Platzt morgen die Geld-Bombe? +++ C.A.T. oil: 40% Kursgewinn

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Konjunktur-Radar - Entwicklung der Geldmengen und der Kreditvergabe gefährdet Wirtschaftswachstum
  2. Geldpolitik - Die möglichen Maßnahmen der EZB
  3. Charttechnik - Die Märkte ziehen sich vor der EZB-Sitzung leicht zurück
  4. Aktienanalyse - C.A.T. oil: Nach starkem Kursanstieg begrenztes (Rest-)Potential

 

›› Konjunktur-Radar
- Entwicklung der Geldmengen und der Kreditvergabe gefährdet Wirtschaftswachstum
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdas statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, hat heute in einer zweiten Schätzung das Wirtschaftswachstum des 1. Quartals 2014 bestätigt.
Wie wir bereits am 18. Mai über die erste Schätzung von Eurostat berichteten, stieg das saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach gegenüber dem Vorquartal im Euroraum um 0,2% und in der EU um 0,3%, womit das Wirtschaftswachstum weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

Erzeugerpreise erneut gesunken

Zeitgleich wurde heute die Entwicklung der Erzeugerpreise für April 2014 veröffentlicht. Gegenüber März 2014 sanken die Preise sowohl im Euroraum als auch in der EU um 0,1%, nachdem sie bereits im Vormonat einen Rückgang um 0,2% (Euroraum) bzw. 0,3% (EU) aufwiesen. Gegenüber dem Vorjahresmonat April 2013 fielen die Preise auf Ebene der Produzenten im Euroraum sogar um 1,2% und in der EU um 1,1% zurück.

Entwicklung der Erzeugerpreise im Euroraum und der EU
(Quelle: Eurostat)

Insbesondere wirkte sich der Rückgang der Preise im Energiesektor auf die Gesamtrate aus. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Preise für Energie um 0,7% im Euroraum und 0,5% in der EU, auf Jahressicht in beiden Regionen sogar um 3,3%. Ohne den Energiesektor stiegen die Erzeugerpreise in beiden Gebieten zum Vormonat um 0,1%.

Inflation sinkt von 0,7% auf nur noch 0,5% im Mai

Auch die Verbraucherpreise überraschten auf der Unterseite. Wie Eurostat bereits gestern mitteilte, ging die Jahresrate der Konsumentenpreise (HVPI) im Mai von 0,7% auf 0,5% zurück. Das ist – wie schon im März – der niedrigste Stand seit Oktober 2009.

Auch bei diesen Daten schwächelte insbesondere der Bereich der Energiepreise (0,0% gegenüber -1,2% im April), neben Industriegütern (0,0% gegenüber 0,1% im April).

Entwicklung der Verbraucherpreise im Euroraum und der EU
(Quelle: Eurostat)

Im Hinblick auf den wichtigen EZB-Zinsentscheid am morgigen Donnerstag (05. Juni, 13:45 Uhr) und die anschließende Pressekonferenz (14:30 Uhr) werden diese Preisdaten als extrem wichtig angesehen und als Hinweis darauf eingestuft, dass die EZB die an dieser Stelle mehrfach skizzierten möglichen geldpolitischen Maßnahmen (Zinssenkung, Liquiditätsbereitstellung, Assetkäufe, etc.) als großes Gesamtpaket beschließen wird. Doch ganz so eindeutig, wie dies in vielen Expertenaugen bereits erscheint, ist die Sache nicht.

Arbeitslosenquoten überraschend gesunken

So präsentierten sich die Arbeitslosenquoten in Europa im April überraschend positiv. Wie Eurostat gestern berichtete, lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Euroraum bei 11,7%, ein Rückgang gegenüber 11,8% im März 2014, und in der EU bei 10,4%, was ebenfalls ein Rückgang gegenüber 10,5% im März war.

Arbeitslosenquote im Euroraum und der EU
(Quelle: Eurostat)

Selbst in Griechenland und Spanien sinkt die Arbeitslosigkeit inzwischen deutlich. Berichteten wir am 12. Februar noch über Quoten von 27,8% bzw. 25,8%, so liegen die Raten inzwischen bei „nur noch“ 26,5% bzw. 25,1%.

