Gold-Nachfrage so niedrig wie seit Ende 2009 nicht mehr

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse – Konsolidierungen setzten sich fort
  2. DAX – Luftholen für den nächsten Anstieg
  3. S&P500 – Obere Trendkanalbegrenzung erreicht
  4. Gold und Silber – Nachfrage nach Gold so schwach wie seit Ende 2009 nicht mehr
  5. EUR/USD – Fundamentale Daten ermöglichen stärkere Gegenbewegung
  6. Termine der kommenden Woche

 

›› Marktanalyse
– Konsolidierungen setzten sich fort
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefim Gegensatz zur vorangegangenen Woche war diese Woche recht unspektakulär. Am Freitag hätte noch einmal etwas Bewegung in die Märkte kommen können, als die Daten zum BIP-Wachstum und zur Inflation in der EU und im Euroraum veröffentlicht wurden.

Inflation in Europa leicht gestiegen

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Oktober 2014 bei 0,4%, gegenüber 0,3% im September. Die jährliche Inflationsrate der Europäischen Union lag im Oktober 2014 bei 0,5%, gegenüber 0,4% im September.

Jährliche Inflation (in  %) im Euroraum und in der Europäischen Union
(Quelle: Eurostat) Jährliche Inflation (in %) im Euroraum und in der Europäischen Union

Das saisonbereinigte BIP stieg im dritten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorquartal im Euroraum um 0,2% und in der EU um 0,3%.

BIP-Wachstumsraten EU, Euroraum und USA, Veränderung gegenüber dem Vorquartal in %
(Quelle: Eurostat) BIP-Wachstumsraten EU, Euroraum und USA, Veränderung gegenüber dem Vorquartal in %

Die Daten fielen damit solide aus und dürften den Euro zumindest kurzzeitig stützen. Tatsächlich tendierte der Euro im Vorfeld der Daten zum US-Dollar lediglich seitwärts, konnte dann aber am Ende von den Daten profitieren.

EUR/USD - Dreiecksformation

An den Aktienmärkten setzen sich die Konsolidierungen fort

Für großartige Kursbewegung an den Aktienmärkten konnten die Daten derweil nicht sorgen. Und so setzte sich die Konsolidierung, über die wir bereits vor einer Woche berichteten („Marktanalyse – Trotz wichtiger Events nur eine Woche der Konsolidierung“), fort. Die US-Indizes konsolidierten nahe ihrer Hochs (lediglich der Nasdaq100 konnte am Ende noch leicht zulegen), DAX und EuroStoxx50 auf ihren erreichten Niveaus (blaues Rechteck im Chart).

Aktienindizes konsolidieren
(erstellt mit: Ariva.de) Aktienindizes konsolidieren

Dieses Kursverhalten ist aber durchaus positiv zu werten, denn nach einem starken Anstieg können die Bullen im Rahmen einer Seitwärtsbewegung für den nächsten Aufwärtsimpuls Kraft sammeln. Es spricht also eher für eine baldige Fortsetzung der Kursgewinne.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› DAX (Chartanalyse)
– Luftholen für den nächsten Anstieg
von Sven Weisenhaus

Der DAX bewegt sich nun schon seit Ende Oktober lediglich seitwärts (siehe blaues Rechteck im Chart).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Dies ist aber übergeordnet durchaus positiv zu werten. Denn damit gelingt es dem Index, den vorangegangenen Kursanstieg zu konsolidieren und Schwung für den nächsten Anstieg zu holen. Und dabei konnte er bislang auch noch die Rückkehr in den Aufwärtstrendkanal (blaue Trendlinie) verteidigen.

Damit nimmt unser Elliott-Wellen-Szenario (siehe folgender Chart) Form an, wonach die Welle 1 eines neuen 5-gliedrigen Aufwärtstrends, der nach der vorangegangenen ABC-Korrektur gestartet ist, beendet worden war. Die aktuelle Konsolidierung könnte nun die Welle 2 ausbilden, womit sich an deren Ende die Aufwärtsbewegung im Rahmen der Welle 3 (grüner Pfeil) fortsetzen würde.

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Es handelt sich also um ein bullisches Szenario, das solange möglich ist, wie das Tief der Welle C nicht unterschritten wird.

