Risiken für Aktien! – Endet in 2 Tagen die Liquiditätsflut?

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse - Risiken für Aktien! – Endet in 2 Tagen die Liquiditätsflut?
  2. Chart-Check - Chartanalysen zu DAX, S&P500, EUR/USD und Gold
  3. Konjunktur-Radar - Dahin steuert die US-Wirtschaft
  4. Termine der Woche
  5. Gastbeitrag - Absolute-Return-Strategien als Alternative zu Niedrigzinsen

 

›› Marktanalyse
- Risiken für Aktien! – Endet in 2 Tagen die Liquiditätsflut?

von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteurunter der Überschrift „Die Ruhe vor dem Sturm“ berichteten wir am 2. Dezember über extrem enge Handelsspannen und sehr wenig Dynamik im DAX-Verlauf. Wir prognostizierten einen Anstieg der Volatilität und zeigten, wie man von diesem Anstieg profitieren kann.

Eine Woche später lautete der Titel des Geldanlage-Briefs „Nach der Ruhe kam der Sturm!“ Die Volatilität hatte im Rahmen einer ersten Korrekturwelle an den Aktienmärkten tatsächlich bereits heftig angezogen.

Zweite Abwärtswelle nach bärischer Flaggenformation

Inzwischen erfolgte auch noch eine zweite Abwärtswelle im DAX (siehe rote Pfeile im folgenden Chart), nachdem sich im Rahmen einer Konsolidierung eine bärische Flagge (rote Markierung) ausbildete. Die Flagge wurde im DAX idealtypisch nach unten aufgelöst.

31% Gewinn mit Trade auf steigende Volatilität

Auch in den US-Märkten gab es weitere Kursverluste. Und dadurch können wir uns am vergangenen Donnerstag über einen schönen Gewinn von mehr als 31 Prozent in nur 10 Handelstagen freuen, den wir in unserem Börsendienst „Geldanlage Premium Depotmit einem Volatilitätstrade realisieren konnten.

(Wenn Sie sich JETZT für ein Abonnement des Börsendienstes „Geldanlage Premium Depot“ entscheiden und sich hier anmelden, können Sie Trades wie den oben genannten in Zukunft mit uns gemeinsam umsetzen und davon profitieren.)

Keine Reaktion auf Einigung im US-Haushaltsstreit

Interessant an der aktuellen Entwicklung am Aktienmarkt ist, dass die Kursverluste trotz der Meldung entstanden sind, wonach es bereits frühzeitig zu einer Einigung im US-Haushaltsstreit kam. Eigentlich hätte man bei derartigen Meldungen einen Freudensprung erwarten können, denn die Märkte fürchteten ein erneutes Gerangel der beiden Kongressparteien zu Beginn des kommenden Jahres. Dieses hätte die Börsen, wie schon in der Vergangenheit, sicherlich erneut belastet. Immerhin kam es durch den vorangegangenen Budgetstreit zum „Government Shutdown“, der die amerikanische Regierung im Oktober 16 Tage lang in einen Notbetrieb versetzte. Eine frühzeitige Einigung war daher durchaus positiv zu werten, sorgt der geschlossene Kompromiss doch sehr wahrscheinlich für zwei Jahre Ruhe. Dennoch blieben positive Reaktionen am Aktienmarkt aus.

Kongress macht der Notenbank Fed den Weg frei

Gefiel die Einigung dem Markt vielleicht nicht, weil damit die Wahrscheinlichkeit für eine ebenfalls frühzeitige Beendigung des Anleihekaufprogramms der US-Notenbank Fed gestiegen ist? Wurde der Kompromiss vielleicht ganz bewusst vorgezogen, um der US-Notenbank den Weg für das Tapering am Mittwoch freizumachen? Wurde dies durch die fallenden Kurse sogar bereits eingepreist? Aus unserer Sicht kann man diese Fragen allesamt mit „Ja“ beantworten.