Arbeitslosenquoten im Euroraum und der EU
(Quelle: Eurostat)

Frühindikatoren lassen weitere Erholung der Wirtschaft in der EU erwarten

Zudem lassen die Frühindikatoren eine weitere Erholung der Wirtschaft in der EU erwarten. So wurde am Montag der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone für Mai mit einem Wert von 52,2 angegeben. Im Vormonat hatte der Index bei 52,5 notiert. Und heute wurde der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich für Mai mit einem Punktestand von 53,5 durch die zweite Veröffentlichung bestätigt. Im Vormonat hatte der Dienstleistungsindex bei 53,1 gestanden.
Werte oberhalb von 50 Punkten deuten bei diesen beiden Indikatoren auf ein Wirtschaftswachstum innerhalb der nächsten 6 Monate hin.

Auch der Gesamtindex der Geschäfts- u. Verbraucherstimmung notiert im Mai leicht höher, für die Euro-Zone bei 102,7 nach zuvor 102,0, für alle EU Mitgliedsstaaten bei 106,5 nach zuvor 106,3.
Ebenfalls einen Anstieg verzeichnet der Geschäftsklimaindex für die Eurozone, der im Mai bei 0,37 notiert, nachdem er im Vormonat bei 0,28 gelegen hat.

Konsum zieht an

Inzwischen nimmt auch die Konsumfreude deutlich zu. Im März 2014 stieg das saisonbereinigte Absatzvolumen des Einzelhandels gegenüber Februar 2014 sowohl im Euroraum als auch in der EU um 0,3%. Bereits im Februar gab es hier einen Anstieg zum Vormonat um 0,1% bzw. 0,3%.

Einzelhandel im Euroraum und der EU
(Quelle: Eurostat)

Es ist also keineswegs so, dass die Wirtschaft neue EZB-Maßnahmen zwingend benötigt. Sie wächst - wenn auch nur langsam.
Nicht das fehlende Wachstum, sondern, wenn überhaupt, das fehlende Tempo der Erholung gefällt der EZB nicht.

Entwicklung von Geldmenge und Kreditvergabe gefährdet Wirtschaftswachstum

Aber eigentlich ist gar nicht die Erholung der Wirtschaft das Problem. Vielmehr beschäftigen die sinkenden Inflationsraten, die moderate Geldmengenausweitung sowie die mangelnde Kreditvergabe die Währungshüter, weil diese Entwicklungen die Wirtschaftserholung gefährden.

So sank die Jahreswachstumsrate der weit gefassten Geldmenge M3 im April 2014 auf nur noch 0,8%, nach 1,0% im März und 1,3% im Februar. Dadurch reduzierte sich der Dreimonatsdurchschnitt der Jahresänderungsraten von M3 im Zeitraum von Februar bis April 2014 auf 1,0%, verglichen mit 1,1% in der Zeit von Januar bis März 2014. Eine ähnliche Tendenz lässt sich in dem Geldmengenaggregat M1 ablesen.

Derweil ist die Kreditvergabe im privaten Sektor gleichzeitig (im April) gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,8% gesunken, nach einem 2,2%-Abfall im März. Das Dreimonatsmittel liegt bei -2,0%.

EZB wird möglichst zielgerichtete Maßnahmen beschließen

Entsprechend stellt sich sicherlich nicht die Frage, ob die EZB morgen neue Maßnahmen beschließt. Dies gilt nämlich bereits als sicher. Fraglich ist stattdessen, welche der von den Marktteilnehmern erwarteten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Wir gehen davon aus, dass neben einer Senkung der Leitzinsen nur die Mittel eingesetzt werden, die zielgerichtet die oben genannten Probleme (Geldmenge, Kreditvergabe) angehen. – Und dies könnte den Börsen zu wenig sein.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Geldpolitik
- Die möglichen Maßnahmen der EZB
von Sven Weisenhaus

Wie oben im „Konjunktur-Radar“ beschrieben, stehen bei der morgen erwarteten EZB-Entscheidungen folgende Problemfelder im Fokus:

  • Neben der schwächelnden Kreditvergabe
  • und einem zu moderaten Geldmengenwachstum
  • fürchtet die EZB Deflationsgefahren bzw. eine längere Phase zu niedriger Inflationsraten.
  • Daneben ist ihr der hohe Euro-Wechselkurs in der Vergangenheit ein Dorn im Auge gewesen.

EZB hat ein Bündel an Maßnahmen angekündigt

Die Statements verschiedener EZB-Ratsmitglieder in den letzten Wochen lassen darauf schließen, dass es nicht bei der alleinigen Reduzierung des Hauptrefinanzierungssatzes bleibt. Vielmehr ist zur Lösung der Probleme ein Bündel an Maßnahmen in der Pipeline, wovon einige morgen umgesetzt werden dürften.

