Globale Unsicherheiten! +++ Gelingt eine Stabilisierung der Ölpreise?

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Globale Unsicherheiten!
  2. Gelingt eine Stabilisierung der Ölpreise?
  3. Börse vor Ort – Privatanleger-Foren in mehreren NRW-Städten

 

›› Globale Unsicherheiten!
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefobwohl wir uns in der Geldanlage-Brief-Ausgabe vom vergangenen Sonntag durchaus optimistisch hinsichtlich eines vorläufigen Endes der Korrekturen an den Aktienmärkten in Deutschland und den USA geäußert haben, sollte man aber trotz der ersten (!) bullischen Anzeichen nicht gleich die Korken knallen lassen. Denn es gibt noch genügend Gründe, um vorsichtig zu bleiben.

Weitere schwache Wachstumszahlen aus Asien

So reißen zum Beispiel die negativen Nachrichten über schwächere Wachstumszahlen aus Asien nicht ab. Nach den Außenhandelsdaten aus China zu Beginn der vergangenen Woche hat am vergangenen Donnerstag das Statistikamt in Peking gemeldet, dass die Erzeugerpreise in China im Januar erneut um 5,3 Prozent gefallen sind. Es ist inzwischen der 47. Monat in Folge, in dem die Preise auf Großhandelsebene zurückgingen. In Japan sind zudem die Exporte im Januar so stark eingebrochen wie zuletzt im Jahr 2009. Insbesondere die schwächere Nachfrage aus China habe zu einem Rückgang der Ausfuhren auf Jahressicht um 12,9 Prozent geführt, teilte das japanische Finanzministerium am Donnerstag mit.

US-Notenbank Fed macht sich Sorgen um globale Unsicherheiten

Beim Blick auf diese Zahlen ist es nur allzu verständlich, dass sich die US-Notenbank Fed Sorgen wegen der globalen Unsicherheiten macht. Aus Sicht der Notenbanker bestehen wegen der Börsenturbulenzen, den fallenden Ölpreisen und dem schwachen Wachstum in China und anderen Schwellenländern erhöhte Risiken für die US-Wirtschaft. Zudem sehen die Währungshüter durch die gefallenen Aktienmärkte, die stark gestiegenen Prämien für Kreditausfallversicherungen und den festen US-Dollar eine Verschlechterung der finanziellen Rahmenbedingungen für die USA. Dies geht aus den jüngst veröffentlichten Protokollen zur Sitzung von Ende Januar hervor.

Zinsanhebung im März immer unwahrscheinlicher

Eine Zinserhöhung auf der Sitzung am 15. und 16. März dürfte damit erst einmal vom Tisch sein. Denn wie es weiter in dem Protokoll heißt, würden die aktuellen Entwicklungen eine Vorhersage zum zukünftigen Wachstum und der Tendenz der Inflationsraten erschweren. Daher wird die Notenbank sehr wahrscheinlich noch auf weitere Daten warten, um mehr Klarheit über die weitere Richtung der US-Wirtschaft zu erhalten, bevor sie am geldpolitischen Kurs erneute Änderungen vornimmt. Die Terminmärkte jedenfalls haben einen Zinsschritt zu diesem Zeitpunkt mittlerweile praktisch ausgepreist.

Produzierendes Gewerbe der USA schwächelt

Zumal aktuell das verarbeitende Gewerbe der USA das Sorgenkind der US-Wirtschaft ist. Zwar überraschten die am vergangenen Mittwoch gemeldeten Zahlen zur Industrieproduktion im Januar mit einem Zuwachs um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat die Analysten, die nur einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet hatten, allerdings wurde der Vormonatswert von -0,4 auf -0,7 Prozent nach unten revidiert. Und abgesehen vom regionalen Chicago PMI haben die Einkaufsmanagerindizes im Januar nicht auf eine Besserung der angespannten Situation hingewiesen. Zudem verharrte der Empire State Index mit -16,6 Punkten deutlich unterhalb seiner Expansionsschwelle (0 Punkte) und auch der Philly Fed Index liegt noch bei am Donnerstag veröffentlichten -2,8 Punkten (nach -3,5 Punkten) im Kontraktionsbereich.