Dies würde zu unserer längerfristigen Betrachtungsweise (siehe folgender Chart) passen, wonach der DAX aus einem aufsteigenden Dreieck ausgebrochen war und mit dem Kursrutsch auf 8.350 Punkte lediglich der Rücksetzer im Rahmen der übergeordneten Welle 4 erfolgt ist (roter Pfeil).

DAX - langfristige Chartanalyse

Dabei hat er übrigens ca. 38,20% der im Juni 2012 gestarteten Aufwärtsbewegung korrigiert, was zu der Fibonacci-Analyse als Definition von Rücklaufzielen (blaue Linien im Chart) passt. (Da die Korrektur im DAX extrem dynamisch ablief, ist hier eine gewisse Toleranz zu gewähren.)

Die Gegenbewegung auf den jüngst steilen Anstieg (mögliche Elliott-Welle 2, siehe zweiter DAX-Chart oben) sollte nach Möglichkeit innerhalb der Seitwärtsrange (blaue Rechtecke) bleiben.

Wir haben nach wie vor die Befürchtung, dass die typische Herbstkorrektur noch nicht vollständig beendet. Zwar sehen wir keine signifikanten neuen Tiefs mehr, insbesondere nicht im DAX, es dürfte aber noch einige Tage lang stürmisch bleiben. Eine volatile Seitwärtsphase, wie wir sie bereits seit Oktober 2013 sehen, dürfte uns auch in den kommenden Wochen erwarten. Die Elliott-Welle 4 (siehe dritter DAX-Chart), dürfte sich also über eine längere Seitwärtsbewegung ausbilden, bevor uns die Welle 5 auf aktuell kaum vorstellbare Höhen bringt (grüner Pfeil).

 



›› S&P500 (Chartanalyse)
– Obere Trendkanalbegrenzung erreicht
von Sven Weisenhaus

Der S&P500 hat wieder exakt seine obere Trendkanalbegrenzung erreicht (siehe roter Kreis im Chart) – diese verläuft aktuell bei 2.048 Punkten, das Hoch wurde bei 2.046 markiert – ist aber dann wieder nach unten abgeprallt. Das Ergebnis ist eine Unsicherheits-Kerze.

S&P500 - Chartanalyse

Die weitere Kursrichtung ist zwar noch ungewiss, die Gefahr neuerlicher Rückschläge bleibt aber angesichts des vorangegangenen Anstiegs und des erreichten Kursniveaus hoch.

 



›› Gold und Silber
– Nachfrage nach Gold so schwach wie seit Ende 2009 nicht mehr
von Sven Weisenhaus

Der Branchenverband World Gold Council hat am Donnerstag mitgeteilt, dass im dritten Quartal 2014 weltweit 929,3 Tonnen Gold gekauft wurden. Dies entspricht einem Rückgang von 2% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit war die Nachfrage nach Gold so schwach wie seit Ende 2009 nicht mehr, womit sich auch die anhaltenden Kursverluste in dem Edelmetall erklären.

Die stärksten Rückgänge gab es bei der Nachfrage nach Goldbarren – hier betrug im Jahresvergleich das Minus 27%. Aber auch bei der Nachfrage nach Goldschmuck meldete der Branchenverband einen Rückgang um 4% und selbst die Zentralbanken fragten 9% weniger Gold nach.

Bereits im 2. Quartal 2014 war die weltweite Nachfrage nach Gold eingebrochen. In diesen drei Monaten sank sie um 16% im Vergleich zum Vorjahr. Dies bezieht sich auf alle gehandelten Produkte, von Schmuck bis hin zu Indexfonds. In Goldbarren und -münzen fielen die Investitionen sogar um 56% auf nur noch 275 Tonnen. Auch die Nachfrage nach Schmuck sank um 30% auf 510 Tonnen. Vor allem in China und Indien, den beiden größten Goldmärkten, wurde weniger Edelmetall gekauft.
Gleichzeitig war im zweiten Quartal 2014 das Angebot im Vergleich zum Vorquartal um 10% auf 1.078 Tonnen gestiegen. Es wurde also mehr Gold angeboten als gekauft, was vor allem daran lag, dass die Goldförderer die Produktion ausgeweitet haben.

Dies wird wohl auch in Zukunft so sein. Denn das World Gold Council erwartet, dass die Produktion im Jahr 2014 ihren Höhepunkt erreichen wird und sich über die kommenden 12 bis 18 Monate auf diesem Niveau halten wird.

