Draghi, Arbeitsmarkt, Krim – genügend Gründe für fallende Kurse

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse - Draghi, Arbeitsmarkt, Krim – genügend Gründe für fallende Kurse
  2. Chart-Check - Chartanalysen zu DAX, S&P500, Bund Future und Gold
  3. Termine der kommenden Woche

›› Marktanalyse
- Draghi, Arbeitsmarkt, Krim – genügend Gründe für fallende Kurse
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefendlich kam in dieser Woche etwas Schwung in den DAX, wovon auch unser „Geldanlage Premium Depot“ profitieren konnte. Am Donnerstag konnten gleich zwei Trades mit jeweils fast 6% Gewinn abgeschlossen werden.

Unerfreulicher Auslöser für Kursbewegungen

Leider war der Auslöser dieser Bewegung deutlich weniger erfreulich als die schönen Gewinne. Denn die Märkte zeigten sich am Montag durch die Nachricht massiv verunsichert, dass Russland Panzer auf der ukrainischen Halbinsel Krim auffahren ließ. Der DAX brach um mehr als 3,4% ein.

Dritte Bärenfalle in Folge verunsicherte Anleger völlig

DAX - Bärenfallen

Nur einen Tag später stieg er aber schon wieder um 2,4% an und so hätte man die Verluste vom Montag durchaus als dritte Bärenfalle hintereinander bezeichnen können. Die Marktteilnehmer wurden dadurch völlig verunsichert.

 

Daher geht es in dieser Woche umso mehr darum Ruhe zu bewahren und insbesondere die Entwicklungen in Sachen Russland, Europa und USA abzuwarten. Hier kann derzeit einfach alles passieren.

EZB beließ den Leitzins erneut unverändert

Ein weiteres wichtiges und kursbeeinflussendes Thema dieser Woche war die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB), deren Ergebnis am Donnerstag eine unveränderte Geldpolitik war. Die Leitzinsen bleiben unverändert und dem Finanzsektor wird auch nicht mehr Liquidität zur Verfügung gestellt.

Aufgrund unserer Analyse der diversen europäischen Wirtschaftsdaten hatten wir durchaus eine abwartende Haltung der Währungshüter erwartet, als wir am Mittwoch schrieben: „Die Daten liefern eine Patt-Situation. Vielleicht wird Draghi daher seine Aussage nach der vorangegangenen Sitzung wiederholen, dass die Währungshüter weitere Informationen benötigen und daher noch abwarten. Wundern würde mich dies angesichts der vorliegenden Daten nicht.

DAX - Verlauf der Woche

Die Märkte hingegen zeigten sich enttäuscht und so kam es im DAX zum Ende der Woche hin wieder zu Kursverlusten, die mit der Pressekonferenz der EZB am Donnerstag ab 14:30 Uhr begannen und erst zum Handelsschluss am Freitag in der Nähe des Wochentiefs endeten. Dadurch entstand ein Wochenverlust von insgesamt 3,5%.

 

Arbeitsmarkt in den USA überrascht Analysten

Dies konnte auch ein überraschend positiver US-Arbeitsmarktbericht nichts ändern. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg in den USA im Februar um 175.000, während Analysten im Vorfeld lediglich mit einem Stellenzuwachs von 149.000 gerechnet hatten. Zudem wurde auch noch der Wert für den Januar nach oben korrigiert. Hier ist nun ein Stellenplus von 129.000 Stellen nach zuvor gemeldeten 113.000 Stellen zu verzeichnen.

Etwas unerwartet stieg allerdings die in einer separaten Erhebung ermittelte US-Arbeitslosenquote auf 6,7%, nach 6,6%. Dadurch stellt sich nun die Frage, ob die Anleger den starken Stellenzuwachs oder die schwache Arbeitslosenquote verkauften. Früher war es ja so, dass positive Daten die Angst vor dem Tapering erhöhten. Da die Fed hier aber inzwischen einen klaren Fahrplan festlegte, ordnen wir auch die Kursverluste vom Freitag noch der Enttäuschung über die EZB-Entscheidung und der Angst vor einer Eskalation in der Ukraine am Wochenende zu. Vor dem Wochenende wurden daher Positionen geschlossen.

