Geldpolitik der EZB – Zu viel war noch zu wenig

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Geldpolitik der EZB – Zu viel war noch zu wenig
  2. DAX hat vorgezeichneten Weg eingeschlagen
  3. Mit leicht erhöhtem US-Leitzins in die Rezession?
  4. Spendenaktion am 7. Dezember 2015 – Handelserlöse und Courtagen für den guten Zweck
  5. Termine der kommenden Woche

 

›› Geldpolitik der EZB – Zu viel war noch zu wenig
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdie Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag sowohl an der Zinsschraube gedreht als auch das QE-Programm erweitert. Die hohen Erwartungen der Märkte hat sie dennoch nicht erfüllt.

Zu viel war noch zu wenig

In der Ausgabe des Geldanlage-Briefs vor einer Woche hatten wir die Frage gestellt, ob weitere EZB-Maßnahmen überhaupt noch erforderlich seien, und dies aufgrund von aktuellen Konjunkturdaten verneint (siehe „Sind weitere EZB-Maßnahmen überhaupt noch erforderlich?“). Dennoch gingen wir davon aus, dass Mario Draghi seine Andeutungen in die Tat umsetzt werde. Die Erwartungen der Märkte sahen wir allerdings skeptisch, weil sie sehr hoch und daher das Enttäuschungspotential groß waren.

Und tatsächlich hat die EZB aus unserer Sicht zu viel, aus Marktsicht aber zu wenig getan. Entsprechend fielen die Kursreaktionen aus. So mussten eine noch größere Zinssenkung sowie eine Ausweitung des monatlichen Anleiheankaufsvolumens wieder aus den Kursen ausgepreist werden. Der Euro holte gegenüber dem US-Dollar einen Teil seiner Verluste wieder auf, während DAX und Bund-Future einen Großteil ihrer Gewinne wieder abgeben mussten.

Depot wurde im Vorfeld perfekt positioniert

Für unser „Geldanlage Premium Depot“ waren diese Kursentwicklungen sehr vorteilhaft. Denn wie vor einer Woche auch hier im Geldanlage-Brief angekündigt, hatten wir die steigenden Kurse bis zur EZB-Sitzung noch abgewartet und dann kurz vorher einen DAX-Short erworben. Etwas frühzeitiger hatten wir bereits einen Bund-Future-Short gekauft (siehe „Bund-Future – Märkte haben neue EZB-Maßnahmen bereits eingepreist“). Und genau diese beiden Trades waren es dann, die mit dem EZB-Entscheid innerhalb kürzester Zeit für unsere Abonnenten hohe Gewinne einbrachten (jeweils mehr als 12% Gewinn). Mit den Elliott-Wellen (siehe „DAX schöpft Restpotential aus“) und einer guten Analyse der fundamentalen Situation war es uns gelungen, das Depot im Vorfeld perfekt zu positionieren.


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›› DAX hat vorgezeichneten Weg eingeschlagen
von Sven Weisenhaus

Hach, es ist einfach herrlich, wenn man sich als Redakteur der Zeilen die Analysen der jüngsten Vergangenheit noch einmal durchliest. Bitte gönnen Sie mir diesen kleinen Triumph. Doch blicken wir sofort wieder nach vorne: Nachdem also der erste Teil unserer Prognosen voll aufgegangen ist, stellt sich nun weiterhin die Frage, was die Märkte nach der EZB-Sitzung noch bzw. wieder treiben könnte. Wir hatten angemahnt, dass wir für die Zeit nach der EZB-Sitzung skeptisch sind. Und natürlich sind wird dies auch jetzt noch.

Zinsen werden bis mindestens März 2017 niedrig bleiben

Mittelfristig wird der europäische Aktienmarkt seine Hausse fortsetzen. Schon alleine, weil durch den Mangel an Alternativen im Rentenbereich, der durch die jetzigen EZB-Maßnahmen wohl noch länger anhalten wird, Dividendentitel relativ attraktiv bleiben. Schließlich hat die Notenbank nicht nur den Einlagezins von -0,2% auf -0,3% gesenkt, sondern auch beschlossen, das QE-Programm bis mindestens März 2017 fortzusetzen, nachdem zuvor die Mindestdauer bei September 2016 lag.

Die Erholungsrallye des Euros dürfte im Hinblick auf die Zinswende in den USA zudem nicht nachhaltig sein. Nach den Reden, die Fed-Chefin Janet Yellen in dieser Woche unter anderem vor dem US-Kongress gehalten hat, und nach dem positiven US-Arbeitsmarktbericht von Freitag, besteht kaum noch ein Zweifel, dass am 16. Dezember der US-Leitzins angehoben wird. Die dadurch von uns erwartete erneute Abschwächung des Euro spricht ebenfalls mittel- und längerfristig für Aktien der Euroregion.

