Keine Einigkeit unter Ölförderern – Na und?!

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Keine Einigkeit unter Ölförderern – Na und?!
  2. Schnelle Erholung der Ölpreise verlieh den Aktienmärkten Stärke
  3. Hintergrundinformationen zum Ölpreis - Gigantische Umverteilung

 

›› Keine Einigkeit unter Ölförderern – Na und?!
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdie Gespräche zwischen 18 wichtigen Ölförderländern in der katarischen Hauptstadt Doha zur Deckelung der Ölproduktion wurden am vergangenen Wochenende ergebnislos vertagt. Den Anwesenden zufolge trug vor allem Saudi-Arabien dazu bei, dass es zu keiner Einigung kam. Das Land habe zur Bedingung gemacht, dass alle 13 OPEC-Länder ihre Produktion nicht weiter erhöhen.

Keine Ölförderbegrenzung ohne den Iran

Bereits im Februar hatten sich Saudi-Arabien, Katar, Venezuela und Russland vorläufig darauf verständigt, die Ölförderung auf dem Januar-Niveau einzufrieren. Aber schon damals machte Saudi-Arabien eine Einigung davon abhängig, dass sich weitere Exporteure anschließen. Weil der Iran jedoch nicht an dem Treffen teilnahm, standen die Zeichen bereits vor der Zusammenkunft in Doha nicht auf Einigung.

Vertreter des Irans teilten mit, man würde den Plan zwar unterstützen, aber die Ölproduktion zunächst wie geplant auf vier Millionen Barrel pro Tag erhöhen, um damit auf das Niveau vor den erst kürzlich aufgehobenen Sanktionen zurückzukehren.

Ölpreis knickte zum Wochenstart kurzzeitig massiv ein

Der Ölpreis verlor daraufhin zum Start in die neue Woche mit einem Minus von fast 7 Prozent zunächst massiv an Wert (rote Ellipse im Chart).

Rohöl der Sorte Brent - Chartanalyse

Damit stand der Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal wieder zur Disposition bzw. ein mögliches Fehlsignal im Raum.

Rohöl der Sorte Brent - Chartanalyse

Doch die Notierungen erholten sich anschließend wieder überraschend schnell, womit der Kurseinbruch bereits vollständig egalisiert wurde. In den nächsten Handelstagen wird sich zeigen, ob sich die Aufwärtstendenz des Ölpreises nun wieder fortsetzen kann und der Trendbruch damit noch bestätigt wird.

Die Tür für eine Förderbegrenzung könnte bald schon offen stehen

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Denn die Tür für eine Einigung steht offen, sobald der Iran sein Förderziel erreicht hat. Und dies könnte schon im Juni der Fall sein. Denn laut der OPEC stieg die iranische Ölproduktion von 2,9 Millionen Barrel pro Tag im Januar auf 3,3 Millionen im März. Setzt sich diese Tendenz fort, ist der Iran bereits im Juni an seinem Förderziel angekommen. Vielleicht ist es daher auch kein Zufall, dass es nach Angaben des nigerianischen Öl-Ministers ein weiteres Treffen im Juni geben soll.

Tradingchancen im Ölpreis

Für eine Aufwärtsbewegung im Ölpreis könnte folgendes Produkt interessant sein:
Brent Crude Oil Future (ICE) WAVE XXL Call, WKN: XM93XJ, aktueller Hebel: 2,21, Briefkurs: 17,14 Euro
Für fallende Kurse im Ölpreis könnte sich folgendes Tradinginstrument anbieten:
Brent Crude Oil Future (ICE) WAVE XXL Put, WKN: XM5JDG, aktueller Hebel: 1,94, Briefkurs: 19,72 Euro


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›› Schnelle Erholung der Ölpreise verlieh den Aktienmärkten Stärke
von Sven Weisenhaus

Der DAX geriet durch die Ölpreisreaktion mit einer 150-Punkte-Abwärtslücke (rote Ellipse im folgenden Chart) auch zunächst unter Druck und rutschte im Tief bis auf rund 9.900 Punkte ab. Damit war er am oberen Ende seiner Seitwärtsrange abgeprallt und hatte somit zunächst den Widerstand bestätigt (roter Pfeil).

DAX - Chartanalyse

Kursverluste geben Gewinnmitnahmen eine Berechtigung

Alleine diese Kursverluste im Ölpreis und DAX haben unserer Strategie der kurzfristigen Gewinnmitnahmen bzw. einer Reduzierung der Investitionsquote vom vergangenen Mittwoch und Freitag (wir berichteten am Sonntag, siehe „Möchten auch Sie eine Rendite von 15,58%?“) bereits eine Berechtigung verliehen, auch wenn der DAX inzwischen klar auf neue Höhen ausgebrochen ist. An Gewinnmitnahmen ist noch niemand arm geworden.

Schnelle Erholung der Ölpreise verlieh den Aktienmärkten Stärke

Jedenfalls hat der nur sehr kurzzeitige Einbruch der Ölpreise den Aktienmärkten eine enorme Stärke verliehen. Die Widerstände, über die wir am Sonntag berichteten (siehe „Aktienindizes könnten an wichtigen Widerständen abprallen“), wurden gestern pulverisiert. Sowohl die US-Indizes als auch der DAX brachen dynamisch nach oben aus. Während der DAX nun kurzfristig freie Bahn hat, stehen die US-Indizes aber bereits vor der nächsten Hürde - den Allzeithochs. Im S&P 500 liegt diese Marke bei 2.134,72 Punkten, womit der Index lediglich ein Potential von knapp als 30 Zählern bzw. 1,46 Prozent hat.

