Mario Draghi befeuert und warnt die Märkte zeitgleich +++ Wandelanleihen vereinen fixe Renditen mit Kurschancen

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse – Mario Draghi befeuert und warnt die Märkte zeitgleich
  2. Fonds-Report - Wandelanleihen vereinen fixe Renditen mit Kurschancen

 

›› Marktanalyse
- Mario Draghi befeuert und warnt die Märkte zeitgleich
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-BriefMario Draghi hat in einem Interview mit einer niederländischen Zeitung durchblicken lassen, dass die Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) aus heutiger Sicht noch für mindestens weitere zweieinhalb Jahre niedrig bleiben werden. Bis Ende 2016 erhalten die Banken demnach Zugang zu unbegrenzter Liquidität der EZB. Das Programm zur Stützung der Bankenkredite an Unternehmen soll sogar vier Jahre dauern.

EZB sieht konjunkturelle, preisliche und geopolitische Risiken

Die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone sei derzeit „immer noch schwach und ungleichmäßig“, sagte Draghi in dem Interview. Als weitere Begründung fügte er hinzu: „Der Schuldenabbau, der in großen Teilen des Euroraums von großer Bedeutung ist, wird durch niedrige Inflation erschwert.“ Und: „In der Weltwirtschaft können unvorhergesehene Ereignisse eintreten, die die Lage rasch ändern können.”

Eine quantitative Lockerung wird immer wahrscheinlicher

Sollte sich der Inflationsausblick weiter abschwächen, wäre die Umsetzung des in der vergangenen Pressekonferenz bereits angekündigten massenhaften Ankaufprogramms für Wertpapierkäufe möglich, sagte der Zentralbank-Präsident. Eine quantitative Lockerung müsse nicht zwingend nur Staatsanleihen, sondern könne auch Kredite des privaten Sektors umfassen.

Letzteres betonte Draghi vermutlich, weil ein breiter Ankauf von Staatsanleihen einerseits einer verbotenen Staatsfinanzierung gleichkäme und damit gegen geltendes Recht verstoßen könnte, und andererseits die Zinsen für die Krisenländer ohnehin schon sehr niedrig sind und daher die Wirkung zweifelhaft wäre (wir berichteten bereits ausführlich).

Neuer Treibstoff für die Märkte

Soweit so gut. Angesichts der potentiellen Gefahren für die Wirtschaft und die Preisstabilität betonte Draghi noch einmal, die stützenden Maßnahmen für einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten und weitere zu beschließen, wenn nötig. Dies war aus einem ersten Blickwinkel neuer Treibstoff für die eingeschlagenen Trends der diversen Märkte (Aktien, Devisen, Rohstoffe, Anleihen).

In den Worten Draghis stecken auch warnende Töne

Doch aus einem anderen Blickwinkel betrachtet steckten in den Worten auch warnende Töne. So ist die Entwicklungen in Europa offensichtlich nicht zufriedenstellend und die Erholung der Wirtschaft scheint derzeit auf sehr wackligen Beinen zu stehen.

Und angesichts der geopolitischen Krisen in der Ukraine und dem Irak ist derzeit erhöhte Wachsamkeit angesagt. Dies entnehmen wir zumindest dem Satz „In der Weltwirtschaft können unvorhergesehene Ereignisse eintreten, die die Lage rasch ändern können.”

Die Kurse können sich nicht ewig von der Realwirtschaft abkoppeln

Vor diesem Hintergrund haben die Aktienmärkte, insbesondere der DAX, der EuroStoxx50 und die US-Indizes Dow Jones und S&P500, Niveaus erreicht, bei denen eine deutliche Korrektur denkbar ist. Zwar kann die Fantasie weiterer geldpolitischer Lockerungen die Kurse noch weiter befeuern, sie können sich aber nicht ewig von der Entwicklung der Realwirtschaft abkoppeln, insbesondere dann nicht, wenn deren Erholungstendenzen durch geopolitische Ereignisse zu Fall gebracht werden.

Dem Euro droht der nächste Kursrutsch

Die EZB wird also den Leitzins bis Ende 2016 niedrig halten. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve wird nach Erwartung der Märkte dagegen schon im ersten Halbjahr 2015 beginnen, den Leitzins anzuheben. Für den EUR/USD-Wechselkurs dürfte dies bedeuten, dass der Euro Schwäche und der US-Dollar Stärke zeigen dürfte. Ein erneutes Erreichen der 1,40er Marke ist damit sehr unwahrscheinlich und Short-Positionen sind zu bevorzugen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis hier der nächste Kursrutsch erfolgt.

EUR/USD - Chartanalyse

Dieser würde übrigens einerseits den Export ankurbeln (gut für die Wirtschaft) und andererseits gleichzeitig die Importe teurer machen (und damit mehr Inflation ins Währungsgebiet holen). Ein weiterer Kursrutsch ist also von der EZB durchaus erwünscht.

