-Check
- Chartanalysen zu Gold, Silber und Öl (DAF-Interview)

von Sven Weisenhaus

Am vergangenen Mittwoch habe ich wieder ein Experten-Interview für das Deutsche Anleger Fernsehen DAF geben. In der Sendung „Rohstoff-Monitor“ ging es um die charttechnische Einschätzung von Gold, Silber und Öl. Da sicherlich nicht alle „Geldanlage-Brief“-Abonnenten die Sendung gesehen haben, erhalten Sie nachfolgend die Wiedergabe des Interviews.


Frage 1:
Herr Weisenhaus, zu Wochenbeginn musste der Goldpreis mal wieder massive Verkäufe verkraften. Was waren die Gründe und was verrät uns die Charttechnik in Sachen Goldpreis?

Den Kursrutsch kann man aus zweierlei Sicht begründen. Da wäre einerseits die fundamentale Situation: Wir haben Anfang der Woche gute US-Konjunkturdaten gesehen. Und so kurz vor den US-Arbeitsmarktdaten, die in dieser Woche noch veröffentlicht werden, sind die Anleger schnell nervös, weil gute US-Daten immer darauf hindeuten, dass die US-Notenbank Fed am 17./18. Dezember beschießen könnte, die Anleihekäufe zu reduzieren. Deswegen taucht immer sofort Druck auf den Goldpreis auf.

Aber auch charttechnisch gibt es Gründe: In dem (folgenden) kurzfristigen Chart sieht man einen (roten) Abwärtstrend. Der Goldpreis hat kürzlich versucht, aus diesem Trend nach oben hin auszubrechen, über 1.250 US-Dollar, ist aber genau an dieser Marke gescheitert. Dort lag ein Kreuzwiderstand aus einer horizontalen Widerstandslinie und der oberen Begrenzung des Abwärtstrendkanals. Beide Widerstände zusammen haben dem Goldpreis einen deutlichen Schubs nach unten gegeben.

Gold - kurzfristige Chartanalyse

Man sieht auch im (folgenden) längerfristigen Chart, dass im Goldpreis seit längerem eine Abwärtsbewegung der nächsten folgt.

Gold - langfristige Chartanalyse

Man muss daher jetzt damit rechnen, dass der Goldpreis wegen dem gescheiterten Ausbruchsversuch bei 1.250 US-Dollar auch noch mal im Rahmen des aktuell laufenden Abwärtstrends das bisher letzte Tief bei 1.180 US-Dollar noch mal ansteuern wird.


Frage 2:
Wie sieht es denn beim Silberpreis bzw. beim Silberchart aus? Halten denn hier die Unterstützungen?

Ja, ich hoffe es für die Edelmetallbullen. Wir haben beim Silberpreis das Tief aus dem Juni/Juli bereits erreicht. Der Silberpreis ist also schon etwas weiter gefallen als der Goldpreis.

Silber - Chartanalyse

Und ich hatte für den Silberpreis in der Vergangenheit eine Prognose abgegeben, dass er sich zwischen 18,50 und 25-26 US-Dollar (blaues Rechteck im Chart) hin und her bewegen wird. Aktuell haben wir wieder den unteren Bereich dieser Seitwärtsrange erreicht. Ich würde daher bei ca. 19 US-Dollar wieder erste Käufe in den Markt legen in der Hoffnung, dass es noch mal eine Gegenbewegung geben wird.

Es besteht allerdings inzwischen die Gefahr, aufgrund des gesamten charttechnischen Eindrucks, dass die Seitwärtsrange nach unten gebrochen wird.

Silber ist aber bereits recht günstig bewertet.


Frage 3:
Schauen wir zuletzt auch noch auf den Ölpreis. Der Spread, also die Schere zwischen WTI und Brent ist mittlerweile sehr groß. Wie könnte es weitergehen?

Hierfür hatte ich unseren Lesern im „Geldanlage-Brief“ (bzw. im „Geldanlage Premium Depot“) eine genau Strategie an die Hand gegeben:

Die OPEC hat einen Zielpreis von 100 US-Dollar ausgesprochen. Wenn derzeit der US-Ölpreis so stark darunter notiert, begründet durch die dort sehr hohen Lagerbestände, dann könnte es sein, dass der Kurs wieder in Richtung dieser 100 US-Dollar-Marke nach oben tendiert.

