US-Notenbank Fed - Das bedeutet der Einstieg in den geldpolitischen Ausstieg

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse - Fed hat den Einstieg in den Ausstieg begonnen
  2. Chart-Check - Chartanalysen zu DAX, S&P500, EUR/USD und Gold
  3. Konjunktur-Radar - Dahin steuert die US-Wirtschaft
  4. Termine der Woche
  5. Börsen-Wissen - Wer oder was ist eigentlich die Fed?

›› Marktanalyse
- Fed hat den Einstieg in den Ausstieg begonnen
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteurdas wohl wichtigste Ereignis der vergangenen Woche war das Ergebnis der zweitägigen Sitzung des Federal Open Market Comittee (FOMC). Ben Bernanke und seine Währungshüter haben entschieden, die Anleihekäufe, ab Januar um insgesamt 10 Mrd. US-Dollar auf monatlich 75 Mrd. US-Dollar zu reduziert. Den Leitzins belässt die Fed bei 0 bis 0,25 Prozent.

Was hatte der Markt erwartet und wie hat er reagiert?

Die Mehrzahl der Marktteilnehmer wurde von dieser Entwicklung überrascht. Man war davon ausgegangen, dass die Fed erst unter der neuen Vorsitzenden Yellen die Anleihekäufe reduzieren würde. Dennoch haben die Märkte sehr positiv reagiert.

Die US-Indizes zogen deutlich an, der Dow Jones erreichte zum Wochenende hin sogar ein neues Allzeithoch und auch der DAX stand mit einem Schlusskurs von rund 9.400 Punkten schon wieder kurz vor neuen Hochs.

Warum kam es nicht zu den mehrheitlich erwarteten Kursverlusten?

Dass es im Anschluss an die Bekanntgabe der Maßnahmen der Fed nicht zu den vielfach erwarteten Kursverlusten gekommen ist, lässt sich nur mit der akribischen Vorbereitung der Märkte durch die Fed im Vorfeld dieser Entscheidung begründen. Monatelang hatte die Fed hierauf mit Verbalinterventionen hingearbeitet.

Und dass es dann sogar zu stärkeren Kursgewinnen kam, kann man so erklären, dass einige Short-Spekulanten von der überraschend positiven Stimmung im Markt kalt erwischt worden sind und ihre Positionen auflösen mussten, was die kleine Rally zusätzlich befeuert hat.

Was hatten wir erwartetet?

Wenn Sie unsere Analysen hier im kostenlosen Börsen-Newsletter „Geldanlage-Brief“ und insbesondere in der Rubrik „Konjunktur-Radar“ regelmäßig verfolgt haben, dann wissen Sie, dass wir eine „Reduzierung der Anleihekäufe um 10 bis 20 Mrd. auf 75 bis 65 Mrd. US-Dollar“ für „wahrscheinlich“ gehalten haben (siehe „Marktanalyse“ vom 16. Dezember).

Den Lesern auf unserer Geldanlage-Brief-Facebook-Seite hatten wir kurz vor dem Fed-Sitzungsergebnis dazu noch ein Update zu den US-Konjunkturdaten der vergangenen Woche (Montag bis Mittwoch) gegeben. Weitere Daten zum US-Immobilienmarkt waren sehr positiv ausgefallen und ein Frühindikator sowie die US-Industrieproduktion ließen das Tapering ebenfalls zu. Sogar die Verbraucherpreise, die zuletzt ein Hindernis für die Fed hätten sein können, zogen wieder leicht an (siehe nachfolgende Besprechung dieser Daten im „Konjunktur-Radar“).
Und so kamen wir zu dem Fazit und riefen es am Mittwoch auch auf Facebook heraus: „Fed, Du kannst mit dem Tapering heute Abend beginnen!“ Und genau das Tat sie dann auch.

Mit einer ausführlichen Analyse der Konjunkturdaten ist es uns also gelungen, die Fed korrekt einzuschätzen. Sogar mit dem Umfang des Taperings (10 Mrd. US-Dollar) lagen wir mit unserer Erwartung (10 bis 20 Mrd.) richtig.