Sparer werden enteignet, Kreditnehmer entschuldet

Interessant ist übrigens auch der oben zitierte Satz von Mario Draghi, dass der Schuldenabbau, der in großen Teilen des Euroraums von großer Bedeutung ist, durch niedrige Inflation erschwert wird.
Dass bedeutet nichts anderes, als dass die Inflation angeheizt werden soll, damit sich die europaweit (gemessen am Maastricht-Vertrag) überschuldeten Staaten über diesen Mechanismus von ihren Lasten befreien können.

Damit ist die Sache klar: Es besteht kaum ein Interesse daran, die Haushaltsdefizite über eine vernünftige Haushaltspolitik in Ordnung zu bringen. (Nicht umsonst fordert derzeit unter anderem Frankreich eine Aufweichung der Maastricht-Kriterien.) Stattdessen werden die (auch zukünftig) immer weiter steigenden Staatsschulden einfach weginflationiert. Warum auch nicht – hat ja auch in den vergangenen Jahrzehnten hervorragend funktioniert (Achtung: Sarkasmus)?!

Darunter leiden werden neben den nachfolgenden Generationen nur die Sparer, die bei niedrigen Zinsen und einer möglichst hohen Inflation durch die Entwertung des Geldes langsam aber sicher enteignet werden.

Der Geldanlage-Brief liefert Lösungen

Wie gut, dass Sie von uns immer wieder konkrete Lösungsvorschläge zum aktuellen Niedrigzinsproblem erhalten. Einen weiteren haben wir Ihnen auch heute wieder mitgebracht. Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie als defensiverer Anleger sowohl von festen Renditen als auch von Kurschancen profitieren können und dabei in den vergangenen Jahren im Schnitt 12 Prozent erzielen konnten.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Fonds-Report
- Wandelanleihen vereinen fixe Renditen mit Kurschancen
von Sven Weisenhaus

In einem Umfeld von niedrigen Zinsen und einem wohl bald wieder stärker schwankenden Aktienmarkt stellen sich viele Anleger die Frage nach höherverzinsten und doch relativ sicheren Anlageformen. Eine Antwort auf diese Frage könnten Wandelanleihen sein.

Bei Wandelanleihen (auch Wandelschuldverschreibung, Wandelobligation, engl. convertible bond) handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere, die dem Inhaber das Recht einräumen, die Anleihe in einer festgelegten Frist und einem vorher definierten Verhältnis in Aktien zu tauschen.

Wandlung von Schulden in Eigenkapital

Für den Emittenten, also in der Regel die begebende Aktiengesellschaft, sind Wandelanleihen eine intelligente Form, einen Kredit (Schulden) in Eigenkapital umzuwandeln. Hat die Wandlung der Anleihe in Aktien stattgefunden, muss der Emittent keine Zinszahlungen mehr leisten und das Kapital, das er sich durch die Ausgabe der Wandelanleihe beschafft hat, muss nicht mehr zurückgezahlt werden.

Vorteile für den Anleger

Die Vorteile für den Anleger liegen insbesondere in der Kombination von festen Erträgen durch den fixen Nominalzins bis zum Umtausch und der Dividende nach dem Umtausch in Aktien und der Möglichkeit, durch einen Kursanstieg in der zugrundeliegenden Aktie von einem entsprechenden Kursanstieg der Wandelanleihe zu profitieren. Kursverluste sind dagegen im Allgemeinen durch den Rückzahlungsanspruch zum Nennwert abgesichert, solange sich der Emittent keine Pflichtwandlung vorbehalten hat.

Nachteile für den Anleger

Bei Wandelanleihen kann es, durch gefallene Kurse in der zugrundeliegenden Aktie und die daraus resultierenden Differenz zwischen Kurs und rechnerischem Nennbetrag bei Ausgabe der Teilschuldverschreibung, zu Verlusten auf Seiten des Anlegers kommen.
Ein Umtausch macht für den Käufer einer Wandelanleihe also nur dann Sinn, wenn der Kurs der Aktie zum Zeitpunkt der Wandlung über dem sogenannten Wandlungspreis (Wandelparität) notiert.
Lohnt sich die Wandlung nicht, weil der Kurs niedriger als der Wandlungspreis liegt, erhält der Anleger die jährliche Verzinsung und am Ende der Laufzeit den Nennwert der Anleihe.

Ein weiterer Nachteil von Wandelanleihen kann die geringere Verzinsung im Vergleich zu klassischen Anleihen mit vergleichbarer Laufzeit und vergleichbarer Bonität des Emittenten sein. Doch im Vergleich zu sonstigen Anlagen wie Sparbüchern, Tagesgeld oder Festgeldkonten bietet diese Anlageform bei relativ hoher Sicherheit eine ordentliche Verzinsung an, weshalb dieser Nachteil zu relativieren ist.

Ein dagegen gewichtigerer Nachteil kann das Emittentenrisiko sein. Der Inhaber einer Wandelanleihe gehört einer niedrigeren Gläubigerklasse an. Im Falle eines Bankrotts wird er erst dann entschädigt, wenn Banken und andere Gläubiger mit gesicherten Forderungen ausbezahlt worden sind.