S&P 500 - Chartanalyse

Nachdem das Rounding-Top längst hinfällig ist, kann sich im S&P 500 noch eine große Seitwärtsbewegung bilden. Zudem ist der Ausbruch aus der Flaggenformation noch nicht als nachhaltig zu bezeichnen. Auch sind die US-Indizes angesichts der bisherigen Rally extrem überkauft.

Aktienmärkte auf Allzeithoch spielen auch der Fed in die Karten

Angesichts der aktuellen Aufwärtsdynamik kann die Rally durchaus noch weiter gehen und es selbst an solch markanten Marken wie einem Allzeithoch zu weiter steigenden Kursen kommen. Doch nach wie vor muss man neben den Widerständen und dem überkauften Zustand in den US-Indizes eine frühere Zinsanhebung der Fed fürchten (siehe „Hinweise auf frühere Zinsanhebung der Fed“ und „US-Wirtschaftswachstum beschleunigt sich“). Mit den steigenden Aktienkursen sogar umso mehr. Denn die Fed hatte zuletzt auch immer wieder die Marktverwerfungen als Grund für ihre zögerliche Haltung genannt. Bei Aktienmärkten nahe Allzeithoch ist jedoch damit ein weiteres Argument gegen eine Fortsetzung der Zinswende weggefallen.

Es bleibt also bei der Warnung von Sonntag, wonach die Märkte eine frühe Zinsanhebung im April, so sie denn kommt, über fallende Notierungen einpreisen könnten. Die kommende Fed-Sitzung ist allerdings erst am 27. April. Bis dahin kann noch viel passieren. Es gilt daher weiterhin die Konjunkturdaten genau im Auge zu behalten und bis dahin den bullishen Signalen der Aktienmärkte zu folgen, ohne die Risiken (kurzfristig überkaufter Markt) aus den Augen zu verlieren.

Fazit

Zwar ist der Weg nach oben im DAX kurzfristig frei, in den US-Indizes aber spätestens mit den Allzeithochs schon wieder erschwert. Und die Möglichkeit einer Zinsanhebung Ende April schwebt nun wie ein Damoklesschwert über dem Anstieg. Man sollte die Stopps zurzeit konsequent nachziehen bzw. enger platzieren.


Ich wünsche auch Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

Tradingchancen im DAX

Für eine anhaltende Gegenbewegung im DAX könnte folgendes Produkt interessant sein:
DAX WAVE Unlimited Call, WKN: DX6X1U, aktueller Hebel: 4,82, Briefkurs: 21,41 Euro
Für wieder fallende Kurse im DAX könnte sich folgendes Tradinginstrument anbieten:
DAX WAVE Unlimited Put, WKN: XM3B20, aktueller Hebel: 6,75, Briefkurs: 15,45 Euro

Tradingchancen im S&P500

Für eine anhaltende Aufwärtsbewegung im S&P500 könnte folgendes Produkt interessant sein:
S&P 500 WAVE XXL Call, WKN: DE8QUE, aktueller Hebel: 2,45 Briefkurs: 7,55 Euro
Für fallende Kurse im S&P500 könnte sich folgendes Tradinginstrument anbieten:
S&P 500 WAVE XXL Put, WKN: XM3FXB, aktueller Hebel: 6,51, Briefkurs: 2,86 Euro


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›› Hintergrundinformationen zum Ölpreis - Gigantische Umverteilung
von Sven Weisenhaus

Wegen eines Überangebots waren die Ölpreise seit ihrem Hoch bei über 100 USD um mehr als 70 Prozent eingebrochen. Dadurch fiel der Wert der jährlichen Weltölproduktion von 3,5 Billionen Dollar auf nur noch gut 1,4 Billionen Dollar. Während Ölproduzenten sowie deren Zulieferer und Kreditgeber dramatische Verluste in der Höhe der Differenz erleiden, sparen die Ölverbraucher dieses Geld. Es findet also eine gigantische Umverteilung statt.

Russen erhöhen den Druck auf die Öl-Scheichs

Weil es am vergangenen Wochenende zu keiner Einigung zwischen den Ölförderstaaten kam, dürfte die Furcht vor wieder fallenden Ölpreisen in einigen Ländern wieder deutlich steigen. Die Russen machten ihrer Enttäuschung bereits kurz nach dem Ende des Treffens Luft und setzten umgehend ein Zeichen Richtung Saudi Arabien. Denn ausgerechnet Russlands scheinbarer Verbündeter fiel dem Kreml in den Rücken. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Wenige Stunden nach Doha verkündete der stellvertretende Finanzminister Sergei Storchak, dass man dem Iran einen Fünf-Milliarden-Dollar-Kredit gewährt. Das Signal Richtung Saudi Arabien lautet: Sperren sich die Scheichs auch weiterhin gegen eine Begrenzung der Fördermenge, unterstützt Russland den Erzfeind Iran beim wirtschaftlichen Wiederaufbau.

Hieran zeigt sich, wie groß der politische Druck durch die gefallenen Ölpreise in bzw. von einigen Ländern inzwischen ist. Kein Wunder, sind die Staatshaushalte unter anderem von Russland doch sehr abhängig vom Öl.

 


 

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