Den Worten müssen Taten folgen +++ USD/JPY und Ölpreise mit Kaufsignalen

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse – Den Worten müssen Taten folgen
  2. USD/JPY – Signale für starke Aufwärtsbewegung mehren sich
  3. Öl – Talfahrt vorerst beendet – Wo geht es nun hin?
  4. Termine der kommenden Woche

 

›› Marktanalyse
– Den Worten müssen Taten folgen
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefes scheinen Lösungen in Sicht – sowohl im Streit um Griechenlands Schulden als auch im Ukraine-Konflikt. Wobei der Begriff „Lösung“ wohl etwas voreilig oder zu optimistisch gewählt ist.

Ab Sonntag sollen die Waffen ruhen

Für die umkämpften Gebiete in der Ukraine wurde zunächst eine Waffenruhe vereinbart. Durch die beiderseitige Einstellung des Feuers um 0:00 Uhr in der Nacht auf Sonntag und den Abzug schwerer Waffen von der Front soll eine Pufferzone in der Ukraine entstehen. Diese soll für unterschiedliche Waffentypen je nach deren Reichweite zwischen 50 und 140 Kilometer lang sein.

Verfassungsänderung und Regionalwahlen vereinbart

Unter der Bedingung, dass in der Ukraine bis Ende des Jahres eine neue Verfassung in Kraft tritt, die eine Dezentralisierung und einen besonderen Status der jetzt von den Separatisten gehaltenen Gebiete in den Bezirken Donezk und Luhansk enthält, soll es zudem, wohl nach dem Willen Putins, in diesem Jahr in den Separatistengebieten Regionalwahlen nach ukrainischen Gesetzen geben. Erst nach diesen Wahlen soll die Wiederherstellung der ukrainischen Kontrolle über die Staatsgrenze im Konfliktgebiet beginnen. Bis Ende 2015 soll dieser Prozess abgeschlossen werden.

Putins Ziele sind immer klarer erkennbar

Diese Pläne werte ich als weiteres Indiz dafür, dass sich Putin ein Stück der Ukraine sichern will als Pufferzone zwischen Russland und der EU. Die FAZ schreibt nicht zu Unrecht: „Putin könnte den Krieg in der Ukraine in kürzester Zeit beenden. Doch sucht er überhaupt nach einem Ausweg aus diesem Konflikt?“ Weiter ist auf den Online-Seiten der Zeitung zu lesen: „In der Nacht, in der die friedliche Lösung für „alternativlos“ erklärt wurde, überquerten nach ukrainischen Angaben weitere fünfzig Panzer aus Russland die Grenze.

EU verschärft Sanktionen gegen Russland

Skepsis ist daher mehr als angebracht. Und nachdem Kanzlerin Merkel im Anschluss an den 16-Stunden-Verhandlungsmarathon zum EU-Gipfel weitergereist war, hielt die EU auch an den weiter verschärften Strafmaßnahmen fest, die am kommenden Montag wie geplant in Kraft treten sollen. Zudem habe der Gipfel die EU-Kommission aufgefordert, weitere Wirtschaftssanktionen gegen Russland vorzubereiten, sollte die vereinbarte Waffenruhe scheitern.

Den Worten müssen Taten folgen

Die Ergebnisse der jüngsten Verhandlungen um den Ukraine-Konflikt sind offensichtlich nicht mehr als ein Hoffnungsschimmer, aber auch nicht weniger. Es ist jetzt sehr wichtig, dass den Worten Taten folgen. Schon in den ersten Minsker Verhandlungen vom September vergangenen Jahres waren eine Waffenruhe und die Einrichtung einer Pufferzone vereinbart worden, an die sich anschließend niemand hielt. Sollte dies auch im jetzigen Fall so sein, dann Stecken wir in einer wirklich tiefen Krise.

Griechenland strebt Einigung im Schuldenstreit an

Auch die Gespräche zwischen der EU und Griechenland zur Bewältigung der Schuldenkrise gehen weiter. Griechenland hat seine Bereitschaft zur Einigung im Schuldenstreit mit seinen Euro-Partnern unterstrichen. Auch die Kontrolleure kommen wieder ins Spiel. Das Land werde alles in seiner Macht stehende tun, um am Montag ein Abkommen zu erzielen. Doch es werden auch immer wieder Rückschläge in den Verhandlungen gemeldet.

