Griechenland : Euro-Austritt wahrscheinlich? +++ Centrotec: Gewinnwarnung! +++ Deutsche Bank: Günstig zu haben

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Griechenland – Euro-Austritt wird immer wahrscheinlicher
  2. CENTROTEC Sustainable AG – Kaufen trotz erneuter Gewinnwarnung?
  3. Deutsche Bank AG – Zahlen zum Geschäftsjahr 2014 überraschen Experten und Anleger

 

›› Griechenland
– Euro-Austritt wird immer wahrscheinlicher
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdas griechische Parlament hat Alexis Tsipras das Vertrauen ausgesprochen – 162 von 299 anwesenden Abgeordneten stimmten für Tsipras’ Agenda. Damit erhielt der neue Regierungschef „nur“ exakt die Stimmen seiner Linkspartei Syriza (149) und des rechtspopulistischen Koalitionspartners „Unabhängige Griechen“ (13). Abgesehen von einem abwesenden Abgeordneten stimmten alle anderen Parlamentarier gegen die neue Regierung.

Vertrauensfrage nach nur zwei Wochen Amtszeit

Nur zwei Wochen nach seinem Wahlsieg stellte sich der griechische Regierungschef Tsipras am gestrigen Dienstag einer Vertrauensabstimmung im Athener Parlament. Zuvor hatte der Regierungschef den Abgeordneten versprochen, dass er das Hilfspaket nicht verlängern werde, „egal was Schäuble fordert“. Tsipras will aus den strikten Sparauflagen des internationalen Hilfsprogramms aussteigen und eine neue Lösung für die Schulden aushandeln. Bei einem Sondertreffen der Finanzminister der Eurozone will die griechische Regierung heute in Brüssel darlegen, wie sie sich die Zukunft des Hilfsprogramms der europäischen Partner vorstellt.

Griechische Banken ab Morgen auf Notfallkredite angewiesen

Ab Morgen sind die griechischen Banken auf Notfallkredite der eigenen Zentralbank angewiesen, weil die Europäische Zentralbank (EZB) griechische Staatsanleihen dann nicht mehr als Sicherheit akzeptiert.

„Grexit“ wird immer wahrscheinlicher

Der Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG und Co. KGaA, Dr. Martin Moryson, zeigte sich in einem Kommentar wenig optimistisch: „Auch wenn wir von einer Kompromisslösung ausgehen, ist das reale Risiko eines griechischen Austritts aus der Währungsunion heute größer als zum Höhepunkt der Staatsschuldenkrise. Vor allem die Gefahr, dass einerseits die Basis von Syriza mit der Kompromisslinie nicht einverstanden ist und dass anderseits die Rücknahme der Reformen so gravierend ist, dass die nördlichen Staaten der EWU dies nicht akzeptieren wollen, erhöht das Risiko für einen GREXIT.
Nachdem die EZB griechische Staatsanleihen nicht mehr als Kollateral akzeptiert, ist eine politische Vereinbarung notwendig, um das Bankensystem nicht weiter zu destabilisieren.

Griechenland Schulden

Wie konnte Griechenland überhaupt in diese Lage geraten?

Wenn Sie sich die Frage stellen, wie Griechenland überhaupt in diese Lage geraten konnte, dann liefert die aktuelle Ausgabe des CIO-View der Deutsche Asset & Wealth Management in der Februar 2015-Ausgabe Antworten:

Demnach führte die jahrelange Finanzierung des zu hohen Lebensstandards durch Kapitalzuflüsse aus dem Ausland zu einer Abhängigkeit. Als dann die Finanzierungsquellen versiegten, kam es zu einer Zahlungsbilanzkrise. Und weil dann auch noch ausländische Kapitalgeber die Rückzahlung alter Kredite forderten, waren der Staat, die privaten Haushalte und die Unternehmen gezwungen, ihre Ausgaben einzuschränken und mehr zu sparen.

