Kurscrash der K+S -Aktie - So investieren Sie jetzt sinnvoll

Inhalt dieser Ausgabe:

Marktanalyse
Termine der Woche
Marktüberblick
Einzelwert-Analyse



Marktanalyse

von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

langweilig, langweiliger, DAX - diese Steigerung beschreibt recht exakt das Marktgeschehen der vergangenen beiden Handelswochen, in der sich nicht nur das Geldanlage-Brief-Team eine Auszeit gönnte, sondern offensichtlich auch der DAX seine Sommerpause fortsetzte.

DAX - 4 Wochen lang in Handelsspannen von nur rund 200 Punkten

Schon in den beiden Handelswochen vom 15. bis 19. und 22. bis 26. Juli lag die Spanne im DAX jeweils nur bei rund 200 Punkten (wir berichteten). Und wie der folgende Chart, den wir schon in den beiden vorangegangenen Ausgaben des Geldanlage-Briefs verwendet haben, zeigt, hielt sich der DAX auch in den vergangenen beiden Wochen ziemlich exakt an diese Handelsspanne.

DAX - Kursrange der Handelswochen

In Summe blieb es also bei seitwärtstendierenden Aktienmärkten unter zum Großteil sehr geringer Volatilität.

Märkte in der Sommerpause

Überraschend kam diese Entwicklung für uns nicht, denn wir bereiteten auch Sie in der Ausgabe vom 29. Juli darauf vor, dass es trotz Notenbanksitzungen und US-Arbeitsmarktdaten "ruhig an den Börsen wird und sich die Sommerpause fortsetzt". Genau so kam es.

Notenbanken lieferten keine neuen Impulse

Wir erwartet, gab es weder von der US-Notenbank (Fed) noch von der Europäischen Zentralbank (EZB) oder der Bank of England (BoE) neue Erkenntnisse über die zukünftige Geldpolitik. Und es wurden auch keine Änderungen an den bisherigen Strategien vorgenommen. Neue Impulse und die sonst üblichen heftigen Kursreaktionen der jüngeren Vergangenheit nach Notenbanksitzungen blieben entsprechend dieses Mal aus.

US-Arbeitsmarktdaten fielen nur gemischt aus

Zu den US-Arbeitsmarktdaten schrieben wir im Vorfeld, dass auch hier nicht mit gravierenden Kursausschlägen zu rechnen sei, sollten die Erwartungen getroffen werden.

Der ADP-Bericht, der am 31. Juli veröffentlicht wurde, fiel mit 200.000 neuen Stellen besser aus als erwartet, was vom Markt auch leicht honoriert wurde. Doch der offizielle Arbeitsmarktbericht vom 2. August brachte nur gemischte Signale: Die Zahl der Beschäftigten ist in den USA im Juli um 162.000 gestiegen. Erwartet wurde allerdings ein Anstieg um 175.000 neue Arbeitsplätze. Dafür fiel die Arbeitslosenquote überraschen von 7,6 auf 7,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende 2008.

Die Erwartungen wurden also nicht exakt getroffen, doch die Abweichungen waren nicht groß genug, um heftige Reaktionen auszulösen. Zumal die Daten insgesamt gemischt, also weder gut noch schlecht ausfielen und entsprechend weder die Bullen noch die Bären richtig befriedigt wurden.

Marktteilnehmer im Urlaub

Daneben gab es in den vergangenen zwei Wochen noch weitere Wirtschaftsdaten und die Berichtssaison setzte sich fort. Doch auch dies ließ den Markt, abgesehen von einigen Einzelfällen (Rheinmetall, K+S - hierzu siehe Einzelwert-Analyse), kalt. Vielleicht blieben Kursausschläge aber auch deshalb einfach aus, weil sich der Großteil der Marktteilnehmer im Urlaub befand und noch befindet.

Auf Facebook zeitnah informiert

Wir berichteten übrigens über die diversen (US-)Konjunkturdaten, die in den vergangenen beiden Wochen veröffentlicht wurden, recht ausführlich auf unserer Facebook-Seite. Zusätzlich gaben wir eine Einschätzung zu den Daten ab - sie fielen überwiegend sehr ordentlich aus.
Vielleicht könnte dies nun ein Grund für Sie sein, sich noch auf Facebook mit uns zu verbinden - falls bislang nicht geschehen. Denn dort wurden Sie trotz der Sommerpause des Geldanlage-Brief-Teams weiterhin zeitnah über wichtige Ereignisse informiert.