Zinssenkung und negativer Einlagesatz

Neben einer Senkung des Leitzinses von 0,25% auf 0,15% oder 0,10% gilt eine Reduzierung des Einlagesatzes in den Negativbereich bereits als in den Börsenkursen eingepreist. Dies soll die Kredit- und Refinanzierungskosten weiter senken und damit die Investitionsbereitschaft beleben. Ein negativer Einlagensatz soll Banken dazu anregen, überschüssige Liquidität nicht an die Zentralbank zurückzugeben, sondern diese in Form von Krediten an private Haushalte und Unternehmen weiterzureichen.

Die Wirksamkeit eines negativen Einlagenzinses ist allerdings äußerst fraglich. Denn keine große Zentralbank hat Erfahrungen, inwieweit dadurch das Verhalten der Banken beeinflusst wird. So könnte es sogar den ungewünschten Effekt haben, dass die Banken weniger statt mehr Liquidität nachfragen. Fraglich ist auch, ob der Interbankenmarkt wieder aktiviert wird. Und offen ist, ob die Banken tatsächlich mehr Kredite vergeben.

Zweckgebundene Liquiditätsspritzen

Als zweite große Maßnahme wird eine neue Liquiditätsoperation diskutiert. Bereits vor zweieinhalb Jahren hatte EZB-Chef Mario Draghi den Banken Langfristkredite (LTRO) mit drei Jahren Laufzeit gewährt – die sogenannte „Dicke Bertha“.

Damals liehen sich die Banken brutto rund eine Billion Euro. Den Großteil dieser Kredite haben die Banken inzwischen zurückgezahlt. In fünf bis sieben Monaten laufen sie aus. Daher denkt die EZB nun über den erneuten Einsatz einer „Dicken Bertha“ nach.

Da viele Banken gerade in Südeuropa das Geld allerdings vermehrt für Käufe von Staatsanleihen und nicht für Kredite an Unternehmen genutzt haben, könnte die EZB nun die neuen Langfristkredite zweckgebunden vergeben. So könnten sie mit der Auflage an die Banken verknüpft werden, diese Kredite an die Realwirtschaft weiterzugeben.

Alternativ oder zusätzlich könnte beschlossen werden, die Laufzeit der bisherigen Tendergeschäfte zu verlängern.

Anleihenkäufe als „Quantitative Lockerung“

Vor einigen Wochen wurde im EZB-Rat erstmals eine mögliche „Quantitative Lockerung“ durch einen massenhaften Anleihenkauf diskutierte. Angeblich gab es Modellrechnungen mit bis zu einer Billion Euro Volumen. Die Umsetzung dieser Maßnahme gilt derzeit jedoch als unwahrscheinlich, weil dies nicht vom Mandat der EZB gedeckt sein könnte (wir berichteten hierüber bereits am 7. Mai).

Angesichts der schon jetzt sehr niedrigen Anleihezinsen, selbst in den (ehemaligen) Krisenstaaten Europas, ist eine solche Geldflut für den Markt aber inzwischen auch kaum noch zu rechtfertigen.

Das Euro-Wechselkurs-Problem wurde bereits verbal gelöst

Ähnlich wie die Zinsen der Staatsanleihen hat sich inzwischen auch das Wechselkurs-Problem des Euro erledigt. Denn zum US-Dollar hat die Gemeinschaftswährung bereits seit der vorangegangenen Pressekonferenz Draghis im Mai von 1,40 auf 1,36 US-Dollar abgegeben.

Maßnahmen hängen von aktualisierter Wachstums- und Inflationsprognose ab

Letztlich wird die Entscheidung der EZB über die Maßnahmen von ihrer eigenen aktualisierten Wachstums- und Inflationsprognose abhängen, die morgen veröffentlicht wird, aber der EZB jetzt natürlich bereits bekannt ist.

Bisher sagen die EZB-Volkswirte für dieses Jahr eine Inflationsrate von 1% für die Währungsunion voraus. Diese Projektion dürfte wohl angesichts der aktuellen Mai-Daten auf 0,8% gesenkt werden. Spannender wird, wie stark die EZB ihre Prognose für 2016 senkt. Bislang erwartet sie, dass sich die Inflation bis Ende 2016 dem Zielwert von knapp unter 2% nähert.

