Deutsche Bank AG – Für einen Marktführer extrem günstig zu haben

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Deutsche Bank AG – Für einen Marktführer extrem günstig zu haben

 

›› Deutsche Bank AG
– Für einen Marktführer extrem günstig zu haben
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdie Deutsche Bank AG (WKN 514000) war schon einmal Thema hier im Geldanlage-Brief. Unter der Überschrift „Deutsche Bank AG – Zahlen zum Geschäftsjahr 2014 überraschen Experten und Anleger“ schrieben wir am 11. Februar 2015, dass Rechtsstreitigkeiten sowie immer höhere regulatorische Anforderungen zwar immer wieder auf den Gewinn drücken, das Unternehmen mit den Geschäftszahlen zum 4. Quartal 2015 aber punkten konnte. Quintessenz des Artikels war, dass man als Aktionär der Deutschen Bank AG zwar einen langen Atem braucht, die fundamentale Bewertung aber für einen Marktführer extrem günstig war. Bei einer Marktkapitalisierung von 35,9 Mrd. Euro bzw. einem damaligen Kurs von 26,00 Euro errechnete sich bei einem für 2015 erwarteten Gewinn pro Aktie in Höhe von 3,11 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von nur knapp 8.

Libor-Manipulation kostete 2,5 Milliarden US-Dollar

Seitdem mussten die Aktionäre viele weitere negative Nachrichten verdauen. So wurde die Deutsche Bank im Streit um die Manipulation des Libor-Zinssatzes von den amerikanischen und britischen Behörden zu einer Geldstrafe in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar verdonnert. Dies war eine Milliarde mehr als man bisher angenommen hatte und so viel wie kein anderes Geldhaus zuvor zahlen musste. Laut Deutscher Bank gingen 2,175 Milliarden Dollar an die US-Aufsichtsbehörden und 226,8 Millionen Pfund an die Briten.

Seit dem ersten Vergleich mit der britischen Barclays Bank im Juni 2012 haben rund ein Dutzend Banken und Finanzfirmen insgesamt 6,5 Milliarden Dollar gezahlt. Laut der britischen Aufsicht FCA war die Strafe für die Deutsche Bank derart hoch ausgefallen, weil sie die Regulierer in die Irre geführt und damit die Untersuchungen behindert habe.

Ihrer Ansicht nach waren mindestens 29 Mitarbeiter in den Skandal verwickelt, die die Bank verlassen mussten. Nach Erkenntnissen von den Regulierern hatten sich einzelne Händler bei wichtigen Referenzzinsen wie Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. An solchen Zinssätzen hängen weltweit Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar.

Von der EU-Kommission war die Deutsche Bank bereits Ende 2013 zu einer Strafe von 725 Millionen Euro verdonnert worden.

Trotz hoher Rechtskosten auch im 1. Quartal 2015 Erträge auf Rekordniveau

Trotz dieser Kosten konnte die Deutsche Bank auch im 1. Quartal 2015 einen Gewinn ausweisen und Erträge auf „annäherndem“ Rekordniveau verzeichnen. Die Bank meldete einen Überschuss von 559 Millionen Euro. Das operative Ergebnis schrumpfte um 12 % auf 1,48 Milliarden Euro.

Neue Zukunftsstrategie

Außerdem hatte man sich nach wochenlanger Diskussion auf eine Zukunftsstrategie verständigt. Die Deutsche Bank wird sich von der Postbank trennen, wobei zunächst die Mehrheit abgegeben werden und danach die Anteile schrittweise bis auf null gesenkt werden sollen. Möglich ist dazu ein Komplett-Verkauf oder ein erneuter Börsengang der Postbank. Die Deutsche Bank war vor sieben Jahren bei der Postbank eingestiegen und hält derzeit 94 % der Anteile.

Deutsche Bank will Kosten in zusätzlicher Milliardenhöhe einsparen

Im Zuge ihres Kurswechsels will die Deutsche Bank zudem weitere Milliarden einsparen. Die operativen Kosten sollen bis 2020 um 3,5 Milliarden Euro sinken. Davon sollen 60 % durch Effizienzsteigerungen und 40 % durch die Schließung von 200 der derzeit rund 700 „blauen“ Filialen sowie den Rückzug aus unprofitablen Bereichen erzielt werden. Um die Einsparungen zu erreichen, rechnet das Institut allerdings mit einmaligen Kosten in Höhe von 3,7 Milliarden Euro.