Geldanlage-Brief und Märkte beenden Sommerpause

Das Team vom Geldanlage-Brief jedenfalls ist ab heute wieder aus der Sommerpause zurück. Mit Blick auf den DAX - und auch auf andere Märkte, in denen ebenfalls "tote Hose" herrschte (siehe Marktüberblick) - haben wir uns offensichtlich genau den richtigen Zeitpunkt für die Pause ausgesucht.

Wir gehen aber davon aus, dass nun langsam wieder mehr Schwung in den Markt kommen wird. Die Kursbewegungen an den Aktienmärkten (insbesondere Europa und USA) dürften dabei nach unserer Erwartung eher abwärts tendieren. Zwar schlugen sich DAX & Co. bis jetzt recht wacker, doch je näher wir dem Herbst kommen, desto größer ist aus saisonaler Sicht das Risiko von heftigen Kursverlusten.

Es bleibt daher bei unserem zeitlich gestaffelten Ausblick: kurzfristig befinden wir uns noch in der Sommerpause, danach sollte es zu einer Herbstschwäche kommen und im Anschluss daran dürfte sich von ermäßigtem Niveau aus der Aufwärtstrend fortsetzen.


Wir wünschen Ihnen wieder viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus und das Geldanlage-Brief-Team


Termine der Woche

(KW 33: Handelswoche vom 12.08. bis 16.08.2013)


Montag, 12.08.2013

  • 01:50 - JP: BIP 2. Quartal
  • 06:30 - JP: Industrieproduktion Juni
  • 20:00 - US: Staatshaushalt Juli


Dienstag, 13.08.2013

  • 08:00 - DE Verbraucherpreise Juli
  • 14:30 - US Einzelhandelsumsatz Juli
  • 14:30 - US Einfuhrpreise Juli
  • 14:30 - US Ausfuhrpreise Juli
  • 16:00 - US Lagerbestände Juni


Mittwoch, 14.08.2013

  • 08:00 - DE BIP 2. Quartal
  • 11:00 - EU BIP 2. Quartal
  • 14:30 - US Erzeugerpreisindex Juli


Donnerstag, 15.08.2013

  • 14:30 - US Verbraucherpreise Juli
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 14:30 - US NY Empire State Index August
  • 15:15 - US Industrieproduktion Juli
  • 15:15 - US Kapazitätsauslastung Juli
  • 16:00 - US Philadelphia Fed Index August
  • 19:00 - US NAHB/WF Hausmarktindex August


Freitag, 16.08.2013

  • 08:00 - DE Großhandelspreise Juli
  • 11:00 - EU Außenhandel Juni
  • 11:00 - EU Inflation Juli
  • 14:30 - US Wohnbaugenehmigungen Juli
  • 14:30 - US Wohnbaubeginne Juli
  • 15:55 - US Verbraucherstimmung Uni Michigan August

 


Marktüberblick

von Sven Weisenhaus


DAX

Wie eingangs bereits beschrieben lag die Handelsspanne des DAX in den vergangenen vier Wochen nur bei jeweils rund 200 Punkten. Dabei lagen in der abgelaufenen Handelswoche das Hoch bei 8.435,49 Punkten und das Tief bei 8.228,11 Zählern.

DAX tendiert seit 3,5 Wochen in Seitwärtsrange

Nach wie vor wurde die große Abwärtslücke von Mitte Juli (grüne Ellipse im folgenden Chart) nicht geschlossen.

DAX - Wann wird das offene Gap geschlossen?

Der Markt neigt aber gewöhnlich dazu, solche Gaps noch einmal anzusteuern und zu schließen. Dies würde ein Kursziel von mindestens 8.065 Punkten bedeuten und wir erwarten, dass dieses Kursziel im Rahmen einer Herbstkorrektur erreicht wird. Fällt der DAX unter die Marke von 8.137,53 Punkten, dürfte diese Korrektur eingeleitet worden sein.


S&P500

Der S&P500 konnte erneut ein neues Allzeithoch markieren. Es lag aber nur um knapp 10 Zähler über dem Intraday-Hoch vom 23. Juli und nur um etwa 20 Punkte über dem Hoch vom 18. Juli.

S&P500 Chartanalyse

Der US-Index kann sich also weiterhin nicht so richtig vom Mai-Hoch absetzen. Für uns ist dies ein Anzeichen für die nachlassende Kraft der Bullen. Hier droht damit eine Art Doppeltop und somit eine Trendwende, welche die von uns erwartete Korrektur einleiten könnte.

