Kann nur die EZB Schwung zurück in die Märkte bringen? +++ DAX, Nasdaq100, Nikkei und Bund Future im Chart-Check

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse - Kann nur die EZB Schwung zurück in die Märkte bringen?
  2. Chart-Check - Chartanalysen zu DAX, Nasdaq100, Nikkei und Bund Future
  3. Termine der kommenden Woche

›› Marktanalyse
- Kann nur die EZB Schwung zurück in die Märkte bringen?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefder Handel an den Börsen scheint derzeit fast komplett eingeschlafen zu sein. Am Montag ging es z. B. im DAX noch munter hin und her und am Dienstag ein gutes Stück aufwärts, doch seitdem haben sich die Handelsspannen extrem eingeengt. Ganz ähnlich sieht es auch an den Devisen- (insbesondere im Euro) und den Rohstoffmärkten (Gold, Öl) aus.

Garanten für Volatilität verpuffen nahezu wirkungslos

Und dies, obwohl die so wichtigen monatlichen US-Arbeitsmarktdaten und die US-Notenbankentscheidung am Mittwoch bzw. Freitag veröffentlicht wurden. Gewöhnlich sind diese Ereignisse immer Garanten für massive Kursausschläge, doch dieses Mal reagierten die Anleger kaum bis gar nicht.

Überraschend positive Arbeitsmarktdaten ließen die Anleger kalt

Laut dem offiziellen Arbeitsmarktbericht vom Freitag wurden in den USA im April mit 288.000 so viele neue Stellen (ohne Landwirtschaft) geschaffen wie seit Januar 2012 nicht mehr. Analysten hatten zuvor nur mit maximal 210.000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet.

neue Stellen ohne Landwirtschaft in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) neue Stellen ohne Landwirtschaft in den USA

Die Arbeitslosenquote fiel überraschend stark von 6,7% auf 6,3% (Erwartung: 6,6%). Niedriger lag sie zuletzt im September 2008, kurz vor dem Untergang der Investmentbank Lehman Brothers, der den Höhepunkt der Finanzkrise einläutete.

Arbeitslosenquote in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) Arbeitslosenquote in den USA

Spekulationen um frühzeitigere Leitzinserhöhung belasteten die Märkte leicht

Obwohl die Daten so gut ausfielen, zeigten sich die Aktienmärkte wenig beeindruckt und am Ende eher belastet. Der Grund für die leichten Kursverluste: Die starken Zahlen führten zu Spekulationen, wonach die amerikanische Notenbank Federal Reserve eventuell frühzeitiger den Leitzins anheben könnte.

Zumal die Währungshüter am Mittwoch die Anleihekäufe erneut um 10 Mrd. auf nun monatlich 45 Mrd. US-Dollar reduzierten und damit unbeirrt die Geschwindigkeit des Taperings beibehielten, obwohl das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal mit einem minimalen Plus von 0,1% quasi stagnierte.

Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA
(Quelle: Markt-Daten.de) Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA

Die Geldpolitik der US-Notenbank Fed steht also auf Autopilot, und daher ist es den Anlegern wohl nicht mehr ganz so wichtig, wie die US-Arbeitsmarktdaten ausfallen, solange sie nicht grob von den Erwartungen abweichen. Da die Zahl der neu geschaffenen Stellen laut dem ADP-Bericht innerhalb und laut dem offiziellen Arbeitsmarktbericht leicht oberhalb der Konsensschätzungen lag und auch die Reduzierung der US-Anleihekäufe in der Höhe so erwartet wurde, ließen sich die Anleger nicht aus der Reserve locken.

Kann die EZB den Märkten auf die Sprünge helfen?

Und so müssen die DAX-Investoren nun auf die Europäische Zentralbank (EZB) hoffen, die in der kommenden Woche tagt. In der jüngeren Vergangenheit wurde oft von „unkonventionellen Maßnahmen“ gesprochen, welche die europäischen Geldpolitiker gegen die Gefahr einer Deflation und zur stärkeren Ankurbelung der Wirtschaft beschließen könnten. Dies könnte die Seitwärtsphase in DAX & Co. zugunsten der Bullen beenden. Ansonsten wäre angesichts der Saisonalität (siehe „Gilt „Sell in may…“ in diesem Jahr wieder?“) auch wieder ein Kursrutsch denkbar.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Chart-Check
- Chartanalysen zu DAX, Nasdaq100, Nikkei und Bund Future
von Sven Weisenhaus

DAX

Am Mittwoch berichteten wir über den DAX, dass sowohl ein bullischer Ausbruch als auch ein erneuter Rücksetzer möglich ist. Für den Rücksetzer sprach, dass der deutsche Leitindex an starke Widerstände gestoßen ist. Die obere Begrenzung einer möglichen Flaggenformation (rot im folgenden Chart) führte am Freitag bereits tatsächlich zu einem Rücksetzer. Knapp darüber liegt aber auch noch die obere Begrenzung der Seitwärtsrange (blau), die ebenfalls noch einen erneuten Anstieg unterbinden könnte.

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Für den bullishen Ausbruch spricht aber noch unser kurzfristiges Elliott-Wellen-Szenario. Solange die „make-or-break“-Linie bei 9.496,84 Punkten nicht unterboten wird, stehen die Chancen für einen kurzfristigen Wiederanstieg im Rahmen der laufenden Welle 3 sehr gut.

Nasdaq100

Der Nasdaq100 ist exakt dem ersten blauen Pfeil gefolgt, den wir vor einer Woche in den Chart eingezeichnet hatten.

