DAX: Gegenbewegung beendet? +++ Ein Kursverlauf wie zu Zeiten des Neuen Marktes!

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse – Darum laufen die US-Indizes besser als DAX & Co.
  2. DAX Chartanalyse – Gegenbewegung beendet?
  3. S&P500 Chartanalyse – US-Index klebt an Widerstandsmarken fest
  4. Bund Future Chartanalyse – Ein Kursverlauf wie zu Zeiten des Neuen Marktes!
  5. Termine der kommenden Woche

 

›› Marktanalyse
– Darum laufen die US-Indizes besser als DAX & Co.
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefschon wieder wurden die Märkte von Meldungen aus der Ukraine erschüttert. Bereits am 15. August waren DAX & Co. in Folge von Nachrichten aus dem Krisengebiet eingebrochen (siehe folgender Chart). Am Donnerstag fielen die Verluste zwar geringer aus, doch es zeigt sich, dass die aktuellen Aufwärtsbewegungen auf tönernen Füßen stehen.

Russische Invasion?

Dieses Mal sorgten sich die Anleger um den Vorwurf des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, Russland sei in die Ukraine einmarschiert. Die Nato soll zudem neue Satellitenbilder vorlegen können, die belegen, dass russische Truppen im Osten der Ukraine aktiv sind.

DAX von Ukraine-Krise belastet

Ukraine-Krise belastet Aktienmärkte in Europa

Die Ukraine-Krise hat einen Einfluss auf die Kursentwicklung der Aktienmärkte in ganz Europa. Nicht ohne Grund laufen schon seit einigen Wochen die europäischen Aktien schlechter als ihre Pendants in den USA.

Europas Aktienmärkte vs. US-Indizes

Geld ist scheu wie ein Reh, sagt man. Gerade institutionelle Anleger aus aller Welt werden wegen der Krise ihre Positionen in Europa reduziert und dieses Geld in den USA angelegt haben. Über entsprechende Kapitalflüsse schrieben wir bereits vor einer Woche („Weil insbesondere die US-Indizes bislang nur wenig korrigiert haben, was durchaus Kapitalflüssen von Europa in die USA geschuldet sein kann,…“). Doch die Probleme um den Osten der Ukraine sind nicht der Hauptgrund für die Outperformance der US-Indizes.

Unterschiedlicher Konjunkturverlauf spiegelt sich in den Kursen wider

Der eigentliche Grund liegt in der unterschiedlichen Geldpolitik der Währungsräume, die wiederum das Ergebnis der verschiedenen Konjunkturaussichten sind. Während die wirtschaftliche Erholung in Europa schleppend verläuft und wohl durch die Russland-Sanktionen noch zusätzlich belastet wird, nimmt die US-Wirtschaft klar an Fahrt auf. Entsprechend befindet sich die US-Notenbank Fed in einem Prozess, der die ehemals extrem expansive Geldpolitik langsam zurückführt, und die EZB gleichzeitig auf einem Pfad der Ausweitung ihrer bereits sehr lockeren Geldpolitik.

USA oder Europa – Beide Märkte haben Recht!

Wirtschaftsentwicklung und Geldpolitik führ(t)en dazu, dass der Euro zum Dollar fällt und die US-Indizes besser laufen als die Aktien in Europa. Entsprechend lautet die Antwort auf die Frage von vor einer Woche („USA oder Europa - Welcher Markt hat Recht?“), dass sowohl die Märkte in den USA als auch die in Europa Recht haben bzw. die unterschiedliche Entwicklung fundamentale und logische Ursachen hat. Natürlich war die Frage nach dem „Wer hat Recht“ eher rhetorischer Natur. Die Märkte haben immer Recht!

Wenn alle Faktoren zusammen kommen…

Allerdings weiß man nicht erst seit Ende Juli von den konjunkturell und geldpolitisch differenten Entwicklungen. Und so muss man wohl feststellen, dass diese lediglich den Grundstein dafür gelegt haben, dass die Saisonalität und die Ukraine-Krise zu einem Auseinanderdriften der Schere zwischen US-amerikanischen und europäischen Aktienmärkten führen konnten. Ohne die zeitlichen (Saisonalität) und geopolitischen (Ukraine) Effekte wäre der DAX den US-Indizes vielleicht einfach weiter brav gefolgt.