Wir beschrieben in der vorangegangenen Ausgabe bereits das dazu passende saisonale Muster: "Demnach kann der S&P500 im Juli oft noch ein neues Jahreshoch erreichen, muss dann jedoch wieder nachgeben. Auch in diesem Jahr scheint sich dieser durchschnittliche Verlauf der letzten 30 Jahre wieder durchzusetzen. Ein deutlicherer Rücksetzer, vielleicht sogar bis auf das ehemalige Allzeithoch bei 1.576 Punkten würde uns nicht wundern oder gar schocken."


EUR/USD

Der Euro konnte sich weiterhin oberhalb der Range von 1,28 bis 1,32 US-Dollar halten, doch die Marke von rund 1,34 bzw. die beiden im Juni markierten Hochs waren bislang eine zu hohe Hürde.

EUR/USD Chartanalyse

In der vorangegangenen Ausgabe schrieben wir, dass es sehr spannend werden würde, welche Perspektiven die Notenbanken EZB und Fed den Anlegern aufzeigen. Die Antwort kennen wir inzwischen: Keine neuen. Und entsprechend bewegte sich auch der Euro in den vergangenen zwei Wochen kaum. Zwar könnte man nun dazu neiden, den Ausbruch des Euro aus seiner Range (blaues Rechteck) als nachhaltig zu bezeichnen, doch für uns ist dieser erst dann erfolgt, wenn die Marke von 1,35 US-Dollar überschritten wird. Darunter kann es auch sehr schnell wieder zu einem Rutsch kommen. Wie gehabt heißt es solange leider, "diese Entwicklung zunächst von der Seitenlinie aus abzuwarten".
Wer mutig ist, könnte auch eine Short-Position (z. B. mit CFDs oder einem gehebelten Endlos-Zertifikat) aufbauen und diese bei 1,36 US-Dollar absichern.


Gold

Im Goldpreis ist weiterhin der von uns beobachtete Trendkanal (rot im folgenden Chart) beherrschend. Nachdem der Preis dessen obere Trendkanalbegrenzung wie von uns erwartet erreichen konnte, verhindert dieser einen weiteren Anstieg.

Gold Chartanalyse

Da sich hier entlang der oberen Trendkanallinie eine Flaggenformation andeutet, gehen wir in Kürze von einem Ausbruch nach oben aus. Im vierten Anlauf (rote Kreise) dürfte Gold also der Ausbruch über die Abwärtstrendlinie gelingen und sich die Gegenbewegung auf die zuvor erfolgten Kursverluste fortsetzen.

Wir hielten und halten dies auch insbesondere in Anbetracht der aktuell recht niedergeschmetterten Marktstimmung bezüglich des Goldes für sehr realistisch.

Der von uns nicht ganz zufällig gewählte Begriff "Gegenbewegung" bedeutet aber letztlich auch, dass wir es damit aber lediglich um den gelungenen Versuch einer Bodenbildung handelt, die aber wohl noch einige Zeit benötigen wird. Für eine Trendwende ist es noch zu früh. Eine V-Formation ist sogar in weiter Ferne. Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Markt erst einmal das mögliche Tief und das Hoch einer Seitwärtsbewegung ausbildet.

 


Einzelwert-Analyse
- K+S - Nach crashartigen Kursverlusten ein Kauf?

von Sven Weisenhaus

Wir haben noch einige Mails von Lesern im Posteingang, die uns um eine Aktienanalyse gebeten haben. In den kommenden Ausgaben werden wir uns um diese Mails noch kümmern und die folgenden Unternehmen dabei genauer unter die Lupe nehmen:

  • Catamaran (WKN: A1J08W / ISIN: CA1488871023)
  • GDF Suez (WKN: A0ER6Q / ISIN: FR0010208488)
  • Eckert & Ziegler (WKN 565970 / ISIN: DE0005659700)

Doch aus aktuellem Anlass haben wir uns entschieden, heute die Aktien von K+S zu betrachten. Denn die massiven Kursverluste bei dem DAX-Konzern von über 25 Prozent an nur einem Tag und weiteren Verlusten in der Folge haben in der jüngeren Vergangenheit wohl das größte Medienecho ausgelöst und zu vielen Diskussionen über die zukünftige Kursentwicklung geführt.

