„Brexit“-Debatte lähmt die Finanzwelt

Inhalt dieser Ausgabe

  1. US-Notenbank verschiebt die nächste Zinsanhebung erneut
  2. 13 Trades, 13 Gewinne, 18,5% Rendite
  3. „Brexit“-Debatte lähmt die Finanzwelt
  4. Termine der kommenden Woche

 

›› US-Notenbank verschiebt die nächste Zinsanhebung erneut
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdie US-amerikanische Notenbank (Fed) hat den Leitzins unverändert bei 0,25 bis 0,5 Prozent belassen. Wie gehabt wollen die Währungshüter zukünftige Entscheidungen von der weiteren Entwicklung der konjunkturrelevanten Daten abhängig machen. Soweit also alles beim Alten. Es gab aber auch wichtige Veränderungen.

Nur noch eine Zinsanhebung in 2016?

So zeichnen die Fed-Mitglieder in ihren neuen Projektionen einen flacheren Zinspfad als bisher. Unterstellt man jeweils Zinsschritte von 25 Basispunkten, dann erwartet die Mehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) zwar in diesem Jahr nach wie vor zwei Zinsschritte, die Anzahl derer, die nur noch eine Zinsanhebung im Jahr 2016 erwarten, ist allerdings seit der vorangegangenen Sitzung im März von eins auf sechs angestiegen.

Oder wie es die Bank Sal. Oppenheim in einer Analyse ausdrückt: „Zwar ist im Median die Erwartung immer noch, dass es zwei Zinsschritte in diesem Jahr geben wird. Eine Analyse der einzelnen Prognosen hingegen zeigt, dass immerhin neun der 17 stimmberechtigten FOMC-Mitglieder ihre Meinung hinsichtlich des angemessenen Zinssatzes für Ende 2016 nach unten revidiert haben.

Zudem wurde die Prognose für die Zinsschritte in den Jahren 2017 und 2018 von zuvor vier Anhebungen pro Jahr auf nunmehr drei abgesenkt. Bis Ende 2017 wird der Leitzins den neuen Projektionen zufolge nur auf 1,625 (zuvor: 1,875) Prozent steigen, bis Ende 2018 auf 2,375 (3,000) Prozent.

Leitzins Prognosen
(Quelle: Sal. Oppenheim)

Angepasste Projektionen

Hintergrund der gedämpften Zinserwartungen könnten angepasste Fed-Projektionen bzw. die dabei reduzierten Erwartungen an das US-Wirtschaftswachstum sein:

Fed-Projektionen zum Wirtschaftswachstum:
2016: 1,9 - 2,0 % (zuvor: 2,1 - 2,3)
2017: 1,9 - 2,2 % (zuvor: 2,0 - 2,3)
2018: 1,8 - 2,1 %

Allerdings ist die Notenbank zeitgleich leicht optimistischer, was die Inflation und die Arbeitslosenrate angeht:

Fed-Projektionen zur Inflationsrate (PCE):
2016: 1,3 - 1,7 % (zuvor: 1,0 - 1,6)
2017: 1,7 - 2,0 %
2018: 1,9 - 2,0 %

Fed-Projektionen zur Arbeitslosenrate:
2016: 4,6 - 4,8 %
2017: 4,5 - 4,7 %
2018: 4,4 - 4,8 % (zuvor: 4,5 - 5,0)

Begründung für den Zinsentscheid: Gemischte Konjunkturdaten und „Brexit“

Begründet wurde die Zinsentscheidung von Fed-Chefin Janet Yellen jedenfalls in der Pressekonferenz nach der Notenbanksitzung mit jüngst gemischten Konjunkturdaten und dem möglichen „Brexit“. Insgesamt blieb die Fed bei ihrer Einschätzung, dass sich die moderate Erholung der US-Wirtschaft fortsetzt und die Erholung auf dem Arbeitsmarkt wieder an Fahrt gewinnen wird. Doch Yellen zeigte sich unzufrieden mit dem US-Arbeitsmarkt, mit der Entwicklung der Inflation und dem Gegenwind aus dem Ausland.

