So beeinflusst die Stimmung der Anleger die Kurse

Inhalt dieser Ausgabe

  1. So beeinflusst die Stimmung der Anleger die Kurse
  2. DAX-Chartanalyse – Zweite Abwärtswelle oder Bodenbildung?
  3. Chinas Wirtschaft schwächelt weiter
  4. Spekulation über eine Ausweitung der Geldpolitik von EZB und BoJ
  5. Kostenlose Herbst-Seminare der Börse Düsseldorf
  6. Termine der kommenden Woche

 

›› So beeinflusst die Stimmung der Anleger die Kurse
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefam Freitag wurde der monatliche US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Er fiel mit 142.000 neuen Stellen deutlich unter den Erwartungen der Märkte (rund 200.000) aus. In der Vergangenheit hätte dies zu steigenden Kursen geführt, weil damit die angekündigte Leitzinsanhebung der US-Notenbank in die Ferne rückt und den Märkten die billige Liquidität eventuell länger erhalten bleibt. Doch dieses Mal kam es in einer ersten Reaktion zu heftigen Rücksetzern an den Aktienmärkten. Die Anleger fürchten inzwischen offenbar nicht mehr die erste Leitzinserhöhung seit vielen Jahren, sondern eine sich mehr und mehr abzeichnende Schwäche der US-Wirtschaft.

Reaktionen der Märkte sind stets stimmungsabhängig

Damit haben wir in dieser Woche ein weiteres Beispiel dafür gesehen, dass die Reaktionen der Märkte auf bestimmte Ereignisse stark stimmungsabhängig sind. Zuvor konnte man dies im Laufe dieser Woche schon am VW-Skandal, dem Budgetstreit in den USA und dem Ergebnis der Regionalwahlen in Spanien feststellen. Und vor einer Woche lautete eine Überschrift hier im Geldanlage-Brief „Wahl in Griechenland ließ die Märkte kalt“.

Budgetstreit der USA und Griechenland lösen keine Kursturbulenzen mehr aus

Es ist nicht allzu lange her, dass fast ausschließlich Meldungen über das schuldengeplagte Land zu größeren Kursbewegungen führten. Inzwischen ist das Thema aus den Medien und den Köpfen der Anleger verschwunden. Heftige Marktreaktionen bleiben aus. Und sagt Ihnen „Government Shutdown“ etwas? Wenn nicht, wundert es mich nicht.

Im Oktober beginnt in den USA das neue Finanzjahr des Staates. In schöner Regelmäßigkeit wird der Staatshaushalt mit großem politischem Geplänkel erst auf den letzten Drücker verabschiedet. Im Jahr 2011 stritten sich die Regierungsparteien um die Anhebung der Schuldenobergrenze, in 2012 kursierte der Begriff der „Fiskalklippe“ und im Jahr 2013 kam es sogar zu einer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung – dem „Government Shutdown“, der damals gut zwei Wochen andauerte.

Die jeweiligen Marktreaktionen können Sie dem folgenden Chart des S&P500 entnehmen. 2013 blieb die Kursreaktion mit -4,8 % recht unauffällig (rechtes Rechteck im Chart), während die Kurse 2012 (gelbes Rechteck) innerhalb einiger Monate nach und nach um rund 11 % und in 2011 (nach der Bonitätsabstufung der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor’s) innerhalb von drei Wochen um mehr als 18 % nachgaben (linkes Rechteck).

Kursreaktionen auf den Budgetstreit in den USA

Im laufenden Jahr schaffte es der Budgetstreit kaum in die Medien. Unbeobachtet von den Anlegern ist es den Politikern gelungen, eine neuerliche Lähmung der Regierung vorerst zu verhindern. Mit einem bis Anfang Dezember geltenden Haushalt schloss der Kongress am Mittwoch die drohende Finanzierungslücke – allerdings eben nur bis zum 11. Dezember.

