Geringes Kurspotential bei Aktien +++ QSC AG – Aktie sendet bullishe Signale

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Geringes Kurspotential bei Aktien – Charttechnische und fundamentale Erwartungen
  2. QSC AG – Aktie sendet wieder erste bullishe Signale

 

›› Geringes Kurspotential bei Aktien
– Charttechnische und fundamentale Erwartungen gehen Hand in Hand
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefam vergangenen Sonntag hatten wir Ihnen erläutert, warum die Korrekturen am Aktienmarkt noch nicht zu Ende sind und wir die Gefahr erneuter Kursrücksetzer sehen (siehe „Darum sind die Korrekturen am Aktienmarkt noch nicht beendet“). Dabei hatten wir uns insbesondere der Charttechnik bedient. Doch es gibt auch noch die Sichtweise der Fundamentanalyse. Und aktuell kommen wir bei der Anwendung beider Methoden jeweils zum selben Ergebnis. Unsere charttechnische Analyse geht mit der allgemeinen fundamentalen Erwartung quasi Hand in Hand.

Charttechnische und fundamentale Erwartungen gehen Hand in Hand

Wie Sie aus unseren bisherigen Analysen wissen, wird ein weltweit schwächeres Wirtschaftswachstum erwartet, da insbesondere die Schwellenländer Probleme haben (siehe „Schwellenländer – Neues Hauptproblem der Märkte?“) und sich das Wachstum in China abschwächt (siehe „Chinas Wirtschaft wächst immer langsamer“). Aber auch Europa wird noch Jahre benötigen, um zur ehemaligen Stärke zurückzufinden. Und der Aufschwung in den USA schreitet nur schleppend voran, weshalb sich die Fed mit ihrer ersten Zinsanhebung seit 2006 ja auch schwer tut. Insofern macht eine größere Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten bereits vor diesem Hintergrund Sinn.

Notenbanken blicken skeptisch in die Zukunft

Aber blicken wir auch auf die Details der jüngsten Notenbanksitzungen. Die japanische Notenbank gab am Freitagmorgen bekannt, an ihrer (bereits sehr) expansiven Geldpolitik festhalten zu wollen. Eine Ausweitung lehnte sie (noch) ab, obwohl sie ihre Konjunktur- und Inflationsprognosen für 2016 nach unten revidiert hat. Zudem sieht die Bank of Japan die Risiken sowohl für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes als auch für die Inflation auf der Unterseite. Das sind nicht gerade beste Bedingungen für steigende Aktienkurse.

Bei der US-Notenbank Fed fiel der Beschluss vom vergangenen Mittwoch, die Leitzinsen noch nicht anzuheben, recht eindeutig mit 9 zu 1 Stimmen aus. Damit sind 9 von 10 FOMC-Mitgliedern der Ansicht, dass die US-Wirtschaft eine Zinsanhebung zum aktuellen Zeitpunkt nicht verkraften würde. Ebenfalls keine guten Aussichten für höhere Unternehmensbewertungen.

Geldpolitische Ausrichtung wird im Dezember überprüft

Nun wollen wir aber nicht nur schwarz malen, denn der schriftliche Begleitkommentar des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC) enthielt auch positives. So scheinen die US-Währungshüter die Risiken für die US-Wirtschaft durch die Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten wieder geringer einzuschätzen. Denn eine entsprechende Passage wurde im Statement gestrichen. Zudem sprachen die Fed-Mitglieder das nächste Treffen als möglichen Zeitpunkt für eine Zinswende explizit an: Die US-Notenbank werde analysieren, ob eine Zinserhöhung angebracht ist, heißt es in dem Kommentar. Dies wurde von den Marktteilnehmern so interpretiert, dass die seit langem erwartete Anhebung der Zinsen noch im Dezember kommen wird.

US-Wirtschaft im dritten Quartal langsamer gewachsen

Die am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Wachstumszahlen geben allerdings keinen Anlass, deshalb nun in überschäumenden Optimismus zu verfallen. Denn das Wachstumstempo der USA hat sich deutlich verringert. Im dritten Quartal wuchs die größte Volkswirtschaft der Welt nur noch mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 1,5%, wie das Wirtschaftsministerium in Washington bekanntgab. Im zweiten Quartal lag der Wert noch bei 3,9%.

Begründet wurde der deutliche Rückgang mit einem Sondereffekt. Die Unternehmen hätten in den Monaten zuvor große Lagerbestände angehäuft und diese nun zunächst abgearbeitet, so das Ministerium. Und tatsächlich: Während der für die US-Wirtschaft besonders bedeutsame Konsum (+3,2%) und die Anlageinvestitionen (+2,9%) kräftig zulegten, sorgte der spürbar geringere Lageraufbau für einen deutlich negativen Wachstumsbeitrag (-1,4%). Der Außensektor konnte keine Impulse liefern, da Exporte (+1,9%) und Importe (+1,8%) in etwa im gleichen Maß zulegten, nachdem sie im zweiten Quartal ein Plus von 5,1% verzeichnet hatten. Hintergrund war hier der vergleichsweise starke Dollar.

