DAX & Co.: Kaufkurse in Sicht +++ Gründe für den Absturz der Ölpreise

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse – Kaufkurse in Sicht
  2. Volatilität – Sorglosigkeit der Anleger kündigte Aktienmarktkorrektur an
  3. Ölpreise – Gründe für den Absturz der Notierungen
  4. Termine der kommenden Woche

 

›› Marktanalyse
– Kaufkurse in Sicht
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefvor genau einer Woche lautete der Titel der Geldanlage-Brief-Ausgabe „Keine Panik!“. Am Mittwoch setzte an den Börsen aber genau das ein – Panik. Wir sahen uns daher dazu veranlasst, Sie in der Ausgabe vom Mittwoch („Marktanalyse – Korrektur nimmt crashartige Züge an“) erneut zu beruhigen („Doch ist dies nun ein Grund in Panik zu geraten und der Börse wieder den Rücken zu kehren? Unsere Antwort lautet ganz klar: NEIN!“), schließlich läuft aus unserer Sicht mit den heftigen Kursverlusten alles nach Plan. Warum sollten wir uns daher nun plötzlich fürchten, angesichts erwartet fallender Kurse?! So langsam sehen wir sogar neue Kaufkurse auf uns zukommen.

Auf der Suche nach den wirklichen Gründen

Niemand kann für die aktuellen Kursverluste die genauen Gründe nennen. Dass, was Sie derzeit in den Medien finden, sind irgendwelche mutwillig zusammengesetzten Zusammenhänge. Es ist immer wieder amüsant und jedes Mal das Gleiche: Kurse machen Nachrichten. Dies war besonders eindrucksvoll am vergangenen Mittwoch mitzuerleben. Eigentlich gab es keine Nachrichten, die einen Absturz des DAX um 300 Punkte oder ein wahres Gemetzel an den griechischen Börsen (der Athex verlor intraday 2-stellig und am Ende über 6,2 Prozent) hätten erklären können. Doch Medien finden immer irgendetwas, das auf den ersten Blick plausibel klingt.

Kurse machen Nachrichten

Ängste um eine schwächelnde Konjunktur, Ebola und die IS haben nach einheitlichen Medienberichten die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. Ach so! Aber Moment, waren diese Themen denn am Dienstag noch kein Problem? Oder vor einer Woche? Oder vor einem Monat?

Nun gut, einige Medien gingen wenigstens noch weiter ins Detail, machten sich dabei aber eigentlich nur noch lächerlicher. So sollen es konkret die schwachen Daten zum US-Einzelhandel und der deutlich unter den Erwartungen ausgefallene NY Empire State Index gewesen sein.

Zweifel an den Begründungen beim Blick auf die Details

Doch erstens: Die Einzelhandelsumsätze in den USA sind im September um 0,3 Prozent zurückgegangen und damit nur leicht schwächer als erwartet ausgefallen. Man hatte zuvor mit einer Veränderung zwischen -0,1 und +0,2 Prozent gerechnet. Dies kann wohl kaum ein Grund für derartige Verluste sein, zumal im Vormonat der Umsatz des Einzelhandels in den Vereinigten Staaten noch um 0,6 Prozent gestiegen war.

US-Einzelhandelsumsatz
(Quelle: Markt-Daten.de) US-Einzelhandelsumsätze

Und zweitens: OK, der Rückgang beim Empire State Index war heftig (von 27,5 auf 6,2, Erwartung: 20,0), doch ist ein einzelnes Konjunkturdatum nicht aussagekräftig. So erscheint der Rückgang alleine bereits relativiert wenn man bedenkt, dass der Index im Vormonat erst den höchsten Stand seit fünf Jahren (!) erreicht hatte (siehe folgende Grafik) und ein Indexstand über Null immer noch auf einen Anstieg der Wirtschaftsaktivität hindeutet. Und zuvor waren diverse US-Daten positiv ausgefallen.

Empire State Index
(Quelle: Markt-Daten.de) Empire State Index

Andererseits hatten gute Konjunkturdaten bisher immer für Kursverluste herhalten müssen, weil damit die Angst vor steigenden Zinsen zunahm. Wären dann schlechte Daten nicht eigentlich ein Grund für steigende Kurse, weil die US-Notenbank Fed dann die Geldschleusen länger offen halten könnte?!

