Märkte in Schockzustand

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Märkte in Schockzustand
  2. OPEC und EZB ohne neue Maßnahmen
  3. Termine der kommenden Woche

 

›› Märkte in Schockzustand
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefder Fokus der Anleger lag am Freitag auf dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht. Von ihm erhoffen sie sich neue Hinweise darauf, ob die US-Notenbank (Fed) den Leitzins im Juni anheben könnte. Und diesen Hinweis erhielten sie, wobei es eine handfeste Überraschung gab.

US-Arbeitsmarktbericht sendet zweideutiges Signal

Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft lag im Mai nur bei 38.000. Erwartet wurden 160.000 neue Stellen nach 160.000 im April. Dennoch sank die Arbeitslosenquote im Mai auf nur noch 4,7 Prozent. Erwartet wurden hier 4,9 Prozent nach zuvor 5,0 Prozent.

Damit erhielten die Märkte zweideutige Signale. Sie wurden vor die Frage gestellt, ob die gesunkene Arbeitslosenquote nun ein Signal in Richtung Zinsanhebung ist oder der schwache Stellenaufbau gegen eine baldige Zinsanhebung spricht.

Märkte reagieren geschockt

Entsprechend heftig fiel die erste Reaktion im DAX aus. Der Index brach binnen Sekunden in einem Rutsch um genau 100 Punkte von 10.262 auf 10.162 Zähler ein (roter Pfeil Nr. 1). Eine zweite Abwärtswelle (roter Pfeil Nr. 2) schickte ihn sogar noch bis auf 10.040 Zähler (grüner Pfeil), womit binnen zwei Stunden über 200 Punkte verloren gingen.

DAX reagiert auf US-Arbeitsmarktbericht

Vor dem bullishen Ausbruch aus der Seitwärtsphase (blau im folgenden Chart) wurden drei Hochs bei rund 10.080 Punkten markiert (rote Linie). Selbst diese starke Unterstützung wurde im Rahmen der dynamischen Abwärtsbewegung unterschritten. Damit muss man den Ausbruch als Fehlsignal werten.

DAX - Chartanalyse

Der Kampf um die 10.000er Marke geht also weiter. Und durch die Rückkehr in die Seitwärtsrange ist nun auch wieder ein Erreichen deren unterer Begrenzung bei 9.750 Punkten möglich. Insbesondere, wenn die untere Aufwärtstrendkanallinie gebrochen wird.

Für eine Entwarnung müssten die Anleger den Schock schnell verdauen und die gesunkene Arbeitslosenquote letztlich doch höher werten als den schwachen Stellenaufbau. Letzterer wurde zudem von Streiks negativ beeinflusst, so dass es sich um einen Ausrutscher handeln könnte. Damit sich jedoch das durch den Kursrutsch angeschlagene Chartbild wieder aufhellt, müssten die Börsianer den DAX aber schon über das Zwischenhoch 10.365 Punkten treiben.

Tradingchancen im DAX

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›› OPEC und EZB ohne neue Maßnahmen
von Sven Weisenhaus

Warteten die Anleger am Freitag gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht, so waren sie einen Tag zuvor noch gespannt auf den Ausgang der beiden Sitzungen von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). In beiden Fällen hatten die Märkte erwartet, dass keine neuen Maßnahmen beschlossen werden. Und weil es genauso kam, blieben am Donnerstag stärkere Kursreaktionen aus.

OPEC findet keine gemeinsame Öl-Fördergrenze

Die OPEC beendete ihre Ministerkonferenz in Wien ohne eine Einigung auf eine Fördergrenze. Insbesondere wohl wieder deshalb, weil der Iran weiterhin das Ziel verfolgt, seine Ölproduktion nach dem Wegfall der westlichen Sanktionen auf das Niveau anzuheben, das es vor der Verhängung der Strafmaßnahmen im Sommer 2012 hatte. Der Iran bestehe auf seiner in der Vergangenheit erreichten Quote von 14,5 Prozent der gesamten OPEC-Förderung, hieß es aus dem Umfeld der Sitzung. Nach eigenen Angaben produzierte der Iran im vergangenen Monat gut zwei Millionen Barrel Öl am Tag. Das Ziel, die Menge auf vier Millionen Barrel am Tag zu erhöhen, werde den Angaben zufolge schon sehr bald erreicht.

EZB beließ die Leitzinsen unverändert

Ohne neue Beschlüsse ging am Donnerstag auch der Rat der EZB auseinander. Die Leitzinsen wurden wie erwartet unverändert belassen. Der Hauptrefinanzierungssatz bleibt bei 0,00 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz bei 0,25 Prozent und der Satz für Bankeinlagen, die Einlagefazilität, bei minus 0,40 Prozent. Die Zinsen befinden sich damit weiterhin auf dem im März erreichten Rekordtief.

