Sommerrallye bereits abgeblasen? +++ Griechenland verschiebt erste Reformen

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Marktanalyse – Sommerrallye bereits abgeblasen?
  2. Griechenland begleicht Schulden – Erstes Beispiel für Umschuldung
  3. Griechenland-Rettung – Und schon wurden erste Reformen verschoben
  4. Termine der kommenden Woche

 

›› Marktanalyse – Sommerrallye bereits abgeblasen?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefmit einer Gegenbewegung verdaut der Markt aktuell die jüngste 1.150-Punkte-Rally im DAX. Dies ist zumindest die Meinung vieler Marktteilnehmer. Doch die steile Aufwärtsbewegung, die zum Bruch des Abwärtstrendkanals führte (wir berichteten, siehe „DAX – Sommerrallye eingeleitet“), könnte sich auch nur als ein Strohfeuer erweisen. Denn sie beruhte einzig und alleine auf der vorerst erzielten Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland, die aber noch keine endgültige Lösung brachte.

Mögliche Zinserhöhung und China belasten die Märkte

Zudem kamen zwar gute Konjunkturdaten aus den USA, jedoch schlechte aus China. Und beides war negativ für die Börse. In den USA sanken die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nach aktuellen Zahlen vom vergangenen Donnerstag von 281.000 auf 255.000 und damit auf den niedrigsten Stand seit November 1973. An der Börse wird daher nun vermehrt damit gerechnet, dass die US-Notenbank schon im September das erste Mal seit 2008 die Leitzinsen anheben wird. Aus China wurde gemeldet, dass die Stimmung der chinesischen Unternehmen auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen ist. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie ging von 49,4 Punkten im Juni auf 48,2 Punkte zurück, wobei Werte unter 50 für eine zurückgehende wirtschaftliche Aktivität stehen. Damit wurde durch positive US-Arbeitsmarktdaten eine frühzeitige Zinserhöhung wahrscheinlich und China könnte zu einer Belastung der Weltwirtschaft werden.

Charttechnisch ist längst nicht alles in Butter

Auch charttechnisch ist längst nicht alles in Butter. Vor einer Woche berichteten wir noch, dass der DAX durch den jüngsten Anstieg seinen Abwärtstrend (rot im folgenden Chart) sehr dynamisch und damit eindrucksvoll überwinden und sogar bis in seine ehemalige Seitwärtsrange (blaues Rechteck) vordringen konnte. Dort scheiterte er jedoch an der engeren Range. Es blieb dabei und inzwischen haben stärkere Kursverluste eingesetzt, so dass nun sogar das Ausbruchsniveau unterschritten wurde (roter Pfeil).

DAX - Chartanalyse

In übergeordneten Trends kommt es meist zu dynamischen Gegenbewegungen, während es in Trendrichtung eher schleppend verläuft. Daher könnten wir uns auch inzwischen in einem übergeordneten Abwärtstrend befinden, in dem der jüngste Anstieg lediglich eine Gegenbewegung darstellte. Unsere hier wiederholt und aktualisiert dargestellte Elliott-Wellen-Analyse zum DAX (folgender Chart) würde dazu passen.

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Auch die US-Indizes Dow Jones und S&P500 sind gerade an einem Ausbruch auf neue Hochs gescheitert und deutlich zurückgefallen. Besonders im Dow Jones (unterer Chart),sieht die Kursentwicklung nicht sonderlich ermutigend aus, denn hier kam der Kurs gar nicht erst bis in die Nähe seiner Hochs, sondern musste einen Fehlausbruch (Sommermonate!) an einer Abwärtslinie (rot im Chart) und anschließend dynamische Kursverluste bis an seine Aufwärtstrendlinie hinnehmen.

S&P500 - Chartanalyse

DowJones - Chartanalyse

Fehlsignale in tückischen Sommermonaten

Denken Sie daran, dass wir Sie vor den tückischen Sommermonaten gewarnt hatten. Der bullishe Ausbruch aus dem Abwärtstrend im DAX könnte das erste Fehlsignal dieser Phase sein. Es bleibt also erhöhte Vorsicht geboten.

Fazit

Entsprechend kommen wir zu dem Fazit, dass eine frühzeitige Zinsanhebung und eine mögliche Abschwächung der Weltwirtschaft (durch China) die Börsen belasten können und die jüngsten Kurserholungen damit nur ein Strohfeuer waren, womit sich die Konsolidierungen bzw. Korrekturen fortsetzen könnten. Zudem ist auch deutlich zu erkennen, dass positive Meldungen zu Griechenland kaum noch für Begeisterung unter den Börsianern sorgen und damit die Rettung des Landes bereits eingepreist ist. Was jetzt die Kurse noch treiben könnte, wäre die auf Hochtouren laufende Berichtssaison, doch die fällt bislang nicht nur positiv aus.

Noch bestehen gute Chancen, dass sich die Kurse gemäß dem saisonalen Muster im Sommer doch noch auf neue Hochs schwingen können, bevor es im Herbst abwärts geht. Es bleiben aber erhebliche Zweifel, die von den Kursverläufen an den Aktienmärkten in dieser Woche untermauert wurden. Achten Sie daher weiterhin darauf, dass wir uns tief in den Sommermonaten befinden, die oft durch Fehlsignale geprägt sind!