Es ist einfach nur die typische Herbstkorrektur

Natürlich gibt es auch Gründe für fallende Aktienkurse, doch die aktuell genannten Probleme waren auch schon im September und teils auch schon im August da. Fakt ist daher – zumindest aus unserer Sicht –, dass es sich einfach nur um die typische September/Oktober-Korrektur handelt.

Nicht ohne Grund hatten wir Ihnen dazu hier mehrfach entsprechende saisonale Charts präsentiert, die sehr deutlich gemacht haben, dass es im Durchschnitt der vergangenen 37 Jahre (!) immer zu schärferen Abwärtsbewegungen in dieser Jahreszeit kommt.

Saisonale Entwicklung der US-Indizes Dow Jones und S&P500

Und dann sollte man beachten, dass die US-Notenbank Fed voraussichtlich Ende des Monats die Anleihekäufe vollständig einstellen wird. Nach dem Ende eines jeden QE-Anleihekaufprogramms kam es unmittelbar danach zu Kursverlusten an den Aktienmärkten – so gesehen auch in den Jahren 2010 und 2011. – Auch hierauf hatten wir bereits hingewiesen.

Spannend wird daher nun lediglich, wie weit es dieses Mal abwärts geht und ob die US-Notenbank wieder darauf reagieren wird – vielleicht mit einem „QE3,5 2.0“ (nur Spaß) oder ähnlichem. Betrachtet man aber das langfristige Niveau, auf dem wir uns befinden und die inzwischen 5 Jahre alten Aufwärtstrends, dann hätte sie eigentlich keinen Grund, gegen diese Marktbereinigung zu steuern.

Abwarten, kaufen, Geld verdienen

Daher ist für uns die Formel zu mehr Reichtum auch recht einfach für die kommenden Wochen: Abwarten, kaufen, Geld verdienen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Volatilität
– Sorglosigkeit der Anleger kündigte Aktienmarktkorrektur an
von Sven Weisenhaus

Die Korrektur an den Aktienmärkten hatte sich übrigens längst angekündigt. Wer die Zeichen richtig deuten konnte, wurde vor den Kursverlusten verschont oder konnte sie sogar zu seinem Vorteil nutzen.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Ausgabe des Geldanlage-Briefs vom 17. August 2014. Damals lautete bereits eine Überschrift „Volatilität (VIX) - Sorglosigkeit der Anleger könnte zum erneuten Problem werden“. Ein deutlicher Rückgang der Volatilität spiegelte abnehmende Nervosität der Anleger wieder. „Und genau dies ist eine gute Voraussetzung für eine zweite Korrekturwelle an den Aktienmärkten. Denn wenn sich die Anleger schnell wieder in Sicherheit wiegen, könnte eine erneute Korrektur die Märkte überraschen und damit bereinigen. Die Börsen gehen oft solche für Anleger schmerzhafte Wege“, hieß es in der Analyse.

Nur eine Woche später bekräftigten wir unsere mahnenden Worte. Am 24. August berichteten wir über einen erneut gesunkenen Stand des Volatilitätsindex VIX auf nur noch 13,5 Punkte. „Wie vor einer Woche bereits geschrieben, ist genau dies der Nährboden für eine zweite Korrekturwelle“, lautete die erneute Warnung.

Versicherung gegen fallende Aktienmärkte

Doch wir ließen Sie mit dieser Information nicht alleine, sondern gaben den Hinweis, dass man einen Anstieg des VIX auch in einen profitablen Trade verwandeln könnte. Am 1. Juni 2014 beschrieben wir, dass die Volatilität eine hohe negative Korrelation zum Aktienmarkt aufweist und daher Volatilitätsindizes ein perfektes Instrument sind, um sich gegen fallende Aktienkurse abzusichern. „Mit einer Long-Position auf den VIX haben wir uns im „Geldanlage Premium Depot“ bereits für eine nun jederzeit mögliche Korrektur, vor der inzwischen selbst die EZB sehr deutlich warnt( …), gerüstet“, schrieben wir Ihnen als Tipp.

