Risiken für Aktienmärkte: Pulverfass Griechenland & Zinsanhebung doch schon im Sommer?

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Pulverfass Griechenland – Außer Athens Regierung sieht niemand eine nahe Lösung
  2. Geldpolitik – Zinsanhebung der Fed doch schon im Sommer?
  3. Chartanalyse (DAX, S&P500, Dow Jones) – Anleger wieder deutlich skeptischer
  4. Termine der kommenden Woche

 

›› Pulverfass Griechenland
– Außer Athens Regierung sieht niemand eine nahe Lösung
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Brieferst vor einer Woche lag das Hauptthema hier im „Geldanlage-Brief“ wieder einmal auf Griechenland. Und das hochverschuldete Land kam dabei nicht sonderlich gut weg (siehe „Griechenlands Staatsfinanzen – Meldungen werden immer kurioser“). Leider müssen wir auch in der heutigen Ausgabe den Fokus auf dieses Problem lenken, denn es hat Auswirkungen auf die Börsenkurse, die Zeit rennt und außer Griechenland selbst scheint niemand eine nahende Lösung zu sehen.

Nun warnt auch der Chef des ESM vor einer Pleite Griechenlands

Nachdem Athens Innenminister Nikos Voutsis Zweifel geäußert hatte, dass sein Land die im kommenden Monat anstehende Schuldenrückzahlung von 300 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) leisten kann, warnte nun auch der Chef des Europäischen Rettungsschirms ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), Klaus Regling, vor einer dann wahrscheinlichen Staatspleite Griechenlands.

Eine einzige nicht gezahlte Rate an den IWF wäre aus seiner Sicht bereits sehr gefährlich, weil dies auch Auswirkungen auf andere Gläubiger wie den ESM hätte. Der Rettungsschirm zum Beispiel vergibt nur dann Kredite, wenn Reformen umgesetzt werden. Diese verweigert die neue griechische Regierung allerdings bislang weitestgehend.

Die Knackpunkte im Schuldenstreit

Knackpunkte im Schuldenstreit sind insbesondere Mehrwertsteuer, Renten, Arbeitsmarktreformen und die Ziele für den sogenannten Primärüberschuss. Die EU ist zwar laut Medienberichten bereit, einen Überschuss von 1,0 bis 1,5 % zu akzeptieren – bislang war ausgemacht, dass Griechenland in diesem Jahr einen Primärüberschuss von 3 % und in den kommenden Jahren einen von 4,5 % erzielt, um seine Schulden langsam abbauen zu können – aber die griechische Regierung müsste noch mehr Anstrengungen unternehmen, um selbst dieses reduzierte Ziel zu erreichen.

Wann muss Griechenland wie viel an wen zahlen?

Auf unserer Facebook-Seite haben wir bereits am Dienstag eine sehr aufschlussreiche Grafik veröffentlicht. Darin wird unter anderem die Frage beantwortet, wann genau Griechenland wie viel an wen zahlen muss (Grafik siehe HIER). Auch vermerkt ist dort zum Beispiel der 5. Juni, an dem Athen die oben bereits genannte weitere Kredittranche von knapp 300 Millionen Euro an den IWF zurückzahlen muss. Neben dieser Rate ist am 12. Juni eine weitere in Höhe von 347 Millionen Euro fällig und am 16. Juni und 19. Juni sind zwei Tranchen in Höhe von 578 Millionen Euro und 347 Millionen Euro zu zahlen – alle jeweils an den IWF.

Mit einem Trick ist ein Zahlungsaufschub möglich

Dass die Europartner nicht gewillt sind, Griechenland zu helfen, kann wohl kaum jemand behaupten. Denn jüngst hatte man den Griechen sogar noch einen Trick verraten, mit man einen Zahlungsaufschub erwirken kann. Ein hochrangiger Vertreter der Eurozone verriet der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Regierung in Athen alle Rechnungen des IWF im Juni zusammennehmen und erst Ende des Monats begleichen könne. Dies sei allerdings nur möglich, wenn es eine glaubhafte Perspektive für den Abschluss der Gespräche im Schuldenstreit gebe.

Griechen ziehen verstärkt Geld von Bankkonten ab

Diese sehen aber selbst die griechischen Bürger nicht, denn sie ziehen derweil verstärkt Geld von ihren Bankkonten ab – aktuell täglich im Schnitt 300 Millionen Euro bzw. 1,5 Milliarden Euro pro Woche. Insidern zufolge wurden alleine im April 5 Milliarden Euro von den Banken abgehoben, nach 1,9 Milliarden im März. Für die vergangenen sechs Monate summieren sich die Abhebungen auf ca. 35 Milliarden Euro.

Trotzdem verweigerte die EZB weitere ELA-Hilfen

Obwohl die Kreditinstitute dadurch massive Liquiditätsprobleme haben, verweigerte die EZB am Mittwoch eine Erhöhung der ELA-Hilfen (ELA = Emergency Liquidity Assistance), welche bislang einen Zusammenbruch des griechischen Bankensystems verhindern. Die EZB dürfte damit den Druck auf die griechische Regierung weiter erhöhen, endlich eine Einigung zu finden. Ansonsten bleiben Tsipras & Co. nur die Möglichkeit, Kapitalkontrollen einzuführen, um einen Bankencrash zu verhindern.