Im vierten Quartal rechnet das US-Wirtschaftsministerium allerdings mit einem insgesamt höheren BIP-Wachstumstempo. Und die starke Binnennachfrage lässt der Fed für die Sitzung am 15./16. Dezember durchaus Raum für die erste Zinsanhebung.

Vorgezogene Jahresendrally?

So gibt es also Licht und Schatten. Einerseits betonen die Notenbanken, dass die Risiken auf der Unterseite liegen – dazu können Sie auch gerne noch einmal unsere Aussagen zur EZB-Sitzung in der Hauptausgabe vor einer Woche nachlesen – andererseits wachen die wichtigsten Wirtschaftsräume der Welt in moderatem Tempo weiter. Und genau dieses Umfeld lässt für uns stark steigende Aktienkurse nicht zu. Eine größere Seitwärtsbewegung erscheint dagegen wahrscheinlicher – auch angesichts der fundamentalen Aktienbewertungen, die vor allem in den USA recht wenig Spielraum lassen. Entsprechend könnten wir eine vorgezogene Jahresendrally gesehen haben, die ihr Potential schon weitestgehend ausgeschöpft hat.

Die zukünftigen Notenbankaktionen könnten sich ausgleichen

Zumal auch von den Notenbanken nicht viel mehr zu erwarten ist. Zwar könnten EZB und BoJ ihre laufenden Programme zukünftig noch ausweiten, Zinsanhebungen der Fed dürften diese positiven Effekte aber negativ ausgleichen. Auch dies spricht eher für ein Ziehen an den Kursen in beide Richtungen und damit eine Seitwärtsphase.

Fazit

Am 25. Oktober schrieben wir: „Insofern bleibt (…) uns nichts anderes übrig, als die weiteren Wirtschaftsdaten genau zu verfolgen, um die Entwicklung in den Schwellenländern und damit auch der Wirtschaft Europas beurteilen zu können. Zudem werden wir die Charts beobachten, um einerseits „hinter dem Markt“ zu bleiben und andererseits Anzeichen einer möglichen neuen Korrekturwelle frühzeitig zu erkennen. (Hieraus lässt sich sehr schön unsere kombinierte Investmentstrategie aus Fundamental- und Chartanalyse ablesen, die wir im „Geldanlage Premium Depot“ umsetzen.)“ Auch in den Analysen vom vergangenen Sonntag und heute werden Sie eine Kombination aus Chart- und Fundamentalanalyse erkennen. Und wenn beide Methoden zu dem gleichen Ergebnis kommen, dann erhält man meist eine sehr gute Prognose. Im Moment kommen wir zu dem Ergebnis, dass das kurzfristige Potential bei Aktien ausgereizt und die Jahresendrally bereits weitestgehend gelaufen ist. Ob es tatsächlich so kommt, wird sich zeigen. Bislang haben wir aber sehr oft genau richtig gelegen.

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Kursreaktionen auf den Budgetstreit in den USA

 



›› QSC AG
– Aktie sendet wieder erste bullishe Signale
von Sven Weisenhaus

Die QSC AG (WKN: 513700), Anbieter von Informationstechnologie- und Telekommunikations-Services, kommt bei der Kostenreduzierung gut voran. Durch das Ende Februar 2015 eingeleitete Programm summierten sich die Einsparungen zum 30. Juni 2015 bereits auf über 4 Mio. Euro. Rund 60% davon sind eine Folge des angelaufenen Personalabbaus (wir berichteten: „QSC AG – Kaufen bei bullischen Chartsignalen“). Weitere Vereinbarungen mit 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über eine Beendigung ihrer Beschäftigungsverhältnisse liegen bereits vor. Insgesamt plant QSC bis Ende 2016 den Abbau von rund 350 Stellen.

Sinkender Umsatz, steigender Auftragseingang

Der Umsatz reduzierte sich im zweiten Quartal 2015 erwartungsgemäß auf 100,9 Mio. Euro, nach 109,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Dank Aufträgen von Neukunden und Verlängerungen von laufenden Verträgen stieg der Auftragseingang in dem Quartal dafür auf 55,6 Mio. Euro, nach 23,6 Mio. Euro im zweiten Quartal 2014.