Eine Kombination aus liquiditätsgetriebenem Bullenmarkt und einer durch den Schwachen Euro begünstigten Fortsetzung der durch die Stimmungsindikatoren (Einkaufsmanager, ifo-Index) bereits sichtbaren Erholung der Wirtschaft in Europa ist ein guter Boden für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends am Aktienmarkt.

DAX hat vorgezeichneten Weg eingeschlagen

Kurzfristig hat der DAX allerdings mit dem jüngsten Kursrutsch bereits unseren durch die Elliott-Wellen-Analyse vorgezeichneten Weg eingeschlagen. Vor einer Woche (siehe „DAX schöpft Restpotential aus“) lautete unser Ziel für den DAX: „Denn während wir kurzfristig noch im Rahmen dieser Welle 5 Aufwärtspotential sahen (und sehen), waren wir mittelfristig skeptisch für die Aktienmärkte und wiesen auf die erhöhte Gefahr hin, dass es nach einer 5. Elliott-Welle und dem damit abgeschlossenen Aufwärtszyklus zu einer ABC-Korrektur kommen sollte, die den DAX noch einmal in Richtung 10.600 Punkte führen kann.“ Der DAX ist seit Anfang Dezember von11.430 auf im Tief 10.632 Zähler gefallen und hat damit unser 10.600-Punkte-Kursziel fast exakt abgearbeitet.

DAX - Chartanalyse / Elliott-Wellen-Analyse

Die Welle A der erwarteten ABC-Korrektur könnten wir damit inzwischen bereits gesehen haben (siehe blaue Buchstaben im Chart). Eine Gegenbewegung ist nach dem 800-Punkte-Rutsch zu erwarten. Auf diese Welle B könnte dann, zum Beispiel mit der Zinserhöhung durch die Fed, der nächste Kursrutsch folgen, der die Korrektur mit der Welle C abschließt.

Tradingchancen im DAX

Für steigende Kurse im DAX hatten wir Ihnen vor drei Wochen folgendes Produkt vorgestellt: DAX WAVE Unlimited Call, WKN: DX6X1U, aktueller Hebel: 4, Briefkurs: 27,15 Euro
Durch den Anstieg im DAX war der Briefkurs von 25,90 Euro bis auf 31,56 Euro vor einer Woche gestiegen, womit ein Gewinn von über 21% möglich war. Daraufhin hatten wir Ihnen geraten, diese Gewinne angesichts des stark erhöhten Rückschlagpotentials eng abzusichern. Seitdem rutschte der Kurs auf 27,15 Euro zurück.
Zeitgleich hatten wir Ihnen für fallende Kurse im DAX folgendes Produkt vorgestellt:
DAX WAVE Unlimited Put, WKN: XM3B20, aktueller Hebel: 14,5, Briefkurs: 7,77 Euro
Hier stieg der Briefkurs von 7,77 Euro auf 12,02 Euro – ein Gewinn von fast 55% war damit möglich.
Beide Produkte erscheinen auch jetzt noch geeignet für die jeweilige Kursrichtung des DAX.


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›› Mit leicht erhöhtem US-Leitzins in die Rezession?
von Sven Weisenhaus

Während wir uns nach dem oben geschilderten DAX-Szenario vorerst richten, werden wir aber sehr genau weiterhin die Entwicklungen auf dem Rohstoffmarkt beobachten, über die wir vor einer Woche berichteten (siehe „Rohstoffmarkt signalisiert Schwäche im Welthandel“). Denn nach wie vor sehen wir hierin ein Anzeichen für eine Abschwächung der Weltwirtschaft, die in einzelnen Regionen sogar zu neuerlichen Rezessionen führen kann. Auch Europa und die USA sehen wir gefährdet. Alleine bei Betrachtung des üblichen Wirtschaftszyklus kann man zu dem Schluss kommen, dass nach einem jahrelang anhaltenden Aufschwung eine Rezession einfach bald wieder fällig ist.

Mit leicht erhöhtem US-Leitzins in die Rezession?

Dazu passt auch, dass der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende US-Gewerbe im November überraschend von 50,1 auf 48,6 Punkte zurückgegangen ist (Erwartung: 50,5). Damit fiel der Stimmungsindikator auf den niedrigsten Stand seit Juni 2009 und erstmals seit 2012 unter die Wachstumsschwelle.

ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende US-Gewerbe
(Quelle: Investing.com, ISM)

Während die Werte für Europa zukünftiges Wachstum versprechen (siehe „Alle Indexwerte der Einkaufsmanager signalisieren Expansion der Wirtschaft Europas“), sehen die Einkaufsmanager für die USA eine wirtschaftliche Kontraktion. Und selbst Yellen sagte in dieser Woche, dass Leitzins-Erhöhungen eine neue Rezession auslösen können. Daher werden die Zinsen voraussichtlich nur sehr langsam angehoben. Doch vielleicht wird Yellen die Zinserhöhung am 16. Dezember benötigen, damit sie den Leitzins dann später wieder senken kann. Denn auch diese Option brachte sie zur Sprache – nämlich dass sie die Zinsen nach einer Anhebung auch wieder senken könnte, sofern es die Lage erfordern würde. Sieht die Fed etwa die Rezession schon kommen und erhöht sie daher den Leitzins, damit sie ihn dann wieder senken kann?