IWF schließt Grexit nicht mehr aus

Auch der Internationale Währungsfonds schließt jedenfalls inzwischen ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum ausdrücklich nicht mehr aus. Der Austritt Griechenlands sei eine Möglichkeit, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde kürzlich der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ein solcher Schritt wäre nach ihren Worten „kein Spaziergang“, würde aber „wohl nicht das Ende des Euro“ bedeuten. Lagarde widersprach in diesem Zuge auch griechischen Äußerungen, wonach die Verhandlungen mit den „Institutionen“ (IWF, EU-Kommission und Europäische Zentralbank) kurz vor dem Abschluss stünden. Offenbar sieht außer der griechischen Regierung selbst niemand die Verhandlungen auf der Zielgeraden.

Tickende Zeitbombe für die Finanzmärkte

Unser Fazit fällt entsprechend im Vergleich zur Ausgabe vor einer Woche, in der wir auch über die Finanzprobleme der Ukraine berichteten, unverändert aus: „Keine Frage, die Zahlungspläne von Griechenland und der Ukraine sollten aufhorchen lassen. Hier ist noch viel Sprengstoff für die Finanzmärkte drin. Entsprechend sind Kurskapriolen weiterhin möglich.

Bei steigenden Kursen kann jeder Gewinne erzielen, aber bei fallenden…

Keine Frage, bei steigenden Kursen kann quasi jeder Börsenlaie hohe Gewinne erzielen. Doch trauen Sie es sich zu, Geld an den Aktienmärkten zu verdienen, wenn sich Trends plötzlich umkehren oder es zumindest zu heftigen Korrekturen kommt? Oder wollen Sie lieber auf einen Börsendienst setzen, der nachweislich in den vergangenen Wochen für seine Abonnenten hohe Gewinne realisieren konnte, während die Aktienmärkte zeitgleich konsolidiert haben?! Zögern Sie nicht! 2015 könnte das Jahr der platzenden Blasen werden! Melden Sie sich jetzt hier zum „Geldanlage Premium Depot“ an.

 



›› Geldpolitik
– Zinsanhebung der Fed doch schon im Sommer?
von Sven Weisenhaus

Natürlich wissen wir, dass Europa bzw. Griechenland nicht zwingend entscheidend sind für die Kursentwicklung der weltweiten Börsen. Diese blicken eher in Richtung USA. Und hier könnten sich die Anleger irren, wenn sie erst im Dezember mit einer ersten Zinsanhebung rechnen.

US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe: 4-Wochen-Schnitt auf 15-Jahres-Tief

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe betrugen vor einer Woche 274.000, womit der gleitende 4-Wochen-Durchschnitt bei 266.250 lag. In den letzten 15 Jahren gab es bei diesem Wert keinen niedrigeren Stand.

Vor dem Hintergrund dieser Daten erwartet die Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt bei der US-Arbeitslosenquote in diesem Jahr mit Blick auf die einzelnen Quartale eine stetige Verbesserung. Im 1. Quartal 2015 lag der Durchschnittswert bei 5,6 %, für das 2. Quartal erwarten die Experten des Geldhauses 5,4 %, gefolgt von 5,2 % und 5,1 % im 3. und 4. Quartal.

Das nächste Problem für die Finanzmärkte: eine Zinsanhebung im Juni

Und damit könnten wir zum nächsten Problem für die Finanzmärkte kommen. Denn niemand hat behauptet, dass die Fed mit der ersten Zinserhöhung warten wird, bis die Arbeitslosenrate bei 5,0 % angekommen ist. Ich denke, es reicht ihr, wenn der Weg dahin zementiert scheint. Und dies könnte der Fall sein. Während die meisten Experten eine Zinsanhebung im Sommer ausschließen, halten wir eine solche durchaus für möglich. Wenn es so kommt, könnte auch hiervon (neben einer Pleite Griechenlands) ein kleiner Schock für die Finanzmärkte ausgehen.

Viele Aussagen unverändert gültig - Was nicht steigt, fällt

Im Grunde genommen sind viele unserer Aussagen von vor einer Woche auch heute noch gültig. Weder im Schuldenstreit geht es vorwärts, noch an den Aktienmärkten. In beiden Fällen sind Entscheidungen in die eine oder andere Richtung noch nicht gefallen. An den Aktienmärkten lautet die Frage „Fortsetzung im Aufwärtstrend oder Trendwechsel?“, im Schuldenstreit fragt man sich „Neue Hilfszahlungen oder Pleite?“.

Und daher gilt auch weiterhin: „Sollte es nicht bald (weitere) bullishe Signale geben und können insbesondere die US-Indizes keine Anschlusskäufer aus dem Hut zaubern, dann könnte eine alte Börsenweisheit in Erfüllung gehen: Was nicht steigt, fällt.