EZB weitet ELA-Kredite für Griechenland aus

Die Währungshüter die Europäische Zentralbank (EZB) verfolgen zunehmend besorgt die angespannte Lage der griechischen Banken. Sie leiden unter Mittelabflüssen in Milliardenhöhe, weil die Griechen angesichts der angespannten Lage ihre Konten plündern. Da sich die Banken kaum noch am Interbankenmarkt frisches Geld beschaffen können, sind sie auf Notkredite, die ELA-Hilfen der griechischen Zentralbank angewiesen.

Seit vergangenem Donnerstag akzeptiert die EZB keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheiten für ihre Refinanzierungsgeschäfte (wir berichteten am Mittwoch hier im „Geldanlage-Brief“). Der EZB-Rat hat daher ersatzweise den Rahmen für die Not-Liquiditätshilfen (ELA) um 5 Milliarden Euro auf rund 65 Milliarden Euro erhöht. In Griechenland kursieren allerdings Berichte, wonach derzeit wöchentlich 5 Milliarden Euro von den Konten abgezogen würden. Dies hieße, dass die ausgeweitete ELA-Hilfe nur für eine weitere Woche reichen würde.

Die Börsen nehmen optimistische Szenarien vorweg

Die Börsen scheinen derzeit trotzdem die optimistischsten Szenarien einzupreisen. Der DAX ist seit dem 19. Oktober 2014 um mehr als 2.600 Punkte angestiegen. Alleine seit einem Zwischentief am 6. Januar 2015 legte dar Leitindex mehr als 17,3% zu. Damit überwiegt nun das negative Überraschungspotential deutlich. Sollen sich die jüngsten Kursgewinne nicht wieder in Luft auflösen, müssen den Worten auch Taten folgen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› USD/JPY (Chartanalyse / Elliott-Wellen-Analyse)
– Signale für starke Aufwärtsbewegung mehren sich
von Sven Weisenhaus

Am 25. Januar hatten wir die Frage formuliert, ob im USD/JPY-Wechselkurs die Korrektur beendet und das Kursziel 128 USD/JPY aktiviert ist. Bis heute mehren sich die Anzeichen, dass tatsächlich eine neue Aufwärtsbewegung gestartet ist.

Fundamentale Gründe für einen USD/JPY-Anstieg

Japans aktueller Haushaltsüberschuss für den Monat Dezember übertraf die Erwartungen, weil das Handelsbilanzdefizit niedriger als erwartet ausgefallen war. Die Exporte stiegen im Jahresvergleich um 19% an, während die Importe lediglich um 6,7% zulegten. Dazu beigetragen hat, dass der Wert der Rohölimporte um 22% im Vergleich zum Vorjahr zurückging. Darüber hinaus stiegen die Einkommen aus Investitionen weiterhin an, da der schwächere Yen den in Yen angegebenen Wert von Kapitalrückflüssen aus dem Ausland größer erscheinen lässt.

Die Haushaltsbilanz befindet sich bereits seit April 2014 im Plus, wenn man eine saisonal bereinigte Basis zu Grunde legt. Dies erklärt die jüngste Seitwärtsphase im Yen. Sie könnte sich sogar fortsetzen, bis die Bank von Japan sich zu einer weiteren Runde der geldpolitischen Lockerung entschließt.

Die jüngsten Daten zur Geldmengenentwicklung könnten sie aber schon bald dazu nötigen. Denn die Geldmenge M2 verlangsamte ihr Wachstum von 3,6% auf 3,4% im Dezember, was darauf hindeutet, dass der wirtschaftliche Aufschwung weiterhin fragil bleibt und die massive Ausweitung der monetären Basis bis bislang zu keiner Ankurbelung der realen Geldmenge geführt hat.

(Die EZB sollte sich das Beispiel Japan einmal ganz genau anschauen. Denn es zeigt, dass massive quantitative Lockerung alleine es nicht schafft, das Wachstum der Geldmenge bzw. der Wirtschaft anzukurbeln.)

Charttechnische Gründe für einen USD/JPY-Anstieg

Der USD/JPY-Wechselkurs war vor einer Woche bereits über eine Widerstandslinie (siehe rote Linie im Chart) ausgebrochen (unsere Abonnenten des Geldanlage Premium Depot wurden bereits zeitnah informiert - unser (Teil-)Trade liegt weiterhin deutlich über 100% im Gewinn.).

USD/JPY - Elliott-Wellen-Analyse

Anschließend legte der Kurs im Hoch bereits bis auf 120,48 USD/JPY zu. Doch dann fiel er wieder etwas zurück. Dennoch könnte die Elliott-Welle 5 eingeleitet worden sein, die den Kurs auf bis zu 128 USD/JPY schicken soll (grüner Pfeil).


