DAX, EUR/USD, Lufthansa, Allianz und Hannover Rück im Chart-Check +++ Börsen-Wissen – Inline-Optionsscheine

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Chartanalysen - DAX, EUR/USD, Lufthansa, Allianz und Hannover Rück im Chart-Check (DAF-Interview)
  2. Börsen-Wissen – Mit Inline-Optionsscheinen auch in Seitwärtsphasen Gewinne erzielen

›› Chartanalysen
- DAX, EUR/USD, Lufthansa, Allianz und Hannover Rück im Chart-Check (DAF-Interview)
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-BriefSie möchten wissen, wie sich der DAX und das Währungspaar EUR/USD zukünftig entwickeln und warum man bei Lufthansa-Aktien zurückhaltend sein sollte, während man sich Allianz und Hannover Rück durchaus ins Depot holen kann?

Gestern früh, um 8:15 Uhr, habe ich dem Deutschen Anleger Fernsehen DAF wieder Rede und Antwort gestanden. In dem Interview ging es in der Sendung "Börse Live" genau um die oben genannten Werte. Lesen Sie nachfolgend die Wiedergabe des Interviews.

Frage 1: DAX
Der DAX ist derzeit deutlich abwärts gerichtet und die Ausschläge werden größer. Sieht man dies auch im technischen Bild?

Zum DAX habe ich hier im DAF erst am vergangenen Mittwoch das Kursziel von 9.000 Punkten ausgesprochen. Daran halte ich auch nach wie vor fest.

DAX - ChartanalyseIm kurzfristigen Chart befand sich der DAX zu diesem Zeitpunkt noch in einer Seitwärtsbewegung, die ab dem 12. Februar gebildet wurde und eine Range von 9.500 bis 9.700 Punkten hatte.

Inzwischen wurde diese nachhaltig gebrochen und auch noch das Tief vom Montag letzter Woche unterboten.

Damit befindet sich der DAX klar in Richtung des Kursziels von 9.000 Punkten. Ein Erreichen verhindern kann jetzt eigentlich nur noch eine Unterstützungslinie, die aktuell bei ca. 9.140 Punkten verläuft.

Letztlich erwarte ich aber, dass sich der DAX eine Weile zwischen 9.000 und 10.000 Punkten volatil hin und her bewegen wird. Ich habe daher für unser „Geldanlage Premium Depot“ gestern eine erste Long-Position bei 9.250 Punkten eröffnet, die ich bei 9.000 Punkten eher noch ausbauen würde.


Frage 2: EUR/USD
Schauen wir auf den Euro. Der zeigt sich dagegen sehr stark, hat jetzt auch noch kurz über die Marke von 1,39 gespitzelt in der letzten Woche. Er hält sich aber sehr stark weit über der 1,38er Marke. Wie geht es weiter beim Währungspaar EUR/USD?

EUR/USD - ChartanalyseDer Euro stößt gerade an die obere Begrenzung eines breiten Trendkanals, der aktuell von ca. 1,30 bis 1,39 US-Dollar reicht.

Einen nachhaltigen, möglichst dynamischen Ausbruch über diese Marke könnte man durchaus zum langfristigen Long-Einstieg nutzen.

Solange dieser Ausbruch nicht erfolgt, würde ich stattdessen Short-Positionen eingehen, die ich oberhalb der oberen Trendlinie mit Stopp absichern würde.

Insbesondere wenn die EZB doch noch neue geldpolitische Maßnahmen beschließt, wird der Euro kräftig Federn lassen.

Ich sehe den Wechselkurs auf absehbare Zeit eher wieder in Richtung 1,35 US-Dollar tendieren.


Frage 3: Lufthansa
Die Lufthansa legt am Donnerstag ihre Zahlen vor, hat intern mit einigen Problemen zu kämpfen. Da muss man wieder Streiks verhindern, wenn es geht. Was macht die Aktie der Lufthansa – hebt sie ab oder streikt sie?

