Die Ruhe vor dem Sturm? +++ Vola-Trade +++ Ölpreise: Gegenbewegung bringt Tradinggewinne

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse – Die Ruhe vor dem Sturm?
  2. Trade auf die Volatilität – Wenn die US-Indizes ihren Aufwärtstrend fortsetzen…
  3. Öl – Gegenbewegung ermöglicht schnelle Tradinggewinne

 

›› Marktanalyse
– Die Ruhe vor dem Sturm?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefin den USA sind die monatlichen Arbeitsmarktdaten in dieser Woche wieder einmal recht ordentlich ausgefallen:

Gemäß den Erhebungen des Personaldienstleisters ADP vom Mittwoch lag der Beschäftigungszuwachs in der Privatwirtschaft mit 213.000 Stellen leicht unter den Konsensschätzungen (223.00).

Laut den offiziellen Zahlen vom Bureau of Labor Statistics, die am Freitag um 14:30 Uhr veröffentlicht wurden, betrug die Zahl der neugeschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Januar 257.000, womit sie leicht über den 231.000 erwarteten Arbeitsplätzen lagen (nach 252.000 zuvor). Zudem wurde der Dezember-Wert von 252.000 auf 329.000 recht deutlich nach oben revidiert.

US-Arbeitsmarktdaten - neue Stellen
(Quelle: Markt-Daten.de) neue Stellen in den USA

Die aus einer separaten Umfrage ermittelte US-Arbeitslosenquote wurde für Januar mit 5,7% angegeben. Erwartet wurden 5,6% nach 5,6% zuvor.

US-Arbeitsmarktdaten - Arbeitslosenquote
(Quelle: Markt-Daten.de) Arbeitslosenquote in den USA

US-Arbeitsmarktdaten wurden schnell zum Non-Event

Insgesamt liegen die Zahlen im Rahmen der Markterwartung und können somit als Non-Event abgehakt werden. Auch die Reaktionen der Börsen im direkten Anschluss an die Verkündung der Daten fielen verhalten aus. Kommen wir also zu wichtigeren Themen:

EZB gibt Tsipras und Varoufakis Denkzettel mit auf den Heimweg

Nach den großspurigen Wahlversprechungen dürfte sich die neue griechische Regierung nach ihren Antrittsbesuchen in Europa inzwischen in der Defensive befinden. Insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr einen deutlichen Schuss vor den Bug verpasst. Sie hat angekündigt, ab dem 11. Februar, mit Fälligkeit des aktuellen Hauptrefinanzierungsgeschäfts, keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit zu akzeptieren. Die bislang geltende Aussetzung der Mindestbonitätsanforderungen für von der Hellenischen Republik begebene oder garantierte marktfähige Finanzinstrumente, die es Griechenland erlaubte, trotzt der Bonität von Ramschanleihen an Zentralbankgelder zu gelangen, wird aufgehoben.

Draghi rechnet nicht mit einem Einlenken der Griechen

Dazu teilte die EZB mit, dass die Aufhebung im Einklang mit den geltenden Regelungen des Eurosystems steht, „da derzeit nicht von einem erfolgreichen Abschluss der Überprüfung des Anpassungsprogramms ausgegangen werden kann“. Zu dieser Erkenntnis dürfte Mario Draghi wohl nach dem Gespräch mit dem griechischen Finanzminister Varoufakis am vergangenen Mittwoch gekommen sein. Zuvor hatte die neue griechische Regierung angekündigt, künftig nicht mehr mit der Troika aus EU-Kommission, Internationalen Währungsfonds und EZB zusammenarbeiten zu wollen.

Entscheidung der EZB trifft zunächst die griechischen Banken

Zunächst einmal trifft die Entscheidung der EZB die griechischen Banken, denn für sie, die hauptsächlich auf den griechischen Staatsanleihen sitzen, wird es nun deutlich teurer, sich Geld zu beschaffen. Sie können lediglich noch auf Notkredite der griechischen Zentralbank zurückgreifen, doch sind diese verzinst als Geld von der EZB und damit teurer. Statt bisher 0,05% müssen sie künftig etwa 1,55% Zinsen für liquide Mittel bezahlen.