Erwartung des Geldanlage-Briefs

Für uns sind Zinssenkungen und konditionierte Langfristkredite die wahrscheinlichsten Instrumente. Daneben könnten wir uns kleinere Maßnahmen vorstellen, die bislang vom Markt in dieser Form gar nicht erwartet wurden. – Letztlich glauben wir, dass die EZB unter den Markterwartungen bleiben wird. Aber in dieser Prognose ist viel Spekulation. Morgen um 13:45 Uhr wissen wir mehr…


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Charttechnik
- Die Märkte ziehen sich vor der EZB-Sitzung leicht zurück
von Sven Weisenhaus

Auch die Märkte scheinen inzwischen nicht mehr so recht zu glauben, dass die EZB alle Erwartungen an geldpolitische Maßnahmen erfüllen wird. Der DAX kam von fast 10.000 Punkten zwischenzeitig mehr als 100 Punkte zurück (siehe roter Kreis im folgenden Chart), …

DAX - Chartanalyse

… der Euro hat sich in den vergangenen Tagen von unter 1,36 auf zeitweise über 1,365 US-Dollar erholt und sich anschließend in dieser Handelsspanne stabilisiert…

EUR/USD - Chartanalyse

… und, was uns besonders freut, der Juni-Kontrakt des Bund Future ist von seinem Hoch bei 147,12 auf unter 146 Punkte gesunken.

Bund Future - Short-Trade

Vielleicht erinnern Sie sich: Noch am 25. Mai wiesen wir zum wiederholten Male darauf hin, dass es sich im Bund Future um die „letzte Übertreibungsphase im Aufwärtstrend“ gehandelt haben könnte und man daher mit „Short-Trading am Ball“ bleiben sollte.

Für unsere Leser des „Geldanlage Premium Depot“ hatten wir daher am 28. Mai eine neue Short-Position auf den Bund Future gekauft (siehe Chart) und eine Prognose mit Kursziel von unter 146 Punkte abgegeben (siehe grüner Pfeil im Chart). Tatsächlich hielt sich der Bund Future recht genau an diese Erwartung und so liegt der Short-Trade bereits heute mit knapp 18% im Plus – nach nur 6 Handelstagen.

Warten Sie die ersten Reaktionen ab!

Natürlich werden die weiteren Kursbewegungen in diesen Märkten nun von der Entscheidung der EZB abhängen. Im Zeitraum von 13:45 bis 15:00 Uhr wird es dabei sicherlich zu sehr heftigen Kursschwankungen kommen. Hier sollten Sie sich möglichst raushalten.

Anschließend wird der Markt sich für eine Richtung entscheiden. Diese Richtung ist vom Maßnahmenpaket der EZB abhängig und dürfte dann einige Tage anhalten. Entweder der Markt feiert die zusätzliche Liquidität oder er zeigt sich enttäuscht, wenn die EZB zu wenig beschließt. In jedem Fall könnte man dann kurzzeitig auf den fahrenden Zug aufspringen, weil die Kursrichtung dann einige Tage anhalten könnte.
(Natürlich wäre aber auch eine Seitwärtsphase denkbar, wenn die EZB nur die Erwartungen des Marktes erfüllt.)


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Aktienanalyse
- C.A.T. oil: Nach starkem Kursanstieg begrenztes (Rest-)Potential
von Sven Weisenhaus

Am 23. April hatten wir die C.A.T. oil-Aktie hier im „Geldanlage-Brief“ ausführlich unter die Lupe genommen. Bereits der Titel der Analyse („C.A.T. oil überzeugt auf ganzer Linie“) verriet, dass wir voll des Lobes sein würden. Unser Fazit lautete am Ende der Analyse dann auch kurz und knapp: „Was soll man vor dem Hintergrund der vorangegangenen Zahlen, Daten und Fakten noch groß sagen?! Die Aktie (WKN A0JKWU) kann und sollte man sich ohne größere Bedenken ins Depot holen.

Gewinne von über 40% waren möglich

Für die Leser unseres Börsendienstes „Geldanlage Premium Depot“ hatten wir die Aktie bereits eine Woche zuvor, am 14. April, ins Depot geholt und kamen damit zu gerade einmal 13,50 Euro zum Zuge. Angesichts des anschließenden Kursanstiegs auf über 19 Euro hat sich diese Investition deutlich gelohnt:
Am 26. Mai verkauften wir die Hälfte der Position und erzielten einen Gewinn von 41,48% innerhalb von nur knapp einem Monat, gestern wurden wir ausgestoppt und konnten bei der restlichen Position noch einen Gewinn von exakt 40,00% einstreichen (siehe folgender Chart).