Die Aktie der Lufthansa habe ich, genau wie den DAX, erst am vergangenen Mittwoch hier in einem DAF-Interview besprochen.

Lufthansa - ChartanalyseIch hatte hier ein Kurspotential von maximal 20 Euro gesehen und mich eher für fallende Notierungen ausgesprochen.
Auf dem Weg nach unten liegen Unterstützungen bei 16 und 14 Euro. Kaufen würde ich diese Aktie erst bei der unteren Unterstützung – also bei 14 Euro.

Begründet hatte ich dies mit den Gegebenheiten der Luftfahrtbranche, in der sich nur sehr schwer Geld verdienen lässt. Letztlich tendiert die Aktie seit rund 20 Jahren in einer Seitwärtsbewegung, was genau dies widerspiegelt.

Zwar konnte der Umsatz in den letzten 10 Jahren von 15 auf 30 Mrd. Euro verdoppelt werden, die Gewinne pendelten aber in den vergangenen Jahren nur zwischen 0 und 1,5 Mrd. Euro hin und her, womit es kein kontinuierliches Gewinnwachstum gab.

Eine Bewertung von 8,5 Mrd. Euro erscheint bei einem KUV von 0,3 und einem KGV von knapp über 10 zwar nicht teuer, aber etwas tiefere Kurse würde ich dennoch abwarten. Dann kann man sich bei 16 oder 14 Euro durchaus einige Stücke ins Depot holen.


Frage 4: Allianz
Man hört oft, die Allianz sei das letzte Schnäppchen im DAX, was die Bewertung angeht. Wie sieht es denn charttechnisch aus?

Allianz - ChartanalyseDie Allianz halte ich trotz einiger Probleme im Geschäft für attraktiv bewertet.

Wir haben es hier seit Oktober 2013 mit einer Seitwärtsbewegung zwischen rund 120 und 130 Euro zu tun.

Aktuell tendiert die Aktie, die eine hohe Korrelation zum DAX hat, in den unteren Bereich der Range.

Bei 120 Euro würde ich hier spätestens zuschlagen mit Kursziel 130 Euro. So kann man voraussichtlich innerhalb relativ kurzer Zeit einen Gewinn von über 8% einsammeln.


Frage 5: Hannover Rück
Bei Hannover Rück gab es heute Zahlen. Es gab einen Vorsteuereffekt, der zu einem Rekordgewinn geführt hat. Wie ist hier das charttechnische Bild?

Hannover Rück - ChartanalyseAuch die Aktie von Hannover Rück befindet sich, trotz heute gemeldetem Rekordgewinn für 2013 und einer Dividendenrendite von sehr ordentlichen 5%, in einer Seitwärtsbewegung.

Hier hat man eine breite Range von 52 bis 65 Euro, die schon seit Oktober 2012 gilt, und eine engere Range, in der die Aktie seit Oktober 2013 zwischen 58,5 und 62 Euro tendiert.

Kurzfristige Trader kaufen entsprechend bei 58,5 Euro mit Kursziel 62 Euro, längerfristig orientierte Investoren schlagen bei 58,5 und 52 Euro in zwei Tranchen zu, jeweils mit Kursziel 65 Euro.


Sie können sich das Interview hier als Video ansehen.

 



›› Börsen-Wissen
– Mit Inline-Optionsscheinen auch in Seitwärtsphasen Gewinne erzielen
von Sven Weisenhaus

Der Euro pendelt seit rund 10 Jahren in einer breiten Range seitwärts um die 1,40 US-Dollar herum.

EUR/USD - langfristige SeitwärtsrangeDas Hoch der Range lag im Jahre 2008 bei 1,60 US-Dollar, im Bereich von 1,26 bis 1,20 Euro wurden mehrere Tiefs markiert. Die Marke von rund 1,40 US-Dollar stand dabei immer im Mittelpunkt und wurde auch in diesem Jahr wieder angesteuert.