Die verbliebenen Banken Griechenlands in arger Bedrängnis

Eigentlich dürften die nationalen Notenbanken im Euroraum die sogenannten „ELA-Kredite“ („Emergency Liquidity Assistance“) nur solventen Geschäftsbanken gewähren, deren Liquiditätsproblem als „vorübergehend“ eingestuft wird. Griechenlands Banken sind aber arg Bedrängnis: Laut der Nachrichtenagentur Reuters haben bereits drei der vier Großbanken begonnen, Finanzhilfen der nationalen Notenbank zu nutzen. Bisher belaufe sich die abgerufene Summe auf rund zwei Milliarden Euro. Die griechischen Banken hätten zuvor spürbare Abflüsse bei ihren Einlagen verzeichnet, berichtet Reuters.

Geblieben sind übrigens nur noch die vier Banken National Bank of Greece, Alpha Bank, Piraeus Bank und Eurobank. Die übrigen zwölf Banken des Landes wurden bereits im Rahmen der abgewickelt wurden und die Reste in die verbliebenen integriert.

Die Haftung liegt nun bei der nationalen Zentralbank

Anders als bei der regulären Refinanzierung von Geschäftsbanken durch die EZB haften für ELA-Kredite die jeweiligen nationalen Zentralbanken beziehungsweise der Staat, nicht die Euro-Partner. Im konkreten Notfall müsste die griechische Notenbank diese sogenannte „Emergency Liquidity Assistance“ (ELA) also auf eigenes Risiko refinanzieren.

Athen überlegt nun, sich durch die Ausgabe kurzfristiger Schuldverschreibungen (T-Bills) zu finanzieren. Dafür galt bislang eine Obergrenze von 15 Milliarden Euro. Die EZB lehnte es zunächst ab, diese Obergrenze zu erhöhen. Inzwischen hat sie die Obergrenze für Notkredite der griechischen Notenbank an Geschäftsbanken des Landes angehoben. Nach übereinstimmenden Berichten der Nachrichtenagenturen Reuters und AFP wurde das Limit auf 60 Milliarden Euro erhöht.

Den Griechen läuft die Zeit davon

Den Griechen läuft die Zeit davon. Die knappen liquiden Finanzmittel des bankrotten Staats versiegen. Eine letzte Rate aus dem aktuellen Troika-Programm steht noch aus. Immerhin sieben Milliarden Euro. Doch ohne Einlenken der Regierung Athens wird es nicht zur Auszahlung kommen. Und bis Ende März 2015 müssen 4 Milliarden Euro Schulden bedient werden. Als nächste Eskalationsstufe könnte der Zentralbankrat mit Zwei-Drittel-Mehrheit auch noch die Ela-Kredite stoppen.

Angesichts dieser politischen Unsicherheit besteht die Gefahr, dass Panik entsteht und immer mehr Menschen die Bankkonten leerräumen. Spätestens am 16. Februar, dem nächsten regulären Treffen der Eurofinanzminister, müsste ein Antrag auf Verlängerung des laufenden Hilfsprogramms gestellt werden. Andernfalls steht Griechenland ab März ohne finanzielle Unterstützung der Eurozone dar.

In der Realität angekommen

Die Betteltour von Tsipras und Finanzminister Varoufakis wurde zum Desaster. Nun lernen die beiden Herren die Realität der Politik kennen. Und sie sollten so langsam begreifen, was für eine Stütze die europäischen Partner für ihr Land wirklich ist.

Konflikte kurz vor der Eskalation

Wie sich die Märkte vor diesem Hintergrund noch so ruhig verhalten können, ist ein Rätsel. Zumal auch noch ein anderer Konflikt kurz vor der Eskalation steht:

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise wollten die Verteidigungsminister der 28 Nato-Staaten in diesen Tagen ihre Planungen gegen Russland voranbringen. Bei einem Spitzentreffen in Brüssel standen unter anderem Beschlüsse zum Aufbau von sechs neuen Stützpunkten in Bündnisländern wie Litauen und Polen auf der Tagesordnung, womit die Politik des Wettdrohens weitergehen könnte.

Zudem haben sich mehrere Dutzend Staats- und Regierungschefs, Außen- und Verteidigungsminister in München zur 51. Sicherheitskonferenz zusammengefunden. Auch im Mittelpunkt dieses hochkarätig besetzten Treffens stehen Beratungen über den Krieg in der Ostukraine.