Der S&P500 tendierte im laufenden Jahr lange Zeit seitwärts, rutschte im August plötzlich ab und schwenkte wieder in eine Seitwärtsbewegung ein (siehe folgender Chart). Will man einen Zusammenhang mit dem Budgetstreit herstellen, dann kann dazu lediglich die jüngste Abwärtsbewegung dienen. Allerdings kommt man wohl eher zu dem Ergebnis, dass der VW-Skandal für die Kursverluste verantwortlich war und alles andere überschattet hat.

S&P500 - Kursreaktionen im Jahr 2015 auf den Budgetstreit in den USA

Separatisten gewinnen Wahl in Katalonien – Na und?

So auch die Regionalwahl in Spanien vom vergangenen Sonntag. Als die europäische Schuldenkrise ihren Hochpunkt erreichte, stand Griechenland kurz vor einem Ausstieg aus dem Eurosystem. Man fürchtete, andere Länder könnten diesem Beispiel folgen. Daher blickte man auch mit großen Sorgen auf die Wahlen in Spanien und Portugal, weil man bei einem Sieg der Separatisten weitere potentielle Aussteiger sah. Jede Nachricht, die zu diesem Thema über die Ticker lief, führte damals zu scharfen Kursrücksetzern.

Nun hat die Regionalwahl in Katalonien am vergangenen Sonntag stattgefunden. Und wie ursprünglich befürchtet, gingen die Separatisten als Sieger hervor. Die Gefahr des Euro-Austritts eines Landes der EU ist also mit dem Ergebnis dieser Wahl durchaus wieder realistischer. Entsprechend wären Kurseinbrüche im Euro eine plausible Reaktion der Anleger gewesen.

Anleger sehen derzeit keine Gefahr mehr für den Euro

Doch stattdessen ging das Ereignis an der Gemeinschaftswährung spurlos vorüber. Der Euro konnte zu Wochenbeginn sogar zulegen. Und seit Monaten befindet er sich gegenüber dem US-Dollar in einer Seitwärtskonsolidierung (siehe blaues Rechteck im Chart) bzw. leichten Aufwärtsbewegung (grüne Linie).

EUR/USD - Chartanalyse

Euro-Krise ist „out“, Abgasskandal ist „in“

Die Stimmung der Anleger ist aktuell halt eine andere als damals. Obwohl sich fundamental nur wenig verändert hat, ist die Euro-Krise spätestens seit der Wiederwahl von Alexis Tsipras aus den Köpfen der Anleger verschwunden und der Fokus derzeit auf die aktuellen Korrekturen an den Aktienmärkten gerichtet, die durch den Abgasskandal jüngst befeuert wurden.

Wenn Medien Angst und Schrecken verbreiten, übertreiben die Märkte

An diesen Beispielen wird bereits sehr deutlich, dass die Märkte zur Übertreibung neigen, wenn die Medien mit ihrer typischen Hau-drauf-Mentalität ein Thema ausschlachten. Nimmt die Berichterstattung ab, verschwindet die Angst und Verunsicherung der Anleger und panikartige Kursreaktionen bleiben aus. Auch wenn es ein Thema nicht auf die Titelseite schafft (z. B. US-Budgetstreit, Wahl in Katalonien), gehen die Börsen viel nüchterner und sachlicher damit um.

Von einer Übertreibung zur nächsten

Doch immer wieder wird irgendeine neue Sau durchs Dorf gejagt, die je nach Stimmungslage der Anleger zu Unsicherheiten und teilweisen Panikreaktionen führt. War es in der Vergangenheit die Furcht vor dem Euro-Austritt eines Landes, ist es nun die Angst, dass sich der VW-Skandal auf die gesamte deutsche Wirtschaft auswirkt.

Dabei dürfte diese Angst unbegründet sein. Laut Aussagen von BMW-Chef Harald Krüger zum Beispiel dürfte die VW-Abgaskrise die deutsche Industrie nicht nachhaltig beschädigen. Und Dirk Heilmann vom Handelsblatt Research Institute schreibt dazu, dass die Automobilindustrie zwar mit 368 Milliarden Euro Umsatz und 775.000 direkt Beschäftigten die größte deutsche Industriebranche ist und damit ein Klumpenrisiko für die Volkswirtschaft darstellt, der berechtigte Ärger der Verbraucher über die Manipulation von Abgaswerten bei mindestens elf Millionen VW-Dieselfahrzeugen aber sicher nicht dazu führen wird, dass sie dem Autokauf komplett abschwören. Und so beziffert er den negativen Effekt für das deutsche BIP nach einer plausibel klingenden Berechnung auf maximal 0,3 Prozent.

