Hat die EZB die Inflation im Griff? +++ So profitieren Sie vom Ende der fallenden Rohstoffpreise

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Geldpolitik – Die EZB hat die Inflation gewöhnlich gut im Griff
  2. Trading auf Rohstoffe – Die Phase fallender Preise geht zu Ende – So profitieren Sie

 

›› Geldpolitik
– Die EZB hat die Inflation gewöhnlich gut im Griff
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefin der Euro-Zone ist die jährliche Inflation im September auf 0,3 Prozent gefallen (nach 0,4 Prozent im August). Das ist der niedrigste Stand seit fast fünf Jahren und die Euro-Länder sind damit nicht mehr weit von einer gefährlichen Deflation entfernt (siehe folgende Grafik).

Trotzdem hat die Europäische Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag keine weiteren Maßnahmen beschlossen, die dieser Entwicklung zusätzlich hätten entgegen wirken können. Und dies, obwohl mit Deflation häufig eine Phase gemeint ist, in der nicht nur die Preise fallen, sondern Unternehmen deshalb auch ihre Investitionen zurückstellen und die Konjunktur dadurch einbricht.

Inflationsrate entfernt sich von 2-Prozent-Zielmarke der EZB
Abbildung: Inflationsrate entfernt sich von 2-Prozent-Zielmarke der EZB (Quelle: Eurostat)

Sinkende (Energie-)Preise sind nicht zwingend negativ für die Wirtschaft

Doch nicht ohne Grund hat die Europäische Zentralbank (EZB) in der Vergangenheit oft betont, dass insbesondere die sinkenden Energiepreise für den Rückgang der Inflationsraten verantwortlich sind. Wie aus den Zahlen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, hervorgeht, sanken die Preise für Energie im September im Jahresvergleich um 2,4 Prozent, nach bereits -2,0 Prozent im August.

Niedrige Inflation durch rückläufige Energiepreise
Abbildung: Niedrige Inflation durch rückläufige Energiepreise (Quelle: Eurostat)

Werfen Sie dazu auch einen Blick auf die Rohölpreise (siehe folgender Chart, in dem die Ölsorte Brent dargestellt ist), die zuletzt teilweise massiv eingebrochen sind.

Rohölpreise (hier am Beispiel Brent) sind stark eingebrochen
Abbildung: Rohölpreise (hier am Beispiel Brent) sind stark eingebrochen

Ist eine solche Entwicklung zwingend negativ für die Wirtschaft? Nein! Denn erstens ist ein solcher Preiseffekt im Hinblick auf die Inflationsraten meist nur temporärer Natur und zweitens wirken sich sinkende Energiepreise auch positiv auf die Gewinne der Unternehmen aus.
Man muss also schon genauer hinsehen, warum es zu deflationären Tendenzen kommt. Nicht immer ist eine solche Entwicklung ein Hinweis auf eine dramatische Krise.

Die Phase saisonal bedingt fallender Rohstoffpreise geht zu Ende

Ja, gut, auch andere Rohstoffe haben zuletzt deutlich an Wert verloren. So zum Beispiel im Bereich der Lebensmittel.

Sinkende Preise bei Lebensmitteln
Abbildung: Sinkende Preise bei Lebensmitteln (Quelle: Eurostat)

Werfen Sie dazu einen Blick auf den Kursverlauf von zum Beispiel Mais (blau im folgenden Chart), Weizen (rot) oder Zucker (grün):

Lebensmittelpreise sind seit dem Sommer stark gefallen
Abbildung: Lebensmittelpreise sind seit dem Sommer stark gefallen

Doch bei Betrachtung saisonaler Charts ist auch diese Entwicklung nicht ungewöhnlich. Bei den meisten dieser Rohstoffe kehrt sich der Abwärtstrend ab Ende September in eine deutliche Aufwärtsbewegung um. So konnte Zucker zum Beispiel bereits ein klares Zeichen in diese Richtung senden (siehe folgender Chart).

Zucker sendet klares Zeichen in Richtung saisonaler Trendumkehr
Abbildung: Zucker sendet klares Zeichen in Richtung saisonaler Trendumkehr

Die EZB hat die Inflationsraten gut im Griff

Entsprechend nachvollziehbar ist es, dass die EZB für die Jahre 2015 und 2016 ein Anziehen der Inflationsraten erwartet. Und gewöhnlich weiß die EZB, was sie tut, und hat die Inflation die meiste Zeit sehr gut im Griff. So zeigt sich im ersten Chart oben, dass die Inflationsrate im Zeitraum von 2000 bis kurz vor Beginn der Krise im Jahre 2007 sehr schön um die Zielmarke der EZB von 2 Prozent herumpendelte. Die vielen Kritiker der EZB sollten also etwas mehr Vertrauen in Experten wir Mario Draghi haben.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Trading auf Rohstoffe
– Die Phase fallender Preise geht zu Ende - So profitieren Sie
von Sven Weisenhaus

Die jährliche Inflation ist in der Euro-Zone im September auf 0,3 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren gefallen. Ein Grund dafür sind insbesondere sinkende Energie-, aber auch seit Monaten fallende Lebensmittelpreise. Doch hier könnte sich, zum Teil auch saisonal bedingt, eine Trendwende abzeichnen, die man auch durchaus beim Trading ausnutzen und in bares Geld verwandeln kann.