Derweil setzten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande ihren Vermittlungsversuch in der Ukraine-Krise mit einem Besuch in Russland fort. Zuvor hatten sich die beiden in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko beraten.

Die Ruhe vor dem Sturm?

Was bei all diesen Verhandlungsrunden letztlich herauskommt, ist völlig ungewiss. Eigentlich mögen Börsen keine Unsicherheit. Insofern können wir die aktuelle Ruhe an den Märkten nicht richtig einschätzen. Ist dies vielleicht nur die Ruhe vor dem Sturm?

In diesem Zusammenhang erinnern wir Sie gerne an unsere DAX-Analyse der vorangegangenen Hauptausgabe („DAX – Nicht ob, sondern wann kommt die große Korrektur?“, siehe Chart).

DAX - Fibonacci-Marken

Aktienquote vorsichtshalber weiter reduziert und Gewinne mitgenommen

Und vor diesem Hintergrund sind wir auch zufrieden mit dem Verkauf einiger Aktienpositionen aus unserem Geldanlage Premium Depot am vergangenen Freitag, bei dem wir wieder einen Teil unserer Schäfchen vorsichtshalber ins Trockene gebracht und dabei auch noch ordentliche Gewinne erzielt haben.

Am Donnerstag der vorangegangenen Woche hatten wir bereits mit dem Verkauf von HeidelbergCement (ebenfalls mit Gewinn) unsere Aktienquote reduziert. Von 8 Aktienpositionen, die wir noch vor zwei Wochen hielten, sind nun „nur“ noch 5 übrig. Wir würden also weiterhin von steigenden Aktienmärkten profitieren, könnten aber im Falle einer (erwarteten) Korrektur durch die inzwischen deutlich erhöhte Cashposition auf Schnäppchenjagd gehen.

Nachdem sich unser Musterdepot vor einer Woche durch schwache Rohstoffnotierungen belastet zeigte, legte es in dieser Woche wieder auf fast allen Positionen zum Teil deutlich zu. Lässt man die verkauften Aktien außen vor, dann hat sich das Depot um 758,9 Euro verbessert. Würde man die beiden verkauften Aktienpositionen hinzurechnen, wäre der Zuwachs noch größer.


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Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Trade auf die Volatilität
– Wenn die US-Indizes ihren Aufwärtstrend fortsetzen…
von Sven Weisenhaus

Vielleicht erinnern Sie sich noch, wie wir auch in der Ausgabe des Geldanlage-Briefs vom 14. Dezember 2014 über diverse Gewinnrealisierungen berichteten. Neben dem Verkauf von Commerzbank-Aktien zu 12 Euro (+20% Gewinn, aktueller Kurs: 11,22 Euro) und einem DAX-Long (+33,76% Gewinn), hatten wir uns auch aus einem Volatilitätstrade (+5% Gewinn) verabschiedet.

Volatilitätsindex VIX

Durch anschließende Kursturbulenzen in den US-Indizes stieg der Volatilitätsindex VIX deutlich an (siehe Chart) und das Volatilitäts-Wertpapier, welches negativ mit dem VIX korreliert, fiel vom Verkaufskurs bei 651 Euro auf 500 Euro um über 23% zurück.

Zu diesem Kurs haben wir es inzwischen zurück in unser Musterdepot geholt. Und weil sich die US-Indizes inzwischen erholt haben und die Volatilität nachgelassen hat (der VIX gefallen ist), liegt dieser Trade nun schon wieder fast 9% im Gewinn. Bis zum dem Kurs, zu dem wir das Wertpapier beim vorangegangenen Trade verkauft hatten (651 Euro), hat der Trade aber noch eine Menge Potential.

Wir hatten hier im Geldanlage-Brief schon diverse Male über das Thema Volatilität berichtet und wie man davon profitieren kann. Werfen Sie dazu einfach einen Blick zum Beispiel in die Ausgaben vom 19. Oktober 2014 („Volatilität – Sorglosigkeit der Anleger kündigte Aktienmarktkorrektur an“) und 17. August 2014 („Volatilität (VIX) - Sorglosigkeit der Anleger könnte zum erneuten Problem werden“).

