„Graccident‘‘ statt „Grexit‘‘? +++ DAX und Bund Future – Rally, Übertreibung oder Blase?

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse – „Graccident‘‘ statt „Grexit‘‘?
  2. DAX Chartanalyse – Rally, Übertreibung oder Blase?
  3. Bund Future – Nach dem Kontraktwechsel sind neue Hochs denkbar
  4. Termine der kommenden Woche

 

›› Marktanalyse
– „Graccident‘‘ statt „Grexit‘‘?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefin der Geldanlage-Brief-Ausgabe vom 01.03.2015 schrieben wir, dass unklar sei, ob die verbalen Fehltritte der Politik-Neulinge aus Griechenland Absicht oder lediglich diplomatisches Ungeschick sind. Inzwischen scheint sich die Welt auf Unfähigkeit und Tollpatschigkeit geeinigt zu haben. Denn aus einem befürchteten aber zumindest in gewissem Maße planbaren und unter Umständen sogar gewollten „Grexit“ ist inzwischen im jüngsten Sprachgebrauch ein möglicher aber ungewollter „Graccident“ geworden.

„Graccident“ statt „Grexit“?

Während sich das kreierte Wort „Grexit“ aus dem Namen des krisengeplagten Landes und dem Wort „Exit“ für (Not-)Ausgang zusammensetzt, wurde in dem inzwischen kursierenden Kunstwort „Graccident“ der Ausgang durch den Unfall (englisch: „accident“) ersetzt. Man erwartet also nun, dass das diplomatisch mehr als ungeschickte Auftreten der Vertreter Athens zu einem ungeplanten, unfallartigen Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone führen könnte.

„business as usual“ an den Börsen

Und wo wir schon mit englischen Begriffen um uns werfen: An den Börsen findet derweil “business as usual” (Geschäfte wie üblich) statt. Die Märkte schenken dem Schuldenproblem nur wenig Aufmerksamkeit und spielen andere Themen, insbesondere das QE-Programm der EZB – zu erkennen am weiterhin schwachen Euro und einem immens starken DAX.
Und so behielten wir mit unserer Einschätzung von vor einer Woche Recht, dass dies kein Nährboden für starke Korrekturen ist und wir auf Kaufkurse am Aktienmarkt noch warten müssen.

Griechenland stellt Reparationsforderungen und droht mit Flüchtlingswelle

Dass man inzwischen nicht mehr von einem vorher planbaren Austritt („Grexit“) sondern von einem Ende der Euro-Ära in Griechenland aus Versehen spricht, kommt nicht von ungefähr, wenn man sich das Verhalten der Regierungsvertreter bzw. die hiesige Berichterstattung darüber anschaut.

Schon in am 28. Januar 2015 schrieben wir hier im Geldanlage-Brief „Beiße nie die Hand, die dich füttert“, doch die Griechen scheinen dieses Sprichwort nicht zu kennen. So stellte der griechische Ministerpräsident Tsipras ausgerechnet in der aktuellen Phase der Verhandlungen, wo man sowieso schon enorm viel Vertrauen verspielt hat, Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg an Deutschland und äußerte den Willen, deutsches Eigentum in Griechenland zu pfänden, sollte Deutschland entsprechende Zahlungen verweigern. Sein Justizminister erklärte sich dazu bereit, die Pfändung deutscher Immobilien im Land zu erlauben.

Zuvor wurde bereits damit gedroht, Europa mit einer Welle von Flüchtlingen zu überfluten, wenn Griechenland nicht geholfen werde. – Die Verzweiflung und die Geldnot in Athen müssen riesig sein, wenn man sich verhält, wie ein Elefant im insolventen Porzellanladen.

Varoufakis klagt über hohen Druck der EZB, während die den Geldhahn weiter aufdreht

Und während sich besonders der Juniorpartner der „Unabhängigen Griechen“ dadurch hervortat, besagte Reparationen zu fordern, beklagte Finanzminister Giannis Varoufakis einen angeblichen Druck der Europäischen Zentralbank (EZB). „Aus meiner Sicht verfolgt die EZB eine Politik gegenüber unserer Regierung, die ihr die Luft zum Atmen nimmt“, soll Varoufakis in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview des Fernsehsenders Mega TV gesagt haben.

Quasi währenddessen hatte die EZB den Geldhahn für die griechischen Banken noch etwas weiter aufgedreht. Die Währungshüter erweiterten den Rahmen für Notkredite um 600 Millionen auf nun 69,4 Milliarden Euro.

Griechenland sollte sich ein Beispiel nehmen

Wenn man sich die Medienberichte so anschaut, dann kommt man einfach nicht umher den Eindruck zu gewinnen, dass die neue Athener Regierung von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken versucht. Man will einfach nicht in der Realität ankommen und versucht krampfhaft an den inzwischen längst entkräfteten Wunschvorstellungen festzuhalten. Dabei muss man doch einfach nur mal auf andere Eurokrisenländer schauen, bei denen die gleichen oder ähnliche Reformen längst funktioniert haben:

Denn während Griechenland mit Brüssel um weitere Finanzhilfen ringt, geht das 2013 vor der Pleite gerettete Zypern demonstrativ auf Distanz. Anders als in Griechenland wurden hier die mit den Geldgebern vereinbarten Reformen längst umgesetzt. Dadurch ist bereits in diesem Jahr eine Rückkehr an den Kapitalmarkt geplant.
Derweil gilt Irland als das Musterland unter den Euro-Krisenstaaten. Es hatte schon Ende 2013 den Euro-Rettungsschirm verlassen und im vergangenen Jahr nach aktuellem Stand das kräftigste Wirtschaftswachstum in der gesamten EU erreicht. Das Bruttoinlandsprodukt auf der Insel stieg um 4,8 %.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› DAX Chartanalyse
– Rally, Übertreibung oder Blase?
von Sven Weisenhaus