Führungsspitze wurde von der Hauptversammlung hart abgestraft

Diese Meldungen und die dazugehörige Kursentwicklung der Aktie gefielen den Aktionären ganz und gar nicht. Zwar konnten sie sich zum Hauptversammlungstermin am 21. Mai über eine im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Dividende in Höhe von 0,75 Euro und damit eine Rendite von rund 2,5 % freuen, doch auf der Hauptversammlung, die große Aufmerksamkeit auf sich zog und teilweise sogar live im TV (n-tv) übertragen wurde, straften die Anteilseigner der Deutschen Bank die Führungsspitze um Jain und Fitschen hart ab. Die Co-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen wurden lediglich mit jeweils 61 % entlastet.

Üblich sind bei Hauptversammlungen in Deutschland Zustimmungsraten von 90 % und mehr. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank, über den nicht einzeln abgestimmt wurde, konnte sich über eine solche Zustimmung von 91 % freuen. Einflussreiche Aktionärsberater wie ISS und Hermes hatten Fonds aber im Vorfeld empfohlen, den Vorstand nicht zu entlasten, was diese offenbar auch umgesetzt haben.

Aktionäre äußerten erhebliche Zweifel am Erfolg der Zukunftsstrategie

Großinvestoren wie Privatanleger beklagten auf der Hauptversammlung den verheerenden Niedergang des Aktienkurses von gut 100 Euro im Jahr 2007 auf zuletzt knapp 30 Euro. Auch äußerten sie erhebliche Zweifel, dass es der Deutschen Bank mit Hilfe ihrer vorgestellten „Strategie 2020“ gelingt, die Krise zu überwinden und wieder mehr Geld zu verdienen.

Jain und Fitchen (müssen) gehen

Der Vorgang hatte zwar keine direkten Folgen, da nur der Aufsichtsrat über eine Abberufung von Vorständen entscheiden kann, doch kam das sehr schwache Abstimmungsergebnis einem massiven Misstrauensvotum gleich, worauf letztlich die Deutsche Bank auch reagierte. Inzwischen ist die Doppelführung zurückgetreten. Jain wird seinen Posten bereits zum 30. Juni 2015 zur Verfügung stellen, Jürgen Fitschen wird im Mai 2016, nach der nächsten Hauptversammlung des Finanzkonzerns, sein Amt aufgeben.

Brachte die Bafin Jain zu Fall?

Laut Medienberichten brachte Misstrauen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Jain zu Fall. Die Aufseher hätten ihn in einem nicht-öffentlichen Bericht wegen seiner Rolle im Libor-Skandal kritisiert. Obwohl der Bericht den Vorständen weder direkt noch indirekt vorwirft, in den Zinsskandal verwickelt zu sein, war Jain als Chef der Investmentbank in den Augen der Bafin ganz klar verantwortlich für die Fehltritte.

Skandal reiht sich an Skandal – und die Deutsche Bank ist stets ganz vorne mit dabei

Altlast reiht sich an Altlast, Skandal an Skandal: Ob Zinsmanipulationen oder fragwürdige Hypothekengeschäfte, die Deutsche Bank ist stets ganz vorne dabei. Kurz nach der Hauptversammlung wurde gemeldet, dass russische Kunden der Deutschen Bank womöglich mit Hilfe des Instituts rund 6 Milliarden Dollar gewaschen haben könnten. Die Bank gehe dem Verdacht in einer internen Untersuchung bereits nach, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit der Sache vertraut seien. Die Deutsche Bank hatte am 20. Mai eingeräumt, eine Gruppe von Händlern in Moskau beurlaubt zu haben, bis die Untersuchung abgeschlossen sei.

Kurz nach dem Führungswechsel gab es dann noch eine Razzia bei der Deutschen Bank-Zentrale in Frankfurt. Diesmal, so erklärte die Bank, seien aber keine Mitarbeiter beschuldigt, sondern die Razzia richte sich gegen Kunden der Bank. Nach ersten Informationen geht es um mutmaßlichen Steuerbetrug durch sogenannte Cum-Ex-Geschäfte.