Wir hatten Sie auf diese Entwicklungen perfekt vorbereitet

Diese gesamte Entwicklung (Entscheidung der Fed, Anstieg der Aktienkurse) kam für uns und für unsere Leser des Börsendienstes „Geldanlage Premium Depot“ nicht überraschend. In einer Mitteilung vom vergangenen Freitag schrieben wir den Abonnenten, dass das Tapering bereits durch die jüngste Korrektur eingepreist wurde.

Kurz zuvor hatten wir für unser Musterdepot entsprechend erste Aktienkäufe getätigt, womit wir vom jüngsten Anstieg profitieren konnten. Die vorangegangenen Kursverluste hatte unser Depot zudem schadlos überstanden, wir hatten aufgrund bestimmter Wertpapiere sogar enorm davon profitiert. Die nun getätigten Aktienkäufe kamen also zum genau richtigen Zeitpunkt.

(Wenn Sie sich JETZT für ein Abonnement des Börsendienstes „Geldanlage Premium Depot“ entscheiden und sich hier anmelden, können Sie zukünftig von unserer Investmentstrategie profitieren.)

Und auch hier im „Geldanlage-Brief“ hatten wir Sie vor einer Woche auf diese Marktentwicklung vorbereitet, indem wir schrieben: „… sollte die Fed nun bereits im Dezember das Tapering starten, dürften sich die Märkte aber schnell wieder auf das Wesentliche besinnen – nämlich die Tatsache, dass die Notenbank die US-Wirtschaft auf einem guten Weg sieht (= steigende Unternehmensgewinne = steigende Aktienkurse).“ In dem Fazit vor einer Woche war zu lesen: „Fallende Notierungen sehe ich also inzwischen als hervorragende Chance, wieder günstig(er) in den Markt zu kommen.

Wie begründet die Fed ihre Entscheidung?

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sich die Fed ausgerechnet jetzt für diesen Schritt entschieden hat? Womit begründete Ben Bernanke die geldpolitische Trendwende der Notenbank?

Arbeitslosenquote soll weiter sinken
Aus Sicht der Fed ist die Langzeitarbeitslosigkeit nach wie vor ungewöhnlich hoch und dies bereitet ihr weiterhin große Sorgen. Dabei sei laut Aussage Bernankes für die Fed die Arbeitslosenrate allein nicht ausschlaggebend. Sie betrachte auch andere Arbeitsmarktdaten, so Bernanke in seiner Rede im Anschluss an die Fed-Sitzung. Als Fazit der Beobachtung des Arbeitsmarktes geht die Notenbank aber davon aus, dass die Arbeitslosenrate Ende des nächsten Jahres 6,5% erreichen wird.

FOMC Projections - Arbeitslosenrate:
- 7,0-7,1% in2013;
- 6,3-6,8% in 2014;
- 5,9-6,2% in 2015;
- 5,2-5,8% langfristig

Inflation wird sich der Zielrate nähern
Die Investitionstätigkeit beurteilt die US-Notenbank als noch zu niedrig, weil die US-amerikanische Wirtschaft nur langsam wächst. Auch die Inflation ist weiterhin eine der Sorgen der Fed. Hierzu gab Bernanke an, sollte sich die Inflation nicht dem Zielwert von 2% annähern, werde die Fed geeignete Maßnahmen ergreifen. Allerdings würden die Fundamentaldaten signalisieren, dass die Inflation anziehen wird.

FOMC Projections - Inflationsrate:
- 0,9-1,0% in 2013;
- 1,4-1,6% in 2014;
- 1,5-2,0% in 2015
- 2% langfristig

Ankäufe sind nur ein nachrangiges Werkzeug der Fed
Zu den Anleihekäufen gab die Fed an, dass die Auswirkung der QE-Programe auf die Wirtschaft unklar sei. Die Effekte könnten nicht präzise geschätzt werden. Allerdings sei die bisherige Effektivität von QE nicht allzu schlecht. Das Kosten/Nutzen-Verhältnis reduziere sich allerdings mit wachsender Bilanz. Die Bilanz werde daher zwar noch für lange Zeit sehr hoch bleiben, die Ankäufe seien aber wegen deren abnehmender Wirkung nur ein nachrangiges Werkzeug der Fed.

