Marktanalyse: EZB-Ratssitzung und US-Arbeitsmarkt +++ Chart-Check: Gold, Silber und Öl

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse - Neue EZB-Maßnahmen: Aufgeschoben und nicht aufgehoben?
  2. Chart-Check - Chartanalysen zu Gold, Silber und Öl (DAF-Interview)
  3. Termine der Woche

›› Marktanalyse
- Neue EZB-Maßnahmen: Aufgeschoben und nicht aufgehoben?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-BriefMario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) , erwartet für Europa eine längere Phase niedriger Inflation. Selbst für das Kalenderjahr 2015 sehen die EZB-Experten die Inflationsrate im gemeinsamen Währungsraum nur bei 1,3 %.

Aktuell keine Änderung der Geldpolitik

Trotz Inflationsraten, die derzeit deutlich unterhalb der EZB-Zielrate von 2 % liegen, und einer extrem schwachen Kreditvergabe (wir berichteten am vergangenen Mittwoch), sah sich Dragi am Donnerstag nicht genötigt, weitere geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen.

Weitere EZB-Maßnahmen – Aufgeschoben und nicht aufgehoben?

Noch nicht! – Denn er bekräftigte ungewöhnlich entschieden das Versprechen dauerhaft niedriger Zinsen. In der zweitägigen Ratssitzung seien auch Zinssenkungen diskutiert worden, so der Notenbankchef. Und die EZB behalte sich vor, alle verfügbaren Instrumente einzusetzen, um die Preisstabilität zu gewährleisten.
Was die europäische Wirtschaft angeht, so sei die Erholung laut Draghi zwar da, sie verlaufe aber schwach. Die Wirtschaft werde sich seiner Ansicht nach 2014 und 2015 nur schleppend erholen.

Glauben die Devisenhändler schon mehr zu wissen?

Euro verlor gegenüber US-Dollar deutlich an WertDer Euro verabschiedete sich daraufhin in den Keller. Er sackte mit knapp 1,355 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen.

Offenbar haben Devisenhändler, die zu den am besten informierten Kreisen an den Börsen zählen, eine weitere geldpolitische Maßnahme bereits frühzeitig eingepreist. Fraglich ist, zu welchem Mittel die EZB greifen wird, falls überhaupt.

Liquidität kommt in der Wirtschaft nicht an

Die EZB kämpft derzeit hauptsächlich mit dem Problem, dass das durch den niedrigen Leitzins billige Geld in der Wirtschaft nicht ankommt. Die Banken nutzen es stattdessen, um damit höher verzinste Staatsanleihen aufzukaufen. Die Kreditvergabe an Unternehmen ging derweil im November deutlich zurück.

Zu welchem Instrument könnte die EZB greifen?

Eine erneute Senkung der Leitzinsen erwarten wir nicht, da sie das Problem nicht zielgerichtet lösen würde. Eine erneute Liquiditätsspritze für die Banken in Form eines Tenders, den es bereits Ende 2011 und Anfang 2012 gab, halten wir allerdings für möglich, wie wir bereits am Mittwoch schrieben. Dabei müssten die billigen Langzeit-Kredite aber an Vorgaben geknüpft werden, damit das Zentralbankgeld auch wirklich in Form von Krediten an die Unternehmen weitergereicht wird.

Weitere (Leit-)Zinssenkungen würden auch die Verbraucher weiter belasten

Weitere Zinssenkungen würden im Gegensatz dazu nicht nur die Kreditzinsen senken, sondern auch die Zinsen auf Spareinlagen weiter schrumpfen lassen und damit auch die Verbraucher treffen.
Anleger haben bereits jetzt kaum noch Chancen, Ihr Geld zu Renditen oberhalb der Inflationsrate relativ sicher anzulegen. Bei Lebensversicherungen wird sogar eine erneute Absenkung des Garantiezinses auf nur noch 1,25 % nachgedacht. Bei einer aktuellen Inflationsrate von 1,5 % in Deutschland würde dies einen negativen Realzins und damit Geldwertverlust bedeuten.

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US-Arbeitsmarkdaten: Stellenzuwachs schwächelt, Arbeitslosenquote überrascht

Neben der Diskussion um das geldpolitische Vorgehen und die begleitenden Aussagen der EZB zur Ratssitzung, stand in der abgelaufenen Handelswoche der US-Arbeitsmarkt im Fokus der Anleger.

Nachdem am Mittwoch bekannt wurde, dass laut ADP-Bericht die Zahl der privat Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA um 238.000 (Vormonat: 229.000) gestiegen ist, standen die Vorzeichen eigentlich auf einen ebenfalls positiven Bericht von offizieller Stelle am Freitag.
Doch die neugeschaffenen Stellen lagen laut dem Bureau of Labur Statistics im Dezember nur bei mickrigen 74.000 und enttäuschten damit deutlich. Erwartet wurden 194.000 nach 203.000 im Vormonat.
Dafür ist allerdings die US-Arbeitslosenquote überraschend auf 6,7 % gefallen. Erwartet wurden hier unveränderte 7,0 %.