Auch beim Blick nur auf VW lassen sich Übertreibungen erkennen: Man spricht derzeit über mögliche Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden US-Dollat. Die VW-Aktie hat seit Bekanntwerden des Skandals ein Drittel ihres Wertes und das Unternehmen damit mehr als 26 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung verloren. 18 Milliarden US-Dollar Strafe stehen also 26 Milliarden Euro Marktwertverlust gegenüber.
Wobei man bei Volkswagen wegen geschönter Abgaswerte über eine Strafe in zweistelliger Milliardenhöhe spricht, während GM im Falle von defekten Zündschlössern, die zu 174 Toten führten, letztlich mit einer Strafe von 900 Millionen US-Dollar geahndet wurde. Für VW könnte es also deutlich weniger schlimm kommen als befürchtet. In diesem Fall dürften auf die derzeitigen Kursverluste entsprechende Kurserholungen folgen.

Hier können sich Chancen auftun

Nun muss man die Probleme von VW aber deutlich differenzierter betrachten. So können zu den Strafzahlungen in den USA noch Forderungen anderer Länder, zivilrechtliche Ansprüche, Kosten für Rückrufaktionen und vieles mehr hinzukommen. Entsprechend schwer fällt es, bei VW von einer Übertreibung zu sprechen. Doch wurde der gesamte Automobilsektor in Sippenhaft genommen. Und darin könnte man die Chancen sehen. – Zumal: Verbraucher sind vergesslich, genauso wie Anleger.

Negative Nachrichten zum VW-Skandal können die Kurse noch eine Weile drücken

Noch sollte man allerdings vorsichtig sein, weil sich die Aktienindizes in einer Seitwärtskonsolidierung befinden, die sich als trendbestätigend entpuppen könnte. Und wir hatten davor gewarnt, dass uns negative Nachrichten zu dem VW-Skandal noch einige Zeit beschäftigen werden und die Kurse damit noch eine Weile unter Druck bleiben könnten.

Von Auto- zu Elektronikherstellern

Inzwischen lässt man Manipulations-Vorwürfe gegen Elektronik-Hersteller wieder aufleben. Nach jüngsten Vorwürfen sollen Samsung-Fernseher in Tests extra einen niedrigeren Stromverbrauch gezeigt haben. Der Konzern reagierte und wies die Betrugsvorwürfe zurück.

Da sollte man die Kirche aber jetzt im Dorf lassen! Im Grunde hat doch eigentlich jeder längst gewusst, dass bestimmte Werte nur unter idealisierten Testbedingungen erreichbar sind. So merkt man doch zum Beispiel bei jedem Tankvorgang, dass auch die von den Autoherstellern angegebenen Verbrauchswerte beim Kraftstoff deutlich unter dem liegen, was uns die Anzeige an der Zapfsäule verrät.

Wo war diese Empörung, als uns die Banken abgezockt haben?!

Und wo war denn demgegenüber die Empörung, als bekannt wurde, dass uns die Banken mit Manipulationen der Zinsen und Wechselkurse abgezockt haben und Immobilienskandale einen hohen finanziellen Schaden bei deutlich mehr Verbrauchern angerichtet haben?! Dazu vergleicht der prominente Volkswirt Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner ifo-Instituts, die Auto- mit der Bankenindustrie:

Laut seinen Aussagen programmieren Investment-Fonds ihre Produkte grundsätzlich so, dass sie bessere Bewertungen bekommen, als sie verdienen. „Im Testlauf der Rating-Agenturen bekommen sie ein 'sehr gut', doch im Alltagsbetrieb erweisen sie sich als Geldvernichtungsmaschinen.“ Wo seien denn die Sammelklagen, die die Hersteller der betrügerischen ABS-Papiere aus Amerika mit Forderungen von Dutzenden von Milliarden Euro überschütteten, fragt sich der Ökonom.