Ausblick

Was die Kursverluste charttechnisch zu bedeuten haben, erfahren Sie im nachfolgenden „Chart-Check“. Beeinflusst werden die Kurse in der kommenden Woche aber vielleicht auch wieder durch den Streit um die Krim. Dieser könnte sich wieder verschärfen, wenn die Bevölkerung der Halbinsel für eine Abspaltung von der Ukraine stimmen sollte. Das entsprechende Referendum wurde auf den 16. März vorgezogen.

Die neue Führung der Ukraine hat aber bereits angekündigt, dass sie die Krim nicht aufgeben will. Russland wiederum behält sich alle Mittel zum Schutz der russisch-sprachigen Bevölkerung in der Ukraine vor. Wenn keine der beiden Seiten zurückweicht, könnte dies im schlimmsten Fall Krieg bedeuten. Für die Börsen könnte dies weitere deutliche Kursverluste bedeuten.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Chart-Check
- Chartanalysen zu DAX, S&P500, Bund Future und Gold
von Sven Weisenhaus

DAX

Während die US-Indizes in dieser Woche ohne größere Verluste auskamen und sogar zulegen konnten, hinkte der DAX deutlich hinterher. Er verlor in dieser Woche 3,5% (blau im folgenden Chart), während Dow Jones (grün) und S&P500 (rot) jeweils 1% bzw. 1,5% zulegen konnten.

Vergleich von Aktienindizes
(erstellt mit: Ariva.de) Vergleich von DAX, Dow Jones und S&P500

Wehe, wenn sich jetzt auch noch der Trend in den US-Indizes umkehrt und die hohen Kurse Verkäufer anlocken. Dann könnte es im DAX zu noch stärker fallenden Kursen und dann vermutlich auch wieder zu Notierungen um 9.000 Punkte kommen.

Zumal sich beim Blick auf den folgenden Chart gleich mehrere bärische Hinweise finden lassen. Erstens fiel der Kurs zu Beginn der Woche aus der oberen Hälfte der (roten) Seitwärtsrange heraus und prallte im weiteren Handelsverlauf an der Mittellinie dieser Range nach unten hin ab. Zweitens fiel der DAX auch noch auf Schlusskursbasis aus der Range komplett heraus.

DAX - Chartanalyse
(erstellt mit: tradesignalonline.com) DAX, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen

Drittens ist dem DAX damit eine Rückkehr in den gelben Trendkanal verwehrt geblieben, womit der Ausbruch aus diesem Trend nach unten bestätigt wurde.

Wir glaubten bisher, dass der DAX eine längere Zeit zwischen ca. 10.000 und 9.000 Punkten hin und her pendeln wird. Dies ist unverändert der Fall.

Das Aufwärtspotential betrug daher vor einer Woche ca. 300 Punkte, das Abwärtspotential aber 700 Zähler. Dieses Verhältnis hat sich nun fast genau umgekehrt. Dennoch würden wir derzeit nicht „long“ gehen, sondern eher noch auf einen weiteren Kursverfall bis auf 9.000 Punkte setzen.

Im „Geldanlage Premium Depot“ haben wir bereits eine entsprechende Order platziert und profitieren derzeit von den fallenden Kursen. Wenn auch Sie von solchen Trades profitieren möchten, dann melden Sie sich doch einfach zu einer kostenlosen Test-Phase an.

S&P500

Wie in der DAX-Analyse oben beschrieben, kam der S&P500 ohne Kursverluste aus und konnte sogar zulegen. Doch im (folgenden) Chart ist zu sehen, dass der US-Index dadurch die obere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals fast exakt erreicht hat. Das Aufwärtspotential ist also stark begrenzt und das Abwärtspotential extrem hoch.