Niedrige Ölpreise sind Schuld an der Misere

Dass die Arbeitslosenquote in den USA im Januar mit 4,9 Prozent dennoch auf ein neues zyklisches Tief fallen konnte, ist nur dem Dienstleistungssektor zu verdanken, der die schlechte Entwicklung in der Industrie bisher ausgleichen konnte. Denn auf ihm lasten nicht die niedrigen Ölpreise, die neben dem starken US-Dollar aktuell als Hauptschuldige für die Schwäche des produzierenden Sektors genannt werden.

Fazit

Sowohl aus Asien als auch aus den USA kamen zuletzt noch genügend Daten, die auf weiterhin bestehende Risiken hinweisen. Die Kurserholungen sollten also noch nicht überbewertet werden. Den ersten bullischen Signalen müssen weitere als Bestätigung folgen.
Die Börse nimmt allerdings die wirtschaftliche Entwicklung sechs bis neun Monate vorweg. Wenn also bald auch die Wirtschaftsdaten besser ausfallen, könnte zusätzlich von fundamentaler Seite die Trendwende bestätigt werden. Doch dies bleibt abzuwarten.


P.S.:
Zu der These, dass die Börse die wirtschaftliche Entwicklung sechs bis neun Monate vorweg nimmt, habe ich ich gestern übrigens für den ebenfalls kostenlosen Börsennewsletter „Börse Intern“ einen Beitrag geschrieben. In diesem Rahmen habe ich zur Kurserholung im DAX eine kurzfristige Elliott-Wellen-Analyse erstellt. Sie können diese Analyse hier nachlesen (hier klicken).

 



›› Gelingt eine Stabilisierung der Ölpreise?
von Sven Weisenhaus

Inzwischen kommt von Seiten der Ölmärkte Bewegung in die Sache. Nach Verhandlungen hinter verschlossenen Türen einigten sich vier einflussreiche Ölminister am Dienstag vergangener Woche auf eine Initiative zur Stabilisierung der Ölpreise. Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela wollen ihre Fördermenge auf dem Stand von Januar vorübergehend einfrieren.

Gegner der Ölstaaten sind die anderen Ölstaaten

Die Sache hat allerdings einen Haken: Das Abkommen greift nur, wenn auch andere große Öl-Länder mitmachen. Doch hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn der mächtigste Gegner der Ölstaaten sind die anderen Ölstaaten: So wollen sowohl der Iran als auch der Irak ihre Öl-Fördermengen deutlich steigern: um 50 Prozent der Irak und sogar um 100 Prozent der Iran. Letzterer will nach der Aufhebung der Sanktionen zu Jahresbeginn verständlicherweise zunächst zu seinen früheren Förderquoten zurückkehren.

Daher ist die getroffene Vereinbarung aktuell noch nicht dazu geeignet, die Ölpreise stark steigen zu lassen. Sie kann höchstens weiter fallende Kurse verhindern. Mit Blick auf den aktuellen Kursverlauf des Ölpreises scheint dies zumindest zu gelingen.

Mögliche Bodenbildung auch im Ölpreis

So ist zwar der Abwärtstrend im logarithmischen Chart des Brent-Ölpreises noch intakt, es ist aber eine klare Stabilisierung erkennbar. Insbesondere wurde das Tief bei 27,95 USD mit der jüngsten Abwärtsbewegung nicht mehr erreicht und somit ein höheres Tief gebildet. Gelingt nun auch noch ein höheres Hoch, könnte der Ölpreis sein Potential bis zur oberen Abwärtstrendlinie ausreizen.