Inflations- und Wachstumsprognosen leicht erhöht

In der Presskonferenz nach der Ratssitzung verkündete EZB-Präsident Mario Draghi, dass die Notenbank im laufenden Jahr eine leicht höhere Inflation (0,2 Prozent; zuvor 0,1) als noch im März erwarte. Angesichts eines zwischenzeitig um 20 Prozent gestiegenen Ölpreises ist dies nur allzu verständlich. Die Inflationsprognosen für die Jahre 2017 und 2018 wurden mit 1,3 und 1,6 Prozent jedoch nicht angepasst.

Darüber hinaus hob die Zentralbank auch ihre Wachstumsprognose für 2016 an. Sie erwarten nun einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,6 Prozent (zuvor 1,4). Die Prognosen für 2017 und 2018 lauten weiterhin auf jeweils 1,7 Prozent.

EZB legt Fokus auf die Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen

Vor diesem Hintergrund machte Draghi deutlich, dass die EZB vorerst nicht an eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik denkt. Stattdessen wolle man sich auf die Umsetzung der bereits beschlossenen Maßnahmen und auf deren Auswirkungen konzentrieren.

So wird der bereits angekündigte Ankauf von Unternehmensanleihen am 8. Juni starten. Zudem startet im Juni eine zweite Serie langfristiger, gezielter Refinanzierungsgeschäfte für Banken mit vierjähriger Laufzeit, deren Zins höchstens bei null Prozent liegen wird.

Mit dem Ankauf der Unternehmensanleihen sollen die Zinsen der Papiere sinken. So sollen die Kreditbedingungen für Unternehmen verbessert, Neuemissionen angeregt und damit der Wirtschaft mehr Schub verliehen werden. Dabei hat sich die EZB folgende Regeln selbst auferlegt:

  • Maximal werden aus einer einzelnen Emission bis zu 70 Prozent aufgekauft.
  • Bei Titeln staatsnaher Unternehmen liegt die Schwelle niedriger.
  • Die Papiere müssen eine Laufzeit von sechs Monaten bis 30 Jahre haben.
  • Zudem müssen sie von mindestens einer der Ratingagentur Standard & Poor’s, Moody’s, Fitch oder DBRS das Gütesiegel Investment-Grade für gute Bonität haben.

Offen ließ die EZB, in welchem Umfang sie derartige Anleihen kauft. Investoren und Banken gehen von monatlich fünf bis zehn Milliarden Euro aus.

Fazit

Sowohl die EZB als auch die OPEC erfüllten am Donnerstag die Markterwartungen. Entsprechend waren die Kursreaktionen gering. Beide Sitzungen wurden damit zum Non-Event. Der Fokus der Anleger lag daher am Freitag bereits auf dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht, der um 14:30 Uhr (MEZ) veröffentlicht wurde und den Markt in einen Schockzustand versetzte. Nun sollte man zunächst abwarten, wie sich die Kurse nach der ersten Reaktion und einer Beruhigung verhalten. Häufig sieht man die Dinge anders, wenn man Zeit hatte, darüber nachzudenken.

Wir haben bereits eine klare Meinung zur Relevanz des schwachen Arbeitsmarktberichts. Diese haben wir den Lesern des „Geldanlage Premium Depot“ bereits am Freitag vor Veröffentlichung der Zahlen mitgeteilt. Wenn Sie wissen möchten, wie man mit dem Arbeitsmarktbericht und dem Kursschock umgehen soll, dann testen Sie unseren Börsendienst „Geldanlage Premium Depoteinen vollen Monat lang kostenlos im Probe-Abonnement.

Während die Märkte von einer abwartenden Haltung zur nächsten wechseln, kann unser Musterdepot übrigens seit Wochen quasi kontinuierlich zulegen. Auf Wochensicht lag der Hinzugewinn, bezogen auf das fiktive Gesamtkapital von 30.000 Euro, bei +0,3 Prozent, nach bereits +1,4, +0,7 und+0,3 Prozent in den Wochen zuvor. Das mag nicht viel klingen, rechnen Sie es aber mal aufs Jahr hoch! Melden Sie sich jetzt hier an.


Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Termine der kommenden Woche
von Geldanlage-Brief-Team

(KW 23: Handelswoche vom 06.06.2016 bis 10.06.2016)

Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auch auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Termine der kommenden Woche
(Quelle: Investing.com)

Die weiteren Termine der Woche finden Sie auf unserer Internetseite im Wirtschaftskalender.

 


 

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