K+S: 25% Kursrisiko bei begrenztem Kurspotential +++ EZB hat genügend enttäuschende Daten

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Konjunktur-Radar - EZB hat genug enttäuschende Daten zusammen
  2. Aktienanalyse - K+S: Begrenztes Kurspotential bei Kursrisiko von 25%

›› Konjunktur-Radar
- EZB hat genug enttäuschende Daten zusammen
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefvielleicht erinnern Sie sich noch an den vorangegangenen Konjunktur-Radar vom 2. April. In dem damaligen Artikel kamen wir zu dem Fazit, dass eine Zinssenkung der EZB, die nur einen Tag später tagte, fraglich sei. Zwar sprachen die Preisdaten für weitere geldpolitische Maßnahmen, doch die Konjunktur nahm weiter Fahrt auf, weshalb weitere Liquidität nicht zwingend benötigt wurde.

Angesichts der jüngst recht klaren Hinweise auf eine inzwischen als sicher geltende Zinssenkung Anfang Juni erscheint uns ein Blick auf die aktuellen Wirtschafts- und Preisdaten besonders interessant.

Aufschwung im Baugewerbe gerät ins Stocken

Besonders erfreulich war im April die Entwicklung der Produktion im Baugewerbe. Hier zeichnete sich eine klare Trendwende ab. Im Dezember hatte die Produktion im Baugewerbe um 1,3% bzw. 1,2% zugenommen, im Januar war sie gegenüber dem Vormonat Dezember 2013 im Euroraum um 1,5% und in der EU um 1,3% gestiegen.

Inzwischen zeichnet sich ab, dass dieser Aufschwung deutlich ins Stocken geraten ist. Im Februar 20143 nahm die Produktion im Baugewerbe schon nur noch um 0,4% bzw. 0,5% zu, im März fiel sie sogar gegenüber Februar im Euroraum um 0,6% und in der EU um 0,5%.

Entwicklung Baugewerbe im Euroraum und der EU
(Quelle: Eurostat)

Die Trendwende ist damit noch nicht beendet, sie könnte jedoch in Gefahr geraten.

Industrieproduktion schwächelt

Zumal auch die Industrieproduktion schwächelt. Im März kam es hier zu einem Rückgang gegenüber Februar, im Euroraum um 0,3% und in der EU um 0,2%.

Entwicklung Industrieproduktion im Euroraum und der EU
(Quelle: Eurostat)

Die Schwäche zieht sich fast durch alle Industriezweige. So ist der Rückgang der Produktion im Euroraum auf Rückgänge bei Vorleistungsgütern (-0,8%), bei Verbrauchsgütern (-0,5%), im Energiesektor (-0,4%) und bei Investitionsgütern (-0,3%) zurückzuführen. Bei der EU sieht es ähnlich aus. Hier kommt noch ein Rückgang bei den Gebrauchsgütern hinzu.

Geringe Impulse am Arbeitsmarkt

Derweil gibt es auch keine Verbesserungen mehr am Arbeitsmarkt. Im Euroraum liegt die saisonbereinigte Arbeitslosenquote schon seit Dezember 2013 bis März 2014 bei 11,8% nur stabil. In der EU lag die Arbeitslosenquote im März 2014 bei 10,5%, stabil gegenüber Februar 2014.

Entwicklung Arbeitslosenquote im Euroraum und der EU
(Quelle: Eurostat)

Wachstum bleibt hinter den Erwartungen zurück

Am Sonntag berichteten wir bereits, dass das Wirtschaftswachstum weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Das BIP war im Vergleich zum Vorquartal im ersten Quartal 2014 im Euroraum lediglich um 0,2% und in der EU um 0,3% gestiegen. Damit hatte sich das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone überraschend nicht beschleunigt. Die Wirtschaft wuchs nur genauso stark wie im Schlussquartal 2013. Ohne das starke Wachstum in Deutschland hat Europas Wirtschaft sogar nur ein Null-Wachstum hinbekommen.