Der mögliche EU-Ausstieg Großbritanniens wurde demnach auf der Zinssitzung intensiv diskutiert und war letztlich auch einer der Faktoren, die zu der einstimmigen Zinsentscheidung geführt haben. Denn das „Brexit“-Referendum könne Konsequenzen für die internationalen Finanzmärkte haben, so Yellen.

Glaubwürdigkeit der Fed leidet

Die Argumentation der Fed ist durchaus plausibel. Liest man jedoch die Kommentare, die sich nach dem Zinsentscheid in den Medien finden, so scheint die Glaubwürdigkeit der Notenbank gelitten zu haben. Interessant wird daher, wie die Fed auf den kommenden Sitzungen entscheidet. Sie sollte ihre Handlungsfähigkeit demonstrieren, sonst verspielt sie noch mehr Vertrauen. Wenn Großbritannien Mitglied der EU bleibt, wäre im Juli eine Zinserhöhung ratsam, sofern sich die Konjunkturdaten nicht auf breiter Basis verschlechtern.

Janet Yellen hat allerdings bereits deutlich gemacht, dass sie erst weitere Arbeitsmarktberichte abwarten will, bevor sie sicher ist, dass es sich bei dem Monat Mai um einen Ausrutscher gehandelt hat. Damit ist eigentlich eine Zinserhöhung auch im Juli bereits unwahrscheinlich.

Fazit

Irgendetwas ist immer, was die US-Notenbank davon abhält, den nächsten Schritt zu tun. Seien es schlechte Daten aus China, wie zu Beginn des Jahres, der US-Arbeitsmarkt oder der Brexit. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es in diesem Jahr nicht mehr zu zwei Zinsschritten kommt.

Natürlich macht es Sinn, auf jeder Sitzung anhand der aktuellen Datenlage über den Leitzins zu entscheiden. Doch die Fed ist damit für die Märkte unkalkulierbarer geworden, als sie es in der Vergangenheit war. Das erhöht die Unsicherheit und damit die Volatilität an den Märkten.

Vor einer Woche schrieben wir daher auch sinnvollerweise, dass die übergeordnete Schaukelbörse angesichts der bevorstehenden Termine (Fed-Zinsentscheid, Verfallstag, „Brexit“-Referendum) noch eine Weile anhalten sollte. Mit Blick auf die Kurse (siehe auch „Geldanlage-Brief“ vom vergangenen Mittwoch) lagen wir damit goldrichtig. Und da bislang lediglich die Fed-Sitzung hinter uns liegt, bleibt die Erwartung unverändert. Der „Brexit“ überschattet inzwischen die gesamte Finanzwelt. Entsprechend rechnen wir erst ab der Woche nach dem Referendum mit einer Kursberuhigung.

 



›› 13 Trades, 13 Gewinne, 18,5% Rendite
von Geldanlage-Brief-Team

Unser Depot lässt sich davon jedoch nicht abschrecken. Wir sind unserer Investmentstrategie treu geblieben und haben die deutlich reduzierten Kursniveaus genutzt, um Schnäppchenkäufe zu tätigen. So konnten wir den erst am Donnerstag vergangener Woche verkauften Volatilitätstrade (wir berichteten vor einer Woche) schon am Dienstag mit mehr als 22 Prozent Rabatt zurück ins Depot holen. Einen Tag später schlugen wir erneut zu, dieses Mal bei einer Automobilaktie. Und mit dem Verkauf eines Öl-Short-Trades am Donnerstag realisierten wir obendrein schon wieder einen Gewinn – in diesem Fall mehr als 8 Prozent nach nur 22 Tagen.

Bilanz 2016: 13 Trades, 13 Gewinne, 18,5% Rendite

Insgesamt haben wir in diesem Jahr nun 13 Trades abgeschlossen (siehe Tabelle). Dabei wurden weiterhin ausschließlich Gewinne erzielt – in Summe inzwischen 2.342,18 Euro – bei einem Kapitaleinsatz von nur rund 12.660 Euro. Daraus errechnet sich eine Rendite von 18,5%.

abgeschlossene Trades im

Der DAX ist mit einem Punktestand von10.743 ins Jahr 2016 gestartet. Aktuell notiert er mit 9.631 Punkten satte 10,35% im Verlust.