Weil ein russischer Branchenvertreter (Uralkali) vor einem Preisverfall bei Kalisalzen warnte, löste dies einen beispiellosen Absturz aus, der nicht nur die K+S-Aktie sondern gleich die gesamte Branche für Düngemittel mitriss.

Wir haben uns einige Berichte und Analysen dazu angesehen, fanden diese zum Großteil jedoch viel zu oberflächlich. Wir wollen Ihnen daher in unserer gewohnten Art eine ausführliche Analyse erstellen und Ihnen auch konkrete Investmentmöglichkeiten mit an die Hand geben, die man in der aktuellen Situation sinnvoll einsetzen kann.


Kurzportrait

K+S gehört nach eigenen Angaben weltweit zur Spitzengruppe der Anbieter von Standard- und Spezialdüngemitteln. Der Konzern bietet ein umfassendes Leistungsangebot für Landwirtschaft, Industrie und private Verbraucher, insbesondere in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz. Gemessen an der Produktionskapazität ist K+S im Salzgeschäft mit Standorten in Europa sowie Nord- und Südamerika sogar der führende Hersteller der Welt. Weltweit beschäftigt die K+S Gruppe mehr als 14.000 Mitarbeiter. Bei Kali- und Magnesiumprodukten und im Salzgeschäft ist K+S an mehr als 80 Standorten dieser Erde aktiv.

Der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte gewinnt in sechs Bergwerken in Deutschland Kalium- und Magnesiumrohsalze für eine jährliche Produktionsleistung von bis zu 7,5 Mio. Tonnen. Um die Kalikapazitäten zu erweitern, baut K+S in der kanadischen Provinz Saskatchewan eine neue Kaliproduktion auf, die im Sommer 2016 erste Produkte liefern soll.

Zum Geschäftsbereich Salz gehören der europäische Produzent esco – european salt company, der südamerikanischen Anbieter Sociedad Punta de Lobos sowie Morton Salt mit Produktionsstätten in den USA und Kanada. K+S ist mit einer Produktionskapazität von rund 30 Mio. Tonnen Salz der weltweit führende Produzent.


Geschäftsentwicklung

Der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz in Höhe von 2.290,6 Mio. Euro und konnte damit im Vergleich zum Vorjahr (2.133,6 Mio. Euro) um 7,4 Prozent gesteigert werden. Auch der operative Gewinn (EBIT) stieg in diesem Bereich auf 773,9 Mio. Euro (+4,65 Prozent) nach 739,5 Mio. Euro im Vorjahr.

Der Geschäftsbereich Salz steuerte im Jahresvergleich weniger zum Gesamtumsatz bei. Nach 1.710,1 Mio. Euro in 2011 erreichte der Umsatz im Jahr 2012 1.484,8 Mio. Euro (-13,2 Prozent). Das EBIT fiel deutlich überproportional um 70 Prozent, von 211,4 Mio. Euro auf 62,4 Mio. Euro.

Der Gesamtumsatz des K+S-Konzerns lag 2012 bei 3.935,3 Mio. Euro nach 3.996,8 Mio. Euro im Vorjahr (-1,5 Prozent). Das operative Ergebnis der Gruppe reduzierte sich von 906,2 Mio. Euro um über 10 Prozent auf 808,5 Mio. Euro. Dennoch konnte das Konzernergebnis von 564,3 Mio. Euro in 2011 um 18,3 Prozent auf 667,6 Mio. Euro im Jahr 2012 gesteigert werden.


Geschäftsausblick

Der Markt für Dünger beziehungsweise Kalisalze befindet sich schon seit einiger Zeit unter Druck und fallende Kalipreise sind nichts Neues. Laut dem Konkurrenzunternehmen Uralkali soll der Kalipreis allerdings noch deutlich weiter von 400 auf 300 Dollar pro Tonne fallen.
Dies gefiel den Märkten überhaupt nicht, weshalb es zu den enormen Kursverlusten kam.

Doch K+S selbst erklärte in einer ersten Stellungnahme am 30. Juli, es könne die genannten Preise nicht nachvollziehen, da sie "in keiner Weise der aktuellen Angebots- und Nachfragesituation" entsprächen.

Dennoch konnte die K+S Aktiengesellschaft aufgrund der jüngsten Entwicklungen im Kalimarkt an der Prognose für 2013 nicht länger festhalten. In einer Ad-hoc-Meldung wurde am 6. August mitgeteilt, dass durch den Austritts der russischen Uralkali aus der mit der weißrussischen Belaruskali gemeinsam betriebenen Vertriebsorganisation BPC und der damit verbundenen Aussage seitens Uralkali, die Produktion auszuweiten, eine erhebliche Unsicherheit über die weitere Mengen- und Preisentwicklung im Markt für Kalidüngemittel entstanden ist. K+S folgte daher dem Gebot eines vorsichtigen Kaufmanns und reduzierte die Gewinnschätzung für das Jahr 2013.

