Kurse laufen der Gewinnentwicklung weit voraus

Inhalt dieser Ausgabe

  1. Kurse laufen der Gewinnentwicklung weit voraus
  2. Aktienrückkäufe in den USA erreichen Finanzkrisen-Niveau
  3. Herbstschwäche voraus – So positionieren Sie sich richtig
  4. Termine der kommenden Woche

 

›› Kurse laufen der Gewinnentwicklung weit voraus
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefdie Berichtsaison in Europa ist bislang besser als erwartet verlaufen. Allerdings nur, weil die niedrigen Analystenschätzungen übertroffen wurden. Die Analysten erwarteten für die europäischen Unternehmen aus dem STOXX 600 im Durchschnitt einen Gewinnrückgang von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Soweit nichts Neues, denn diese Informationen haben Sie bereits mit der Ausgabe des Geldanlage-Briefs vom 31. Juli erhalten.

Gewinne in Europa „nur“ um 7,8 Prozent gesunken

Inzwischen gibt es eine aktuelle Analyse der Deutschen Bank. Nachdem 65 Prozent der Unternehmen im europaweiten STOXX-600-Index ihre Ergebnisse vorgelegt hatten, kam diese zu dem Ergebnis, dass der Gewinn je Aktie im Durchschnitt tatsächlich „nur“ um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen ist.

Gewinne in den USA um 3,5 Prozent gesunken

Auch die Gewinne der US-Unternehmen haben sich im zweiten Quartal besser entwickelt als erwartet. Hier waren die Analysten beim S&P 500 durchschnittlich von einem 5-prozentigen Rückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal ausgegangen. Laut einer aktuellen Erhebung der Finanzanalysten von Factset gingen die Gewinne der US-Firmen im zurückliegenden Quartal tatsächlich um rund 3,5 Prozent zurück (1. Quartal 2016: -6,7 Prozent).

Das fünfte Quartal in Folge mit Gewinnrückgang

Schon in der Ausgabe des Geldanlage-Briefs vom 31. Juli war zu lesen, dass die positiven Überraschungen nicht darüber hinwegtäuschen sollten, dass der Gewinntrend in den USA und Europa nach wie vor noch nach unten zeigt. Dazu sollte man beachten, dass es in den USA inzwischen das fünfte (!) Quartal in Folge war, in dem die Gewinne schrumpften. Eine derartige Serie gab es nicht einmal während der Finanzkrise 2008/2009. Damals setzte nach vier Quartalen wieder ein Aufwärtstrend ein.

Aktienkurse steigen – wie passt das zusammen?

Doch die Aktienkurse steigen trotzdem und die wichtigen Indizes befinden sich zum Teil auf Allzeithochs. Wie passt das zusammen?! Zumal zugleich auch sichere Häfen wie Anleihen oder Gold steigen. Gewöhnlich finden Umschichtungen zwischen den Anlageklassen statt. Normalerweise reagieren Anleger auf Risiken, indem sie aus Aktien aussteigen und gleichzeitig ihren Investmentanteil in Anleihen und Gold erhöhen. Sind die Risiken hingegen gering, setzen die Anleger vermehrt auf das Kurspotential von Aktien und steigen dazu aus niedrigverzinsten Anleihen bzw. zinslosen Edelmetallen aus. Warum steigen jedoch derzeit alle Anlageklassen gleichzeitig im Kurs?

Liquiditätsflut lässt alle Boote steigen

Ein Grund ist mittlerweile allseits bekannt: Der Anstieg ist der Liquiditätsschwemme der Notenbanken und dem extrem niedrigen Zinsniveau geschuldet. Die Liquidität der Notenbanken treiben die Kurse am Anleihemarkt, die niedrigen Zinsen zwingen die Anleger auf der Suche nach Alternativen in den Aktienmarkt.

An der Börse wird die Zukunft gehandelt

Zudem wird an der Börse immer die Zukunft gehandelt. Und hier wird von den Analysten eine baldige Trendwende in der Gewinnentwicklung erwartet. Die Analysten von Factset erwarten für das dritte Quartal 2016 noch einen Ergebnisrückgang um -1,7 Prozent, womit sich die Serie der Gewinnrückgänge auf sechs Quartale in Folge erhöhen würde. Für das vierte Quartal 2016 wird dann aber das lang ersehnte Gewinnwachstum erwartet. Um 5,7 Prozent sollen die Erträge im Schlussquartal des Jahres steigen. Die Schätzungen anderer Experten sind sogar deutlich ambitionierter und ähnlich hoch wie das aktuelle Bewertungsniveau am US-Aktienmarkt (gemessen am KGV).

