US-Notenbanksitzung - Werden die Anleihekäufe heute weiter reduziert?

Inhalt dieser Ausgabe

  1. US-Notenbanksitzung - Werden die Anleihekäufe heute weiter reduziert?
  2. Konjunktur-Radar - Dahin steuert die US-Wirtschaft
  3. Chart-Check - Chartanalysen zu Gold, Silber und Öl (DAF-Interview)

›› US-Notenbanksitzung
- Werden die Anleihekäufe heute weiter reduziert?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefheute Abend wird die US-Notenbank Fed über die weitere Geldpolitik berichten. Ben Bernanke, der Noch-Präsident der Fed, wird dabei letztmalig im Federal Open Market Committee (FOMC) mit über die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank entscheiden. Am 1. Februar erfolgt dann die Übergabe des Chefpostens an Janet Yellen.

Assetkäufe könnten ein weiteres Mal reduziert werden

Im Anschluss an die vorangegangene FOMC-Sitzung am 18. Dezember wurde die Reduzierung des Anleihekaufprogramms um 10 Mrd. US-Dollar auf 75 Mrd. US-Dollar pro Monat verkündet. Damit war der erste Schritt des sogenannten Tapering eingeläutet.

Nach der heutigen Sitzung könnten die Asset-Käufe erneut um 10 Mrd. US-Dollar reduziert werden, wenn die US-Konjunkturdaten für eine weitergehende Erholung der Wirtschaft sprechen. Passend dazu ist am heutigen Mittwoch wieder der „Konjunktur-Radar“ Inhalt des Geldanlage-Briefs.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Konjunktur-Radar
- Dahin steuert die US-Wirtschaft
von Sven Weisenhaus

Vor einer Woche kamen wir im Anschluss an die Analyse der US-Konjunkturdaten zu dem Fazit, dass die Daten aus Übersee weiterhin sehr ordentlich ausfallen. Entsprechend sollte auf der nächsten Sitzung eine weitere Reduzierung der Anleihekäufe (um erneut 10 Mrd. US-Dollar) verkündet werden.

Frühindikatoren deuten auf anhaltendes Wachstum hin

Auch die aktuellen Daten sprechen dafür. So sind die US-amerikanischen Frühindikatoren des Conference Boards im Dezember um 0,1 % gestiegen. Dies war bereits der 9. Anstieg in Folge. Zudem gab es in den vergangenen 12 Monaten nur einen einzigen negativen Wert.

Frühindikatoren des Conference Boards
(Quelle: Markt-Daten.de) Frühindikatoren des Conference Boards

Die Frühindikatoren des Conference Boards spiegeln den Ausblick für die US-Wirtschaft in den kommenden 3 bis 6 Monaten wider. Der Konjunktur-Sammelindex setzt sich aus 10 Indikatoren zusammen. Dazu zählen unter anderem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Neuaufträge in der Industrie, das Verbrauchervertrauen, die Baugenehmigungen und das Geldangebot sowie die Aktienkursentwicklung.

Alleine dieser Index spricht schon aufgrund seiner Konstruktion dafür, dass die US-Wirtschaft auf dem Wachstumspfad verbleibt und die US-Notenbank daher an der eingeleiteten geldpolitischen Wende festhalten kann. Zudem berichteten wir vor einer Woche bereits über die positive Entwicklung weiterer Frühindikatoren wie den Philly Fed Index oder den Empire State Index.

Verbrauchervertrauen erreicht 4-Monats-Hoch

Auch der Verbrauchervertrauensindex des Conference Boards zeigt ein positives Stimmungsbild für die US-Wirtschaft. Der Index notiert im Januar bei 80,7 und konnte damit im Vergleich zum Vormonatswert von 77,5 ordentlich zunehmen.

Verbrauchervertrauensindex des Conference Boards
(Quelle: Markt-Daten.de) Verbrauchervertrauensindex des Conference Boards

Die US-Wirtschaft ist zu 70 Prozent vom Konsum abhängig. Eine positive Stimmung der Verbraucher ist daher wichtig für die weitere Entwicklung der Konjunktur. Mit dem jüngsten Indexstand wurde der höchste Wert seit 4 Monaten erreicht.

