PNE Wind AG – Der Börsenkrimi geht in die Fortsetzung

Inhalt dieser Ausgabe

  1. PNE Wind AG – Der Börsenkrimi geht in die Fortsetzung

 

›› PNE Wind AG – Der Börsenkrimi geht in die Fortsetzung
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdie Aktien von PNE Wind (WKN: A0JBPG) durchlitten jüngst heftige Turbulenzen. Am 15. Juni konnten sie noch deutlich zulegen und scheiterten nur knapp an einer Rückkehr in ihre Seitwärtsrange oberhalb von 2,40 Euro. Anschließend fielen sie ab und gerieten besonders am 18. Juni kräftig unter Druck. Im Tief notierte der Kurs nur noch bei 1,88 Euro und damit alleine an diesem Tag zeitweise rund 10 % im Verlust (siehe rote Elipse im folgenden Chart).

Hauptversammlung - Erhoffter Befreiungsschlag blieb aus

Die Kursverluste hatten durchaus ihre Berechtigung, denn die Hauptversammlung, die am Dienstag, den 16. Juni 2015, stattfand (wir berichteten, siehe: „PNE Wind AG – Ein Börsenkrimi erreicht am 16. Juni 2015 seinen Höhepunkt“), brachte nicht den erhofften Befreiungsschlag. Stattdessen kam es schlimmer.

PNE Wind AG - Chartanalyse

Abstimmungsergebnisse konnten nicht verkündet werden

Die Versammlung war geprägt von „einer Fülle von Wortmeldungen und Anträgen“, wie es von Seiten des Unternehmens hieß. Der Versammlungsleiter habe die Ergebnisse der Aktionärsabstimmung deshalb bis Mitternacht trotz seiner Bemühungen nicht verkünden können. Er habe die Versammlung aus dem Grund wie vorgeschrieben in der Nacht zu Mittwoch auf einen bislang unbestimmten Termin vertagt. - Doch es kam noch schlimmer.

Polizei beschlagnahmte Abstimmungsergebnisse - Verdacht auf Urkundenunterdrückung

Wie ein Sprecher von PNE Wind sagte, versiegelten Polizeibeamte daraufhin in der Nacht einen Raum, in dem sich Abstimmungsunterlagen befanden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade bestätigte, dass die Polizei Daten und Abstimmungsergebnisse beschlagnahmt habe. „Wir prüfen, ob im Zusammenhang mit der Hauptversammlung der Straftatbestand der Urkundenunterdrückung verwirklicht wurde“, sagte der Staatsanwalt. Die Ergebnisse der Abstimmung hätten gegen 22.30 Uhr vorgelegen, teilte die Gesellschaft mit, die Verwaltung habe sie „lediglich nicht bekanntgegeben“. Es bestand daher der Verdacht, dass das amtierende Management die Hauptversammlung künstlich in die Länge gezogen hatte, um ein unliebsames Abstimmungsergebnis nicht veröffentlichen zu müssen.

Vergütung des Aufsichtsratsvorsitzenden sorgte für Empörung

Zuvor sorgte vor allem die Vergütung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Kuprian für Empörung unter den Aktionären. Für die Kontrolle der PNE Wind lässt sich Kuprian insgesamt jährlich mit 341.500 Euro entlohnen. Das sei laut Handelsblatt mehr als die Vergütung der meisten Aufsichtsratschefs von Dax-Konzernen. Im Detail kassiert er für den Posten bei PNE Wind 229.000 Euro, da er auch im Aufsichtsrat der 2013 übernommenen Tochter WKN sitzt, erhält er zudem 112.500 Euro.