Gleichzeitig ist die Nordseesorte Brent deutlich über 100 US-Dollar bewertet. Vor kurzem haben wir eine Einigung im Iran bezüglich des Atomstreits gesehen. Dadurch besteht hier die Chance, dass die Preise in Richtung 100 US-Dollar fallen.

Daher die Strategie: Die WTI-Ölsorte eher kaufen und gleichzeitig auf einen fallenden Brent-Preis setzen.

Man sieht auch im Chart, dass der WTI-Ölpreis vor kurzem bereits einen ziemlichen Satz nach oben gemacht hat, von knapp 92 auf jetzt über 96 US-Dollar.
Hier ist auch eine Seitwärtsrange zu erkennen, in der sich der Kurs eingekeilt hat.

Ölpreis-Analyse WTI

Der Preis war im unteren Bereich zu sehen und nun beginnt aktuell die Aufwärtsbewegung hin zum oberen Ende der Range.

Beim Brent (folgender Chart) sieht man ebenfalls schon seit längerer Zeit eine Seitwärtsbewegung (blaues Rechteck). Hierzu hatte ich bereits am 14. August und am 6. November ein DAF-Interview gegeben (blaue, senkrechte Linien) und gesagt: „Der Preis wird sich zwischen 100 und 115-120 US-Dollar bewegen.

Ölpreis-Analyse Brent

Derzeit befindet sich der Preis am oberen Bereich dieser Range und daher kann man auf fallende Kurse setzen, die dann in Richtung 100 US-Dollar, also der Zielmarke der OPEC, tendieren werden.

Sie können sich das Interview auch jederzeit HIER als Video ansehen.

 



›› Konjunktur-Radar
- Dahin steuert die US-Wirtschaft

von Sven Weisenhaus

Für uns hier in Deutschland (und sicher auch für viele Leserinnen und Leser) erscheint es natürlich besonders interessant (und es ist auch wichtig), die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland und auch in Europa zu verfolgen. Natürlich beobachten wir vom „Geldanlage-Brief“-Team auch diese Daten für Sie sehr genau. Doch um den Rahmen des Börsen-Newsletters „Geldanlage-Brief“ nicht zu sprengen, berichten wir aktuell bevorzugt über die US-Daten.

Die weltweiten Börsen hängen von der Geldpolitik der USA ab

Letztlich spielt zwar die Musik an allen Börsen, aber der „Dirigent“ des Orchesters sitzt in den USA und er heißt Ben Bernanke. Nichts bewegt derzeit die Börsen derart stark, wie die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Und jede Konjunkturmeldung aus den USA wird aktuell dahingehend abgeklopft, ob sie für oder gegen eine Reduzierung der Anleihekäufe durch die Fed spricht. Entsprechend reagierten bislang die Börsen in der jüngeren Vergangenheit auf positive Daten negativ und auf negative Daten positiv.

US-Daten sprechen immer mehr für ein baldiges „Tapering“

Vor einer Woche wandelte sich mein Pessimismus im Hinblick auf den Start des „Tapering“ bereits in diesem Jahr aufgrund deutlich verbesserter US-Konjunkturdaten in einen leichten Optimismus. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed bereits auf ihrer kommenden Sitzung am 17./18. Dezember eine Reduzierung der Anleihekäufe beschließen wird, war bereits deutlich gestiegen.

Mit den jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt, über die in der „Marktanalyse“ bereits ausführlich berichtet wurde (am Freitag berichteten wir den Lesern auf unserer Facebook-Seite übrigens bereits 1 Minute nach der offiziellen Bekanntgabe über die aktuellen Werte), ist der Dezember-Termin noch wahrscheinlicher geworden.
Und auch die übrigen Daten, die in der abgelaufenen Handelswoche präsentiert wurden, können sich sehen lassen und deuten auf eine nun wieder mehr Schwung bekommende Erholung der US-Wirtschaft – was ganz der Zielformulierung der Fed entspricht.