Während die Aktienmärkte einbrachen, stieg der VIX um 70 Prozent

Während die Kurse an den Aktienmärkten jüngst stark eingebrochen sind, ist der Volatilitätsindex VIX insbesondere durch die Kursverluste im S&P500 zeitgleich deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Stand vor einem Monat (am 19. September notierte der VIX noch bei 14 Punkten) ist der VIX um 70 Prozent auf im Hoch 23,80 Punkte angestiegen.

Volatilitätsindex VIX

Im Rahmen dieser Bewegung legte ein Faktor-Zertifikat (WKN: CZ851Q), welches wir als Long-Trade und somit als Versicherung gegen Kursverluste in anderen Positionen ins Depot geholt hatten, von unter einem Euro auf über 2,30 Euro um mehr als 130 Prozent zu.

Trade auf den Volatilitätsindex VIX

Mit diesem Zertifikat kann man also kurzfristig von einem Anstieg der Volatilität profitieren.
(Doch Vorsicht! Lässt dieser Anstieg zu lange auf sich warten und kommt es stattdessen nur zu einer volatilen Seitwärtsbewegung im VIX, dann kann dieses Zertifikat an Wert verlieren.)

Von einer steigenden, aber auch von einer fallenden Volatilität profitieren

Inzwischen setzen wir mit einem Short-Trade in unserem Musterdepot auf die entgegengesetzte Richtung, also auf eine abnehmende Volatilität. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der entsprechende ETN ein geeignetes Instrument dazu ist, weil er über einen langen Zeitraum eine positive Rendite aufweist, während es bei Faktor-Long-Zertifikaten (z. B. WKN CZ851Q) tendenziell eher stetig nach unten geht.

Mit dem ETN konnten wir schon einmal einen ordentlichen Gewinn erzielen. Es dauerte nur 16 Tage bis am 21.08.2014 ein Ertrag von 252,82 Euro bzw. 20,41 Prozent realisiert wurde. Kurz zuvor fiel der VIX von über 16,5 auf knapp 13,5 Punkte um ca. 18 Prozent zurück.
Einen derart schnellen Gewinn erwarten wir dieses Mal nicht, allerdings sehen wir in diesem Wertpapier ein besseres Produkt als in dem Faktor-Long-Zertifikat, auch angesichts der aktuell deutlich angestiegenen Notierung des VIX.

(Wenn Sie wissen möchten, welches Niveau wir anstreben und mit welchem Wertpapier auch Sie solche Gewinne erzielen können, dann testen Sie das „Geldanlage Premium Depot“ doch 3 Wochen lang im kostenlosen Probe-Abonnement.)

 



›› Ölpreise
– Gründe für den Absturz der Notierungen
von Sven Weisenhaus

Ein derartiger Kursrutsch bei den Ölpreisen, wie wir ihn aktuell gesehen haben, ist fundamental eigentlich kaum zu begründen, auch wenn die Internationale Energie Agentur (IEA) in ihrem Ölmarktbericht für den Oktober, der am Dienstag herauskam, ihre Nachfrageprognose für das Jahr 2014 senkte.

Absturz der Ölpreise

Ein Ende der Talfahrt scheint dennoch nicht in Sicht. Solange die Organisation erdölexportierender Länder OPEC, die knapp die Hälfte der weltweiten Förderung kontrolliert, keine Anstalten macht, dem Überangebot mit einer Produktionskürzung zu entgegnen, dürften die Preise weiter schwach bleiben.

Der Kampf um Marktanteile

Am 27. November wird das Kartell über die aktuelle Lage beraten. Die Ölminister von Kuwait und Algerien, Ali al-Omair und Yusef Yousifi, ließen aber jüngst bereits durchblicken, dass keine Förderkürzung zur Stabilisierung der Preise angestrebt wird.

Mit täglich rund 9,7 Millionen Barrel fördert Saudi-Arabien fast ein Drittel der OPEC-Produktion in Höhe von insgesamt 30,47 Millionen Barrel. Bislang waren Experten davon ausgegangen, dass Saudi-Arabien einen Preis von über 100 Dollar je Fass zur Finanzierung seines Haushaltes benötigt und diese Marke daher verteidigen würde. Doch nun ließ das Land die Märkte wissen, dass es für ein oder zwei Jahre auch mit einem Ölpreis unter 90 US-Dollar oder sogar 80 US-Dollar leben könnte.