Der DAX befindet sich derzeit definitiv in einer starken Rallye und inzwischen auch eindeutig in einer Übertreibung. So ist der Index seit seinem Tief im Oktober 2014 innerhalb von nur 5 Monaten von 8.354 auf über 11.900 Punkte um mehr als 40 % angestiegen. Seit Januar beträgt das Plus ausgehend von 9.380 Punkten 26 % innerhalb von nur etwas mehr als 2 Monaten. Dabei hat der Index nicht nur das obere Ende seiner längerfristigen Trends erreicht, sondern auch das des kurzfristigen sehr steilen Aufwärtstrendkanals.

DAX - Chartanalyse

Und das Ganze ist ihm gelungen, während die US-Indizes zur Schwäche neigen. Für die kommenden Tage sind wir entsprechend skeptisch und rechnen nach wochenlangen Zuwächsen im DAX mit einem deutlichen Rückschlag, sofern die US-Indizes nicht plötzlich nach oben drehen.

Bei steigenden Kursen kann jeder Gewinne erzielen!

Keine Frage, bei steigenden Kursen kann quasi jeder Börsenlaie hohe Gewinne erzielen. Doch trauen Sie es sich zu, Geld an den Aktienmärkten zu verdienen, wenn sich die Trends plötzlich umkehren oder es zumindest zu heftigen Korrekturen kommt? Oder wollen Sie lieber auf einen Börsendienst setzen, der nachweislich alleine im Februar 2015 von 5 beendeten Trades 5 Mal Gewinn erzielen konnte und seinen Abonnenten damit insgesamt 785,19 Euro erwirtschaftete?!
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›› Bund Future
– Nach dem Kontraktwechsel sind neue Hochs denkbar
von Sven Weisenhaus

Während wir im DAX von einer Blase noch weit entfernt sind, stecken wir im Bund Future schon mittendrin. Nachdem es beim Bund Future vor einer Woche einen Kontraktwechsel gab und das Hoch daher nicht mehr 160 Punkte (März-Kontrakt) sondern 157,81 Zähler (Juni-Kontrakt) lautete, konnte der Juni-Kontrakt inzwischen kurzzeitig weiter nach oben tendieren. Nun lautet der Rekordwert 158,83 Punkte.

Bund Future - Chartanalyse

Umgerechnet in Renditen bedeutet dies, dass die zehnjährigen Bundesanleihen mit nur noch 0,199 % zwischenzeitig so tief wie nie zuvor rentierten. Auch die Verzinsungen für die italienischen und spanischen Bonds markierte mit 1,171 % und 1,137 % Rekordtiefstände.

Der Bund Future kam von seinem Rekordhoch aber wieder zurück, womit der Aufwärtstrendkanal kursbeherrschend geblieben ist. Aufgrund der Aussage Draghis, es würden auch Staatsanleihen negativer Bonität gekauft, kann der Kurs durchaus noch im Rahmen dieses Trends weiter ansteigen. Und natürlich stellt sich daher weiterhin die Frage, wie weit die Anleihenkurse im Eurogebiet noch steigen werden, da die EZB noch einige Monate lang als Käufer am Markt auftritt. Wir glauben eine Antwort gefunden zu haben: In:

In den Vereinigten Staaten war es so, dass der Markt zwar im Vorfeld stark auf die Ankündigung von Anleihekäufen durch die Notenbank Fed reagiert hat, aber nur noch wenig Reaktion zeigte, als die Fed tatsächlich kaufte. Wir können uns daher vorstellen, dass dies auch für die europäischen Märkte der Fall sein könnte.

Am 4. März formulierten wir hier die Erwartung, dass der Kurs seitwärts zur unteren Trendlinie des eingezeichneten (im Chart grünen) Aufwärtstrendkanals läuft. Mit Blick auf den Chart zeigt sich, dass wir damit bislang genau richtig lagen.

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›› Termine der kommenden Woche

(KW 12: Handelswoche vom 16.03.2015 bis 20.03.2015)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Montag, 16.03.2015

  • 12:00 - DE Bundesbank-Monatsbericht März
  • 13:30 - US Empire State Manufacturing Index März
  • 14:15 - US Industrieproduktion Februar
  • 14:15 - US Kapazitätsauslastung Februar
  • 15:00 - US NAHB/WF Hausmarktindex März
  • 15:45 - EU Volumen der EZB-Käufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und ABS

Dienstag, 17.03.2015

  • 11:00 - DE ZEW-Konjunkturerwartungen März
  • 11:00 - EU Verbraucherpreise Februar (endgültig)
  • 11:00 - EU ZEW-Konjunkturerwartungen März
  • 11:00 - EU Erwerbstätigenzahl Q4
  • 13:30 - US Wohnbaugenehmigungen Februar
  • 13:30 - US Wohnbaubeginne Februar

Mittwoch, 18.03.2015

  • 11:00 - EU Handelsbilanzsaldo Januar
  • 19:00 - US Fed-Zinsentscheid

Donnerstag, 19.03.2015

  • 13:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 13:30 - US Leistungsbilanz 4. Quartal
  • 15:00 - US Philadelphia-Fed-Index März
  • 15:00 - US Frühindikatoren Februar

Freitag, 20.03.2015

  • 08:00 - DE Erzeugerpreise Februar

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