ISM-Indizes und Bauausgaben konnten überzeugen

Bereits der ISM-Index und die Bauausgaben am vergangenen Montag konnten überzeugen. Die Bauausgaben waren zwar im September leicht um 0,3 Prozent gesunken, doch sowohl im Vormonat August als auch im Oktober sind sie jeweils ordentlich gestiegen (um 0,6 bzw. 0,8 Prozent). Und in der folgenden Grafik zeigt sich, dass der Rückgang im September dem öffentlichen Sektor zugeordnet werden kann, weshalb wohl der „government shutdown“ für den Rückgang verantwortlich gemacht werden kann.

US-amerikanische Bauausgaben
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Bauausgaben

Dieser Sondereffekt wurde nun im Oktober wieder aufgeholt, so dass es ohne diesen negativen Effekt wohl seit März ausschließlich gestiegene Bauausgaben gegeben hätte.

Genauso positiv kann man den ISM Index des verarbeitenden Gewerbes (ISM Manufacturing Index) bewerten, der im November bei 57,3 notiert. Damit schlug er die Erwartungen von 55,0 bis 55,5 und den Vormonatswert von 56,4.

ISM Index des verarbeitenden Gewerbes (ISM Manufacturing Index)
(Quelle: Markt-Daten.de) ISM Index des verarbeitenden Gewerbes (ISM Manufacturing Index)

Wie die Grafik zeigt, war dies bereits der 6. Anstieg in Folge und genauso lange befinden wir uns schon über der Marke von 50 Punkten, ab der bei diesem Indikator zukünftiges Wirtschaftswachstum signalisiert wird. Und nur 2 Mal in den vergangenen 12 Monaten lag der Wert unter dieser Schwelle.

Der US-amerikanische ISM Non-Manufacturing Index (NMI), welcher am Mittwoch veröffentlicht wurde, fiel nicht ganz so gut aus, kann aber ebenfalls absolut positiv interpretiert werden. Für November wurde ein Wert von 53,9 gemeldet. Dies bedeutet zwar einen leichten Rückgang gegenüber dem Vormonat (55,4), doch bedeuten auch hier Werte über 50 zukünftiges Wachstum.

ISM Dienstleistungsindex (ISM Non-Manufacturing Index)
(Quelle: Markt-Daten.de) ISM Dienstleistungsindex (ISM Non-Manufacturing Index)

Und hier gab es in den vergangenen 12 Monaten keinen einzigen Wert unterhalb der wichtigen Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Aufschwung am US-Immobilienmarkt setzt sich dynamisch fort

Bislang lauteten die Zwischenüberschriften zum US-Immobilienmarkt hier im „Geldanlage-Brief“: „Aufschwung am US-Immobilienmarkt dürfte sich bald fortsetzen“. Heute habe ich sie bewusst umformuliert in „Aufschwung am US-Immobilienmarkt setzt sich dynamisch fort“.

Denn die Zahl der Verkäufe neuer Häuser ist in den USA im Oktober auf 444.000 angestiegen. Dies bedeutet ein Plus von 25,4 Prozent (!!!) gegenüber dem Wert des Vormonats September (354.000).

Zahl der Verkäufe neuer Häuser in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) Zahl der Verkäufe neuer Häuser

Sie sehen in dieser Grafik, dass die Zeit, in der die Erholung ins Stocken geraten war (Juli bis September), vermutlich bedingt durch den kurzweiligen Zinsanstieg in den USA, anscheinend vorüber ist.

Verbraucher spüren die Erholung und haben wieder mehr Vertrauen

Ganz ähnlich der Verlauf beim Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan:

Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan
(Quelle: Markt-Daten.de) Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan

Auch hier wurde der Rückgang inzwischen fast vollständig aufgeholt. Der Index notiert im Dezember wieder bei 82,5. Er war zuletzt rückläufig gewesen und notierte im Vormonat bei nur 75,1.

US-Wirtschaftswachstum ist stark – Worauf will die Fed noch warten?!

Da macht es dann auch nichts mehr aus, dass die US-Industrieaufträge im Oktober um 0,9 Prozent gefallen sind. Denn der Rückgang wurde im Bereich von 1,0 Prozent bereits erwartet und im Vormonat waren die Industrieaufträge um 1,8 Prozent gestiegen.

