Gefahr für die Märkte - Nicht ob, sondern wann kommt die große Korrektur im DAX?

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Geldpolitik der Fed – Kleine Änderungen geben Anlass für Spekulationen
  2. Gefahr für die Märkte – Formieren sich Griechenland und Russland zur Allianz?
  3. DAX – Nicht ob, sondern wann kommt die große Korrektur?
  4. Termine der kommenden Woche

 

›› Geldpolitik der Fed
– Kleine Änderungen geben Anlass für Spekulationen
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefvon den Märkten besondere Aufmerksamkeit erhielt in dieser Woche die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Im Vergleich zur vorangegangenen Sitzung im Dezember hatte kaum jemand mit großen Neuigkeiten von den Währungshütern gerechnet, zumal im Rahmen der Sitzung keine neuen Prognosen veröffentlicht werden sollten und zudem auch keine Pressekonferenz geplant war.

Fed wartet „geduldig“ ab

Tatsächlich blieb es dabei, dass die Fed bezüglich einer Zinserhöhung „geduldig“ abwartet. Der US-Leitzins liegt also vorerst weiterhin bei 0 bis 0,25%. Die Notenbänker um Janet Yellen hatten bereits zuvor eine restriktivere Ausrichtung auf den kommenden beiden Treffen im März und April quasi ausgeschlossen.

Kleine Änderungen gaben Anlass für Spekulationen

Auch das Statement beinhaltete keine Überraschungen, allerdings kleinere Änderungen im Wording. Dies gab den Märkten Raum für Spekulationen, denn wirklich Konkretes konnte man dem Fed-Statement wie gewohnt nicht entnehmen.

Die Fed wiederholte, dass sie geduldig („patient“) bleiben werde. Die Inflation sei nur vorübergehend schwach. Die Verbraucherpreise könnten kurzfristig zwar weiter sinken, dürften sich langsam aber wieder der Zielrate von 2% annähern. Der Grund dafür, dass sich die Inflation unterhalb der Zielmarke der Fed bewege, bestehe „hauptsächlich“ in den tieferen Ölpreisen. Zuvor war in dem Statement das Adjektiv „teilweise“ zu lesen.

Die wichtigste Veränderung bestand darin, dass von einem „starken“ Anstieg bei der Zahl der neuen Arbeitsplätze („strong job gains“) die Rede war, statt wie zuvor von einem „soliden“ Anstieg, und dass die Wirtschaft der USA sich in einem „soliden Tempo“ entwickle („expanding at a solid pace“), anstelle eines „moderaten Tempos“.

(Sie können das Fed-Statement im Original hier nachlesen.)

Unsicherheit in Seitwärtsbewegung abzulesen

Es herrscht Unsicherheit darüber, wann es zu der ersten Zinserhöhung der Fed kommt und ob die US-Wirtschaft steigende Zinsen bereits verkraften kann. Unsicherheit führt an den Märkten häufig zu einer Seitwärtsbewegung. Und diese zeichnet sich in den US-Indizes inzwischen schon deutlich ab.

US-Indizes in Seitwärtsphase

Diese Konsolidierung könnte sich fortsetzen und dazu führen, dass die Kurse in den USA ihren überkauften Zustand abbauen und mindestens an das untere Ende ihrer langfristigen Aufwärtstrends laufen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Gefahr für die Märkte
– Formieren sich Griechenland und Russland zur Allianz?
von Sven Weisenhaus

Viel wichtiger als die Fed-Sitzung waren aus unserer Sicht in dieser Woche die Entwicklungen nach dem Wahlausgang in Griechenland. Hier scheint sich eine neue Allianz zwischen Athen und Moskau zu formieren, die das Zeug haben kann, die EU zu spalten. Darin sehen wir eine Menge Sprengstoff für die Märkte, weshalb es gilt, diese Entwicklung sehr genau zu beobachten.

Beunruhigende Nachrichten über Griechenland und Russland

Laut Medienberichten war Moskau schon vorab über die Absicht des neuen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras informiert, dass Griechenland seine Vetomacht in der EU dazu einsetzen will, eine Fortsetzung oder gar Verschärfung der europäischen Sanktionen gegen Russland zu verhindern. Im Gegenzug wolle Russland griechische Erzeugnisse von seinem Gegenembargo gegen EU-Importe ausschließen.

