Aktiencrash – Nach China bald in den USA?

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Chartanalyse – Ohne Sommerrallye zur Herbstschwäche?
  2. Griechenland – Das Thema rückt in den Hintergrund, aber…
  3. Aktiencrash in China – Wiederholung in den USA?
  4. Bei steigenden Kursen kann jeder Gewinne erzielen, aber bei fallenden…

 

›› Chartanalyse – Ohne Sommerrallye zur Herbstschwäche?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdie Märkte sind aus unserer Sicht ohne klare Richtung. Weder von fundamentaler noch von charttechnischer Seite hatte man zuletzt eindeutige Signale erhalten. Griechenland und China bleiben die Unsicherheitsfaktoren der Börsen, ebenso die laufende Berichtssaison. Hinzu kommt die Phase der Sommermonate, die sich oft durch Fehlsignale auszeichnet. So lautete auch schon unser Fazit vor einer Woche.

Hoffen auf das saisonale Muster

Wir hatten daher auf das saisonale Muster gesetzt, wonach sich die Kurse typischerweise im Sommer noch auf neue Hochs schwingen können, bevor es im Herbst abwärts geht. Doch bevor wir auf dieses Muster setzen wollten, galt es zunächst, klare charttechnische Signale abzuwarten.

Sommerrallye geriet in Stocken

Der DAX ist zwar nachhaltig aus seinem Abwärtstrendkanal (rot im folgenden Chart) ausgebrochen und hatte damit eine mögliche Sommerrallye eingeleitet, doch am 20. Juli markierte er ein Hoch bei rund 11.800 Punkten und sackte anschließend wieder mächtig ab. Dabei setzte er auf dem ehemaligen Trendkanal auf und bestätigte damit den Ausbruch. Anschließend konnten die Kurse zwar wieder anziehen, doch sie blieben im jüngsten Hoch unter dem Juli-Hoch.

DAX - Chartanalyse

Zudem sind sie erneut an einer Rückkehr in die Seitwärtsrange (blau) gescheitert. Damit steht die Sommerrallye in Frage.

US-Indizes neigen immer wieder zur Schwäche

Zumal die US-Indizes keinerlei Anstalten machen, eine ähnliche Aufwärtstendenz zu etablieren. Stattdessen markiert der Dow Jones (siehe folgender Chart) sogar tiefere Hochs und tiefere Tiefs, womit er sich eher in einem Abwärtstrend (rot) befindet.

Dow Jones - Chartanalyse

Ohne Sommerrallye zur Herbstschwäche?

Die Saisonalität ist also maximal im DAX zu erkennen, und dort auch nur mit halber Kraft. Wir sollten uns darauf vorbereiten, dass eine Sommerrallye ausfällt und bald die Herbstschwäche einsetzt!

 



›› Griechenland – Das Thema rückt in den Hintergrund, aber…
von Sven Weisenhaus

Am vergangenen Montag kehrte mit der Wiederaufnahme des Handels an der Börse in Griechenland ein weiteres Stück Normalität zurück. Zuletzt wurde dort am 26. Juni gehandelt. Zur Wiedereröffnung stürzte der Athener Leitindex erst einmal um 23 % ab und damit so kräftig wie noch nie. Dabei erreichte der Kurs mit 615 Punkten ein 3-Jahres-Tief.

Am Tag zwei nach der fünfwöchigen Zwangspause setzte sich die Talfahrt zunächst fort. Die Kurse brachen um bis zu 5 % ein. Der Bankenindex stürzte sogar an beiden Tagen jeweils um 30 % (dies ist der maximale zulässige Tagesverlust an der Athener Aktienbörse) ab. Mit 324,03 Punkten notiert er so niedrig wie nie zuvor.

Thema Griechenland rückt in den Hintergrund, aber…

Das Thema Griechenland war zuvor bereits deutlich in den Hintergrund gerückt und ist es inzwischen wieder. Gänzlich abschreiben sollte man es aber noch nicht. In zwei Wochen muss Griechenland einen weiteren Milliardenkredit bei der EZB bedienen. Doch die Gespräche mit den Gläubigern stocken. Unter anderem wohl auch, weil die griechische Regierung die Beschlüsse über besonders umstrittene Reformen wie den Stopp der Frühverrentung und die Streichung von Steuervorteilen für Landwirte auf den Herbst zu verschieben möchte. Der Reformwille der Athener Regierung bleibt also moderat, womit auch ein Scheitern des neuen Rettungsplans noch möglich ist.

IWF stellt harte Forderungen

Passend dazu teilte der Internationale Währungsfonds IWF mit, dass er sich vorerst nicht an einem dritten Hilfspaket für Griechenland beteiligen will. Ein ranghoher IWF-Vertreter soll gesagt haben, es müsse zunächst gesichert sein, dass Athen die vollständige Umsetzung der von den Gläubigern geforderten Reformen akzeptiere. Zudem sollen die Europäer der griechischen Regierung Schuldenerleichterungen gewähren.

 



›› Aktiencrash in China – Wiederholung in den USA?
von Sven Weisenhaus

Neben Griechenland hatten wir vor einer Woche auch China weiterhin als Unsicherheitsfaktoren der Börsen gesehen. Nachdem dort die Aktienkurse innerhalb kürzester Zeit massiv eingebrochen waren (wir berichteten), ist noch nicht abzusehen, welche Auswirkungen das haben kann. Doch damit nicht genug – der größten Wirtschaftsnation der Welt, den USA, droht Ähnliches – jedoch in einem weit größeren Ausmaß.

