Jenoptik und QSC AG - Zwei Aktien mit übertriebenen Kursverlusten

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Jenoptik - Übertriebene und unbegründete Kursverluste
  2. QSC AG - Nach 60% Kursverlust nun ein Kauf?

 

›› Jenoptik
- Übertriebene und unbegründete Kursverluste
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefim Zeitraum vom 10. Juni bis 8. August brach die Aktie der Jenoptik AG (WKN 622910) regelrecht ein und verlor binnen 8 Wochen bei einem rasanten Kursrutsch von 13,66 Euro auf 9,03 Euro ein Drittel. Satte 264 Mio. Euro an Unternehmenswert wurden so vernichtet. Doch Nachrichten von Unternehmensseite, die diese Verluste hätten begründen können, gab es nicht.

Gerüchte und charttechnische Signale ließen den Kurs abstürzen

Weil wir die Aktie in die fallenden Kurse hinein für unser „Geldanlage Premium Depot“ auf deutlich ermäßigtem Niveau eingesammelt hatten, jedoch das Tief nicht getroffen hatten, erhielten wir eine E-Mail eines besorgten Lesers. Unsere Antwort lautete:

Jenoptik - Aktie brach um 25 Prozent ein

…Was konkret die Jenoptik-Aktie angeht, so sind die Kursverluste bislang rein charttechnischer Natur. Die Aktie ist aus ihrer Seitwärtsbewegung leider nach unten ausgebrochen. Einige Analystenkommentare könnten dazu geführt haben. Diese hatten vermutet, dass die Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr negativ ausfallen könnten. Innerhalb von 2 Monaten hat die Aktie rund 25 Prozent ihres Wertes verloren. Es dürfte damit viel negatives eingepreist sein.

Am 12.08.2014 veröffentlicht das Unternehmen den Halbjahresbericht. Anschließend sind wir schlauer, können eine genaue Unternehmensbewertung vornehmen und dann entscheiden, ob die Aktie noch gehalten werden kann oder die Geschäftszahlen die aktuellen Verluste begründen. Bislang gehen wir davon aus, dass unsere ausführliche Analyse vom 17.07.2014 (siehe Depotmeldung im Archiv) und die darin gewonnenen Erkenntnisse noch ein Festhalten an der Aktie rechtfertigen. …

Jenoptik - Bei 11 Euro nicht zu teuer

In der besagten Analyse vom 17.07.2014 ermittelten wir bei einem Aktienkurs von 11,08 Euro folgende Kennzahlen:

Jenoptik hatte eine Marktkapitalisierung (Börsenwert) von 633,9 Mio. Euro. Dagegen standen ein geplanter Umsatz für 2014 in Höhe von 630 bis 660 Mio. Euro (5 bis 10 Prozent Wachstum gegenüber 2013) und ein geplantes Konzern-EBIT in einer Bandbreite von 55 bis 62 Mio. Euro. Diese Planzahlen wurden noch im Mai vom Vorstand bestätigt.
Seit 2009 konnte das Unternehmen mit aktuell 3.430 Mitarbeiter den Umsatz von damals 473,6 Mio. Euro kontinuierlich steigern.

Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von ca. 1 war die Aktie bei 11,08 Euro fair bewertet. Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13 erschien mehr als fair vor dem Hintergrund, dass wir bei der Berechnung von einem unveränderten Ergebnis je Aktie von 0,82 Euro für 2014 ausgegangen waren. Sollte der Gewinn in 2014 aber zum Beispiel um 20 Prozent zulegen können, was angesichts der Bemühungen des Unternehmens um eine Steigerung der Ertragskraft nicht unrealistisch ist, sinkt das KGV auf 11 und es würde sich ein PEG von 0,5 errechnen.

Aktuelle Geschäftszahlen zeigen: Analysten lagen wieder daneben

Jenoptik - Aktie mit Erholungspotential

Wie in der Antwort an den Leser (oben) geschrieben, hat das Unternehmen inzwischen am 12. August die Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Und diese haben gezeigt, dass die Sorgen der Anleger übertrieben waren, die Analysten falsch und wir richtig lagen. Entsprechend hat sich die Aktie seit Bekanntgabe der Zahlen wieder um fast 12 Prozent erholt. Vom Tief bis zum jüngsten Hoch legten die Anteile sogar um 22,8 Prozent zu.

Denn der Photonics-Spezialist hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen stabilen Umsatz von 283 Millionen Euro erwirtschaftet. Der operative Gewinn legte sogar leicht auf 24,0 Millionen Euro zu. Unter dem Strich steht bis Ende Juni ein Nettogewinn von 17,9 Millionen Euro oder 0,31 Euro je Aktie.