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Wenn die US-Indizes ihren Aufwärtstrend fortsetzen können, was sie in dieser Woche eingeleitet haben, dann sehen wir im aktuellen Volatilitätstrade noch ein Kurspotential von über 20%. Sie können also jetzt noch einsteigen.

 



›› Öl (Brent und WTI)
– Gegenbewegung ermöglicht schnelle Tradinggewinne
von Sven Weisenhaus

Die Ölpreise sind inzwischen stark angestiegen und haben damit eine deutliche Gegenbewegung geschafft. Vom Tief ging es rund 20% aufwärts.

Ölpreise - Gegenbewegung

Verantwortlich dafür sind vermehrte Meldungen, denen zufolge allein während der vergangenen Woche 94 Ölplattformen von den Ölfeldern der USA durch die Ölfirmen abgezogen bzw. stillgelegt wurden. Die Zahl der aktiven Ölplattformen befindet sich damit aktuell auf einem Dreijahrestief. Darüber hinaus könnte ein Streik der Raffineriearbeiter – der größte seit dem Jahre 1980 –, zu einer Verknappung der Benzinversorgung in den USA führen. Händler verwiesen daneben auf die Pläne des Ölgiganten BP, seine Investitionen dieses Jahr um 13% auf 20 Milliarden Dollar zu kappen. Einsparungen hatten bereits die US-Rivalen Exxon Mobil und Chevron sowie der britisch-niederländische Konkurrent Shell angekündigt.

Es spricht noch nicht alles für steigende Ölpreise

Trotz des Rückgangs von Ölbohrungen steigen derzeit die Ölbestände in den USA wöchentlich an - und liegen seit vier Wochen auf Rekordniveau. Es spricht also noch nicht alles für wieder kontinuierlich anziehende Notierungen, aber wir sehen inzwischen klare Bewegungen in die für uns richtige Richtung. Denn unser Trade auf die Ölsorte Brent liegt mehr als 15% im Gewinn.

Der Ölpreis muss nun nachliefern

Der Ölpreis muss nun nachliefern und weiter ansteigen, sonst besteht die Gefahr einer Konsolidierung auf niedrigem Niveau, die uns nicht weiterhilft. Wir haben daher den Trade am Freitag bereits mit einem StopLoss abgesichert und erzielen damit nun in jedem Fall bereits einen Gewinn. Sollte dieser ausgelöst werden, könnten wir die Position zu günstigeren Kursen zurückkaufen und so optimieren.

Intensive Analyse führt zu Tradinggewinnen

Wir haben in den vergangenen Wochen den Ölmarkt intensiv beobachtet und hier an dieser Stelle ausführlich über unsere Erkenntnisse berichtet (siehe auch Zusammenfassung unten). Es gab hinreichend viele Anzeichen dafür, dass der Markt völlig überverkauft war. Nun zeigt sich, dass wir damit richtig lagen. Hoffen wir, dass die Preise nun im Interesse unseres Trades weiter anziehen und wir den Stopp dann weiter in den Gewinn nachziehen können.

Bislang wurden alle Anzeichen für eine Stabilisierung oder gar stärkere Gegenbewegung nach kurzer Zeit immer wieder zunichte gemacht. Es fehlte einfach noch ein klares Signal der Bullen, dass sie bereit für Käufe sind. Dieses Signal hat es nun gegeben.

Fundamental ernsthafte Anzeichen für einen charttechnischen Boden

Die Ölpreise waren jüngst noch weiter abgerutscht auf knapp 45 USD. Das war für die Ölpreise das niedrigste Niveau seit dem April 2009. Die Preise sind damit seit dem Juni vergangenen Jahres um gut 60% gesunken. Der Grund: Noch immer schätzt die Internationale Energieagentur das tägliche Überangebot auf 1,5 Millionen Barrel am Tag. Inzwischen gibt es aber fundamental ernsthafte Anzeichen für einen Boden:

