Korrektur eingeleitet? +++ DAX, S&P500, Gold und Öl im Chart-Check

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse - Korrektur eingeleitet?
  2. Chart-Check - Chartanalysen zu DAX, S&P500, Gold und Öl
  3. Termine der kommenden Woche

 

›› Marktanalyse
- Korrektur eingeleitet?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefan den Aktienmärkten sind inzwischen klare korrektive Tendenzen erkennbar. Der DAX ist aus seiner Ende Mai begonnenen Seitwärtsrange nach unten ausgebrochen. Der EuroStoxx50 hat vom Hoch letzter Woche Donnerstag bereits 3,3 Prozent verloren. Lediglich die US-Indizes können sich nach wie vor deutlich besser halten. Doch auch hier zeigen sich inzwischen Anzeichen einer Ermüdung.

Welt-Zentralbank warnt vor neuer Blase

Derweil mehren sich die Stimmen, die vor neuen Blasen warnen. Und diese mahnenden Worte kommen nicht von irgendwem, sondern von Seiten renommierter Stellen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat jüngst die illustre Runde der prominenten Warner betreten.

Die BIZ ist quasi die Zentralbank der Zentralbanken und glaubt, ausgelöst werden könnten neue Turbulenzen auf den Finanzmärkten durch eigentlich als eher konservativ geltende Großinvestoren wie Pensionsfonds oder Vermögensverwalter. Denn diese seien angesichts der weltweit niedrigen Zinsen immer höhere Risiken eingegangen, weil sie teils garantierte Erträge erwirtschaften müssen.

Geringe Volatilität erneut als Warnsignal bezeichnet

Insbesondere die geringen Schwankungen an den Weltmärkten seien ein Warnsignal. In diesem Zusammenhang verweisen wir gerne auf unsere Analyse vom 01. Juni, in der wir bereits berichteten, dass auch der Präsident der New Yorker Notenbank, William Dudley, die geringen Kursschwankungen an den Börsen thematisiert hatte. Ihn mache ebenfalls die ungewöhnlich niedrige Volatilität „ein bisschen nervös“, schrieben wir.

Minus beim US-BIP von 2,9 Prozent ließ die Märkte völlig kalt

Als höchst verdächtig sollte man vor diesem Hintergrund wohl auch die Marktreaktionen zur Bekanntgabe des US-amerikanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) sehen. Denn dass es hier zu einem Minus von 2,9 Prozent im ersten Quartal 2014 gekommen war, ließ die Börsen völlig kalt.

Das mag daran liegen, dass die Delle im Wachstum auf den kalten Winter geschoben und zudem Stück für Stück nach unten hin angepasst wurde, womit man den Märkten die Wahrheit scheibchenweise präsentierte.

Zunächst hatte das US-Handelsministerium für das erste Quartal 2014 nämlich ein Miniplus von 0,1 Prozent verkündet. In der zweiten Schätzung folgte dann eine Abwärtsrevision auf minus 1 Prozent. Erst in der dritten Veröffentlichung wurde dann der Rückgang um 2,9 Prozent gebeichtet.

Dies war dann nicht nur das erste Minus seit dem ersten Quartal 2011, sondern auch zugleich der stärkste Rückgang seit Anfang 2009. – Negative Marktreaktionen: Fehlanzeige. Die Argumentation dazu: Das winterwetterbedingte Minus würde mit einem positiven BIP im zweiten Quartal wieder aufgeholt. Dies bleibt abzuwarten.

Kurse können nicht ewig von der Realwirtschaft abweichen

Wie wir bereits in der Ausgabe des „Geldanlage-Brief“ am vergangenen Mittwoch haben durchleuchten lassen, sehen wir einen Großteil der aktuellen Kursentwicklungen nicht mehr als fundamental untermauert an. Stattdessen sind inzwischen Untersuchungen zufolge zum Beispiel fast 70% des Kursanstiegs an den Aktienmärkten rein liquiditätsgetrieben. Die Kurse können sich aber nicht ewig von der Realwirtschaft abkoppeln. Eine Korrektur wäre daher mehr als gesund.