Ausblick

Wenn wir das 18. Türchen des konjunkturellen Adventskalenders öffnen dürfen, werden wir wissen, ob die Fed den Märkten auch weiterhin Liquidität „schenkt“ und Anleihen im unveränderten Umfang von monatlich 85 Mrd. USD aufkauft oder ob am Mittwoch doch der Startschuss zum „Tapering“ kommt.
Eine Reduzierung der Anleihekäufe um 10 bis 20 Mrd. auf 75 bis 65 Mrd. US-Dollar wird inzwischen von vielen Experten (und auch von mir) für möglich (von mir für wahrscheinlich) gehalten.

Ebenfalls wichtig für die Märkte wird der Freitag sein. Dann nämlich ist dreifacher Verfallstermin, der sogenannte Hexensabbat. Optionen und Futures auf Aktien und Indizes werden fällig, mit denen Anleger und auch große Institutionelle auf bestimmte Kursbewegungen bzw. Kursniveaus wetten. Es wird gemunkelt, dass der DAX bis dahin möglichst oberhalb von 9.000 Punkten notieren soll.

Fazit

Vor genau einer Woche war hier folgendes zu lesen: „Zwar könnten die Märkte nun bis zur kommenden Notenbanksitzung am 17./.18 Dezember noch vorsichtig agieren, doch grundsätzlich sehe ich jetzt – nach dem aktuellen Kursrutsch – wieder weiteres Kurspotential für Aktien.

Und weiter: „Selbst wenn noch mal ein kurzer Ruck durch die Märkte geht (in Form von kurzzeitigen Kursverlusten), sollte die Fed nun bereits im Dezember das Tapering starten, dürften sich die Märkte aber schnell wieder auf das Wesentliche besinnen – nämlich die Tatsache, dass die Notenbank die US-Wirtschaft auf einem guten Weg sieht (= steigende Unternehmensgewinne = steigende Aktienkurse).

Genau diesen „Ruck“ haben wir in der abgelaufenen Handelswoche gesehen. Doch schon am heutigen Montag notiert der DAX bereits wieder rund 2 Prozent im Plus. Fast 50 Prozent der Kursverluste der vergangenen beiden Wochen sind heute schon wieder aufgeholt.

Und daher es bleibt auch bei dieser Aussage von vor einer Woche: „Und wenn die Fed den Starttermin ins nächste Jahr verschiebt, dann wird eben die anhaltende zusätzliche Liquidität für Kursgewinne sorgen.“ Fallende Notierungen sehe ich also inzwischen als hervorragende Chance, wieder günstig(er) in den Markt zu kommen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Chart-Check
- Chartanalysen zu DAX, S&P500, EUR/USD und Gold

von Sven Weisenhaus

DAX

Der DAX hat seit der vorangegangenen Chartanalyse vom 2. Dezember mächtig Federn lassen müssen. Nach einem Kursverlust von 2,48 Prozent in der Vorwoche ist der DAX in der abgelaufenen Handelswoche mit einem Minus von 1,81 Prozent weiter abgerutscht. In nur zwei Wochen hat der DAX damit vom Hoch (9.424,83) bis zum Tief (8.984,28) rund 4,7 Prozent bzw. 440,55 Punkte verloren.

DAX - Kursverlauf 2 Wochen

Angesichts des extremen Kursanstiegs, den der DAX sowohl seit Herbst 2011 als auch seit dem Ausbruch über das ehemalige Allzeithoch bei 8.151,57 Punkten hinter sich gebracht hat, war kaum davon auszugehen, dass sich diese Bewegung ohne eine baldige Korrektur unverändert fortsetzen wird. Der Trend war einfach zu steil und wir hatten 8 Gewinnwochen in Folge hinter uns. Daher ging ich in der vorangegangenen DAX-Analyse davon aus, „dass zumindest die … rote, steile Aufwärtstrendlinie gebrochen wird und wir einen kleinen Rücksetzer in Richtung 9.000 Punkte bekommen.

DAX - Trendanalyse

Mit Blick auf die beiden Charts hätte diese Prognose nicht perfekter ausfallen können. Das Tief im DAX lag bei ca. 8.985 Punkten und damit ziemlich genau bei dem prognostizierten Rücksetzer auf 9.000 Punkte.

Wer unserer Strategie gefolgt ist, „sehr kleine Short-Einstiegs-Positionen“ einzugehen, und je stärker der DAX weiter steigt, umso mehr weitere Short-Positionen zu kaufen, der blickt nun auf schöne Gewinne.

