Schuldenstreit um Griechenland – Der Knoten ist geplatzt +++ DAX – Sommerrallye eingeleitet

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Schuldenstreit um Griechenland – Der Knoten ist geplatzt
  2. Neue Hilfen für Griechenland – Sind die 86 Milliarden schon verloren?
  3. Crash an Chinas Aktienmärkten – Pause oder nachhaltige Beruhigung?
  4. Schwächelt die US-Wirtschaft? – Regierung senkt Wachstumsprognose
  5. DAX – Sommerrallye eingeleitet
  6. Termine der kommenden Woche

 

›› Schuldenstreit um Griechenland
– Der Knoten ist geplatzt
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefder Knoten ist geplatzt. Zuerst erteilte das griechische Parlament am frühen Samstagmorgen vor einer Woche der Regierung die Vollmacht, über weitere Spar- und Reformmaßnahmen mit den Gläubigern zu verhandeln. Es folgte am frühen Montagmorgen nach einem 17-stündigen Verhandlungsmarathon eine Einigung zwischen der Athener Regierung und ihren Geldgebern. In der Nacht zum Donnerstag billigte das Parlament in Athen das Spar- und Reformprogramm mit großer Mehrheit. Und am gleichen Tag beschloss die Europäische Zentralbank, die sogenannten Ela-Hilfen um 900 Millionen Euro zu erhöhen. Blicken wir auf die Details:

Griechenland-Rettung nimmt Fahrt auf

In dieser Woche ist mächtig Bewegung in die Rettung Griechenlands gekommen, als das griechische Parlament am frühen Samstagmorgen der Regierung die Vollmacht erteilte, über weitere Spar- und Reformmaßnahmen mit den Gläubigern zu verhandeln und eine Einigung zu unterzeichnen. Wie das Parlamentspräsidium dazu mitteilte, stimmten 251 Abgeordnete mit "Ja", 32 Parlamentarier dagegen und 8 enthielten sich der Stimme.

Tsipras erreicht Mehrheit nur mit Hilfe der Opposition

Die hohe Zahl der Für-Stimmen kam dabei nur deshalb zustande, weil drei Oppositionsparteien mit der Regierung gestimmt hatten. Ohne diese Stimmen hätte Tsipras ohne Mehrheit da gestanden. Denn 32 Abgeordnete in seinem „Bündnis der radikalen Linken“ (Syriza) hatten ihm entweder die Gefolgschaft verweigert oder angekündigt, dies demnächst zu tun. So waren 7 Abgeordnete der Linkspartei Syriza abwesend, 2 stimmten gegen den Antrag und 8 enthielten sich der Stimme. Weitere 15 Abgeordnete sagten der Presse, sie hätten nur „schweren Herzens 'Ja' gestimmt“, weil sie den Ministerpräsidenten angesichts der weiteren Verhandlungen in Brüssel nicht schwächen wollten.

Krisengipfel in Brüssel beschloss Spar- und Reformpaket einstimmig

Mit der Zusage seines Parlaments stieg Tsipras am Sonntag in einen Verhandlungsmarathon mit den Geldgebern ein, der stolze 17 Stunden andauerte. Erst kurz vor Handelsbeginn am Montag liefen die ersten Meldungen über die Ticker, dass eine Einigung erzielt wurde. Der Krisengipfel in Brüssel hatte sich einstimmig auf ein umfangreiches Spar- und Reformpaket für das Krisenland verständigt. Die Summen, die dabei im Raum standen, überschritten alles, worüber bislang geredet worden sei. In der Beschlussvorlage war von einem möglichen Finanzbedarf Griechenlands von 82 bis 86 Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren die Rede.

Höhe der Rettungssumme kann sich noch ändern

Als Athen zuvor den Antrag für Milliardenhilfen beim ESM-Rettungsschirm stellte, wurde noch ein Finanzbedarf in Höhe von 53,5 Milliarden Euro bis 2018 angemeldet. Am Donnerstag kam die nächste Schätzung aus Brüssel: Es müsse sogar mit 100 Milliarden Euro gerechnet werden, die das Land brauche, um bis 2018 seine finanziellen Verpflichtungen bedienen zu können. – Die Höhe des Hilfspaketes kann sich offenbar noch öfters ändern. Insbesondere die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Bankenschließungen können derzeit noch nicht genau beziffert werden.