Hinter diesen Ankündigungen könnte der Kampf um Marktanteile stecken. Durch das Fracking in den USA haben sich die Angebotsverhältnisse verschoben. Da sich Fracking aber erst ab einem Ölpreis von 80 US-Dollar lohnt, könnte es sein, dass die OPEC versucht, sich ihre bisherige Marktposition über einen Preiskampf zu erhalten.

Verdeckte Sanktionen gegen Russland?

Inzwischen kursiert aber auch noch eine andere Theorie, was hinter dem Preisverfall stecken könnte. Und da wendet sich der Blick in Richtung Russland. Es wurde ja bemängelt, dass Europa zu lasch in Sachen Sanktionen im Ukraine-Konflikt agiert hat.

Rund drei Viertel der russischen Exporte hängen direkt oder indirekt am Ölpreis. Nach Berechnungen des russischen Finanzhauses Renaissance würde das flächenmäßig größte Land der Welt in die Rezession rutschen, sollten die Preise bei unter 90 Dollar bleiben. Zudem basiert Moskaus Staatsbudget auf einem Ölpreis von rund 100 Dollar. Die Kosten für die Ölförderung in Russland sollen bei 76 oder 77 Dollar liegen. Drückt man die Preise auf dieses Niveau, dann versiegt für Putin eine wichtige Einnahmequelle.

Sinkende Ölpreise würden Russland also hart treffen, erst die dortige Wirtschaft und darüber dann auch den Staat. Und tatsächlich zeigen sich bereits Auswirkungen: Moskau muss für zehnjährige Rubel-Anleihen inzwischen zehn Prozent Rendite bieten.

Diese Theorie einer „verdeckten“ Sanktion ist insbesondere vor dem Hintergrund plausibel, dass in „normalen“ Zeiten die geopolitischen Risiken (Irak, IS, Ukraine, Ebola) die Preise eigentlich hoch halten würden.

Ansätze für eine Gegenbewegung

Am Donnerstag und Freitag hat es aber den Ansatz einer Gegenbewegung gegeben. Und charttechnisch ist eine solche in jedem Fall mehr als überfällig.
In der Ölsorte Brent sehen wir langfristig eine Range von ca. 91,5 bis rund 112 US-Dollar (siehe hellblaues Rechteck im Chart).

Öl Brent - Chartanalyse

Und bei WTI erwarten wir eine Bandbreite von ca. 85 bis 107 US-Dollar.

Öl WTI- Chartanalyse

Da wir uns derzeit am unteren Ende beider Preisspannen befinden, ist davon auszugehen, dass es bald zu Preiserholungen kommt. Dies steht auch in Einklang mit der fundamentalen Annahme, dass die Mitglieder des OPEC-Kartells auf die Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen sind und die Einnahmen im vergangenen Jahr gerade so ausreichten, um die Ausgaben zu decken. Der durchschnittliche Ölpreis lag da bei 106 Dollar je Barrel. Dies spricht also längerfristig für Preise oberhalb von 100 US-Dollar. Entsprechend sollte man hier nun Long-Positionen in seine Trading-Überlegungen einbeziehen.

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 43: Handelswoche vom 20.10. bis 24.10.2014)

Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Montag, 20.10.2014

  • 08:00 - DE Erzeugerpreise September

Dienstag, 21.10.2014

  • 16:00 - US Verkäufe bestehender Häuser September

Mittwoch, 22.10.2014

  • 14:30 - US Verbraucherpreise September

Donnerstag, 23.10.2014

  • 09:30 - DE Dienstleistungsindex Oktober
  • 09:30 - DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Oktober
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Eurozone Oktober
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Eurozone Oktober
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 14:30 - US Chicago Fed National Activity Index September
  • 16:00 - US Frühindikatoren September
  • 16:00 - US FHFA Hauspreisindex August

Freitag, 24.10.2014

  • 08:10 - DE GfK Konsumklima Studie November
  • 16:00 - US Verkäufe neuer Häuser September

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