„Cui bono?“ – Wem nutzt es?

Mein Kollege Jochen Steffens hat schon Ende August ganz allgemein die Frage gestellt „Warum ausgerechnet jetzt?”. „Sie kennen sicherlich das geflügelte Wort „Cui bono?“ (=Wem zum Vorteil, also wem nutzt es?)”, schrieb er am 31. August. Nach seiner Ansicht sollte man sich an der Börse stets diese Frage stellen, wenn eine neue Sau durchs Dorf gejagt wird.

Auf VW bezogen bedeutet dies: Warum geriet die Information über manipulierte Abgaswerte gerade jetzt offiziell an die Öffentlichkeit? Zumal inzwischen gemeldet wurde, dass die Differenz in den Messwerten schon seit Monaten bzw. Jahren bekannt ist. VW soll bereits 2011 intern auf mögliche Rechtsverstöße beim Einsatz der Software hingewiesen worden sein.

Auch wird in den Medien darauf hingewiesen, dass dieses Thema genau an dem Tag in den USA hochgekommen ist, als VW dort seinen neuen Passat vorstellte, der in den nächsten Jahren den Konkurrenten GM und Ford Angst und Bange machen sollte. – Cui bono? – Wem nutzt es?! Dass die Empörung über VW unter den Verbrauchern derzeit derart groß ist, wird den VW-Konkurrenten aus den USA sicher nicht ganz ungelegen kommen.

US-Nachfrage nach Neuwagen so hoch wie seit 10 Jahren nicht

Doch wir wollen uns gar nicht an Verschwörungstheorien beteiligen, sondern lediglich darauf hinweisen, dass wir die derzeitigen Reaktionen der Medien, Verbraucher und Anleger für übertrieben halten. Dazu passen auch aktuelle Zahlen von Freitag:

In den USA ist die Nachfrage nach Neuwagen so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr, wenn man die Schätzungen von General Motors zu Grunde legt, nach denen branchenweit annualisiert 18,3 Millionen Fahrzeuge aus den USAutohäusern rollten. Dem Branchenblatt „Autonews“ zufolge legten die US-Autoverkäufe im September um satte 16 Prozent zum Vorjahr zu. Geht es in dem Tempo weiter, würde die Schwelle von 18 Millionen verkauften Fahrzeugen im Gesamtjahr 2015 geknackt und der beste Wert seit dem Jahr 2000 erzielt werden.

Zudem zeigen die mit Spannung erwarteten Absatzzahlen von Volkswagen trotz des am 18. September öffentlich gemachten Abgas-Skandals noch keine negativen Auswirkungen. Volkswagen schaffte sogar ein leichtes Absatzplus von 0,6 Prozent, nachdem es im Vormonat noch 8 Prozent abwärts ging. Und das, obwohl der Konzern unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals den Verkauf der betroffenen Modelle gestoppt hat.

Der VW-Tochter Audi gelang ein sattes Verkaufsplus von 16,2 Prozent auf 17.340 Fahrzeuge und damit der 57. Rekordmonat in Folge. Unter den deutschen Anbietern war aber Porsche (ebenfalls VW-Tochter) mit plus 22,7 Prozent Spitzenreiter. Mercedes USA verkaufte sechs Prozent mehr Fahrzeuge, BMW etwa vier Prozent.

Fazit

Es ist immer das gleiche Schema an den Börsen: die Reaktionen der Anleger auf bestimmte Ereignisse sind stark stimmungsabhängig. Oft kommt es zu Übertreibungen, aus denen sich dann Chancen ergeben können. – Mit SHW haben wir kürzlich über einen Wert berichtet, mit dem man von der Chance im VW-Skandal profitieren könnte. Alternativ gibt es Zertifikate, die den gesamten Automobilsektor (Hersteller und Zulieferer) abdecken. Basiswert könnte zum Beispiel der „Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts“-Index sein (ISIN EU0009658681), der von seinem Hoch bei 690 Punkten im März 2015 bis auf aktuell 464 Zähler rund ein Drittel verloren hat.

Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts“-Index

Mit einem Zertifikat auf diesen Index könnte man die derzeit hohen Risiken eines Einzelinvestments vermeiden.


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›› DAX-Chartanalyse – Zweite Abwärtswelle oder Bodenbildung?
von Sven Weisenhaus

Wie oben bereits kurz geschrieben, sollte man allerdings noch vorsichtig sein, „weil sich die Aktienindizes in einer Seitwärtskonsolidierung befinden, die sich als trendbestätigend entpuppen könnte“. Insbesondere im DAX sieht es heikel aus. So findet dort die Seitwärtskonsolidierung derzeit direkt oberhalb des August-Tiefs statt (rotes Rechteck im Chart).

DAX - mittelfristige Chartanalyse

Am Dienstag rutschte der Kurs sogar kurzzeitig im Tagestief bei 9.325 Punkten unter das August-Tief, doch kam es im Anschluss daran zu einer dynamischen Kurserholung, womit sich das neue Korrekturtief als Fehlsignal entpuppte (siehe roter Kreis im folgenden Chart).

DAX - kurzfristige Chartanalyse - Fehlausbrüche

Die Kurserholung führte den DAX gestern sogar auf ein neues Konsolidierungshoch, aber auch hier blieb nicht mehr als ein Fehlsignal übrig, weil die Kurse wieder in sich zusammensackten.

DAX-Anleger unentschlossen

Was die Stimmung der DAX-Anleger angeht, so waren sie also in den vergangenen Tagen unentschlossen. Weder wurde die Korrektur fortgesetzt, noch wagte man sich in eine größere Gegenbewegung. Vor einer Woche schrieben wir passend dazu: „Inzwischen hat der Index mit dem Tief von Ende August eine wichtige Unterstützung erreicht, weshalb eine Gegenbewegung möglich ist (siehe Chart). Doch es folgen derzeit immer neue Hiobsbotschaften, die auf extrem verunsicherte Anleger treffen, womit der Abwärtsdruck erhalten bleiben dürfte.“ Die aktuelle Seitwärtsbewegung passt perfekt zu dieser Prognose.

Unseren Leser des „Geldanlage Premium Depot“ schrieben wir zudem am 25. September: „Nun stellt sich nicht mehr die Frage, ob es zu einer zweiten Abwärtswelle kommt, sondern wie weit diese laufen könnte. Wir gingen bislang davon aus, dass es noch einmal zu deutlich tieferen Notierungen in DAX & Co. kommt. Entsprechend sahen wir im DAX zumindest Kurse unterhalb des August-Tiefs. Aber der Index kann gemäß unserer bekannten Elliott-Wellen-Analyse auch durchaus noch bis in den Bereich zwischen 8.600 und 7.800 Punkte fallen.“ Zu diesen Aussagen passt der Chart aus der Geldanlage-Brief-Ausgabe vom 30. August („DAX – Korrektur im Ausmaß eines Bärenmarktes möglich“):

DAX - Elliott-Wellen-Analyse und Fibonacci-Retracements - Analyse vom 30.08.2015

Kurse unterhalb des August-Tiefs haben wir nun gesehen. Jetzt ist nicht ganz klar, wo sich der DAX als nächstes hinbewegt. Kommt es noch zu deutlich tieferen Kursen (8.600 bis 7.800 Punkte) oder sehen wir bald den Beginn der Jahresendrallye? Niemand weiß es! Daher müssen wir dies abwarten und können dann entsprechend reagieren. Entweder mit Freude über die Gewinne in unserem „Geldanlage Premium Depot“ oder mit weiteren Schnäppchenkäufen. Unser Depot ist für beide Varianten gewappnet. Aus Sicht der Charttechnik sieht es eher bärisch aus, womit wir die Wahrscheinlichkeit für weitere Schnäppchenkäufe derzeit etwas höher einschätzen.