Tsipras: Von einem Verhandlungsmarathon zum nächsten

Damit Geld fließen kann, musste Tsipras einen Teil der Reformen bereits bis Mitte der Woche durch das Parlament in Athen bringen. Nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse die griechische Regierung sogar darauf hinarbeiten, dass alle Gesetze umgesetzt werden, auch die aus der Zeit vor der Wahl. – Und so begab sich Tsipras mit diesem Auftrag in die nächste schwere Verhandlung.

Athener Parlament beschließt Reformprogramm

Am frühen Donnerstagmorgen, und damit leicht verspätet (hatte jemand nach den Entwicklungen der Vergangenheit etwas anderes erwartet), billigte das Parlament in Athen das Spar- und Reformprogramm mit großer Mehrheit. 229 Abgeordnete in dem Parlament mit 300 Sitzen stimmten für die Maßnahmen, 64 Parlamentarier dagegen. Es gab 6 Stimmenthaltungen.

Erneut bekam Regierungschef Tsipras die ausgehandelten Reformen nur mit Hilfe der Opposition durch. Von den 149 Abgeordneten seiner Syriza-Partei verweigerten ihm dieses Mal sogar 38 die Gefolgschaft.

EZB steuert ihren Teil der Lösung bei

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen steuerte auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Teil zur Lösung der Schuldenprobleme bei. Auf der turnusmäßigen Sitzung beschloss der EZB-Rat am Donnerstag zwar, den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert bei 0,05 %, 0,30 % bzw. -0,20 % zu belassen, der Rahmen für Notkredite an Griechenlands Banken wurde jedoch ausgeweitet. Die sogenannten Ela-Hilfen wurden um 900 Millionen Euro für eine Woche erhöht. Die Bedingungen für eine Erhöhung seien durch die Entwicklung der vergangenen Tage in der Griechenlandkrise gegeben, so der Notenbankchef.

Mit der Entscheidung kauft die EZB der Politik Zeit. Ende Juni hatte die EZB das Ela-Volumen bei rund 90 Milliarden Euro eingefroren, nachdem es in den Verhandlungen mit den Geldgebern keine Aussicht auf Erfolg mehr gab. Seitdem sind die Banken des Landes geschlossen und Abhebungen am Geldautomaten eingeschränkt.

Nationale Parlamente müssen grünes Licht für Verhandlungen geben

Bevor weitere Verhandlungen über das milliardenschwere Programm aufgenommen werden können, waren noch mehrere Parlamentsbeschlüsse in Deutschland und anderen Euro-Ländern nötig. Am Freitag stimmten die Abgeordneten in Berlin bereits in einer Sondersitzung für eine Aufnahme weitergehender Verhandlungen.

Insgesamt hatten dem von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eingebrachten Antrag, Griechenland „grundsätzlich Stabilitätshilfe in Form eines ESM-Darlehens zu gewähren“, 439 Abgeordnete zugestimmt. 119 Abgeordnete lehnten den Antrag ab, der die Bundesregierung zunächst nur ermächtigt, in Verhandlungen über ein drittes Kreditprogramm für Griechenland einzutreten. 40 Abgeordnete enthielten sich.

Aus den Reihen von CDU und CSU gab es 241 Ja-Stimmen, 60 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen (insgesamt 310 Abgeordnete). In der SPD gab es 4 Nein-Stimmen (193). Von den 64 Linken-Abgeordneten sagten 53 Nein, keiner Ja.

Brückenfinanzierung in Höhe von 7 Milliarden Euro

Athen braucht laut einem Papier der Finanzminister bis zum morgigen Montag bereits rund 7 Milliarden Euro. Denn Griechenland muss dann 3,5 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Zudem hat Griechenland inzwischen eine weitere Kreditrate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht beglichen. Am vergangenen Montag blieb das Krisenland 456 Millionen Euro schuldig. Damit erhöht sich der Zahlungsrückstand alleine beim IWF auf 2 Milliarden Euro. Eine daher dringend nötige Brückenfinanzierung wollten die Finanzminister bis Morgen regeln. Am Freitag teilte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dazu bereits mit, die EU-Finanzminister hätten sich darauf verständigt, Griechenland bis Mitte August Hilfen in der benötigten Höhe zu gewähren.