Geringes Handelsvolumen stellt Aufwärtsbewegung in Frage

Unabhängig davon stellt das geringe Handelsvolumen die Nachhaltigkeit der jüngsten Kursanstiege an den Aktienmärkten in Frage. Dies ist nicht ungewöhnlich für die Sommermonate. Und nicht selten kommt es vor, dass die Aktienkurse ab September unter höheren Umsätzen korrigieren, wenn alle Börsianer aus dem Urlaub zurückgekehrt sind – Stichwort: Saisonalität – wir berichteten! Entsprechend gehen wir unverändert davon aus, dass es auch in den USA aufgrund der saisonal schwachen Phase im September und Oktober noch zu einer stärkeren Korrektur kommen wird.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› DAX Chartanalyse
– Gegenbewegung beendet?
von Sven Weisenhaus

In den vorangegangenen Ausgaben schrieben wir wiederholt, dass es im DAX erst Entwarnung gibt, wenn der Kurs über 9.600 Punkte steigen kann. Denn dort hätte er mehr als 61,8 Prozent der vorangegangenen Abwärtsbewegung aufgeholt, weshalb nach der Fibonacci-Technik dann die Korrektur beendet wäre. Genau an dieser Marke ist der Index aber abgeprallt.

DAX - Fibonacci-Marken

Entsprechend besteht nun die Möglichkeit, dass damit die zweite Abwärtswelle eingeleitet wurde. Diese könnte gemäß unserer längerfristigen Prognose entweder zu einer Bodenbildung bei 8.900 Punkten führen oder der ersten 1.000-Punkte-Abwärtsbewegung von Anfang Juli bis Anfang August in Umfang und Dynamik ähneln und somit sogar in den Bereich von ca. 8.600 Punkten oder tiefer führen, wie wir es im langfristigen Elliott-Wellen-Szenario erwartet haben.

Zweite Abwärtswelle oder neuer Aufwärtszyklus?

Vielleicht erinnern Sie sich aber auch noch an folgende Elliott-Wellen-Zählung, die wir zuletzt in der Ausgabe des Geldanlage-Briefs vom 10. August in einem langfristigeren Chart präsentiert hatten.

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Damals hatte der DAX exakt unser Kursziel aus der Welle C abgearbeitet, als er recht genau das untere Ende des blauen Aufwärtstrendkanals erreichte. Aus dieser Elliott-Wellen-Analyse könnte man auch ableiten, dass sich der DAX nach dem Abschluss der Korrektur bereits wieder in einem neuen 5-gliedrigen Aufwärtszyklus befindet, dessen Welle 1 abgeschlossen wurde und dessen Welle 2 nun läuft (roter Pfeil). Entsprechend würde am Ende der am Donnerstag eingeleiteten Kursverluste wieder eine deutliche Aufwärtsbewegung im Rahmen der Welle 3 folgen.

Zwischen 8.900 und 9.800 ist Niemandsland

Sie sehen: Innerhalb der blauen Seitwärtsrange (ca. 8.900 bis 9.800 Punkte) befindet sich der DAX im Niemandsland. Die weitere Kursrichtung ist absolut ungewiss. Es gibt Argumente für steigende und für fallende Kurse. Wenn Ihnen jetzt jemand sagt, er wisse genau wie es weiter geht, dann dürfen Sie ihn durchaus der Lüge bezichtigen. Entwarnung gibt es jedenfalls nach wie vor erst, wenn der DAX auf über 9.600 Punkte zulegen kann.

Bei steigenden Kursen Gewinne erzielen, bei fallenden nachkaufen

Wir agieren im „Geldanlage Premium Depot“ daher derzeit sehr vorsichtig und hoffen auf neuerliche Kursverluste, um dann zu Schnäppchenkursen einkaufen zu können. Dazu liegen bereits Limit-Kauf-Orders im Markt. Sollte der DAX aber weiter steigen, so sind wir ausreichend im Markt investiert, um Gewinne zu erzielen.

(Wenn Sie wissen möchten, was wir per Limit-Kauf-Orders zu Schnäppchenkursen einkaufen wollen, dann testen Sie uns doch einfach eine Zeitlang. Sie können sich auf unserer Homepage für ein kostenloses Probe-Abonnement des „Geldanlage Premium Depot“ anmelden und unser Depot dann 1:1 nachbilden.)