C.A.T. oil - Gewinne erzielt

Am 27. Mai hat das Unternehmen aktuelle Geschäftszahlen zum 1. Quartal 2014 veröffentlicht. Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Aktie auch weiterhin eine Investition wert ist.

Abwertung des russischen Rubels belastet aktuelle Geschäftszahlen

Der russische Rubel, in dem der Großteil der Verträge fakturiert wird, zeigte sich im Verlauf der ersten drei Monate des Jahres anhaltend schwach und schlug sich entsprechend auch im Geschäftsergebnis in Euro nieder. Zudem führten extrem niedrige Temperaturen in Westsibirien im Januar und Februar zu einer ungewöhnlich hohen Zahl an Ausfalltagen.
Trotz Abwertung des Rubels um 18,9% gegenüber dem Euro ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal (Q1 2013: EUR 98,9 Millionen) aber nur um 8,3% auf EUR 90,7 Millionen zurück. Gemessen in Rubel erhöhte sich der Umsatz um 9,4%.

Etwas stärker schlugen sich die oben genannten Entwicklungen auf das Ergebnis nieder. Das EBITDA sank um 13,1% auf EUR 20,9 Millionen (Q1 2013: EUR 24,0 Millionen). Die EBITDA-Marge verringerte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 23,0%.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) nahm um 16,1% auf EUR 9,7 Millionen ab (Q1 2013: EUR 11,5 Millionen). Damit ergab sich eine EBIT-Marge von 10,7% (Q1 2013: 11,7%).

Das Nettoergebnis von C.A.T. oil stieg allerdings um 32,1% auf EUR 9,5 Millionen an (Q1 2013: EUR 7,2 Millionen). Möglich war dies aufgrund eines positiven Nettofinanzergebnisses sowie eines deutlichen Rückgangs des Ertragssteueraufwands.
Das Ergebnis je Aktie (in Euro) betrug 0,194 gegenüber 0,147 im Q1 2013.

Positiver Ausblick dennoch bestätigt

Die C.A.T. oil AG setzte ihren Wachstumskurs im ersten Quartal des Jahres fort und baute sein operatives Geschäft weiter aus. Trotz eines 2,5-fachen Anstiegs der witterungsbedingten Ausfallzeiten erhöhte das Unternehmen die Anzahl durchgeführter Projekte um 4,3% auf 909 (Q1 2013: 872). Die Realisierung des Investitionsprogramms in Höhe von EUR 390 Millionen für 2014 bis 2016 läuft nach Plan.

Das Auftragsbuch des Unternehmens ist für die Jahre 2014 bis 2016 mit EUR 780 Millionen (Stand 27. Mai 2014) gut gefüllt. Für 2014 liegt das Auftragsbuch bei EUR 423 Millionen (28. Mai 2013: EUR 400 Millionen für 2013).

Daher bestätigte C.A.T. oil trotz der vom Rubel belasteten Geschäftszahlen den positiven Ausblick für 2014. Unverändert wird ein Umsatz von EUR 420 bis 450 Millionen und ein EBITDA von EUR 113 bis 121 Millionen erwartet.

Gewinnwarnung möglich

Diese Annahmen basierend allerdings auf einem Rubel-Euro-Wechselkurs von 48. Zuletzt lag der Wechselkurs bei 46,77 EUR/RUB.

EUR/RUB - Abwertung

Die Prognosen des Unternehmens sind vorsichtig geschätzt. Daher könnte der Gewinn deutlich stärker ausfallen. Andererseits wäre eine Gewinnwarnung im Laufe des Jahres möglich, wenn der Wechselkurs erneut über dem Planwert (48) notiert.

Solide Bilanz trotz hoher Investitionstätigkeit

Zum 31. März 2014 verfügte die Gruppe über liquide Mittel von EUR 31,9 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang um 25,1% (31. Dezember 2013: EUR 42,6 Millionen), der aber bedingt ist durch die hohen Investitionen des Unternehmens.
Alleine in 2014 will das Unternehmen EUR 135 Millionen in den Ausbau der Kapazitäten von Drilling um 67%, Sidetracking um 18% und Fracking um 7% investieren. Im 1. Quartal 2014 erhöhten sich die Investitionsaufwendungen um 18,9% auf EUR 17,5 Millionen (Q1 2013: EUR 14,7 Millionen). Entsprechend lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei EUR -17,3 Millionen (Q1 2013: EUR -14,0 Millionen).