Bis zum Beschluss des Rettungspakets können noch Wochen vergehen

Mit darüber hinausgehenden Erleichterungen bei der griechischen Schuldenlast wollen die Euro-Länder sich erst befassen, wenn Athen all das vorgenannte erledigt hat. Man erwartet daher, dass sich die Verhandlungen noch leicht vier Wochen lang hinziehen können.

Fazit

Einige Hürden zu einem dritten Hilfspaket wurden also in dieser Woche übersprungen. Und es sieht stark danach aus, als würde „das schwarze Schaf der Eurozone nun endlich spuren“. Alles deutet bislang darauf hin, dass die Schuldenprobleme für drei Jahre vom Tisch sind (bzw. verschoben, bis sie spätestens dann wieder akut werden dürften). Doch der Hürdenlauf ist noch nicht zu Ende. Daher bleibt erhöhte Vorsicht geboten.

 



›› Neue Hilfen für Griechenland
– Sind die 86 Milliarden schon verloren?
von Sven Weisenhaus

Derweil scheint die Situation klar (Achtung, Sarkasmus!): Die aktuellen Ereignisse im Schuldenstreit haben einen Gewinner und zwei Verlierer. Die Geldgeber konnten ihre Forderungen vollständig durchsetzen und sind damit der Gewinner. Dabei hat Deutschland alles im Alleingang entschieden. Deutschland? Ach, was sage ich?! Schäuble! Tsipras geht dagegen quasi mit leeren Händen nach Hause, womit sich Griechenland nun dem Spardiktat der Institutionen (Troika) bzw. Schäuble unterwerfen muss. Griechenlands Regierung und ihre Bürger sind also die beiden Verlierer. Aber wenn die EU nun weitere 86 Milliarden in einem schwarzen Loch versenkt, gibt es dann überhaupt einen Gewinner?

So ist offenbar unzweifelhaft die allgemeine Meinung, wenn man den Mainstream-Medien im In- und Ausland folgt (obwohl Slowaken, Slowenier, Esten, Finnen, Niederländer, Letten, Litauer und Belgier mindestens ebenso große „Hardliner“ waren, als es um die Forderung nach Gegenleistungen für weitere Finanzhilfen ging). Ein Blick auf die Details lässt dieses Weltbild aber vielleicht wackeln:

Reformen und Sparmaßnahmen sind nicht gleichzusetzen!

Das Problem an der Berichterstattung und Diskussion ist nämlich, dass Reformen, die den Staatsapparat modernisieren sollen, und Sparmaßnahmen, die den griechischen Bürger, Steuerzahler und Rentner angeblich in der Armut versinken lassen, gleichgesetzt werden. Doch beim Blick auf die kurzfristig umzusetzen Maßnahmen dürfte man ausschließlich sinnvolle Ansätze sehen, die keineswegs an den Einkommen der Bürger in Griechenland etwas ändern.

Diese Reformen muss Griechenland kurzfristig umsetzen

So hatte die Syriza-Regierung von Alexis Tsipras bis zum späten Mittwoch vier Gesetze durchs Parlament zu bringen:

  • Eine Mehrwertsteuerreform, die die Staatseinnahmen erhöhen soll.
  • Sofort-Maßnahmen, die eine umfassende Rentenreform einleiten soll.
  • Ein neues Gesetz, das die griechische Statistikbehörde Elstat politisch unabhängig machen soll.
  • Quasi-automatische Budgetkürzungen für den Fall, dass von den geplanten Sparzielen abgewichen wird.

Nur falls Athen diese Reformen pünktlich verabschiedet, wollten die Euro-Länder entscheiden, ob sie überhaupt Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket aufnehmen. Da dies geschehen ist, geht es nun weiter. Als nächstes soll Griechenland folgendes liefern:

  • Eine umfassende Rentenreform soll bis Oktober vorliegen.
  • Ladenöffnungszeiten sollen gelockert werden.
  • Die Märkte für Medikamente, Backwaren und Milch sollen liberalisiert werden.
  • Sogenannte "geschlossene Berufe", die der Staat mit Vorschriften künstlich vor Konkurrenz schützt, sollen geöffnet werden (z. Bsp. der Fährtransport).
  • Der Stromnetzbetreiber ADMIE soll privatisiert werden, um den Wettbewerb zu erhöhen.
  • Entlassungen sollen erleichtert werden.
  • Die Aufsicht der Banken soll verschärft, die Ernennung der Aufseher entpolitisiert werden.