 



›› S&P500 Chartanalyse
– US-Index klebt an Widerstandsmarken fest
von Sven Weisenhaus

Nicht nur im DAX, auch im S&P500 ist die Aufwärtsbewegung ins Stocken geraten. Bereits vor einer Woche hatte der Index an der wichtigen runden Marke von 2.000 Punkten (rote Linie im Chart) gekratzt. Auch in dieser Woche biss er sich daran die Zähne aus, auch wenn er bereits kurz über die Mauer schauen durfte.

S&P500 - Chartanalyse

Vollständig über den Berg sind die US-Indizes also weiterhin noch nicht. Im Gegenteil: Sie sind unverändert überkauft. DerS&P500 hängt am oberen Ende seines Aufwärtstrendkanals fest (roter Kreis).

Weil die US-Indizes nur eine sehr kleine Korrektur vollzogen haben, die keineswegs ausgereicht hat, um die sehr reifen Trends zu bereinigen (der S&P500 hatte lediglich unser erstes Korrektur-Kursziel von 1.900 Punkten vollständig abgearbeitet), gehen wir insbesondere auch aufgrund der bevorstehenden saisonal schwachen Phase davon aus, dass noch eine starke Abwärtsbewegung folgen wird, die das Tief der vorangegangenen unterbieten sollte.

Mit der noch vorhandenen Short-Position auf den S&P500 würden wir von einer solchen Bewegung profitieren und Verluste in anderen Depotpositionen ausgleichen.

(Wollen Sie auch Gewinne in fallenden Märkten erzielen? Dann handeln Sie unsere Trades vom „Geldanlage Premium Depot“ einfach nach. Probieren Sie es 3 Wochen lang im kostenlosen Probe-Abonnement aus.)

 



›› Bund Future Chartanalyse
– Ein Kursverlauf wie zu Zeiten des Neuen Marktes!
von Sven Weisenhaus

Die Aufwärtsbewegung an den Euroraum-Anleihenmärkten ging in dieser Woche weiter. Der Bund Future (September-Kontrakt) kletterte auf ein neues Rekordhoch von 151,835 Prozent.

Bund Future - Chartanalyse

Entsprechend rutschte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bis auf ein Rekordtief von rund 0,9 Prozent ab. Die Umlaufrendite (folgender Chart) liegt schon nur noch bei unfassbaren 0,77 Prozent.

Umlaufrendite

Bei einer Auktion für unverzinsliche Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von 12 Monaten akzeptierten die Investoren mit einer Durchschnittsrendite von -0,0306 Prozent sogar erneut negative Zinsen. Für 100 Euro, die Anleger in 12 Monaten vom Bund zurückbekommen, waren sie am 25. August bereit 103,06 Euro abzugeben.

Bund Future – Eine Blase wie zu Zeiten des Neuen Marktes!

Nicht nur an der Höhe der Zinsen (Rekordtief und teilweise negative Renditen) lässt sich der Irrsinn am Rentenmarkt ablesen. Auch im Chart des Bund Future ist inzwischen ziemlich deutlich erkennbar, dass wir es hier mit einer Übertreibung (Fahnenstange im Chart) bzw. Blase zu tun haben. Der Kursverlauf sieht aus, wie viele Charts zu Neuer Markt-Zeiten im Jahr 2000.

Rekordtiefe Zinsen auch in anderen Ländern Europas

Auch die meisten anderen europäischen Staatsanleihen sind trotz Schuldenkrise gesucht, was deren Renditen entsprechend drückte: Die spanischen zehnjährigen und italienischen Papiere rentieren mit 2,083 Prozent beziehungsweise mit 2,365 Prozent so niedrig wie nie zuvor. Selbst die entsprechenden US-Anleihen haben mit 2,37 Prozent eine höhere Verzinsung. Die Renditen von französischen, belgischen und niederländischen Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit erreichten ebenfalls Allzeittiefs.