Sparen und Wettbewerbsfähigkeit stärken sind die Aufgaben für Griechenland

Zudem musste die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Früher konnten die Südländer in Europa dies über eine Abwertung der eigenen Währung erreichen. Mit der Einführung des Euro steht diese Maßnahme aber nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen trugen ein Rückgang der Löhne und Preise sowie Produktions- und Arbeitsplatzverluste dazu bei, die langjährige Lücke zwischen inländischer Ersparnis und inländischer Investition zu schließen. Dadurch ließ sich eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts beobachten.

Um die sozialen Kosten des Reformprozesses zu mildern, gewährten der IWF, die Regierungen innerhalb der Eurozone sowie die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) Schützenhilfe“, ist in dem CIO-View zu lesen. Dass die griechische Regierung und die Bevölkerung des Landes diese simplen Zusammenhänge nicht erkennen wollen, liegt wohl in den hohen Lasten aus der Spar- und Reformpolitik, die einfach nach vielen Jahren der erzwungenen Enthaltsamkeit andere Prioritäten in den Fokus rücken lassen.

Entweder… oder…

Doch wenn man eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit nicht durch sinkende Löhne und Preise sowie durch strukturelle Reformen erreichen will, dann kann dies eben nur mit einer eigenen Währung klappen, die man abwerten kann. Die Folgen dessen wären aber Inflation und drastisch sinkende Kaufkraft und damit nicht weniger schlimm als der bisher beschrittene Weg.

Griechenland Schulden in % des BIPZurückhaltung weiterhin angebracht

In Anbetracht der aktuellen Nachrichten und der ungewissen Lage verhalten sich die Märkte insbesondere in Europa überraschend ruhig. – Wir trauen dem Braten nicht und halten uns daher weiterhin mit Investments zurück.

Anleger sollten auch bedenken, dass wir uns im siebten Jahr eines Aufwärtszyklus an den Aktienmärkten befinden.

Sollte sich aber abzeichnen, dass die Märkte weiter steigen, dann könnten die nachfolgenden Informationen interessant für Sie sein…


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› CENTROTEC Sustainable AG
– Kaufen trotz erneuter Gewinnwarnung?
von Sven Weisenhaus

Die CENTROTEC Sustainable AG (WKN: 540750) hat kürzlich, um genau zu sein am 30. Januar 2015, eine angepasste Prognose per Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht. Dabei wurde erneut eine Gewinnwarnung ausgesprochen:

Umsatzziel erreicht

Das Unternehmen aus Brilon geht auf Basis vorläufiger Berechnungen davon aus, die für das Jahr 2014 abgegebene Umsatzprognose (525 bis 550 Mio. Euro) mit einem Konzernumsatz von ca. 531 Mio. Euro zu erreichen.

Wirtschaftsschwäche und Wechselkurse belasten das Ergebnis 2014

Die auch im 4. Quartal weiter schwache Entwicklung der meisten Märkte und die Entwicklung des russischen Rubels, die das Ergebnis (EBIT) mit mehr als einer Mio. Euro belastete, werden voraussichtlich mit knapp 31 Mio. Euro für eine leichte Unterschreitung der bisherigen Ergebnisprognose (32 bis 34 Mio. Euro) sorgen.

Unbefriedigende Rahmenbedingungen auch in 2015

Für das laufende Geschäftsjahr 2015 sieht CENTROTEC keine nennenswerte Entspannung der unbefriedigenden Rahmenbedingungen. Der niedrige Ölpreis liefere wenig Impulse zur Wiederbelebung des schwachen deutschen Heizungsmarktes und die weiterhin ausbleibende Konjunkturerholung in West- und Südeuropa, die Euro-Krise sowie der Ukrainekonflikt hemmen zudem die Erwartungen für die internationalen Absatzmärkte, so das Unternehmen. Erst zum Jahresende lassen sich wieder positive Impulse von den ab Herbst in Kraft tretenden, verschärften europäischen und nationalen Effizienzvorgaben für Gebäude erwarten.