Der Bruttogewinn verbesserte sich in den Zeitraum zum zweiten Mal in Folge und erreichte 27,2 Mio. Euro. Das EBITDA stieg gegenüber dem ersten Quartal 2015 um 1,5 Mio. Euro auf 10,6 Mio. Euro, das EBIT um 0,8 Mio. Euro auf -2,2 Mio. Euro und das Konzernergebnis um 0,7 Mio. Euro auf -2,7 Mio. Euro.

Prognose für das Gesamtjahr 2015 angehoben

QSC bekräftigte mit Veröffentlichung des Berichts für das zweite Quartal die Prognose für das Gesamtjahr 2015: Das Unternehmen erwartete einen Umsatz von mehr als 400 Mio. Euro, ein EBITDA von mehr als 40 Mio. Euro und einen positiven Free Cashflow. Am 18. August folgte dann eine Anpassung dieser Werte – erfreulicherweise nach oben. Das Unternehmen erwartet nun ein EBITDA von mehr als 42 Millionen Euro und einen Free Cashflow von mehr als 5 Millionen Euro bei einem Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro. Maßgeblichen Anteil an der höheren Ertrags- und Finanzkraft hat die konsequente Umsetzung des Programms zur Kostenreduzierung.

Dividende in Frage gestellt

Etwas negativer waren dagegen die Aussagen des amtierenden Finanzvorstands Stefan Baustert in einem Interview mit der Börsen-Zeitung. Demnach rechnet er 2016 zwar mit der Rückkehr in die Gewinnzone, das laufende Jahr werde aber noch von rund 50 Mio. Euro Abschreibungen auf telekomlastiges Equipment belastet. Daher stellte Baustert das bisher so feste Bekenntnis zur Dividendenzahlung zumindest für das laufende Jahr in Frage. Zudem sei die Ebitda-Marge von zuletzt 10,5% noch ausbaufähig. Mittelfristig solle es in Richtung 15% gehen, so der CFO. Von Mitte oder Ende 2016 an will QSC auch wieder über Zukäufe nachdenken.

Fundamentale Bewertung mit Licht und Schatten

Insgesamt zeigen sich bei der Betrachtung des Unternehmens Licht und Schatten. Einerseits sind die Kosten hoch, die Umsätze sinken, das Unternehmen schreibt Verluste und die Dividende steht auf dem Prüfstand. Andererseits sinken die Kosten und der Auftragseingang steigt, womit für 2016 bereits Gewinne in Aussicht stehen.

QSC war schon mehrfach Thema hier im Geldanlage-Brief. Unter der Überschrift „QSC AG – Nach 70% Kursrückgang einsteigen?“ schrieben wir am 05.11.2014 zum Beispiel, dass eine Marktkapitalisierung von 181 Mio. Euro unter anderem einem Cash-Berg in Höhe von fast 176,5 Mio. Euro gegenüberstand (Liquidität am 30.06.2014 durch Aufnahme eines Schuldscheindarlehens über 150 Millionen Euro QSC im zweiten Quartal 2014). Alleine das Eigenkapital deckte mit 177,5 Mio. Euro (Stand: 30.06.2014) fast den kompletten Marktwert ab. Und bei einem geplanten 2014er Umsatz von mindestens 430 Millionen Euro lag das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) nur bei 0,42.

Bei unserer bislang letzten QSC-Analyse vom 29.07.2015 (siehe „QSC AG – Kaufen bei bullischen Chartsignalen“) griffen wir diese Fakten noch einmal auf, berichteten über einen Kursanstieg von 1,464 Euro (05.11.2015) auf im Hoch 2,30 Euro und rieten bei einem Kurs von etwas mehr als 1,80 Euro von einem Neueinstieg ab. „Erst ein bullischer Ausbruch aus der Seitwärtsrange würde das Chartbild deutlich aufhellen“, hieß es in der Analyse.

QSC - Chartanalyse

Doch der Kurs rutschte stattdessen aus der Seitwärtsrange heraus und bildete einen Abwärtstrend. Entsprechend waren sowohl die Kauf-Empfehlung vom 5. November als auch die Warnung vom 29. Juli ein guter Rat an die Anleger.

Kurs sendet bullishe Signale

In dieser Woche hat der Kurs wieder erste bullishe Signale gesendet. Die Abwärtstrendlinien wurden gebrochen. Es fehlt noch eine Rückkehr in bzw. ein Ausbruch über die Seitwärtsrange. Den nötigen Impuls dafür könnten die Geschäftszahlen zum dritten Quartal 2015 liefern, die am kommenden Montag veröffentlicht werden. Die fundamentale Bewertung lässt dafür bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 214 Mio. Euro (Aktienkurs 1,74 Euro) durchaus Spielraum, sofern die Gewinnschwelle bei den Gechäften der QSC AG näher rückt.

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