Bislang ging der Konzern für das Jahr 2013 von einer leichten Steigerung des operativen Ergebnisses (EBIT) aus. Es sei wahrscheinlich, dass die erwartete Ergebnisverbesserung im Geschäftsbereich Salz nicht ausreicht, den Ergebnisrückgang im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte auszugleichen. Konkrete neue Zahlen wurden allerdings nicht genannt.

Vielleicht finden sich solche, wenn am morgigen Dienstag der Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2013 veröffentlicht wird. Und natürlich wird sich dann auch zeigen, wie das erste Halbjahr des Geschäftsjahres verlaufen ist. Wir haben angesichts des nahenden Berichts bewusst in der heutigen Analyse auf Angaben zum ersten Quartal verzichtet. (Eventuell werden wir über die morgigen Zahlen auf unserer Facebook-Seite berichten.)


Bewertung

Die Marktkapitalisierung hat sich durch den Kursrutsch, der am 29. Juli begann, von rund 5 Mrd. Euro (beim Aktienkurs von 26,5 Euro) auf 3,44 Mrd. Euro reduziert.
Die Aktienanzahl liegt bei 191,40 Mio. Stück und der aktuelle Aktienkurs liegt bei rund 18 Euro.

Bei Umsätzen von rund fast 4 Mrd. Euro errechnet sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von weniger als 0,9, was nicht teuer, ja eigentlich eher günstig ist. Ein KUV von 1 oder sogar etwas mehr wäre fair, solange das Unternehmen den Umsatz steigern kann. Bei fallenden Preisen, die es im Kali-Segment zuletzt gab und laut dem Unternehmen Uralkali auch weiterhin geben wird, ist dies aber zumindest kurzfristig kaum zu erwarten. Daher ist der Kurs, gemessen am KUV, derzeit maximal fair.

Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis ist aber nicht sehr aussagekräftig, weil Aktionäre auf Gewinne abzielen. Der Umsatz sagt wenig über die Ertragskraft eines Unternehmens aus. Lediglich die Umsatzentwicklung ist einen Blick wert. Diese ist aber beim K+S-Konzern bereits im zweiten Jahr rückläufig und angesichts der jüngsten Entwicklungen wird dieser Trend wohl auch in diesem (und vielleicht sogar im nächsten) Jahr anhalten.

Das Ergebnis pro Aktie (EPS) lag im Geschäftsjahr 2012 bei 3,34 Euro, nach 3,04 Euro in 2011 und 2,33 Euro in 2010. Ursprünglich sollte der Gewinn laut den Prognosen von K+S in diesem Jahr leicht steigen, doch diese Prognose ist nun Geschichte. Experten gehen davon aus, sollte der Kalipreis tatsächlich um 25 Prozent sinken, würde der Gewinn von K+S in diesem Segment um 50 Prozent zurückgehen. Vorsichtig geschätzt dürfte der Gewinn in 2014 im schlimmsten Fall damit auf das Niveau von 2010 zurückfallen, also auf etwa 2,33 Euro pro Aktie.
Daraus würde sich beim aktuellen Kurs von rund 18 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2014 von 7,73 errechnen, was günstig ist, zumal wir hier schon einen herben Gewinnrückgang eingerechnet haben. Je weniger stark der Kalipreis fällt, desto höher würde der Gewinn liegen und desto niedriger wäre das KGV.

Ein Kurs-Gewinnwachstums-Verhältnis (PEG) lässt sich aktuell nicht ermitteln. Eine Variable in der Berechnung des PEG ist das Gewinnwachstum, doch der Gewinn ist kurzfristig mit ziemlicher Sicherheit rückläufig.

Neben einem günstigen KGV lockt K+S seine Anleger mit einer recht ordentlichen Dividende. Für 2012 wurden 1,40 Euro pro Aktie ausgeschüttet. Bleibt es dabei, dann beträgt die Dividendenrendite auf aktuellem Kursniveau satte 7,8 Prozent. Wir könnten uns vorstellen, dass die Dividende trotz Gewinnrückgang nicht angetastet wird, um nicht noch mehr Anleger zu vergraulen.