Wechselkurse machen die Sache noch komplizierter

Kompliziert wird es bei Cross-Currency-Bonds. Die Obligation wird in einer anderen Währung dominiert als die beziehbare Aktie. Bei dieser Variante der Wandelanleihen wird in den Wandlungsbedingungen nicht nur das Umwandlungsverhältnis von Anzahl der Aktien je Anleihe, der Wandlungspreis, sondern auch der Wechselkurs festgelegt.

Auf die richtige Auswahl kommt es an

Aufgrund der Vor- und Nachteile sowie der teilweise hohen Komplexität kommt es auch hier, wie sonst bei allen anderen Geldanlagen auch, auf die richtige Auswahl an. Diese Aufgabe kann man in die Hände von Experten geben, wenn man statt in einzelne Anleihen einfach auf einen entsprechenden Fonds setzt.

Mit dem „DWS Invest Convertibles“ auf ein Profiinvestment setzen

Der „DWS Invest Convertibles“ (WKN 727462) scheint bei Betrachtung der bisherigen Performance ein geeignetes Instrument sein, um in den Markt von Wandelanleihen breit gestreut einzusteigen. Mit diesem Fonds können Investoren entspannt auf ein Profifinanzinstrument setzen und damit Zinsvorteile nutzen, ohne auf die Chancen des Aktienmarkts zu verzichten.

Der DWS Invest Convertibles setzt zu mindestens 70 Prozent auf Wandelanleihen. Zu rund Dreiviertel setzt der Fonds derzeit auf Wandelanleihen von Konzernen mit einer hohen Marktkapitalisierung (Large Caps). Der Fonds legt weltweit in Wandelanleihen an. Um von dem charakteristischen Profil von Wandelanleihen profitieren zu können, werden Währungsrisiken systematisch abgesichert.

„DWS Invest Convertibles“ überzeugt mit hohen Renditen bei niedriger Volatilität

Mit dieser Strategie erzielte der Fonds in den vergangenen 12 Monaten eine Rendite von ordentlichen 12 Prozent.

Wertentwicklung 1 Jahr

Zwar konnte er damit die Kursentwicklungen von DAX oder EuroStoxx50 nicht schlagen, doch einerseits ließ er immerhin den US-Aktienindex Dow Jones hinter sich und andererseits erfolgte die beachtliche Rendite unter wesentlich geringerer Volatilität als am Aktienmarkt.

Heftige Aktien-Crashs verdaute der Fonds wesentlich besser

Dieser Vorteil für Anleger, die sicherheitsorientierter sind und daher eine direkte Investition in die Aktienmärkte scheuen, zeigt sich umso deutlicher, je weiter man den zeitlichen Anlagehorizont verlängert. Als die Aktienmärkte ab Juli 2011 einbrachen (siehe folgender Chart), ging dies an dem Fonds fast spurlos vorüber.

Wertentwicklung 3 Jahre

Die Linien in diesem Chart zeigen, dass der Kursanstieg des Fonds mit deutlich weniger Kursschwankungen auskam. Während die Aktienmärkte in diesem Zeitraum maximale Kursverluste von bis zu 30 Prozent hinnehmen mussten, kam der Fonds mit einer Volatilität von 5,88 Prozent und einem „maximum drawdown“ von -12,12 Prozent aus.

Dies belegt auch der folgende 10-Jahres-Chart, in dem der Fonds mit einer Rendite von 67,7 Prozent zwar den DAX an sich vorbeiziehen lassen musste, den Dow Jones und den EuroStoxx50 aber sogar schlagen konnte.

Wertentwicklung 10 Jahre

Für defensivere Anleger hervorragend geeignet

Die Besonderheit bei diesem Fonds besteht eindeutig darin, dass Bewegungen der zugrunde liegenden Aktien nach oben stärker nachvollzogen werden als nach unten. Wegen dieses Risiko- und Ertragsprofils können Wandelanleihen für Privatanleger mit entsprechendem Risikoprofil ein guter Einstieg in risikoreichere Anlagen sein, die aktuell besonders wichtig sind, um den Folgen der Finanzrepression zu begegnen. Entsprechend ist dieser Fonds für defensivere Anleger hervorragend geeignet.

Viele Anleger vertrauen diesem Fonds ihr Vermögen an

Aus diesem Grund sind dem DWS Invest Convertibles allein in den ersten beiden Monaten des Jahres 2014 mehr als 300 Millionen Euro zugeflossen. Das Fondsvolumen beträgt inzwischen mehr als 2,6 Milliarden Euro. Von Morningstar erhielt der Fonds 4 von 5 Sternen.

Renditen-Übersicht

Renditen des DWS Invest Convertibles (WKN 727462):
1 Jahr
: +13,59%
3 Jahre: +22,80%
5 Jahre: +52,81%
10 Jahre: 66,98%


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

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