Kurse erholten sich nach einem ersten Schock schnell wieder

DAX - Reaktion auf US-ArbeitsmarktdatenDer Markt zeigte sich in einer ersten Reaktion geschockt, erholte sich aber dann wieder (siehe DAX-Chart).

Offenbar hat der Rückgang in der Arbeitslosenquote den Schock über den geringen Stellenzuwachs „neutralisiert“.
Oder umgekehrt – der Schock über den starken Rückgang der Arbeitslosenquote wurde vom geringen Stellenzuwachs neutralisiert – denn positive US-Arbeitsmarktaten wurden im Hinblick auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank bislang eher negativ gewertet.

Letztlich kann man anhand der Marktreaktion erkennen, dass die US-Arbeitsmarktdaten bezüglich der Geldpolitik der US-Notenbank ihren Schrecken verloren haben. Die Notenbank hat die Märkte ausreichend vorbereitet und so besteht zwar noch leichte Skepsis gegenüber dem Tapering, doch wird inzwischen auch realisiert, dass gute Konjunkturdaten auch langfristig positiv für den Aktienmarkt sind, auch wenn derweil weniger Liquidität in die Märkte fließt.

Kein guter Start in die neue Berichtssaison an der Wall Street

Zu guter Letzt wäre noch der Start der Berichtssaison in den USA erwähnenswert, der am Donnerstag mit einem Verlust des Aluminiumkonzerns Alcoa von fast 2,4 Milliarden Dollar im Schlussviertel des vergangenen Jahres eingeläutet wurde. Kein gutes Omen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Chart-Check - Chartanalysen zu Gold, Silber und Öl (DAF-Interview)
von Sven Weisenhaus


Nach dem Interview für das Deutsche Anleger Fernsehen DAF in der „Börse Live“, über das wir bereits am vergangenen Mittwoch berichteten, habe ich am selben Tag noch ein Interview in der Sendung „Rohstoff-Monitor“ gegeben. Dabei ging es um eine Einschätzung der Edelmetalle Gold und Silber sowie des Ölpreises. Da sicherlich nicht alle „Geldanlage-Brief“-Leser diese Sendung gesehen haben, erhalten Sie nachfolgend die Wiedergabe dieses Interviews.

Frage 1: Gold

Herr Weisenhaus, der Goldpreis hat im vergangenen Jahr beinahe ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Viele Investoren wurden 2013 in Sachen Gold auf dem falschen Fuss erwischt. Wie könnte es nun in diesem Jahr für den Goldpreis weitergehen?

Zunächst einmal lässt sich im sehr langfristigen (folgenden) Gold-Chart feststellen, dass durch die Kursverluste seit dem Hoch bei knapp 1.920 US-Dollar gerade erst ca. 40 Prozent des vorangegangenen mehr als 10-jährigen Anstiegs korrigiert wurden. Gemäß der Chartanalyse nach den Fibonacci-Marken ist damit noch längst nicht der Aufwärtstrend beendet bzw. hat noch kein Trendwechsel stattgefunden.

Gold - langfristige Chartanalyse

Dann kann man im kurzfristigeren Bereich erkennen, dass Gold im Bereich von 1.180 US-Dollar (siehe grüne Linie im folgenden Chart) offenbar versucht, einen Doppelboden auszubilden.

Gold - mittelfristige Chartanalyse

Der kurzfristige Abwärtstrendkanal, der Ende Oktober begonnen hat, wurde kürzlich nach oben gebrochen. Die Chancen stehen also durchaus gut, dass das Jahr 2014 für die Goldbullen gut beginnt.

Gold - kurzfristige Chartanalyse

Zwar besteht noch ein Widerstand bei 1.250 US-Dollar, ich erwarte aber, dass wir schon in den nächsten Tagen Kurse oberhalb dieser Marke sehen.

Der Goldpreis hat unter der geldpolitischen Wende in den USA enorm gelitten. Dieser Druck dürfte auch längerfristig noch anhalten, weil die US-Notenbank in den kommenden Monaten weiter Stück für Stück weniger Liquidität in den Markt geben wird. Gold-Käufe, bei denen man auf einen erneuten Preisanstieg auf 1.900 US-Dollar oder mehr setzt, sind weiterhin dem Prinzip Hoffnung (oder eher Hoffnungslosigkeit) zuzuordnen, doch die gerade eingeleitete Gegenbewegung dürfte noch etwas anhalten.

Frage 2: Silber

Schauen wir auch auf die mögliche Entwicklung des Silberpreises in diesem Jahr. Womit rechnen Sie hier?

