Fed-Zinsanhebung immer wahrscheinlicher +++ Milliarden für Griechenland

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Fed-Zinsanhebung immer wahrscheinlicher
  2. Weitere Milliarden für Griechenland
  3. Termine der kommenden Woche

 

›› Fed-Zinsanhebung immer wahrscheinlicher
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefseit dem „Turnaround-Tuesday“ (siehe Geldanlage-Brief vom vergangenen Mittwoch), an dem der DAX seine Seitwärtsrange überwinden konnte und auch die US-Indizes das Ende ihrer Konsolidierungen einleiteten, hielten sich die Kurse auf ihrem erreichten Niveau. Einerseits wurde damit der impulsive Kursanstieg verdaut, andererseits hielten sich die Anleger vor der Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen am Freitagnachmittag (MEZ) zurück. Von ihr erhofften sie sich Hinweise auf den Zeitpunkt der Zinserhöhung.

Zinsanhebung „in den kommenden Monaten“

Yellen wiederholte allerdings lediglich, dass ein solcher Schritt in den kommenden Monaten angemessen wäre, wenn sich die US-Wirtschaft und der Arbeitsmarkt weiter erholen. Aus ihrer Sicht scheine die Konjunktur nach einer schwachen Phase um die Jahreswende wieder an Fahrt zu gewinnen. Die US-Notenbank werde aber stufenweise und vorsichtig an der Zinsschraube drehen. Das sind alles Sätze, die man schon diverse Male auch von anderen Vertretern der Fed gehört hat.

US-Wirtschaft zeigt inzwischen wieder deutlicher Stärke

Auch aus unserer Sicht nimmt die US-Wirtschaft wieder Fahrt auf, womit die nächste Zinsanhebung immer näher rückt. Zu diesem Fazit kommen wir angesichts der aktuellen US-Konjunkturdaten. So konnten die Neubauverkäufe im April kräftig gesteigert werden. Mit annualisiert 619.000 Einheiten wurde der Vormonatswert um satte 16,6 Prozent übertroffen und der höchste Wert seit Anfang 2008 verzeichnet. Zudem zeigt der FHFA Hauspreisindex für März eine Preissteigerung um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat an, was die Jahresrate von 5,6 auf 6,1 Prozent hievt. Und die Auftragseingänge langlebiger Güter konnten im April um 3,4 Prozent gegenüber dem Vormonat steigen, wobei der März-Anstieg von 1,3 auf 1,9 Prozentnach oben revidiert wurde. Auch das BIP-Wachstum im ersten Quartal wurde in der zweiten Veröffentlichung von 0,5 auf 0,8 Prozent angehoben.

Zinsanhebung wird immer wahrscheinlicher

Es dürfte daher inzwischen sehr schwer fallen, noch Argumente gegen eine Zinsanhebung (schon im Juni) zu finden. Doch wie Sie spätestens seit dem Geldanlage-Brief vom vergangenen Mittwoch wissen, wäre eine solche durchaus positiv zu werten.

 



›› Weitere Milliarden für Griechenland
von Sven Weisenhaus

Neben positiven US-Konjunkturdaten hat auch eine Einigung im griechischen Schuldendrama die Kurserholung an den Aktienmärkten befeuert. Die Geldgeber gewähren dem hoch verschuldeten Land neue Finanzhilfen in Höhe von 10,3 Milliarden Euro. Das Geld soll in mehreren Tranchen ausgezahlt werden. Bereits in der zweiten Junihälfte sollen 7,5 Milliarden Euro fließen, die zweite Tranche soll nach dem Sommer folgen. Sie wird dann wieder von Bedingungen abhängen – etwa der Einrichtung eines Privatisierungsfonds.

Griechisches Parlament erfüllte die Anforderungen der Geldgeber

Bereits vor der aktuellen Einigung musste das griechische Parlament umstrittene Gesetzespakete mit neuen Sparmaßnahmen billigen. Am 8. Mai waren Rentenkürzungen und Einkommenssteuererhöhungen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro gebilligt worden. Und am vergangenen Wochenende wurden zahlreiche Steuern und Abgaben verabschiedet, die eingeführt beziehungsweise erhöht werden. Insgesamt soll sich die Lage des griechischen Staatshaushalts damit um 5,4 Milliarden Euro verbessern.

Von 86 Milliarden wurden bislang 21,4 Milliarden ausgezahlt

Zur Erinnerung: Aus dem dritten Rettungspaket für Griechenland, das die Eurostaaten im vergangenen Sommer beschlossen hatten, stehen insgesamt bis zu 86 Milliarden Euro bereit. Bisher wurden davon 21,4 Milliarden Euro ausgezahlt. Seit vergangenem Herbst lagen die weiteren Auszahlungen auf Eis, weil die Geldgeber von den Griechen zunächst die nun beschlossenen Reformen und Sparbeschlüsse sehen wollten.

IWF drängt auf Schuldenerleichterungen

Dass es diese gegeben hat, hieß lange nicht, dass auch die Auszahlung weiterer Hilfsgelder beschlossen wird. Denn zwischen den Gläubigern hatte sich der Streit darüber verschärft, ob Griechenland seine Schulden, die mittlerweile auf mehr als 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angestiegen sind (siehe Grafik), jemals zurückzahlen kann.

Griechenland - Entwicklung der Schulden

Der Internationale Währungsfonds (IWF) forderte daher weitere Schuldenerleichterungen, die aber insbesondere Deutschland verweigerte. Der IWF konnte aber letztlich überzeugt werden, sich weiter an den Finanzhilfen zu beteiligen, weil die Euro-Finanzminister ihm zusagten, im Jahr 2018 weitreichende Schuldenmaßnahmen bzw. Schuldenerleichterungen für Griechenland zu beschließen. Konkrete Beschlüsse dazu gibt es noch nicht. Klar ist aber, dass es keinen klassischen Schuldenerlass geben wird, für den am Ende die Euro-Partner einstehen müssten. Denn das verbieten die europäischen Regeln.

Von der privaten in die öffentliche Hand

Der einzige wesentliche Fortschritt, der sich in Sachen griechische Schulden nach drei Rettungsprogrammen in den vergangenen sechs Jahren ergeben hat, scheint die Tatsache zu sein, dass der Großteil der Schulden mittlerweile nicht mehr bei privaten Investoren, sondern bei internationalen Organisationen, wie den Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM, der EZB und den Eurostaaten, liegt. Das scheint die Börsen aber nicht zu stören.

Bislang steckten sie im Spannungsfeld zwischen Zinsdebatten, Unternehmens- und Konjunkturdaten sowie politischen Diskussionen über die Schulden Griechenlands und die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens. Doch die Berichtssaison liegt nun hinter uns, die Konjunkturdaten fielen jüngst deutlich besser aus, Griechenland hat wieder einige Monate Zeit gewonnen und die Märkte scheinen sich inzwischen auf eine Zinsanhebung im Sommer eingestellt zu haben. Die Stimmung hat sich entsprechend deutlich aufgehellt. Mal abwarten, wann sie wieder dreht


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›› Termine der kommenden Woche
von Geldanlage-Brief-Team

(KW 22: Handelswoche vom 30.05.2016 bis 03.06.2016)

Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Termine der kommenden Woche
(Quelle: Investing.com)

Die weiteren Termine der Woche finden Sie auf unserer Internetseite im Wirtschaftskalender.

 


 

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