Ende März 2014 lag C.A.T. oils Nettoliquidität bei EUR 10,3 Millionen im Vergleich zu EUR 24,6 Millionen am 31. Dezember 2013. Die Eigenkapitalquote blieb dagegen unverändert stabil und belief sich am 31. März 2014 auf 70,1% gegenüber 71,4% Ende 2013.

Bewertung

Bei 48,9 Mio. Aktien (Stand: 22.01.14) bringt das Unternehmen bei einem Aktienkurs von 19 Euro eine Marktkapitalisierung von 929,1 Mio. Euro auf die Waage.

Bei geplanten Umsätzen von EUR 420 bis 450 Millionen errechnet sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von über 2, was angesichts nur leicht steigender Umsätze bzw. im 1. Quartal 2014 sogar leicht gesunkener Umsätze in Euro als ambitioniert bewertet gilt.

Da wohl auch bei den geplanten EBIT-Zahlen kein starkes Gewinnwachstum erwartet wird, erscheint bei einem angenommen unveränderten Gewinn je Aktie von etwas mehr als 1 Euro das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von ca. 19 ebenfalls als nicht mehr günstig bewertet.

Selbst wenn der Gewinn je Aktie (EPS) im Gesamtjahr 2014 um 30% steigen sollte, wie es im ersten Quartal gelungen ist, würde sich immer noch ein KGV von 14,6 errechnen. Ein derart hohes Wachstum ist aber nicht zu erwarten wegen der Rubel-Schwäche, die noch anhalten dürfte.

Fazit

Der Ausbruch über den Widerstand bei 16,325 Euro erfolgte sehr dynamisch, was ein absolut bullisches Signal war. Doch mit über 19 Euro ist die Aktie nicht mehr ganz so günstig bewertet. Insofern haben wir zwar charttechnisch weiteres Potential, fundamental ist dieses aber begrenzt.

Sollte die Schwäche des Rubels anhalten, müsste man hier mit einer Gewinnwarnung rechnen. Dies könnte die Aktie angesichts des aktuell erreichten Bewertungsniveaus deutlich zurückwerfen.

Über C.A.T. oil AG

Die C.A.T. oil AG (ISIN: AT0000A00Y78) ist nach eigenen Angaben, einer der führenden Anbieter von Öl- und Gasfelddienstleistungen in Russland und Kasachstan. C.A.T. oil bietet eine breite Palette an hochwertigen Dienstleistungen an, mit denen Öl- und Gasproduzenten die Lebensdauer ihrer Quellen verlängern bzw. unerschlossene Öl- und Gasquellen zugänglich machen können.

C.A.T. oil hat den Unternehmenssitz in Wien und beschäftigte im ersten Quartal 2014 durchschnittlich 2.837 Mitarbeiter, den größten Teil davon in Russland und Kasachstan.
Zu den Kunden von C.A.T. oil zählen führende Öl- und Gasproduzenten wie Rosneft, Lukoil, Gazprom Neft, Tomskneft VNK, Slavneft, Russneft und KazMunaiGaz.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1991 in Celle. Der Börsengang erfolgte im Jahr 2006. Die Aktien des Unternehmens sind an der Frankfurter Wertpapierbörse im SDAX gelistet.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Das "Geldanlage Premium Depot"
- C.A.T. oil beschert dicke Gewinne

Am Montag dieser Woche konnten wir unseren Lesern erneut einen dicken Gewinn bescheren. Die Aktie von C.A.T. oil, die wir am 14. April aufgenommen hatten, war innerhalb von knapp einem Monat um über 40% angestiegen. Diese Gewinne haben wir mitgenommen.
Bezogen auf den Investitionszeitraum von nur etwas mehr als einem Monat errechnet sich sogar eine Rendite p. a. von weit über 1000%.

Seit dem 15. November 2013 haben unsere Abonnenten des "Geldanlage Premium Depot" die Möglichkeit, unsere Trades 1:1 nachzubilden. Dadurch konnten die Leser bereits 22 Trades durchführen, von denen 20 im Gewinn und nur zwei im Verlust endeten. Letztlich haben die Abonnenten dadurch
• eine durchschnittliche Rendite pro Trade von über 9,60% erzielt,
• bei einer durchschnittlichen Laufzeit der Trades von 47 Tagen.
• Dies entspricht einer durchschnittliche Rendite pro Trade von fast 200% p. a.!

abgeschlossene Trades

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