Kurse sind der Gewinnentwicklung weit vorausgelaufen

Der folgende Chart zeigt, wie weit die Kurse des S&P 500 (grün) inzwischen der Gewinnentwicklung der Unternehmen (blau) vorausgelaufen sind.

Kursverlauf des S&P 500 vs. Gewinnentwicklung der Unternehmen
(Quelle: Factset)

Entsprechend ist die Gefahr recht hoch, dass die kommende Berichtssaison einige ambitionierte Expertenerwartungen enttäuscht und die Kurse ihr Hoch bald gesehen haben. Dies passt schließlich auch zum saisonalen Verlauf, der im Herbst schärfere Korrekturen erwarten lässt (siehe auch „Herbstschwäche voraus“).

 



›› Aktienrückkäufe in den USA erreichen Finanzkrisen-Niveau
von Sven Weisenhaus

Es gibt noch einen anderen interessanten Effekt, der die Stärke der Aktienkurse in den USA mitverursacht. Der Umfang der Aktienrückkäufe nimmt seit Jahren stetig zu und hat inzwischen den höchsten Stand seit 2007 erreicht. Die Rückkäufe befinden sich also auf dem Niveau, das vor dem Beginn der Finanzkrise verzeichnet wurde.

Zuletzt waren es in einem einzigen Quartal über 160 Milliarden Dollar, die US-Firmen für den Rückkauf eigener Aktien ausgaben. Im vergangenen Jahr ist dadurch sogar erstmals seit fünf Jahren die Gesamtzahl der handelbaren Aktien an der New Yorker Börse zurückgegangen – trotz etlicher Neuemissionen.

Ein Nebeneffekt der extrem expansiven Geldpolitik

Auch dies ist natürlich ein Effekt des durch die Notenbank künstlich verursachten niedrigen Zinsniveaus. So sehen die Unternehmen offenbar keine sinnvollere Investmentmöglichkeit mehr, als ihre eigenen Aktien zurückzukaufen.

Höhere Nachfrage und geringeres Angebot führt zu steigenden Preisen

Was haben nun aber Aktienrückkäufe der Unternehmen mit steigenden Kursen an den Börsen zu tun? Einerseits erhöht der Rückkauf eigener Aktien natürlich die Nachfrage nach den Aktien des Unternehmens am Markt insgesamt. Andererseits verringert sich deren Anzahl, wenn ein Unternehmen eigene Aktien an der Börse aufkauft und einbehält. Damit haben wir einen simplen marktwirtschaftlichen Effekt: Eine Verknappung des Angebots bei gleichbleibender bzw. erhöhter Nachfrage führt zu steigenden Preisen.

Gewinn verteilt sich auf weniger Anteile

Zudem verteilen sich die Gewinne, die das Unternehmen erwirtschaftet, auf weniger Anteile. Auf diese Weise können die Gewinne je Aktie sogar steigen, obwohl die Gesamterträge gesunken sind. Und in der fundamentalen Aktienanalyse kommt es insbesondere auf den Gewinn je Aktie an.

Die Credit Suisse stellt in einer aktuellen Analyse fest, dass die Aktienrückkäufe für rund 36 Prozent des Anstiegs bei den Gewinnen je Aktie seit 2011 verantwortlich sind. Vor diesem Hintergrund ist das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der US-Aktienindizes (S&P 500 19,5, siehe Grafik), das hier an dieser Stelle bereits negativ betrachtet wurde, eigentlich sogar noch kritischer zu werten.

trailing price-earnings-ratio des S&P 500
(Quelle: Factset) trailing price-earnings-ratio / rollierendes historisches KGV des S&P 500 (Aktienkurs geteilt durch den Netto-Gewinn der letzten 12 Monate)

Fazit

Als Anleger muss man sich immer hinter den Markt stellen. Das, was derzeit für weiter steigende Kurse spricht, sind die steigenden Kurse selbst und die bullishen Signale, die dadurch generiert wurden. Insofern macht es durchaus Sinn, mit dem rollenden Zug mitzufahren.