Leitzins bleibt bis 2015 nahe 0%
Hauptwerkzeug der Fed sei und bleibe die Zinspolitik, so Bernanke. Und hier rechnen die meisten Mitglieder des Offenmarktausschusses mit einer Anhebung der Leitzinsen erst im übernächsten Jahr (2015). Der Leitzins werde auch dann noch bei nahe 0% verbleiben, wenn die Arbeitslosenrate die 6,5%-Schwelle erreicht, bekräftigte der Noch-Notenbankchef.

Geldpolitik bleibt weiterhin akkommodabel
Zur Begründung der Reduzierung der Anleihekäufe gab Bernanke dann noch an, dass damit die Geldpolitik nicht gestrafft würde. Die Gesamtmaßnahmen würden weiterhin akkommodabel bleiben. Die designierte Chefin der Notenbank, Janet Yellen, unterstütze die gegenwärtigen Programme der Fed und werde diese fortführen.

Erst wenn weitere Fortschritte bei Inflation und Arbeitslosenrate gemacht werden, wird die Fed nach Aussagen Bernankes die Ankäufe auch bei den folgenden Meetings schrittweise reduzieren. Die Ankäufe werden dabei entsprechend den weiteren Wirtschaftsdaten angepasst. Nur wenn die Daten eine weitere Verbesserung der Wirtschaft signalisieren, werden die Ankäufe in „homöopathischen Dosen“ reduziert.

Was bedeutet die Fed-Entscheidung für die Zukunft?

Es ist aus meiner persönlichen Sicht erstaunlich, wie nahezu perfekt die Fed bislang vorgegangen ist. Sie hat die Katze endlich aus dem Sack gelassen und beginnt im Januar mit der maßvollen Reduzierung der Anleihekäufe. Die sofortige Reduzierung der Käufe wäre zwar eigentlich schlecht für die Aktienmärkte gewesen, doch mit einem moderaten Minus von 10 Mrd. auf nun 75 Mrd. US-Dollar stellte die US-Notenbank alle Marktteilnehmer letztlich zufrieden.

Die Fed hatte die Märkte im Vorfeld perfekt auf diesen Schritt vorbereitet. Und natürlich hat sie noch einmal ganz bewusst betont, dass die Leitzinsen noch sehr lange niedrig bleiben werden und die Geldpolitik daher expansiv bleiben wird. Bernanke und seine Truppe haben den Markt damit voll unter Kontrolle gebracht und in jede Richtung heftige Kursreaktionen vermieden.

Unterstützung durch die Politik

Hinzu kam, dass die Politik mitgespielt hat. Ich erinnere da an die plötzliche und überraschend frühzeitige Einigung im US-Haushaltsstreit, über die wir auch bereits berichteten. Inzwischen hat mit dem Senat auch die zweite Kammer des amerikanischen Parlaments den US-Haushalt verabschiedet. Damit dürfte eine Zahlungsunfähigkeit der USA für längere Zeit vom Tisch sein.
Und dann wäre da auch noch die Einigung der EU-Finanzminister auf eine Abwicklung maroder Banken. Es ist sicherlich nicht ganz zufällig, dass diese Ereignisse so nah beieinander lagen.

Steilvorlage für die Aktienmärkte

All dies war für die Aktienmärkte eine Steilvorlage. Der weitere Fahrplan der Fed wurde zumindest in Ansätzen klar definiert und somit die von den Märkten so sehr ungeliebte Unsicherheit genommen. Die Märkte wissen nun, dass die Notenbank weiterhin sehr behutsam vorgehen wird. Parallel dazu wurden weitere Steine (z. B. der US-Haushaltsstreit) aus dem Weg geräumt. Und insbesondere die hervorragende Vorarbeit der Fed, die durch Verbalinterventionen geleistet wurde und so die Angst der Märkte genommen hat, ebnete den Weg für weitere Kursanstiege an den Aktienmärkten.

Bleiben Sie aber vorsichtig!

Doch damit ist der Drops noch längst nicht gelutscht. Für viele scheint nun ein weiterer Kursanstieg schon ausgemachte Sache zu sein. Und kurzfristig, also bis ins nächste Jahr hinein, können die Kurse durchaus noch weiter steigen. Doch für die Leser des „Geldanlage Premium Depot“ haben wir eine sehr ausführliche DAX-Analyse inkl. Elliott-Wellen erstellt und damit den Weg der kommenden Wochen und Monate recht genau aufgezeigt. Eine größere Korrektur wird kommen – die Frage ist nur: Wann? Meist kommt es auch ganz anders, als die Mehrzahl der Marktteilnehmer denkt.