S&P500 - Chartanalyse
(erstellt mit: tradesignalonline.com) S&P500, Candlestick-Chart, Wochenkerzen

Wir erwarten daher, dass der S&P500 sehr bald wieder Kursverluste vorweisen wird. Das Chance/Risiko-Verhältnis zwischen Short- und Long-Positionen war schon einmal so schlecht und es hat anschließend auch zu starken Kursverlusten geführt. Eine Wiederholung ist sehr gut möglich. Im „Geldanlage Premium Depot“ sind wir bereits entsprechend positioniert.

Bund Future

Im Bund Future gibt es einen Kontraktwechsel zu vermelden. Der März-Kontrakt läuft aus, der Juni-Kontrakt kommt nun zum Tragen. Das Interessante daran: Der März-Kontrakt notierte zuletzt über 144%, der Juni-Kontrakt (siehe Chart) aktuell nur bei 142%. Das Mai-Hoch vom März-Kontrakt lag bei 145,08%, der Juni-Kontrakt erreichte dies bei 143,17%.

Bund Future - Chartanalyse

Bereits vor einer Woche sahen wir genügend Anzeichen dafür, dass der Bund Future zuletzt zu hoch notierte. Nun ist ein weiterer klarer Hinweis dazu gekommen. Und inzwischen ist der Kurs auch deutlich am horizontalen Widerstand nach unten abgeprallt.

Die Short-Position, die wir im „Geldanlage Premium Depot“ bereits eingegangen waren, hat von dieser Woche enorm profitiert. Wir erwarten, dass hier noch weitere Gewinne drin sind. Begleiten Sie uns doch bei diesem relativ sicheren Trade und testen Sie unseren Börsendienst „Geldanlage Premium Depot“ 3 Wochen lang kostenlos.

Gold

Der Goldpreis tendiert seit Mitte Februar lediglich seitwärts bzw. leicht aufwärts im Bereich von 1.320 bis 1.350 US-Dollar (siehe blauer Pfeil im Chart).

Gold - Chartanalyse

Das gelbe Edelmetall konnte sich damit weiter auf seinem erreichten Niveau festsetzen und musste erneut keine stärkeren Kursverluste hinnehmen. Solange die Gegenbewegungen gering bleiben und höhere Tiefs gebildet werden, spricht alles für einen weiteren Kursanstieg. Dazu müsste der Kurs nun aber oberhalb von 1.330 US-Dollar bleiben.

Rutscht der Kurs darunter, dann wäre ein Rückfall auf zunächst 1.300 US-Dollar einzukalkulieren. Dort sollte sich die weitere Entwicklung entscheiden.

Gold - Chartanalyse
(erstellt mit: tradesignalonline.com) Gold, Candlestick-Chart, Tageskerzen

Der Gold-ETF, der sich in unserem „Geldanlage Premium Depot“ befindet, liegt mit über 23% im Plus und konnte damit ungehebelt doppelt so stark zulegen wie der Goldpreis. Inzwischen haben wir aber unseren Lesern ab einem bestimmten Kursziel zu Teil-Gewinnmitnahmen geraten.

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 11: Handelswoche vom 10.03. bis 14.03.2014)

Sie können die „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 10.03.2014

01:50 - JP BIP 4. Quartal
08:00 - DE Umsatz verarb. Gewerbe Januar


Dienstag, 11.03.2014

08:00 - DE Außenhandel Januar
16:00 - US Großhandel Januar


Mittwoch, 12.03.2014

01:50 - JP Dienstleistungsindex Januar
08:00 - DE Beschäftigte u. Umsatz Dienstleistungen 4. Quartal


Donnerstag, 13.03.2014

14:30 - US Einzelhandelsumsatz Februar
14:30 - US Einfuhrpreise Februar
14:30 - US Ausfuhrpreise Februar
14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
16:00 - US Lagerbestände Januar


Freitag, 14.03.2014

08:00 - DE Verbraucherpreise Februar
14:30 - US Erzeugerpreisindex Februar
15:55 - US Verbraucherstimmung Uni Michigan März

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