Im „Geldanlage Premium Depot“ haben wir genau dies beherzigt. Zwar haben wir auf direkte Short-Spekulationen verzichtet, doch mit unseren Reverse-Bonus-Zertifikaten haben wir inzwischen fast den maximalen Auszahlungsbetrag erreicht. Und da die Restlaufzeit nur noch gering ist, werden wir wohl auch die maximale Auszahlung erhalten.


S&P500

Im S&P500 zeichnete sich vor zwei Wochen ab, „dass der kurzfristige Trend zu steil ist und sich ein Trendbruch anbahnt“. Wir rieten entsprechend dazu, „eingegangene Long-Positionen jetzt noch enger absichern und den Stopp von unterhalb der blauen Trendlinien deutlich nach oben ziehen.“ Auch hier zeigt sich beim Blick auf den Chart, wie sinnvoll diese Strategie war.

S&P500 - Chartanalyse

Short-Spekulationen sollte man hier allerdings meiden. Die Kursverluste fielen bei den US-Indizes deutlich geringer aus. Und die Korrektur erinnert lediglich an eine Konsolidierung im Aufwärtstrend und bislang keineswegs an eine Trendwende. Mit Short-Positionen könnte man sich also hier die Finger verbrennen.


EUR/USD

Beim Euro ist es zu einer dynamischen Aufwärtsbewegung gekommen, die den Wechselkurs zurück an das Hoch von Ende Oktober (1,38324 US-Dollar) geführt hat.

EUR/USD - Chartanalyse

Diese Entwicklung verwundert schon ein wenig, da bei der Fed seit Wochen die Zeichen auf Straffung der Geldpolitik stehen und dies eigentlich den Dollar stärken müsste. Zumal zeitgleich die Geldpolitik in Europa noch sehr lange extrem expansiv bleiben wird, was tendenziell den Euro belasten sollte.

Doch die Aufwärtsbewegung macht durchaus Sinn. Das hohe Gefahrenpotenzial, welches durch die Schuldenkrise in Europa (auch fälschlich als Euro-Krise bezeichnet) entstanden war, hat mittlerweile deutlich abgenommen. Es handelt sich demnach bei dem Trend nicht um eine Schwäche des Dollars, sondern eine Erholung des Euros von einem sehr niedrigen Niveau aus.

Dennoch dürfte es schwer bleiben für den Euro, das Zwischenhoch zu überwinden, denn genau dort verläuft auch noch eine Widerstandslinie (grün). Um aber nochmaliges Aufwärtspotential zu generieren, müsste die Einheitswährung über das Oktoberhoch bei 1,38324 US-Dollar ansteigen.


Gold

In dem folgenden kurzfristigen Chart sieht man einen roten Abwärtstrend. Der Goldpreis ist kürzlich aus diesem Trend nach oben hin ausgebrochen. Die Gegenbewegung endete jedoch nach nur rund 30 US-Dollar bei rund 1.265 US-Dollar.

Gold-Chartanalyse

Diese sehr moderate Gegenbewegung deutet auf eine weitere Schwäche hin. Selbst bullische Chartsignale werden kaum für Käufe genutzt. Man muss daher weiterhin davon ausgehen, dass der Goldpreis auch noch einmal das Tief bei 1.180 US-Dollar ansteuern wird.

 



›› Konjunktur-Radar
- Dahin steuert die US-Wirtschaft

von Sven Weisenhaus


Hinweis
: Für uns hier in Deutschland (und sicher auch für viele Leserinnen und Leser) erscheint es natürlich besonders interessant (und es ist auch wichtig), die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland und auch in Europa zu verfolgen. Natürlich beobachten wir vom „Geldanlage-Brief“-Team auch diese Daten für Sie sehr genau. Doch um den Rahmen des Börsen-Newsletters „Geldanlage-Brief“ nicht zu sprengen, berichten wir aktuell bevorzugt über die US-Daten – und dies hat einen sehr guten Grund:

Die weltweiten Börsen hängen von der Geldpolitik der USA ab

Letztlich spielt zwar die Musik an allen Börsen, aber der „Dirigent“ des Orchesters sitzt in den USA und er heißt Ben Bernanke. Nichts bewegt derzeit die Börsen derart stark, wie die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Und jede Konjunkturmeldung aus den USA wird aktuell dahingehend abgeklopft, ob sie für oder gegen eine Reduzierung der Anleihekäufe durch die Fed spricht.
Die Fed tagt bereits ab morgen wieder und sie wird am Mittwoch bekanntgeben, ob sie mit dem Tapering beginnt. Dieses Sitzungsergebnis wird richtungsweisend sein für die Entwicklung der Märkte in den kommenden Tagen und Wochen. Daher ist das, was in Deutschland oder Europa bis dahin passiert, im Moment für die Börsen absolut nebensächlich.

US-Verbraucher in Konsumlaune

Die US-Verbraucher befinden sich in Konsumlaune, was sich im November in einem Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat bei den Einzelhandelsumsätzen manifestierte. Da zudem der Oktoberwert von 0,4 auf 0,6 Prozent nach oben revidiert wurde, zeichnet sich ein robustes Wachstum des privaten Verbrauchs im Schlussquartal 2013 ab. Die Einzelhandelsumsätze sind damit ein weiterer Indikator, der für eine zeitnahe Reduktion der Anleihekäufe durch die US-Notenbank spricht.

Die Preisentwicklung macht einen Strich durch die Rechnung

Was derzeit aber sehr deutlich GEGEN eine Reaktion der US-Notenbank am Mittwoch spricht, ist die Preisentwicklung in den USA. Über die gesunkenen Preissteigerungsraten bzw. sogar sinkende Preise haben wir in den vorangegangenen Ausgaben des „Geldanlage-Brief“ mehrfach berichtet. Und dieser Trend setzte sich fort.

Die US-amerikanischen Importpreise sind im November erneut um 0,6 Prozent gefallen. Im Oktober lag der Rückgang bereits bei 0,6 Prozent (revidiert von -0,7 Prozent). Die Jahresrate liegt inzwischen im Bereich von Null.

US-amerikanische Im- und Exportpreise
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Im- und Exportpreise, seit 1995

Und auch die US-amerikanischen Erzeugerpreise sind im November um 0,1 Prozent gesunken. Im Monat zuvor waren die Preise der Erzeuger um 0,2 Prozent gefallen.

Fazit zur Analyse der US-Konjunkturdaten

In der vergangenen Woche wurden nur sehr wenig wichtige US-Daten veröffentlicht. Bislang waren die jüngsten Zahlen wieder deutlich freundlicher ausgefallen – die Delle in dem Verlauf der Erholung der US-Wirtschaft scheint weiterhin überwunden. Aus meiner Sicht hätte dies der US-Notenbank reichen können. Doch ein riesen Problem ist die Entwicklung der Preise.

Die Fed wird ganz sicher nicht den Fehler machen und eine Deflation riskieren. Die US-Notenbank könnte daher vor dem Hintergrund der Preisentwicklung die Anleihekäufe in nur sehr geringem Maße reduzieren. Vielleicht verschiebt sie den Beginn des Taperings jedoch auch auf 2014. Der Mittwoch wird definitiv spannend.

 



›› Termine der Woche

(KW 51: Handelswoche vom 16.12. bis 20.12.2013)

Sie können die folgenden „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 16.12.2013

  • 00:50 - JP BoJ TANKAN Bericht Dezember
  • 09:30 - DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Dezember
  • 09:30 - DE Dienstleistungsindex Dezember
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Eurozone Dezember
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Eurozone Dezember
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Eurozone Dezember
  • 11:00 - EU Außenhandel Oktober
  • 12:00 - DE Bundesbank Monatsbericht Dezember
  • 14:30 - US NY Empire State Index Dezember
  • 15:00 - US Internationale Kapitalströme Oktober
  • 15:15 - US Industrieproduktion November
  • 15:15 - US Kapazitätsauslastung November


Dienstag, 17.12.2013

  • 11:00 - EU Inflation November
  • 14:30 - US Verbraucherpreise November
  • 15:00 - EU Rede EZB-Präsident Draghi
  • 19:00 - US NAHB/WF Hausmarktindex Dezember