Ölpreise erhalten Unterstützung

Bereits in der Ausgabe des Geldanlage-Briefs vom 14. September berichteten wir, dass es für die Ölpreise deutlich abwärts ging. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) hatte zu diesem Zeitpunkt bereits von über 103 US-Dollar Ende Juni bis auf unter 92 US-Dollar mehr als 10 Prozent verloren und damit fast ihre gesamte von uns beobachtete engere Seitwärtsrange durchlaufen (dunkelblaues Rechteck im folgenden Chart).

Ölpreis der Sorte WTI stark gefallen

Inzwischen wurde sogar ein Tief bei 88,20 US-Dollar markiert, womit sich die Verluste auf über 14 Prozent summieren. Doch genau in diesem Bereich verläuft eine (grüne) Aufwärtstrendlinie, die seit dem Ende des dramatischen Absturzes Anfang 2009 Bestand hat. Entsprechend könnte der Preisrutsch hier ein (vorläufiges) Ende finden und eine Gegenbewegung einsetzen.

So können Sie von einer kleinen Gegenbewegung bei WTI-Öl profitieren

Eine Gegenbewegung bis auf 95 US-Dollar erscheint absolut realistisch. In diesem Bereich lagen im gesamten September die Hochs, weshalb dort mit Widerstand zu rechnen ist. Ein Anstieg bis dahin entspräche aber bereits einem Kursgewinn von etwas mehr als 5 Prozent. Mit einem Faktor-Zertifikat könnten Sie daraus leicht gehebelt 10 Prozent (Hebel 2, z. B. WKN: DT2WLT) oder gar 20 Prozent (Hebel 4, z. B. WKN: DT4WLT) Gewinn machen.

So können Sie von einer kleinen Gegenbewegung bei Brent-Öl profitieren

Bei der Nordsee-Sorte Brent ist eine Gegenbewegung sogar noch überfälliger. Auch hier hat der Kurs nach einer rasanten Talfahrt eine interessante Unterstützung angelaufen. Auf dem Niveau des aktuellen Tiefs bei 91,25 US-Dollar wurde bereits im April 2013 ein markantes Tief markiert. Und die Kursverluste summieren sich hier, seit dem Hoch im Juni bei 118,21 US-Dollar, sogar auf fast 23 Prozent.

Ölpreis der Sorte Brent stark gefallen

Bei Brent wäre sogar eine Gegenbewegung bis auf rund 100 US-Dollar und damit ein Kursanstieg um fast 10 Prozent denkbar. Mit dem gleichen Produkt (Faktor-Zertifikat) und denselben Hebeln wie bei WTI wären hier entsprechend doppelt so hohe Kursgewinne von 20 Prozent (Hebel 2, z. B. WKN: DT2BRT) bzw. 40 Prozent (Hebel 4, z. B. WKN: DT4BRT) drin.

Auf saisonale Trends bei Soft-Commodities setzen

Während bei den Ölpreisen saisonal betrachtet erst Ende Februar gewöhnlich mit steigenden Preisen zu rechnen ist, erhalten Soft-Commodities, also Agrarrohstoffe, bereits ab sofort von der Saisonalität Rückendeckung.

Zucker folgte in diesem Jahr exakt dem saisonalen Verlauf

Vergleichen Sie einmal den Kursverlauf von Zucker mit dem saisonalen Muster (siehe folgende Grafik): Der Zuckerpreis ist zu Beginn des Jahres schwach gestartet, dann kurz angestiegen, längere Zeit seitwärts und dann bis in den September hinein schwach gelaufen. Anschließend kam es jüngst zu dem saisonal typischen steilen Anstieg.

Zucker hält sich an saisonalen Verlauf

Zucker hat sich seit dem Hoch beim Jahreswechsel 2010/2011 im Preis halbiert (siehe folgender Chart). Zwar ist der Preis damit in der langfristigen Betrachtung noch längst nicht an seinen Tiefs angekommen, doch scheint sich der Kurs derzeit zumindest zu stabilisieren.