Beim Kauf einer K+S-Aktie erhält man derzeit auch sehr viel Substanzwert. Der Buchwert je Aktie liegt über dem aktuellen Kurs. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt damit leicht unter 1, was sehr günstig ist.

Das Eigenkapital beträgt fast 3,5 Mrd. Euro, die Verschuldung nur bei weniger als 800 Mio. Euro. Die Bilanz ist damit extrem solide aufgestellt und die Aktie mit einem enormen Anteil von Sachanlage- und immateriellem Vermögen unterfüttert. Die Eigenkapitalrendite lag 2012 bei über 19 Prozent. K+S kann daher mit rückläufigen Preisen gut liegen, weil 19,4 Prozent deutlich über dem Durchschnitt anderer DAX-Konzerne liegt.


Chartanalyse

Die Aktie befindet sich schon seit dem Jahr 2008 auf dem Rückzug. Von einem damaligen Höchstkurs von fast 100 Euro fiel der Kurs zunächst auf rund 30 Euro. Dann pendelte er gute 4 Jahre oberhalb dieser Marke seitwärts.

K+S - Anhaltender Abwärtstrend oder finaler sell-off?

Schon kurz vor dem Kurscrash durchbrach der Kurs diese wichtige Unterstützung. Bei dem Crash wurde nun auch noch eine Unterstützung aus dem Jahr 2006 bei ca. 19,7 Euro gebrochen. Aktuell startet der Kurs einen ersten Bodenbildungsversuch. Mehr lässt sich aus dem Chart im Augenblick leider nicht herauslesen.


Fazit

Im Gegensatz zu Wettbewerbern, die sich ausschließlich auf Kali konzentrieren, hab der K+S-Konzern mit dem weltweiten Salzgeschäft ein zweites kräftiges Standbein, das anderen Marktgegebenheiten folgt. Zudem hat das Unternehmen eine extrem starke Bilanz, eine relativ unabhängige Stellung im Markt und stabile Kundenbeziehungen.

Mit dem Erreichen des aktuellen Kursniveaus ist die Bewertung selbst dann noch günstig, wenn der Gewinn im Segment Kali- und Magnesiumprodukte bis zum Jahr 2014 um 50 Prozent einbrechen sollte. Wir haben also schon sehr vorsichtige Maßstäbe angesetzt und kommen dabei immer noch auf ein KGV von weniger als 8.

Neben diesen genannten Fakten sind auch der hohe Substanzwert des Unternehmens und die hohe Dividendenrendite für uns ein Kaufgrund.

Zwar ist die Aktie derzeit ein heißes Eisen und schwache Hände können auch noch einmal einen weiteren Kursrutsch auslösen, doch mittelfristig dürfte sich ein Investment auszahlen. Langfristig muss man die Entwicklungen auf dem Kalimarkt beobachten. Sollten sich die prognostizierten Preisrückgänge tatsächlich einstellen, dann muss man abwarten, wie dies von K+S kompensiert werden kann und wie sich dies auf den Gewinn und die Produktion von K+S auswirkt.


Alternative Investments

Aus heutiger Sicht könnte es daher sinnvoller sein, nicht direkt die Aktie zu kaufen sondern eher auf Investments zurückzugreifen, die auch dann noch Gewinne abwerfen, wenn der Kurs noch weiter fällt oder nur seitwärts tendiert. Bonus- oder Discountzertifikate können sich hier anbieten.

Die Deutsche Bank hat zum Beispiel ein Bonuszertifikat (WKN DX89AK) im Angebot, welches selbst dann noch eine Rendite von 10,8 Prozent innerhalb von nur knapp 4 Monaten anbietet, wenn der Kurs bis zum 20.12.2013 jederzeit über 12 Euro notiert. Die Aktie kann also sogar noch um weitere 34 Prozent fallen und man erhält trotzdem am 20.12.2013 einen Gewinn von 10,80 Prozent (bzw. fast 30 Prozent p. a.).

Und ein Discount-Zertifikat vom gleichen Emittenten bietet sogar eine Rendite von fast 12 Prozent bzw. knapp 30 Prozent per annum. Beim Zertifikat mit der WKN kommt es am 18.12.2013 zu einer Auszahlung von 17 Euro, wenn der K+S-Kurs dann oberhalb dieser Marke steht. Aktuell notiert der Schein bei 15,20 Euro, womit man die Aktie mit einem ordentlichen Rabatt von mehr als 15 Prozent erwerben kann.


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