Man sollte auf erneut fallende Kurse vorbereitet sein

Im „Geldanlage Premium Depot“ konnten wir mit einem DAX-Reverse-Bonus-Zertifikat am Donnerstag einen erneuten Gewinn-Trade abschließen. Mit diesem Zertifikat hatten wir von den fallenden Kursen im DAX enorm profitiert. Vom Kauf am 15.11.2013 haben wir bis zum Laufzeitende am 19.12.2013 in nur knapp einem Monat einen Gewinn von knapp 8 Prozent erzielt.

Ich denke, genau solche Wertpapiere, die sowohl bei leicht steigenden Kursen, bei einer Seitwärtstendenz und auch bei fallenden Kursen Gewinne erzielen, könnten das richtige Werkzeug auch in den kommenden Wochen sein. Auf die Auswahl der richtigen Produkte wird es dabei ankommen. Im „Geldanlage Premium Depot“ übernehmen wir diese Auswahl für Sie. Dadurch haben wir seit Beginn des Börsendienstes bis heute bereits Gewinne von fast 400 Euro für unsere Leser erwirtschaftet – in nur einem Monat. Demgegenüber steht eine Abo-Gebühr von gerade einmal 29,90 Euro*.


Das gesamte Team von Geldanlage-Brief.de wünscht Ihnen nun von Herzen
frohe Weihnachten und ein paar besinnliche Feiertage mit Familie und Freunden!
Ihr
Sven Weisenhaus


*pro Monat, bei einer Laufzeit von 12 Monaten

 



›› Chart-Check
- Chartanalysen zu DAX, S&P500, EUR/USD und Gold
von Sven Weisenhaus


DAX

Um satte 4,37 Prozent konnte der DAX in der abgelaufenen Handelswoche zulegen. Von rund 9.000 Punkten stieg er auf ziemlich genau 9.400 Punkte an. Dieser Anstieg fiel im Hinblick auf den festgelegten Beginn des Taperings durch die US-Notenbank am vergangenen Mittwoch überraschend stark aus und er hat sogar dazu geführt, dass die gesamten vorangegangenen Kursverluste egalisiert wurden.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Sehr viele Anleger gehen dadurch bereits wieder davon aus, dass der DAX seinen Aufwärtstrend fortsetzt und die Korrektur bereits vorüber ist, wie Sentiment-Erhebungen wie zum Beispiel das Stockstreet-Trader-Sentiment zeigen. Doch diese Erwartung könnte verfrüht sein.

Es ist inzwischen viel Positives im aktuellen DAX-Stand eingepreist und das erreichte Niveau ist nicht mehr unbedingt als günstig zu bezeichnen. Das Thema Jahresendrallye ist bald Geschichte, weil die letzte Woche des Jahres heute begonnen hat.

Grundsätzlich sehen wir zukünftig weiter steigende Kurse im DAX (ich erinnere hierzu gerne an unser langfristiges Kursziel von 14.100 Punkten im DAX), doch beim Blick auf den längerfristigen DAX zeigt sich, dass die jüngste Mini-Korrektur einfach nicht ausgereicht hat, um den Markt zu bereinigen.

DAX - langfristige Chartanalyse

Charttechnisch stehen wir nach wie vor am oberen Bereich des langfristigen (blauen) Aufwärtstrends (siehe roter Kreis), der seit Herbst 2011 bereits Bestand hat. Es könnte sich hier durch den aktuellen Anstieg auf das vorangegangene Hoch auch noch ein Doppeltop bilden. Eine etwas längere Konsolidierung, die den DAX zurück auf die untere Begrenzung des Trendkanals führt, sollte bald stattfinden.

Zumal die Anleger auf kleinere Verluste zwar leicht panisch reagieren, doch genauso schnell verfallen sie derzeit auch wieder in Euphorie. Es bedarf einer größeren Korrektur, um die Skepsis in den Köpfen zu verankern, damit die Kurse wieder entlang einer „Mauer der Angst“ kontinuierlich steigen können.


