Korrektur oder nur erneut eine Konsolidierung? +++ DAX, S&P500, Gold und Öl im Chart-Check

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse - Korrektur oder nur erneut eine Konsolidierung?
  2. Chart-Check - Chartanalysen zu DAX, S&P500, Gold und Öl
  3. Termine der kommenden Woche

 

›› Marktanalyse
- Korrektur oder nur erneut eine Konsolidierung?
von Sven Weisenhaus


Hinweis
: Das Team vom "Geldanlage-Brief" macht Sommerpause. Daher erscheint die nächste Ausgabe am 27. Juli 2014.


Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Brieferneut haben wir in dieser Woche klar korrektive Signale erhalten. Und wie gehabt ist der DAX deutlich stärker zurückgekommen als die US-Indizes. Daher stellt sich nun die Frage, ob wir es endlich mit einer ausgewachsenen Korrektur zu tun bekommen oder die Kurse doch wieder nur auf hohem Niveau leicht konsolidieren, um dann wieder in den USA auf ein neues Hoch zu steigen.

Gefahr von Fehlsignalen in Sommermonaten

Beantworten lässt sich die Frage zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht. Zumal wir vor einer Woche hier an dieser Stelle bereits schrieben, dass in den Sommermonaten die Gefahr von Fehlsignalen zunimmt, weil das Handelsvolumen in dieser Zeit traditionell gering ist und die Kursbewegungen entsprechend wenig repräsentativ sind, weil sie nur von wenigen Marktteilnehmern verursacht werden.

Angst vor Rückkehr der Eurokrise

Als Grund für die jüngsten Kursrückgänge wurde die wachsende Angst der Anleger vor einer Rückkehr der Eurokrise genannt. Am portugiesischen Aktienmarkt befanden sich die Kurse auf Talfahrt, wobei sich das Tempo der Abwärtsbewegung zuletzt noch beschleunigte. Innerhalb eines Monats ist der dortige Aktienmarkt, der PSI20-Index, von fast 7.500 auf knapp 6.100 um über 1.000 Punkte oder mehr als 18 Prozent eingebrochen.

Kurssturz bei portugiesischen Aktien

Gleichzeitig ging es mit den Renditen auf Staatsanleihen Portugals kräftig nach oben. Die Rendite von portugiesischen Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit ist in der Spitze auf 3,91 Prozent gestiegen und hat damit fast den höchsten Stand seit Mai erreicht. Zu Wochenbeginn notierten sie noch bei 3,58 Prozent.

Auch in Spanien und Italien zogen die Staatsanleihe-Renditen deutlich an, da die Sorge vor einer Ausbreitung der Krise besteht. So lag die Zehnjahresrendite Italiens in dieser Woche beispielsweise wieder bei fast 2,9 Prozent, nachdem es zu Monatsbeginn noch gut 2,70 Prozent waren. Die Zinsen Spaniens sind in der gleichen Zeit von 2,64 auf 2,76 Prozent gestiegen.

Die Eurokrise war noch nie weg!

Die Märkte haben also Angst vor einer Rückkehr der Krise? Dabei war die Eurokrise doch eigentlich nie weg! Denn die Ursache, die hohe Verschuldung der beteiligten Staaten, wurde bislang längst nicht ausreichend bekämpft. Es wurden lediglich die Symptome gelindert, indem man mithilfe der Geldpolitik die Kosten (Zinsen) für die weitere Schuldenaufnahme der Staaten künstlich niedrig gehalten hat.

Wir hatten aber unlängst über die irrsinnig niedrigen Renditen bei Anleihen von Griechenland, Spanien, Italien, Portugal etc. berichtet. Und zwar immer dann, wenn wir auch über die wahnwitzigen Kursentwicklungen in unserem heimischen Rentenindex Bund Future berichtet haben.

Unseren Lesern des „Geldanlage Premium Depot“ berichteten wir zum Beispiel am 6. Juni: „Zehnjährige italienische Titel warfen mit 2,837 Prozent so wenig ab wie noch nie seit Einführung des Euro. Auch die Renditen spanischer und irischer Papiere fielen mit 2,74 Prozent beziehungsweise 2,51 Prozent auf ein Rekordtief. Gesund ist das alles, angesichts der Risiken, die diese Länder nach wie vor beherbergen, nicht.“ Vor wenigen Wochen lagen Spaniens Renditen sogar unter jenen vergleichbarer US-Anleihen.