Mittwoch, 18.12.2013

  • 10:30 - GB BoE Sitzungsprotokoll
  • 11:00 - EU Produktion Baugewerbe Oktober
  • 14:30 - US Wohnbaubeginne November
  • 14:30 - US Wohnbaugenehmigungen November
  • 20:00 - US Federal Reserve Bank Sitzungsergebnis
  • 20:15 - US FOMC Projektionen


Donnerstag, 19.12.2013

  • 10:00 - EU EZB Leistungsbilanz Eurozone Oktober
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US Verkäufe bestehender Häuser November
  • 16:00 - US Philadelphia Fed Index Dezember


Freitag, 20.12.2013

  • JP BoJ Sitzungsergebnis
  • 08:00 - DE Erzeugerpreise November
  • 14:30 - US BIP 3. Quartal

 



›› Gastbeitrag
- Absolute-Return-Strategien als Alternative zu Niedrigzinsen

von Eckhard Sauren

Eckhard Sauren, Unternehmensgründer und Vorstand der Sauren Fonds-Service AGEckhard Sauren ist Unternehmensgründer und Vorstand der Sauren Fonds-Service AG. Er verwaltet in seiner Rolle als Dachfondsmanager aktuell 14 eigene Dachfonds nach der bewährten und langjährig erfolgreichen personenbezogenen Investmentphilosophie "Wir investieren nicht in Fonds – wir investieren in Fondsmanager".

Absolute-Return-Strategien gewinnen in jüngster Vergangenheit immer stärker an Bedeutung – zu Recht. Denn zum einem kommen immer mehr attraktive Fonds in diesem Bereich auf den Markt, deren Manager ihre Expertise bereits unter Beweis gestellt haben und deren Ertrags/Risiko-Profil eine Bereicherung für so gut wie jedes Portfolio darstellt. Zum anderen sind Absolute-Return-Fonds im aktuellen Niedrigzinsumfeld, in dem viele zinsorientierte Strategien die Ergebnisse der Vergangenheit nicht mehr erreichen, ein hervorragender Ausweg aus der Zinsfalle.

In Anbetracht dieser beiden Entwicklungen sollte der Portfolioanteil von Absolute-Return-Fonds noch stärker wachsen. Tatsächlich werden aber viele Portfolios noch immer von klassischen Verwaltungsstrategien dominiert. Das Potenzial von Absolute-Return-Strategien wird meist aufgrund von Vorbehalten und fehlender Kenntnisse noch zu selten genutzt.

Die Alternative zu relativen Zielen: Absolute-Return-Fonds

Namensgebend für die Absolute-Return-Fonds ist der absolute Wertzuwachs, den diese Fonds möglichst unabhängig von den allgemeinen Marktrahmenbedingungen anstreben. In der Fachsprache heißt das: Die Zielsetzung ist ein attraktives Alpha (Mehrwert) bei geringem Beta (Marktentwicklung).

Damit grenzen sich Absolute-Return-Fonds von klassischen Fonds ab, deren Zielsetzung darin besteht, durch aktives Management einen Referenzindex zu übertreffen. Solange der Fondsmanager eines klassischen Fonds besser als sein Referenzindex abschneidet, hat er sein Ziel erfüllt. Das gilt selbst dann, wenn der Fonds absolut gesehen an Wert verliert.

Die Wertentwicklung eines klassischen Fonds weist in der Regel eine hohe Korrelation mit der Entwicklung des zugrundeliegenden Marktes auf, während die Wertentwicklung eines Absolute-Return-Fonds positiv und im Idealfall unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung verlaufen sollte.

Zur Erzielung eines absoluten Wertzuwachses kann der Manager eines Absolute-Return-Fonds auf ein sehr breites Spektrum von Anlagemöglichkeiten zurückgreifen. Insbesondere der Einsatz moderner, derivativer Anlageinstrumente ermöglicht innovativen Absolute-Return-Fonds, auf Marktebene wie auf Einzeltitelbasis auch von fallenden Kursen zu profitieren.

