Dunklere Wolken ziehen über der Weltwirtschaft auf

Inhalt dieser Ausgabe

  1. DAX & Co. – Keine Spur von Stärke
  2. Einkaufsmanagerindizes liefern Gründe für fallende Kurse
  3. Termine der kommenden Woche

 

›› DAX & Co. – Keine Spur von Stärke
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefvor einer Woche lautete der Titel des Geldanlage-Briefs „Daumen runter für die Märkte“. Da standen der Ölpreis der US-Sorte WTI noch bei 33,60 USD und der DAX bei 9.700 Punkten. Kaum war der Februar und damit die neue Börsenwoche angebrochen, stürzten die Kurse in rasantem Tempo wieder ab. Der Ölpreis verlor bis auf 29,40 USD mehr als 12% und der DAX folgte brav mit einem Kursrutsch von mehr als 3%. Dabei fiel er recht genau bis in den Bereich seiner bisherigen Korrekturtiefs zurück.

Keine Spur von Stärke

Damit hatten wir genau den richtigen Riecher, als wir in der moderaten Gegenbewegung „keine Spur von Stärke“ erkannten und davon ausgingen, dass die Aktienkurse noch deutlich tiefer stehen würden, „wenn sich der Ölpreis nicht wesentlich erholt hätte“. Denn ganz offensichtlich hing der Kursanstieg lediglich mit den höheren Öl-Notierungen und den charttechnischen Unterstützungen zusammen, die die großen Indizes jeweils erreicht hatten.

DAX - Chartanalyse

Tragfähiger Boden oder Fortsetzung der Korrektur?

Nun muss sich zeigen, ob sich an diesen Marken ein tragfähiger Boden etablieren kann. Angesichts des Chartbildes, das durch den bisherigen Kursverlauf entstanden ist, muss dies bezweifelt werden. Die Daumen zeigen leider weiterhin nach unten. Die einzige Rettung für die Aktienmärkte wäre eine baldige dynamische Aufwärtsbewegung, bei der das bisherige Zwischenhoch überrannt wird.

Tradingchancen im DAX

Für eine erneute Gegenbewegung im DAX könnte folgendes Produkt interessant sein: DAX WAVE Unlimited Call, WKN: DX6X1U, aktueller Hebel: 8,49, Briefkurs: 11,01 Euro

Für wieder fallende Kurse im DAX könnte sich folgendes Tradinginstrument anbieten: DAX WAVE Unlimited Put, WKN: XM3B20, aktueller Hebel: 3,41, Briefkurs: 27,15 Euro.


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›› Einkaufsmanagerindizes liefern Gründe für fallende Kurse
von Sven Weisenhaus

Es gab in dieser Woche genügend Nachrichten, die geeignet waren, für fallende Kurse zu sorgen. Bereits am Freitag der Vorwoche gab das US-Handelsministerium eine erste Schätzung zum BIP-Wachstum im Schlussquartal des vergangenen Jahres ab. Demnach wuchs die US-Wirtschaft auf das Jahr hochgerechnet nur noch um 0,7%. Im Vorquartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch mit einer Rate von 2,0% gewachsen. Für das Gesamtjahr 2015 lag damit das Wachstumsplus – wie auch schon 2014 – bei 2,4%.

US-BIP
(Quelle: Investing.com) US-BIP

Starker Dollar belastet US-Exporte

Es zeigte sich also eine Abschwächung im Wachstumsmomentum. Der Grund dafür waren unter anderem schwächelnde Exporte, die im 4. Quartal 2015 um annualisiert 2,5% schrumpften, während die Importe um 1,1% expandierten. Vom Außenbeitrag gingen also wachstumsdämpfende Effekte aus. Das ist nur verständlich, weil der Euro Anfang September noch bei 1,13 US-Dollar stand und bis Dezember auf fast 1,05 US-Dollar abrutschte. Ein starker Dollar, aber auch die Schwäche in den Schwellenländern sowie die Probleme der Ölförderer wirkten sich bremsend auf die US-Wirtschaftsleistung aus.

Einkaufsmanagerindizes deuten auf abnehmendes Wachstum hin

Und diese Tendenz dürfte anhalten. Darauf deuten zumindest die Wirtschaftsdaten aus der laufenden Woche hin. So verblieb der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe der USA trotz eines leichten Anstiegs mit 48,2 Punkten im Januar weiter unterhalb der kritischen Marke von 50 Zählern (Dezember 2015: revidiert 48,0).

ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe der USA
(Quelle: Investing.com) ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe der USA

Werte unterhalb dieser sogenannten Expansionsschwelle deuten auf eine Abschwächung der Wirtschaft hin. Im Oktober 2015 war diese Marke erstmals seit Dezember 2012 wieder unterschritten worden. Auch im bislang starken Dienstleistungsbereich läuft es nicht mehr so rund. Der ISM-Dienstleistungsindex ist für Januar von 55,8 auf 53,5 Punkte überraschend deutlich zurückgegangen, was der niedrigste Wert seit März 2014 ist. Analysten hatten mit einem Wert von 55,1 gerechnet.

Dazu passen auch die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und Europa. Der Index der deutschen Industrie sank von 53,2 auf 52,3 Zähler auf ein Dreimonatstief, wie das Markit-Institut in der zweiten Veröffentlichung mitteilte. Auch der Aufschwung im deutschen Dienstleistungssektor hat sich zu Beginn des Jahres leicht abgeschwächt. Der entsprechende Index fiel im Januar von 56,0 auf 55,0 Punkte. Das ist ebenfalls der niedrigste Wert seit drei Monaten. Für die Eurozone entsprach der endgültige Wert für den Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe im Januar mit 52,3 Punkten der Schnellschätzung vom 22. Januar.

Und natürlich bleiben die Märkte besonders sensibel bei Konjunkturdaten aus China. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den chinesischen Industriesektor zeigte sich für Januar so schwach wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Der staatlich ermittelte Index sank im Vergleich zum Vormonat um 0,3 auf 49,4 Punkte. Das war der tiefste Stand seit August 2012.

ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe in China
(Quelle: Investing.com) Einkaufsmanagerindex für den chinesischen Industriesektor

Der Einkaufsmanagerindex des chinesischen Wirtschaftsmagazins „Caixin“ lag im Januar mit 48,4 Punkten den elften Monat in Folge unterhalb der kritischen 50er Marke.

Einkaufsmanagerindex des chinesischen Wirtschaftsmagazins „Caixin“
(Quelle: Investing.com) Einkaufsmanagerindex des chinesischen Wirtschaftsmagazins „Caixin“

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor fiel im selben Monat von 54,4 auf 53,5 Punkte, lag damit aber zumindest noch deutlich über 50.

Einkaufsmanagerindex des chinesischen Dienstleistungssektors
(Quelle: Investing.com) Einkaufsmanagerindex des chinesischen Dienstleistungssektors

Abnehmendes Wirtschaftswachstum lastet auf den Kursen

Insgesamt ist aber offensichtlich, wo die Reise hingeht. In allen betrachteten Regionen (USA, Deutschland, Europa und China) scheint das Wachstumstempo nachzulassen. Vor diesem Hintergrund fiel die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed ihre Ende 2015 eingeleitete Zinswende noch in diesem Jahr fortsetzt, an den Finanzmärkten am Mittwoch auf weniger als 40%. An den Börsen haben die überwiegend schwachen Konjunkturdaten dieser Woche zu einer Achterbahnfahrt geführt, bei der am Ende die Bären jubeln konnten. Die Daumen zeigen leider weiterhin nach unten.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Termine der kommenden Woche
von Geldanlage-Brief-Team

(KW 06: Handelswoche vom 08.02.2016 bis 12.02.2016)


Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Montag, 08.02.2016

  • 08:00 - DE Erzeugung im Produzierenden Gewerbe Dezember
  • 15:45 - EU Volumen der EZB-Käufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und ABS

Dienstag, 09.02.2016

  • 00:50 - JP M2 Zentralbankgeldmenge
  • 08:00 - DE Exportzahlen Deutschland (Dez)
  • 08:00 - DE Importzahlen Deutschland (Dez)
  • 08:00 - DE Industrieproduktion Deutschland (Dez)
  • 08:00 - DE Handelsbilanz Deutschland (Dez)
  • 16:00 - US Großhandelswarenbestand (Dez)

Mittwoch, 10.02.2016

  • 16:30 - US Erdöllagerbestand

Donnerstag, 11.02.2016

  • 14:30 - US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

Freitag, 12.02.2016

  • 08:00 - DE Verbraucherpreisindex (Jan)
  • 08:00 - DE Bruttoinlandsprodukt (Q4)
  • 08:00 - DE Großhandelspreisindex (Jan)
  • 11:00 - EU BIP (Q4)
  • 11:00 - EU Industrieproduktion (Dez)
  • 14:30 - US Außenhandelspreise (Jan)
  • 14:30 - US Einzelhandelsumsätze (Jan)
  • 16:00 - US Konsumklima Uni Michigan Februar (vorläufig)

 


 

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