Es zeigt sich, dass wir mit unserer Erwartung an eine langweilige Seitwärtsbewegung im Goldpreis schon seit Monaten richtig liegen und wohl auch in einigen Wochen und Monaten wohl noch richtig liegen werden.

Es ist aber nicht auszuschließen, dass das Tief, also das untere Ende der Range, erreicht wurde. Denn jüngst konnten sich die Edelmetalle stabilisieren, obwohl wichtige Unterstützungen gebrochen wurden und damit eigentlich starke Kursverluste hätten einhergehen müssen. Dies ist durchaus positiv zu werten.

Bereits vor einer Woche („Gold und Silber – Über 1.180 USD ist eine stärkere Aufwärtsbewegung möglich“) berichteten wir, dass im Silberpreis inzwischen wieder Chancen für eine Bodenbildung bei ca. 15 US-Dollar bestehen. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Vielmehr scheint sich diese Erwartung zu bestätigen mit dem dynamischen Anstieg vom Freitag, bei dem der Preis auf über 16 US-Dollar zulegen konnte.

Silber - Chartanalyse

Das Chartbild ist zwar noch klar bärisch, wir kommen aber von rund 50 US-Dollar, weshalb eine stärkere Gegenbewegung inzwischen wahrscheinlich ist.

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›› EUR/USD (Chartanalyse)
– Fundamentale Daten ermöglichen stärkere Gegenbewegung
von Sven Weisenhaus

Im Euro hatte sich im kurzfristigen Bereich eine Dreiecksformation gebildet (siehe folgender Chart), die für den nächsten Kursimpuls entscheidend sein konnte. Im Falle eines Ausbruchs nach oben war zu erwarten, dass es zu einer stärkeren Gegenbewegung kommt. Bei einem Ausbruch nach unten, waren neue Tiefs denkbar.

Trotz positiver Konjunkturdaten zum Euroraum kam es zunächst zum Ausbruch nach unten. Doch die Bären wurden dabei in eine Falle gelockt und der Kurs folgte am Ende doch der fundamentalen Entwicklung mit einem deutlichen Kursanstieg.

EUR/USD - Chartanalyse

Mit den jüngsten Konjunkturdaten für Europa zeichnet sich ab, dass die Steuerungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu wirken beginnen. Dies könnte weiter Druck vom Wechselkurs nehmen und langsam eine stärkere Gegenbewegung einleiten, die wir auch aufgrund einer Elliott-Wellen-Analyse erwarten.

EUR/USD - Elliott-Wellen-Analyse

Innerhalb der blauen Rechtecke haben drei Abwärtsbewegungen stattgefunden. Damit wurde ein vollständiger 5-gliedriger Elliott-Wellen-Zyklus beendet (rote Ziffern). Daher wäre nun aus Sicht der Elliott-Wellen zu erwarten, dass es zu einer ABC-Gegenbewegung kommen sollte. Diese könnte den Kurs durchaus bis auf 1,30 US-Dollar steigen lassen (grüner Pfeil).

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›› Termine der kommenden Woche

(KW 47: Handelswoche vom 17.11. bis 21.11.2014)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 17.11.2014

  • 01:50 - JP BIP 3. Quartal
  • 11:00 - EU Außenhandel September
  • 14:30 - US NY Empire State Index November
  • 15:15 - US Kapazitätsauslastung Oktober
  • 15:15 - US Industrieproduktion Oktober

Dienstag, 18.11.2014

  • 11:00 - DE ZEW Konjunkturerwartung November
  • 14:30 - US Erzeugerpreisindex Oktober
  • 15:00 - US Internationale Kapitalströme September
  • 16:00 - US NAHB/WF Hausmarktindex November

Mittwoch, 19.11.2014

  • 11:00 - EU Produktion Baugewerbe September
  • 14:30 - US Wohnbaugenehmigungen Oktober
  • 14:30 - US Wohnbaubeginne Oktober

Donnerstag, 20.11.2014

  • 08:00 - DE Erzeugerpreise Oktober
  • 09:30 - DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe November
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Eurozone November
  • 11:00 - DE ifo Weltwirtschaftsklima 4. Quartal
  • 14:30 - US Verbraucherpreise Oktober
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US Philadelphia Fed Index November

Freitag, 21.11.2014

  • Keine wichtigen Termine

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