Preisentwicklung zu schwach

Ebenfalls am vergangenen Sonntag war die jährliche Inflation ein Thema, die leicht zulegen konnte - von 0,5% im März auf 0,7% im April. Dies ist einfach zu wenig, zumal dem EZB-Rat auf der Sitzung am 8. Mai bereits bekannt war, dass die Erzeugerpreise der Industrie im März gegenüber Februar im Euroraum um 0,2% und in der EU28 um 0,3% gefallen sind.

Entwicklung Erzeugerpreisindex im Euroraum und der EU
(Quelle: Eurostat)

Schon seit mehr als einem Jahr sinkt der Preisindex der Industrie. Diese Entwicklung schlägt sich (zeitversetzt) auch auf die Verbraucherpreise nieder. Entsprechend hoch dürfte der Druck auf die Inflation bleiben, was der EZB nicht schmecken wird. Zumal es inzwischen auch nicht mehr nur die Preise für Energie sind, die fallen (im März um 0,8%). Auch die Preise für Vorleistungsgüter waren im März um 0,2% rückläufig.

Kreditvergabe unverändert (schwach)

Solange die Banken das Geld der EZB nicht in den Wirtschaftskreislauf geben, wird sich an dieser Entwicklung auch nichts ändern. Wie die über den gesamten Euro-Raum aggregierten Ergebnisse des Bank Lending Survey von Ende April zeigen, haben die Banken im Euro-Raum ihre Vergabestandards per saldo weder für Unternehmenskredite noch für Konsumentenkredite nennenswert verändert. Das Niveau ihrer Kreditstandards in den verschiedenen Kreditsegmenten schätzen die Banken im Euro-Raum derzeit als relativ straff ein. Die Jahresänderungsrate der MFI-Buchkredite an den privaten Sektor war im März negativ (-3,1%). Entsprechend dürfte die EZB auch hier entsprechende Maßnahmen ergreifen, um dieses Problem anzugehen.

EZB hat nun genug Daten, um zu reagieren

Bislang traf EZB-Chef Mario Draghi nur wiederholt die Aussage, dass die Währungshüter weitere Informationen benötigen und daher noch abwarten. Mit den jüngsten BIP- und Preisdaten sowie unter anderem den Zahlen zum Bausektor, der Industrie, dem Arbeits- und dem Kreditmarkt hat die EZB wohl bis zur vergangenen Ratssitzung genug (enttäuschende) Daten sammeln können, um zu erkennen, dass weitere geldpolitische Impulse nötig sind. Entsprechend hatte sich Mario Draghi bereits in der Pressekonferenz vom 8. Mai geäußert.

Fazit

Im April waren wir noch klar der Meinung, dass die Erwartungen an Zinssenkungen unerfüllt bleiben werden. Aufgrund der kontinuierlichen Beobachtung der Wirtschaftsdaten kommen wir inzwischen zu einem anderen Ergebnis. Wir stimmen dem Konsens nun zu und erwarten deutliche geldpolitische Signale am 5. Juni.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Das "Geldanlage Premium Depot"
- Neuer Gewinnrekord am 16. Mai!

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›› Aktienanalyse
- K+S: Begrenztes Kurspotential bei Kursrisiko von 25%
von Sven Weisenhaus

Am 13. März hatten wir die K+S-Aktie aus unserem „Geldanlage Premium Depot“ geschmissen, weil K+S damals Zahlen veröffentlicht hatte, die wenig berauschend ausfielen. Zudem war der Ausblick auf das laufende Jahr nur mäßig und die Dividende wurde massiv gekürzt. Mit dem Trade auf die K+S-Aktie konnten wir für unsere Leser Gewinne von 30% und 10% erzielen.