Nasdaq100 - Chartanalyse
(erstellt mit: tradesignalonline.com) Nasdaq100, Candlestick-Chart, Tageskerzen

Wenn er nun dem zweiten Pfeil nach unten folgt, dann nimmt die Formation, die einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) ähnelt, Formen an. Dann bestünde die immer größer werdende Gefahr einer Topp-Formation, die den vorherigen starken Kursanstieg beenden und eine heftige Korrektur oder gar eine Trendwende einleiten könnte.

Erst wenn das Hoch von Anfang April bei ca. 3.675 Punkten überwunden werden kann, wird diese mögliche SKS-ähnliche Formation unwahrscheinlich. Ad acta gelegt werden kann sie aber erst, wenn anschließend auch noch das März-Hoch bei knapp 3.740 Zählern gebrochen wird.

Nikkei

Auch im Nikkei könnte sich ein Chartmuster ausbilden, das einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) ähnlich ist.

Nikkei - Chartanalyse

Allerdings muss man sich hier nicht so viele Sorgen wie bei den US-Indizes machen. Denn während die US-Notenbank mit der Rückführung der Anleihekäufe Druck auf die Kurse ausübt, haben wir im Nikkei die japanische Notenbank noch voll auf unserer Seite.

Japan steckte seit vielen Jahren in einer Deflation und die Notenbank ist daher derzeit gewillt, alles zu tun, um Inflation zu erzeugen. Die Geldpolitik in Japan ist bereits expansiver ausgerichtet als die der US-Notenbank Fed oder der EZB. Und es sind sogar noch weitere geldpolitische Maßnahmen möglich, was die Aktienkurse dann wieder deutlich nach oben treiben könnte.

Wir könnten es daher aktuell - statt mit einer vermeintlichen SKS - lediglich mit einer großen Konsolidierung innerhalb eines sich bald fortsetzenden Aufwärtstrends zu tun haben.

Bund Future

Im Bund Future hat es, ähnlich wie im Nikkei, eine solche größere Konsolidierung innerhalb eines Aufwärtstrends, auf die am Ende statt starker Kursverluste eine Trendfortsetzung folgte, bereits gegeben. Dabei entwickelte sich zunächst im Rahmen der Seitwärtsphase auch so etwas wie eine SKS.

Bund Future - Chartanalyse
(erstellt mit: tradesignalonline.com) Bund Future, Candlestick-Chart, Tageskerzen

Einen ähnlichen Ausbruch könnte es also auch im Nikkei geben. Aber zurück zum Bund Future, den wir hier zuletzt am 30. März analysiert hatten:

Den derzeit ungewöhnlichen Gleichlauf von Aktien und Renten (längerfristige Aufwärtstrends) hatten wir damit erklärt, dass „nach stagnierenden Konsumausgaben in Frankreich und einem Preisrückgang in Spanien sowie stark sinkenden Importpreisen in Deutschland die EZB dazu veranlasst sein könnte, auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen zu senken oder weitere Liquidität zur Verfügung zu stellen. Sinkende Zinsen bedeuten natürlich einen steigenden Bund Future. Zeitgleich freuen sich die Aktienmärkte über die zusätzliche Liquidität, so sie denn wirklich kommt.“ Angesichts der nahenden Sitzung der EZB in der kommenden Woche gibt es kaum einen besseren Zeitpunkt, um auf diese Analyse heute zurückzukommen.

Bislang blieben die längst erwarteten neuen Maßnahmen der EZB aus. Wenn die Geldpolitiker aber auf der nahenden Sitzung zu „unkonventionellen Maßnahmen“ greifen, dann könnte dies noch einmal einen kurstreibenden Effekt auf den Bund Future haben. Denn insbesondere in der Umlaufrendite sieht es im Bereich von 1,24% danach aus, als würden die Zinsen auf einem Sprung abwärts stehen.

Umlaufrendite - Chartanalyse

Ein solcher Rutsch würde sich dann aber anbieten, um auf anschließend wieder steigende Kurse bzw. einen fallenden Bund Future zu setzen. Denn die Bundesregierung hatte schon bei höheren Zinsen Probleme, ihre Anleihen am Markt loszuwerden. Bei noch niedrigeren Zinsen wird dies sicher nicht leichter. Es wird also zu einem Zinsanstieg und fallenden Kursen im Bund Future kommen, die Frage ist nur wann. Im „Geldanlage Premium Depot“ würden wir dann neue Short-Positionen auf den Bund Future aufnehmen.

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 19: Handelswoche vom 05.05. bis 09.05.2014)

Sie können die „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Montag, 05.05.2014

  • 11:00 - EU Erzeugerpreise Industrie März
  • 16:00 - US ISM Dienstleistungsindex April

Dienstag, 06.05.2014

  • 09:55 - DE Dienstleistungsindex April
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen April
  • 11:00 - EU Einzelhandel März
  • 14:30 - US Arbeitskosten 1. Quartal
  • 14:30 - US Handelsbilanz März

Mittwoch, 07.05.2014

  • 11:00 - DE ifo Wirtschaftsklima Euroraum 2. Quartal
  • 12:00 - DE Auftragseingang Industrie März

Donnerstag, 08.05.2014

  • 12:00 - DE Produktion prod. Gewerbe März
  • 13:00 - GB BoE Sitzungsergebnis
  • 13:45 - EU EZB Sitzungsergebnis
  • 14:30 - EU EZB PK zur Ratssitzung
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

Freitag, 09.05.2014

  • 08:00 - DE Umsatz verarb. Gewerbe März
  • 08:00 - DE Außenhandel März
  • 16:00 - US Großhandel März

 



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