Hausverkäufe stagnieren

Die Zahl der US-amerikanischen Hausverkäufe erholt sich nach drei Rückgängen in Folge wieder leicht. Nach 4,83 Mio. bestehenden Häusern wurden im Dezember 4,87 Mio. gebrauchte Immobilien verkauft.

Verkäufe bestehender Häuser in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) Verkäufe bestehender Häuser in den USA

Die Zahl der Verkäufe neuer Häuser ist in den USA dagegen im Dezember auf 414.000 ein zweites Mal in Folge zurückgegangen.

Verkäufe neuer Häuser in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) Verkäufe neuer Häuser in den USA

Mit den vor einer Woche besprochenen Daten zum US-Immobilienmarkt zeigt sich in Summe, dass die Erholung ins Stocken geraten ist. Problematisch ist die Sache erst, wenn sich eine Trendumkehr abzeichnet. Solange die Zinsen niedrig bleiben, ist dies aber aktuell nicht zu erwarten.

Fazit zur Analyse der US-Konjunkturdaten

Die Daten aus Übersee fallen weiterhin sehr ordentlich aus. Die US-Notenbank Fed wird es freuen und sie wird wohl heute Abend eine weitere Reduzierung der Anleihekäufe (um erneut 10 Mrd. US-Dollar) verkünden.

Davon dürften sich die Finanzmärkte weiterhin unbeeindruckt zeigen. Die langfristigen Aufwärtstrends werden anhalten. Die kurzfristige Korrektur, die wir vor einer Woche hier an dieser Stelle bereits erwartet hatten, könnte sich aber fortsetzen. Insgesamt dürfte 2014 ein nicht mehr ganz so erfolgreiches Aktien-Jahr werden.

 



›› Chart-Check
- Chartanalysen zu Gold, Silber und Öl (DAF-Interview)
von Sven Weisenhaus

Heute habe ich wieder ein Interview für das Deutsche Anleger Fernsehen DAF gegeben. In der Sendung „Rohstoff-Monitor“ ging es um eine Einschätzung der Edelmetalle Gold und Silber sowie den Ölpreis. Da sicherlich nicht alle „Geldanlage-Brief“-Leser diese Sendung gesehen haben, erhalten Sie nachfolgend die Wiedergabe dieses Interviews.


Frage 1:
Herr Weisenhaus, nach den deutlichen Verlusten im letzten Jahr, haben sich die Goldkurse zuletzt wieder etwas erholt. Doch wie könnte es weitergehen? Und wie soll sich der Anleger vor diesem Hintergrund positionieren? Lohnt sich auf diesem Niveau ein Einstieg?

Der Goldpreis hat durch diese Erholung inzwischen auch meine Erwartung von Kursen oberhalb von 1.250 US-Dollar und ein Kursziel aus der Target-Trend-Analyse bei 1.265 US-Dollar erreicht. Die Target-Trend-Methode ist eine spezielle Technik der Chartanalyse, und hiernach liegt bei 1.265 US-Dollar ein Kreuzwiderstand vor.

Gold - Chartanalyse

Wenn der Kurs diesen Kreuzwiderstand nachhaltig knacken kann, ist ein weiterer Anstieg zunächst bis auf 1.300 US-Dollar ohne größeren Widerstand möglich. Dort werden die Karten neu gemischt.

Dreht der Kurs allerdings am Widerstand bei 1.265 US-Dollar stärker nach unten ab, wonach es aktuell ausschaut, dann könnte dies das vorläufige Ende der Gegenbewegung bedeuten.
Bearish wird es jedoch erst, wenn das jüngste Tief bei 1.231 US-Dollar unterschritten wird. Dann wäre ein erneuter Rutsch auf das markante Tief bei rund 1.180 US-Dollar möglich.
In diesem Fall erwarte ich, dass der Goldpreis in Richtung des im Chart eingezeichneten roten Kreises tendiert. Dort befindet sich ein sogenanntes Alpha-Target, welches nach der Target-Trend-Methode den Kurs anzieht.

Vieles wird auch davon abhängen, wie der Goldpreis heute reagiert, wenn die US-Notenbank am Abend eine weitere Reduzierung der Anleihekäufe verkündet. Wenn der Goldpreis dann nicht stärker fällt, sollte die Aufwärtstendenz anhalten.