Willkommene Korrektur

Uns wäre diese bereinigende Kursbewegung herzlich Willkommen. Nachdem wir uns in unserem Börsendienst „Geldanlage Premium Depot“ bereits vor einiger Zeit aus dem

  • DAX-Long-Trade (am 16. Mai mit +20,43% Gewinn) verabschiedet haben und seitdem
  • der Nikkei-Long (am 27. Mai mit +10,00%),
  • die Aktien von C.A.T. oil (3. Juni, +40%) und
  • der Deutschen Telekom (23. Juni, +19,55%) sowie
  • am Mittwoch dieser Woche (25. Juni, -8,12%) auch noch das Zertifikat auf den DAXGlobal BRIC-Index

aus dem Depot geflogen sind, würden wir von fallenden Kursen überproportional profitieren. Der kontinuierliche Abbau von Long-Positionen hätte sich dann voll bezahlt gemacht.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Chart-Check
- Chartanalysen zu DAX, S&P500, Gold und Öl
von Sven Weisenhaus

DAX

Der DAX hält sich weiterhin an unser Elliott-Wellen-Szenario. Vor einer Woche hatten wir die Zählung im Bereich der (dunkelgrünen) Wellen 4 und 5 leicht verändert. Damit kamen wir zu dem Fazit, dass die letzte Welle 5 des Aufwärtstrends angelaufen war. Dadurch würde dann auch die übergeordnete (hellgrüne) Welle 3 vollständig abgeschlossen, weshalb anschließend stärker fallende Kurse im Rahmen der (hellgrünen) Welle 4 folgen sollten.

Mit Blick auf den folgenden Chart zeigt sich, dass die Welle 5 recht kurz ausfiel und es tatsächlich anschließend zu fallenden Kursen kam, die nun die (hellgrüne) Welle 4 ausbilden könnten.

DAX - kurzfristige Elliott-Wellen-Analyse

Dieses Elliott-Wellen-Szenario ist nun solange intakt, wie die Kurse nicht unter das Hoch der hellgrünen Welle 1 (9.645,06 Punkte) fallen. Denn in der Elliott-Wellen-Theorie ist eine Überschneidung der Wellen 1 und 4 nicht gestattet.

Kommt es oberhalb dieser Kursmarke wieder zu steigenden Kursen, könnte es im Rahmen der (hellgrünen) Welle 5 zu Kursen weit oberhalb von 10.000 Punkten kommen. Kommt es dagegen zu Kursen unterhalb von 9.645,06 Zählern, dann müsste man von einer größeren Korrektur ausgehen, die auch beim Blick auf die langfristigeren Charts zu erwarten wäre.

So könnte man zum Beispiel beim Blick auf den folgenden DAX-Chart, den wir Ihnen ohne die blauen Zahlen zuletzt am 1. Juni und erstmals am 13. April präsentierten, davon ausgehen, dass die Aufwärtsbewegung nach der ABCDE-Korrektur die finale Welle 5 eines großen Aufwärtstrends war und daher entsprechend eine größere Korrektur stattfindet.

DAX - mittelfristige Elliott-Wellen-Analyse

In dem folgenden langfristigen Chart, den wir Ihnen genau so ebenfalls zuletzt in der DAX-Analyse am 1. Juni gezeigt haben, gingen wir ebenfalls davon aus, dass am Ende der Welle 3 eine große Korrektur im Rahmen der Welle 4 folgen wird (roter Pfeil).

DAX - langfristige Elliott-Wellen-Analyse

Diese hätte sogar ein Abwärtspotential bis auf rund 7.600 Punkte, wobei wir aber davon ausgehen, dass maximal die ehemaligen Allzeithochs bei 8.151,57 bzw. 8.136,16 Punkten getestet werden.

S&P500

Der S&P500 klebt weiterhin an der oberen Aufwärtslinie des bereits seit Oktober 2011 (!) gültigen Trends fest. Inzwischen zeichnet sich aber ab, dass hier massiver Gegenwind von Seiten der Bären weht (roter Kreis im folgenden Chart).

S&P500 - Chartanalyse

Ein Kursrutsch auf die grüne Aufwärtstrendlinie bei ca. 1.900 Punkten ist hier locker drin. Entsprechend bleiben wir aufgrund des inzwischen klar ersichtlichen charttechnischen Widerstands und angesichts der Reife der Aufwärtsbewegung skeptisch. Hier ist das Aufwärtspotential begrenzt, während gleichzeitig eine Menge Abwärtspotential vorhanden ist.