S&P500

Besonders skeptisch stimmt mich auch der Blick auf die langfristigen US-Charts. Vom Tief im Jahre 2009 gab es zwei große Aufwärtsbewegungen (siehe blaue Rechtecke im folgenden S&P500-Chart).

S&P500 - Chartanalyse

Die erste dauerte von März 2009 bis Mai 2011 – also 2 Jahre und 2 Monate (linkes Rechteck). Sie hatte ein Ausmaß von 708,83 Punkten im S&P500.
Die zweite Bewegung startete im Oktober 2011 und hält bis heute an (rechtes Rechteck). Sie läuft damit ebenfalls bereits 2 Jahre und 2 Monate und beträgt bislang fast 750 Punkte.
Sollten einem diese Zahlen im Vergleich nicht zu denken geben?!

Die Korrektur nach der ersten Aufwärtswelle betrug übrigens ziemlich exakt 300 Punkte. Für den S&P500 würde eine Wiederholung ein Korrekturkursziel von 1.523 Punkte bedeuten (roter Pfeil). Damit würde er ziemlich genau sein ehemaliges Allzeithoch testen. Vielleicht steigt der S&P500 ja noch um knapp 50 Zähler. Dann würde die Korrektur exakt auf das Allzeithoch aufsetzen (grüner Pfeil).

Letzteres klingt irgendwie nach einem ziemlich realistischen Szenario. Zumal die aktuelle Aufwärtsbewegung des Dow Jones noch nicht ganz das Ausmaß der Bewegung von 2009 bis 2011 erreicht hat und somit ein kleines Restpotential vorhanden sein könnte. 50 Punkte Restpotential im S&P500 bei einem 300-Punkte-Korrekturpotential klingt allerdings nicht gerade nach einem guten Chance/Risiko-Verhältnis.


EUR/USD

Der Euro hat durch die jüngste Entscheidung der US-Notenbank einen kräftigen Dämpfer bekommen. Der Wechselkurs notiert aktuell nur noch bei 1,368, nachdem er vor einer Woche noch in Reichweite zum Widerstand bei 1,38324 US-Dollar stand.

EUR/USD - Chartanalyse

Der bis dahin hohe Stand des Wechselkurses verwunderte uns ein wenig, wie wir in den Ausgaben zuvor bereits schrieben. Denn eine steigende US-Wirtschaftsleistung sowie die Möglichkeit, dass die US-Notenbank das Tapering beginnt und damit ein Ende der dortigen QE-Programme einleitet, hätte eigentlich den US-Dollar längst stärken müssen. Zumal zeitgleich die Geldpolitik in Europa noch sehr lange extrem expansiv bleiben wird, was tendenziell den Euro entsprechend hätte belasten müssen. Nun ist der Wechselkurs diesen fundamentalen Überlegungen endlich gefolgt.

Der Euro wird nun sicher nicht einbrechen, denn das hohe Gefahrenpotenzial, welches durch die Schuldenkrise in Europa (auch fälschlich als Euro-Krise bezeichnet) entstanden war, hat mittlerweile deutlich abgenommen. Damit ergibt sich durch die wirtschaftliche Entwicklung ein Ausgleich zur geldpolitischen Entwicklung.
Wir haben es aktuell weder mit einer Schwäche des Dollars, noch mit einer Belastung im Euro zu tun. Seitwärts ist daher die wahrscheinlichste Bewegung.

Das grüne Rechteck im Chart oben beschreibt übrigens das Risikoprofil eines Inline-Zertifikats, welches wir im „Geldanlage Premium Depot“ ins Musterdepot aufgenommen hatten. Dieses Zertifikat konnte von der jüngsten Wechselkurs-Entwicklung extrem profitieren und legte im Wochenvergleich über 20 Prozent zu.
Am 2. Januar 2014 wird unseren Abonnenten dadurch sehr wahrscheinlich ein schönes Neujahrsgeschenk bereitet, denn dann wird der Höchstbetrag bei dem Zertifikat ausbezahlt, wenn der Wechselkurs bis dahin nicht mehr nach oben oder unten aus dem Rechteck heraustendiert.

Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich der EUR/USD-Wechselkurs innerhalb einer bestimmten Range seitwärts bewegen wird. Entsprechend werden wir ein Folgezertifikat ins Musterdepot aufnehmen, welches erneut innerhalb nur knapp eines Monats einen schönen Gewinn bescheren soll.

(Wenn Sie sich JETZT für ein Abonnement des Börsendienstes „Geldanlage Premium Depot“ entscheiden und sich hier anmelden, können Sie zukünftig ebenfalls von unserer Investmentstrategie profitieren.)


Gold

Der Goldpreis hat unter der jüngsten Entwicklung in den vergangenen Tagen enorm gelitten. Wir haben hier im „Geldanlage-Brief“ immer wieder betont, dass die Pläne der Fed noch über einen langen Zeitraum auf den Goldpreis drücken werden. Vor einer Woche schrieben wir zum Beispiel, dass man weiterhin davon ausgehen muss, „dass der Goldpreis auch noch einmal das Tief bei 1.180 US-Dollar ansteuern wird“.

Gold - Chartanalyse

Seit dem US-Notenbankentscheid (siehe blaue Linie im Chart) hat der Goldpreis von 1.230 US-Dollar auf ca. 1.187 US-Dollar knapp 3,25 Prozent verloren und unser Kursziel damit fast erreicht.

Fundamental deutet alles auf eine weitergehende Schwäche hin. Denn die US-Notenbank wird in den kommenden Monaten weiter Stück für Stück weniger Liquidität in den Markt geben. Daher sind Gold-Käufe, bei denen man auf einen erneuten Preisanstieg auf 1.900 US-Dollar oder mehr setzt, derzeit dem Prinzip Hoffnung (oder eher Hoffnungslosigkeit) zuzuordnen.

Im „Geldanlage Premium Depot“ haben wir aufgrund dieser Einschätzung bislang nicht auf Gold gesetzt. Dafür haben wir aber einen Teil des Geldes über einen ETF breit auf Gold-Unternehmen gestreut. Denn Gold erwirtschaftet keine Gewinne, Gold-Unternehmen hingegen schon – zumindest die guten. Und diese haben wir aufgrund einer breiten Streuung über den ETF in unser Depot geholt.

 



›› Konjunktur-Radar
- Dahin steuert die US-Wirtschaft
von Sven Weisenhaus

Hinweis: Für uns hier in Deutschland (und sicher auch für viele Leserinnen und Leser) erscheint es natürlich besonders interessant (und ist es auch wichtig), die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland und auch in Europa zu verfolgen. Natürlich beobachten wir vom „Geldanlage-Brief“-Team auch diese Daten für Sie sehr genau. Doch um den Rahmen dieses Börsen-Newsletters nicht zu sprengen, berichten wir aktuell bevorzugt über die US-Daten – und dies hat einen sehr guten Grund:

Die weltweiten Börsen hängen von der Geldpolitik der USA ab

Letztlich spielt zwar die Musik an allen Börsen, aber der „Dirigent“ des Orchesters sitzt in den USA und er heißt Ben Bernanke. Nichts bewegt derzeit die Börsen derart stark, wie die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Und jede Konjunkturmeldung aus den USA wird aktuell dahingehend abgeklopft, ob sie für oder gegen eine Reduzierung der Anleihekäufe durch die Fed spricht.

Mit einer ausführlichen Analyse zu den richtigen Erkenntnissen

Inzwischen hat sich die Sinnhaftigkeit der Fokussierung auf die US-Daten bewiesen. Denn die Fed hat kürzlich getagt und dabei beschlossen, mit dem Tapering zu beginnen.
Wie eingangs bereits geschrieben, ist es uns gelungen, mit einer ausführlichen Analyse der Konjunkturdaten die Fed korrekt einzuschätzen. Sogar beim Umfang des Taperings (10 Mrd. US-Dollar) lagen wir mit unserer Erwartung (10 bis 20 Mrd.) richtig.

Dieses Sitzungsergebnis der US-Notenbank war richtungsweisend für die weitere Entwicklung der Märkte in den kommenden Tagen und Wochen. Daher war das, was in Deutschland oder Europa bis dahin passiert ist, für die Börsen absolut nebensächlich. Dies wird auf absehbare Zeit auch so bleiben, weshalb der Fokus auf die US-Daten beibehalten wird.
Im „Geldanlage Premium Depot“ können Sie in Kürze auch erfahren, wie es um Europa und die Wirtschaft in Deutschland steht.