Merkmale von Absolute-Return-Fonds als Publikumsfonds

Als Publikumsfonds unterliegen die Absolute-Return-Fonds strengen europäischen Gesetzes-Standards und werden von der Finanzaufsicht überwacht. Die auf absoluten Ertrag ausgerichteten Strategien werden somit innerhalb eines rechtlich regulierten Rahmens umgesetzt. Dabei ist die Flexibilität von Absolute-Return-Fonds relativ hoch, die Anteile können in den meisten Fällen täglich bzw. wöchentlich zum Netto-Inventarwert an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden.

Absolute Return – ein wichtiger Beitrag zur Portfoliostruktur

Durch ihren besonderen Charakter und die marktunabhängige Orientierung stellen Absolute-Return-Fonds eine wertvolle Ergänzung zu klassischen Investmentfonds dar. Sie wirken stabilisierend und eignen sich damit für fast jedes breit aufgestellte Portfolio. Ihre Integration kann das Gesamtrisiko senken und gleichzeitig das Ertragspotenzial steigern. Abhängig von der verfolgten Strategie und dem persönlichen Anlageprofil kann eine Beimischung von 20 bis 30 Prozent eine sinnvolle Richtgröße sein.

Bei Absolute-Return-Fonds entscheidet die Auswahl

In allen Anlagebereichen kommt es darauf an, vielversprechende Anlageideen von weniger attraktiven Konzepten zu unterscheiden. Bei Absolute-Return-Fonds gilt das umso mehr. Gerade Investmentansätze mit absoluten Ertragszielen erfordern spezielle Kompetenzen. Die Analyse ist anspruchsvoller und aufwändiger als bei klassischen Investmentfonds. Deswegen bedarf es hier eines tiefgehenden Verständnisses der jeweiligen Anlagephilosophie, um vielversprechende Anlageideen zu erkennen. Anders als bei klassischen Fonds, bei denen die Entwicklung im wesentlichen Maße durch die allgemeine Marktentwicklung geprägt ist, hängt die Entwicklung bei Absolute-Return-Fonds insbesondere von den Fähigkeiten und Erfahrungen des Fondsmanagers ab. Aus diesem Grund ist der direkte Kontakt zum Fondsmanager für eine fundierte Einschätzung der jeweiligen Anlageidee unerlässlich.

Insbesondere im Absolute-Return-Bereich beschränken Fondsmanager oftmals ihr Volumen, um die Umsetzung ihrer Anlagephilosophie nicht durch ein zu hohes Volumen zu gefährden. Die frühzeitige Investition in vielversprechende Absolute-Return-Fonds, deren Volumen im Interesse einer attraktiven Wertentwicklungsmöglichkeit begrenzt wird, bietet Anlegern den Vorteil, lange von gut recherchierten Anlageideen zu profitieren.

Notwendigkeit der Diversifikation

Der Kosmos der Absolute-Return-Strategien besteht aus einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Ansätze. Daher empfiehlt es sich, in ein Portfolio unterschiedlicher Absolute-Return-Fonds zu investieren und durch die Diversifikation über verschiedene Anlageideen das Risiko hinsichtlich der jeweiligen Anlagestrategie und des jeweiligen Anlageuniversums breit zu streuen. Da einzelne Fondsmanager mit ihren Anlageentscheidungen falsch liegen und Verluste erleiden können, ist darüber hinaus auch eine breite Diversifikation hinsichtlich der ausgewählten Fondsmanager empfehlenswert.

Dachfonds als effiziente Anlagelösung

Am effizientesten ist die Investition in ein breit diversifiziertes Portfolio von Absolute-Return-Strategien über einen Dachfonds möglich. Der Dachfondsmanager wird das Portfolio aktiv verwalten, indem er die bestehenden Anlageideen überwacht und neue attraktive Anlageideen integriert. Der Dachfondsmanager selbst sollte eine langjährige Erfahrung besitzen und eine plausible Investmentphilosophie verfolgen, welche sich über verschiedene Marktphasen bewährt hat. Ein solcher Absolute-Return-Dachfonds stellt eine vielversprechende Anlagealternative zu Niedrigzinsen dar und sollte auch das Ertrags/Risiko-Profil des Gesamtportfolios verbessern.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.sauren.de/absolute-return.html

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