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›› Öl (Brent, WTI)
– Talfahrt vorerst beendet – Wo geht es nun hin?
von Sven Weisenhaus

Die Veröffentlichung einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) führte in dieser Woche dazu, dass am Ölmarkt die Rally der vorangegangenen Tage vorerst endete und sogar zwischenzeitig heftige Kursverluste einsetzten. Dadurch wurde ein Brent-Long-Trade per StopLoss aus unserem Geldanlage Premium Depotgeworfen, die Abonnenten konnten sich dadurch aber über realisierte Gewinne in Höhe von mehr als 12% freuen.

Die Studie besagt, dass das Überangebot auf dem Ölmarkt noch mindestens bis zur Mitte dieses Jahres weiterbestehen werde. Doch für den weiteren Verlauf gibt die IEA Entwarnung: Die Talfahrt der Rohölpreise wird sich nach ihrer Einschätzung weiter abbremsen. Eine Rückkehr zu den Höchstwerten werde es jedoch nicht geben.

Unterdessen rechnet die Organisation erdölexportierender Länder OPEC in diesem Jahr mit einer höheren Nachfrage nach ihrem Öl. Im Durchschnitt kalkuliert sie in ihrem Monatsbericht vom vergangenen Montag mit 29,21 Millionen Barrels pro Tag (bpd). Das sind 430.000 Barrel (159 Liter) mehr als bei der vorangegangenen Prognose. Um fast genauso viel – 420.000 bpd – werde die Produktion in nicht OPEC-Ländern fallen. Als Grund wurde der Ölpreisverfall genannt, der den Förderboom in den USA mit der aufwendigen Fracking-Technik abschwächen werde. Zugleich werde der niedrige Preis die Nachfrage nach dem günstiger zu fördernden OPEC-Öl ankurbeln.

Mit Blick auf die Ölpreise scheint die IEA mit ihrer Prognose schon sehr richtig zu liegen. Die Sorte Brent (schwarzer Kursverlauf im Chart) konnte die jüngsten Kursverluste bereits mehr als ausgleichen und ein neues Zwischenhoch markieren.

Öl - Chartanalyse

Die Ölpreise müssen nun weiter nachliefern und ansteigen, sonst besteht für uns die „Gefahr“ einer Konsolidierung auf niedrigem Niveau, die unserem verbliebenen Long-Trade auf die Ölsorte WTI nicht weiterhelfen würde.


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›› Termine der kommenden Woche

(KW 08: Handelswoche vom 16.02.2015 bis 20.02.2015)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 16.02.2015

  • - US Feiertag - Washington's Birthday
  • - US New York Stock Exchange geschlossen
  • - US Nasdaq geschlossen
  • 00:50 - JP BIP Q4 (vorläufig) q/q
  • 05:30 - JP Industrieproduktion Dezember m/m
  • 12:00 - DE Bundesbank-Monatsbericht Februar

Dienstag, 17.02.2015

  • 11:00 - DE ZEW-Konjunkturerwartungen Februar
  • 11:00 - EWU ZEW-Konjunkturerwartungen Februar
  • 14:30 - US Empire State Manufacturing Index Februar
  • 16:00 - US NAHB-Hausmarktindex Februar

Mittwoch, 18.02.2015

  • 00:50 - JP Protokoll der geldpolitischen Notenbanksitzung
  • 14:30 - US Erzeugerpreisindex Januar
  • 14:30 - US Wohnbaugenehmigungen Januar
  • 14:30 - US Wohnbaubeginne Januar
  • 15:15 - US Kapazitätsauslastung Januar
  • 15:15 - US Industrieproduktion Januar m/m
  • 20:00 - US Protokoll der geldpolitischen Notenbanksitzung

Donnerstag, 19.02.2015

  • 06:00 - JP BoJ-Monatsbericht
  • 08:00 - DE Erwerbstätigenzahl Januar
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US Verbrauchervertrauen Conference Board Februar
  • 16:00 - US Philadelphia-Fed-Index Februar
  • 16:00 - US Frühindikatoren Januar
  • 16:30 - US EIA Erdgasbericht (Woche)

Freitag, 20.02.2015

  • 08:00 - DE Erzeugerpreise Januar m/m
  • 09:30 - DE Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Februar (vorläufig)
  • 09:30 - DE Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Februar (vorläufig)
  • 10:00 - EWU: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Februar (vorläufig)
  • 10:00 - EWU: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Februar (vorläufig)
  • 10:00 - EWU: Einkaufsmanagerindex Composite Februar (vorläufig)
  • 15:45 - US Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Februar (vorläufig)

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