Doch man sollte die Risiken dabei stets im Hinterkopf behalten, um nicht zu euphorisch zu werden. Nur wenn man die Risiken kennt, wird man in der Lage sein, bei entsprechenden Signalen rechtzeitig den Absprung zu schaffen.

Achten Sie also genau auf die Marken im DAX und in den anderen Indizes, die wir in unseren Chartanalysen auch immer wieder mitliefern (siehe zum Beispiel „DAX durchbricht wichtige Widerstände“).


Tradingchancen im S&P 500

Für steigende Kurse im S&P 500 könnte folgendes Produkt interessant sein:
S&P 500 WAVE XXL Call, WKN: DE8QUE, aktueller Hebel: 2,34 Briefkurs: 8,37 Euro
Für fallende Kurse im S&P 500 könnte sich folgendes Tradinginstrument anbieten:
S&P 500 WAVE XXL Put, WKN: XM3FXB, aktueller Hebel: 10, Briefkurs: 1,88 Euro

Tradingchancen im DAX

Für weiter steigende Kurse im DAX könnte folgendes Produkt interessant sein:
DAX WAVE Unlimited Call, WKN: DX6X1U, aktueller Hebel: 4,5, Briefkurs: 24,05 Euro
Für wieder fallende Kurse im DAX könnte sich folgendes Tradinginstrument anbieten:
DAX WAVE Unlimited Put, WKN: XM3B20, aktueller Hebel: 10, Briefkurs: 10,98 Euro


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›› Herbstschwäche voraus – So positionieren Sie sich richtig
von Geldanlage-Brief-Team

Die hohen Stände an den Aktienindizes haben wir im „Geldanlage Premium Depot“ inzwischen genutzt, um Gewinne zu realisieren. So haben wir einen Volatilitätstrade verkauft, nachdem dieser sein Kursziel bereits erreicht hatte. Damit konnten wir innerhalb von nur 51 Tagen einen satten Gewinn in Höhe von rund 37 Prozent realisieren.

Volatilitätstrade bring 37 Prozent Gewinn

Grund dafür war die starke Kursrallye im US-Aktienindex S&P 500, die auf ein neues Allzeithoch führte. Dadurch haben die Nervosität der Anleger und die Volatilität am Markt deutlich abgenommen. Entsprechend ist der Volatilitätsindex VIX gesunken und damit unser Short-Trade auf diesen Index im Kurs gestiegen.

Über diesen Volatilitätstrade haben wir hier schon mehrfach berichtet – zuletzt am 3. Juli: „So brachte der Brexit 30% Rendite“. Insgesamt haben wir damit nun schon 14 Mal zum Teil sehr schnelle und hohe Gewinne erzielt:

Volatilitätstrades haben bereits 14 Gewinne gebracht

Und mit neu platzierten Orders kann die Herbstschwäche gerne kommen. Mit diesen Limit-Kauf-Orders legen wir uns auf die Lauer, um im Falle einer tatsächlichen Korrektur den Volatilitätstrade zu günstigeren Kursen wieder zurückzukaufen.

So ist unser „Geldanlage Premium Depot“ auf die aktuelle Situation und die Erwartung einer möglichen Herbstschwäche bereits bestens vorbereitet. Von kurzzeitig heftigen Rücksetzern würden wir unmittelbar durch den Rückkauf des Volatilitätstrades zu günstigeren Kursen profitieren, während die bestehenden Depotpositionen mit weiter steigenden Kursen neue Gewinne erzielen würden.


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›› Termine der kommenden Woche
von Geldanlage-Brief-Team

(KW 33: Handelswoche vom 15.08.2016 bis 19.08.2016)

Sie können die „Termine der kommenden Woche“ auf unserer Homepage einsehen. Dort haben wir für Sie einen Wirtschaftskalender implementiert, der Ihnen neben den Terminen auch noch zusätzliche Informationen (aktuelle und prognostizierten Werte, Erklärungen und Charts zu den einzelnen Daten) liefert.

Terminde der kommenden Woche
(Quelle: Investing.com)

Die weiteren Termine der Woche finden Sie auf unserer Internetseite im Wirtschaftskalender.

 


 

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