Weil zu viele Anleger Aktien auf Pump kauften

In China ist die Börsenblase geplatzt, weil zu viele Anleger Aktien auf Kredit gekauft haben. Diese Gefahr droht auch der Wall Street. Laut einem Artikel von „Die Welt“ verzehnfachte sich so das Volumen der Wertpapierkredite in China innerhalb von zwei Jahren und erreichte Mitte Juni in der Spitze 2,2 Billionen Yuan (rund 325 Milliarden Euro). Parallel dazu kletterten die Kurse. In Shanghai stiegen die Notierungen innerhalb eines Jahres um 150 %. Zeitweise wurde dabei jede fünfte in China gehandelte Aktie mit geliehenem Geld gekauft.

Durch den Absturz der Kurse in Shanghai und Shenzhen binnen weniger Wochen um 30 % gingen Milliarden verloren. „Jetzt kämpfen die Anleger mit den Folgen, und so mancher Beobachter befürchtet, das Drama könne auf Chinas Konjunktur durchschlagen. Denn wer viel Geld verloren hat, der konsumiert weniger“, schreibt „Die Welt“.

Volumen der Wertpapierkredite auf nie da gewesenem Rekordwert

In den USA hat sich in den vergangenen Jahren ein ganz ähnliches Kartenhaus aufgetürmt. Dazu nennt „Die Welt“ spannende Fakten: „Zwischen Februar 2009, kurz vor dem letzten Tiefpunkt an den Börsen, und heute hat sich das Volumen der Wertpapierkredite dort verdreifacht, ist von 173 auf über 500 Milliarden Dollar gestiegen – ein nie da gewesener Rekordwert. Selbst am Höhepunkt der Haussen von 2000 und 2007 lag die Summe der Wertpapierkredite deutlich niedriger.“ Doch damit nicht genug: „Wichtiger noch ist, dass deren Summe im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung der USA heute ebenfalls so hoch ist wie nie zuvor. Derzeit entspricht sie rund 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Seit 1998 lag sie dagegen die meiste Zeit zwischen einem und zwei Prozent. Nur zwei Mal kletterte sie über die Marke von 2,5 Prozent: zum ersten Mal Ende 1999 und zum zweiten Mal Mitte 2007. Beide Male folgte daraufhin ein dramatischer Absturz an den Börsen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die Kurse beginnen bereits zu bröckeln!

Solange die Börsenkurse steigen oder wenigstens stabil bleiben, dürfte dies alles nicht zu einem Problem werden. Doch aktuell bröckeln die Kurse in den US-Indizes bereits. Und laut „Die Welt“ bedarf es nur eines Funkens, „damit auch in den USA die Kreditbombe explodiert – mit unabsehbaren Folgen“. Dies sehen wir genauso.
Das Problem liegt im System der Wertpapierkredite. Um ein Darlehen auf Wertpapiere zu erhalten, muss man als Anleger seine Aktien als Sicherheit hinterlegen. Sinkt deren Wert, muss man entweder Geld nachschießen oder die Papiere verkaufen. Wenn jedoch viele Anleger ihre Positionen schließen, fallen die Kurse weiter und unter Umständen sogar noch stärker. Die Folge: Weitere Kredite geraten in Schieflage.
Der schöne chinesische Aktienboom fiel genau wegen diesem Mechanismus jüngst wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Seit Mitte Juni musste dort bereits rund ein Drittel der Wertpapierkredite aufgelöst werden. Parallel fielen die Aktienkurse ebenfalls um fast ein Drittel. Es braucht wenig Fantasie, um dies auf die US-Märkte zu übertragen.

US-Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Doch noch gibt es kein Grund zur Panik. Zumal die Wirtschaft in den USA rund zu laufen scheint. So betrug das US-Wirtschaftswachstum im 2. Quartal 2015 laut erster Schnellschätzung annualisiert 2,3 %. Für das 1. Quartal 2015 wurde statt der bisher gemeldeten Schrumpfung um annualisiert 0,2 % ein Plus von 0,6 % ermittelt. Insofern fiel das US-BIP deutlich besser aus als gedacht.

Doch US-Unternehmen profitieren nicht

Da stellt sich die Frage, wie dieses gute Ergebnis zu den durchwachsenen Daten der US-Quartalssaison passt? Laut Informationen von meinem Kollegen Torsten Ewert stehen die Zeichen bei den Unternehmen nicht auf Wachstum, sondern auf Schrumpfung: Nachdem 70 % der Unternehmen des S&P 500 ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt haben, scheinen die Umsätze um -3,1 % gesunken zu sein. Doch Herr Ewert liefert auch den passenden Grund dafür:

Blickt man auf die Details des BIP-Wachstums, dann ging das Wachstum im zweiten Quartal vor allem auf das Konto des privaten Konsums. Gleichzeitig stiegen die Importe überproportional an, was dem starken Dollar zugeschrieben werden kann. Die US-Verbraucher haben also wegen dem Wechselkurseffekt vor allem bei billigen Importwaren zugeschlagen. Entsprechend passen die starken BIP- Daten zu den schwachen Umsätzen der US-Unternehmen. Und das wiederum erklärt die verhaltene Kursentwicklung der US-Indizes.

Fazit

Die Gefahr für Kursverluste an den Börsen ist aktuell sehr hoch. Insbesondere können die Kurse weiter abrutschen, wenn die Verhandlungen mit Griechenland scheitern, die chinesische Wirtschaft durch den Aktiencrash Schaden nimmt oder/und die Wertpapierkreditblase in den USA ebenfalls platzt. Zudem blieb die erwartete Sommerrallye bislang aus und die schwachen Herbstmonate stehen in Kürze vor der Tür.


Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Bei steigenden Kursen kann jeder Gewinne erzielen, aber bei fallenden…

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