  1. Die IEA erklärte kürzlich, Aussagen zum Boden des Öl-Marktes seien reine Spekulation. Ohne größere Störung dürfte eine Erholung der Preise zwar nicht bevorstehen, doch mehren sich die Anzeichen, dass sich die Flut wendet.
  2. OPEC-Generalsekretär Al-Badri gab an, dass die Produktionskosten der OPEC niedriger seien als die anderer Ölproduzenten. Und sobald diese Produzenten Geld verlieren, würden sie die Produktion senken. Wenn zudem die Öl-Firmen ihre Investitionen zurückfahren, könnte der Ölpreis sogar wieder über 100 USD steigen. Er erwartet keinen Preisverfall auf 20 oder 25 USD je Barrel. Stattdessen sagte er: „Die Preise liegen derzeit bei 45 bis 55 Dollar und ich denke, dass sie den Tiefpunkt erreicht haben.“ Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters geht das Ölkartell in diesem Jahr von Ölpreisen bei 70 bis 80 Dollar je Barrel aus. Die Agentur berief sich dabei auf Insider.
  3. Der Druck auf die OPEC steigt. Die Preisreaktion könnte heftiger ausgefallen sein als von der Organisation erwartet. So hatte Saudi Arabien bspw. parallel zu der OPEC-Entscheidung verkündet, auch ein Preisniveau von 50 US-Dollar aushalten zu können. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten vor einigen Wochen 45 US-Dollar als verkraftbares Preisniveau genannt. Sollte sich der Ölpreis unterhalb dieser Komfortzonen der Staaten bewegen, wird ein Eingreifen wahrscheinlicher.
  4. Das Team Volkswirtschaft von Sal. Oppenheim schrieb jüngst in einem Paper „Rohstoffnotierungen unter Druck“: Während 2014 noch High Yield-Anleihen mit einem Volumen von 163 Mrd. US-Dollar für neue Energieprojekte in den USA emittiert wurden, zeigt sich nun eine deutliche Einengung dieses Finanzierungskanals für neue Förderprojekte. Viele Ölkonzerne haben ihre Investitionsbudgets auf Basis der niedrigeren Ölpreise gesenkt. Und auch die Zahl der Beantragungen neuer Förderrechte ist in den USA bereits im November um 30% gegenüber Oktober zurückgegangen.
  5. Daneben schlagen inzwischen die Ölförderer in der Nordsee Alarm. „Wir stehen kurz vor dem Kollaps“, soll Robin Allan, Chef des britischen Branchenverbandes Brindex, der vor allem kleinere Ölfirmen vertritt, gesagt haben. Beim derzeitigen Ölpreis sei es fast unmöglich, Geld zu verdienen. Laut Medienberichten stehen in Norwegen 10% der rund 100.000 Arbeitsplätze zur Disposition. Der staatliche Energiekonzern Statoil, dessen Geschäfte weit über die Öl- und Gasförderung in der Nordsee hinausreichen, will seine Kosten bis 2016 insgesamt um 1,3 Milliarden Dollar senken.
  6. Die Zahl der aktiven Bohrlöcher fiel kürzlich um 61, was dem stärksten Wochenrückgang seit 1991 entspricht. Damit war in 10 von 13 Wochen die Zahl der aktiven Bohrlöcher gefallen. Nun wird noch an 1421 Stellen gefördert, während es im Oktober noch 1609 waren. Dieser Rückgang wird sich über kurz oder lang auch auf die Produktion niederschlagen. Die Fachleute von der Commerzbank rechnen zum Beispiel mit deutlich spürbaren Effekten im zweiten Halbjahr.
  7. Ölhändler mieten verstärkt Supertanker an, um Öl auf dem Meer zu lagern. Nach Expertenschätzungen lagern inzwischen 40 Millionen Barrel Rohöl auf Schiffen. Zu den Unternehmen gehören etwa der größte unabhängige Ölhändler Vitol oder die in der Schweiz ansässige Trafigura, aber auch der Energiekonzern Shell, soll die Nachrichtenagentur Reuters aus Schifffahrts- und Frachtmaklerkreisen erfahren haben. Beim letzten Ölpreisverfall 2009 hatte es mehr als 100 Millionen Barrel Lagerkapazität auf See gegeben.
  8. Die Stimmung für den Ölmarkt ist derzeit extrem schlecht. Aus Sicht des Sentiments als Kontraindikator ist dies ein hervorragender Grund, spätestens jetzt auf steigende Kurse zu setzen.

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