BoE reagiert auf Brexit-Votum +++ Herbstschwäche voraus

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Bank of England reagiert auf Brexit-Votum
  2. Euroraum und USA – Besserung in Sicht
  3. Herbstschwäche voraus
  4. S&P stuft Türkei als Hochrisikoland ein – WDR-Interview
  5. Termine der kommenden Woche

 

›› Bank of England reagiert auf Brexit-Votum
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdie britische Notenbank hat am Donnertag ihren Leitzins von 0,5 Prozent auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Zuletzt hatten die Währungshüter im März 2009 die Zügel gelockert, um die wirtschaftlichen Probleme der Finanzkrise abzufedern. Nun reagiert die Bank of England auf die wirtschaftlichen Folgen nach dem Brexit-Votum.

Zusätzlich Wertpapierkäufe und weitere Zinsfantasien

Neben der aktuellen Zinssenkung deutete die Bank of England an, dass sie noch dieses Jahr zu einer weiteren Senkung in Richtung der Null-Linie bereit ist, wenn sich die Inflationsvorhersage bestätigen sollte.

Außerdem reaktivieren die Währungshüter überraschend ihr bereits ausgeschöpftes Wertpapierkaufprogramm („Asset Purchase Programme“), indem sie das ursprünglich angepeilte Gesamtvolumen von derzeit 375 Milliarden Pfund auf 435 Milliarden Pfund erhöhen. Damit tritt die Notenbank nun also wieder als Käufer von Wertpapieren auf. Zudem erwirbt die Notenbank als zusätzliche geldpolitische Maßnahme in den nächsten 18 Monaten auch noch Unternehmensanleihen („Corporate Bond Purchases“) in Höhe von insgesamt bis zu 10 Milliarden Pfund. Die Käufe sollen die Realwirtschaft direkt unterstützen, indem sich dadurch die Finanzierungskonditionen der Unternehmen verbessern.

Wird die britische Wirtschaft im zweiten Halbjahr schrumpfen?

Der Zinsschritt wurde im Vorfeld bereits mehrheitlich von den Märkten erwartet. Und offenbar wurde er auch nötig. Denn während die Bank of England trotz des Brexit-Votums nicht mit einem Abrutschen der britischen Wirtschaft in die Rezession rechnet, sondern nach einem starken ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte immerhin noch ein leichtes Wachstum erwartet, sehen dies die Manager in den Unternehmen ganz anders.

Einkaufsmanager erwarten BIP-Einbruch

Wie wir bereits im Geldanlage-Brief vom 24. Juli berichteten, brach der CIPS-Einkaufsmanagerindex für die britische Wirtschaft im Juli so stark ein wie seit drei Jahren nicht mehr. Dieser Rückgang wurde nun vom Markit-Institut bestätigt. Dessen Einkaufsmanagerindex fiel für den Monat Juli um 3,9 Punkte von 52,1 im Vormonat auf 48,2.

Einkaufsmanagerindex Großbritannien

Bei diesen Stimmungsindikatoren deuten Werte unterhalb von 50 Punkten auf eine Schrumpfung der Wirtschaft hin. Daher geht Markit nun davon aus, dass das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 0,4 Prozent schrumpfen wird. Einen solchen Rückgang hat es in Großbritannien seit der Finanzkrise vor mehr als sieben Jahren nicht mehr gegeben.

 



›› Euroraum und USA – Besserung in Sicht
von Sven Weisenhaus

Ganz anders sind übrigens die Erwartungen für den Euroraum und die USA. Hier scheint nach dem schwachen Wachstum im zweiten Quartal (siehe Geldanlage-Brief vom vergangenen Mittwoch) nämlich eine Besserung in Sicht. Zwar sind einzelne Stimmungsindikatoren, wie der ZEW-Index oder der ifo-Index für Deutschland, jüngst zum Teil deutlich eingebrochen, doch hatten die Markit-Einkaufsmanagerindizes bereits ein etwas anderes Bild gezeichnet (siehe Geldanlage-Brief vom 24. Juli und 27. Juli).

Inzwischen liegen die endgültigen Werte sowohl vom Markit-Insitut als auch vom Institute of Supply Management vor. Entgegen den ersten Veröffentlichungen haben sich die Einkaufsmanagerindizes sowohl für die USA als auch für die Eurozone gegenüber dem Vormonatswert insgesamt leicht verbessert.