Wo stecken denn hier nun bitte die ach so harten Sparmaßnahmen, über die man so viel liest und die die Bürger Griechenlands noch tiefer in die Armut schicken?!

Wie es in dem Land bisher lief, hat es nicht funktioniert

Fakt ist: Wie es in dem Land bisher lief, hat es nicht funktioniert. Nun müssen wirtschaftsfreundliche Reformen umgesetzt werden, die einer linksgerichteten Regierung (wie der Syriza) naturgemäß nicht schmecken, aber sehr wahrscheinlich das Wachstum im Land beschleunigen wird. Am Ende eines 17-Stunden-Beratungsmarathons, unzähliger Verhandlungsrunde zuvor und eines sinnlosen Referendums ist also nur herausgekommen, dass man Griechenland gerne aus dem marktwirtschaftlichen Mittelalter heraushelfen will.

Durch ein höheres Bruttoinlandsprodukt (BIP) können dann später die Sozialausgaben wieder erhöht werden. – Ein simples Prinzip, welches bislang weder Griechenland noch viele andere Staaten verstanden haben: Man muss erst Geld einnehmen, um es dann ausgeben zu können.

Wichtigstes Ziel: Primärüberschuss

Dass Griechenland zu teuer und deshalb nicht wettbewerbsfähig ist, können die Maßnahmen allerdings auch nicht verhindern. Solange aber ein Primärüberschuss im Staatshaushalt erwirtschaftet werden kann, wird die Sache wenigstens nicht schlimmer.

Vor diesem Hintergrund ist es positiv zu werten, dass das griechische Finanzministerium für das erste Halbjahr einen Haushaltsüberschuss von 1,9 Milliarden Euro vor Zinsen (= Primärüberschuss) meldete. Experten gehen allerdings davon aus, dass dieser Überschuss nur deswegen zustande kam, weil die Regierung zuletzt viele Rechnungen nicht mehr bezahlt hat. Doch diese Lücke beläuft sich nur auf ca. 2 Milliarden Euro. Griechenland ist also nah dran am tatsächlichen Primärüberschuss.

Sind die 86 Milliarden schon verloren?

Geld VerbranntFalsch ist an der Berichterstattung einiger Medien und sogenannter Experten übrigens auch, dass nun weitere 86 Milliarden Euro nach Griechenland fließen und damit „weg“ sind.

Die drei großen Geldgeber-Institutionen Europäische Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationaler Währungsfonds (IWF) schätzten zwischenzeitig, dass Griechenland frische Geldmittel in Höhe von 74 Milliarden Euro benötigt. In den nächsten drei Jahren werden 53,7 Milliarden Euro fällig, um Schulden samt Zinsen zu tilgen. Weitere 25 Milliarden Euro sind erforderlich, um den angeschlagenen Bankensektor mit frischem Kapital auszustatten. Und schließlich sollen 11,5 Milliarden in den griechischen Staatshaushalt fließen, damit das Land sein Haushaltsdefizit ausgleichen, Rechnungen, Löhne und Renten bezahlen kann. Das ergibt zusammen gut 90 Milliarden Euro. Zieht man davon die Zinsgewinne aus griechischen Staatsanleihen (7,7 Milliarden Euro), Privatisierungsgewinne (2,5 Milliarden Euro) und erwartete Haushaltsüberschüsse (6 Milliarden) ab, bleibt ein Kreditbedarf von 74,2 Milliarden Euro.

Hinter 53,7 Milliarden verbirgt sich nichts anderes als eine Art Umschuldung. Hier werden im Zeitablauf lediglich alte Schulden mit neuen bedient und die Schuldendauer damit verlängert. Die 25 Milliarden für die Banken könnten relativ schnell wieder zurückfließen, wenn die Griechen die von ihren Konten abgehobenen Gelder wieder einzahlen, sobald sich die Angst vor einem Euroaustritt gelegt hat. Lediglich 11,5 Milliarden fließen in den griechischen Staatshaushalt, jedoch nur dann, wenn alle Auflagen erfüllt werden. Griechenland muss ab jetzt permanent liefern, jede weitere Hilfe wird nur Zug um Zug gewährt. Wir sind also keineswegs von heute auf morgen 86 Milliarden Euro los.