Weitere positive US-Daten im Vorfeld der US-Notenbankentscheidung

Im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbanksitzung hatten wir unsere Leser auf der Facebook-Seite des Geldanlage-Briefs über weitere positive US-Konjunkturdaten informiert.

Am vergangenen Montag wurde der New York Empire State Index der New York Fed veröffentlicht. Dieser Frühindikator notiert im Dezember bei 0,98. Im Vormonat hatte er noch bei -2,21 gestanden. Er ist also nun in den positiven Bereich zurückgekehrt.

New York Empire State Index
(Quelle: Markt-Daten.de) New York Empire State Index

Die US-amerikanische Industrieproduktion ist im November um 1,1 Prozent gestiegen. Ebenfalls ein positives Signal, war es doch der höchste Zuwachs seit einem Jahr.

US-Industrieproduktion
(Quelle: Markt-Daten.de) US-Industrieproduktion

Im November spielte sogar die Preisentwicklung mit

Auf die Problematik der Preisentwicklung sind wir bereits vor einer Woche hier im „Geldanlage-Brief“ eingegangen. Die sinkenden Preise hätten zuletzt ein Hindernis für die Fed sein können. Doch am Dienstag wurde bekannt, dass die US-amerikanischen Verbraucherpreise im November unverändert geblieben sind, während die Kernrate sogar um 0,2 Prozent zulegte. Damit hatten wir auch ein leicht positives Signal von Seiten der Inflationsentwicklung.

Kleine Schwäche am US-Immobilienmarkt vorüber

Der NAHB-Hausmarktindex bestätigte zudem unsere Annahme, dass die Schwäche in diesem Sektor überwunden war. Der Index ist um 4 Punkte auf 58 gestiegen und erreichte damit er wieder das Niveau vom August, als der höchste Stand seit 2005 erreicht wurde.

NAHB-Hausmarktindex
(Quelle: Markt-Daten.de) NAHB-Hausmarktindex

Die Zahl der US-amerikanischen Wohnbaugenehmigungen lag im November bei 1.007.000, was ein sehr ordentlicher Wert war. Doch das war noch nicht die positive Nachricht. Viel wichtiger war die Information, dass der Vormonatswert von ehemals veröffentlichten 891.000 auf 1.039.000 nach oben revidiert wurde.

US-amerikanische Wohnbaugenehmigungen und Wohnbaubeginne
(Quelle: Markt-Daten.de) US-amerikanische Wohnbaugenehmigungen und Wohnbaubeginne

Der Einbruch, der in dieser Grafik, die wir auch bereits in der Geldanlage-Brief-Ausgabe vom 2. Dezember veröffentlicht haben, noch zu sehen ist (die Grafik enthält noch nicht die aktuellen Werte), war also kein tatsächlicher Rückgang, sondern die Zahlen waren lediglich vom "Shutdown" negativ beeinflusst.
Ähnlich positiv sieht es bei den Wohnbaubeginnen aus. Diese Zahl liegt in den USA im November bei 1.091.000. Erwartet wurden nur bis zu 950.000 nach noch 889.000 im Vormonat.

„Fed, Du kannst mit dem Tapering heute Abend beginnen!“

Und so kam ich am Mittwoch noch vor der Bekanntgabe des Sitzungsergebnisses zu dem Fazit und rief es auf Facebook heraus: „Fed, Du kannst mit dem Tapering heute Abend beginnen!“ Und genau das Tat sie dann auch.

 



›› Termine der Woche

(KW 52: Handelswoche vom 23.12. bis 27.12.2013)

Sie können die folgenden „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 23.12.2013

  • 14:30 - US: Persönliche Auslagen November
  • 14:30 - US: Persönliche Einkommen November
  • 14:30 - US: Chicago Fed National Activity Index November
  • 15:55 - US: Verbraucherstimmung Uni Michigan Dezember


Dienstag, 24.12.2013

  • Heilig Abend
  • DE Xetra geschlossen
  • 14:30 - US: Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter November
  • 16:00 - US: FHFA Hauspreisindex Oktober
  • 16:00 - US: Verkäufe neuer Häuser November