K+S - Erfolgreich getradet

Geschäftsjahr 2013: Gewinne massiv eingebrochen

Mit 3,95 Mrd. Euro lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2013 auf dem Niveau des Vorjahres (3.935,3 Mio. Euro), das operative Ergebnis mit 656 Mio. Euro aber deutlich niedriger (-18%).
Grund dafür war insbesondere der Rückgang des Kalipreises, über den so oft berichtet wurde. Das Absatzvolumen blieb stabil (6,94 Mio. Tonnen), dennoch sank der Umsatz in diesem Bereich wegen der Preisentwicklung um 11 %. Der Absatz mit Auftausalz stieg dagegen sogar um 65% gegenüber 2012, was zu einem um 18% höheren Umsatz in diesem Segment führte.

Im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte verringerte sich das operative Ergebnis EBIT insbesondere wegen gesunkener Durchschnittserlöse für Kalidüngemittel um rund 28% auf 552,5 Mio. Euro. Das Ergebnis des Geschäftsbereichs Salz lag im Jahr 2013 mit 117,8 Mio. Euro rund 91% über dem Vorjahreswert.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 2,27 Euro nach 3,33 Euro im Vorjahreszeitraum (-32%).

Aktie war bei 23 Euro rund 10% zu teuer

Bei einer Aktienzahl von 191.400.000 Stück und einem damaligen Kurs von ca. 23 Euro errechnete sich eine Marktkapitalisierung von 4,4 Mrd. Euro. Bei einem Umsatz von 3,95 Mrd. Euro, der in 2014 laut K+S „moderat niedriger“ ausfallen wird, errechnete sich ein zu hohes KUV von 1,11. Damit war die Aktie aus unserer Sicht mindestens 10%, eher 15% zu hoch bewertet.

Schlimmer wurde es aber noch bei Betrachtung des EBIT. Dieses soll in 2014 „deutlich rückläufig“ sein, so die Angaben des Konzerns. Das Ergebnis je Aktie lag in 2013 bei 2,27 Euro. Daraus errechnet sich noch ein moderates KGV von weniger als 10. Doch da die Gewinne in 2014 deutlich sinken werden, erhöht sich das KGV entsprechend stark, womit die Aktie insgesamt nicht mehr günstig erscheint.

Entsprechend nahmen einige Anleger Abstand von der K+S-Aktie. Glücklicherweise waren wir sehr günstig eingestiegen und konnten im Vorfeld der Zahlen Teilgewinne von über 30%, so wie nach den Zahlen noch einen weiteren Gewinn von 10% erzielen.

Aktuelle Geschäftszahlen fallen erneut nicht berauschend aus

Nun hat der Konzern am 14. Mai seine Zahlen zum ersten Quartal 2014 veröffentlicht. Und diese fallen erneut nicht berauschend aus:
Der Umsatz der K+S Gruppe sank im ersten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 7% auf 1.189,0 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 219,6 Mio. Euro und lag damit 21% unter dem Wert des Vorjahres (Q1/13: 277,9 Mio. Euro).

Die Umsätze im schwächelnden Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte lagen knapp 19% unter dem Vorjahreswert, das Ergebnis ging in diesem Segment sogar um rund 36% zurück.
Der Geschäftsbereich Salz steigerte dagegen den Umsatz vor allem mengenbedingt um 4,3% und das Ergebnis um 21,9%.

Das bereinigte Konzernergebnis der K+S Gruppe nach Steuern betrug im Berichtszeitraum 141,5 Mio. Euro (Q1/13: 190,2 Mio.). Dies entspricht einem Rückgang um knapp 26%. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte im gleichen Zeitraum 0,74 Euro nach 0,99 Euro im Vorjahreszeitraum (-25,6%).

Positive Entwicklungen

Allerdings zeigte der Markt für kaliumhaltige Produkte in den vergangenen Monaten deutliche Stabilisierungstendenzen. Die internationalen Preise für Kaliumchlorid zogen sogar wieder leicht an.