Auch die Pleitegeier von Athen werden wieder Investoren finden

Griechenland will - vier Jahre nach dem finanziellen Kollaps und trotz unverändert rekordhoher Verschuldung - im Herbst wieder an den Kapitalmarkt zurückkehren und erneut Geld bei Privatinvestoren über Staatsanleihen beschaffen. Es sollen Papiere mit siebenjähriger Laufzeit platziert werden.
Athen war es bereits im April dieses Jahres erstmals wieder gelungen, Kapital bei privaten Investoren einzusammeln. Damals betrug der Zinssatz für die fünfjährige Staatsanleihe 4,75 Prozent. Im Juli folgte die Platzierung einer dreijährigen Anleihe, der Zinssatz lag bei 3,375 Prozent.
Auch jetzt dürften sich wieder genügend Abnehmer finden, die die Risiken der Staatsverschuldung offenbar bereits vergessen haben oder keine Alternative sehen.

Verantwortlich für den Run auf (Staats-)Anleihen sind die Notenbanken

Verantwortlich für die Investitionsfreude am Rentenmarkt ist einerseits die Aussicht auf eine Ausweitung der Flut von Notenbankgeld, weil EZB-Chef Mario Draghi Ende der vorangegangenen Woche erklärt hatte, die EZB würde alles in ihrer Macht stehende tun, um die sinkenden Inflationsraten zu bekämpfen. Andererseits verwiesen Börsianer auf den Kursrückgang des Euro zum Schweizer Franken, was die Schweizer Notenbank (SNB) auf den Plan rufe. Die SNB kauft am Markt in Euro lautende Wertpapiere, um damit ein Abrutschen des Euro unter die von ihr als Untergrenze festgelegte Marke von 1,20 Franken zu verhindern.

Nach der Trendwende ist mit Short-Trading viel Geld zu verdienen

Leider waren diese irrsinnigen Entwicklungen nicht zuträglich für unsere Short-Trades auf den Bund Future. Hier mussten wir Verluste im „Geldanlage Premium Depot“ realisieren. Wir werden daher nun von der Seitenlinie aus auf die Trendwende im Bund Future warten. Wir sind uns sicher, dass man mit Short-Trades auf den Bund Future noch sehr viel Geld verdienen kann. Allerdings ist die Zeit dafür offensichtlich noch nicht gekommen. Je weiter der Kurs aber noch steigt, umso dramatischer wird der anschließende Absturz. Zu gegebener Zeit werden wir auf diesen Zug aufspringen und dann die Verluste, die wir mit den Bund Future-Trades erlitten haben, wieder aufholen.

(Wenn Sie wissen möchten, wann wir wieder im Bund Future auf fallende Kurse setzen, dann testen Sie uns doch einfach eine Zeitlang. Sie können sich auf unserer Homepage für ein kostenloses Probe-Abonnement des „Geldanlage Premium Depot“ anmelden und unser Depot dann 1:1 nachbilden.)

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 36: Handelswoche vom 01.09. bis 05.09.2014)


Sie können die „Termine der Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Montag, 01.09.2014

  • - US Nasdaq geschlossen
  • - US New York Stock Exchange geschlossen
  • 08:00 - DE BIP 2. Quartal
  • 09:55 - DE Einkaufsmanagerindex August
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Eurozone August

Dienstag, 02.09.2014

  • 11:00 - EU Erzeugerpreise Industrie Juli
  • 15:00 - US Bauausgaben Juli
  • 16:00 - US ISM Index August

Mittwoch, 03.09.2014

  • 09:55 - DE Dienstleistungsindex August
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen August
  • 11:00 - EU Einzelhandel Juli
  • 11:00 - EU BIP 2. Quartal
  • 16:00 - US Industrieaufträge Juli
  • 20:00 - US Beige Book

Donnerstag, 04.09.2014

  • 12:00 - DE Auftragseingang Industrie Juli
  • 13:00 - GB BoE Sitzungsergebnis
  • 14:15 - US ADP-Arbeitsmarktbericht August
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 14:30 - US Handelsbilanz Juli
  • 16:00 - US ISM Dienstleistungsindex August
  • 16:30 - US EIA Erdgasbericht (Woche)

Freitag, 05.09.2014

  • 12:00 - DE Produktion prod. Gewerbe Juli
  • 14:30 - US Beschäftigte ex Agrar August
  • 14:30 - US Arbeitslosenquote August

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