Paradigmenwechsel am Aktienmarkt? +++ Griechenland könnte Börsen weiterhin belasten

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse – Paradigmenwechsel am Aktienmarkt?
  2. Griechenland – Risiko einer Pleite könnte Europas Börsen weiterhin belasten
  3. Termine der kommenden Woche

 

›› Marktanalyse
– Paradigmenwechsel am Aktienmarkt?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefin den vergangenen Wochen und Monaten konnte man am Aktienmarkt eine klare Outperformance des DAX gegenüber den US-Indizes erleben. Während sich die US-Indizes grob betrachtet bereits seit Ende 2014 in einer Konsolidierung befinden, konnte der DAX noch bis Mitte März weiter ansteigen, bevor auch er in eine Seitwärtsphase einschwenkte.

Paradigmenwechsel am Aktienmarkt?

Inzwischen deuten die Charts aus unserer Sicht an, dass der DAX in eine Korrektur mit weiter fallenden Kursen übergehen könnte, während die US-Indizes scheinbar kurz vor einem Ausbruch auf neue Hochs stehen (siehe dazu auch die Charts unten).

Typisches saisonales Muster

Diese Entwicklung würde zum saisonalen Kursmuster passen. Nicht ohne Grund gibt es die Börsenweisheit „Sell in may...“. Denn während man im DAX häufig im Mai deutlich fallende Kurse sieht, überstehen die US-Indizes diesen Monat meist unbeschadet, bevor es dann, nach einem weiteren Anstieg, ab Herbst in allen Indizes so richtig abwärts geht.

In den folgenden Charts, die den durchschnittlichen saisonalen Verlauf des Dow Jones (links), des S&P 500 (Mitte) und des NASDAQ (rechts) darstellen, zeigt sich, dass diese Indizes im Mai durchschnittlich lediglich konsolidieren, aber keine größeren Kursverluste hinnehmen müssen. Anschließend kommt es in den Sommermonaten noch zum Teil zu Kursgewinnen, bevor der Spätsommer bzw. der schwache Herbst auf die Kurse drückt.

US-Indizes - saisonaler Kursverlauf

DAX - saisonaler Kursverlauf

Auch im DAX kommt es in den Sommermonaten noch zu Kursgewinnen, bevor es im Herbst meist stark bergab geht. Doch im durchschnittlichen Kursverlauf der vergangenen 30 Jahre (nebenstehender Chart) zeigt sich im Gegensatz zu den US-Indizes im Mai eine zwischenzeitig deutliche Kursschwäche.

Und wenn man nun auf die aktuellen Charts blickt, dann schaut es so aus, als hätten sich die Kurse bereits genau für diese gegensätzliche Entwicklung positioniert.

DAX - Chartanalyse

So hat es im DAX (nebenstehender Chart) ein Fehlsignal auf der Oberseite gegeben und seitdem neigen die Kurse zur Schwäche. Noch kann man von einer Seitwärtsbewegung sprechen, doch kommt es hier bald zum Bruch der oberen Trendkanallinie (grün im Chart), dann könnte es noch mehrere hundert Punkte abwärts gehen. So zumindest der Stand gestern Abend zu Handelsschluss.

Derweil laufen auch die US-Indizes noch seitwärts, doch üben hier die Kurse Druck nach oben aus. Man kann hier auch von aufsteigenden Dreiecken sprechen, insbesondere im S&P 500 (mittlerer Chart) und im NASDAQ 100 (rechter Chart). Ein Ausbruch auf neue Hochs könnte entsprechendes Aufwärtspotential freisetzen.

US-Indizes - Chartanalyse

Die Kurse haben sich also tatsächlich in die Ausgangssituation manövriert, um dem typischen saisonalen Muster zu folgen. Nun muss man allerdings noch auf den bestätigenden Ausbruch warten.

DAX short, US-Aktien long?

Wir bleiben daher für den DAX skeptisch, könnten uns aber vorstellen, bis in den Sommer hinein neue Long-Positionen auf US-Indizes aufzunehmen. Unser „Geldanlage Premium Depot“ ist jedenfalls schon jetzt für diese Erwartungen gut aufgestellt und bedarf nur geringer Anpassungen.

Long-Chance bei bullischen Ausbruch der US-Indizes

Für die Erwartung an einen bullischen Ausbruch der US-Indizes könnten folgende Produkte interessant sein:

Short-Chance bei DAX-Schwäche

Für die Erwartung an weiter fallende Kurse im DAX könnte weiterhin folgendes Produkt interessant sein:

Wer dieses Papier als Folge unserer Analyse von vor zwei Wochen schon gekauft hat, der kann bereits auf sehr ordentliche Gewinne blicken.