Zucker hält sich an saisonalen Verlauf

Ob man hier nun allerdings noch auf steigende Notierungen setzen muss, nachdem der Preis bereits seit dem jüngsten Tief um 25 Prozent zugelegt hat, ist fraglich. Ein wenig Restpotential wäre aus saisonaler Sicht aber durchaus noch vorhanden.

Bei Mais und Weizen sind die saisonalen (Kurs-)Raketen noch nicht gestartet

Interessanter erscheint da Mais. Hier hat der Preis sogar um rund 60 Prozent verloren, damit ein auf langfristiger Sicht interessantes Unterstützungsniveau erreicht und noch kaum Anzeichen einer Erholung gesendet.

Mais ist um 60 Prozent im Preis gesunken

Diese ist aber aus saisonaler Sicht durchaus zu erwarten, wie der durchschnittliche Verlauf der vergangenen 37 Jahren zeigt (linker Verlauf).

Mais und Weizen - saisonaler Verlauf

Einen noch stärkeren Höhenflug kann man schon sehr bald bei Weizen (rechter Verlauf) erwarten. Der Preis hat sich seit einem Hoch Anfang des Jahres 2008 halbiert (siehe folgender Chart). Auch hier ist eine langfristig betrachtet solide Unterstützung in Reichweite und der saisonale Verlauf lässt eine starke Gegenbewegung erwarten.

Weizen - Preis hat sich halbiert

Beschenken Sie sich zu Weihnachten

Zwischenfazit: Diverse Rohstoffpreise mussten deutliche Kurseinbußen (bis zu 60 Prozent) hinnehmen. In allen hier genannten Beispielen ist zumindest mit einer stärkeren Gegenbewegung zu rechnen. In einigen Fällen ist dies insbesondere aus saisonaler Sicht zu erwarten (Zucker, Mais, Weizen), in anderen stehen die Chancen charttechnisch gut für eine Aufwärtsbewegung (WTI- und Brent-Öl).
Und da auch die EZB inzwischen ein Ende des Preisverfalls sieht, hat man auch noch eine Institution im Rücken, die über sehr viele Daten und Informationen verfügt und in unseren Augen als sehr kompetent gilt.
Einige Long-Positionen dürften sich hier also lohnen. Vielleicht liegen dann zu Weihnachten dieses Jahr etwas größere Geschenke unterm Baum.

Derartige Rohstoffe sind schwer zu handeln

Allerdings sind derartige Rohstoffe nicht leicht zu traden. Denn man kann nicht direkt in sie investieren, sondern muss Umwege gehen. So kann man zum Beispiel über den Future-Markt investieren. Doch Produkte, wie z. B. Zertifikate, die auf diese Futures setzen, haben oft mit Rollverlusten zu kämpfen. Deren Kurs läuft daher in den meisten Fällen (zum Teil deutlich) schlechter als der Basiswert.

ETCs sind gute Produkte für den Rohstoffhandel

Eine andere Möglichkeit, auf die Preisentwicklung dieser Rohstoffe zu setzen, bieten Exchange Traded Commodities, kurz ETCs. Bei diesen ETF-verwandten Wertpapieren handelt es sich um unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen, die an der Kursentwicklung eines oder mehrerer Rohstoffe gekoppelt sind. Auch ETCs sind oft an die Preise von Future-Kontrakten der einzelnen Rohstoffe geknüpft, können aber auch an den jeweiligen Spot-Preis des Basiswertes gebunden sein. Mit ETCs kann man sowohl von steigenden als auch von fallenden Rohstoffpreisen profitieren.

Mit dem „Geldanlage Premium Depot“ von steigenden Rohstoffpreisen profitieren

Wenn Sie ganz konkret wissen möchten, mit welchen der oben genannten (Faktor-)Zertifikaten wir auf steigende Ölpreise setzen würden und mit welchen ETCs man von einem Preisanstieg der ausgewählten Agrarrohstoffe profitieren kann, denn melden Sie sich doch einfach zu einem kostenlosen Probe-Abonnement des „Geldanlage Premium Depot“ an. In Kürze werden wir hier für unsere Leser Käufe für das Musterdepot vornehmen. Im Rahmen des Abonnements haben Sie daher die Möglichkeit, diese Trades 1:1 mitzumachen.


Ich wünsche Ihnen in jedem Fall viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus


P.S.: Risikohinweis, Haftungsausschluss

An dieser Stelle möchten wir betonen, dass die Analysen lediglich der Information unserer Leser dienen. Sie stellen keinesfalls eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf dar. Die genannten Wertpapiere sind nur beispielhaft aufgeführt. Ausdrücklich weisen wir auf die im Wertpapiergeschäft vorhandenen Risiken hin, bei denen auch ein Totalverlust nicht ausgeschlossen werden kann.

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