Die Anleger sollten also aktuell abwarten, wie der Goldpreis mit der Marke von 1.265 US-Dollar und der Notenbanksitzung umgeht, und erst dann entsprechend reagieren.


Frage 2:
Der Silberpreis hat sich in der letzten Woche mal nicht analog zum Goldpreis bewegt hat. Während dieser leicht anstieg, verlor Silber im Vergleich zur Vorwoche etwa zwei Prozent. Was belastet den Silberpreis? Und zieht er vielleicht bald wieder an?

Das stimmt, Silber zeigt sich derzeit deutlich schwächer als Gold. Ich hatte für den Silberpreis in der Vergangenheit stets die Prognose abgegeben, dass sich der Preis zwischen 18,50 und 25-26 US-Dollar (blaues Rechteck im Chart) hin und her bewegen wird. Seit Mitte des vergangenen Jahres predige ich diese Range und bis heute hat sich der Kurs hervorragend daran gehalten. Kritisch wird es erst, wenn der Kurs unter 18,50 US-Dollar rutscht.

Silber - Chartanalyse

Dass Silber aber weder von der Schwäche am Aktienmarkt noch vom Anziehenden Goldpreis profitieren kann, ist sehr bedenklich und ein Anzeichen von Schwäche.

Wenn ich noch gar nicht in Silber i8nvestiert wäre, würde ich dennoch auf aktuellem Niveau kaufen. Wenn ich jedoch schon ordentliche Bestände im Depot habe, dann würde ich nun eher vorsichtig werden und enge Stopps setzen, um dann später, im Falle eines Bruchs der 18,50 US-Dollar-Marke, günstiger zurückkaufen zu können.

Dies ist aber eine Strategie für Trader. Für langfristige Investoren ist der aktuelle Kurs attraktiv, auch wenn es in näherer Zukunft noch mal weiter nach unten gehen sollte.


Frage 3:
Am Ölmarkt gab es zu Beginn der Woche die Sorge, dass jüngste Rückschläge an den Märkten der Schwellenländer die Nachfrage nach Rohöl bremsen könnte. Sind Sie aktuell eher bullish oder bearish für den Ölpreis?

Ähnlich wie beim Silberpreis, der sich schon lange an eine von mir erwartete Range hält, ist es auch bei den Ölpreisen. Hier wiederhole ich immer wieder eine für Trader extrem spannende Strategie:

Die OPEC hat einen Zielpreis von 100 US-Dollar ausgesprochen. Der US-Ölpreis der Sorte WTI notiert unterhalb dieser Marke, die Nordseesorte Brent deutlich über 100 US-Dollar. Entsprechend sollte man auf einen steigenden WTI- und einen fallenden Brent-Preis setzen.

Schon seit August 2013 verfolge ich im Brent-Preis eine Range von ca. 113 bis 104,50 US-Dollar, in der wir bei hohen Kursen Short-Trades eingehen.

Brent - Chartanalyse

Und in der US-Sorte WTI eine Range von ca. 90 bis 99 US-Dollar, in der wir Kursen im unteren Bereich Long-Positionen eingehen.

WTI - Chartanalyse

Für unsere Leser haben wir gerade erst am 22. Januar mit einem solchen Trade auf den US-Ölpreis durch einen Anstieg von unter 92 US-Dollar auf über 96 US-Dollar einen Kursgewinn von über 34 % in nur 14 Tagen erwirtschaftet.
Am 6. Januar haben wir mit unseren Lesern gemeinsam mit einem Short auf den Brent-Preis innerhalb von 38 Tagen einen Gewinn von fast 19 % erzielt.

Dies zeigt also, dass das Trading dieser Handelsspannen der Ölpreise hervorragend funktioniert. Und ich glaube, und das ist der Tipp an alle Zuschauer, dass diese Handelsspannen noch einige Zeit Gültigkeit haben werden, weshalb derartige Trades noch mehrfach wiederholt werden können.

WTI bei Kursen möglichst weit unter 100 US-Dollar kaufen und Brent bei Kursen um 112 US-Dollar verkaufen, jeweils mit Kursziel 100 US-Dollar.

Interview als Video

Das Interview wurde heute um 15:00 Uhr in der Sendung "Rohstoff-Monitor" im Deutschen Anleger Fernsehen DAF ausgestrahlt. Sie können sich das Interview als Video HIER ansehen.

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