Wenn die Renditen der Staatsanleihen wieder steigen…

Die Angst der Märkte ist also durchaus berechtigt. Sollten die Renditen der Staatsanleihen in Europa weiter steigen, dann könnten wir ernsthafte Probleme bekommen. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen Großteil des geldpolitischen Pulvers längst verschossen. Wie exzessiv will sie denn noch in die Märkte eingreifen, wenn es nun nötig würde?!

Den Euro dürfte eine erneute Eskalation der Schuldenkrise hart treffen, womit unser „Geldanlage Premium Depot“ durch einen EUR/USD-Short deutlich profitieren würde. Und auch stärkere Kursverluste an den Aktienmärkten würden unserem Musterdepot zu Gute kommen. Insofern – es darf gerne ein „heißer“ (Börsen-)Sommer werden…


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Chart-Check
- Chartanalysen zu DAX, S&P500, Gold und Öl
von Sven Weisenhaus

DAX

Dem DAX ist es in dieser Woche mächtig an den Kragen gegangen – und zwar genauso wie wir es uns erhofft bzw. prognostiziert hatten (siehe Geldanlage-Brief vom vergangenen Sonntag und roter Pfeil im folgenden Chart). Denn die Seitwärtsbewegung im Mai könnte ein Abschlussmuster der Elliott-Welle 5 gewesen sein, so wie wir sie an besagtem Sonntag in den mittelfristigen DAX-Chart eingezeichnet hatten.

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

In der Analyse dazu hieß es, dass der DAX nur solange weiteres Aufwärtspotential hat, wie das Zwischentief bei 9.749 Punkten nicht unterschritten wird. Da der DAX jedoch am Donnerstag tiefere Kurse markiert hat, besteht nun Abwärtspotential bis auf unter 9.200 Punkte.

Unser „Geldanlage Premium Depot“ würde sich hierüber freuen, denn wir haben noch zwei Limit-Kauf-Orders auf den DAX im Markt, die ausgeführt werden, wenn der Index auf ca. 9.250 bzw. 9.000 Punkte fällt.

S&P500

Im S&P500 zeichnet sich langsam eine Topbildung ab. Mehrfach hat der Index versucht, seinen Aufwärtstrend zu verlassen, mehrfach ist er in den seit Oktober 2011 (!) gültigen und damit sehr reifen Aufwärtstrend zurückgefallen (siehe roter Kreis im folgenden Chart).

S&P500 - Chartanalyse

Ein Kursrutsch auf 1.900 Punkte und damit auf die (dicke, grüne) Aufwärtstrendlinie wäre nur eine kleine Gegenbewegung. Eine stärkere Korrektur könnte den Index sogar auf unter 1.800 Punkte drücken, ohne dass der seit Oktober 2011 gültige Aufwärtstrendkanal gebrochen würde.

Unverändert dürfte das Aufwärtspotential begrenzt bleiben, weil wir mit der runden Marke von 2.000 Punkten einen psychologisch sehr wichtigen Widerstand vor uns haben. Zeitgleich stehen der DAX bei 10.000, der Dow Jones bei 17.000 und der Nasdaq100 bei 4.000 Punkten. – Runde Marken und damit psychologisch sehr wichtige Widerstände soweit das Auge reicht.

Wir glauben entsprechend weiterhin an eine größere Korrektur und sind mit dem „Geldanlage Premium Depot“ und den darin enthaltenen Shorts auf den S&P500 sowie einem neuen Alpha-Trade dahingehend gut aufgestellt.

Gold

Der Goldpreis hält sich, genau wie der DAX, weiterhin an unser Elliott-Wellen-Szenario. Denn inzwischen läuft hier die Welle 5 der Aufwärtsbewegung (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart).

Gold - Elliott-Wellen-Analyse

Wir waren vor einer Woche optimistisch, dass die Marke von 1.330 US-Dollar geknackt wird und dann der Bereich von 1.350 bis 1.360 US-Dollar angesteuert wird. Das Hoch lag bislang bei 1.344,75 US-Dollar. Ein wenig Restpotential ist im Idealfall also noch vorhanden.

Anschließend könnte allerdings gemäß der Elliott-Wellen-Theorie eine ABC-Korrektur folgen, die den Goldpreis zurück auf 1.300 US-Dollar drücken dürfte. Im besten Fall folgt aber danach die nächste 5-gliedrige Aufwärtsbewegung, womit wir es lediglich mit einer zwischengeschalteten Konsolidierung zu tun hätten.