Tradingchancen im DAX

Für fallende Kurse im DAX hatten wir vor drei Wochen folgendes Produkt vorgestellt: DAX WAVE Unlimited Put, WKN: XM3B20, aktueller Hebel: 3,88. Zu diesem zeitpunkt notierte das Wertpapier bei einem Briefkurs von 20,59 Euro. Vor zwei und vor einer Woche schrieben wir jeweils: „Hier dürfte noch deutlich mehr drin sein“. Inzwischen steht der Kurs bei 25,11 Euro und damit mehr als 21% im Gewinn. Sollte der DAX auf unter 9.325 Punkte ausbrechen, könnte man mit diesem Tradinginstrument davon profitieren.

Wenn Sie von steigenden Kursen im DAX partizipieren wollen, zum Beispiel wenn der Index nach oben aus seiner aktuellen Seitwärtsrange ausbricht, könnte folgendes Produkt interessant sein: DAX WAVE Unlimited Call, WKN: DX6X1U, aktueller Hebel: 6,39, Briefkurs: 15,10 Euro

Trefferquote: 96%

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›› Chinas Wirtschaft schwächelt weiter
von Sven Weisenhaus

Neben der Charttechnik, die uns eher pessimistisch für die Aktienmärkte stimmt, könnte auch die Sorge vor einer ernsten Konjunkturflaute in China weiter belastet. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt waren die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen im August um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken und damit deutlich stärker als im Monat zuvor. Die Industrie des Landes hat damit den stärksten Rückgang der Gewinne seit mindestens vier Jahren erlitten.

Zudem fiel der vom Wirtschaftsmagazin „Caixin“ zum Monatswechsel veröffentlichte PMI-Einkaufsmanagerindex im Vergleich zum Vormonat von 47,7 auf 47,2 Punkte zurück und erreichte damit den niedrigsten Stand seit sechseinhalb Jahren. Werte unter 50 deuten auf eine sich abschwächende Wirtschaftsaktivität hin.

 



›› Spekulation über eine Ausweitung der Geldpolitik von EZB und BoJ
von Sven Weisenhaus

Demgegenüber stehen Spekulation über eine noch expansivere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of Japan (BoJ), die für steigende Kurse sprechen würde:

Inflationsrate der Eurozone erstmals seit einem halben Jahr wieder negativ

In Deutschland zog sich die Inflation im September auf Monatsbasis in den negativen Bereich zurück. Nachdem die Teuerungsrate bereits im August stagnierte, lag sie nun bei minus 0,2 Prozent. Und auch in der Eurozone sind die Verbraucherpreise mit minus 0,1 Prozent wieder rückläufig gewesen. Damit ist die Inflationsrate in den 19 Euroländern erstmals seit einem halben Jahr wieder negativ.
Das letzte Mal war dies im März so. Genau zu diesem Zeitpunkt beschloss die EZB ihr Anleihenkaufprogramm zu starten. Entsprechend sind die neuen Inflationszahlen eine Steilvorlage für die EZB, das Programm länger laufen zu lassen bzw. die Höhe der monatlichen Käufe auszuweiten.
Allerdings: Die Energiepreise lagen im September um fast neun Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Rechnet man dies heraus, betrug die Inflation im September immerhin ein Prozent.

Auch die Verbraucherpreise in Japan fallen wieder

In Japan lag der Kernindex der Verbraucherpreise im August 0,1 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Zum ersten Mal seit Beginn der drastischen quantitativen Lockerung im April 2013 fallen die Verbraucherpreise damit wieder. Dies bekräftigt die Zweifel an dem gewaltigen geldpolitischen Experiment, in dem die Bank of Japan seit zweieinhalb Jahren Anleihen des Staats und private Wertpapiere kauft, um die Inflation auf den Zielwert von 2 Prozent zurück zu treiben.
Aber auch hier erklärt sich der Preisrutsch zu einem guten Teil durch die Entwicklung der Energiepreise. Rechnet man diesen Effekt heraus, lag die Inflationsrate in Japan zuletzt bei 0,8 Prozent.
Dennoch: Dass das Preisniveau im August gesunken ist, bestätigt manche Volkswirte in ihrer Erwartung, dass die Bank of Japan ihre Geldpolitik vielleicht Ende Oktober noch weiter lockern werde (siehe „Termine der kommenden Woche“).