Rohstoffpreise zwangen die EZB zum Handeln

Und damit komme ich noch einmal zurück zur Schwäche der Rohstoffe. Denn sie ist der Grund dafür, weshalb sich die EZB zum Handeln gezwungen sah. So haben die Verbraucherpreise in der Eurozone im November nur um 0,1% angezogen, weil die Energiepreise im Berichtsmonat um 7,3% unter dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums lagen. Die Erzeugerpreise sind im November im Vergleich zum Vormonat sogar um 0,3% gesunken, verglichen mit dem Vorjahr sogar um 3,1% nach.

Erzeugerpreise in der Eurozone
(Quelle: Eurostat)

Halten Sie also die Rohstoffpreise im Auge. Sie werden wichtige Hinweise auf die Zukunft geben.


Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Spendenaktion am 7. Dezember 2015
– Handelserlöse und Courtagen für den guten Zweck
von Geldanlage-Brief-Team

Am Montag, den 7. Dezember 2015, sammelt die Börse Düsseldorf zusammen mit ihrem Makler, der SCHNIGGE Wertpapierhandelsbank AG, und ihrem Market Maker, der LANG & SCHWARZ Tradecenter AG & Co. KG, Spenden für „LICHTBLICKE“. Aus den Handelserlösen bzw. Courtagen dieses Tages geht eine Spende an die Aktion Lichtblicke e.V.. Die Börse Düsseldorf unterstützt Lichtblicke gemeinsam mit ihren jeweiligen Partnern in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal. Insgesamt wurden schon 222.000 Euro gespendet.

Helfen auch Sie mit! Jeder, der am 7. Dezember 2015 seine Wertpapierorder an die Börse Düsseldorf oder das elektronische Handelssystem QUOTRIX richtet, hilft. Je mehr Orders eingehen und je größer das gehandelte Volumen ist, desto höher wird die Spendensumme. Wählen Sie die Börsen „Düsseldorf“ oder „QUOTRIX“ als Handelsplatz aus und tun Sie Gutes. Dirk Elberskirch, Vorsitzender des Vorstands der Börse Düsseldorf AG verspricht: „Jede Order zählt! Wir freuen uns, wenn eine Menge zusätzlicher Orders an die Börse Düsseldorf kommen. Diese werden nicht nur perfekt und kostengünstig ausgeführt, es wird auch noch viel Gutes für die Aktion Lichtblicke herauskommen.“

Die Aktion „Lichtblicke“ wurde 1998 gegründet und unterstützt Kinder, Jugendliche und deren Familien aus NRW, die in eine materielle, finanzielle oder seelische Notlage geraten sind. Lichtblicke wird gemeinsam getragen von den 45 NRW-Lokalradios, dem Rahmenprogramm Radio NRW, den Caritasverbänden der fünf Bistümer im Land sowie der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Lichtblicke wurde mit dem Spendensiegel des deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen ausgezeichnet. Mitarbeiter der Wohlfahrtsverbände vor Ort sorgen dafür, dass die Mittel ausschließlich für die beantragten Zwecke eingesetzt werden. Die Aktion Lichtblicke wird als besonders empfehlenswert eingestuft, da die Gesamtausgaben unter 10% der Spendeneingänge liegen.

 



›› Termine der kommenden Woche
von Geldanlage-Brief-Team

(KW 50: Handelswoche vom 07.12.2015 bis 11.12.2015)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Montag, 07.12.2015

  • 07:00 - DE Stockstreet-Trader-Sentiment
  • 08:00 - DE Produktion prod. Gewerbe Oktober
  • 21:00 - US Verbraucherkredite November

Dienstag, 08.12.2015

  • 01:50 - JP BIP 3. Quartal
  • 03:00 - CH Außenhandel
  • 11:00 - EU BIP 3.Quartal

Mittwoch, 09.12.2015

  • 08:00 - DE Außenhandel Oktober
  • 16:00 - US Großhandel Oktober
  • 16:30 - US EIA Ölmarktbericht (Woche)

Donnerstag, 10.12.2015

  • 14:30 - US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 14:30 - US Ausfuhrpreise November
  • 14:30 - US Einfuhrpreise September
  • 20:00 - US Staatshaushalt November

Freitag, 11.12.2015

  • 08:00 - DE Verbraucherpreise November
  • 08:00 - DE Großhandelspreise November
  • 14:30 - US Erzeugerpreisindex November
  • 14:30 - US Einzelhandelsumsatz November
  • 15:55 - US Verbraucherstimmung Uni Michigan Dezember
  • 16:00 - US Lagerbestände Oktober

 


 

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