Verlorenes Vertrauen – Geldgeber verlangen Garantien

Zudem: Da das Misstrauen gegenüber Athen nach einem monatelangen Verhandlungspoker und jahrelang verschleppten Sparmaßnahmen – laut Merkel hätten sich die Rettungsbedingungen in den letzten sechs Monaten, und damit seit Antritt der neuen Regierung in Griechenland, erheblich verschlechtert – verständlicherweise groß ist und die Euro-Länder den Versprechen aus Athen nicht mehr trauen, wollen sie von Griechenland Sicherheiten, bevor neues Geld fließt.

Die wichtigste Neuerung beim geplanten dritten Hilfspaket ist daher ein sogenannter Treuhandfonds, der ein erneutes Herauswinden aus den Vorgaben der Gläubiger erschweren soll: Athen soll Vermögenswerte an diesen Treuhandfonds übertragen, damit dieser sie verwalten oder verkaufen und damit Schulden abtragen helfen kann – ohne dass die Griechen selbst noch Zugriff auf deren Erlöse haben. 50 Milliarden Euro sollen so zusammenkommen.

Daneben muss Griechenland für alle Reformen genaue Zeitpläne und überprüfbare Kennzahlen vorlegen. Schon bis zum 20. Juli soll die Syriza-Regierung zudem konkrete Vorschläge für eine Verwaltungsreform machen. Und sie soll alle Gesetze aufheben, mit denen sie nach ihrem Wahlsieg frühere Reformen zurückgedreht hatte.

Kritik am neuen Hilfspaket ist überzogen und voreilig

Die Troika hat also scheinbar dazugelernt und sichert nun das dritte Hilfspaket relativ gut ab. Das Geschrei über verlorengegangene 86 Milliarden ist also völlig überzogen und voreilig – aber das kennt man ja von den bekannten Medien, Börsendiensten und (zum Teil selbsternannten) Experten nicht anders. (Einige von Ihnen wissen sicherlich, wen ich damit meine.) Wer in den vergangenen Jahren auf diese Schwarzseher gesetzt hat, verpasste eine schöne Börsenhausse.

 



›› Crash an Chinas Aktienmärkten
– Pause oder nachhaltige Beruhigung?
von Sven Weisenhaus

Panik an Chinas AktienmärktenDie Panikstimmung an den chinesischen Finanzmärkten (wir berichteten vor einer Woche) ebbte in dieser Woche etwas ab. Doch auch hier bleibt erhöhte Vorsicht geboten. In Crashs kommt es immer mal zu ruhigeren Phasen. Es bleibt daher abzuwarten, ob die drastischen Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Eindämmung der Kursverluste nachhaltig wirken.

Chinas Wirtschaftswachstum hat in dieser Woche jedenfalls positiv überrascht. Im zweiten Quartal ist hat sich die Wirtschaft mit 7,0% vergleichsweise gut geschlagen. Die Steigerung entsprach der des vorangegangenen Quartals und übertraf die Erwartungen von Ökonomen, die von +6,8% ausgegangen waren.

 



›› Schwächelt die US-Wirtschaft?
– Regierung senkt Wachstumsprognose
von Sven Weisenhaus

US-Regierung senkt den DaumenWährend in China der Aktienmarkt crasht, die Wirtschaft aber positiv überrascht, ist es in den USA genau umgekehrt. Zwar läuft dort die Berichtssaison inzwischen auf Hochtouren und konnte bislang überzeugen, dennoch hat die US-Regierung die Wachstumsprognosen für die Jahre 2015 und 2016 gesenkt. Für das laufende Jahr geht man nun von einem Wachstum um 2% aus, für 2016 wird mit 2,9% gerechnet. Zuvor war für beide Jahre ein Wachstum von 3% prognostiziert worden. Im ersten Halbjahr 2015 hat das Wachstum der US-Wirtschaft 0,2% betragen.