Doppelspitze Jürgen Fitschen und Anshu Jain mitverantwortlich

Derartig negative Presse hat nicht nur den Ruf der Deutschen Bank ramponiert, sondern kostet sie auch viel Geld. Regelmäßig wird ihr Gewinn von Bußgeldern und Kosten für Prozesse und Vergleiche aufgefressen. Und dafür war auch die Doppelspitze Jürgen Fitschen und Anshu Jain mitverantwortlich. Schließlich war Jain viele Jahre Chef des Investmentbankings. Und Fitschen muss sich derzeit vor Gericht verantworten, wegen dem Vorwurf der Falschaussage in einem Prozess um Schadenersatz wegen der Kirch-Pleite.

Börse bejubelte den Führungswechsel - kurz

Entsprechend bejubelte die Börse den Führungswechsel. Die Aktie holte am Tag der Nachricht zu einem „Befreiungsschlag“ aus und konnte zeitweise mehr als 8 % zulegen. Doch am Ende blieb davon nicht viel übrig, wohl auch, weil schon die nächsten Negativmeldungen über die Aktien hinwegfegten.

Charttechnische Aktienanalyse – Gefangen im Keil

Langfristig betrachtet befindet sich die Aktie der Deutschen Bank in einer Keilformation. Sollte der Kurs über die (dicke) rote Abwärtslinie ausbrechen, wäre dies ein erstes bullisches Signal. In diesem Fall könnten sich erste Käufe lohnen. Folgen dann Sprünge über die weiteren (roten) Widerstandslinien, sollte man sein Engagement ausbauen.

Deutsche Bank AG - Chartanalyse

Rutscht die Aktie hingegen unter die grünen Aufwärtslinien, muss man vorsichtig werden. Insbesondere Kurse unterhalb von 22,66 Euro könnten darauf hindeuten, dass es zu neuerlichen starken Kursverlusten kommt.

Kurzfristig hat die Aktie bereits die ersten (im Chart grünen) Aufwärtslinien gebrochen. Doch war dies der allgemeinen Marktschwäche des DAX geschuldet und es kam keine nennenswerte Abwärtsdynamik auf. Deshalb ist dieser Bruch noch nicht sonderlich kritisch zu werten.

Fundamentale Aktienanalyse – Für einen Marktführer extrem günstig zu haben

Über die wichtigsten fundamentalen Entwicklungen der Vergangenheit haben wir in dem Text oben informiert: Rechtsstreitigkeiten, Strafzahlungen, Quartalszahlen, Unternehmensausrichtung, Postbank-Verkauf, Rücktritt der Doppelspitze, Russland-Geschäfte, Cum-Ex-Geschäfte.

Insgesamt hat die Bank noch rund 7000 Klagen am Hals. Wir werden daher wohl über weitere Zahlungen lesen müssen, die den Gewinn des Unternehmens noch eine Weile schmälern werden. Doch die abnehmende Zahl an Rechtsstreitigkeiten sowie sinkende Kosten durch das Schließen von Filialen werden die Gewinne und damit auch den Kurs der Aktie bald steigen lassen, so unsere Sicht der Dinge.

Trotz der Rechtsstreitigkeiten, Strafzahlungen und Rückstellungen konnte die Deutsche Bank im 1. Quartal einen Überschuss von 559 Millionen Euro erzielen, während das operative Ergebnis um 12 % auf 1,48 Milliarden Euro schrumpfte. Das Ergebnis je Aktie lag (unverwässert) bei 0,39 Euro. Da die dicksten Strafen nun gezahlt sind, erwarten (die OnVista-)Analysten für das Gesamtjahr einen Gewinn je Aktie in Höhe von 3,11 Euro.

Bei einem aktuellen Kurs von rund 28 Euro bringt das Unternehmen 38,6 Mrd. Euro auf die Waage. Entsprechend kommen wir unverändert zur Analyse vom 11. Februar 2015 (siehe oben) auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 10. Für einen Marktführer sind die Aktien damit extrem günstig zu haben. Langfristig sehen wir für die Aktien aus fundamentaler Sicht ein Kurspotential von 100 %.


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Sven Weisenhaus

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