Fundamentale Aktienanalyse: Auf aktuellem Niveau durchaus ein Kauf

Bei einem Aktienkurs von 13,30 Euro wiegt das Unternehmen an der Börse 233,6 Mio. Euro. Daraus errechnet sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV, 2014) in Höhe von 0,44, was als günstig angesehen werden kann. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt nur bei knapp über 10, was für ein profitables Unternehmen als sehr günstig erachtet werden kann. – Die Aktie ist also auf dem aktuellen Niveau durchaus ein Kauf, auch wenn ein Anleger angesichts der verhaltenen 2015er Prognose etwas Geduld mitbringen muss.

Centrotec - Chartanalyse

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›› Deutsche Bank AG
– Zahlen zum Geschäftsjahr 2014 überraschen Experten und Anleger
von Sven Weisenhaus

Einen langen Atem braucht man auch als Aktionär der Deutschen Bank AG (WKN: 514000). Rechtsstreitigkeiten sowie immer höhere regulatorische Anforderungen drücken immer wieder auf den Gewinn. Doch mit den jüngsten Geschäftszahlen konnte das Unternehmen punkten:

Statt des erwarteten Verlusts meldete die Deutsche Bank einen Milliardengewinn

Professionelle Marktbeobachter waren im Vorfeld davon ausgegangen, dass Deutschlands größtes Geldhaus im 4. Quartal erneut nur Verlust macht. Aber mit einem Jahresgewinn von fast 2 Milliarden Euro in 2014 überraschte die Deutsche Bank die Märkte. Der Nettogewinn im vierten Quartal belief sich auf 441 Millionen Euro, nach einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Im gesamten vergangenen Jahr 2014 verdiente die Bank 1,7 Milliarden Euro, nach 0,7 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinn von 253 Millionen Euro vor Steuern ist vor allem auch wegen der geringeren Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten zustande gekommen: Diese fielen mit 207 Millionen Euro im vierten Quartal deutlich geringer aus als in den Quartalen zuvor.

So sieht keine Bank aus, die eine neue Strategie braucht!

Die „Börsen-Zeitung“ schrieb zu dem Zahlenwerk: „Den Vorsteuergewinn binnen zwei Jahren vervierfacht, erstmals in allen Kerngeschäftsfeldern über 1 Mrd. Euro verdient, die Kernkapitalquote seit Anfang 2012 verdoppelt, die Verschuldungsquote deutlich verbessert, Wettbewerbern namentlich im Investment Banking Marktanteile abgenommen, im Privatkundengeschäft die Erträge trotz bizarr niedriger Zinsen auf Vorjahresniveau gehalten, das verwaltete Vermögen auf mehr als 1 Bill. Euro ausgebaut und, und, und. Sieht so eine Bank aus, die dringend eine neue Strategie braucht?“ Wir sagen: Nein!

Rechtsstreitigkeiten belasten weiterhin

Natürlich muss man eingestehen, dass das vergangene Geschäftsjahr nur deshalb so gut verlaufen ist, weil große juristische Auseinandersetzungen noch nicht abgeschlossen werden konnten. Ausgestanden sind sie noch lange nicht, weshalb der Aktienkurs sich wohl noch eine Weile belastet zeigen dürfte.

Fundamentale Aktienanalyse: Für einen Marktführer extrem günstig zu haben

Bei einem aktuellen Kurs von 26,00 Euro wiegt das Unternehmen 35,9 Mrd. Euro und ist somit bei einem KGV (2014) von über 20 nicht gerade günstig bewertet. Glaubt man den Analysten, die von einem Gewinn pro Aktie in Höhe von 3,11 Euro in 2015 ausgehen, reduziert sich das KGV aber auf nur noch knapp 8 (!), was für einen Marktführer nun wirklich nicht teuer ist.

Deutsche Bank AG - Chartanalyse

Leider sind die Gewinnprognosen aufgrund der laufenden Rechtsstreitigkeiten mit Unsicherheit behaftet.

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