Wie schrieben wir vor einer Woche? - Vergessen Sie nicht die Notenbanken!


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Kostenlose Herbst-Seminare der Börse Düsseldorf
von Geldanlage-Brief-Team

Die Börse Düsseldorf bietet in diesem Herbst wieder eine Reihe interessanter Seminare an:

  • 06.10.2015: Praktische Anregungen zur Aktienauswahl und zum Timing
  • 08.10.2015: Fonds & ETFs: Grundlageninformation und Tipps für den Do-it-Yourself-Anleger
  • 21.10.2015: Vermögensaufbau mit Wertpapieren – Strategien bei schwierigem Marktumfeld
  • 28.10.2015: Gut informiert: Geschäftsberichte und Bilanzen lesen

Kostenfreie Seminare

Die Teilnahme an diesen jeweils um 18:00 Uhr startenden Seminaren ist kostenfrei. Es wird lediglich um vorherige Anmeldung gebeten. Hierzu reicht eine formlose E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! unter Angabe von:

  • Name
  • Vorname
  • Straße/Hausnr.
  • PLZ/Ort
  • E-Mail-Adresse

Zweiteiliger Workshop zur „Fundamentalen Aktienanalyse

Im November findet zudem ein zweiteiliger Workshop mit dem Thema „Fundamentalanalyse Aktien: Relevante Informationen ermitteln, verstehen und bewerten“. Am 04. und 18. November wird unser Chefanalyst Sven Weisenhaus langfristig orientierten Investoren relevante Kennzahlen aufzeigen, mit denen man Aktien findet, die über eine günstige fundamentale Bewertung verfügen und damit hohes Kurspotential bieten. Es werden die Fragen beantwortet:

- Lohnt jetzt ein Einstieg in Aktien?
- Wie stellt man fest, ob ein Unternehmen bzw. eine Aktie attraktiv bewertet ist?
- Wie stellt man fest, ob sich ein Investment in eine Aktie an der Börse noch lohnt?
- Welche Methoden kann man zur Analyse einer Aktie anwenden?
- Welche Kennzahlen werden bei der Analyse einer Aktie verwendet und wie werden diese ermittelt?

Erfahren Sie in diesem zweiteiligen Seminar, auf welche Informationen es ankommt, wo man diese findet und wie man sie als Grundlage einer persönlichen Einschätzung in Beziehung setzt. Neben der Vermittlung theoretischen Fachwissens wird der Fokus auf eine praxisnahe Anwendung des Wissens mit Beispielen aus dem aktuellen Börsenkontext gelegt.

Zu diesem Workshop können Sie sich hier anmelden.

 



›› Termine der kommenden Woche

(KW 41: Handelswoche vom 05.10.2015 bis 09.10.2015)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen
Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.


Montag, 05.10.2015

  • 09:55 - DE Dienstleistungsindex September (endgültig)
  • 10:00 - EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen September (endgültig)
  • 11:00 - EU Einzelhandel August
  • 15:45 - US Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September (endgültig)
  • 15:45 - EU Volumen der EZB-Käufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und ABS
  • 16:00 - US ISM Dienstleistungsindex September

Dienstag, 06.10.2015

  • 12:00 - DE Auftragseingang Industrie August
  • 14:30 - US Handelsbilanz August

Mittwoch, 07.10.2015

  • 00:00 - JP Bekanntgabe der geldpolitischen Entscheidungen
  • 12:00 - DE Produktion prod. Gewerbe August
  • 16:30 - US EIA Ölmarktbericht (Woche)
  • 21:00 - US Verbraucherkredite September

Donnerstag, 08.10.2015

  • 08:00 - DE Außenhandel August
  • 13:00 - GB BoE Sitzungsergebnis
  • 13:30 - EU Protokoll der letzten EZB-Sitzung
  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 20:00 - US Protokoll der geldpolitischen Notenbanksitzung

Freitag, 09.10.2015

  • 14:30 - US Ausfuhrpreise September
  • 14:30 - US Einfuhrpreise September
  • 16:00 - US Großhandel August

 


 

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