Mittwoch, 25.12.2013

  • 1. Weihnachtstag


Donnerstag, 26.12.2013

  • 2. Weihnachtstag


Freitag, 27.12.2013

  • 14:30 - US: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)


›› Börsen-Wissen
- Wer oder was ist eigentlich die Fed?
von Sven Weisenhaus

Auf unserer Internetseite www.geldanlage-brief.de haben wir eine Rubrik „Börsen-Wissen“ für Sie eingerichtet. Immer wenn wir hier im Newsletter „Geldanlage-Brief“ etwas Wissenswertes publizieren und Ihnen Grundlagenwissen zur Börse vermitteln, möchten wir Ihnen dies zum Nachlesen auf unserer Homepage anbieten.

Börsen-Wissen zum Nachlesen

Wenn wir zum Beispiel über die Entwicklung bestimmter Konjunkturdaten berichten, dann kann es hilfreich sein zu wissen, wie diese Daten erhoben werden, welche Relevanz sie für die Märkte haben und wie sie erhoben werden, wie z. B. ein bestimmter Wert bei einem Indikator entsteht.
Sie wollen zum Beispiel auch wissen, was der „ifo-Index“ ist und wie er ermittelt wird? Kein Problem! Solche Informationen werden Sie zukünftig ebenfalls auf der Homepage finden.

Die Kategorie „Börsen-Wissen“ soll kontinuierlich weiter wachsen. Wird ein bestimmtes Thema wiederholt besprochen, so brauchen in Zukunft wir die entsprechenden Grundlagen nicht jedes Mal erneut erläutern, sondern können auf die Informationen auf der Homepage verlinken.

Passend zum Hauptthema der heutigen Ausgabe geben wir Ihnen zusätzliche Informationen zu US-Notenbank Fed.

Wer oder was ist eigentlich die Fed?

Das Federal Reserve System oder kurz Fed genannt, ist das Zentralbank-System der Vereinigten Staaten. Es wird allgemein auch als US-Notenbank bezeichnet und besteht aus dem Board of Governors, zwölf regionalen Federal Reserve Banks, dem Federal Open Market Committee (FOMC), einer Vielzahl von Mitgliedsbanken und anderen Institutionen.

Das Federal Open Market Comitteee (FOMC)

Das Federal Open Market Comitteee (FOMC), also der Offenmarktausschuss der US-amerikanischen Notenbank, der Federal Reserve Bank (Fed), besteht aus 12 stimmberechtigten Mitgliedern. Davon gehören 7 dem Ausschuss der Zentralbank (Fed's Board of Governors) an, die anderen 5 Mitglieder des FOMC werden aus den insgesamt 12 Präsidenten der Notenbank heraus bestimmt. Der Präsident der US-Notenbank ist aktuell Ben Bernanke, die Vize-Präsidentin aktuell noch Janet Yellen. Ende Januar wird Bernanke ausscheiden und von Yellen beerbt.

Ziele der Fed

Das Tagesgeschäft und die operativen Entscheidungen der Fed werden von ihr frei und eigenständig entschieden, allerdings im Rahmen ihrer durch vom Kongress beschlossene Gesetzte definierten Befugnis. Diese Gesetzte bzw. die Befugnisse der Fed kann der Kongress jederzeit ändern. Der "Federal Reserve Act" gibt zudem Ziele des Federal Reserve Systems an. Danach sollen erreicht werden:

  1. maximale Beschäftigung
  2. stabile Preise
  3. moderate, langfristige Zinsraten

In turnusmäßigen Sitzungen wird die zukünftige Geldpolitik beschlossen

Das FOMC tritt acht Mal im Jahr, also ca. alle 6 Wochen, zusammen, um über die Geldpolitik der USA zu entscheiden. Zur Geldpolitik gehört maßgeblich die Festsetzung der "Federal Funds Target Rate". Dies ist der Leitzinssatz, zu dem Geschäftsbanken über Nacht Guthaben beleihen können. Dessen Veränderung führt meist zu großen Resonanzen an den weltweiten Börsen.

Weiterhin wird ein Ausblick für die künftige Zinsentwicklung gegeben und das FOMC entscheidet über mögliche Interventionen der Fed an den internationalen Devisenmärkten sowie den Kauf von Staatsanleihen.

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