Gold

Derweil läuft bei den Edelmetallen weiterhin alles rund. Der Goldpreis konnte sich in dieser Woche auf seinem erreichten Niveau oberhalb von 1.300 US-Dollar stabilisieren, womit die Chancen auf anschließend weiter steigende Kurse hoch stehen.

Gold - Chartanalyse

Insbesondere dürfte die nächste Aufwärtswelle starten, wenn das Hoch vom 14. April bei 1.331,15 US-Dollar überschritten werden kann. Ein Kursziel von 1.392,08 US-Dollar wäre dann denkbar.

Dieser Anstieg könnte im Rahmen einer Elliott-Welle 5 entstehen (siehe folgender Chart). Denn bislang kann man den möglicherweise 5-gliedrigen Aufwärtsimpuls bereits von den Wellen 1 bis 4 abzählen, womit die letzte Aufwärtswelle 5 gemäß dem Grundmuster der Elliott-Wellen-Regeln noch aussteht.

Gold - Elliott-Wellen-Analyse

Bereits vor einer Woche berichteten wir, dass die einst im kurzfristigen Chartbild eingetrübte Situation vollständig aufgeholt und damit neutralisiert wurde. Und vor zwei Wochen war hier zu lesen: „Und wenn nun Kurse von über 1.310 US-Dollar markiert werden können und dann sogar das Hoch der Welle B überschritten wird, bestehen gute Chancen für noch deutlich höhere Notierungen.“ Die erste Voraussetzung wurde mit Kursen oberhalb von 1.310 US-Dollar erfüllt, das Überwinden des Hochs der Welle B steht noch aus.

Öl

Während der Preis der Ölsorte WTI seit zwei Wochen seitwärts tendiert (blau im folgenden Chart), gab es bei der Sorte Brent (schwarz) einen Preisanstieg, der in dieser Woche aber wieder verkauft wurde.

Öl - Vergleich WTI und Brent

Der Grund für den kurzzeitigen Anstieg war der drohende Kampf um Bagdad. Islamische Extremisten drangen im Irak gewaltsam nach Süden vor. Die USA drohte deshalb mit Luftangriffen. Es wurden Förderausfälle befürchtet und diese vorrübergehend in den Ölpreis der Sorte Brent eingepreist. Noch ist keine Entwarnung gegeben, doch der Ölpreis fand auf sein Ausgangsniveau zurück, weil sich die Furcht vor einem geringeren Ölangebot bislang nicht bewahrheitete.

Charttechnisch betrachtet klebt der Preis der Öl-Sorte WTI unterhalb einer Widerstandslinie (rot im folgenden Chart) und der oberen Begrenzung einer mehrjährigen Seitwärtsrange (hellblauer Bereich) fest.

WTI-Öl - Chartanalyse

Wir erwarten, dass es bald wieder in Richtung der Unterstützungen im Bereich von 90 US-Dollar geht. Denn fundamental gibt es gute Gründe für längerfristig fallende Ölpreise. Dies sollte sich im Ölpreis widerspiegeln, wenn sich im Irak keine Eskalation und im Ukraine-Konflikt endlich eine Lösung abzeichnet.

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 27: Handelswoche vom 30.06. bis 04.07.2014)

Sie können die „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Montag, 30.06.2014

  • 09:30 - DE Dienstleistungsindex Juni
  • 09:30 - DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Juni
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Eurozone Juni
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Eurozone Juni
  • 14:30 - US Chicago Fed National Activity Index Mai
  • 16:00 - US Verkäufe bestehender Häuser Mai

Dienstag, 01.07.2014

  • 10:00 - DE ifo Geschäftsklimaindex Juni
  • 15:00 - US Case Shiller Composite-20 Hauspreisindex April
  • 16:00 - US FHFA Hauspreisindex April
  • 16:00 - US Verbrauchervertrauen Juni
  • 16:00 - US Verkäufe neuer Häuser Mai

Mittwoch, 02.07.2014

  • 14:30 - US BIP 1. Quartal
  • 14:30 - US Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter Mai

Donnerstag, 03.07.2014

  • 14:30 - US Persönliche Einkommen Mai
  • 14:30 - US Persönliche Auslagen Mai
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

Freitag, 04.07.2014

  • 08:00 - DE Außenhandelspreise Mai
  • 11:00 - EU Geschäfts- u. Verbraucherstimmung Juni
  • 11:00 - EU Geschäftsklimaindex Eurozone Juni
  • 15:55 - US Verbraucherstimmung Uni Michigan Juni

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