Vor dem Hintergrund, dass das Wirtschaftswachstum im 3. Quartal in den USA mit 3,6 Prozent deutlich stärker gestiegen ist als in der vorläufigen Vorabschätzung (2,8 Prozent) ermittelt, wie am Donnerstag bekannt wurde, stellt sich nun angesichts der heute gemeldeten Daten die Frage, worauf die US-Notenbank Fed eigentlich noch warten will.

Fazit zur Analyse der US-Konjunkturdaten

In Summe kann man nun sagen, dass die US-Daten wieder deutlich freundlicher ausfallen – die Delle in dem Verlauf der Erholung scheint überwunden. Aus meiner Sicht dürfte dies der US-Notenbank reichen. Insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht in dieser Woche hat mich umgestimmt. Ich hatte Sie auf dessen Relevanz hingewiesen.

 



›› Termine der Woche

(KW 50: Handelswoche vom 09.12. bis 13.12.2013)

Sie können die folgenden „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 09.12.2013

  • 01:50 - JP: BIP 3. Quartal
  • 12:00 - DE: Produktion prod. Gewerbe Oktober


Dienstag, 10.12.2013

  • 08:00 - DE: Umsatz verarbeitendes Gewerbe Oktober
  • 16:00 - US: Großhandel Oktober


Mittwoch, 11.12.2013

  • 08:00 - DE: Verbraucherpreise November
  • 20:00 - US: Staatshaushalt November


Donnerstag, 12.12.2013

  • 10:00 - EU: EZB Monatsbericht Dezember
  • 11:00 - EU: Industrieproduktion Oktober
  • 14:30 - US: Einzelhandelsumsatz November
  • 14:30 - US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 14:30 - US: Einfuhrpreise November
  • 14:30 - US: Ausfuhrpreise November
  • 16:00 - US: Lagerbestände Oktober


Freitag, 13.12.2013

  • 08:00 - DE: Großhandelspreise November
  • 14:30 - US: Erzeugerpreisindex November

 



›› Gastbeitrag
- Lebensversicherung: So vermeiden Sie hohe Kosten bei vorzeitiger Kündigung

von Matthias Wühle

Matthias Wühle, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbHMatthias Wühle ist Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH. Die Policen Direkt-Gruppe ist Marktführer im Ankauf deutscher Lebensversicherungen und der führende Anbieter für Investments in deutsche Zweitmarktpolicen. Darüber hinaus vermittelt Policen Direkt günstige Policendarlehen und bewertet geschlossene Fondsbeteiligungen nach dem Best-Price-Prinzip. Insgesamt verwaltet Policen Direkt Zweitmarktpolicen im Wert von über 1,2 Milliarden Euro und ist damit der größte Asset Manager für Zweitmarktpolicen in Deutschland.

Grundsätzlich sollte eine Lebensversicherung nicht vor Ablauf gekündigt werden. Denn in solchen Fällen kommen einerseits häufig hohe Stornokosten zum Abzug, die auf die Rendite drücken, andererseits entfällt sofort der Versicherungsschutz, der für eine Familie von hoher Bedeutung sein kann. Dennoch ziehen viele Versicherte vor Ablauf der Vertragslaufzeit die Notbremse und nehmen damit finanzielle Einbußen und fehlenden Versicherungsschutz in Kauf.
Es gibt aber eine sinnvolle Alternative, bei der man einen beitragsfreien Rest-Todesfallschutz und eine Rückzahlung oberhalb des Rückkaufswertes erhalten kann – den Zweitmarkt für Lebensversicherungen.

Es gibt vielfältige Gründe, weshalb Versicherte sich gezwungen sehen, vor Ablauf der Vertragslaufzeit ihre Lebensversicherung zu kündigen und damit sowohl auf Rendite als auch auf Versicherungsschutz zu verzichten.

Darum trennen Versicherte sich vor Ablauf von Ihrer Lebensversicherung

Der Hauptgrund besteht in der Tilgung von Schulden. Dies ist das Ergebnis einer Befragung, die Policen Direkt in Kooperation mit dem Institute Corporate Responsibility Management der Steinbeis Hochschule Berlin durchgeführt hat. Befragt wurden dafür 584 Beschäftigte im Finanzvertrieb, darunter Makler, Vermittler, Berater, Mitarbeiter von Banken, Sparkassen und sonstige Beschäftigte.