Wichtig! – Erst informieren, dann handeln

Wichtig ist in allen Fällen, dass Sie sich erst über die Funktionsweise der Wertpapiere genauestens informieren und erst dann Geld investieren. Unter der jeweiligen Verlinkung hier im Artikel finden Sie umfangreiches Informationsmaterial.
Und natürlich gilt wie immer: Unsere Darstellungen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf.

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Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Griechenland
– Risiko einer Pleite könnte Europas Börsen weiterhin belasten
von Sven Weisenhaus

Dass sich die europäischen Märkte und damit auch der DAX weiterhin schwach entwickeln könnten, dafür könnte Griechenland verantwortlich sein. Die Athener Regierung beschloss in dieser Woche, dass das Guthaben von allen Einrichtungen der öffentlichen Hand an die Zentralbank überwiesen werden muss. Diese Gelder sollen dazu verwendet werden die Schuldenrückzahlung an den IWF sicherzustellen.
Man kratzt also offenbar die letzten Reserven zusammen, um die Pleite noch ein paar Tage zu verzögern, anstatt sich endlich mit Reformen zu beschäftigen, die den Haushalt in ein vernünftiges Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben zu bringen.

Zugang zu neuen ELA-Krediten soll erschwert werden

Genau diesen Eindruck scheint auch die Europäische Zentralbank (EZB) inzwischen von Tsipras & Co. zu haben. Zwar hat die Notenbank die Notkredite (ELA) für die angeschlagenen griechischen Banken kürzlich noch einmal aufgestockt – in einer Telefonkonferenz des EZB-Rats am Mittwoch wurde der Rahmen um rund 1,5 Milliarden Euro auf 75,5 Milliarden Euro erhöht – doch Medienberichten zufolge könnte den griechischen Banken der Zugang zu neuen ELA-Krediten durch strengere Vorgaben der EZB bald erschwert werden, indem der Abschlag auf die zu hinterlegenden Sicherheiten erhöht wird. Dies würde den Druck auf Griechenland deutlich erhöhen, denn weil alle Einrichtungen der öffentlichen Hand ihre Guthaben an die Zentralbank überweisen müssen, dürften die Banken durch den weiteren Abfluss von liquiden Mitteln mehr als zuvor auf die ELA-Kredite angewiesen sein.

Griechenland erhält Fristverlängerung

Derweil verlängerten die Euro-Partner eine wichtige Frist. Laut der im Februar vereinbarten Vorgabe hätte die Reformliste aus Athen eigentlich Ende April vorliegen müssen. Nun hat Griechenland bis zum 30. Juni Zeit. Dann läuft die viermonatige Verlängerung des griechischen Hilfsprogramms aus.

US-Märkte könnten outperformen

Während über den europäischen Märkten weiterhin das Damoklesschwert Griechenland schwebt und auf die Kurse drückt, dürften sich die US-Märkte hiervon wenig beeindruckt zeigen. Griechenland ist schließlich weit weg und US-Anleger rechnen nicht mit schweren Auswirkungen auf ihren Markt, sollte Griechenland in die Pleite gehen. Dies passt zur obigen Analyse der Aktienindizes.

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 18: Handelswoche vom 27.04.2015 bis 01.05.2015)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Montag, 27.04.2015

  • 15:45 - US Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor April
  • 15:45 - EU Volumen der EZB-Käufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und ABS

Dienstag, 28.04.2015

  • 15:00 - US Case Shiller Hauspreisindex Februar
  • 16:00 - US Verbrauchervertrauen Conference Board April

Mittwoch, 29.04.2015

  • 10:00 - EU Geldmenge M3 März
  • 10:00 - EU Kredite an den privaten Sektor März
  • 11:00 - EU Wirtschaftsstimmung April
  • 14:00 - DE Verbraucherpreise April
  • 14:30 - US BIP Q1 (1. Veröffentlichung)
  • 16:00 - US Schwebende Hausverkäufe März
  • 16:30 - US Rohöllagerbestände in Mio. Barrel
  • 20:00 - US Fed-Zinsentscheid

Donnerstag, 30.04.2015

  • 08:00 - DE Einzelhandelsumsatz
  • 09:55 - DE Arbeitslosenzahlen
  • 11:00 - EU Verbraucherpreise
  • 11:00 - EU Arbeitslosenquote
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 15:45 - US Einkaufsmanagerindex Chicago April

Freitag, 01.05.2015

  • Maifeiertag
  • DE Xetra geschlossen
  • 16:00 - US ISM Index April
  • 16:00 - US Bauausgaben März

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