Probleme in der Führungsetage wären ein Verkaufsgrund

Und damit wären wir wieder bei dem Rechtsstreit, über den wir in der Ausgabe des Geldanlage-Briefs vom 10. Juni berichteten und der die Führungsetage des Konzerns spaltet. Denn dieser betrifft auch die besagte Tochter WKN. Wie Sie aus unserem Bericht vielleicht wissen, knirscht es gewaltig in der Unternehmensleitung bzw. -überwachung. Es scheint in dem Unternehmen eine Selbstbedienungsmentalität bei Managern und Aufsichtsräten zu herrschen. Friedrichsen und seine Gefolgschaft scheint beim WKN-Deal einen zu hohen (Ver-)Kaufpreis zu verantworten, die andere Seite der Führung scheint sich über ihre Gehälter die Taschen voll machen zu wollen. Wer hier die Guten und wer die Bösen sind, lässt sich für Außenstehende kaum beurteilen. Ein Komplett-Austausch oder ein externer Prüfer wären hier sinnvoll.

All dies wäre eigentlich ein klarer Verkaufsgrund. Daher hatten wir uns von der Hauptversammlung und einer Abwahl kritischer Aufsichtsratsmitglieder einen Befreiungsschlag erhofft. Da dieser jedoch zunächst ausgeblieben war, wurde der Aktienkurs zeitweise deutlich belastet. Auch dieser Umstand wäre auch ein klarer Verkaufsgrund gewesen - wenn da nicht die aktuelle Geschäftsentwicklung wäre.

Verkauf der britischen Tochtergesellschaft für 141 Millionen Euro

Überraschend wurde am Wochenende vor der zweifelhaften Hauptversammlung der Verkauf der britischen Tochtergesellschaft PNE Wind UK gemeldet. Der Deal soll bis zu 141 Millionen Euro in die Kassen des Unternehmens spülen. Doch auch hier gibt es einen Haken: Das Geld soll in mehreren Tranchen bis 2020 fließen. Einerseits beraubt sich PNE Wind mit dem Verkauf vieler Wachstumschancen und eines wichtigen Teils der Projektpipeline, andererseits sind nur rund 55 Millionen Euro der Verkaufssumme fix und werden sofort fällig, während der Rest erfolgsabhängig in Form von Meilensteinzahlungen fließen soll, die von der tatsächlichen Entwicklung der Projektpipeline in Großbritannien abhängig sind. PNE Wind bleibt damit trotz des Verkaufs über Jahre hinweg im operativen Risiko und von der Entwicklung der Windparkprojekte abhängig.

Betrachtet man aber den Börsenwert von PNE Wind, dann deckt er gerade so den jüngst geschlossenen Deal. Soll heißen, wenn die volle Summe fließt, dann deckt die Marktkapitalisierung gerade einmal den Cash in Höhe von 141 Mio. Euro. Das wäre schon eine ungewöhnlich niedrige Bewertung, bei der man unbedingt an den Aktien festhalten müsse.

Selbst wenn der Verkauf der Pipeline also für das Unternehmen nicht optimal ist, wäre die fundamentale Bewertung dennoch ein klarer Kauf.

Fazit

Wir wollen mit der Aktie nicht verheiratet sein und im Grunde ist es uns daher egal, wie viel ein Aufsichtsratsmitglied verdient oder ob die Tochter WKN zu teuer war und der Verkaufspreis der Pipeline eventuell sogar zu billig, wie es Branchenkreise vermuten. Wir wollen von der Kursentwicklung profitieren.

Und hier sehen wir zwar kurzfristig natürlich weitere Kurskapriolen auf uns zukommen, solange die Führungsetage nicht solide aufgestellt ist und im Interesse des Unternehmens handelt, aber angesichts der fundamentalen Bewertung halten wir im Geldanlage Premium Depotan den Aktien fest.

Ein Verkauf zum aktuellen Zeitpunkt macht absolut keinen Sinn. Denn wir gehen davon aus, dass sich der Konflikt in der Führungsetage (wie auch immer) lösen wird und die Aktionäre dann die günstige Bewertung erkennen, die durch den Verkaufspreis der Projektpipeline offensichtlich wurde.

Wenn Sie übrigens unserer Analyse vom 10. Juni gefolgt und bei einem Kurs von rund 2,20 Euro eingestiegen sind, dann können Sie aktuell schon auf einen Gewinn in Höhe von über 6 % blicken. Und hier ist noch sehr viel mehr Potential drin.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus


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