Tradingchancen im DAX

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Wichtig! – Erst informieren, dann handeln

Wichtig ist in allen Fällen, dass Sie sich erst über die Funktionsweise der Wertpapiere genauestens informieren und erst dann Geld investieren. Unter der jeweiligen Verlinkung hier im Artikel finden Sie umfangreiches Informationsmaterial. Und natürlich gilt wie immer: Unsere Darstellungen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf.


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›› Griechenland begleicht Schulden – Erstes Beispiel für Umschuldung
von Sven Weisenhaus

In den vergangenen Tagen setzte sich die Rettung Griechenlands fort. Nachdem Alexis Tsipras sein Kabinett umgebildet und damit Abweichler entfernt hat, die Banken erstmals nach drei Wochen am Montag dieser Woche wieder öffnen durften, ohne dass die Kapitalkontrollen nennenswert gelockert wurden, der Bundestag für Verhandlungen über ein drittes Griechenland-Programm grünes Licht gab und Griechenland noch vor Wochenbeginn eine Brückenfinanzierung in Höhe von 7,16 Milliarden Euro vom europäischen Rettungsfonds EFSM erhielt, hat Griechenland mit diesem Geld am Montag die ausstehenden Schulden an die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt.

Griechenland begleicht Schulden

An die EZB flossen 4,2 Milliarden Euro, wobei sich die Summe aus fälligen Staatsanleihen im Volumen von 3,5 Milliarden Euro und Zinsen zusammensetzte. Hinzu kamen 2,05 Milliarden an den IWF, die seit 30. Juni überfällig waren. Außerdem zahle die griechische Regierung einen 500 Millionen-Euro-Kredit an die Notenbank des Landes zurück.

Erstes Beispiel für Umschuldung

Damit haben wir ein erstes Beispiel für die Umschuldung, über die wir in der vorangegangenen Hauptausgabe schrieben, als wir über die lücken- bzw. mangelhafte Berichterstattung und Meinungsbildung zu dem neuen Rettungsprogramm berichteten („Neue Hilfen für Griechenland – Sind die 86 Milliarden schon verloren?“). Mit neuen Schulden wurden alte beglichen. Damit hat sich in Summe weder die Verschuldung Griechenlands erhöht, noch die Kreditsumme der Gläubiger. Die Kredite haben sich lediglich verschoben, weg vom IWF und der EZB, hin zum EFSM.

 



›› Griechenland-Rettung – Und schon wurden erste Reformen verschoben
von Sven Weisenhaus

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat das griechische Parlament das zweite Reformpaket (wir berichteten vor einer Woche) pünktlich beschlossen, das die anderen Euro-Staaten zur Vorbedingung für Verhandlungen über ein Kreditprogramm gemacht hatten. Dieses Mal ging es um umfangreiche Modernisierungen des Justizwesens (Code of Civil Procedure) und die Überführung einer EU-Bankenrichtlinie (BRRD) in griechisches Recht, die in anderen europäischen Ländern längst gilt.

EU-Bankenrichtlinie – Eine Folge der Lehman Brothers-Pleite

Die EU-Bankenrichtlinie ist eine Folge der mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr eskalierten Finanzkrise und legt die geregelte Abwicklungen von Banken fest. Der Staat und damit die Steuerzahler sollen nicht mehr als erste Retter herangezogen werden. Stattdessen sollen zunächst die Aktionäre und Gläubiger der Banken auf ihre Ansprüche verzichten. Einlagen sollen lediglich bis zu einer Höhe von 100.000 Euro sicher sein. Wer mehr auf dem Konto hat, könnte künftig herangezogen werden, wenn seine Bank in Schieflage gerät.

Statt der Steuerzahler haften nun die Eigentümer und Gläubiger

Die Übernahme dieser Direktive ist wichtig, weil die vier großen Geldhäuser des Landes mit bis zu 25 Milliarden Euro aufgepäppelt werden müssen. Daher handelt es sich bei dieser Forderung der Gläubiger um einen cleveren Schachzug. Wenn die Banken Pleite gehen und Griechenland haften müsste, würden sich die Staatsschulden erhöhen. Genau dies sollen die neuen Reformen aber verhindern. Mit Umsetzung der Bankenrichtlinie haften stattdessen die Gläubiger (zu denen aktuell allerdings auch die EZB gehört).

Verkürzung der Prozessdauer

Die Änderungen im Justizwesen sollen die Dauer von Gerichtsverfahren erheblich verkürzen. Prozesse haben in der Vergangenheit in Griechenland drei bis vier Jahre länger gedauert als etwa in Deutschland oder Frankreich.