Nach dem Grund für den Verkauf einer Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt befragt (Mehrfachantworten möglich), geben 19% der Teilnehmer die Schuldentilgung als wichtigste Begründung an, gefolgt von Arbeitslosigkeit (15%), einer neuen private Lebenssituation (14%), unvorhergesehene Ausgaben und die Erfüllung von Wünschen (je 11%). Der Erwerb einer Immobilie und Hartz IV als Situation werden mit je 8% genannt. Lediglich 7% der Befragten sehen in anderen Investmentchancen einen Grund für den Policen-Verkauf.

Verbraucher haben keine Angst vor der Sicherheit ihrer Lebensversicherung

An letzter Position der Auswahlmöglichkeiten wird neben sonstigen Gründen (3%) als Begründung aufgeführt, dass die Lebensversicherung nicht sicher genug sei (4%). Damit ist die Auffassung widerlegt, die Verbraucher würden sich aus Angst vor der Sicherheit ihrer Lebensversicherung von ihren Policen trennen wollen. Vielmehr werden sie oftmals aus eher persönlichen Beweggründen dazu gedrängt.

Sinnvolle Alternative zur Kündigung: Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen

Die Befragung zeigt deutlich, dass insbesondere Ausgaben, die zum Zeitpunkt des Abschlusses noch nicht absehbar waren, letztendlich der Hauptgrund zur vorzeitigen Kündigung der Lebensversicherung ist. Der Zweitmarkt kann deshalb eine wichtige Finanzierungsfunktion übernehmen und berücksichtigt zeitgleich wesentliche Aspekte, wie den Erhalt des Versicherungsschutzes für den Kunden.

Bei Verkauf auf dem Zweitmarkt wird die Police nämlich durch den Ankäufer weitergeführt, weshalb ein beitragsfreier Rest-Todesfallschutz erhalten bleibt. Außerdem zahlen die Ankäufer einen Kaufpreis, der über dem Rückkaufswert liegt.

Worauf sollte man beim Policen-Verkauf auf dem Zweitmarkt achten?

Worauf sollte der am Verkauf Interessierte nun achten, wenn er den Zweitmarkt als Alternative heranzieht? In erster Linie, dass er nicht auf unseriöse Ankäufer hereinfällt. Denn es tummeln sich auch Anbieter auf dem Markt, die entweder nur einen Teilbetrag auszahlen und den Rest in Genussrechten oder dergleichen (wie zuletzt die insolvente Infinus AG) - oder unter Rückkaufswert ankaufen bzw. diesen durch Ankaufsgebühren mindern.

Um zu vermeiden, in solche Fallen zu tappen, ist es ratsam, sich an einen Ankäufer zu wenden, der Mitglied im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt für Lebensversicherungen (BVZL) e.V. ist. Dieser hat Ankaufskriterien veröffentlicht, an die sich alle Mitgliedsunternehmen zu halten haben: http://www.bvzl.de/media/Leitfaden_Qualitaetskriterien_Verkauf_deutscher_Kapitalversicherungspolicen.pdf

Der Zweitmarkt aus Anlegersicht

Der Zweitmarkt ist übrigens auch aus Anlegersicht interessant, weil die Zweitmarktpolicen dort als Einzelinvestment gekauft werden können. Wer einen Mindestbetrag von 10.000 EUR zur Verfügung hat und eine solche Altpolice erwirbt, erwirtschaftet damit eine Rendite von durchschnittlich 4,94% bei einer Investitionsdauer von durchschnittlich 2 Jahren. Sehen Sie hierzu die Einzeldaten abgelaufener Policen in unserer Leistungsbilanz: https://www.policendirekt.de/policeninvest/leistungsbilanz.html.

Der große Vorteil für Anleger liegt insbesondere in den geringen Risiken - man erwirbt Ansprüche gegen ein solventes deutsches Versicherungsunternehmen - bei weitaus geringeren Kosten und kürzeren Laufzeiten.

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