Auch die Prognosen für die Inflationsentwicklung sowie den US-Arbeitsmarkt wurden angepasst. Bei den Verbraucherpreisen wird für 2015 nun mit einem Anstieg um 0,2% gerechnet, nach zuvor 1,4%. Dagegen wird die Lage am US-Arbeitsmarkt positiv eingeschätzt. Die Arbeitslosenquote soll in diesem Jahr bei 5,3% und 2016 bei 4,9% enden. Zuvor hatten die Prognosen auf 5,4% bzw. 5,1%gelautet.

US-Notenbank Fed sieht Zinsanhebung in 2015

Eigentlich hätte dieser schwächere Ausblick den Anlegern in die Karten spielen können, weil eine erste Zinserhöhung dadurch in die Ferne rückte, doch die US-Notenbank machte einen Strich durch die Rechnung. Falls sich die heimische Wirtschaft wie erwartet entwickle, sei eine geldpolitische Straffung noch 2015 angemessen, sagte Fed-Chefin Janet Yellen in ihrem halbjährlichen Testimony vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses.

Fazit

Der Aktienmarkt hat zum Befreiungsschlag angesetzt nun konnte dabei deutliche Erfolge vorweisen. Damit bestehen nun beste Chancen, dass sich die Kurse gemäß dem saisonalen Muster im Sommer doch noch auf neue Hochs schwingen können.

Es bleiben aber erhebliche Risiken im Markt: Das dritte Hilfsprogramm für Griechenland ist noch nicht endgültig beschlossen. Der Crash am chinesischen Aktienmarkt könnte sich noch fortsetzen. Die US-Notenbank Fed hält an einer Zinsanhebung in 2015 fest. Aktuell gehen wir davon aus, dass diese auf der Septembersitzung verkündet wird. Dies könnte dann auch der Anstoß dafür sein, dass auch der zweite Teil unserer saisonalen Erwartung in Erfüllung geht – nämlich dass die Kurse nach neuen Hochs im Sommer ab Herbst kräftig korrigieren.

Achten Sie weiterhin darauf, dass wir uns tief in den Sommermonaten befinden, die oft durch Fehlsignale geprägt sind!

 



›› Bei steigenden Kursen kann jeder Gewinne erzielen, aber bei fallenden…

Keine Frage, bei steigenden Kursen kann quasi jeder Börsenlaie hohe Gewinne erzielen. Doch trauen Sie es sich zu, Geld an den Aktienmärkten zu verdienen, wenn sich übergeordnet die intakten Aufwärtstrends im Herbst plötzlich umkehren oder es zumindest zu heftigen Korrekturen kommt? Oder wollen Sie lieber auf einen Börsendienst setzen, der nachweislich in den vergangenen Wochen für seine Abonnenten hohe Gewinne realisieren konnte (siehe Tabelle), während der DAX zeitgleich korrigiert hat und der Bund Future sowie die chinesische Börse crashartig eingebrochen sind?! Zögern Sie nicht! 2015 könnte das Jahr der platzenden Blasen werden! Melden Sie sich jetzt hier zum „Geldanlage Premium Depot“ an.

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›› DAX (Chartanalyse)
– Sommerrallye eingeleitet
von Sven Weisenhaus

Seitdem endlich Bewegung in die Rettung Griechenlands gekommen ist, kennt der deutsche Leitindex DAX nur einen Weg: nach oben. Nachdem der DAX in der vergangenen Woche mit nur noch knapp 10.650 Punkten ein neues Korrekturtief markiert hatte, konnte er in dieser Woche bereits fast über 11.800 Punkte blicken. Dabei wurde auch der Abwärtstrendkanal (rot im Chart) inzwischen deutlich gebrochen.

DAX - Chartanalyse

Es gelang ihm sogar, bis in eine ehemalige Seitwärtsrange (blaues Rechteck) vordringen, scheiterte jedoch noch an der engeren Range. Gelingt auch dieser Sprung, steht einem Erreichen der 12.000er Marke charttechnisch kaum noch etwas entgegen.

Wir hatten zuletzt mehrfach geschrieben, dass im Rahmen der Abwärtsbewegung das ganze Kursverhalten lediglich korrektiv aussah, insbesondere durch die Überschneidungen im Kursverlauf, weshalb es aus Sicht der Elliott-Wellen-Theorie am Ende wieder zu steigenden Kursen kommen sollte.