DAX 2016: 10,35% Verlust

Vor diesem Hintergrund dürfen die Märkte gerne weiter verrücktspielen.

Verzweifeln sie an der Schaukelbörse? Möchten auch Sie Renditen von mehr als 18% erzielen? Dann holen Sie sich doch einfach eine kompetente Unterstützung. Mit unserem Geldanlage Premium Depot“ haben wir längst gezeigt, dass wir auch in schwierigen Phasen Gewinne erzielen können. Melden Sie sich jetzt hier an. Sie gehen kein Risiko ein, denn Sie können uns einen vollen Monat lang kostenlos im Probe-Abonnement testen.

 



›› „Brexit“-Debatte lähmt die Finanzwelt
von Sven Weisenhaus

Am Mittwochabend (MEZ) hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beschlossen, keine Änderungen an ihrem aktuellen Zinsniveau vorzunehmen. Im Laufe des Donnerstags folgten die Bank of Japan (BoJ), die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Bank of England (BoE) diesem Vorbild und hielten auch ihrerseits die Füße still.

„Brexit“-Debatte lähmt die Finanzwelt

Im Vorfeld des EU-Referendums in Großbritannien am 23. Juni haben damit binnen 24 Stunden vier Notenbanken etwaige Änderungen der geldpolitischen Rahmenbedingungen zurückgestellt. Alle Notenbanken begründeten ihre abwartende Haltung unter anderem mit dem möglichen „Brexit“, also dem Austritt Großbritanniens aus der EU. Damit zeigt sich nicht nur an den Kursbewegungen der vergangenen Tage, dass die „Brexit“-Debatte inzwischen die gesamte Finanzwelt in eine abwartende bzw. defensive Haltung zwingt. Dabei sind die Sorgen und Ziele dieser drei Marktteilnehmer durchaus verschieden:

Die verschiedenen Reaktionen der Notenbanken

Die Schweizer Geldpolitiker der SNB sehen die Gefahr, dass der aus ihrer Sicht bereits überbewertete Franken (siehe folgender Chart) im Falle eines Brexits noch weiter zulegt. Wie am Mittwoch bereits hier im „Geldanlage-Brief“ beschrieben, gilt der Schweizer Franken als „sicherer Hafen“ und zieht daher in Krisenzeiten Kapital an.

Aufwertung des Schweizer Franken

Gleiches gilt für den japanischen Yen. Auch dieser ist als „sicherer Hafen“ seit einiger Zeit gefragt (folgender Chart). Dennoch hat auch die japanische Notenbank den Strafzins für einige Einlagen von Finanzinstituten bei minus 0,1 Prozent und das Programm zum Ankauf von Anleihen und Wertpapieren bei jährlich 80 Billionen Yen (umgerechnet rund 678 Milliarden Euro) belassen – vielleicht um das Pulver bis nach dem „Brexit“-Referendum trocken zu halten.

Aufwertung des japanischen Yen

Derweil fürchten die Vertreter der BoE für den Fall eines Austritts Großbritanniens aus der EU einen niedrigeren Wachstumspfad und eine höhere Inflation aufgrund der zu erwartenden Fortsetzung der Abwertung des britischen Pfundes:

Abwertung des britischen Pfund

Die Abstimmung zum „Brexit“ zeigt also längst schon Auswirkungen, die es unter Kontrolle zu behalten gilt. Bleibt Großbritannien in der EU, dürften sich einige eingeschlagene Trends umkehren bzw. Kursbewegungen rückgängig gemacht werden. Entscheiden die Bürger des Landes hingegen den Austritt, könnten sich die Bewegungen in die Trendrichtung noch einmal verstärken, bevor es zu einer Kursberuhigung kommt. Die Notenbanken haben sich darauf eingestellt und entsprechende Maßnahmen vorbereitet. Auch Sie sollten rechtzeitig vorbereitet sein.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus


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›› Termine der kommenden Woche
von Geldanlage-Brief-Team

(KW 25: Handelswoche vom 20.06.2016 bis 24.06.2016)

Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Termine der kommenden Woche
(Quelle: Investing.com)

Die weiteren Termine der Woche finden Sie auf unserer Internetseite im Wirtschaftskalender.

 


 

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