Bei steigenden Kursen kann jeder Gewinne erzielen, aber bei fallenden…

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›› Chartanalyse (DAX, S&P500, Dow Jones)
– Anleger wieder deutlich skeptischer
von Sven Weisenhaus

Inzwischen scheinen auch die Anleger den Entwicklungen im Schuldenstreit wieder skeptischer gegenüber zu stehen, denn der DAX hat in dieser Woche ordentlich Federn lassen müssen. Ende letzter Woche stand der deutsche Leitindex noch bei 11.864 Punkten, zwischenzeitig notiert er am vergangenen Freitag nur noch knapp über 11.400 Zählern und damit mehr als 450 Punkte bzw. rund 4 % tiefer.

DAX - Chartanalyse

Und auch die US-Indizes S&P 500 und besonders Dow Jones mussten wieder herbe Rückschläge hinnehmen, womit ihnen weiterhin einfach nicht der nachhaltige Ausbruch auf neue Hochs gelingen will.

S&P500 - Chartanalyse

Dow Jones - Chartanalyse

So kam es also, wie von uns vermutet: Eine nahende Pleite Athens belastet die Märkte weiter.

Saisonalität – Spätestens ab Herbst dürfte es stürmisch werden

Und der Ausblick für die kommenden Wochen bleibt nahezu unverändert: Mit Blick auf die Analyse des saisonalen Musters (siehe Ausgabe vom 26.04.2015) spricht vieles dafür, dass die Konsolidierung an den Aktienmärkten noch längst nicht beendet ist.

US-Indizes - saisonaler Kursverlauf

Selbst wenn sich die Kurse bis in die Sommermonate hinein erholen können – dafür spricht, dass die US-Indizes noch keine Anzeichen einer begonnenen Korrektur liefern – könnte es ab Herbst noch richtig abwärts gehen. Dafür spricht, dass die US-Indizes trotz mehrfacher Ausbruchsversuche keine Aufwärtsdynamik entwickeln können. Die Outperformance unseres „Geldanlage Premium Depot“ könnte sich also fortsetzen.

Long-Chance bei bullischen Ausbruch der US-Indizes

Für die Erwartung an einen bullischen Ausbruch der US-Indizes könnten folgende Produkte interessant sein:

Short-Chance bei DAX-Schwäche

Für die Erwartung an weiter fallende Kurse im DAX könnte folgendes Produkt interessant sein:

Wer dieses Papier als Folge unserer Analyse vom 26. April schon gekauft hat, der kann bereits auf sehr ordentliche Gewinne in Höhe von über 7 Prozent blicken.

Wichtig! – Erst informieren, dann handeln

Wichtig ist in allen Fällen, dass Sie sich erst über die Funktionsweise der Wertpapiere genauestens informieren und erst dann Geld investieren. Unter der jeweiligen Verlinkung hier im Artikel finden Sie umfangreiches Informationsmaterial.
Und natürlich gilt wie immer: Unsere Darstellungen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf.


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Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 23: Handelswoche vom 01.06.2015 bis 05.06.2015)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 01.06.2015

  • 09:55 - DE Einkaufsmanagerindex Mai
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Eurozone Mai
  • 14:00 - DE Verbraucherpreise Juni (Vorabschätzung)
  • 14:30 - US Konsumausgaben Mai
  • 14:30 - US Persönliche Einkommen Mai
  • 15:45 - US Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Mai (endgültig)
  • 16:00 - US ISM Index Mai
  • 16:00 - US Bauausgaben April

Dienstag, 02.06.2015

  • 01:50 - JP Geldbasis Mai
  • 09:55 - DE Arbeitslosendaten Juni
  • 11:00 - EU Verbraucherpreise (Vorabschätzung)
  • 11:00 - EU Erzeugerpreise April
  • 16:00 - US Industrieaufträge April

Mittwoch, 03.06.2015

  • 09:55 - DE Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Mai (endgültig)
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Mai (endgültig)
  • 11:00 - EU Arbeitslosenquote
  • 11:00 - EU Einzelhandelsumsatz April
  • 13:45 - EU EZB-Zinsentscheid
  • 14:15 - US ADP-Arbeitsmarktbericht Mai
  • 14:30 - EU EZB-Pressekonferenz
  • 14:30 - US Handelsbilanz April
  • 15:45 - US Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Mai (endgültig)
  • 16:00 - US ISM Dienstleistungsindex Mai
  • 16:30 - US EIA Ölmarktbericht (Woche)
  • 20:00 - US Beige Book

Donnerstag, 04.06.2015

  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 14:30 - US Lohnstückkosten 1. Quartal

Freitag, 05.06.2015

  • 08:00 - DE Auftragseingang Industrie April
  • 11:00 - EU BIP (endgültig)
  • 14:30 - US Beschäftigte ex Agrar Mai
  • 14:30 - US Arbeitslosenquote Mai
  • 14:30 - US Wochenstunden Mai
  • 14:30 - US Stundenlöhne Mai

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