Ein Ausscheren Griechenlands kann die EU deutlich schwächen

Dieses Umwerben werten nicht nur wir als Teil der Kreml-Strategie, in den Mitgliedstaaten der EU politische Kräfte sowohl auf der äußersten Linken als auch der äußersten Rechten zu gewinnen. Das klare Ziel dahinter: Die EU spalten und so verhindern, dass bestehende europäische Sanktionen verlängert oder neue Maßnahmen verhängt werden. Denn beide Beschlüsse setzen Einstimmigkeit in der EU voraus. Wenn Griechenland unter der neuen Führung ausschert, dürfte dies die EU merklich schwächen.
Zudem wird nach Griechenland in diesem Jahr auch in Spanien und Portugal ein neues Parlament gewählt. Dort könnten weitere „Krisenquittungen“ folgen.

Es wird Tacheles geredet

Der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz war am Donnerstag bereits nach Griechenland gereist, um mit der neuen Regierung „Tacheles“ zu reden. Dabei soll es nicht nur um die finanzpolitischen Pläne, sondern auch um die Haltung zu den Russland-Sanktionen gegangen sein. Was dabei rausgekommen ist, ist uns leider noch nicht bekannt.

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem folgte Herrn Schulz am Freitag nach Athen. Es ist positiv zu werten, dass schnelle Gespräche gesucht werden, denn die Zeit drängt: Das Rettungsprogramm der Troika läuft Ende Februar für Griechenland aus.

Vorsichtige Haltung ist mehr als angebracht

Wir halten den deutschen Aktienmarkt kurzfristig für überkauft und sehen die US-Indizes in der Gefahr einer Topbildung. Beides sind charttechnische Argumente für eine vorsichtige Haltung. Im Pulverfass Griechenland/Russland sehen wir fundamentale Gründe, um trotz bullischem Ausbruch im DAX nicht massiv auf steigende Kurse zu setzen.

HeidelbergCement brachte 9% Gewinn

Stattdessen haben wir unsere Aktienquote durch eine Gewinnrealisierung etwas reduziert. Die Aktien von HeidelbergCement konnten wir am Donnerstag mit einem Gewinn von 9% verkaufen.
Vielleicht erinnern Sie sich, dass wir die Aktien hier im Geldanlage-Brief in der Ausgabe vom 25. November 2013 besprochen hatten. Damals gingen wir davon aus, dass der Widerstand bei 60 Euro einige Zeit Kursanstiege verhindern könnte, im Falle eines Ausbruchs aber Kurspotential vorhanden wäre. Wir blieben geduldig und nahmen die Aktie erst 8 Monate später ins Musterdepot auf. Inzwischen erfolgte der dynamische Ausbruch, der uns einen schönen Gewinn brachte.

HeidelbergCement - Chartanalyse

Schwache Rohstoffnotierungen deuten auf Schwäche der Weltwirtschaft hin

Nachdem sich das Musterdepot innerhalb von zwei Wochen um mehr als 1.000 Euro verbessern konnte, haben schwache Rohstoffnotierungen in dieser Woche belastet. Übrigens ist auch dies ein fundamentaler Grund für eine defensive Haltung, denn sinkende Rohstoffpreise deuten meist auch auf eine schwächere Nachfrage hin, die bedingt sein kann durch eine nachlassende Weltwirtschaftsaktivität.

Vor diesem Hintergrund bekräftigen wir unsere Warnung, dass das Allzeithoch im DAX und der damit verbundene Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung nicht nachhaltig sein könnten. Wenn die US-Indizes ihre Schwäche fortsetzen oder die Probleme mit Griechenland und/oder Russland zunehmen, wird sich der DAX dem nicht entziehen können.


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›› DAX (Chartanalyse / Elliott-Wellen-Analyse)
– Nicht ob, sondern wann kommt die große Korrektur?
von Sven Weisenhaus

Dass das Allzeithoch im DAX und der damit verbundene Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung nicht nachhaltig sein könnten, dafür spricht auch unser langfristiges Elliott-Wellen-Szenario. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den folgenden DAX-Chart, den wir zuletzt hier im „Geldanlage-Brief“ am 11. Januar präsentiert hatten?!

DAX - längerfristige Elliott-Wellen-Analyse

Am Ende der mehrmonatigen Korrektur im DAX, die wir als Welle 4 bezeichnet hatten, sollte eine letzte Aufwärtswelle 5 den DAX auf neue Höhen treiben. Genau dies ist nun geschehen.

Doch führt man diese von mir bereits vor einigen Jahren aufgestellte Elliott-Wellen-Prognose fort (siehe folgender Chart), dann folgt nach dem 5-gliedrigen Aufwärtstrend (rote Ziffern 1 bis 5) eine ABC-Korrektur (rote Buchstaben).