Ich hatte für den Silberpreis in diversen Interviews im vergangenen Jahr hier im DAF stets die Prognose abgegeben, dass sich der Preis zwischen 18,50 und 25-26 US-Dollar (blaues Rechteck im Chart) hin und her bewegen wird. Seit Mitte des vergangenen Jahres predige ich diese Range bereits und bis heute hat sich der Kurs hervorragend daran gehalten.

Silber - Chartanalyse

Wir befinden uns seit Anfang Dezember im unteren Bereich dieser Range. Am 4. Dezember hatte ich hier im Rohstoff-Monitor dazu geraten bei ca. 19 US-Dollar erste Käufe in den Markt zu legen in der Hoffnung, dass es noch mal eine Gegenbewegung geben wird. Inzwischen notierte der Kurs im Hoch bei fast 20,5 US-Dollar, womit für Ihre Zuschauer bereits ein Gewinn von mehr als 7 Prozent möglich war.

Ich erwarte beim Silberpreis aber noch eine deutlich stärkere Aufwärtsbewegung in diesem Jahr. Unterhalb von 19 US-Dollar würde ich also weiterhin kaufen und in steigende Kurse wieder hinein verkaufen. So kann man sehr schnell sehr ordentliche Trading-Gewinne einfahren.

Es besteht allerdings aufgrund des gesamten charttechnischen Eindrucks, dass die Seitwärtsrange zwischenzeitig und kurzzeitig nach unten gebrochen wird. Aber auch dann würde ich in die fallenden Kurse hinein weiter nachkaufen.

Frage 3: Ölpreis

Der hohe Ölpreis hat sich verfestigt. Seit drei Jahren liegt der Preis über 100 Dollar. 2013 lag er im Schnitt bei 106 Dollar. Wie könnte es 2014 nun weitergehen?

Im Prinzip haben Sie mit Ihrer Frage ziemlich genau meine bisherigen Prognosen hier im „Rohstoff-Monitor“ wiedergegeben. Den Ölpreis hatte ich hier in der Sendung am 4. Dezember ebenfalls besprochen. Damals hatte ich eine sehr konkrete Trading-Strategie beschrieben:

Die OPEC hat einen Zielpreis von 100 US-Dollar ausgesprochen. Der US-Ölpreis der Sorte WTI notierte wegen hoher Lagerbestände in den USA stark darunter, gleichzeitig war die Nordseesorte Brent deutlich über 100 US-Dollar bewertet. Entsprechend sollte man auf einen steigenden WTI- und einen fallenden Brent-Preis setzen.

WTI stieg in dem Zeitraum bis heute zwischenzeitig auf über 100 US-Dollar an (siehe blaue Ellipse im Chart) …

WTI - Chartanalyse

… die Nordseesorte Brent fiel in der Zwischenzeit von über 112,50 auf aktuell knapp 107 US-Dollar.

Brent-Öl - Chartanalyse

Die Trading-Strategie wäre also voll aufgegangen. Und genau diese Strategie ist auch mein Tipp für 2014. WTI bei Kursen möglichst weit unter 100 US-Dollar kaufen und Brent bei Kursen um 112 US-Dollar verkaufen, jeweils mit Kursziel 100 US-Dollar.

Den Lesern unseres Börsendienstes „Geldanlage Premium Depot“ hat diese Strategie kürzlich einen Gewinn von knapp 20 Prozent in nur einem Monat eingebracht.

 



›› Termine der Woche

(KW 03: Handelswoche vom 13.01. bis 17.01.2014)

Sie können die „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 13.01.2014

  • keine wichtigen Termine


Dienstag, 14.01.2014

  • 08:00 - DE: Großhandelspreise Dezember
  • 11:00 - EU: Industrieproduktion November
  • 14:30 - US: Einzelhandelsumsatz Dezember
  • 14:30 - US: Einfuhrpreise Dezember
  • 14:30 - US: Ausfuhrpreise Dezember


Mittwoch, 15.01.2014

  • 14:30 - US: Erzeugerpreisindex Dezember
  • 14:30 - US: NY Empire State Index Januar
  • 20:00 - US: Beige Book


Donnerstag, 16.01.2014

  • 08:00 - DE: Verbraucherpreise Dezember
  • 11:00 - EU: Inflation Dezember 2013
  • 14:30 - US: Verbraucherpreise Dezember
  • 16:00 - US: Philadelphia Fed Index Januar
  • 16:00 - US: NAHB/WF Hausmarktindex Januar


Freitag, 17.01.2014

  • 11:00 - EU: Produktion Baugewerbe November
  • 14:30 - US: Wohnbaugenehmigungen Dezember
  • 14:30 - US: Wohnbaubeginne Dezember
  • 15:15 - US: Industrieproduktion Dezember
  • 15:15 - US: Kapazitätsauslastung Dezember
  • 15:55 - US: Verbraucherstimmung Uni Michigan Januar

 

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