Ebenfalls wiederholten wir mehrfach, dass es aus saisonaler Sicht möglich ist, dass der DAX in den kommenden Wochen weiter zulegt, bevor es dann wieder deutlich abwärts geht. Für das „Geldanlage Premium Depot“ hoffen wir nun, dass unser Kursziel im DAX-Long (wir berichteten vor einer Woche bereits über diesen Trade) erreicht wird, wir dann verkaufen können, um im Herbst die Position zu deutlich tieferen Kursen wieder einsammeln zu können. Aktuell können wir uns aber bereits über 7% Gewinn in diesem Trade freuen.

Die US-Indizes machten diese sehr bullische Kursentwicklung mit, wenn auch nur unterproportional. Wie gut, dass wir uns vor diesem Hintergrund am Dienstag von unserem S&P500-Short (auch über diesen Trade berichteten wir vor einer Woche)mit einem kleinen Gewinn getrennt haben. Verkauft zu 8,94 Euro notiert das Wertpapier WKN DT3EYM nun bei 8,83 Euro und damit bereits leicht tiefer.

Neben dem DAX-Long und dem gut getimeten Verkauf des S&P500-Short hat unser „Geldanlage Premium Depot“ auch insgesamt von der Entwicklung in dieser Woche mächtig profitiert. Nachdem wir unseren Abonnenten bereits vor einer Woche über einen Hinzugewinn in Höhe von fast 100 Euro berichten konnten, legte das Musterdepot nun noch einmal um mehr als 300 Euro zu. Auf fast allen Positionen konnten wir Kursgewinne verzeichnen, lediglich die Rohstoffpositionen schwächelten.

Kommt es nun in den kommenden Wochen zu neuen Hochs an den Aktienmärkten, dann werden wir möglichst hohe Gewinne realisieren, um dann in Erwartung fallender Kurse im Herbst die Positionen zu günstigeren Kursen wieder zurückkaufen zu können. – Unsere aktuelle Strategie scheint gerade voll aufzugehen.

Long-Chance bei anhaltender DAX-Stärke

Für die Erwartung an steigende Kurse im DAX könnte folgendes Produkt interessant sein: DAX WAVE Unlimited Call, WKN: DE228N, aktueller Hebel: 1,86, Briefkurs: 62,91 Euro
Wer dieses Papier als Folge unserer Analyse vom 8. Juli gekauft hat, der kann bereits auf sehr ordentliche Gewinne in Höhe von über 15% blicken.

Short-Chance bei DAX-Schwäche

Für die Erwartung an wieder fallende Kurse im DAX könnte folgendes Produkt interessant sein: DAX WAVE Unlimited Put, WKN: XM1UHG, aktueller Hebel: 2,52, Briefkurs: 46,49 Euro

 

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Wichtig! – Erst informieren, dann handeln

Wichtig ist in allen Fällen, dass Sie sich erst über die Funktionsweise der Wertpapiere genauestens informieren und erst dann Geld investieren. Unter der jeweiligen Verlinkung hier im Artikel finden Sie umfangreiches Informationsmaterial.
Und natürlich gilt wie immer: Unsere Darstellungen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf.


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Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 30: Handelswoche vom 20.07.2015 bis 24.07.2015)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 20.07.2015

  • 08:00 - DE Erzeugerpreise Juni
  • 10:00 - EU EZB Leistungsbilanz Eurozone Mai
  • 15:45 - EU Volumen der EZB-Käufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und ABS

Dienstag, 21.07.2015

  • Keine wichtigen Termine

Mittwoch, 22.07.2015

  • 11:00 - EU Öffentliche Schuldenquote Q1
  • 16:00 - US FHFA Hauspreisindex Mai
  • 16:00 - US Verkauf bestehender Häuser Juni

Donnerstag, 23.07.2015

  • 11:00 - EU Defizitquote Q1
  • 14:30 - US Chicago Fed National Activity Index Juni
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 16:00 - US Frühindikatoren Juni

Freitag, 24.07.2015

  • 09:30 - DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Juli
  • 09:30 - DE Dienstleistungsindex Juli
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Eurozone Juli
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe Eurozone Juli
  • 15:45 - US Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Juli (vorläufig)
  • 16:00 - US Verkäufe neuer Häuser Juni

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