Ex-Finanzminister Varoufakis stimmte dieses Mal mit Ja

Wie jemand gegen diese Reformen stimmen kann, ist mir völlig schleierhaft (aber vielleicht fehlen mir dazu wichtige Informationen), doch von 300 Abgeordneten stimmten „nur“ 230 dafür. 63 Parlamentarier waren dagegen, 2 Abgeordnete glänzten durch Abwesenheit und 5 enthielten sich der Stimmabgabe.

Der Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis stimmte übrigens dieses Mal mit Ja – um die Einheit der Syriza nicht zu gefährden, wie er sagte. Was es mit diesem merkwürdigen Verhalten auf sich hat, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Es passt aber zum bisherigen Eindruck seiner Leistung.

Und schon verschiebt die Regierung in Athen erste Reformen

Allerdings wurden nicht alle geforderten Maßnahmen umgesetzt. Die Regierung in Athen hatte sich zuvor mit der EZB, dem IWF und der EU-Kommission darauf geeinigt, die Abstimmung über die Abschaffung der Frühverrentung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Zudem sollten laut einem Bericht des Nachrichtensenders n-tv die Abgeordneten auch fast alle Steuervergünstigungen für Landwirte abschaffen. – Landwirte zahlen seit Jahrzehnten einen reduzierten Einkommenssteuersatz von 13%, während andere Selbstständige bis zu einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro 26% Steuerlast tragen. Um die Steuernachlässe zu erhalten, bezeichnen sich viele auf dem Land lebende Griechen als Bauern, obwohl sie keine sind. Daher sollte die Steuervergünstigung abgeschafft werden. – Doch auch hier machte die Regierung in Athen vorerst einen Rückzieher.

Risiken für die Finanzmärkte

Auch hierin liegt ein Risiko für die Finanzmärkte. Die vereinbarten Reformen wurden wahrscheinlich deshalb verschoben, weil Tsipras dafür wohl keine Mehrheit im Parlament bekommen hätte. Sollte dies auch in Zukunft so sein, dann dürften die Reformen an der griechischen Regierung scheitern. Das Rettungspaket steht damit auf der Kippe. Entsprechend drohen in der Zukunft wieder Kursverluste.

Die 1.150 Punkte im DAX, die als Erleichterungsrallye wegen der vermeintlichen Rettung Griechenlands hinzugewonnen wurden, dürften dann mindestens wieder verkauft werden. Die Verluste dürften aber bei einem Scheitern des Rettungsplans darüber hinausgehen.


Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Bei steigenden Kursen kann jeder Gewinne erzielen, aber bei fallenden…

Keine Frage, bei steigenden Kursen kann quasi jeder Börsenlaie hohe Gewinne erzielen. Doch trauen Sie es sich zu, Geld an den Aktienmärkten zu verdienen, wenn sich übergeordnet die intakten Aufwärtstrends im Herbst plötzlich umkehren oder es zumindest zu heftigen Korrekturen kommt? Oder wollen Sie lieber auf einen Börsendienst setzen, der nachweislich in den vergangenen Wochen für seine Abonnenten hohe Gewinne realisieren konnte (siehe Tabelle), während der DAX zeitgleich korrigiert hat und der Bund Future sowie die chinesische Börse crashartig eingebrochen sind?! Zögern Sie nicht! 2015 könnte das Jahr der platzenden Blasen werden! Melden Sie sich jetzt hier zum „Geldanlage Premium Depot“ an.

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›› Termine der kommenden Woche

(KW 31: Handelswoche vom 27.07.2015 bis 31.07.2015)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 27.07.2015

  • 08:00 - DE Importpreise Juni
  • 10:00 - EU Geldmenge M3 Juni
  • 10:00 - EU Kredite an den privaten Sektor Juni
  • 10:00 - DE ifo-Geschäftsklimaindex Juli
  • 14:30 - US Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter Juni
  • 15:45 - EU Volumen der EZB-Käufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und ABS


Dienstag, 28.07.2015

  • 15:00 - US Case Shiller Hauspreisindex Mai
  • 15:45 - US Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Juli (vorläufig)
  • 16:00 - US Verbrauchervertrauen Conference Board Juli


Mittwoch, 29.07.2015

  • 16:00 - US Schwebende Hausverkäufe Juni
  • 16:30 - US Rohöllagerbestände
  • 20:00 - US Fed-Zinsentscheid


Donnerstag, 30.07.2015

  • 08:00 - DE Erwerbstätigenzahl Juni
  • 09:55 - DE Arbeitslosenzahl Juli
  • 09:55 - DE Arbeitslosenquote Juli
  • 10:00 - EU EZB-Wirtschaftsbericht
  • 14:00 - DE Verbraucherpreise Juli (Vorabschätzung)
  • 14:30 - US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
  • 14:30 - US BIP Q2 (1. Veröffentlichung)


Freitag, 31.07.2015

  • 01:30 - JP Verbraucherpreise
  • 08:00 - DE Einzelhandelsumsatz Juni
  • 11:00 - EU Arbeitslosenquote Juni
  • 11:00 - EU Verbraucherpreise Juli (Vorabschätzung)
  • 15:45 - US Einkaufsmanagerindex Chicago Juli
  • 16:00 - US Konsumklima Uni Michigan Juli (endgültig)

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