Investoren verdienen in Seitwärtsphasen kein Geld

Für geschickte Trader, die kurzfristig agieren, ist eine solche volatile Seitwärtsbewegung ein Eldorado. Sie können bei Kursen unterhalb von 1,40 US-Dollar kaufen, möglichst weit oberhalb der Mittellinie wieder verkaufen und so ordentliche Gewinne erzielen.

Auch in die Gegenrichtung funktioniert dieser Trade: Man kann den Euro bei Kursen oberhalb von 1,40 US-Dollar verkaufen und ihn dann in der unteren Region der Seitwärtsrange wieder zurückkaufen. Auch dadurch kann der Trader Gewinne erzielen.

Für langfristig orientierte Anleger, die von lang anhaltenden Trends profitieren möchten, lässt sich in solchen Phasen kaum Geld verdienen. Und selbst für Trader ist es immer schwieriger geworden, den EUR/USD-Wechselkurs gewinnbringend zu handeln. Denn die Auf- und Abwärtsbewegungen fallen immer kürzer aus. Gleichzeitig hat die Volatilität deutlich abgenommen.

Mit den richtigen Produkten lässt sich auch in Seitwärtsphasen gutes Geld verdienen

Was können Anleger und Trader also tun, um dennoch von der Kursentwicklung des EUR/USD-Wechselkurses zu profitieren?

Es gibt Anlageprodukte, die auch in Seitwärtsphasen ordentliche Renditen abwerfen. Sogenannte Inline-Optionsscheine sind besonders geeignet für die Situation im Euro-US-Dollar-Wechselkurs.

Die wichtigsten Merkmale von Inline-Optionsscheinen

Inline-Optionsscheine zeichnen sich insbesondere durch die folgenden 4 Merkmale aus:

  1. Ihre Laufzeit ist begrenzt.
  2. Sie besitzen einen sogenannten Kurskorridor, in dem sich der Basiswert (Underlying) bewegen darf.
  3. Man erhält am Ende der Laufzeit einen festen Betrag ausgezahlt, wenn der Kurs den Korridor während der Laufzeit nie verlassen hat.
  4. Tendiert der Kurs allerdings innerhalb der festgelegten Laufzeit aus diesem Korridor heraus, verfällt der Schein wertlos.

Inline-Optionsscheine passen perfekt zur Situation im EUR/USD-Wechselkurs

Da wir es im EUR/USD-Währungspaar mit einer anhaltenden Seitwärtsbewegung zu tun haben, kann man mit dem dazu passenden Inline-Optionsschein entsprechende Gewinne erzielen, auch wenn sich der Wechselkurs nicht von der Stelle bewegt. Dazu müssen nur zwei Voraussetzungen erfüllt sein:
- Die Seitwärtsbewegung im Euro zum US-Dollar sollte sich fortsetzen.
- Sie sollte sich in einem bestimmten Kurskorridor fortsetzen.

Wird sich die Seitwärtsbewegung im Euro fortsetzen?

Um die Frage beantworten zu können, ob eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung wahrscheinlich ist, muss man sich die beiden beteiligten Währungen genauer ansehen – also den Euro und den US-Dollar.

Eine Veränderung im Wechselkurs kann insbesondere durch die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen oder durch die jeweilige Geldpolitik hervorgerufen werden. Sowohl in den USA als auch in Europa hatten wir es lange Zeit mit schwachem Wirtschaftswachstum und einer expansiven Geldpolitik zu tun. Die Europäische Zentralbank (EZB) bekämpft mit niedrigen Leitzinsen nach wie vor die Folgen der Euro-Krise, die Notenbank Fed versucht ihrerseits seit der Finanzkrise 2008/2009 mit niedrigen Zinsen und Anleihekäufen die US-Wirtschaft in Schwung zu bringen.

Die USA sind Europa einen Schritt voraus

Dabei sind die USA inzwischen ein Schritt weiter. Im Vergleich zu Europa ist US-BIP-Wachstum deutlich höher und die Fed hat bereits Ende 2013 die geldpolitische Wende eingeläutet. In Europa liegen die Wachstumsraten dagegen noch nahe Null und die EZB dachte zumindest Anfang des Jahres noch über neue Liquiditätsmaßnahmen nach.