Für dieses optimistische Szenario spricht der saisonale Verlauf des Goldpreises, den wir bereits in der Ausgabe vor einer Woche ins Spiel gebracht hatten. Demnach kam es im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahr insbesondere ab Juli bis zum Jahresende zu steigenden Notierungen. Damit wäre sogar noch bis Jahresende ein Kursziel von 1.392,08 US-Dollar denkbar. Dort lag das Hoch der vorangegangenen Aufwärtsbewegung, die von Ende 2013 bis März 2014 lief.

Unser Gold-ETF im „Geldanlage Premium Depot“ hat jedenfalls am Mittwoch bereits unser ehemaliges Kursziel von 18 Euro überschritten. Dieses hatten wir in der Erwartung noch höherer Kurse unlängst auf 20 Euro angehoben. Dies erscheint vor dem beschriebenen bullishen Szenario auch sinnvoll, denn entsprechend bestünde auch bei unserem Gold-ETF (grün im Chart) noch Potential. Aktuell liegen wir hier mit deutlich über 23% im Gewinn (grüner Linie im Chart), während Gold (blau) nur knapp 10% seit Depotaufnahme (18.12.2013) zulegen konnte.

Gold - Trade

Die Outperformance des Gold-ETF zum Goldpreis dürfte langfristig noch größer werden.

Öl

Beim Öl rechnen die Marktteilnehmer mittelfristig mit fallenden Ölpreisen; so werden Terminkontrakte für Brent-Rohöl zur Lieferung im Dezember 2015 unterhalb des aktuellen Preises gehandelt. Derweil rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) am Ölmarkt in den nächsten fünf Jahren mit einer weiterhin ausgewogenen Entwicklung. Das Angebot soll stärker steigen als die Nachfrage. Laut IEA-Prognosen wird sich die Ölnachfrage jedes Jahr im Durchschnitt um 1,3 Millionen Barrel pro Tag erhöhen, während das durchschnittliche jährliche Wachstum der Lieferkapazitäten auf 1,5 Millionen Barrel pro Tag geschätzt wird.

Am 23. März berichteten wir hier im „Geldanlage-Brief“ bereits über gute Gründe für längerfristig fallende Ölpreise, weshalb wir langfristig auf diese fundamentalen Daten und damit auf fallende Notierungen setzten. Dies bekräftigten wir in der Ausgabe vom 29. Juni noch einmal, als wir schrieben: „Charttechnisch betrachtet klebt der Preis der Öl-Sorte WTI unterhalb einer Widerstandslinie (rot im folgenden Chart) und der oberen Begrenzung einer mehrjährigen Seitwärtsrange (hellblauer Bereich) fest. Wir erwarten, dass es bald wieder in Richtung der Unterstützungen im Bereich von 90 US-Dollar geht.

Ölpreis der Sorte WTI

Mit Blick auf den Chart zeigt sich, dass diese erwartete Bewegung inzwischen begonnen hat. Der Brent-Preis (schwarz im folgenden Chart) hat bereits die dritte Woche in Folge verloren und der WTI-Preis (blau) die zweite, wobei sich der Trend zuletzt sogar beschleunigt hat.

Kursrückgänge in den Ölpreisen Brent und WTI

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 29: Handelswoche vom 14.07. bis 18.07.2014)

Sie können die „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Montag, 14.07.2014

  • 11:00 - EU Industrieproduktion Mai

Dienstag, 15.07.2014

  • 11:00 - DE ZEW Konjunkturerwartung Juli
  • 14:30 - US Einzelhandelsumsatz Juni
  • 14:30 - US Einfuhrpreise Juni
  • 14:30 - US Ausfuhrpreise Juni
  • 14:30 - US NY Empire State Index Juli
  • 16:00 - US Lagerbestände Mai

Mittwoch, 16.07.2014

  • 11:00 - EU Außenhandel Mai
  • 14:30 - US Erzeugerpreisindex Juni
  • 15:00 - US Internationale Kapitalströme Mai
  • 15:15 - US Kapazitätsauslastung Juni
  • 15:15 - US Industrieproduktion Juni
  • 16:00 - US NAHB/WF Hausmarktindex Juli
  • 20:00 - US Beige Book

Donnerstag, 17.07.2014

  • 11:00 - EU Produktion Baugewerbe Mai
  • 11:00 - EU Inflation Juni
  • 14:30 - US Wohnbaubeginne Juni
  • 14:30 - US Wohnbaugenehmigungen Juni
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US Philadelphia Fed Index Juli

Freitag, 18.07.2014

  • 15:55 - US Verbraucherstimmung Uni Michigan Juli

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