Zudem liegt der Auftragseingang mit 314,5 Millionen Euro um elf Prozent über dem Vorjahr. Der hohe Auftragsbestand von 438,3 Millionen lässt einen Geschäftseinbruch auch für die nächsten Monate nicht befürchten.

Lediglich der Ausblick für 2014 wurde etwas vorsichtiger formuliert. Jetzt soll das untere Ende der bisherigen Spanne erreicht werden, der Umsatz somit um rund fünf Prozent steigen und das EBIT bei etwa 55 Millionen Euro liegen. Bisher war ein Umsatzplus von fünf bis zehn Prozent und ein EBIT von 55 bis 62 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden (siehe oben).

Ein KGV von knapp 10 ist für einen TecDAX-Wert sehr günstig!

Wenn das Ergebnis je Aktie so stark steigt wie das EBIT (+10 Prozent), dann würde sich mit 0,90 Euro Gewinn je Aktie bei einem aktuellen Kurs von 10,41 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von moderaten 11,57 für 2014 errechnen. Für 2015 sinkt das KGV bei gleichbleibendem Gewinnanstieg auf nur noch 10,5. Für einen TecDAX-Wert ist dies sehr günstig. Daher hat die Aktie durchaus wieder Luft nach oben.

Über Jenoptik

Als integrierter Optoelektronik-Konzern ist Jenoptik in den fünf Sparten Laser & Materialbearbeitung, Optische Systeme, Industrielle Messtechnik, Verkehrssicherheit sowie Verteidigung & Zivile Systeme aktiv. Hauptsitz des Konzerns ist Jena (Thüringen). Neben mehreren großen Standorten in Deutschland ist Jenoptik in rund 80 Ländern präsent. Zu den Kunden weltweit gehören vor allem Unternehmen der Halbleiter- und Halbleiterausrüstungsindustrie, der Automobil- und Automobilzulieferindustrie, der Medizintechnik, der Sicherheits- und Wehrtechnik sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus


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›› QSC AG
- Nach 60% Kursverlust nun ein Kauf?
von Sven Weisenhaus

QSC AG - Aktie mit Erholungspotential

Auch die Aktien von QSC mussten herbe Verluste einstecken. Von einem Hoch im Oktober 2013 bei 5,14 Euro fiel die Aktie bis zum Tief vom vergangenen Donnerstag um fast 60 Prozent auf nur noch 2,16 Euro.

Kurssturz fundamental begründet

Im Unterschied zu der oben besprochenen Jenoptik AG gibt es hier für die Kursverluste allerdings fundamentale Gründe. QSC hat zuletzt eine enttäuschende Bilanz abgelegt. Die Abwärtsbewegung beschleunigte sich daher sogar noch einmal und die Aktie verlor alleine seit Ende Juli binnen 14 Tagen ein Drittel an Wert.

Enttäuschende Geschäftsentwicklung bei QSC

Laut dem Unternehmen entwickelte sich das neue Standbein, das ITK-Geschäft, in dem QSC Dienste wie IT-Consulting für Firmen anbietet, schwächer als erwartet. Der Umsatz ging daher im zweiten Quartal von 113,5 auf 109,4 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) rutschte um die Hälfte auf 10,5 Millionen Euro ab. Operativ (also vor Zinsen und Steuern) rutschte QSC mit zwei Millionen Euro in die Verlustzone. Und im Nettoergebnis lag das Minus sogar bei 3,9 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das TecDax-Mitglied noch 5,2 Millionen Euro netto verdient.

QSC hält dennoch an Prognose fest

Dennoch hielt das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest, auch wenn Umsatz und Betriebsgewinn mit 450 Millionen Euro respektive 60 Millionen Euro nur noch am unteren Ende der bisherigen Prognosespanne liegen. An der geplanten Dividende von 0,10 Euro je Aktie wurde ebenfalls festgehalten.

Auch bei QSC sind die Kursverluste übertrieben

Daher halten wir bei QSC die aktuellen Kursverluste für übertrieben. Bei einem Börsenwert von aktuell rund 300 Mio. Euro liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis nur bei 0,62. Das KGV ist derzeit schwer abzuschätzen, weil die Gewinnentwicklung unklar ist.

QSC könnte ein Übernahmekandidat sein und die Dividendenrendite liegt immerhin bei über 4 Prozent. Alleine deshalb lohnt es schon, in diesem Wert investiert zu sein. Hinzu kommt noch ein Eigenkapital von rund 200 Mio. Euro.

Fazit

Bei QSC kann man sehr schön auf eine Kurserholung setzen. Diese Aktie befindet sich daher auch bereits in unserem „Geldanlage Premium Depot“.


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