Warum zeigte der Euro seit 2012 gegenüber dem US-Dollar Stärke?

EUR/USD - Euro erholt sich gegenüber dem US-DollarEigentlich hätte der US-Dollar vor diesem Hintergrund gegenüber dem Euro deutlich aufwerten müssen. Stattdessen legte der Euro seit einem Tief im Sommer 2012 bei rund 1,20 US-Dollar gegenüber der US-Währung auf fast 1,40 US-Dollar zu.

Ein Grund für diese Entwicklung könnte die inzwischen kaum noch vorhandene Furcht vor einer erneuten Eskalation der Euro-Krise sein.
Zwar sind noch längst nicht alle Probleme gelöst - zum Beispiel sind die Arbeitslosen- und die Verschuldungsquoten in den Krisenländern nach wie vor deutlich zu hoch - doch es gibt inzwischen klare Hinweise darauf, dass das Schlimmste hinter uns liegt. Entsprechend könnte es sich bei dem Kursanstieg des Euro um einen Nachholeffekt handeln.

Beide Regionen entwickeln sich in die gleiche Richtung

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass sich die beiden Regionen Europa und USA in die gleiche Richtung entwickeln, auch wenn die USA etwas die Nase vorn haben. Und daher ist zu erwarten, dass sich der Wechselkurs weiterhin in Reichweite der Marke von 1,40 US-Dollar seitwärts bewegen wird.

Die übergeordnete Seitwärtsbewegung dürfte anhalten

Die Frage, ob sich die Seitwärtsbewegung im Euro zum US-Dollar fortsetzen sollte, kann also mit „Ja“ beantwortet werden. Stellt sich nun noch die zweite Frage, innerhalb welches Kurskorridors dies geschehen könnte.

Hierbei ist der betrachtete Zeithorizont entscheidend. Kurzfristig dürfte die Range des Währungspaares enger sein als langfristig. Entsprechend sollte man bei der Auswahl des Inline-Optionsscheins die richtige Kombination aus Kurskorridor und Laufzeit wählen.

Die richtige Kombination aus Laufzeit und Kurskorridor ist entscheidend

EUR/USD - 3-Monats-KorridorDer Inline Optionsschein der Deutschen Bank mit der WKN DT2N80 zum Beispiel hat eine Laufzeit bis zum 6. Juni 2014 und einen Kurskorridor von 1,29 bis 1,45 US-Dollar (dunkelgrünes Rechteck im Chart).

Der Auszahlungsbetrag am Ende der Laufzeit beträgt für den Fall, dass der Kurskorridor eingehalten wird, 10,00 Euro. Am 10. März 2014 notierte der Schein bei einem Briefkurs von 8,82 Euro. Daraus errechnet sich eine Rendite von 13,4% in nur rund 3 Monaten.

Ein durchaus realistisches Szenario

EUR/USD pendelte 6-Monate lang zwischen 1,29 und 1,45Um diesen Gewinn zu erzielen müsste der EUR/USD-Wechselkurs also 3 Monate lang innerhalb der Range von 1,29 bis 1,45 US-Dollar bleiben.

Dies stellt ein durchaus realistisches Szenario dar, denn in den vergangenen beiden 3-Monats-Zeiträumen (hellgrüne Rechtecke im Chart) verblieb der Kurs innerhalb dieser Range.

Und die fundamentalen Gegebenheiten sprechen, wie oben analysiert, ebenfalls dafür, dass es auf absehbare Zeit keine großen Wechselkursänderungen geben dürfte.

Mit Inline-Optionsscheinen Auf EUR/USD lässt gutes Geld verdienen

Entsprechend kann man als Fazit festhalten, dass Inline-Optionsscheine ein hervorragendes Instrument sind, um Seitwärtsbewegungen gewinnbringend zu nutzen - insbesondere die im EUR/USD-Wechselkurs.


Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg
Sven Weisenhaus

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