DAX - längerfristige Elliott-Wellen-Analyse

Nachdem der DAX im Rahmen der übergeordneten Welle 3 (blaue Ziffern) von unter 5.000 auf fast 11.000 Punkte gestiegen ist, könnte diese ABC-Korrektur den DAX im Rahmen der Welle 4 durchaus noch einmal zurück auf sein ehemaliges Allzeithoch führen. Einem Anstieg um 116% wäre in diesem Fall eine 25%-Korrektur gefolgt.

Aus Sicht der Fibonacci-Marken (siehe folgender Chart) sicherlich keine ungewöhnlich starke Korrektur. Denn hätten wir das Hoch im DAX bereits bei rund 10.818,03 Punkten gesehen, dann würde eine Korrektur auf 8.582,48 Zähler lediglich auf das 38,20%-Fibonacci-Retracement führen. In der Charttechnik ist eine solche (Minimalziel-)Korrektur absolut nichts Ungewöhnliches.

DAX - Fibonacci-Marken

Wir wollen aber den Teufel nicht an die Wand malen, denn noch ist natürlich überhaupt nicht sicher, dass wir das Hoch tatsächlich mit dem jüngsten Anstieg auf knapp über 10.800 Punkte schon gesehen haben. Es besteht durchaus die Chance, dass sich der DAX im Rahmen seiner Welle 5 (rot) bzw. der übergeordneten Welle 3 (blau) noch weiter nach oben arbeiten kann. Und dann müsste man auch die Fibonacci-Retracements nach oben anpassen.

Es ist also nicht klar, WANN der DAX eine stärkere Korrektur startet, es ist aus unserer Sicht lediglich sicher, DASS sie kommen wird. Und mit Blick auf die US-Indizes, ist eine solche längst überfällig, sofern sie nicht bereits gestartet ist (roter Pfeil im folgenden S&P500-Chart).

Der Verkauf von HeidelbergCement in dieser Woche, mit dem wir unsere Aktienquote erneut etwas zurückgenommen haben (siehe oben), macht bei dieser Chartbetrachtung noch einmal mehr Sinn.

Fazit

In den vergangenen Hauptausgaben des Börsendienstes „Geldanlage Premium Depot“ schrieben wir unseren Abonnenten: „Aktienmärkte laufen aber nicht ewig seitwärts. Der DAX könnte in diesem Jahr seine Korrektur beenden und nach oben ausbrechen. DANN lässt sich auch mit Aktien wieder viel Geld verdienen.“ Genau dies ist inzwischen geschehen und wir haben von dieser Entwicklung auch klar profitiert (+1.000 Euro innerhalb von zwei Wochen).

Wir werden unverändert alles daran setzen, dass es in 2015 mit unserem Musterdepot weiter aufwärts geht. Inwiefern uns dabei allerdings die Aktienmärkte eine Hilfe sein werden, dass wird sich noch zeigen. Die US-Notenbank Fed jedenfalls wird (Stand heute) in diesem Jahr die Zinsen anheben, womit ein Kurstreiber wegfällt. Die EZB dürfte ihr Pulver nun verschossen haben. Die europäische Wirtschaft dürfte erst frühestens ab 2016 in die Gänge kommen. Und die mögliche Allianz aus Russland und Griechenland könnte die EU, den Euroraum und damit die Märkte noch schwer belasten...

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 06: Handelswoche vom 02.02.2015 bis 06.02.2015)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 02.02.2015

  • 09:55 - DE Einkaufsmanagerindex Januar
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Eurozone Januar
  • 14:30 - US Persönliche Auslagen Dezember
  • 14:30 - US Persönliche Einkommen Dezember
  • 16:00 - US ISM Index Januar
  • 16:00 - US Bauausgaben Dezember

Dienstag, 03.02.2015

  • 11:00 - EU Erzeugerpreise Industrie Dezember
  • 16:00 - US Industrieaufträge Dezember

Mittwoch, 04.02.2015

  • 09:55 - DE Dienstleistungsindex Januar
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Januar
  • 11:00 - EU Einzelhandel Dezember
  • 14:15 - US ADP-Arbeitsmarktbericht Januar
  • 16:00 - US ISM Dienstleistungsindex Januar

Donnerstag, 05.02.2015

  • 12:00 - DE Auftragseingang Industrie Dezember
  • 13:00 - GB BoE Sitzungsergebnis
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

Freitag, 06.02.2015

  • 12:00 - DE Produktion prod. Gewerbe Dezember
  • 14:30 - US Arbeitslosenquote Januar
  • 14:30 - US Beschäftigte ex Agrar Januar
  • 14:30 - US Stundenlöhne Januar

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