So stieg der zusammengesetzte ISM-Einkaufsmanagerindex (Composite) für die Eurozone von 54,4 auf 55,3 Punkte. In einer ersten Schätzung war man noch von einem Rückgang auf 53,7 Zählern ausgegangen. Der Index signalisiert damit inzwischen seit gut drei Jahren Wachstum.

Einkaufsmanagerindex Eurozone

Und für die USA stieg der Markit-Einkaufsmanagerindex im Juli auf 51,8 Punkte, von 51,2 Zählern im Vormonat Juni. Hier hatte man nur einen unveränderten Stand prognostiziert.

Einkaufsmanagerindex USA

Der Teilindex für den Dienstleistungsbereich stieg von 50,9 auf 51,4 Punkte und rückte damit wieder komfortabel in den Bereich oberhalb von 50 Punkten, ab dem Wachstum signalisiert wird.

Euroraum und USA könnten wieder schneller wachsen

Also war der Rat aus dem Geldanlage-Brief vom 24. Juli genau richtig. Dort hieß es zum Einbruch des ZEW-Index: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ und dass man aus einem einzelnen Rückgang noch keine voreiligen Schlüsse ziehen solle. Denn mit den aktuellen Einkaufsmanagerindizes deutet sich sowohl in den USA als auch im Euroraum nun sogar ein etwas höheres Wirtschaftswachstum im 2. Halbjahr 2016 an.

 



›› Herbstschwäche voraus
von Sven Weisenhaus

Am Mittwoch hatte der Geldanlage-Brief aufgrund des Berichts über das schwache Wachstum im zweiten Quartal und die laufende Berichtssaison noch einen deutlich bearishen Unterton. Doch sowohl die BIP-Daten als auch die Unternehmenszahlen beziehen sich auf die Vergangenheit. Dagegen sind die Einkaufsmanagerindizes Frühindikatoren, die in die Zukunft gerichtet sind. Und hier hellt sich das Bild schon wieder deutlich auf.

Entsprechend könnten die jüngsten Rücksetzer in den Aktienindizes lediglich eine Gegenbewegung auf die vorangegangenen Kursgewinne sein. Es ist daher möglich, dass die Aktienmärkte nach der Kursrallye nun lediglich auf hohem Niveau konsolidieren und dann im weiteren Verlauf des Jahres weiter zulegen. Dies passt im Übrigen auch zum saisonalen Muster, wonach nun eine schwächere Börsenphase beginnt – wie es der durchschnittliche Verlauf des S&P 500 der vergangenen 37 Jahre zeigt:

S&P 500 - durchschnittlicher Verlauf 37 Jahre

Aus saisonaler Sicht erreichen die US-Indizes nämlich im Juli bzw. August ihr Sommerhoch. (In US-Wahljahren kann das Hoch auch durchaus erst Anfang bis Mitte September ausgebildet werden.) Anschließend kommt es regelmäßig zu einer Herbstkorrektur, auf die dann die übliche Jahresendrallye folgt.

Tradingchancen im S&P 500

Für steigende Kurse im S&P 500 könnte folgendes Produkt interessant sein:
S&P 500 WAVE XXL Call, WKN: DE8QUE, aktueller Hebel: 2,33 Briefkurs: 8,44 Euro
Für fallende Kurse im S&P 500 könnte sich folgendes Tradinginstrument anbieten:
S&P 500 WAVE XXL Put, WKN: XM3FXB, aktueller Hebel: 10, Briefkurs: 1,91 Euro


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›› S&P stuft Türkei als Hochrisikoland ein – WDR-Interview
von Geldanlage-Brief-Team

Ihr Chefredakteur des Geldanlage-Briefs, Sven Weisenhaus, hat am vergangenen Dienstag ein Interview für das WDR-Fernsehen gegeben. In der Sendung „Aktuelle Stunde“ äußerte er sich zur Einstufung der Türkei als Hochrisikoland durch die Ratingagentur Standard & Poors und gab seine Einschätzung zum Investitionsklima ab. Sie können sich das Interview online hier ansehen (ab Minute 6:56).

Sven Weisenhaus im WDR-Interview

 



›› Termine der kommenden Woche
von Geldanlage-Brief-Team

(KW 32: Handelswoche vom 08.08.2016 bis 12.08.2016)

Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Termine der kommenden Woche
(Quelle: Investing.com)

Die weiteren Termine der Woche finden Sie auf unserer Internetseite im Wirtschaftskalender.

 


 

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