Rohölpreis Brent - Chartanalyse

Kommt es aber zu einem neuen Tief, würden sich die globalen Probleme wohl noch einmal verschärfen und eine Zinsanhebung der US-Notenbank Fed in weitere Ferne rücken.

Tradingchancen im Ölpreis

Für eine Gegenbewegung im Ölpreis könnte folgendes Produkt interessant sein: Brent Crude Oil Future (ICE) WAVE XXL Call, WKN: XM93XJ, aktueller Hebel: 3,3, Briefkurs: 9,26 Euro

Für weiter fallende Kurse im Ölpreis könnte sich folgendes Tradinginstrument anbieten: Brent Crude Oil Future (ICE) WAVE XXL Put, WKN: XM9TV3, aktueller Hebel: 2,9, Briefkurs: 10,41 Euro

Fazit

Da die Unterstützungen in den US-Indizes gehalten haben und der DAX sein wichtiges Niveau oberhalb von 9.300 Punkten zurückerobern konnte, besteht weiterhin Hoffnung für die Bullen. Eine stärkere Gegenbewegung scheint nach den zuvor starken Kursverlusten gelaufen zu sein. Damit hat sich die extrem schlechte Stimmung am Markt im Sinne des Sentiments als Kontraindikator (siehe auch www.trader-sentiment.de) erneut als ein guter Boden für steigende Kurse erwiesen.

Allerdings hatten wir Ihnen bereits geschrieben, dass wir vor allem für die US-Indizes nur eine stärkere Gegenbewegung erwarten. Bei ihnen sehen wir die Korrekturtiefs angesichts der Topformationen erst erreicht, wenn die Hochs aus den Jahren 2000 und 2008 noch einmal angesteuert wurden.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus


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›› Börse vor Ort – Privatanleger-Foren in mehreren NRW-Städten
von Geldanlage-Brief-Team

Turbulent hat das Börsenjahr 2016 begonnen und eine klare Richtung lässt sich nicht erkennen. Umso wichtiger ist es für Anleger, unabhängige Informationen zu bekommen. Die Börse Düsseldorf hat daher in Kooperation mit der DSW und mit Unterstützung des Skontroführers SCHNIGGE die Veranstaltungsreihe „Privatanleger-Forum" ins Leben gerufen. Das Beste daran:Die Teilnahme ist kostenlos und Börsenprofis kommen in Ihre Nähe.

Zu Beginn dieses neuen Formats werden Info-Abende in drei Städten angeboten. Noch sind überall Plätze verfügbar:

  • Dortmund:Mittwoch, 24. Februar 2016, 18:00 Uhr (noch ausreichend Plätze)
  • Düsseldorf:Montag, 7. März 2016 , 18:00 Uhr (ausgebucht!)
  • Köln:Dienstag, 8. März 2016, 18:30 Uhr (noch wenige Plätze)

Thema wird sein:

  • DAS BÖRSENJAHR 2016
    -Wie entwickeln sich die Finanzmärkte?
    - Wie behält man die Kosten im Griff?
    - Wie lassen sich Psychofallen vermeiden?

Als Referenten treffen Sie vor Ort:

  • Dirk Elberskirch, Vorsitzender des Vorstands der Börse Düsseldorf AG
  • Florian Weber, Handelschef an der Börse Düsseldorf und Vorstandsvorsitzender der SCHNIGGE Wertpapierhandelsbank AG
  • Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW - Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V.

Die Veranstaltung ist für Einsteiger wie Fortgeschrittene gleichermaßen interessant. Im Anschluss an die Vorträge können Sie mit den Referenten diskutieren und Ihre individuellen Fragen stellen.

Die Teilnahme am „Privatanleger-Forum“ ist kostenfrei. Die begrenzten Plätze werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben.

Weitere Informationen und Anmeldung:

Gerne können Sie diese Einladung zum Privatanleger-Forum an Freunde und Bekannte weiterleiten, für die das Thema ebenfalls interessant sein könnte.

 


 

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