K+S strebt mit seinem Programm „Fit für die Zukunft“ an, bis 2016 Kosten in einer Größenordnung von insgesamt 500 Mio. Euro gegenüber der früheren Planung für diesen Zeitraum einzusparen. Im Jahr 2014 soll eine Kostenreduktion von gut 150 Mio. Euro erzielt werden.

Im ersten Quartal 2014 investierte die K+S Gruppe 164,6 Mio. Euro und damit etwa 50 % mehr als im Vorjahresquartal (Q1/13: 110,8 Mio. Euro). Der Großteil der Investitionen erfolgte im Geschäftsbereich Kali- und Magnesium-produkte.

Ausblick 2014 unverändert

Dennoch soll der Umsatz der K+S Gruppe im Geschäftsjahr 2014 weiterhin moderat unter dem Wert des Vorjahres (2013: 3,95 Mrd. Euro) liegen. Das operative Ergebnis (EBIT) der K+S Gruppe soll aufgrund des Umsatzrückgangs im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte deutlich unter dem Vorjahr liegen (2013: 655,9 Mio. Euro). Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern dürfte der Entwicklung des operativen Ergebnisses folgen und somit ebenso deutlich niedriger ausfallen als im Vorjahr (2013: 434,8 Mio. Euro).

Angenommener Gewinnrückgang um nur 10%

Offen lässt der Geschäftsbericht leider die Frage, was „deutlich“ in diesem Zusammenhang bedeutet. Ginge man von einem Gewinnrückgang um 10% aus, also einem Konzernergebnis von ca. 390 Mio. Euro, dann würde sich bei 191,4 Mio. Aktien ein Ergebnis pro Aktie (EPS) von 2 Euro errechnen. Bezogen auf den aktuellen Kurs von rund 26 Euro bedeutet dies ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13, was bei rückläufigen Gewinnen noch gerade so zu vertreten sein könnte. Kurspotential ist dabei aber schon keines mehr vorhanden.

Angenommener Gewinnrückgang um 20%

Nicht viel verändert sich, wenn man die Gewinnentwicklung kritischer sieht und von einem 20%igen Gewinnrückgang ausgeht. Dieser wäre angesichts der oben genannten Zahlen immer noch ambitioniert kalkuliert. In diesem Falle lägen der Gewinn nach Steuern bei 347 Mio. Euro, das EPS bei 1,81 und das KGV bei 14,4.

Begrenztes Kurspotential bei einem Kursrisiko von 25%

Fakt ist, dass diese KGV (13 bzw. 14,4) bei rückläufigen Gewinnen aus unserer Sicht das höchste der Gefühle sind. Das Kurspotential ist daher auf absehbare Zeit begrenzt.

Gemessen am Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), welches bei einem erwarteten Jahresumsatz 2014 von 3,95 Mrd. Euro und einer aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 5 Mrd. Euro bei 1,26 liegt, könnte die Aktie sogar um 25% fallen um wieder als fair zu gelten. Denn bei rückläufigen Gewinnen und gleichzeitig auch sinkenden Umsätzen gilt ein KUV von maximal 1 als fair.

Demnach bestehen bei der Aktie ein Kursrisiko von 25% und damit die Gefahr eines Kursrutsches auf knapp unter 20 Euro. Insbesondere dann, wenn sich die Nachrichten zum Kali-Markt wieder verschlechtern. Eine einzelne Nachricht könnte dann bereits ausreichen, um die zarte Kurserholung, welche die Aktie derzeit durchlebt, wieder sehr schnell zunichte zu machen. Wir raten daher von einem Kauf ab.

Über K+S

K+S ist nach eigenen Angaben ein internationales Rohstoffunternehmen mit mehr als 14.000 Mitarbeitern. Die hergestellten Produkte kommen in der Agrarwirtschaft, Ernährung und Straßensicherheit weltweit zum Einsatz. Die Nachfrage wird aus Produktionsstätten in Europa, Nord- und Südamerika sowie einem weltweiten Vertriebsnetz bedient. K+S ist der größte Salzproduzent der Welt und ein internationaler Kalianbieter.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

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